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26. Jahrgang

IuLöa, Freitag, den 27. Januar 1899

Ium Geburtstage 5r. WajrM des Kaifers Wilhelm II

in unseren Tagen, wo

M

(Nachdruck verboten.)

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Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15Pf.,Rv- klanren die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wirdentsprechenv. Rabatt gewährt.

Druck und Verlag der Fuldaer Actiendruckerrt petersgahe Nr. 2 (Larmouie).

verehrten Monarchen. In Liebe und Treue schlagen die Herzen'aller Deutschen dem kaiserl. Herrn entgegen, der in unermüdlicher Thätig- keit für das Wohl aller seiner Unterthanen be­sorgt ist. Den Hebet« liefermigen des Hohen- zollernhauses getreu er­kennt Kaiser Wilhelm in der strengsten Er­füllung aller Pflichten \ die erste Aufgabe eines ; Herrschers; in eifriger und angestrengter Ar beit widmet er sich den zahlreichen und mannig­fachen Aufgaben seines hohen Berufes und gibt so allen seinen Unter-

Hannover, sind vom Kaiser nunmehr als Fort­setzung der alten hannoverschen Regi­menter anerkannt worden und haben ent­sprechende Abzeichen und Auszeichnungen erhalten. „Von nun an — so heißt es in der kaiserlichen Kabinetsordre vom 24. Januar — sollen die preußischen Truppentheile, die die alten hannover­schen Krieger ausgenommen hatten, Träger der Ueberlieferungen der früheren hannoverschen Regi­menter sein und deren Auszeichnungen weiter führen . . . Zugleich gebe ich mich der Hoffnung hin, daß jetzt alle früheren Angehörigen der hannoverschen Armee die lang entbehrte Stätte wieder find en werden, an der sie im Kreise der jüngeren Kameraden die stolzen Erinnerungen der Vorfahren pflegen können. Also damit treten die alten Offiziere der früheren hannoverschen Regimenter in den Verband der jetzigen preußischen Regimenter ein: „Mich hat — so sagte der Kaiser in einer Ansprache während der Tafel — vor allem der Gesichtspunkt geleitet, daß ich es für den zurück­gezogen lebenden Soldaten als das Schwerste gehalten habe, daß es ihm nicht mehr vergönnt ist, mit seinem Truppentheile Freud und Leid zu theilen."

Der Sinn dieser Ausreichungen und ebenso der kaiserlichen Worte kann niemand bei nur ein wenig Nachdenken zweifelhaft sein: Der Kaiser wollte versöhnen, er will versuchen, die Gegensätze auszugleichen, die in Hannover noch immer bestanden haben und bestehen; er will die Söhne der althannoverschen Offiziere durch die Neubelebung alter hannoverscher Heber­lieferungen in die preußischen Regimenter hin­überziehen und verhindern, daß sie noch fernerhin Dienste in anderen Heeren oder gar im Auslande suchen, denn er ist augenscheinlich der Meinung, daß die Neubelebung alter Formen und Regi­menterbezeichnungen einen lebhaften Eindruck auf den Sinn derjenigen machen müsse, die im Gegen­sätze zu dem politischen Regiments seit 1866 noch unentwegt an den politischen Heberlieferungen aus hannoverischer Zeit festhalten.

Floß diese Handlungen dem ureigenen Sinne und Denken des Kaisers selbst entspringen, kann ebenso keinen Augenblick lang zweifelhaft sein; und unbegreiflich ist es, wie Jemand auf den Gedanken kommen kann, in diesen Handlungen eine Kundgebung zu Gunsten der An­sprüche des Welfenhauses zu erblicken. JmGegen- theil: der Sinn der kaiserlichen Handlungen und Worte kann nur der sein, daß der Monarch wünscht, alle Abneigung, die noch gegen das preußische Regiment besteht, möge verschwin­den und alle Söhne Althannovers möch­ten Althannooer vergessen und einzig und allein in Preußen ihr Heim er­blicken, das ihren stolzen Heberlieferungen von nun an die schuldige Ehre anthun will.

Dem Korporal fiel es nicht bei, sich die drei Gestalten näher zu betrachten. Es war noch viel zu dunkel, und er strebte viel zu sehr nach der warmen Wachtstube zurück, als daß er sich in der schon recht frischen Morgenluft bei über­nächtigem Magen in längere Beobachtungen ein« gelassen. Wozu auch? Die Sache war ja klar.

Nachdem sie das Thor passirt, befanden sie sich jetzt außerhalb der Ringmauer, und gingen blwa fünfzig Schritte elbabwärts. Dort fchaukelte auf dem vom Morgenwinde leicht gekräuselten Master em Kahn.

"H^r, Ihr Herren!" sagte der Fischer zu fernen anscheinenden Knechten.

Die Beiden kletterten die leichte Böschung hinab, und setzten sich auf eine im Bug des Kahnes an­gebrachte Bank. Der Fischer sprang als der letzte hinein, löste die Kette, und gab dem Kahn einen Stoß, der ihn mitten in die Strömung brachte. Dann fetzte auch er sich nieder und ließ den Kahn langsam treiben.

Im Osten röthete sich der Himmel lebhaft. Es war bereits so hell, daß man ziemlich wert blicken und die Gegenstände unterscheiden konnte.

„Versteht Ihr Euch auf das Ruder?" fragte Gumbert.

„In meiner Jugend hab' ich es manchmal

S Zur Welfen-Fragc.

Am Dienstag ist der Kaiser in Hannover gewesen, und er hat dort die Parade über die hannöverschen Truppen abgenommen. Ganz wunderliche, geradezu abenteuerliche Gerüchte waren vorher über den Zweck dieser Reise ver­breitet worden: diese Reise sollte eine entscheidende Wendung in der Weifenfrage bedeuten; Prinz Georg Wilhelm von Cumberland habe die Ereigniffe von 1866 anerkannt und werde bei dieser Gelegenheit als preußischer Offizier vereidet werden; in absehbarer Zeit werde der Prinz dann Herzog von Braunschweig werden, denn es sei nunmehr den vereinten Be­mühungen des Kaisers von Oesterreich und des Königs von Sachsen gelungen, einen Sieg der legitimistischen Politik in der Be- urtheilung und Behandlung der braunschweigischen Angelegenheit durchzusetzen.

Nun ist der Kaiserbesuch in Hannover vorbei; aber vom Prinzen Georg Wilhelm war natürlich nicht eine Spur zu stehen. Aber auch jetzt, rach dem Kaiserbesuche in Hannover, begegnen die

hinaus feiert das deutsche Volk heute das Geburtssest des all-

vrrautw-rtlich: Für die Redaktion 3o(. Saum, für I-i-rate I.parzeller in Fulda.

Die beiden Ruderer sahen sich um, während der Fischer den Kahn dorthin lenkte. Als man näher kam, bemerkte Gilden eine Gruppe von drei Männern, die am Ufer standen. Drei Pferde scharrten, an einen hervorragenden Baum fest an­gebunden, die Erde.

„Was soll das bedeuten!" rief Gilden. „Man erwartet uns? Sind wir verrathen?"

„Meint Ihr, wir sollten in der Schenke „Zur Stadt Magdeburg" liegen bleiben?" fragte Gum- bett, die Achsel zuckend.

Jetzt rauschte der Boden des Kahnes auf den Sand, und Herr ^Gilden erkannte mit großer Freude in dem Ersten der Dreien, welche an's Ufer eilten, Moritz Kamp, feinen ersten Nieder­lager. So nannte man damals jene Leute, die man heute mitdem Namen „Magazinier" bezeichnet.

Der Niederläger war ein breitschulteriger Mann mit einem offenen, ehrlichen Gesichte, der froh erregt war, weil er seinen Herrn wiederum frei sah. Er ergriff seine Hand, um ihm beim Aus­steigen behilflich zu sein, und als Herr Gildens Fuß den festen Boden berührte, küßte er sie.

„Wie geht's daheim, lieber Kamp?" fragte Gilden. „Gehen die Geschäfte ihren Weg?"

„Es geht Alles so, als ob Ihr noch da wäret," antwortete Kamp. „Henrich wickelt die Geschäfte ab, aber er fürchtet sich, neue einzugehen, bevor er Eure Sinnesmeinung kennt. Wir haben ver­sucht, zu Euch auf den Thurm zu kommen, sind aber schnöde abgewiesen worden."

„Kann mir es denken! Wäret Ihr keinen Belästigungen ausgesetzt?"

„Am ersten Tage kamen sie und haben die durch'ors.!/, nb.r nichts gefunden, was

ftiitr, Schwert und Fackel.

Tine Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg.

Von Philipp Wasserburg (Laicus).

mit Anterhaktungs-Aeikage „Mufirirte Somüags-Zeiümg!'

Beispiel. Seine Be

thanen ein herrliches

mühungen um die Erhaltung des Frieders sichern ihm die Dankbarkeit des ganzen deutschen Volkes und tragen seinen Ruhm bis zu den fernsten Ländern des Erdkreises. Als schönste Perle jedoch erglänzt in seinem Ruhmeskranze das gläubige Bekenntniß unseres Kaisers zu den Wahrheiten des Christenthums, welches er wiederholt bei den verschiedenen Gelegenheiten abgelegt hat. Ins­besondere hat Se. Majestät der Kaiser im vorigen Herbste, als er mit seiner hohen Gemahlin das heilige Land besuchte, an den Stätten, wo unser göttlicher Heiland gelebt und das große Erlöser«

der krasse Unglaube sich in allen Schichten der Bevölkerungbrertmacht, ist es ein erhabenes und erhebendes Schauspiel zu sehen, wie der mäch­tigste und angesehenste Fürst der Welt seinen Glauben offen bekundet und vor dem Könige aller Könige in Demuth sein Haupt neigt.

Wir deutsche Katho­liken gedenken am heu­tigen Tage mit dank­erfülltem Herzen insbe- K sondere auch der hoch- | herzigen Thal unseres . Kaisers, der bei seiner Anwesenheit in Jeru­salem das durch seine historischen Erinne­rungen hochbedeutsame Grundstück der Dor- mition den deutschen Katholiken zur Erbauung eines Gotteshauses geschenkt hat.

So steht Kaiser Wilhelm II. als Christ, als Fürst und als Mensch, als Muster uno Vorbild da, getragen von der Treue, Anhänglichkeit und Siebe seines Volkes; lauter Jubel erschallt heute an seinem Geburtstage aus den Palästen und Hütten in Stadt und Land, allüberall wo deutsche Männer wohnen und so weit die deutsche Zunge klingt!

Gott schütze, Gott erhalte, Gott segne unfern Kaiser Wilhelm II.

Bei dieser Gelegenheit hat ^rinz Ludwig vo« Aayer« einen Trinksptuch auf den Prinz - Re­genten ausgebracht, in dessen Verlauf er auch verschiedene politische Fragen streifte und der großherzigen Schenkung des Kaisers, der Sterbestätte der hl. Jungfrau, an die deutschen Katholiken gedachte: „Die deutschen Katho­liken," so sagte der Prinz in diesem Trinkspruche, „verlangen ja nichts Anderes, als volle Gleich­berechtigung mit den deutschen Protestanten, und zwar vom Reiche, im Reiche, in jedem einzelnen Staate des Reiches — dieselbe Gleichberech­tigung, deren sich in dem zweitgrößten Staate des deutschen Reiches die Prote­stanten, obwohl eine Minderheit der katholischen Mehrheit gegenüber, erfreuen." Diese Worte kommen gerade zu rechter Zeit als geeignete Be­lehrung für ben hohen Bundesrath, wie dieser in der Behandlung der Jesuitenfrage sich von Rechtswegen verhalten müßte. Auf keinen Fall ist anzunehmen, daß der bayerische Thron­folger diese Worte gesprochen hat in absichtlichem Hinweise auf die gleichzeitig stattfindende Jesuiten- Debatte im Reichstage. Aber daß er sie gerade zur rechten Zeit und im rechten Augenblicke ge« prochen hat, ist gewiß.

* In militärischen Kreisen ist davon die Rede, daß am Kaisersgeburtstage Kaüinelsordres erscheinen werden, durch welche 1. der gesammten Feldartillerie Haarbüsche verliehen werden, 2. Rangabzeichen an den Mänteln eingeführt werden. Auch vom endgiltigen Wegfall der E p a u l e t t e s ist die Rede, die schon jetzt bekanntlich auf den Parade- und Gesellschafts­anzug beschränkt sind.

X In der Deutschen Tageszeitung' wird das bereits mehrfach erwähnte Abkommen über die WerwerlHnug des Spirittts mit dem Hinweise darauf empfohlen, daß dadurch die Bildung des Spiritus-Preises „unabhängig von einseitigem Eingreifen am Markte wesentlich in die Hände des Produzenten gelegt wird, und daß diesem auch nach Abzug der vereinbarten Unkosten der ganze Erlös, welcher aus dem Verkaufe des Spi­ritus bis zum reinen Uebergange in den Konsum erzielt wird, zugute kommt". Das bleibt doch eben jedenfalls abzuwarten. Sollten die Sprit- fabrikanten und Händler wirklich und für alle Zeiten die Bildung des Preises aus den Händen geben wollen? Das klingt zu schön, als daß man es ohne weiteres glauben sollte. Aber die andere Bemerkung an derselben Stelle ist jeden­falls richtig, wenn gesagt wird: „Die größte Thorheit wäre es für die jetzt verbündeten Faktoren, wenn sie auch nur im Geringsten den Versuch machen wollten, ihre Macht dazu zu miß­brauchen, den Konsumenten hohe Preise aufzuerlegen. Beide (Erzeuger und Sprit­fabrikanten) haben ihr großes Interesse an einer fortwährend steigenden Produktion, die einen aus Interesse für den Kartoffelbau . . . die andern, indem sie durch ihren Betrieb gesicherte Beschäf­tigung und Verwerthung des darin angelegten Kapitals finden."

* Hebet den eivjährig freiwiKige« Mikilär- dienst der Bokkslchnlkehrer hatte vor Kurzem das Ptovinzralschulkollegium in Hannover an den Kultusminister eine Anfrage gerichtet.

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

Hefugapreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus- wärtSl M.öOPs.

llnser Kaiser Wilhelm II. vollendet heute werk vollbracht hat, vor aller Welt seinem festen und bin 40 Lebensjahr, und in allen Gauen unseres unerschütterlichen Glauben an Christus den mensch- Vatetla'ndes und weit noch über dessen Grenzen gewordenenSohn Gottes Ausdruck gegeben. Gerade

Auslegungen in der Presse einander in wunder­samen Widersprüchen. ’ Während nämlich von einer Seite der Kaiserbesuch und die militärischen Handlungen, die der Kaiser in Hannover vorge- nommen hat, als eine Annäherung an das Weifenhaus bezeichnet werden, deuten andere diese Dinge in genau entgegengesetztem Sinne, als eine bündige Absage. Unb diese letztere Auffassung erscheint in Blättern, von denen man annehmen darf, daß sie ihre Deutung aus Berliner offiziösen Quellen erhalten haben. So brachte namentlich der Hamburg. Korrespondent eine Drahtmeldung aus Berlin, in der es heißt: „Die Kundgebung des Kaisers in Hannover . . . kann man ohne weiteres als eine indirekte Ablehnung der angeblichen Absicht, eine Annäherung an das Welsenhaus herbeizuführen, betrachten."

Was hat nun eigentlich der Kaiser in Hannover gethan? Alle Zeitungen haben ausführlich darüber Bericht erstattet: die Regimenter, die nach dem Kriege von 1866 in Hannover neu ge­gründet worden waren mit Hebergehung aller gJchichtliche» Ueberlieferungen des Königreiches geübt," antwortete Gilden, der bis dahin schweig­sam gewesen.

„Der Tag naht mit raschen Schntten; sorgen wir, daß wir aus dem Bereiche. Magdeburgs kommen. Es wird nicht lange dauern, so sind die Stadtknechte hinter uns!"

„Reicht mir das Ruder dort her!" sagte GiOen fast rauh; und dabei fuhr er mit der Hand über die Augen, als wische er eine Thräne weg.

Der Offizier hatte das wohl bemerkt; und als er dem Flüchtling das Ruder reichte, sagte er leise: „Der Abschied thut Euch weh! denkt an die Rückkehr!"

„Ich liebe die Stadt mehr als mein Leben, und ihre Satzungen geachtet, ihre Bürger frei und glücklich zu sehen, das war mein Ziel . . . Vorwärts, Herr Gumbert, Vorwärts! Je rascher wir den Thurm von St. Jakob aus den Augen verlieren, um so bester wird es fein."

„Da ist schon Peter und Paul in der Neu­stadt!"

Beide legten sich mit Macht in die Ruder. Nach einigen Versuchen gelang es, einen gleich­mäßigen Schlag herbei zu führen; der Fischer ergriff das Steuer, und der Kahn schoß mit reißender Schnelligkeit dahin.

„He, Ihr da! Wohin so eilig?" rief am äußersten Ende der Neustadt ein bequem an die Mauer sich lehnender Stadtknecht.

Gumbert zog das Ruder ein, bildete aus feinen beiden Händen eine Art Sprachrohr und schrie mit Leibeskräften hinüber:

„Das möchtest Du wohl wissen?" „Freilich!" tönte es schon etwas ferner herüber. „Lauf' uns nach. Du Schuft!"

Deutsches Reich*

Berlin, 26. Januar.

G In München hat in diesen Tagen ein Festmahl der Offiziere des Beurlaubtenstandes als Vorfeier für des Kaisers Geburtstag stattgefunden.

Dann nahm Gumbert wieder fein Ruder vor, und weiter ging es, daß der Schaum sprüht^

Bis sich der Stadtknecht vdn seiner Verblüffung über diese Auskunft erholt hatte, war der Kahn nur noch ein schwarzer Punkt, der hinter einem Vorsprung eben verschwand.

Wo nicht aufgeworfene Dämme oder dichte Baumgruppen den Ausblick versperrten, dehnten sich weite, wohlbestellte Felder über ein nur sanft gewelltes Land hin und schien sich in weite Ferne zu verlieren.

Es war inzwischen völlig hell geworden, und jeden Augenblick konnte sich die Sonne erheben. Ein dünner Nebel begann sich über dem Waffer zu lagern.

Der Fischer deutete stumm mit der aus- gestreckten Hand nach einer kaum sichtbaren Land­zunge, die sich auf dem rechten Elbufer weit hinaus in das Waffer erstreckte. Die Düne war durch Weidengestrüpp vor dem Abschwemmen geschützt, und diente als bequeme Anlände für die hier häufig verkehrenden Kähne, denn das dahinter liegende stille Waffer war ein Tummelplatz für alle Arten Elbfische. Am eigentlichen Ufer sah man durch den Nebelschleier eine mächtig hohe Baumgruppe und in deren Schutz ein leichtes Haus mit bescheidenem Schindeldache. Rings bis herab zum Waffer waren auf dem Anger mittels einfacher Pfosten und Bretter Bänke und Tische aufgeschlagen, ein Beweis, daß hier eine besuchte Schenke war, und in der That war eine Sonn­tagsfahrt auf der Elbe, um in der Schenke „Zur Stadt Magdeburg" sich mit trefflichem Biere und einem Fischgerichte zu stärken, ein sehr beliebtes Vergnügen behäbiger Zunftkreise.