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peterrgaile Nr. 2 (Larmonte).

26. Jahrgang

IuLda, Mittwoch, den 1. Februar 18M

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(Nachdruck verboten.)

Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechens. Rabatt gewährt.

Restaurationsräumen des Abgeordnetenhauses zu veranstalten. Der erste Bierabend findet am Mittwoch, 1. Februar, S'/a Uhr, statt.

* Weimar, 31. Jan. Unferm Landtag, der nächsten Montag seine Sitzungen wieder auf­nimmt, sind bereits eine Anzahl Vorlagen und zugleich die Tagesordnung für die erste Sitzung zugegangen. Diese Tagesordnung enthält wenig aufregende Gegenstände. So z. B die Vorlagen betreffend den Ankauf einer Wiese in Hochdorf, erhöhte Einweisungen auf den Fonds für Ge- richtsafiefforen und Referendare, den Verkauf einer Staatsaktie der Ruhlaer Bahn, die Ver­mehrung der Zahl der Steueramtsassistenten, die Gewährung von Besoldungszulagen an die katholischen Geistlichen. An wichtigeren Vorlagen sind dagegen zu bemerken, der Entwurf eines neuen Gesetzes betreffend die kirchlichen Umlagen in den katholischen Kirchengemeinden des Großherzogthums Sachsen, der Entwurf eines revidirten und den Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches entsprechend umgestalteten Gefetzes über die Gebäude-Brandversicherungs­anstalt des Großherzogthums und ein Staats­vertrag zwischen Sachsen-Weimar, Preußen und Sachsen-Koburg-Gotha über die Eisenbahn Il­menau-Schleusingen.

Feder, Schwert und Fachet

ine Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg.

Von Philipp Wasserburg (Laicus).

Erscheint täglich, m. Ausnahme, der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

Se,ug»prei, ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

„Das ist nicht möglich," sagte sie dann.

„Man sieht mir doch an, daß ich ein Page Seiner fürstlichen Gnaden bin?" fragte der Jüngling.

„Natürlich," erwiderte Gerda, „Ihr tragt ja das Kleid, den Degen und die brandenburgischen Farben."

„So," erwiderte der Page pathetisch, „dann ist's auch möglich! Also, Käthe, immer hinter mir drein!"

Der Junge ging und Käthe, durch die Aus­sicht auf den offen bleibenden Fluchtweg etwas ermuthigt, schritt hinter ihm. „Und merke Dir genau, mein Schatz, was ich sage, damit Du mir später nicht widersprichst," empfahl er ihr unter­wegs.

Das Mädchen nickte stumm. Das Herz be­gann ihr wieder heftiger zu pockeu, je näher ihr das gefürchtete Zusammentreffen mit ihrem Vater kam.

Dieser war inzwischen eine Beute der ver­schiedensten Gefühlsregungen. Bald jammerte er um sein verschwundenes Kind, das ihm trotz seiner äußeren Barschheit ans Herz gewachsen war; bald zitterte er vor den kommenden Ereig- niffen, die ihm höchst wahrscheinlich das Brod kosteten, und dann erfüllte ihn der Heftigste Groll gegen seine Tochter, welche an dem Allen Schuld war.

Gerade die letztere Regung hatte ihn befallen, als die Thüre sich öffnete und und sein Ver- hängniß in Gestalt eines hochfürstlichen Pagen auf der Schwelle erschien.

„Jetzt bricht es los," dachte der Unglückliche. „Was sollte sonst ein Page des Administrators

gerade Bennigsen es gewesen sein muß, der den Aus­bruch neuer Kulturkampfs-Regungen nach der Art der Lieber und Eynern z u r ü ck h i e l 1. Herr v. Bennigsen selbst war es, der im Reichstage früher bet der Be- rathung derselben I e s u i t e n a n t r ä g e auf den Stand­punkt der Anträge Rickert und Graf Ltmburg-Stirum sich stellte und den Ausspruch that, der Paragraph 2 des Ausnahmegesetzes gegen die Jesuiten sei eine „un­gerechte Härte", und mit dieser muffe aufgeräumt werden. Herr v. Bennigsen ist vom politischen Schau­plätze abgetreten, und an seiner Stelle, an der Stelle des klar blickenden, kühl und verständig abwägenden Staatsmannes von außeroidentlich umfangreicher Er­fahrung spricht nun im Reichstage ein Hieb er im Namen der ganzen nationalliberalen Partei, einer von denen, die im sog. „Evangelischen Bunde" den Ton an­geben, und der Abg. Sattler stellt ihm nachher das Zeugniß aus, daß er — Herr Hieber — durch seine Rede bewiesen habe, daß er es noch weit bringen könne in der nationalliberalen Partei!

Und wie war es im preußischen Abge­ordnetenhause? Schon im Herbst des Jahres 1897 tauchte in der Presse die Nachricht auf, Herr von Eynern wolle im preußischen Landtage den Antrag stellen, die preußische Gesandtschaft beim Vatikan aufzu­heben; und zwar sollte dies geschehen als Ant­wort auf die angebliche, in Wahrheit natürlich gar nicht vorhandene Herausforderung des Pro­testantismus durch die Cantsius-Encyklika. Aber in ter letzten Tagung des alten Abgeordneten­hauses wurde nichts daraus: Herr von Eynern schwieg; es mußte ihm wohl ein überlegener Einfluß den Mund gestopft haben. Da trat nun Herr von Bennigsen aus dem politischen Leben in die beschauliche Ruhe des Privatmannes zurück und Herr von Eynern bekam freie Bahn. Das, was er ein Jahr und länaer mit sich herumgetragen, ist nunmehr zum Vorschein ge­kommen, und in ausnehmender Gehässigkeit der Tonart hat er sich jetzt gegen das Oberhaupt der katholischen Kirche gewendet und gegen die Aufrecht­erhaltung der guten Beziehungen zwischen diesem und dem preußischem Staatswesen. Im Abge­ordnetenhause und bei der Regierung hat Herr von Eynern kein Echo gefunden; und das mag ihm ein klares Zeugniß sein dafür, daff die neuen Kulturkampfs-Gelüste der Natw'nalliberalen von anderen nicht getheilt werden — einige Frei­konservative ausgenommen. Aber Thatsache ist auch, daß im Äbgeordnetenhause von den Na- tionalllberalen niemand Gelegenheit genommen hat, auch nur mit einem Worte eine von Herrn von Eynern abweichende Ansicht auszudrücken oder auch nur anzudeuten, und daraus kann man auch nur den einen Schluß ziehen, daß Herr von Eynern im Namen der ganzen Partei ge­sprochen hat.

Im Sozialpolitischen haben also die National­liberalen einiges vom Centrum gelernt. Die Einsicht ist zwar spät qenug gekommen; aber sie ist doch gekommen. Indessen eine national­liberale Partei, die sich in der Behandlung kon­fessioneller Fragen und Kultus-Angelegenheiten von den Schreiern des sogenannten Evange­lischen Bundes leiten läßt, rückt dadurch vom Centrum so weit ab wie nur je zu­vor. Und das C e n t r u m wird darum in den Nationalliberalen des neuen Kursus seine heftig­sten Gegner zu sehen und diese danach bei allen vorkommenden Fällen danach zu beh andeln haben!

„Was wollt Ihr mit dem Dukaten?" fragte Gerda, ihr Täschchen öffnend.

„Den werf' ich dem alten Cerberus*) in den Rachen, so wie er ihn aussperrt."

„Wir haben ihm vorher Geld geboten," meinte Gerda.

„Es wird ein großer Unterschied sein zwischen Eurem Geldanbieten und dem meinigen. Gebt nur her!"

nach^brda tam bem Wunsche des Jünglings

„Ich kenne Euch nicht," sagte sie, „aber Ihr ' ,a § ich Euch mißtrauen sollte. Ich mochte auch nicht, daß man mir Nachrede, Ä ^/rtte einen Dukaten gescheut, um Käthe vor Mißhandlung zu schützen."

„Der Rede hätte es nicht bedurft, Jungfer " meinte der Page, die Münze einsteckend. „Jetzt merke wohl auf, Käthe! Ich gehe voran,' Du gehst hinter mir und lässest die Thüre offen, so daß, wenn der Cerberus grob werden will. Dir stets ein Fluchtweg offen steht. Ich fürchte das zwar nicht, aber Du sollst beruhigt sein und statt der Schläge ein güldenes Kettlein bekommen."

Käthe blickte erstaunt den Pagen an.

•) Cerberus hieß in der griechischen Götterlehre der bissige Hund, der den Eingang in die Unterwelt bewachte.

Aus dem Reichstage.

22. Sitzung vom 31. Januar.

Viele Leute auf den Tribünen, wenig Herren im Sitzungssaale, das war das Bild, das der Reichstag zu Beginn der heutigen Sitzung bot.

Sehr schnell wurde in erster und zweiter Berathung der Antrag der Abgg. Bachem «und Münch-Ferber er­ledigt und angenommen, den Zollsatz für P o n g ö e - S e i d e auf 300 Mark für 100 Kilogramm festzusetzen.

Alsdann trat das Haus in die Berathung des Etats für Kiautschou ein, in dem bekanntlich 812 Millionen Mark für unser neues Schutzgebiet ge- foibett werden, 3*2 Millionen Mark mehr als im Vor­jahre.

Staatssekretär GirpiH begründete die Forderung in klarer und übersichtlicher Weise, und selbst der Abg. Gugen Dichter fand nicht, wie sonst so gern, den Ton vollkommener Ablehnung gegen dieselbe. Nur warnt er zur Vo sicht und zur Wahrung des Grundsatzes, wir sollten Kiautschou lediglich nur als Geldquelle für uns betrachten.

Abg Mevek brachte durch seine wiederholten An­griffe mehrere Redner der rechten Seite in Harnisch, die Abgg. Graf Grioka, Graf Arnim, Ar. Geriet, die sämmtlich günstige Ansichten haben über die Zukunft von Kiautschou

Schließlich wurde nach dem Vorschläge des Referenten Dr. Lieber der Etat unverändert angenommen.

Am Mittwoch wird u. a. der Jesuitenantrag in 3. Berathung erledigt werden.

frrantowtli»: S-r bk Kebattion fär Jnferate 3. P-rz-ll" >«

Weqen des Feiertages Maria Licht­meß wird die nächst- Nummer unseres Nlattes erst am Freitag ausgegeben.

0 Die Nationalliberaten.

Als die gegenwärtige Parlamentszeit begann, kündigten mehrere nationalliberale Blätter an, daß ihre Partei vollständig reorganisirt in diese neue Parlamentszeit eintrete. Man werde das. so hieß es damals, sehr bald merken. Die neue Parlamentszeit ist gekommen, und man hat es wirklich gemerkt, in mehr als einem Sinne. Aber man kann nicht behaupten, daß nun nach der Umgestaltung der Partei diese auch in allen Stücken besser sei als vorher — das Gegentheil ist die Wahrheit!

Zwei Gesichtspunkte scheinen es vornehmlich zu sein, die für die Umgestaltung der national­liberalen Parteitaktik im Vordergründe gestanden haben: nämlich die Sozialpolitik auf der einen und das Verhällniß zur katholischen Kirche und zum Cent rum auf der anderen Seile.

Daß die Mehrheit der nationalliberalen Partei in ihrer Haltung zu sozialpoltiischen Fragen sich bessern zu wollen scheint, soll ohne weiteres anerkannt werden. Gleich in den aller­ersten Fragen dieser Sitzungsperiode des Reichs­tages hat der nationalliberale Abg. Basser- m a n n bei der ersten Lesung des Etats eine be­deutungsvolle Rede in diesem Sinne gehalten, und später hat der Freiherr Heyl zu Herrns­heim im Reichstage ausdrücklich erklärt, daß Herr Baffermann im Sinne der großen Partei­mehrheit gesprochen habe. Das war auch durch­aus nothwendig, denn mehrere nationalliberale Organe, wie beispielsweise die .Magdeburger Zeitung' hatten Herrn Baffermann wegen dessen erster Rede scharf angegriffen, und andere nationalliberale Abgeordnete, wie Herr Möller- Dortmund, hatten bei der zweiten Etatsberalhung ebenfalls ganz andere Ansichten geäußert Frhr. Hkyl zu Herrnsheim hat nun nicht nur für Herrn Baffermann sich erklärt, sondern gleichzeitig un­mittelbar gegen Herrn Möller eine Partei-Erklä­rung abgegeben, und rote ein gerechter und sach­lich denkender und urtheilender Mann gern das Gute auch beim Gegner anerkennt, so können auch wir vom Centrum den Nationalliberalen die An­erkennung nicht versagen, daß sie sich in der Sozialpolitik ein wenig gebessert haben. Der sozialpolitische Führer des Centrums, der Ab­geordnete Professor Hitze, hat in offener Reichs­tags-Sitzung dem Freiherrn Heyl zu Herrnsheim seinen Glückwunsch zu der letzten Rede ausge­sprochen ; warum also sollte die Centrums-Preffe mit demselben berechtigten Glückwünsche zurück­halten ?

Aber sehr verschlimmert hat sich augen­scheinlich der Kurs, den die Nationalliberalen neuer­dings in der Behandlung konfessionell katho­lischer Fragen steuern. Man braucht nur an die Rede des Herrn Hieber im Reichstage zum Jesuiten- gefetze und an die wundersamen Ausführungen des Herrn v. Eynern über die preußische Gesandtschaft beim Vatikan im preußischen Abgeordnetenhause zu denken, um ganz klar zu dieser Anschauung zu gelangen. Früher war Herr Rudolf v. Bennigsen der maß­gebende Führer der nationalliberalen Fraktion im Reichs­tage sowohl, wie im preußischen Landtage, und aus der neuen Gestaltung der Dinge kann man entnehmen, daß

Aus dem Landtage.

Avgeordneksnhans. — 9.Sitzung v. 31. Jan.

Die Berathung des landwirthschaftlichen Etats wurde fortgesetzt, und zwar noch beim ersten Titel „Ministergehalt". Ebenso wie am Montag ergab sich aus der Debatte in bedauerlicher Klarheit die Nothlage der Landwirthschaft.

Als erster Redner machte der freikons. Abg. Gamp die Regierung auf verschiedene Maßregeln aufmerksam, um der Lanowirthschaft zu Hilfe zu kommen. Der Land- wuthschaft muß der nöthige Seuchenschutz gewährt werden, es muß genaue Fleischb eschau durchgeführt werden, namentlich aber muß der Berkaus des in­ländischen Getreides gefördert werden. Die land- wirihschastlichen Genossenschaften dürften darum auch nicht darin gehindert werden, um ausländisches Getreide

Mit den letzten Worten legte der Page stolz wie ein Spanier den Dukaten, den er von Gerda erhalten, auf den Tisch. Der Gefängnißwärter begriff die ganze Geschichte nicht. Er sah nur staunend bald den funkelnden Dukaten, bald den fürstlichen Edelknaben an, der eine Weile sich an der Verblüffung des Mannes weidete.

„Das ist mein Auftrag. Ich habe Euch nun zu fragen, ob Ihr demselben nachzukommen ge­willt seid."

„Ich begreife das ja gar nicht ... Ist der Dukaten mein? . . . Weil mein Gefangener ent­flohen . . ."

„So glaub ich; das schlägt in die hohe Po­litik!" versetzte der Page kühn. „Unter uns ge­sprochen, Meister, mir scheint, Se. ffirfil Gnaden ist nicht ganz ohne Antheil an dieser Flucht, sonst wäre Eure Käthe nicht ohne Weiteres auf den Domhof gelaufen. Se. Durchlaucht ist wüthend, daß man einen seiner Pagen, der auch bei der Geschichte half, in Verhaft nahm."

„Was Ihr nicht sagt!" rief Warmuth. „Ich denke mir. . . ."

„Denkt, was Ihr wollt; ich denke mir, Se. fürstlichen Gnaden sind hoch erfreut, seinen Gegner außer Landes zu sehen. Weiler sage ich nichts; das Andere rathet! Nur das will ich Euch sagen," und damit erhob der Page warnend die Hand, „Se. fürstlichen Gnaden möchten es sehr unlieb, ja sehr unlieb vernehmen, daß Ihr Eurer Tochter irg nd ein Leides zufügt, weil, sie ferner Willensmeinung nachgelebt hat. Darnach richtet Euch!"

(Fortsetzung folgt.)

Deutsches R*ich»

Berlin, 31. Januar.

* Die Sriuzeffi« Aeirrrich wird ihre Rück­reise von Shanghai aus nach Deutschland im April antreten. Der beabsichtigte Besuch Japans ist seitens des Prinzen und der Prinzessin Hein­rich aufgeaeben, da nach einer Meldung des ,Ostas. Loyd' die japanische Regierung auf eine vorläufige Anfrage hat durchblicken lassen, daß sie nickt im Stande sei, für die persön­liche Sicherheit des Prinzen zu bürgen.

* Eine große Kiseuöah« Sronfereuz fand heute unter dem Vorsitze des Chefs des General- stabes Grafen Schliessen statt. Zahlreiche höhere Offiziere, Beamte des Ministeriums für öffentliche Arbeiten nahmen daran Theil. Eine solche Konferenz wird alle Jahre abgehalten.

* Eine freie Vereinigung desReichs- tags zur Vorbesprechung über das Iteichs- öankgesetz findet auf Einladung von Mitgliedern aller Fraktionen mit Ausnahme der Sozial­demokraten heute Abend 7 ,2 Uhr im Reichstage statt.

* In der AudgetKommisstor» des Iletchs- tages wurde heute die Berathung des Extra- ordinariums des Milit äretats sortgesetzt. Eine längere Verhandlung, durchaus vertrau­lichen Charakters, knüpfte sich an die Forderung Der 7. Rate zur Vervollständigung der wichtigeren Festungsanlagen, in Höbe von 10 Millionen. Der blsheriae Gefammtbedarf betrug 33,540,000 Mark. In Folae vermehrten Bedürfnisses kommen 50 Millionen hinzu, so daß der Gefammibedars j tzt 83 540,000 M. beträgt. Bisher find seit 1893 29 Millionen bewilligt. Nach den diskreten Mittheilunaen der Regierungsoertieter wird die geforderte Erhöhung der Gesammtforderung, so­wie die für 1899 ausgesetzte Rate bewilligt, ebenso ohne wesentliche Debatte der Rest des Extraordinariums für Preußen. (Damit ist auch die Position: „Für Miethe einer Kaserne in Fulda" erledigt. Vgl. Loyales. $). Red.). — Im Etat für Sachsen werden für eine Jnfanteriekaserne in Kamenz 1.040 000 M. aeforbert, und zwar zunächst die Rate von 400,000 M. Hier wurden 100,000 Mark abgefitzt und einstweilen nur 300,000 M. bewilligt. — Für Zwickau werden zu Ersatzbauten für durch Brand zerstörte Kasernen im Ganzen 2,700,000 M. gefordert, und zwar zunächst für 1899 900,000 M. Auf Antrag des Referenten Gröber wurden nur 800,000 M. bewilligt. — Zum Neubau eines Ochsenstalls auf dem Vor­werk Adelsdorf des Remontedepots Kalkreuth werden statt der geforderten 59,000 M. auf An­trag des Grafen Klmkowström nur 45,000 M. bewilligt. — Im württembergifchen Etat werden für Stuttgart zum Neubau eines Lazareths statt 147,000 M. nur eine erste Rate von 10,000 M. bewilligt. Damit ist das Extraordinarium er­ledigt/ Morgen beginnt die Berathung des ordentlichen Etats.

* Um die Möglichkeit zu bieten, daß die Mitglieder des Abgeordnetenhauses sich persönlich näher treten, wird beab­sichtigt, alle 14 Tage allgemeine gesellschaftliche Zusammenkünfte, sog. Aieravende in den schönen bei ihm zu thun haben?" Er wußte zwar, 1>aß ein Page in die Flucht Gildens verwickelt, daß er aber wieder frei war, davon hatte Niemand eine Ahnung.

Da bemerkte er hinter dem Pagen den flat­ternden Rock feiner Tochter, und augenblicklich sprang seine Zerknirschung in einen keineswegs geringen Zorn über.

„Bist Du da. Du ungeratene Dirne!" schrie er und griff nach dem Stricke, den er sich oben abgefchnitten. „Wo kommst Du her?"

„Von feiner fürstlichen Gnaden," antwortete ruhig der Page an Stelle der zitternden Käthe.

Der Wärter starrte den Pagen mit offenem Munde an.

„Ich bin doch hier recht beim Stockrneister Warmuth," fuhr nach einer Pause der Page fort, „und das hier ist Eure Tochter?"

Damit deutete er auf Käthe, als ob er sich vorher genau von dieser Thatsache unterrichten wollte.

„Ja, leider, leider! Die schlechte Dirne . ." „Wollt Ihr meinen Auftrag anhören? Herr Warmuth!" fragte in gereiztem Tone der Page.

„Gewiß, gewiß, Herr Page!" antwortete der Gefängnißwärter, dem dicke Schweißtropfen auf der Stirne standen.

„Se. fürstliche Gnaden lassen Euch vermelden, daß Ihr das Mädchen freundlich aufnehmen und ihm wegen des Vorgesallenen keinerlei Unliebes zufügen sollt. Der Administrator ist mit dem, was es vollsührt, völlig einverstanden und hat mich beauftragt. Euch einen Dukaten auszuzahlen, wofür Ihr dem Mädchen ein kleines Vergnügen für ausgestandene Angst erzeigen sollt."

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mit Attterhattungs-Ieilage „Mlflrirte Sonntags-Zeitung? peterssaSe ll». 2 (idarmonte).