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Erscheint täglich, »Ausnahme der Tons« und Feier­tage. Vierteljährl.

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KuwaerMZeitung

Inserate: Die et» spalt. Barmond­

zeile oder bette Raum 15 Pf, Re­klamen die Petit» zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

mit Zlnterhaktungs-Aieikage „Zssnstrirte Sonntags-Zeitung

M 6.

JuLöcl, Montag, den 9. Januar 1899.

26. Jahrgang.

Dixft und Verlag der Lnldaer Lcnendruckeaet pererrgaile Nr. 2 lLarmome).

verantwortlich: 35, dir Redaktion 3olS«»*, I«» Inserate I. Parzelle» tu Lnlda.

1897

1898

Schweineschinken:

(Nachdruck verboten.)

17

Schweinespeck:

Würste:

Büchsenfleisch:

Sehr richtig machtdie HamburgerHandels- ! am in er in ihrem letzten Jahresbericht darauf aufmerksam, daß angesichts dieser riesenhaft wachsenden Einfuhr ausländischen Fleisches eine ganz genaue Kontrolle darüber nothwendig wird, ob dieses Fleisch zum Genüsse si ch eignet oder nicht, oder nicht gar etwa unmittelbar der Gesundheit schaden kann.

größere Fleischmenge zur Verfügung steht als in den Vorjahren". Es könne „somit von einer Fleischnoth ebenso wenig die Rede sein wie in den früheren Jahren". Nach der Erklärung des deutschen Landwirthschaftsrathes sei „der tiefere Grund für die Behauptung einer Fleischnoth ... in den durch die veränderten Verhältniffe im Vieh- und Fleischhandel verursachten Schädigungen der Viehhändler und Fleischer zu suchen". Diese veränderten Verhältniffe bestehen nach der Er­klärung des Landwirthschaftsrathes in der ver­ringerten Einfuhr von lebendem Vieh und der ungemein stark vermehrten Ein­fuhr fertiger Fleischprodukte, die durch alle möglichen Geschäfte, nicht aber durch die Schlächter, an das verbrauchendePublikum gelangen. Dadurch werde der Schlächter gezwungen, zum Aus­gleiche für den geringer« Umsatz an frischem Fleisch möglichst hohe Preise fürdieses zu erzielen. In den Monaten Oktober und November war z. B. am Berliner Viehhofe der Preis für Schweine um 6 Mk. für den Doppel­zentner niedriger als in denselben Monaten des Vorjahres; und dennoch ist der Preis für frisches Schweinefleisch nicht billiger geworden. Wie außerordentlich stark die Einfuhr von Fleisch und Fleischerzeugnissen gestiegen ist, geht aus folgenden, amtlich beglaubigten Ziffern hervor. Es wurde während der ersten 11 Monate des Jahres 1898 und 1897 eingeführt:

wenn der Nationalliberalismus durch die That beweist, daß er den schäbig gewordenen Kultur­pauker-Waffenrock an den Nagel hängt, wird man weiter über die Sache reden können. Das gleiche gilt gegenüber den angeblichen versöhn­lichen Gedanken innerhalb der Regierung. Auch hier wollen wir erst einmal Thaten sehen, Worte flößen uns nach Allem, was wir in Baden erlebt, kein Vertrauen ein.

Aus den anderen Bundesstaaten ist wenig zu verzeichnen. In H esse n hat ein Ministerwechsel stattgesunden; Zeichen für einen gleichzeitigen Systemwechsel liegen aber einstweilen kaum vor — wenigstens nicht solche, die den Katholiken be­sondere Hoffnungen erwecken könnten. Sachsen hat das silberne Regierungsjubiläum und zugleich den 70. Geburtstag seines geliebten Königs Albert gefeiert. In den kleineren Staaten, sowie in den Reichslanden ist im Wesentlichen Alles beim Alten geblieben. Den Lippeschen Streitfall haben wir schon an anderer Stelle erwähnt.

In einem letzten Artikel haben wir nunmehr nur noch einen Blick auf das Ausland zu werfen, soweit nicht schon unser dritter Artikel die Welt­lage im Allgemeinen gestreift hat.

kann doch nicht so schwer fallen, das Landvolk über seine wahren Freunde aufzuklären angesichts der großen Erfolge, die gerade das Centrum im bayerischen Landtage für das Heil der Landwirth- schast errungen hat. Wir verweisen da nur au das BodenzinSgesetz.das eine allmähliche Beseitigt»« der Bodenzinse in absehbarer Zeit verbürgt und schon jetzt große Erleichterung bringt. Auch für den städtischen Mittelstand und für den Arbeiter­stand hat das Centrum tüchtig gearbeitet; so hat es unter anderem zu der von der Regierung kürz­lich in Aussicht gestellten Unterstützung von Hand- werkergenoffenschasten die Anregung gegeben, im Steuerausschuß eine kräftige Umsatzbesteuerung der verderblichen großkapitalistischen Waarenhäuser durchgesetzt und im Landtag den Eisenbahnarbeitern wesentliche Verbesserungen ihrer Lage verschafft. Das Centrum hat sich dadurch als wahre Volks­partei, der oas Wohl aller schaffenden Stände am Herzen liegt, erwiesen.

In Württemberg erlebt das Centrum jetzt heftige Anfeindungen seitens seiner demokratischen „Freunde", weil es diesen die Freude verdorben hat, ihren Wählern das Weihnachtsgeschenk einer Verfaffungsrevision mit nach Hause zu bringen. Gewiß, auch das Centrum will eine Verfaffungs- reoision in volksfreundlichem Sinne, aber die Verfaffungsrevision, wie sie die Herren Haußmann und Konsorten wollten, war für das katholische Volk direkt volksfeindlich, zerbrach die katho­lische Mehrheit der 1. Kammer, die bisher den Schutzwall der katholischen Minderheit gebildet hatte, ohne diesen dafür auf anderem Wege Schutz ihrer Rechte zu verbürgen. Der Antrag des Centrums zu diesem Zwecke, das Recht der Katholiken auf ihre konfessionelle Schule und auf ihre Orden in die neue Verfassung hineinzuschreiben, wurde in gerade schnöder Weise bei Seite geschoben, indem man deutlich zu erkennen gab, daß man gerade mit Hilfe der zukünftig protestantischen Mehrheit der 1. Kammer einen lustigen „Kultur­kampf" plane. Unter diesen Umständen war es das Centrum dem kathol. Volke schuldig, einer solchen Verfaffungsrevision seine Zustimmung zu versagen und sie dadurch, mangels der noth- wendigen 2/3 Mehrheit zu Fall zu bringen. Die Demokraten, die schon bei den Reichstagswahlen so chwere Niederlagen erlitten, schäumen darob vor Wuth, das kathol. Volk weiß aber dem Centrum Dank und macht die demokratischen Drohungen zu Schanden.

Auch in Baden war das Centrum, hier aber -auptsächlich seitens der Nationalliberalen, das Ziel leidenschaftlicher Angriffe, weil es diesen bet )en Reichstagswahlen die so heiß ersehnte und o nothwendige Hilfe mit Recht versagt hat. Sh-on aber zieht man hie und da gelindere Saiten auf. Die Einsicht, daß es mit der nationalliberalen Herrlichkeit rapide zu Ende geht, wenn nicht baldige Hilfe kommt, wirkt zu er­nüchternd und läßt nationalliberale Blätter in allem Ernst erwägen, wie man etwa dem Cen­trum entgegenkommen könne, um deffen Unter« tützung vornehmlich gegen die Sozialdemokratie zu gewinnen. Sogar der Oberkulturkämpfer und liberale Führer Fieser hat seinen Freunden zur Versöhnlichkeit gerathen. Im Centrum steht man diesen Werbungen natürlich kühl gegenüber, erst

Gerda hatte inzwischen rasch ein Tuch über­geworfen, war auf einer Hintertreppe in den Hof gelangt und hatte, wie bemerkt, das Haus ver­lassen. Sie richtete ihre Schritte zu dem ihr wohlbekannten Bürgermeister Bergmann, der auf der Breitengasse ganz in der Nähe ihres väter­lichen Hauses wohnte. Als sie dorthin kam, fand sie zwei Stadtsöldner vor der Eingangs- thüre, die ihr mit gekreuzten Hellebarden den Weg versperrten. Vergebens gab sie sich zu er­kennen. Ihr in Magdeburg so bekannter Name schien keinerlei Wirkung auf die Söldner zu äußern. Vergebens behauptete sie, in einer öffentlichen Angelegenheit dringend mit dem Bürgermeister sprechen zu müffen. Die Söldner blieben taub. Endlich belehrte sie ein Vorüber­gehender. Herr Bergmann habe eigentlich aufge­hört, Bürgermeister zu sein; er werde vielmehr, wie die Jungfer sehe, in seinem Hause unter Bewachung gehalten. Die Geschäfte der Bürger­meisterei seien einstweilen aus den Rathsherrn Bruno Gilden übertragen, und der befinde sich auf dem Rathhause.

Eilenden Schrittes begab sich Gerda dahin und wurde in die Arbeitsstube des Bürgermeisters gewiesen, an deffen Stelle Bruno Gilden vor dem mit Schriften hoch beladenen Schreibtische saß.

„Und warum höre ich nichts davon?" Wann wurde er eingeliefert? Und von wem?"

„Von einem Geharnischten des Markgrafen, welcher die sechs Stadtsoldaten befehligle."

„Das ist ja eizenthümlich, Stockmeister! Seit wann werden die Stadtsoldaten von den Ge­harnischten des Markgrafen befehligt?"

Der Stockmeistec schwieg betroffen.

„Schafft mir den Rathsherrn zur Stelle! Die Folgen auf Euer Haupt!"

Erschrocken eilte der Stockmeister weg.

„Ihr seid ein edler Mann, Herr Gilden! Ich möchte vor Euch niederste ken....**

„Das thäte nicht noth! Hier ist von keinem Edelmuth die Rede, sondern von den Gerecht­samen der Stadt. Ich hab's gefürchtet, als Erk heute morgen die Bürger aufforderte, dem Mark­grafen zu huldigen und als er selber voranging, ihm den Treueid zu leisten. Aber es gilt nichts, das kann nur in ruhigen Zeiten auf Rathsbe­schluß und unter Zustimmung von Kaiser und Reich geschehen. So lange ich athme wird Magdeburg mazdeburgisch bleiben, und weder bischöflich, noch brandenburgisch werden . . . Ah, Hauptmann, da seid Ihr!"

„Ihr habt befohlen, Bürgermeister!" sagte der Angeredete, der eben eintrat, kurz.

„Nehmt zwölf Mann von der Guardia, und geht mit ihnen in's Haus des Rathsherrn Locana. . Ihr werdet dort einen Geheimschreiber des Mark­grafen mit sechs Stadtsoldaten finden. Die sechs Mann nehmt Ihr sofort unter Euren Befehl. Dem Geheimschreiber fordert Ihr alle Papiere ab, die er etwa an sich brachte; Ihr bedeutet ihm, hümzugehen, und wenn er eine Klage gegen

Mr, Schwert nnit Fackel.

Eine Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg. Von Philipp Wasserburg (Laicus).

Deutsches Deich.

Berlin, 7. Januar.

* Der Kaiser erfreut sich wieder des besten Wohlbefindens und nimmt fortlaufend die regel­mäßigen Vorträge entgegen.

0 Die .Frankfurter Zeitung' hatte gemeldet, das Kaiserliche Aaar werde im März dieses Jahres von Italien aus einen Abstecher «ach Aegypten machen. Die Reise nach Italien ist, wie bekannt, in der That beabstchtigt. Aber von einer weiteren Reise rach Aegypten ist nach halb­amtlicher Mittheilung „an unterrichteten Berliner Stellen nichts bekannt".

+ In Lippe Detmold wird die Entschei­dung des BundeSrathes über die lippesche Regentschafts -und Thronfolgefrage un­zünftig ausgenommen. „Für unser Land — o läßt sich die .Lippesche Landeszeitung' ver­nehmen — ist die gefallene Entscheidung so ziemlich das schlimmste, welche überhaupt ge-

athmend. „Mein Vater, hat man mir gesagt, fitzt auf dem Thurm im Rathhause."

Ein heftiger Hammerschlag Gilden’s auf eine Glocke brachte einen schrillen Ton hervor. Ein Diener, in die Farben der Stadt gekleidet, trat ein.

„Der Stockmeister soll kommen."

Der Diener verbeugte sich und ging.

„Herr Jeddingen, unser Buchhalter, hat dem Geheimschreiber schon erklärt, der Vater stehe unter der Jurisdiktion des Rathes."

„Und er?" fragte Gilden mit flammenden Augen.

„Er hat sich weiter nicht darum gekümmert."

„Jungfer Gerda! Was Ihr mh? da sagt, ist überaus wichtig; ich nehme an, daß Alles so ist, genau so, wie Ihr mir sagt!"

„So wahr mir Gott in meiner letzten Stunde beistehen möge!" rief Gerda, ihre Hand zum Schwure erhebend. Gilden trat unter die Tyüre und sprach auf den Gang hinaus.

„Ist kein Hauptmann der Stadtsoldaten da?"

„Unten irn Wachtzimmer ist einer, Herr Bürger­meister."

„Er soll heraufkommen. — Wißt Ihr, Jungfer Gerda, wie viele Stadtsoldaten bei dem Schreiber waren?"

„Ich sah sechs."

„UndIhr wißt genau, daß es Stadtsoldaten waren?"

„Ich werde doch die Tracht unserer eigenen Soldaten kennen!"

Jndeffen trat der Stockmeister ein.

„Habt Ihr den Rathsherrn Locana in Ver­wahr?"

„Ja, Herr Bürgermeister!"

0 Der Mei r stag

öffnet am Dienstag seine Pforten wieder. Auf der Tagesordnung dieser ersten Sitzung nach den Weihnachtsferien steht, wie bekannt, neben einigen kleinen Rechnungs-Vorlagen der Regierung die Interpellation des Freiherrn v. Wangen­heim, des Vorsitzenden des Bundes der Land- wirthe, über die Fleischnoth, ober angebliche Fleischnotb, wenn man sich so ausdrücken will. Die Interpellation lautet in ihrer nachträglich sehr abgekürzten F issung: „Ist der Herr Reichs­kanzler bereif, Auskunft über die Ergebniffe der Enquäten (Erhebungen) zu ertheilen, die in ver­schiedenen Bundesstaaten über die angebliche Fleischnoth stattgefunden haben?" Ueber dasselbe Thema hat der Deutsche Landwirthschafts- rath eine ziemlich ausführliche Denkschrift vec- öffentlicht, in der er sich gegen die vielen Ueber« treibungen wendet, die in dieser Angelegenheit nach wie vor durch einen Theil der deutschen Presse verbreitet werden. Diese Denkschrift ver­zeichnet zunächst eine Erklärung, die der ständige Ausschuß des Deutschen Landwirthschaftsrathes am letzten 10. Dezember beschlossen hat. In dieser Erklärung wird zunächst festgestellt, daß >erPreis fürSchweineundfrisches Schweine- lei sch im Durchschnitte während des adge- aufeuen Jahres ein wenig höher gewesen ist als vorher; gleichzeitig aber wird von neuem auf die «kannte Thatsache bingeroiefen, daß auf der an­deren Seite Rindfleisch, Hammelfleisch und zu- jereiteteS Schweinefleisch den Verbrauchern ebenso nllig und zum Theil noch wohlfeiler zur Ver- igung stand als in den Jahren vorher. Der Deutsche Landwirthschaftsrath stellt sich auf den Standpunkt, daß „die deutsche Landwirthschaft nicht nur im Stande ist, den inländischen Bedarf allein, ohne ausländische Zufuhr, zu decken", andern daß „sie sogar so leistungsfähig ist, daß der deutschen Bevölkerung trotz ihrer starken Ver­mehrung von Jahr zu Jahr pro Kopf eine noch

2 Das Jahr 1898.

(Nachdruck verboten).

IV.

.^^8! uns noch, Einiges aus einzelnen deutschen Bundesstaaten in aller Kürze nachzutragen.

„Herr Gilden!" rief Gerda leidenschaftlich, mit gerungenen Händen zu seinen Füßen fallend, „laßt meinen Vater nicht entgelten, wenn ich Eueren Wünschen nicht entsprechen kann."

„Ich bitt’ Euch, Jungfer! steht auf! Was »st geschehen?" fragte der Rathsherr erschrocken.

„Es ist ja nicht meine Schuld, geschweige benn die feine, wenn ich kein Herz mehr zu ver­geben habe!"

Gilden ergriff Gerda bei den Armen, um sie aufzurichten.

--3ch verstehe, Jungfer Gerda," sagte er mit einem leisen Zittern der Stimme; „der Traum ist vorüber; aber davon später, wenn Gott will; sagt, was ist's mit Euerem Vater ? Wer will ihm entgelten laffen? Was hat man ihm gethan?"

„Seit er gestern in die Rathssitzung ging, ist er nicht mehr nach Hause gekommen."

, „Ja, es ging gestern wild zu," meinte Gilden mit wehmülhigem Lächeln. „Ich habe der Freunde mehrere verloren."

„Aber jetzt ist ein Geheimschreiber des Mark­grafen mit Stadtsölderu bei uns im Hause."

„Wie, Jungfer Gerda!" fragte Gilden er­staunt. Was will er?"

„Er sucht in des Vaters Papieren, um ihn auf Tod und Leben anzullagen."

„Was? Ein Geheimschreiber des Markgrafen will einen Rathsherrn von Magdeburg anklagen? Das ist nicht möglich. Man konnte sich nur einstweilen seiner Person bemächtigt haben; aber oiefe muß uns sofort ausgeliefert werden, und das weitere ist dann unsere Sache."

„Aber es ist doch so!" meinte Gerda auf«

In Preußen ist am 18. Mai der preußische Landtag geschloffen worden und am 27. Oktober vezw. 3. November haben die Neuwahlen stattgefunden. Auch mit diesen Wahlen darf das Centrum sehr zufrieden fein, denn sie haben ihm einen Zuwachs von fünf Mandaten und die Mitgliederzahl der CentrumSfraktion des Ab- geordnetenhaufes genau auf 100 gebracht und außerdem haben sie dem Bestreben der beiden konservativen Parteien, für sich allein eine Mehr­heit zu erlangen, einen vollen Mißerfolg bescheert; ja, diese Parteien haben sogar noch einige Man­date eingebüßt. Das war in Anbetracht des ^rblklaffenwahlsystems, für dessen plutokralischen, bie Reichen und Reichsten ganz unmäßig be­günstigenden Charakter wieder zahllose Beispiele beigebracht wurden, immerhin ein sehr erfreuliches, raum zu erhoffendes Ergebniß. Der Vorwurf konservativer Blätter, das Centrum habe, indem es die Konservativen nicht unterstützte, Verrath an der Sache der christlichen Schule und der Landwirthschaft geübt, ist ganz und gar hin­fällig, da es mit den Konservativen auch heute noch eine große Mehrheit für ein christliches Volksschulgesetz und für Schutz der Landwirth­schaft zu stellen vermag. Anderseits aber ist es auch werthvoll, mit anderen nichtkonservativen Parteien zusammen eine Mehrheit gegen reaktionäre, volksfeindliche Bestrebungen bilden zu können, wie solche seitens der Regierung und ihrer konserva­tiven Freunde im verflossenen Landtag mehrfach hervorgetreten sind; hoffentlich bleiben, wie da­mals gegenüber dem Vereinsgesetz, die National- liberalen auch in Zukunft gegenüber solchen reaktionären Verstößen fest und ebenso entschieden wirklich liberal wie das — Centrum!

In Bayern stehen Neuwahlen erst für das neue Jahr 1899 bevor; sie warfen aber natürlich schon im abgelaufenen Jahre vielfach ihre Schatten voraus. Es wird sich hier namentlich darum handeln, wie das Centrum in der Abwehr des Bauern­bundes sich bewähren wird. Bei den Reichstags­wahlen hat sich zwar eine Zunahme der bauern« händlerischen Stimmen gezeigt, jedoch im Wesent­lichen nur da, wo seitens des Centrums nichts geschehen war, und imGanzen haben selbst gegnerische Blätter, die dem Kamps des Bauernbundes gegen das Centrum mit Wohlgefallen zusahen, einen Mißerfolg oder zum Mindesten einen Stillstand desselben festgestellt. Inzwischen ist im Oktober 1897 die feierlich verkündete Einigkeit des Bauernbundes wieder kläglich in die Brüche gegangen, und selbst im Stammlande Wielands, des Güterschlächters und Bauernverführers, erhebt sich in seinem eigenen Lager kräftig die Rebellion gegen ihn. Die Aus­sichten des Bundes werden daher selbst von seinen liberalen Freunden sehr niedrig gewerthet. Wird unsererseits überall tüchtig gearbeitet, bann ist die Niederlage der Bündler sicher, wo freilich im bisherigen Schlendrian fortgewurstelt wird, können weitere Denkzettel nicht ausbleiben. Es 1

Frisches Rind- u. Kalbfl.: 38 236 Doppelz. 122 860 Doppelz.

Frisches Schweinefleisch: 89545 „ 134226 „

Einfach zubereit. Rindfl.: 18999 „ 20596 „

desgl. Schweinefleisch: 36977 „ 87 626 „

29881 „ 49561

149534 „ 260177

164 6 „ 40335 „

29829 „ 34377