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ptrantiDortli»: Sir die »edaktisu 3of. Zaim, für Jnferate 3. Parzeller tu Lulda.
mit Anterhattungs-Aeitage „IlluKrirte Sonntags-Zeitungs petersgaAe Nr. 2 (Daruwuie).
JuLda, Samstag, den 11. Februar 1899.
26. Jahrgang.
M 34.
• Neue christliche Gewerkschaft in
Mitteldeutschland.
Im vorigen Jahre hat sich eine größere, nahe an hundert zählende Anzahl in Frankfurt a. M. beschäftigter katholischer Arbeiter zusammengethan, um, der schon lange gegebenen Anregung Folge leistend, die Gründung einer Christlichen Gewerkschaft in die Wege zu leiten. Es wurde befchlosien, sich sofort als Verein zu konstituiren und einen provisorischen Vorstand zu wählen. Demselben wurde die Ausarbeitung der Statuten, des Organisations-Planes, überhaupt des einzuhaltenden Programms anvertraut, und ferner wurde ihm auch die Aufgabe gestellt, sich mit Arbeitern der übrigen in der Maingegend liegenden Städte in Verbindung zu setzen, um diesen ebenfalls die Anregung zur Gründung eines derartigen Vereins zu geben. Außerdem wurde beschlosfen, erst dann öffentlich als Gewerkschaft aufzutreten, wenn die Sache gesichert ist.
Dieser Zeitpunkt ist nunmehr gekommen. Der provisorische Vorstand hat im letzten Jahre die Sache derart eifrig gefördert, daß die offizielle Konstituirung der „Christlichen Gewerkschaft, Sitz Frankfurt a. M." am nächsten Freitag, den 17. d. M., erfolgen soll.
Der provisorische Vorstand hat gründliche Arbeit geliefert und tritt jetzt mit einem fertigen Programm, das in einem durchaus gründlich ausgearbeiteten provisorischen Statut niedergelegt ist, vor die Arbeiter. Aus diesem Statut sind alle Pflichten und alle Vortheile, welche den Mitgliedern aus der Gewerkschaft erwachsen, ersichtlich.
Der provisorische Vorstand hat ferner die Aufgabe gelöst, das Einverständniß zwischen den Arbeitern resp. den Arbeitervereinen beider Konfessionen herzustellen. Der „Verein der in Frankfurt beschäftigten katholischen Arbeiter", aus dem die Gründer gewissermaßen herausgewachsen waren, gab seine Beitrittserklärung sofort ab. Der Evangelische Arbeiterverein folgte seinem Beispie'e in den letzten Tagen. Damit ist die Solidarität zwischen beiden Vereinen und den Gründern in der Frage der Gründung einer christlichen Gewerkschaft hergestellt.
In die Leitung der christlichen Gewerkschaft theilen sich beide Konfessionen zu gleichen Theilen. Der Centralvorst and soll aus 16 Mitgliedern bestehen, und zwar je 8 Protestanten und Katholiken; die Präsidentenstelle wird abwechselnd mit einem Protestanten und Katholiken besetzt. Im Uebrigen spielt die Konfession des einzelnen Mitgliedes keine Rolle in der Gewerkschaft und man kann nur hoffen, daß die gegenseitige Achtung und die Einigkeit, die bei den Vorverhandlungen zum Ausdruck kam, stets anhalten wird und daß die Bemühungen der Sozialdemokraten, durch Ausspielung der einen Konfession gegen die andere einen Keil in daS Unternehmen zu treiben, niemals Erfolg haben werden.
Als Zweck der christlichen Gewerkschaft wird in den Statuten angegeben: Die Hebung der moralischen und sozialen Lage der Arbeiter auf christlicher und gesetzlicher Grundlage und die Anbahnung und Erhaltung einer friedlichen Uebereinkunft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ferner erstrebt die Gewerkschaft: die Herbeiführung eines gerechten, der geleisteten Arbeit und der Lebenshaltung der Arbeiter entsprechenden Lohnes; die Einschränkung der Arbeitszeit, soweit dies zum Schutze von Gesundheit, Leben und Familie geboten ist; eine Vermehrung der staatlichen Aufsichtsbeamten unter Hinzuziehung praktisch erfahrener Arbeiter.
Als Mittel zur Erreichung dieser Ziele wird unter vielen anderen die Errichtung von Fachsektionen geplant. Es verdient erwähnt zu werden, daß zwei Fachsektionen bereits gesichert sind und fast gleichzeitig mit der offiziellen Gründung ins Leben treten: und zwar eine Fachsektion der Schuhmacher und eine solche der Maurer.
Die christliche Gewerkschaft in Frankfurt a. M. bietet ihren Mitgliedern neben der Unterstützung des Arbeiters bei berechtigten Wünschen und Beschwerden und bei Lohnfragen unentgeltlichen Rechtsschutz in allen gewerblichen Streitfällen, unentgeltlichen Arbeitsnachweis, unentgeltliche Auskunft in allen Rechtsfragen und durch mehrere Rechtsanwälte, die sich bereit erklärten, für niedriges Honorar Vertretung bei Klagesachen.
Durch den Eintritt in die christliche Gewerkschaft bekennen sich die Mitglieder als Gegner aller Grundsätze und Bestrebungen, welche mit dem christlichen Geiste im Widerspruche stehen. Anhänger der Sozialdemokratie sind ausgeschlossen.
Von besonderer Bedeutung ist jene Bestimmung des provisorischen Statuts, durch welche die Organisationsfrage geregelt werden soll. Der CentralverbarA wird ermächtigt, an a l l en Orten von Obmännern zu leitende Zahlstellen einzurichten. Es wird hierdurch zum Ausdruck gebracht, daß die hier neu gegründete Gewerkschaft keine lokale sein will und daß bei ihrer Organisation die Grenzen einzelner Bundesstaaten keine Rolle spielen sollen: daher auch der Name: „Christliche Gewerkschaft, Sitz Frankfurt."
Neben den Vorberathungen haben auch mit Arbeitern anderer Städte unserer Gegend Besprechungen stattgefunden, nach denen zu ur- theilen man hoffen darf, daß in nächster Zeit die Gründung von christlichen Gewerkschaften mit dem Sitz in Offenbach, Mainz, Aschaffenburg, Fulda rc., mit der neuen Frankfurter Gewerkschaft in Fühlung stehend, zu hoffen ist.
Deutsches Deich*
Berlin, 10. Februar.
* In der heutigen Sitzung des Kundes ralhes widmete vor dem Eintritt in die Tagesordnung der Vorsitzende Staatsminiiter Graf
(Nachdruck verboten.)
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ergreife jede Gelegenheit, die Stadt zur Üeber-
Tilly schüttelte den Kopf.
„Als ich von Schwedt aufbrach, hab' ich geglaubt, der König folge mir, um mich hier zur Schlacht zu zwingen. Das war mem Wunsch; ich hätte mich ihm gestellt. Er ging nach Frankfurt, um mich dorthin zu ziehen. Ich wäre heute aufgebrochen, hätte ich die Stadt mit ihm erreichen können. Meine Späher hatten mir zu
ftbrr, Schnürt onb Mel.
Ein« Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg. Bon Philipp Wasserburg (Laicus).
„Bleibt bei meinem Hauptquartier," sagte Tilly. „Ich möcht's um jeden Preis vermeiden, Magdeburg dem Schicksale von Neubrandenburg oder Frankfurt auszusetzen. Ich stehe fortwährend mit dem Rache in Unterhandlung und
Er war barhäuptig, hatte über der rechten Schulter ein einfaches Wehrgehänge ohne Schwert, und trug eine Feder in der Hand.
„Nehmt die Marschbefehle an die Obristen zurück," rief Tilly ihm zu, worauf der plötzlich Erschienene mit einem Neigen des Kopfes ebenso plötzlich wieder verschwand. „Er will Magdeburg nicht entsetzen;" bemerkte Tilly in seiner vorigen sinnenden Ruhe weiter. „Er will mich auf seine Spuren ziehen. Dann trotzt er mir, wie in Schwedt hinter seinen Verhauen. Der Schwedenkönig ist schlau. Ec wird -nur schlagen, wo die Uebermacht auf seiner Seite ist. Ec will
willkommen, der in der Stadt in Allem Bescheid weiß. Wahrlich, sag' ich Euch, Gilden, nie habt Ihr Eurer Vaterstadt einen größeren Dienst geleistet, als wenn Ihr hier bleibt, und mich auf die Wege aufmerksam macht, wie ich mein Ziel ohne stürmende Hand erreiche. Denn wenn's zum Sturme kommt . . ."
„Ich weiß, Exzellenz," unterbrach ihn Gilden; dann verlangt der Soldat, was ihm nach Kriegsgebrauch gebührt."
„Und ich kann's ihm nicht wehren!" setzte Tilly bei. „Und hier hätte er doppelt Recht. Denn wir bekämpfen nicht bloß eine schwedische oder brandenburgische Garnison; alle waffenfähigen Bürger haben die Waffen gegen uns ergriffen . . . und was vermögen sie gegen dieses Heer, vor welchem der Schwedenkönig in die Schanzen von Schwedt sich verkroch!"
„Sie werden in der Stadt auf schwedische Hilfe rechnen," meinte Gilden. Es sind schwedische Offiziere dort. Ich weiß das."
spät berichtet."
„Der Weg von Schwedt nach Magdeburg, Exellenz, ist weiter, als der Weg von Schwedt nach Frankfurt," bemerkte Pappenheim.
„Ich klage Niemanden an," bemerkte T'lly. gäbe zu veranlaffen. Da ist mir ein Mann hoch ^Jetzt ist's zu spät nach Frankfurt. Hauptmann ' Fökler!" rief er plötzlich in die Kanzlei. . ä
„Excellenz!" tönte es von dort zurück. Gleichzeitig erschien auf der Schwelle der Verbindungs- thüre beider Gemächer eine hohe männliche Gestalt mit bärtigem Gesicht und langen, auf die Schulter wallenden Haaren. Ein Lederkoller fiel bis auf die rothen Pluderhosen herab, deren unteres Ende in hohen Reiterstiefeln verschwand.
Posadowsky dem General der Infanterie Grafen von Caprivi einen ehrenden Nachruf. Hierauf wurden die Vorlagen, betreffend den Entwurf von Vorschriften über die Einrichtung und den Betrieb der ThomaSschlacken- mühlen, betreffend die Auslegung der Prüfungsordnungen für Aerzte, Zahnärzte und Apotheker, der Entwurf einer Fernsprechgebühren-Ordnung sowie endlich der Entwurf eines Telegraphenweggesetzes den zuständigen Ausschüssen überwiesen.
X „Strafversetzung in ein gleiches Amt ohne Ersatz der Umzugskosten," so lautet der Antrag der Anklageschrift in der Disziplinär-Untersuchung gegen den Professor Kans Delbrück. Derlei ist gegen einen Universttäts- Professor wohl noch niemals beantragt worden. Die Professuren an den Universitäten werden ja bekanntlich nach den Vorschlägen besetzt, die von den Universitäten selbst ausgehen, und wenn nun Professor Delbrück nach einer andern Universität „strafversetzt" werden sollte, dann müßte dort erst eine neue Professur für ihn aufgemacht werden. Man versteht also nicht recht, wie die Anklage die Erfüllung ihrer Forderung sich vorstellt. Merkwürdige Gedanken steigen auch auf bei einem Vergleiche des „Falles Delbrück" mit jenem vielbesprochenen Falle des Kriminal - Kommissars v. Tausch, so wenig dies« beiden Fälle an sich mit einander etwas gemein haben. Aber der Antrag gegen den Professor Delbrück lautet genau ebenfo wie seiner Zeit das Diszi- plinar-Urtheil gegen den Kriminal-Kommissar v. Tausch: Strafversetzung in ein gleiches Amt ohne Ersatz der Umzugskosten. Da muß man wieder einmal auf den Gedankengang des Regierungs-Anklägers im Falle Delbrück das oft angeführte Dichterwort anwenden: „Ganz anders als in anderen Menschenköpfen malt sich in diesem Menschenkopf die Well!"
0 Vor einiger Zeit ist angedeutet worden, daß die Ausweifunge« aus Aordschleswig demnächst den Anstoß zu Verhandlungen im Reichstage geben werden. Die Gelegenheit dazu ist jetzt gegeben. Der dänische Abg. Jo- Hansen hat im Reichstage folgende Interpellation eingebracht: „Erachtet der Reichskanzler die von der preußischen Staatsregierung in Nordschleswig getroffenen Maßregeln und die damit in Verbindung stehenden Ausweisungen für gerechtfertigt und den Interessen des deutschen Reiches entsprechend?"
4- Die Vorschläge, die der Antrag Gamp zurBeseitigungderArveileruotHaufdemLande macht, werden in oen Organen der verschiedenen politischen Parteien verschieden besprochen, was selbstverständlich auch nicht anders fein kann. Die konservative Presse und die Organe des Bundes der Landwirthe tadeln an den Anträgen, daß diese mit ihren „kleinen Mitteln" nicht weit genug gehen und verlangen nach der alten Melodie durchaus eine Beschneidung der Freizügigkeit. Die freisinnigen Blätter haben den Abg. Gamp im Verdacht, daß er auf eine Beschränkung der Freizügigkeit hinarbeite . . . Aus dieser vollkommen verschiedenartigen Beurtheilung ersieht man aber, daß die Vorschläge in dem Anträge Gamp viel zu unbestimmt gefaßt und nicht scharf
Magdeburg dadurch zu Hilfe kommen, daß er mich fortlockt. Aber ich werde nur sortgehen, wenn sich mir die Aussicht bietet, dem Schweden in offener Feldschlacht zu begegnen."
Tilly wandte sich darauf zu Gumbert.
„Ihr, Hauptmann, nehmt unfern Gast in Eure Obsorge. Herr Bruno Gilden, ich werde Euch gebrauchen zu einem Werke des Friedens mit Eurer Stadt. Zu gelegener Zeit werde ich nicht versäumen, mit Euch darüber Rücksprache zu nehmen. Für jetzt entschuldigt mich, ich habe mit dem Grafen Pappenheim die Arbeiten der nächsten Tage zu besprechen."
Ein leichtes Neigen des Hauptes entließ Gumbert und Gilden; beide entfernten sich, während Tilly sich wieder über die Karte beugte, um mit Pappenheim über die sofortige Eröffnung der Laufgräben gegen die Zollschanzen weiter zu verhandeln. "W1« W
Die Folgen dieser Berathung traten alsbald zu Tage. Am nämlichen Nachmittage noch wurden ein halbes Dutzend Batterien aufgeworfen, um diejenigen Werke zu bestreichen, welche bei einem Sturme auf die Zollschanze einzugreifen vermocht hätten. Im Laufe der Nacht wurden diese Batterien durch einen langgestreckten Erdaufwurf mit einander verbunden, der sich in ungeheurem Streife auf dem rechten Elbufer um die dort aufgeworfenen Schanzen hinzog. Dieser Erdaufwurf hatte natürlich nicht die Festigkeit einer Schanze, aber er deckte doch vollauf die Soldaten, welche hinter demselben an seiner Erhöhung und Befestigung arbeiteten. DaS sollte in den darauf folgenden Tagen geschehen. Andererseits waren die Belagerten ebenfalls nicht müßig, bei ihnen war Hacke und
genug umgrenzt find. Man weiß mehrfach nicht, wie man diese Vorschläge aufzufassen und was man sich darunter zu denken hat.
0 Die sogenannte farblose Presse mit ihrem großen Papiergewicht und ihren vielen Beilagen versucht, gerade fo wie ehedem auch, eine neue Agitation in Sachen der Kostgevützre« für die Asituugeu. Dies geschieht unter der Deckverzeichnung einer „Bereinigung von Verlegern", und diese „Vereinigung" ersucht nun die Zeitungsverleger, sich einer neuen Denkschrift über die Umbildung des Postzeitungstarifes anzuschließen. Diese Denkschrift aber hält an dem veralteten Grundsätze des jetzigen Tarifes fest, daß die Gebühr hauptsächlich nach dem Bezugspreise der Zeitungen geregelt werden soll; nur will sie, daß statt der gegenwärtigen 20 Prozent nur 10 Prozent des Bezugspreises erhoben werde und ein Zuschlag erfolge für das Gewicht in der Höhe eines „Dritthells des neuen Regierungsvorschlages. Jeder Sachverständige sieht sofort, worauf das ausgeht: die „farblose" Anzeigenpceffe möchte nach wie vor ihr Schäfchen scheren zum Schaden der politischen Zeitungspresse, die ohnehin vielfach geschäftlich einen so außerordentlich schwierigen Stand hat gegenüber jener Presse, der das Geldgeschäft auf Kosten aller und jeder Grundsätze Lebenszweck ist. Bei der Beurtheilung und Behandlung des neuen Gebührentarifs für die Zeitungen darf man zunächst nicht den praktischen Gesichtspunkt verloren, daß im Reichstage nur irgenb ein Beschluß zu Stande kommen kann auf der Grundlage der Grundsätze, die der Regierungsentwurf vorfchlägt. Es können die einzelnen Tarifsätze verändert und wenig oder viel ermäßigt werden. Aber eS ist so gut wie ausgeschlossen, daß eine Einigung erfolgen könnte nach vollständig anderen Grundsätzen. Die verschiedenen Verleger-Vereinigungen sind gegenwärtig mit der Besprechung der Regierungsvorschläge beschäftigt; und ihre Sache ist eS, Kritik daran zu üben. Es ist nur dringend zu wünschen, daß schließlich eine Einigung zu Stande kommt, die gleich der Regierungsvorlage den farblosen Anzeigen-Blättern die großen Vortheile nimmt, die diese jetzt vor anderen Zeitungen haben, und die dann zu gleicher Zeit die mittlere und kleinere Provinz-Prejse davor bewahrt, daß sie durch einen neuen Tarif von neuem Schaden erleide, zu Gunsten der Großpresse, die ohnehin durch viele Umstände so sehr im Vortheil sich befindet.
© In der Reichstags-Kommisston zur Berathung der Anträge über die Gewerbe Gerichte hat Abg. Trimbom ((Str.) beantragt, dem Paragraph 1 des Gesetzes über die Gewerbegerichte folgenden Absatz anzufügen: „In Stadt- gemeinben mit mehr als 20000 Einwohnern muß bie Errichtung eines Gewerbegerichtes von ber Landes-Centralbehö cde auf Antrag bethei- ligter Arbeitgeber oder Arbeiter angeorbnet werben." Auf einige anbere Anträge, bie bannt in Zusammenhang stehen, kommen wir später zurück.
* Weimar, 10. Febr. Dem Sanbtage sind zugegangen ein Antrag v. Wurmb unb Genossen auf Gewährung erhöhter Alterszulagen an
Schaufe. ,utig, unb da man in ber Stabt sofort ertennei ..i ßte, ber Streich richte sich gegen bie Zollschfo erhoben sich wie burch Zauberei eine i.. ? kleiner Werke, welche bas Hauptwerk mit ein;- Gürtel umgaben unb welche von diesem Hauptwerke beherrscht würben. Zahlreiche Geschütze fanben in ber Zollschanze Ausstellung
„Obrist Falkenberg versteht bas Kriegshandwerk," bemerkte Tilly, als er wenige Tage später von einem Jnspektionsritte mit Oberst Altringer unb Hauptmann Fökler in fein Quartier zurück- gekehrt war
Unterdessen überlegte Olaus Björne, wie er die geheimen Befehle des schwedischen König- Gustav Adolf, die ihm bei seiner letzten Anwesenheit in Schwedt ertheilt stvcrden waren, am geeignetsten ausführen könne.
Während er dem Rath schrieb, daß er bie Stadt nicht im Stiche lassen werbe, hatte er dem Obristen Falkenberg Orbre gefanbt, bie Stabt auf's Aeußerste zu Bettbeibigen unb eher in Flammen aufgehen zu lassen, als sie ben Kaiserlichen zu übergeben, unb seinem Vertrauten hatte er befohlen, sie benfelben in bie Hände zu spielen. Gustav Adolf brauchte eben Magdeburg als Brandfackel, um damit den bereits erloschenen furchtbaren Krieg auf's Neue zu entzünden.
XV. Kriegsrath.
Einige Wochen später bot Magdeburg ein geradezu trostloses Bild. Dir Vorstädte waren niedergebrannt, zwischen den Ruinen ber Neustadt hatte sich Pappenheimisches Fußvolk festgefetzt. Der größte Theil der Schanzen war genommen ; aber je näher bie Kaiserlichen ber Stadt