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15. Sonntagsdienst der Post.

Mehrere Firmen in Hanau und Fulda wünschen, daß die Postdienststunden an den Schaltern mit den Geschäftsstunden im Handels- aewerbe zusammenfallen möchten. Die Handels­kammer beschäftigte sich mit der wieder ange- reqten Angelegenheit vor 7 Jahren.

Beschluß: Im Jahresberichte zu erwähnen.

Aus dem Nachbargebiet.

O Ainfero, 9. Jan. Im abgelaufenen Rechnungsjahre gestattete sich der Verkehr auf der hiesigen Eisenbahnstation folgender­maßen- Die Zahl der auf Fahrkarten und Fahr­scheine einschl. auf Militärfahrscheine abgefertigte Personenzahl betrug 35,819; an Stückgut einschl. Eil- und Expreßgut kamen an 1603 Tonnen, es gingen ab 929 Tonnen, der Empfang an Wagen­ladungen im Güterverkehr betrug 21,919 Tonnen, der Versandt 11,325 Tonnen, beim Dienstgut be­lief sich der Empfang auf 624 und der Versandt auf 218 Tonnen; ferner kamen hier an 186 Stück Großvieh, während 250 Stück versandt wurden, Kleinvieh wurden 128 Stück empfangen und 764 Stück versandt. Die Einnahmen aus dem Per­sonen einschl. Gepäckverkehr beliefen sich auf 45,427 M., aus dem Güter- und Viehverkehr 127,491 Mk. Die Zahl der abgefertigten Fracht­briefe betrug beim Empfang 18,144 und beim Versandt 14,024.

f AL«fekd, 9. Jan. Es werden in diesem Jahre wieder genaue Untersuchungen sämmt- licher Schafe des Kreises auf Räude durch den Herrn KreiSthierarzt vorgenommen werden.

- Dermbach, 9. Jan. In unserer Stad sind in diesem Jahre die Märkte wie folgt festgesetzt: 28. Januar, 25. Februar, 21. März, 25. März, 29. April, 27. Mai, 13. Juni, 24. Juni, 29. Juli, 26. August, 12. September, 30. September, 28. Oktober, 25. November, 12. Dezember, 30. Dezember.

I Dacha, 9. Jan. Im laufenden Jahre werden an folgenden Tagen hier Märkte abgehalten: 16. Januar, 13. Februar, 6. März, 8. Mai, 12. Juni, 24. Juli, 28. August, 25. September, 21. Oktober, 6. November, 18. Dezember.

△ Raffet, 9. Jan. Der Herr Regierungspräsi­dent hat im Interesse der wirksamen Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche angeordnet, daß im ganzen Regierungsbezirk die Stallungen der Viehhändler durch die amtlichen Thier­ärzte alle 14 Tage einer Kontrolle unter­worfen werden müssen.

* Kassel, 9. Jan. Der Postoerkehr am hiesigen Orte hat zu Weihnachten 1898 wieder eine beträchtliche Steigerung erfahren. In der Zeit vom 12. bis 25. Dez. sind bei den hiesigen Postämtern 40,031 Packete aufgeliefert und 46,250 eingeliefert worden, insgesammt 86,281 Stück gegen 81,772 Stück im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei sämmtlichen 321 Postan­stalten des Oberpostdirektionsbezirks Kassel sind in der Weihnachtszeit (vom 19. bis 25. Dezember) 106,942 Packele eingegangen. Die wiederholt erlassenen Aufforderungen zur mög­lichst frühzeitigen Einlieferung der Packete haben erfreulicherweise Beachtung gefunden, wodurch die glatte Abwickelung des Weihnachts-Päckerei- verkehrs wesentlich gefördert worden ist.

(*) Großalmerode, 9. Jan. Gestern Abend gegen Uhr brach im hiesigen Rath Hause Feuer aus und im Augenblicke stand der Dach­stuhl des Rathhauses in Hellen Flammen. Die hiesigen Feuerwehren waren seht: schnell zur Stelle und es gelang ihnen, die mit dem Rath­hause zusammenhängenden Nachbargebäude zu erhalten. Das Rathhaus brannte jedoch über Nacht im Innern fast ganz aus und es stand von dem Gebäude heute Morgen noch das Fach­werk von einem Stock. Das hinter dem Rath­hause befindliche Saalgebäude ist ebenfalls ein Raub der Flammen geworden. Sämmtliches Aktenmaterial des Bürgermeister- und Standesamtes, sowie die Papiere und das Geld der städtischen Sparkasse wurden recht­zeitig gerettet und in Sicherheit gebracht, desgleichen das meiste Mobiliar des Rathskeller- wirthes. Dagegen find die auf dem Boden in der Räucherkammer aufbewahrten recht ansehn- lichen Wurst-, Fleisch- und Speckoorräthe ver­brannt. Wie das Feuer entstanden ist, ist noch nicht aufgetlärt.

* Schmalkalden, 9. Jan. Im Anschluß an den in Fulda ins Leben getretenen „Verein zur Hebung der Verkehrsverhältnisse der Stadt Fulda" soll auch hier eine gleiche Vereinigung für den Kreis Schmalkalden gegründet werden, die einestheils mit Fulda engste Fühlung bez. Erreichung der Bahnverbindung Werns­hausen- Hünfeld unterhalten soll, anderntheils die Verbesserung der im Argen liegenden Verkehrs- aerhaltnsise im Kreise selbst anzustreben bat.

Momberg, 9. Jan. Die am gestrigen Abende vom Männer-Gesangverein „Kon- kord l a dahier veranstaltete Weihnachtsfeier verlies m schönster Weise. Das tiefreligiöse Schau­spiel „Tim, der Negerknabe" wurde von den Mit­spielern vorzüglich zur Darstellung gebracht So blieb es denn auch nicht aus, daß die Grundidee des Stückes, die Chrislianisirung der Neger und ihre Befreiung von der Sklaverei, alle Anwesen­den mit Begeisterung ergriff. Möge dieselbe im Hinblick zur Beisteuerung und Unterstützung zu den auch in den kleinsten Orten entstehenden Afrika-Vereinen nie erkalten. Auch das humor­volle Lustspiel „Vielgestalt's Rache" verfehlte seinen Zweck n cht und sorgte für eine urgemüthliche Stimmung. Dre in den Zwischenpausen vorge­tragenen Gesanges-Einlagen wurden von den Zu­

hörern beifällig ausgenommen. Eine Wiederholung der Theater-Aufführungen ist der allgemeine Wunsch der Zuschauer. Der Reinertrag der zweiten Auf führung dürfte als Gabe zum Afrika-Verein ver­wandt werden.

* Karra», 9. Jan. Dem Lokomotivführer a. D. Weid er dahier wurde aus Anlaß seines Ueber- tritts in den Ruhestand nach mehr als 40jähriger Dienstzeit das Allgemeine Ehrenzeichen in Gold verliehen.

* IrauKfrrrt a. M., 9.Jan. Dem Post­schaffner Beruh. Schmidt, der den gegen ihn gerichteten Raubmordversuch des Goldarbeiters Frank aus Heilbronn vereitelte, ist vom Reichs­postamt, wie die,Volksstimme' meldet, eine Be­lohnung von 100 M. zu Theil geworden. — Das fünfjährige Kind eines Wormser Bierbrauerei­besitzers, das mit seiner Mutter hier zu Besuch weilt, verbrannte sich am Freitag beim Spiel mit Zündhölzern und ist gestern gestorben.

* Wiesbaden, 9. Jan. Emem Arbeiter Namens Theophil wurde in vergangener Nacht in der Nähe der Station Curve von einem Zuge der Kopf abgefahren. Der Verunglückte scheint fick, laut ,Rhein. Kurier', in der Dunkel­heit auf das Bahngeleise verirrt zu haben.

* Darmstadt, 9. Jan. Wegen militä­rischen Aufruhrs unter gleichzeitiger Aus­übung von Gewaltthätigkeiten gegen einen Vor­gesetzten find drei Reservisten vom Gericht der 25. (hessischen) Division mit Entfernung aus dem Heere und mit 6 Jahren, 51/» I ihren und 5 Jahren 1 Monat Zuchthaus bestraft worden. Die Vorgänge, auf Grund deren die Bestrafungen erfolgten, spielten sich bei der letzten Kontrollver­sammlung hier gegen einen Gendarmen und einen Lieutenant ab.

*** Nordhauser», 9. Jan. Ein trauriges Zeichen unserer Zeilen ist die geradezu ungkaub liche Thatsache, daß durch unsere Gerichtsbehör­den ein 14jähriger und em 12jähriger Schul­junge — wegen Sittlichkeitsvei brechens mit Gefängnißstrafen belegt werden mußten. Ob die Bengels im Gefängnisse wohl besser werden? Jeden Tag dreimal auf die Bank l gen und 25 wohlgezählte Streiche auf das Sitzfleisch — das wäre in solchen Fällen sicher eine bessere Kur.

Vermischtes.

* Die neuen AeHnpfermigpostaaweisun ge», die zur Beförderung von Beträgen in der Höhe bis zu 5 Mark seit dem 1. Januar d. I. ein« geführt sind, bilden schon jetzt einen recht erheb­lichen Prozentsatz der im Ganzen beförderten An­weisungen. Man kann sich daraus eine Vor­stellung bilden, wie viel Geld in kleineren Be- trägen bisher in Briefmarken versendet worden ist. Zu jeder dieser Markensendung gehörte ein Anschreiben, was Zeit kostete. Gleichzeitig er­gibt sich, daß so manche Neuerung, gegen deren Einführung sich die Post jahrelang sträubt, doch viel für sich hat.

(*) Likeln« Nachrichte«. Berlin. Der Kron­prinz soll den Kaiser an Körperlänge bereits über­ragen und 1,78 Meter messen, während der Kaiser 1,775 Meter groß ist. — Potsdam. Im Stadtschloß patrouilliren des Nachts Feuerwehrleute den Kor­ridor entlang. Einige von ihnen konnten in vergangener Nacht ihre Neugierde nicht bemeistern und betraten einige Zimmer, um sie zu besehen. Da hörten sie plötzlich Schritte und flüchteten in ein anderes Zimmer, das zum Unglück das Schlafzimmer der Kaiserin war, die durch das Geräusch erschreckt, sofort Lärm schlug. Der Kaiser und die Beamten eilten herbei, und die Ruhestörer wurden festgenommen. —Offenbach. Zum Besten der Barmherzigen Schwestern soll im Früh­jahre das große Festspiel „Dreizehnlinden" in neun lebenden Bildern mit Deklamation und Gesang zur Auf­führung gelangen — Leipzig. In Taucha brachen die Knaben Staub und Städter auf dem Eise ein. Der Knabe Große ertrank mit ihnen bei dem Ver­such, die Eingebrochenen zu retten. — Nürnberg. Eine Anzeige in einem hiesigen Blatte lautet: „Ich er­kläre hiermit, daß die am 19. Dezember 1898 ausge­schriebene Verlobung zwischen mir und Marie Hutter auf Unwahrheit beruht, indem es ganz ohne mein Wissen und Willen von dem Fräulein eingesetzt wurde. Paulus Sirobel." — Essen. Geheimrath Krupp hat der zur Hundertjahrfeier Kaiser Wilhelms I. mit einem Kapital von einer Million Mark begründeten Inva­lid e n-S l i f t u n g eine weitere Zuwendung von 500 000 Mark gemacht. — Siel. Geheimrath Krupp be­willigte 100 000 M. zum Bau des neuen Steter Stadt­theaters. — Uerdi n g en. In einer Sandgrube erfreute sich eine Anzahl Sinder des Spiels. Durch den Regen ausgeweicht, gaben die Sandmassen plötzlich nach und verschütteten beim Nachrutfchen zwei Sinder. Trotz sofortiger Hilfe konnte nur eines der Sinder lebend ans Tageslicht gebracht werden ; das andere war bereits erstickt. — Hohscheid. Zu Horn, nicht weit von seiner Wohnung entfernt, wurde ein Mann tobt auf­gefunden. Der Verstorbene, welcher den Feldzug 1870—71 mitgemacht, hat sich allem Anschein nach im Schnee­treiben verirrt, ist hingesunken und erfroren. — P o s e n. Der Zigeuner Poppe, der vor mehreren Monaten in einem Walde bei Gleiwitz (Oberschlesien) zwei zwanzig­jährige Mädchen ermordet und beraubt hat, wurde gestern in Birnbaum verhaftet — Bonn. Die Karnevalssaison scheint diesmal in unserer Stadt stiller zu verlaufen, wie sonst. Mehrere Gesellschaften, die in früheren Jahren tagten, sind nicht ins Leben ge­treten. Damit ist auch die Vorbedingung für das Zu- tandekommen eines Rosenmontagszuges geschwunden. — Düsseldorf. Die Kosten für den diesjährigen Sar­ne valszug (das feuchtfröhliche Weltall darstellend) ind auf 25 900 M. veranschlagt. Es handelt sich um ine geist- und nutzlose, dabei zum Theil wenig den An- tand wahrende Verherrlichung des Alkohols und des Suffs. Solchen wirklich groben Unfug sollte die Be­hörde verbieten. — Königsberg Die Strafkammer verurtheilte einen Schuhmachergesellen wegen wissent­lich f a l s ch e r Anschuldigung zu einem Jahre Gefängniß. Er hatte seinen Meister wegen Majestätsbeleidigung denunzirt, als der Meister ihn wegen eines Dieb- tahls anzeigte. — Oberhausen. Eine junge Dame hatte sich im Schnellzuge an die Thüre gelehnt, diese ging plötzlich auf und die Dame siel auf den Bahn­körper. Sie wurde von einem gerade einfahrenden Güter­zuge erfaßt und ihr der Kopf vom Rumpfe getrennt. — Leipzig. EineHebamme wartrotz einer kleinen offenen Wunde an der rechten Hand ihren Berufsgeschästen nach­gegangen. Eine Frau starb deshalb an heftigem Fieber. Die Hebamme wurde wegen fahrlässiger Tödtung an-

Kiterarische».

Natur und Glaube. Naturwissenschaftliche Monats­schrift zur Belehrung und Unterhaltung auf positiv­gläubiger Grundlage. Herausgegeben von I. E. Weiß, königl. Lyzealprvfessor in Freifing. München. Verlag von Rudolph Abt. Preis jährlich 3 Mark. Inhalt des 2. Heftes: Die ethische und soziale Stellung des Menschen im Lichte der materialistisch-darwinistischen Weltanschauung. — Ter Weltuntergang nach Bibel und Naturwissenschaft. — Der Hausschatz des Wissens. — Kleine Mittheilungen. — Literaturberichte. — Neue Erscheinungen auf dem Büchermärkte. — Re­daktionsnotizen.

Marktberichte.

* Ltassek,8.Jan.(Vi eh Marktsbericht )Schlacht- v i eh. Es kosteten die 50 leg Schlachtgewicht von Ochsen I. Qualität 66- 68 Mark, II. Qualität 63-65 Mark, III.Qualität61-62Mk.; Bullen I. Qualität 58- 62 Mk, II. Qualität — Mk.; Kühen I. Qualität 59-61 Mark, II. Qualität 55—58 Mk, III Qualität 52—54 Mark; Schweinen I. Qualität 55—57 Mk., II. Qualität52—54 M., III. Qualität 50—51 Mk., Kälber das ‘[i Ira Fleischgewicht 60 65 Vfg, Hämmel 55-60 Pfg. — Auftrieb: 21 Ochsen, l Bulle, 32 Kühe, 5 Rinder, 315 Schweine, 75 Kälber, 71 Hämmel.

Ol Ira«kk«rk a W., 9. Jan. (Getreidemarkt- Bericht, mitgetheilt von Joseph Strauß, Agent, bei sich bei An- unb Verkäufen bestens empfiehlt.) Weizen ab unserer Umgegend 17.00—00.00 M., Tesgl. frei von hier 17.20-17.30 Mark, Weizen, Redwinter, per Jan.-Mai 18.00—18.50 Mk., Weizen (russ. pr. Jan.- Mai) 18.00—18.50 Mk., Roggen, inländischer, 15.50 bis 00.00 Mark, russ. 00.00 00 00 Mark, Braugerste (Pfälzer, Ried, Wetterauer und Franken) 17.00-18.50 MK, Futtergerste (ausländ.) 12.25—12.^0 M., Hafer (inländ ) 14.50—15.00 M., Mais (gesundes Mixed)00.00 Mk.,Mais (ges. Mixed) per Januar 11.75- 00.00 M., Weizenkleie 8.50- 8.75 Mk., Roggenkleie 9.50— 9.75 M., getr. Bier­treber 9.25—9.75 M., Malzkeime 8.50 - 9.25 M., Spelzen­spreu p. Ctr. 0.90—0.00 M., Milchbrod u. Brodmehl im Verband 47.50 - 59.50 Mk., Nordd. und Westfäl. Weizen­mehl Nr. 00 23.00—24.00 Mk., Roggenmehl Nr. 0/1 22.50-23.75 Mark. Haferhülsen per Gentner 1.30 Mk. Die Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco ausw. Stationen bei mindestens 10,000 Silo.

Für Weizen hielt die an Stagnation grenzende Geschäftslosigkeit an. Roggen blieb in seitherigem Tempo ruhig im Verkehr., Gerste behauptet für gute gesunde Qualität. Hafer bei normaler Frage unverändert. Futter­stoffe ohne Preisveränderung. Mehlmaikt trat weder ein Beleben des Verkehrs ein, noch sind wesentliche Soursveränderungen zu bezeichnen.

Ira«kf«rt, 9. Jan. Amtliche Notirung der Vieh­markt-Preise. Zum Verkauf standen. 362 Ochsen, 22 Bullen, 654Sühe und Färsen (Stiere und Rinder), 276 Säiber, 252 Schafe und Hämmel und 1249 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren 68—70 M., b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 62—64 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 56—59 M.,

geklagt und zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt. — Kiew. 375,000 Rubel gestohlen sind aus eisernem Geldschrank auf dem Rittergute Stadnica dem mehr- fcchen Millionär Ernst von Rogazinski während feiner Abwesenheit. — Giesen d. Oletzko. Aus Entsetzen er­regende Art büßten ein Knabe unb ein Mädchen, zwei und fünf Jahre alt, ihr Leben ein. Als die Mutter der Kinder die brennende Lampe mitPetrolenm neu füllte, schlug die Flamme in den Vorralhsdehälter, daß dieser explodirte und sich das brennende Petroleum über Mutter unb Kinder ergoß und, hauptsächlich die letzteren schreckliche Brandwunden erlitten. Die Kinder sind schon am nächsten Tage unter gräßlichen Qualen verstorben.

' Mever das Iektkeve« des Liaiserpaares unb seines Gefolges während der Palästinareise äußerte sich Frhr. v. Mirbach, der Oberhofmeister der Kaiserin, jüngst in einem Vortrage wie folgt: Das eine Lager war für die uns begleitenden Truppen, das andere, etwas über 200 Zelte umfassend, für uns bestimmt. Die runden, oben spitzen Zelle für die Offiziere einer Kompagnie — standen in (argen Reihen nebeneinander und hinterein­ander, dazwischen drei größere Salonzelte, eines für Raucher eines für Lektüre — unb bas größte für circa 50 Personen für die Mahlzeiten. In der vordersten Gasse standen die vier Zelte des Kaisers und der Kaiserin, die Zelte der Damen und einiger Herren. Jeder hatte ein eigenes Zelt. Die Einrichtung war vor­züglich. An jedem Zelt brannte eine Laterne, an der kaiserlichen zwei. Wie im Manöver, umschwirrten zur Nacht Kavalleriepatrouillen das Lager, rund herum standen instruirte Jnsanterieposten, an den Zelten des Kaisers wechselten sich auf Posten die Syrer mit unserer Leibgarde ab. Durch die stille Nacht dr,ng das Wiehern der arabischen Pferde und das Geschrei der Maulthiere. Um Ihnen von dem Umfange des Materials, welches wir zu unserem Nomadenleben gebrausten, nur für den Hof — ohne die türkischen Truppen —, unb von der Großartigkeit unserer Züge, die die Einöden durchzogen, einen Begriff zu geben, will ich nur einige Zahlen nennen: 230 Zelte, ca. 100 Wagen, 12 große Gepäck­wagen, an Wagenpferden, Reitpferden, Mauleseln ca. 1300 Slück. Dazu über 100 Kutscher, 600 Treiber, 6 Hauptköche, 6 Nebenköche, 60 Kellner unb bergt, (in Jerusalem noch 25 mehr); etwa 10 Herren zur Leitung und 13 Dragomane. Dazu denken Sie sich das türkische Gefolge und die türkischen Truppen mit ihrem Train und Troß. So nahmen wir mit den langen Zügen, die uns vorangingen ober folgten, mehr Raum ein, als eine mobile Division.

* Man muß sich zu helfen wissen. Im Hof der Hauptpost von Neapel gibt es zwei Telegraphenbureaux, eins für die Linie Neapel—Palermo, ein anderes für die Linie Neapel—Mailand. Jüngst machte der Be­amte des letzteren seinem Kollegen von gegenüber einen Besuch. Und als er wieder in seinem Bureaux war, bemerkte er, daß er feine Pfeife drüben gelassen hatte. Was thun? Er hatte gerade keinen Boten zur Hand, den er hinüber schicken konnte. Und selbst gehen? Noch schöner! Aber wozu hatte er einen Telegraphen? Er telegraphirte also nach Foggia und bat, ihn mit Bologna zu verbinden. Von Bologna erbat er Ver­bindung mit Mailand, von Mailand mit Genua, Pisa, Rom, Reggio in Calabria, Palermo und schließlich mit Neapel, d. h. mit dem ihm auf dem Hof des Postamts gegenüberliegenden Bureau. Jetzt depeschirte er seinem Kollegen: „Ich habe auf Eurem Tische meine Pfeife liegen gelassen. Thut mir den Gefallen und schickt sie mir herüber; ich habe gerade keinen Boten zur Hand." Nach fünf Minuten hatte er seine Pfeife. Es geht alles, sieht man, man muß sich nur zu helfen wissen.

* Nur eiu Wort. „. . . Herr Förster, die Dame, die hinter mir sitzt, ist meine frühere Braut. . . Denken Sie sich, wegen eines einzigen Wortes sind wir auseinander gekommen!" — „Ja, wie war denn das möglich?" — „Als ich sie gefragt hab', ob sie mich heirathen will, hat sie „nein* gesagt!"

<L gering genährte jeden Alter? 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Sch achtwertheS 56—57 M., d. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 51—53 DL, c. geling genährte 00—00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, auSgemäftete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 61—64 DL, b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 57—59 Dl /» c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 46 —48 Dl., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 36—38 Dl., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 32—36 Dl. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Bollm. Mast) und beste Saugkälber 72—75 Pf., b. mittlere Mast- unb gute Saugkälber 70—72 Pf., c. geringe Saugkälber 60 5iS 62 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —.—. Pf. Schafe: a. Mastlämmer unb jüngere Mast- hämmel 58-60 Pf., b. ältere Masthämmel 50—52 Pf., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzfchafe) 40—42 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen unb bereu Kreuzungen im Alter bis zu 1*/« Jahren 60—00 Pf., b. fleischige 59—00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 00—00 Pf., d. aus­ländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) —.—. Pf. Ferner wurde für ein Pfund Lebend­gewicht bezahlt: Kälber a. 43—45 Pfg. b. 42—43 Pfg. Schweine a. 46—47 Pf. — Aus Oesterreich standen 74 Ochsen zum Verkauf. Geschäft gut, Ueberftanb gering.

Würzvurg, 7. Januar. Au den 5 Markttagen waren zugeführt: 7 Bullen, 76 Ochsen, 200 Stiere, 189 Kühe, 207 Kälber, 3 Schafe, 375 Schweine. Preise per Pfund Fleischgewicht: Bullen 47—49 Pfg., Ochsen 63-65 Pfg., Stiere 58 bis 61 Pfg., Kühe 46-58 Pfg., Kälber 47-50 Pfg-, Schafe 44 bis 47 Pfg., Schweine 57—50 Pfg. Auf dem Jungschweinemarkte standen feil 57 Säufer und 500 Ferkel; erstere kosteten 45—70 Mark letztere 10—28 Mark das Paar.

Neueste Nachrichten und Telegramme.

Metz, 9. Jan. Der Metzer Ztg/ zufolge fand heute Morgen hier ein Pistol en duell mit tödtlichem Ausgange zwischen einem Offizier und dem Sohne des Großmüllers Tillement statt. Der Letztere ist gefallen.

Manche«, 10. Jan. Der frühere Staats­minister und Ministerpräsident im Jahre 1870 Graf Otto v. Bray-Steinburg, Mitglied der Kammer der Reichsräihe, ist gestern Abend nach mehrtägiger Krankheit im Alter von 91 Jahren gestorben.

Kraufenvurg, 9. Jan. Der reformirte Bischof Dominik Szasz ist gestern Mittag'gestorben.

Ae«»-NorK, 10. Jan. Ein Expreßzug der Lehig-Valley-Bahn stieß gestern bei Boundbrook (New-Jersey) mit einem Zuge zusammen. 30 P ersonen wurden g e t ö d t e t. Mehrere Verletzte sind in Folge des ausgestandenen Schreckens ge­storben.

Zlew UorK, 9. !Jan. Eine Depesche des ,New-Aorker Herald' aus Rom besagt, der ameri­kanische Erzbischof Keane sei zum Nuntius auf den Philippinen ernannt worden.

m. Wetter-KesKuchtuuKe«.

10. Januar.

«ewprrutur 6 Uhr Abend-- 1,8° Gels., 1,4° Rsamu

„ 7'/. „ Dlorg.: —2,6° -2,1- .

. 12 „ Mittags: 4,0° . 3,2' ,

Die hö ch ft e Temperatur des gestrigen TageS betrug 4,2° Celsius (3,4 RSaumur).

Die niedrigste Temveratur in »ergänzeuer Nacht betrug —3,5 ° EelfiuS (—2,80 RSaumur).

Witterung» - Urbrrstcht brr Deutschen Kerwarls mm 9. Januar, mitgetheilt dem Deutschen Reichsanzeieer.

Unter dec Wechselwirkung einer tiefen Depression westlich von Schottland und eines Hochdruckgebietes über Südost-Europa wehen über West-Europa schwache, vorwiegend südliche Winde, unter deren Einflüsse die Temperatur herabgegangeu ist. In Deutschland ist das Wetter andauernd mild, stellenweise heiter unb neblig; in den nördlichen Gebietstheilen ist allenthalben Regen gefallen. Eine erhebliche Wetteränderung ist demnächst noch nicht zu erwarten.

Barometerstand Mittags 12 Uhr

am 9./1. am 10./1.

Sehr trocken 770——

Beständig •—

Schön

Veränderlich 750_J|||

Regen (Wind) ---—

Viel Regen

Sturm 730——

72"______

710

.770

.760

7:0

30

710

Mutlmtaßlichr Witterung für den 11. Januar: Etwas trübe.

Der Erfolg der Annoncen hängt nicht mein von bet richtigen twahl ber Znsert o.iSor,ane, von der triffen- den Abfassung beS Anz- gertexteS, von der zweckmäßigen V rtSeilung d r Inserate mf die e nzelnen Zitungen ab, tg ist vorzugsweise auch die Ausstattung der Annoreen, d e der n Wnksarnk it toef ntl ch betiafl ßt. Infolgedessen 'ft bder G genstard auch in dem fo.ben ersch enruen großen Zeitnnqskatalog und JnsertiouS- talenber für 1899 dir Amor een - Expedition Rudolf Moffe mit beionberer An sührlichkeit b handelt. An einem reichen Material von Anzeigen entwürfen, bei deren dekorativer und illustrativer Ausstattung die Vor­züge d t modernen Kunstrichtung unb Z ichentechmk viel­fach oeito rthet sind, weide« die Mittel und Wege gezeigt, durch welche riae ethö te W.ikiamkeit der Anzeigen zu erzielen ist Außerdem enthält der Katalog ein vollstän­diges Berzeich-iß fämtrtlidje Zeitungen unb Fachblätter Deutschlands, O sterreichS und der Schweiz, sowie aller w cht gen Blätter des übrigen Auslandes. Er infermirt den Inserenten über b;e B rireitung, Erscheinungsweise, politisch ' Tendenz b-r einzelnen O garte und über Jnsir- t.onep >is. WuS die äußere Ausstattung des Z-itungS- kmaloges antaagt, so ist cte beifällig aufgenommeue Form einer . ultmappe mit ©dtreibfalenb er für alle Trge deS Jatnes, unter Verwendung eines neuen unb igenarfgen Einbandes, beibehalten. Seinen Zw-ck, den I serenttn nach j-der R chtnng hin zu berathen, gleichzeitig aber ein für d u täglichen Gebrauch bestimmtes Handbuch auf j dein Schr< ibt<<rb zu fein, erfüllt der Katalog der be» kannten Anno^cen-Expedition Rudolf Mosse in vollstem Maße.