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scheint täglid), Ausnahme der gönn» und Feier­tage. Vierteljahr!.

«erugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in »nlda und aus­wärts IM. 50 Pf.

verantwortlich: Für die Redaktion Jos. San«, für Inserate I.parzeller in Fulda.

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Inserate: Die ein- spall. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechens. Rabatt gewährt-

mit Anterhattungs-Aeilage „ICuflrirte Sonntags-Zeitungs

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckeret petersgaise Nr. 2 -(Larmonic).

26. Jahrgang

Julö«, Mittwoch, den 15. Februar 1899.

(Nachdruck verboten.)

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gewiesen sein dürste, die geringeren oder größeren Leistungen der Post bestimmt, durch die prozentuale Abgabe weniger belastet, die größeren Blätter mit höherem Abonnementspreis entsprechend ihrem größeren Verbreitungsbezirk mehr.

Wir resumiren also dahin:

Entweder schaffe man einen Zonentarif, wie wir ihn ihm Vorstehenden näher andeuteten, oder man schaffe einen Tarif, der mindestens die Hälfte der Gebühr aus der prozentualen Ab­gabe vom Abonnementspreise erhebt (lO°/o vom Äbonnementspreis), die andere Hälfte durch Ab­gaben vom wöchentllchen Erscheinen bezw. vom Gewicht. Ein jeder dieser Tarife würde der Gerechtigkeit entsprechen. Letzteren halten wir sür richtiger, weil derselbe thunlichst den bestehen­den Verhältnissen Rechnung trägt.

Königsberg nach Trier zu demselben Kostenpreift befördert werden müsse wie von Berlin nach Charlottenburg.

Ebensoungerecht erachten rott bte gleich­mäßige Belastung der wöchentlichen Ausgaben der Zeitungen ohne Rücksicht auf den Verbreitungsbezirk. Die Leistung der Post für Verpackung, Sortirung, Versendung und Ablieferung zweier Zeitungen, welche dieselbe Postauflage haben, von denen die eine Zeitung aber nur einen geringen, die andere einen ausge­dehnten Verbreitungsbezirk hat, ist durchaus verschieden. In dem ersteren Falle geschieht die Versendung in verhältnißmäßig wenigem größeren oder geringeren Packen im, wesentlichen nur in die dem Verlagsorte der Zeitung nächst­gelegenen Orte, im letzteren Falle wird die gleiche Anzahl Blätter vielfach in Einzel­sendungen vielleicht über das ganze Reich ver- theilt: in dem ersteren Falle sind täglich je nach der Auflage des Blattes vielleicht nur 100 bis 500 Sendungen nöthig, im letzteren Falle für die Versendung einer gleichen Anzahl Zeitungen je nach der Größe des Verbreitungs­bezirks die doppelte oder gar dreifache Anzahl Sendungen oder noch weit mehr. Die Leistung der Post ist also zwei oder dreimal o groß oder noch größer je nach der Größe des Lerbreitungsbezirks. Die Post soll aber m beiden Fällen nach dem neuen Tarif die näm­liche Gebühr für die Anzahl der wöchentlichen Ausgaben erhalten.

Der Tarif ist also ungerecht, weil er die Blätter sowohl hinsichtlich des Gewichts (pro Kilo lOPfg.) als auch hin sichtlich der Anzahl der wöchentlichen Ausgaben (ä 15 Pf.) ohne Unterschied ganz gleichmäßig belasten will.

Will man Leistung und Gegenleistung m ein gerechtes Verhältniß setzen, so schaffe man einen Zonentarif, der die Abgabe so­wohl für das Gewicht, als auch für das wöchentliche Erscheinen für diejenigen Zeitungen, welche innerhalb der ersten Postzone (10 Meilen) verbleiben, mindestens auf je die Hälfte der von der Vorlage vorgesehenen Sätze ermäßigt.

Will man aber den Zonentarif nicht, so ver- langt-es die Gerechtigkeit, daß man für die kleinen und mittleren Zeitungen einen Aus­gleich schafft, und das kann nur dadurch ge­schehen, daß man einen erheblichen Theil der bisherigen prozentualen Abgabe an Stelle der festen Grundtaxe wieder in den Tarif eingesetzt; erst dann wird es ohne die Gerechtigkeit zu verletzen möglich sein, für das Gewicht und für das wöchentliche Erscheinen gleiche Abgaben für alle Blätter ohne Unterschied des Verbreitungsbezirkes in den Tarif einzusetzen; selbstredend müßten diese Ab­gaben ganz wesentlich geringer sein, wie die be­treffenden Sätze der Postvorlage. Dieser durch die prozentuale Abgabe vom Abonnementspreis geschaffene Ausgleich zwischen Leistung und Gegen­leistung würde ein durchaus gerechter sein. Die kleineren (billigen) Blätter würden entsprechend ihrem in der Regel naturgemäß kleineren Ver­breitungsbezirk, der, wie im Vorstehenden nacb-

„Es beginnt schon, Jeddingen," sprach Locana mit zitternder Stimme. „Werft nur in die Grube, was nicht in der Kasfete unlergebracht werden kann."

Und silberne Pokale und Geschirre, die Pracht­stücke auf der Tafel des reichen Kaufherrn, flogen wie schlechtes Blei in die Grube, Geldrollen folgten.

„Gerda, ziehe die Ringe ab!" mahnte Locana; „das Kriegsoolk könnte den Finger abhacken, um den Ring zu bekommen."

Locana felbst ging mit seinem Beispiele voran; da wurde Eide mit goldenen Schmuckstücken vermischt auf die Schaufel genommen, während oben die Lärmtrommeln raffelten, Trompeten fchmetterten, und die Sturmglocken erdröhnten.

Als tief im Keller das mühsame Werk vol­lendet, die Erde wieder aufgefüllt, und Stroh und altes Gerümpel über die aufgegrabene Stelle geworfen worden war, da schallten bereits von oben die taktfesten Schritte der Soldaten, welche >ach der Enceinte maschirten, um den angedrohten Sturm abzuwehren. Bald kamen auch die Bürger­kompagnien, und lagerten theils auf ihren Sammel- Plätzen, theils in einzelnen Werken, deren Ver- theidigung ihnen anvertraut war. Allenthalben auf den Straßen, namentlich bei den errichteten Verrammelungen, wurden Feuer angezündet, und dabei standen Heine Pickels wild aussehender

Mer, Schwert und Md.

Eine Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg.

Von Philipp Wasserburg (Laicus).

Stadt! Glaubt Ihr, meine Obristen! ich hätte aus Muthwillen der Stadt angemuthet, kaiserliche Garnison aufzunehmen? Hier will ich meine Vor- räthe sür den Feldzug gegen die Schweden an­häufen, hier denk' ich für den Winter mein Quartier aufzuschlagen. Ich brauche Magdeburg unversehrt.

„Ihr werdet es aber nicht bekommen!" brauste Pappenheim auf. „Die Bürger übergeben es nicht gutwillig, so lange Gustav Adolf im Felde fiept. Ist der Schwedenkönig geschlagen, daun fallt Magdeburg ohne Schwertstreich. Haltet Ihr das für unthunlich, dann bleibt nur eines übrig, nämlich Magdeburg zu nehmen, und sich darin festzusetzen." , x , ...

„Wie wäre es, Exzellenz," meinte Obrist Eronsfeld, von der Karte aufblickend, „wenn Ihr jede Plünderung bei Todesstrafe verbieten, und dem Soldaten an Stelle dessen einen besonderen Lohn in Aussicht stellen wolltet?"

Pappenheim schüttelte den Kopf. „Für meine Kürassiere wollt' ich stehen; aber für die andern . Das ist Kliegsbrauch; das weiß jeder, der ferne Haut der Fahne verkauft. Drei Stunden lang gehörtdie Stadt den Soldaten, die sie mit stürmender Hand genommen. Daran läßt sich nichts andern. Es will den wilden Gesellen schon schwer m den Kopf, daß sie keine Gewalt verüben sollen, wo man ihnen keine entgegensetzt."

Meinst Du, ich wollte meinen Feldherrnstao über Mordbrenner halten ?" rief Tilly mit blitzenden Augen dem Grafen Pappenheim über den Tisch hinüber.

„Ich erkenne es an, mein Feldherr, ant­wortete Pappenheim. „Aber das ist die werteste Grenze, bis wohin man gehen kann; wenn rrrcht

Deutsches

Berlin, 14. Februar.

X Die Frage kann noch keine Ruhe ftnden, warum der Präsident des preußischen Abgeord­netenhauses, Herr v. Kröcher, dem verstorbenen Grafe« v. Kaprivi keinen Nachrus gewidmet habe — Beweis dafür, daß diese Unterlassung in weitesten Kreisen starkes Aufsehen und Miß­billigung heroorgerufen hat. Jetzt wird nun von konservativer Seite geltend gemacht, im preußischen Abgeoranetenhause sei niemals verstorbener Minister in dieser Weise gedacht worden. Das hat man nun augenscheinlich herausgesucht nur zu dem Zwecke, um den Nachruf auf den Grafen v. Caprivi zu unterlassen und die Unterlassung damit zu entschuldigen. Thatsache ist, daß dem Reichskanzler Fürsten Bismarck em solcher Nachruf im preußischen Abgeordnetenhause ge­widmet wurde; es wäre also das Allernatürlichste gewesen, wenn man dieselbe Ehrung dem Reich s- kanzler Grafen v. Caprivi hätte zu Theil werden lasten.

X Nach der Rückreise des Kaisers aus dem Orient und also auch nach dem daran ange- schlostenen Besuche des Kaisers in München wurde berichtet, die Frage des bayerischen Sonderrechtes auf einen eigenen Gbersterr Militärgerichts- Hof sei in der Weise geregelt, daß in das Oberste Militärgericht in Berlin ein eigener bayerischer Senat eingefügt werden solle, dessen Mitglieder von Bayern ernannt werden würden. In der bayerischen Preste regten sich damals Stimmet! gegen diese Ordnung der Angelegenheit, und es wurde mehrfach — nicht an dieser Stelle! berichtet, das Centrum wolle deswegen eine Interpellation in der bayerischen Kammer einbringen. Inzwischen ist es in der Presse wieder still geworden davon, und die Interpellation ist, wenn nicht alles trügt, nicht beabsichtigt. Aber die Angelegenheit ist bis zum heutigen Tage auch noch nicht erledigt. Zur enbgiltigen Regelung derselben bebarf es eines Gesetzentwurfes im Reichstage. Wegen biefer Vorlage sinb gegen­wärtig noch Verhanblungen zwischen München unb Berlin im Gange.

0 Der Geschäftsgang des Merchstages wirb in der nächsten Zeit vermuthlich der fern, baß nach Beenbigung bet Etats-Berathung bte Berichte ber Wahlprüfungs-KomMission

Karte vertieft, Oberist Sauell, bie Grafen Gallas unb Holstein, hörten aufmerksam zu, wie General Pappenheim sprach.

„Es muß ein Enbe gemacht werben," sagte ber kühne Führer. „Es taugt nichts, baß bas Heer hier ruhig liege, während der Schwede sich mehr und mehr befestigt. Gottes Tod! D?r gemeine Mann verliert alles Vertrauen, und das Vertrauen auf den Führer ist ein zweites Hxrr werlh!"

Tilly, ber seither brütend da gesesten, warf dem Sprecher einen kurzen Blick zu.

„Ich denke nicht," meinte er langsam, „daß das Vertrauen erschüttert ist. Was meint Ihr, Gras Holstein?"

Der An geredete zuckte bie Achseln. „Ich bm für ben Sturm! Wir stehen vor der Umwallung; ich weiß nicht, worauf wir noch warten!"

„Auf die Uebergabe!" antwortete Tilly kurz.

,',Wir erleben sie nicht," siel Graf Mansfeld rasch ein. „Die Magdeburger hoffen auf das Herannahen des Schwedenheeres. Ich sehe nur zwei Wege: entweder lasten wir Magdeburg stehen unb schlagen die Schweden ..."

„Unmöglich!" unterbrach ihn Tilly. „Alle Feinde des Reiches würden neuen Muth fassen, wenn wir aufbrächen und der Schwede zöge sich in seine unangreifbaren Positionen bei Schwedt zurück."

„Dann müssen wir Magdeburg nehmen!"

„Nehmen! Nehmen!" rief Tilly ungeduldig. Wenn wir es nehmen, so bekommen wir eine geplünderte Stadt. Ich kann's den Soldaten nicht wehren, das ist Kriegsbrauch! Ich will dem Kaiser keinen Trümmerhaufen geben und lagen, das war das reiche, blühende Magdeburg. Ich brauche bie

Postvorlage bieZeitungsgebühr sich zusammen- ; setzen aus a) 10 Pfg. für jebe Bezugszeit 1 ohne Rücksicht auf bereu Dauer, b) lo Pfg. jährlich für jede Ausgabe in ber Woche, c) 10 Pfg. jährlich für jebes Kilogramm bes Jahresgewicht es. Die jährliche Zeitungs­gebühr beispielsweise sür eine Zeitung, bte täg­lich einmal in einem einzigen Blatte mittleren Zeitungsformates (also sicherlich kein An­noncenblatt) mit einem Abonnementspreise von 6 Mk. im Jahre (1 Mk. 50 Pfg. vierteljährlich) erscheint, betrug bisher 1 Mk. 20 Psg. Künftig würbe bie jährliche Gebühr für dieselbe Zeitung betragen a) 10 Pfg. für bie vierteljährliche Be­zugszeit = 4 X lOPfg., b) sechs Ausgaben bie Woche, also 5 X I5 = 75 M-- c) ad)t Alo Jahresgewicht, also 8 X 10 Psg- — 80 Psg- Das ergibt künftig also 40 Pfg. + 75 Pfg. 4- 80 Pfg. = 1 Mk. 95 Pfg. gegen bisher 1 Mk. 20 Pfg. ober 62 Vs pKt mehr als bisher.

Die dem Entwurf des Gesetzes beigegebene Begründung gibt zu, daß ber neue Tarif anstatt einer bisherigen Jahreseinnahme von runb 43/* Millionen Mark eine solche von 63/4 Millionen Mark, mithin ein mehr von 2 Millionen Mark ergeben würbe. Da bnrch bie neue Gebühr bie Groß presse gegen srüher ent lastet wirb, so hat also bie Presse bes Mittelstandes und des kleinen Mannes außer ben 2 Millionen Mehreinnahmen ber Post auch noch ben burch bie Entlastung ber Großpresse entstehenben Aus­fall aufzubringen und die Folge des neuen Tarifs wird in kurzen Worten die fein, daß die politische Partei-Presse des Mittelstandes in die allerschwierigste Lage versetzt werden wird gegenüber ben billigen Masten- unb Annoncen­blättern. Diese letztere Presse wirb allerbings auch bnrch den neuen Tarif schwerer belastet wie bisher, sie wirb aber aus naheliegenden Gründen kaum dazu übergehen, darum den Abonnements­preis zu erhöhen, sie wird vielmehr die Be­lastung burch ben Ertrag aus ben Inseraten zu decken suchkn; nicht so die kleine und mittlere politische Partei-Pcesse, diese wird, da ihr oft nur ein geringer Jnseratentheil zur Verfügung steht, in vielen Fällen zu einer Erhöhung des Abonnementspreises genötigt fein. Daß dadurch die ohnehin schon schwierige Sage ber politischen Presse gegenüber ber billigen Jnseratenpreste nur noch schwieriger wirb, liegt auf ber Hanb.

Ist ber Tarif, ben bie neue Postvorlage ein- sühren will, ein gerechter, b. h. würbe bie von ben Zeitungen erhobene Gebühr ben Leistungen ber Post entsprechen? Wir müssen bas entschieben bestreiten. Zunächst erachten wir bie gleichmäßige Belastung bes Gewichtes ohne Rücksicht darauf, ob das Gewicht 1 Meile ober 100 Meilen be- förbert wirb, für ungerecht. Es ist ein großer Unterschieb in ber Leistung, ob z. B. bie Zeitung von Berlin nach Charlottenburg ober von Königs­berg nach Trier besördert wirb. Der Einwanb, baß nach ber zwischen Post- unb Bahnverwaltung getroffenen Vereinbarung bei biefer Leistung bie Post unbetheiligt sei, ist u. E. ohne Belang. Jedenfalls liegt in dem letzteren Falle eine be­deutende Mehrleistung der staatlichen Gesammt- heit vor; wer das leugnet, ber müßte auch be­haupten, baß eine Person auf ber Eisenbahn von Männer, welche von Falkenberg selbst ausgesucht worben waren. An ber Ecke bes Rathhausplatzes staub auch Hans Giericke, der Schmied. Seine Augen glühten, auf seinem Kopfe saß eine alle Sturmhaube, feine aufgeschürzten Hemdärme Hießen seine sehnigen Arme nackt, seine Waffe bestand in einer langen Eisenstange, deren oberes Ende im Feuer lag, um da langsam anzuglühen.

Während sich in ber Stabt bie ganze streit­bare Mannschast in Bereitschaft setzte, ben er­warteten Sturm abzuschlagen, herrschte voll­ständige Ruhe in ben Tilly'schen Quartieren. Nirgenbs sah man Vorbereitungen, um bie Stabt zu nehmen. Die Pferbe stauben ungesattelt in ihren langgestreckten Ställen; keinerlei Sturm« geräth würbe beigebracht, die Geschütze, welche die letzten Tage über jede Viertelstunde eine Kugel nach der Stadt gesandt, waren wie gewöhnlich mit Sonnenuntergang verstummt. Um die wenigen Schänken, welche der Feldobrist duldete, drängte sich bas Kriegsvolk aus allen Regimentern, unb nur in ben Laufgräben war Hacke unb Schaufel geschäftig, immer weiter unb weiter bie Deckung gegen bie Stadt vorzurücken. Das bot durchaus keine Veränderung in dem äußeren Ansehen der letzten Tage, unb nichts schien ein außergewöhn­liches Ereigniß für biefe Nacht anzudeuten.

Nur eine Ausnahme, bie aber äußerlich kaum ausfiel, gab es: bie Führer bes Heeres waren alle im Quartiere Tillys um eine in ber Mitte bes weiten Zimmers aufgeschlagene Tafel ver­sammelt. Neben Tilly saß ein Graf Mansfeld, ber neuernannte kaiserliche Administrator bes Bisthums, die Generale Altriuger unb Crons- felb waren in bas Studium einer offen liegenden

Die Heeresvoriage in der Dudgel- Kornmisfion des Reichstages.

In ber Dienstags-Sitzung ber Budget-Kom­mission dürfte ba§" Schicksal der neuen Heeres-Vorlagen entschieden wordensem, nämlich in dem Sinne, daß diese Vorlagen tm Plenum des Reichstages auf eine Annahme durch eine starke Mehrheit des Reichs­tages rechnen können. Von denjenigen Cen­trumsmitgliedern der Kommission, die in der letzten Sitzung derselben gegen die Artillerie-Forderungen gestimmt batten, erklärte am heutigen Dienstag der Abg. Müller-Fulda: er würde für diese Forderungen gestimmt haben, wenn er die A u f- klärungen, die er heute erhalten, schon in der voraufgegangenen Sitzung bekommen hätte. Er hoffe, daß die Artillerie-Forderung im Plenum mit großer Mehrheit angenommen werde.

In der Hauptsache handelte es sich heute zu­nächst um die Fortsetzung der Berathung über die neue Organisation der Armeekorps. Nach dem Berichte des Abg. Basser mann würden die Mehrausgaben hierfür betragen: an fortdauernden Ausgaben 1819 579 Mk., an ein­maligen Ausgaben 17—18 Millionen. Der Abg. Richter meinte dazu, es komme bei diesem Posten darauf an, welche Stellung man zur Vorlage selbst einnehme. Dieselbe bedeute nichts weiter als bie Forderung, entsprechenb ber Vermehrung der Bevölkerung die Truppenkörper zu verstärken. Kriegsminister von Goß!er antwortete sodann auf eine Anregung, die der Abg. Gröber in der letzten Sitzung gegeben hatte, nämlich die Vor­lage durch eine Vorführung allgemeiner politischer Beweggründe zu stützen; er bat aber, davon ab= zufehen und bie Vorlage ausschließlich vom mili­tärischen Stanbpunkte aus zu beurtheilen. Nur auf ben anbern Wunsch bes Abg. Gröber gab der Minister Bescheid über den Stand der fran­zösischen unb russischen Armee: jene, bie französische, habe bebeutenbe Fortschritte gemacht und sei der deutschen durchaus ebenbürtig; diese, die russische, arbeite sehr energisch an ber Ver­vollkommnung ihrer Organisation. Die Annahme ber Vorlage werbe aber auf Jahre hinaus ben Frieden sichern. Bei ber Abstimmung, bie nach längerer Berathungsbauer vorgenommen würbe, würbe bie wette Hrgattisalio« der Armeekorps bei voll besetzter Kommission mit 20 gegen 8 Stimmen angenommen. Da­für stimmen bie beiben konservativen Par­teien, die Nationalliberalen, bas Cen­trum unb bie freif. Vereinigung ge­schlossen, dagegen freif. Volkspartei, füdd. Volkspartei, Sozialdemokratie und bte Polen. Mit 15 gegen 10 Stimmen wurden sodann die 625 Bataillone Infan­terie angenommen, bie in ber Vorlage über bie Friedensstärke des Heeres gefordert werden.

* Dcr neue Postzeitungs-Tarif.

Die neuen Bestimmungen über bie Zeitungs­gebühr entsprechen bcmjenigen, was bisher barüber bereits veröffentlicht war. Währenb bisher bie Zeitungsgebühr 20pCt. des Abonnements-Betrages ausmachte, soll nach bem Entwurf ber neuen