Einzelbild herunterladen
 

I». Zanuar, >c

>g rpilularS sld.

Erschein : Herren ide urse- rgelad n. and.

eutliche

LS. Ja- Uhr im

g: 98.

istandks. i - Ange­

rs § 17 , bitten orbnung Erschei-

and.

/» Uhi

heu

iwtein. hf.

nmer, 8.

che [129 iger,

2.

ag-w )e, age, ringe,

[2258 Istraße.

GÄ, e.

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

Hrrug,preis ohneBringcrlohn und Bestellgeld in Fulda und aus« »ärtSlM.SOPs.

Kuld »er M Z eitung

Inserate: Die et» spalt. Garmond­zeile oder betet Raum 15 Pf., Re- Namen die Peti» jette 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprech end- Rabntt gewährt.

verantwortlich: Für die Ztedattlo» Fos.»aa», fiir Inserate 3. Parzelle» in Fulda.

mit Ztnterhaltungs-Meikage „Mustrirte Sonntags-Zeitung"

Druck und Verlag der Fuldaer Äciiendrnckere!! petersgafle klr. 2 ltbarmouie).

26. Jahrgang.

IuLda, Donnerstag, den 12. Januar 1899

Jt2 9.

Deutsches Deich.

Berlin, 11. Januar.

0 Nach voraufgegangenen Meldungen sollte Bayern im Bundesrathe gegen den sächsischen Antrag in der kippescheu Irage gestimmt haben. Von München aus wird festgestellt, daß dies nicht richtig ist: die bayerischen Vertreter im Bundes­rathe haben dem sächsischen Anträge zugestimmt. Ablehnend dagegen sollen sie sich verhalten haben gegen einen Antrag, den vor mehreren Monaten Preußen im Bundesrathe eingebracht hatte und der den schaumburgischen Ansprüchen sehr weit entgegengekommen sein soll. Gleich­zeitig wird von München aus halbamtlich die anderweit aufgetauchte Meldung für völlig unbe­gründet erklärt, daß Bayern die Errichtung eines Gerichtshofes für die deutschen Fürsten als In­stanz für die Erledigung von Thronstreitigkeiten angeregt habe.

h Nun verwahrt sich auch der zweite Vize­präsident des Reichstages, Abg. Reinhart Schmidt, selbst gegen die falschen Ausstreu­ungen über den Kmpsaug des Ileichstags- Präsidiums veim Kaiser. Er veröffentlicht in den ,Elberf. Reuest. Nachr.' eine Erklärung, in der es heißt, daß „die gegebenen Schilde­rungen ebenso unrichtig und entstellt sind, wie die den Betheiligten, so auch ihm selbst in den Mund gelegten Aeußerungen." Abg. R. Schmidt gibt „seinem tiefsten Bedauern Ausdruck über das Erscheinen des Artikels".

* Aus dem Iürsieuttzum Fleuß ä. L., einem der vielgeschmähten Kleinstaaten, kommt die interessante Nachricht, daß, während schon im vorigen Jahre daselbst die Grund- und die Einkommensteuer je um einen Termin er­mäßigt worden sind, kürzlich der Rest der Staatsschulden des Landes ausgeloost worden ist. Reuß ä. L. ist somit der einzigc Staat im Deutschen Reiche, der vollständig schulden­frei dasteht. Im Jahre 1898 betrug nachdem Golha'schen Hofkalender die Staatsschuld von Reuß ä. L. 31,050 Mark.

0 Die Touga-Ausek« im australischen Archipel sollte Deutschland nach Londoner Mel­dungen nehmen wollen, oder doch wenigstens die größte und fruchtbarste Insel darunter, Vavau. Tatsächlich ist aber bisher noch nicht ernstlich die Rede davon gewesen. Veranlassung zu dem Gerüchte hat eine Inspektionsreise gegeben, die der deutsche Generalkonsul Dr. Rose von den Samoa-Jnseln aus dorthin unternommen Hal.

X I» der Presse erscheinen Meldungen über Verlauf und Ergebniß der Berathungen, welche am Dienstag Abend die Aeulrvms-Iraklio» des Reichstages über die Heeresvorlage abgehalten hat. Es braucht kaum noch darauf hingewiesen zu werden, daß alle diese Meldungen nur auf Vermuthungen und Gerüchten beruhen können, denen ein Anspruch auf Zuverlässigkeit nicht zukommt und um so weniger zukommen kann, als die endgiltige Stellungnahme des Centrums

Mer, Schwert uni) Ficket.

Eine Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg.

Von Philipp Wasserburg (Laicus).

20 ------ (Nachdruck verboten.)

„Ich kann Dir nicht helfen, Ernst," sagte der Bürgermeister draußen flüsternd, „getrauest Du Dich, den Weg nach Bremen zu finden?"

„Wenn Bremen nicht im Monde liegt, werde ich mich wohl dahin durchfragen können."

„Am Osterdeich, zur goldenen Trabukel, findest Du eine Schenke, wo mancherlei Schiffsvolk ver­kehrt. Du gehst zum Wirthe, Franz Timan heißt er, und zeigst ihm dieses abgerissene Stück Karte; das dient zu Deiner Beglaubigung. Er wird Dich dann zu einem andern Herrn führen und dem sagst Du . . . merke wohl auf, ich kann Dir nichts Schriftliches geben ... Du sagst, ihm, zwischen der Magdeburger Bürgerschaft und dem Markgrafen käme es wahrscheinlich zum Bruch. Du wirst dann hören, was er sagt, und thun, was er Dir aufträgt."

„Ich will mir's merken, Herr Björne! Also, es kommt zum Bruch zwischen Gilden und dem Brandenburger?!"

„Still, Bursche, still! Die Wände haben Ohren; daS darf man nur flüstern."

„Und deßhalb stehen wohl auch die Stadt­soldaten vom Brückenthor bis nach St. Ulrich?"

Der Schwede nickte.

„Wann reitest Du fort?"

„Sobald ich mein Pferd aus dem Stalle ge-

erft nach den Berathungen der Budget-Kommis­sion über die Heeresvorlage erfolgen kann. Daß auch innerhalb der Centrumspartei Wünsche nach einer „Abschwächung der Vorlage" vorhanden sind, wie die eine Meldung lautet, braucht gar nicht erst hervorgehoben zu werden. Denn solche Wünsche sind bei allen Parteien vorhanden, von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken — nur je nach der Parteistellung in verschiedener Abstufung und in verschiedener Lebhaftigkeit.

* Wie der .Reichsanzeiger' heute mittheilt, sind im Monat November v. I. auf deutschen Eisenbahnen einschließlich Bayerns zusammen 256 Melrievsttufälke zu verzeichnen, wobei zu­sammen 69 Personen getödtet und 132 Personen verletzt wurden.

x Die Ausielknug vo« Schulärzte« ist ein schon lange und vielfach gehegter Wunsch, der auch schon vielfach Erfüllung gefunden hat. Namentlich in solchen Gegenden und Städten ist der Wunsch berechtigt, wo die Gefahr besteht, daß schulpflichtige Kinder über die Gebühr in der schulfreien Zeit in Anspruch genommen werden, namentlich durch Ausnützung für gewerbliche Zwecke, z. B. auch in irgendwelcher Hausindustrie. Zu den Städten, wo eine solche in großem Um­fange ausgeübt wird, gehört Mühlhausen in Thüringen, und gerade dort hat die Stadt- verordneten-Versammlung in diesen Tagen die Anstellung von Schulärzten mit der Begründung abgelehnt, es sei „Sache der Eltern, Aber die Gesundheit ihrer Kinder zu wachen". Man weiß nicht recht: entspringt dieser bedauerliche Beschluß einer Nachlässigkeit, einer beklagenswertsten Un- kenntniß oder gar ausgesprochenem Uebelwollen? Möge nun das Eine oder das Andere zutreffen, so würde doch auf jeden Fall zu wünschen sein, daß die Stadt Mülhausen recht bald sich eines Bessern besänne. Die preußische Regierung hat den Gemeinden ausdrücklich die Anstellung von Schulärzten empfohlen. Unkenntniß sollte also in Mühlhausen nicht anzunehmen sein.

Parlamentarische Nachrichten.

D 25 Fahre gehörten mit dem 10. Januar dem Reichstage an die Centrumsabgg. Graf von Galen, von Grand-Ry und Horn. Noch ältere Centrumsveteranen des Reichstages sind die Abgg. Dr. Lingens und Freiherr vonHeereman. Beide gehören dem Reichstage seit 1871 an. Der elsässische Abg. Win ter er wurde ebenfalls 1874 zum ersten Male in den Reichstag gewählt, Graf von Ballestrem im Jahre 1872.

+ Neuerdings wird berichtet, daß es „sehr zweifelhaft" sei, ob dem preußische» Landtag gleichzeitig mit dem Etats-Voranschlage noch der eine ober andere der in Aussicht genommenen Gesetzentwürfe werde zugehen können. Der Ent­wurf für den Staatshaushalt sei dagegen fertig gestellt und werde durch den Finanzminister in einer besonders dafür anberaumten Sitzung dem Landtage unterbreitet werden. Wie bereits be­richtet, soll dies am 18. d. Mts. geschehen. Im Allgemeinen scheint also die Regierung mit ihren gesetzgeberischen Vorarbeiten sür die Parlamente in diesem Winter ein wenig im Hintertreffen ge­blieben zu fein.

zogen habe. Aber gebt mir etwas Geld. Ich bin so ziemlich auf dem Trocknen."

Der Schwede reichte ihm eine grünfeibene Börse, durch deren Maschen man einige Gold­stücke schimmern sah.

„Das muß Dir genügen," sagte er; „wenn Du mich hier nicht mehr findest, so kannst Du bei Berdolt Schules am goldenen Helm hören, wohin ich mich gewendet."

Damit waren die Beiden bis zum Portale des Rathhauses gekommen. Sie reichten sich noch einmal die Hand, darauf ging Björne langsam nach dem Domplatze, um Zeuge der Ereignisse zu fein, die sich dort abwickeln würden, der Jüngling verschwand in dem Gewirre von Gäß­chen, die hinter und neben dem Rathhause sich kreuzten.

Bruno Gilden empfing unterdessen in seinem Kabinet die Rathsherren Erk und Alemann. Er hatte die Beiden gebeten, ihn auf dem Gange, den er vorhatte, zu begleiten.

„Kennt Ihr die neueste Mähr, Ihr Herren? Der Schwedenkönig rüstet sich zu einem Einfalle in Deutschland."

„Se. Schwedische Majestät ist ein guter Protestant," meinte Alernan.

„Aber vor Allem ein Schwede und ein König," bemerkte Gilden. „Als Schwede wird ihm das Reich nur eine Beute sein können, und wie unsere bürgerlichen Rechte und Privilegien vor einer königlichen Hand bestehen . . . ."

„O, Herr Bruno Gilden!" rief Erk erschrocken. „Ihr malt den Teufel an die Wand. Wozu hätten wir den Administrator . . . ."

„Mein lieber Kollega Erk!" meinte Gilden;

Die Worte des Staatssekretärs lauten:

um.

4- In der ersten Sitzung der Audgel- kornmisfio» des Reichstages, die heute ab­gehalten wurde, hat Staatssekretär Tirpitz Ge­legenheit genommen, in amtlicher Form den Ge­rüchten entgegenzutreten, als gehe man mit der Ausarbeitung einer weitem Flottenvorlage

ohne eine gewisse Genugthuung bemerkte der Bürgermeister die Stadtsoldaten, welche in ein­zelnen Trupps die Grenze des stiftlichen Gebietes besitzt hielten. Quer über den Domplatz jur Linken des altehrwürdigen Gebäudes stand der Bischofshof, woselbst der Administrator feine Residenz aufgefdjlagen hatte. Dahin lenkten die Stadtweibel; und vor dem mächtigen Portal hielt die Karosse. Die Waibel schritten die Stufen hinan und kehrten alsbald mit einem in einen langen faltigen Talar gehüllten Mann zurück. Es war Dr. Gilbert de Spaignart, feit einigen Monden Pastor von St. Ulrich, einer der ent« schiesensten Parteigänger des Administrators, welcher dem Bürgermeister mittheilte, Se. Mark- gräflichen Gnaden würden jederzeit erfreut fein, den regierenden Bürgermeister und eine Abord­nung des Rathes zu empfangen.

Als Gilden und die beiden Rathsherrn das Gemach betraten, wo der Markgraf sie erwartete, ging dieser ihnen einige Schritte entgegen. Christian Wilhelm, der jetzt in der Mitte der vierziger Jahre stand, bot eine stattliche Er­scheinung, die vielmehr an den Kriegsmann, als an den Geistlichen erinnerte. Der schwere Un­fug, geistliche Aemter und Würden nur als ein­trägliche Lebensversorgung zu betrachten und die Frage des geistlichen Berufs, eines tugendhaften Lebenswandels und wissenschaftlicher Befähigung ganz außer Acht zu lassen, war schon zur Zeit der sogenannten Reformation tief beklagt worden, und hatte jetzt noch nicht aufgehöct. Christian Wilhelm war in seinem elften Jahre zum Erz­bischof von Magdeburg gewählt worden; und Leopold von Oesterreich, den sein kaiserlicher

für die Stelle eines Eisenbahn-Sekretärs geprüften Anwärter bitten um Vermehrung der normalen nicht technischen Eisenbahnsekretärstellen, so daß im Etat 60 Stellen mehr eingestellt werden. Der Vogelschutzverein zu Hannover bittet, das Fangen und Erlegen von Vögeln — mit den im Reichs- gesetz von 1888 bestimmten Ausnahmen überhaupt zu verbieten, jedenfalls aber zum Zwecke wirk­sameren Schutzes der nützlichen Vögel weiter­gehende Bestimmungen zu erlassen. Ferner liegen Petitionen vor um Verlängerung des Noten­privilegiums der Sächsischen Bank zu Dresden auf weitere 10 Jahre und um Anstellung oder Entschädigung der Beamten der Privatposten bei eintretender Erweiterung des Postregals.

X In die Reichs-Kommission fürAr- veiter Statistik sind heute vom Reichstage ge­wählt worden die Abgg. Hitze und Letocha vom Centium, Schmidt-Elberfeld (sreis.), Bauermeister (freikons.), Freiherr Heyl zu Herrnsheim (natl.) und Molkenbuhr (Soz) _______

Aus dem Reichstage.

8. Sitzung vom 11. Januar.

Fortsetzung der Berathung der Interpellation Wangenheim. , , t L _.

Der sozialdemokratische Abg. Stolle sucht den Ein­druck der gestrigen Debatte durch allerlei Winkelzuge abzuschwächen. Er hob mehrfach Thatsachen ganz be­sonders und in einer Tonart hervor, als ob sie von an­deren Rednern geleugnet worden wären, so beispiels­weise das theilweise Steigen der Preise für Schweme- fleisch und die bekannte, schon wiederholt in der Presse angeführte Vermehrung des Verbrauches von Pferde- und Hundefleisch. Als einziges Rettungsmittel betrachtet Herr Stolle die vollkommene Beseitigung der Grenz­sperren. m

Abg. Dißker (kons.) stellte seinem Vorredner zu­nächst das Zeugniß aus, daß er von der Landwrrtbschast nichts verstehe. Ebenso wies dieser Redner Herrn Stolle nach, daß das Steigen der Preise für Schweine­fleisch von niemand geleugnet wird. Nur der Bauer als Erzeuger des Schweinefleisches hat keinen Nutzen davon. Von einer Fleischnoth zu sprechen sei aber wahrer Hohn. Vor allen Dingen bezeichnet es Redner als Nothwendigkeit, daß der deutschen Landwirthschaft der erforderliche und ausreichende Schutz gewährt werde — dann werde auch die Landwirthschaft die Ernährung des Volkes ohne Hilfe des Auslandes durchführen können.

Staatsfekretär Graf ^»ssdowokq hielt es swc nothwendig, die Ausführungen des Herrn Stolle noch besonders zu widerlegen, während sein Nachfolger, der nationalliberale „„ o, „

Abg. Vaasche, seiner Befriedigung darüber Aus­druck gibt, daß nach den amtlichen Feststellungen von einer Fleischnoth nicht die Rede sein kann, und daß dre ganze Agitation als haltlos nachgewiesen sei, wonach der Arbeiter auf den Genuß von jungen Hunden angewi^en sei, um sich zu ernähren. Interessant ist ein statistischer Nachweis des Redners, wonach nur 4 bis 5 vom Hundert aller Schweine in den Händen des großen Grundbesitzes sich befinden; der Redner folgert daraus, daß auch dre andere Behauptung unwahr sei, daß namentlich der Großgrundbesitz ein Interesse am Steigen der Schweme- preise habe. Die Regierung —so schließt Herr Paasche — ist mit der Aufrechterhaltung der Grenzsperren ganz aus dem rechten Wege, als im Auslande die Seuchen nicht erloschen sind. Sollte sich berausstellen, daß in einzelnen Landestherlen, z. B. in Oberschlesien, die Menge des eingeführten Vieh nicht ausreiche, dann wird die natlo- nalltberale Partei nichts dagegen einzuwenden haben, wenn die Einfuhr dori erhöht wird. Aber zur allge­meinen Oeffnung der Grenzen liege kein Grund vor.

Nachdem Abg Moelrcke («und der Landwrrthe) seiner Befriedigung über den Verlauf der Debatte Aus­druck gegeben und der antisemitische Abg. Wiiuer-

„Jch erkläre ausdrücklich, daß bis jetzt an keiner Stelle die Absicht hervor get re ten ist, einen neuen Flvttenplan vorzulegen, sondern daß im Gegen theil an allen in Betracht kommenden Stellen die feste Absicht besteht, das Flotten­gesetz auszuführen und die für dasselbe vorge- sehenenLirnitirungen (Abgrenzungen) innezuhalten." Die Erklärung des Staatssekretärs erfolgte auf eine Anregung des Abg. Dr. Lieber hin und betonte im übrigen, daß die Marineverwaltung die feste Absicht habe, die von der im Vorjahre angenommenen Flottenvorlage gesteckten Grenzen auf strengste innezuhalten. Abg. Dr. Lieber er­klärte sich von diesen Aufschlüssen befriedigt, und sodann trat die Kommission in die Be­rathung des Marine-Etats ein, der diesmal den Anfang der Arbeiten der Budget-Kommission bildet. Dieser Etat ist in seinen Forderungen unter der Grenze des Erlaubten geblieben, wo- auf der Abg. Dr. Lieber als Refernt für den Marine-Etat besonders hinwies. Nach längerer Debatte wurde der außerordentliche Etat in seinem ersten Theile bewilligt.

*Dem Reichstage ist wiederum eine größere Zahl von ^Miftone» zugegangen, von denen die folgenden ein allgemeines Interesse beanspruchen dürften. Der Verein deutscher Zeitungsverleger gibt dem dringenden Wunsche Ausdruck, daß die Wortgebühr für eine Zeitungsdepesche von 5 auf 211» Pfennig herabgesetzt werde, wobei eine Mindest­gebühr von 50 Pfg., wie sie jetzt besteht, festgesetzt werden könnte. Die Verleger der ,Münchener Neuesten Nachrichten' und der .Dresdener Neuesten Nachr.' bitten, bei Berechnung der Postprovifion im Zeitungstaris nur die Häufigkeit des Erscheinens (Erscheinungsziffer) und eine Grundtaxe, oder an Stelle letzterer eine prozentuale Abgabe vom Ein­kaufspreise bet - Zeitungen zu Grunde zu legen und von einer Berechnung des Papiergewichts vollständig abzusehen. Ter deutsche Gastwirths- verband (25000 Mitglieder) befürwortet, daß die Zufuhr lebenden ausländischen Viehes nicht mehr, als wie es der anscheinend nur vorgeschützte sanitäre Zweck erfordert, erschwert wird, sowie daß die eingehenden ausländischen Fleischwaaren an der Grenze so untersucht werden, daß auch der minder bemittelte Mann fein Fleisch ohne Gefahr für die Gesundheit feiner Familie und mit Appetit essen kann. Der Verband deutscher Militär-An­wärter und Invaliden bittet, den Militär-An­wärtern die Militärdienstzeit bei Festsetzung des Besoldungsdienstalters so weit anzurechnen, daß dieselben das Höchstgehalt in gleichem Lebensalter erreichen, wie im Durchschnitt die Cwil-Auwärter. Der württembergische Kriegerbund (Präsident Prinz Hermann von Sachsen-Weimar) ersucht darum, daß womöglich schon int Jahre 1899 die im Gesetz von 1895 vorgesehene Beihilfe von jährlich 120 Mk. sämmtlichen erwerbsunfähigen und unter­stützungsbedürftigen Veteranen zu Theil werde. Die bei der Reichseisenbahnverwaltung angestellten, „Eins ist mir klar. In früheren Zeiten hatten wir zu unserem Schutz den Kaiser . . ."

„Ihr wollt Ferdinandtsch werden?" fragte Altmann erschrocken, „bedenket das Heil Euerer Seele!"

Gilden zuckte die Achseln.

„Meint Ihr, das bedächten der Kaiser oder der Markgraf oder der Schwedenkönig? Meint Ihr, es drehe sich dieser ganze Krieg um das Heil der Seelen? Wer Herr auf Erden ist, das ist die Frage: ob die Fürsten ober der Kaiser.. Und verlaßst Euch darauf, ich Hätte dem Kaiser nie abgestanden, wenn er nicht fortwährend seine Hausmacht vergrößern wollte auf unsere Kosten. Jetzt bieten uns die Fürsten noch Schutz gegen den Kaiser; wenn der König von Schweden kommt . . wer schützt uns gegen ihn?"

„So ganz schlimm wird's doch wohl auch nicht werden," meinte Erk.

„Das ist ein gar leichter Trost," erwiderte Gilden. „Gehen wir einstweilen zum Mark­grafen und gedenken wir, daß wir vor Allem den Schutz unserer Gerechtsame in eigene Hände nehmen müssen."

Es war inzwischen dunkel geworden, und als die Herren auf dem Markte erschienen, warteten ihrer neben den Waibeln in den Farben der Stadt zwei Laternenträger, welche der schwer­fälligen, von vier Pferden gezogenen Staatska- roffe nach eingebrochener Dunkelheit voranzu­schreiten pflegten. In der Karosse nahmen der Bürgermeister und die Räthe Platz, und ein Zug Stabtreiter gab derselben das Geleite.

So begab sich der schwerfällige Zug die breite Gaffe entlang bis auf den Domplatz. N cht