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FuldaerMZeitung

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mit Unlerhattungs-Meitage „Iffustrirte Sonntags-Ieitung" "ÄtfES“

JuLöa, Freitag, den L0. Januar 1899.

M 16.

26. Jahrgang.

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(Nachdruck verboten.)

er dort höre, wie die Verhältnisse hörte, klang nichts weniger als er» aber er meinte, daß wenigstens

ständen.

Was er mnthigend; Gilden frei

gung angenommen habe, wer den Schaden ge­deckt habe und ob nunmehr die erforderliche Kontrolle gesichert sei. Staatssekretär v. Pod- bielski stellte fest, daß er noch nicht an der Spitze der Verwaltung gestanden habe, als der Fall sich ereignet habe. Thatsächüch handele es sich um zwei betrügerische Vorgänge. Im Ganzen hat sich Grünenthal 489 300 Mk. ange­eignet, und davon seien 44000 Mark auf dem Kirchhofe gefunden worden. Aus dem Vermögen Grünenthals hätten sich 282 000 Mk. bar und etwa für 18000 Mark Schmucksachen ergeben. Es bleiben also noch 145000 Mark zu decken, und dafür müsse die Neichsdruckerei aufkommen. Nur „kleine Nachlässigkeiten" seien Schuld an dem Vorkommnisse; pflichtwidrige Handlungs­weise sei Niemandem nachgewiesen. Fälle wie Keser, seien für die Zukunft ausgeschlossen. Der Referent der Kommission, Abg. Dr. Paasche, oll einen recht klaren und eingehenden Bericht erstatten, damit eine längere Diskussion darüber im Plenum thunlichst vermieden werde. Der Etat der Reichsdruckerei wurde bewilligt.

0 Die Derwaktlmg des Schutzgevietes Krautschon beschäftigte heute, Donnerstag, die Iudget-Kommission des Reichstages. Einnahmen ehlen bisher; der Etatsentwurf verlangt nur ine außerordentliche Ausgabe von 8lA> Millionen Mark, da „für die Aufstellung eines ordnungs­mäßig gegliederten Etats noch die nothwendigen Unterlagen fehlen". Der Referent Dr. Lieber empfiehlt die Annahme der Forderung und be­richtet gleichzeitig, daß große Flächen von Oed- ändereien in dem Schutzgebiete aufgeforstet wer­den sollen. Die Chinesen haben allen Wald ab­geschlagen; es gebe infolgedessen jetzt dort nur noch Gesträuch. Bischof Anzer habe ebenfalls

Reichstage eine Auterpeükatio« eingebracht, in der sie fragen, wie weit die Erwägungen und Prüfungen der verbündeten Regierungen über die Beschwerden über das Weingesetz vom20.April 1892 gediehen sind und bis wann die Vorlegung einer Novelle zu diesem Gesetze zu erwarten ist. — Zur zweiten Berathung des Etats hat der freisinnige Abg. Beckh eine Resolution ein­gebracht, in der Entschädigung für un­schuldig erlittene Haftstrafe verlangt wird.

2 Nicht weniger als 3619 ^efiotten sind bis jetzt beim Reichstage eingegangen. Natürlich befinden sich darunter sehr viele alte Bekannte. Neu ist dagegen zum Beispiel eine sehr große Anzahl von Petitionen, die mit der aus­ländischen Fleischzufuhr sich beschäftigen; aber am zahlreichsten sind die Petitionen um An­bahnung von Maßregeln gegen den Massenfang von Zugvögeln in Südtyrol und in Italien.

X In der AudgetKommifsto« des Reichs­tages gelangte am Donnerstag zunächst zur Be­rathung der Etat der Reichsdruckerei, und bei dieser Gelegenheit kam auch der „F a ll Grünen­thal" zur Sprache. Der Abg. Müller-Fulda schnitt denselben an, indem er Aufklärung darüber verlangte, wie es möglich gewesen sei, daß Grünenthal sich undurchlochte Scheine angeeignet habe, während doch alle werthlosen Scheine durchlocht werden sollen. Außerdem fragt der Abgeordnete an, welchen Umfang die Unterschla-

Parlamentarische Nachrichten.

* Die Centrumsabgeordneten Dr. Schmitt, Baumann und von Grand-Ry haben im

„Kaufmännisch habt Ihr Recht, Herr Lo- cana," erwiderte Gumbert lächelnd, „aber fragt einmal Gerda, die von Gilden Eure Freiheit verlangte, ob deren H^rz nicht anders spricht."

„Ich quäle mich schon die ganze Zeit mit Plänen," sagte diese, ohne eine Frage abzuwarten, „aber ich finde nichts. Ich kann doch nicht zum Bürgermeister gehen, und es hätte auch keinen Erfolg."

Der Obrist verließ einstweilen nicht den Dom­hof. Man fürchtete, die Ausstellung der Ordre könnte ihn reuen, und wenn er die Bedrohten warnte, so konnte das dem Administrator ge­fährlich werden, denn derselbe verfügte im Ganzen uur über zweihundert Reiter, während dis Stadt zehn Fähnlein Soldaten, jedes zu hundert Mann im Dunste hatte.

spät in der Nacht vollzog sich jn der ©nue die Umwälzung, welche dem Administrator das unbedingte Uebergewicht gab. Um Mitter­nacht verließen sieben Gruppen brandenburgischer Soldner den Domhof, jede von einem Edelmanne g^uhrt. Jeder holte seinen Offizier der Stadt- soldaten aus dem Belte. Dieser gehorchte der Ordre feines Vorgesetzten, und zweien, die An­stand nahmen, erklärte der Brandenburger Ka- ? a«Le8 ^udle sich um eine wichtige Besprechung; ber Administrator habe Depeschen erhalten, die eine weittragende Bedeutung hätten. Die Form der Verhaflbefehle war in der That so gewählt, daß eine solche Mitlheilung richtig sein konnte, und das überwog die Bedenken, welche zwei Olftziere hegten; die übrigen gehorchten einfach der Ordre.

Nachdem so jeglicher Widerstand lahm gelegt, berief in derselben Nacht der Administrator den Rath, seine Partei erschien vollzählig, von der anderen die Hälfte. Der Administrator bat, durch [

Anregung verschließt, die Schrecken des Krieges im Sinne christlicher Menschlichkeit so viel wie möglich zu mildern, der erst rechtl Leider zeigt man gerade in Frankreich recht wenig Neigung dazu, auf die russischen Vor­schläge einzugehen. Der Pariser ,Temps', das Organ der französischen Regierung, bespricht die Vorschläge des Grasen Murawiew in einer so außerordentlich zurückhaltenden Weise, daß nur ein wenig Mehr an Zurückhaltung schon Ab­weisung fein würde. Namentlich ist man in in Paris über den einen Punkt besorgt, daß die Annahme dieser Vorschläge „die eine oder andere Macht in den Zustand der Unterlegenheit ver­setzen könnte". Aber das kann man selbst in Paris nicht leugnen, daß die Vorschläge ihrem grundsätzlichen Kerne nach gut und trefflich sind, und daß wie jeder Staat, der ein Kulturstaat sein will, auch Frankreich die Pflicht hat, zu zeigen, daß es „nicht das Ideal der Humanität aus der ganzen sranzösischen Vergangenheit ver- räth."

Jn den maßgebenden Berliner Kreisen herrscht nach einer amtlich beeinflußten Mit­theilung „die Ansicht vor, daß die russischen Vor­schläge manches enthalten, was auch praktisch anwendbar und durchführbar ist. Insbesondere dürfte die Anregung, in dem Gebrauche von Explosionsstoffen eine gewisse Beschränkung ein­treten zu lassen, auf warme Unterstützung aller Mächte rechnen können. Deutscher­seits — so wird versichert — besteht der feste Entschluß, den hochherzigen Plan des Zaren in jeder Weise fördern zu Helsen."

Wenn doch nun diesen Worten auch die ent­sprechenden Thaten folgen wollten!

die Noth der Zeit den Schritt entschuldigen zu wollen, den er gethan, ohne berechtigt zu sein. Er sei damit einem Verrath entgegen getreten, den der regierende Bürgermeister zu begehen im Begriffe gewesen. Derselbe habe in reger Unter­handlung mit kaiserlichen Heerführern gestanden, welche sich zunächst um Aufnahme einer kaiser­lichen Garnison, sodann aber mit Hilfe derselben um gewaltsame Wiedereinführung papiftischer Ab­götterei gedreht hätten. Denn das sehe doch jeder Vernünftige ein: wenn erst einmal kaiser­liche Truppen in der Stadt lägen, bann seien die Tage an den Fingern herzuzählen, bis des Kaisers Sohn als Erzbischof seinen Einzug in Magde­burg halte.

Damit hatte der schlaue Brandenburger allen Parteien den nötbigen Köder hingeworsen. Seine eigene Partei billigte lärmend, was er gethan, rnd forderte die sofortige Absetzung Gilbens und )ie Wahl eines neuen regierenden Bürgermeisters. Von den klebrigen fürchteten die Einen den Ver­lust der städtischen Freiheiten, die Anderen die Wiedereinführung des Katholizismus. Bis ihnen lar war, daß es sich vorerst um kühne Be­hauptungen und daran geknüpfte, nicht gerade unbestreitbare Folgerungen handelte, war Gilden abgefetzt, und an feine Stelle der dem Administrator in jeder Weife ergebene Vorsteher der Fischer­gilde Maximilian Brauns zum regierenden Bürger­meister, und ein Kaufherr Kühlewein zum zweiten Bürgermeister ernannt.

Hoch zufrieden verließ der Administrator den Rath. Umer dem Portale traf er den Obrist- eutnant Schneidewind und den Pastor von St. Ulrich im Gespräche.

„Obrist Schneivewind," meinte der Administra­

tor mit verschmitztem Lächeln, ,»bemerkt es wohl, dieser Bruno Gilden ist durch Aufruhr gestiegen und durch Aufruhr gefallen; nehmt Euch das zum Exewpel und bleibt mir von nun an treu."

Der Obrist verbarg hinter einer tiefen Ver­beugung die Schamröthe, die in seine Wangen stieg.

„Kommt, Pastor, wir wollen nun das Weitere überlegen," fuhr der Admiliistrator, zu Spaignart gewendet, fort, indem er in die vor dem Portale haltende schwerfällige Kutsche stieg.

Der Prälat folgte, und berittene Fackelträger voran, bewegte sich die Kutsche langsam nach dem Domhofe.

Jetzt stand der Administrator an dem Ziele, das er zuerst erreichen mußte, bevor er an die Aufrichtung seiner weltlichen Gewalt zu denken vermochte. Nachdem noch Herr Ernst Markus, einer dem Statchalter durchaus ergebener Jurist und Doktor beider Rechte, zum Stadtsyndikus aufs Neue bestätigt worden war, lag die Stadt­verwaltung gänzlich in feinen Händen, und die Umwandlung hatte sich mit einer geradezu er» staunenswerthen Leichtigkeit vollzogen. Die Stadt- soldaten wurden aufs Neue vereidigt, und damit war die mehr als eigtnthümliche' Haltung des Kommandanten als gerechtfertigt erklärt. Als die Bürger Morgens ausivachien, hatten die meisten keine Ahnung von dem verhängnißvollen Wechsel, der sich in der Nacht vollzogen hatte. Die Ge­schäfte gingen ihren gewohnten Gang, und äußerlich merkte man kaum etwas Anderes von der Aenderung, als daß die städtischen Erlaffe nicht mehr die Unterschrift Bruno Gildens, sondern Maximilian Brauns trugen. Bruno Gilden aber befand sich in derselben Zelle, welche einst eine Nacht Locana

zetteln, sowie über die Mitgabe von Arbeit nach Hause an jugendliche Arbeiter und Arbei­terinnen, namentlich in der Konfektions- Branche, in der die Verhältnisse bekanntlich in vieler Hinsicht reformbedürftig sind. Ferner ist in die Novelle einbezogen der Entwurf über Be­stimmungen zum Schutze von Angestellten im Handelsgewerbe, namentlich von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern in offenen Läden. Endlich sollen in der Novelle auch einige neue ergänzende Bestimmungen enthalten sein über das Verfahren bei Errichtung genehmigungspflichtiger Anlagen und Erweiterung der Gegenstände, die vom Handelsbetrieb im Umherziehen ausqe- schloffen sind.

X Das Helte ZLankgeseß ist in der heu­tigen Sitzung des Bundesrathes nach den Vor­schlägen der zuständigen Ausschüsse angenommen worden und soll unverzüglich dem Reichstage zu­gehen.

* Grier, 19. Jan. An Stelle des ver­storbenen Abg. Sieben hat die Centrumspartei des Wahlkreises Bernkastel-Wittlich den Bankdirektor Hieronymus Jaeger in Trier als Landtagskandidaten, den Landtagsabgeordneten B i e s e n b a ch als Reichstagskandidaten aufgestellt.

ö Kriegslasten und Abrüstung.

Es gehört heutzutage schon ein gewisser Muth dazu, sich zum Verfechter der Abrüstungs- Vorschläge des Zaren zu machen, obwohl es ja nicht einmal Vorschläge zu eigentlicher Ab­rüstung, sondern nur Anregung en sind in dem Sinne, die Kriegsrüstungen, die so schwer au den Völkern aller Staaten lasten, nicht noch ent­setzlicher anwachsen zu lassen. Im Allgemeinen hat man aber gar nicht die richtige Vorstellung da­von, wie ungeheuer groß die Summen sind, die alljährlich dem gefräßigen Moloch des soge­nannten bewaffneten Friedens in die Arme ge­schleudert werden. Nehmen wir den Jahres­durchschnitt davon, was während der Jahrgänge von 1887 bis 1897 von den Großmächten für Kriegsflotte und Heer ausgegeben wurde, so erhalten wir für alle Großmächte zusammen einen durchschnittlichen Jahresauf- wand von von ungefähr 3650 Millionen Mark! Unter Großmächten sind dabei verstanden Vereinigte Staaten von Nordamerika, Frankreich, Rußland, Deutschland, Großbritannien, Oester­reich-Ungarn und Italien. Drei tausend sechs­hundert fünfzig Millionen Mark — die Ziffer spricht am besten und deutlichsten ganz für sich allein; und das ist der Aufwand eines ein­zigen Jahres!

ftbtr, Schwert und faiftd.

Eine Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg. Von Philipp Wasserburg (Laicus),

Deutsches Deich.

Berlin, 19. Januar.

* Die Präsidien öeider Käufer des Land­tages wurden gestern Abend 7 Uhr gleichzeitig von demKaiser und derKaiserin empfangen. Mit Rücksicht auf die Desilir - Cour dauerte der Empfang nur 1—2 Minuten. Der Kaiser be=' merkte zu Herrn v. Kröcher, daß einer feiner Vorfahren in der Sieges-Allee Aufstellung finden werde, und Freiherrn v. Heereman fragte der Kaiser nach dem Eindruck, den die neuen Figuren im Reichstage auf ihn gemacht haben. Mit Ober­bürgermeister Becker sprach der Kaiser über die Bonner Rheinbrücke. Mit dem Fürsten zu Wied wechselte der Kaiser einige Worte privater Natur. Politische Fragen wurden nicht berührt.

* Die Kentrumsfraktion des Reichstages richtete gestern an den Bis ch of P au l Wil Helm Keppler von Rottenburg anläßlich seiner Inthronisation eine Beglückwünschungs- depesche, worauf heute von dem hochwürdigsten Bischöfe von Rottenburg ein Danktelegramm an die Centrumsfraktion eintraf.

ft Vor einigen Wochen wurde in der Re- gierungspreffe angekündigt, das Staatsministerium werde selbst Gelegenheit nehmen, im preußischen Landtage sobald wie möglich Aufschlüsse über die Ausweisungen aus Nordschkeswig und über deren Gründe zu geben. Erst hieß es, Herr

man mit dem besten Willen nichts gegen ihn vor­zubringen vermag.

' Und dennoch war das Haupt der munizipalen Partei nicht so vergessen, wie es äußerlich den Anschein hatte. Kaum waren vierzehn Tage ins Land gegangen, als sich Gumbert von Schönfeld wiederum bei Locana anmeldete. Die Nachricht der Umwälzung war rasch nach außen gedrungen, und in dem benachbarten Halberftädtischen wußte man die Sache schon vier Tage jspäter. Pappen­heim sandte den Grafen aufs Neue nach Magde­burg, damit

werden müsse, das sei Locana ihm für feine Befreiung schuldig.

„Das ist nicht so," meinte Locana kopf­schüttelnd. „Meine Befreiung war eine kleine Einschränkung des großen Unrechts, das er gethan. Aber welches große Unrecht habe ich gethan, das ich sühnen müßte?"

Minister von Miquel werde dies thun; dann wurde dieser Nachricht widersprochen. Aber daß diese Aufschlüsse erfolgen sollten, wurde wieder­holt bestätigt. Nunmehr haben 33 Mitglieder der Freisinnigen Vereinigung und der Freisinnigen Volkspartei (Dr. Barth und Genossen) eine In­terpellation über diese Ausweisungs - Maß­regeln eingebracht. „Der Oberpräsident von Schleswig-Holstein — so heißt es in der Inter­pellation — hat nach einem öffentlichen Zuge­ständnisse in öfteren Fällen Ausweisungen dänischer Staatsangehöriger aus Nordschkeswig nicht um deswillen angeordnet, weil diese Personen sich lästig gemacht haben, sondern nur zu dem Zwecke, um einen Druck auf die dänisch gesinnten Dienstherrschaften auszuüben. Ist. . . die Staatsregierung geneigt, die von dem Ober­präsidenten angeordneten Maßregeln mit ihrer Verantwortung zu decken?" — Nunmehr hat die Staatsregierung Gelegenheit, sich über die Aus­weisungen auszusprechen; und nach den vorauf­gegangenen Aeußerungen in der Regierungspresse müßte man ja annehmen, daß der Regierun; diese Gelegenheit nur erwünscht sein kann.

0 Dem Bundesrathe liegt gegenwärtig, wie berichtet, die schon mehrfach angekündigte und ihrem Inhalte nach angebeutete Woveüke zur chewerve-Hrdnuug vor. Nach einer Bericht­erstatter-Meldung umschließt dieser Entwurf die Kontrolle für Gesindevermiether und Stellenver­mittler, welche Gewerbe, wie bekannt, einer be­stimmten polizeilichen Kontrolle unterworfen wer­den sollen. Sie sollen von einer befonbern Kon­zession abhängig gemacht werben. Alsbann sieht die Novelle neue Bestimmungen vor über die Einführung von Lohnbüchern und Arbeits-

!)eherbergte. Ader er wartete vergeblich, daß irgendwer zu seinem Schutze sich erhebe. Viel­mehr befand er sich in der trostlosen Sage eines Gefangenen, den man nicht freigibt, weil man ihn fürchtet, und nicht verurtheilen kann, weil

Angesichts dieser Riesensummen sollte wirklich Niemand mehr spotten über den russischen Vor­schlag; und Niemand sollte sich aus den Stand­punkt stellen, zu sagen, daß alles Ankämpfen da­gegen ja doch vergebens sei, daß man sich eben ruhig in das Schicksal fügen und ohne Wider­stand und Murren die endlose Militärschraube weiter drücken lassen müffe. Der russische Pro­gramm - Vorschlag für die geplante Abrüstungs- Konferenz ist nunmehr in seinen hauptsächlichen Grundzügen bekannt; und jeder ehrliche und über« zeugungslreue Kulturmensch muß zugeben, daß diese Programm-Vorschläge gewiß nicht unsinnig oder von unfruchtbarer Schwärmerei angekränkelt sind. Die Vorschläge sind gut und praktisch, und bei nur einigermaßen gutem Willen würden sich aus ihrer Grundlage ganz sicherlich irgendwie bestimmte Ergebnisse erzielen lassen. Um es kurz noch einmal zu sagen: Rußland schlägt vor) daß die Staaten auf dem gegenwärtigen Stande der Kriegs­rüstungen in Landheer und Flotte und der für Heeres- und Flottenzwecke aufgewandten Geld­mittel stehen bleiben, und außerdem, daß man sich bemüht, die Schrecken der Kriege abzumildern, namentlich durch Einschränkung in der Anwendung von Explosions-Geschossen. Von einer „Abrüstung" im eigentlichen Sinne des Wortes ist also gar nicht die Rede. Rußland schwebt zunächst nur das eine Ziel vor Augen, die Kriegs­lasten, die die Völker und Staaten bedrücken, nicht fortgesetzt und ins Unendliche wachsen zu lassen; und das ist doch sicherlich nicht der Stand­punkt eines Schwärmers, sondern im Gegentheil der einzig wahre und richtige volkswirthschafiliche Grundsatz. Wer diesem Grundsätze wider­spricht, macht sich volksfeindlicher Ge- finnung und barbarischer Neigungen schuldig; und wer sich grundsätzlich der andern