Aus dem Nachbargebiet.
* Aus der Ahörr, 2. Jan. Neben den 3000 Webstühlen in den Rhönhütten und den Schnitzbänken für Holzschuhe, Küchenrequisiten, Ziermalen u. s. w. ist es jetzt noch die Laubsägekunst, welche ein wichtiger Erwerbszweig der Rhöner zu werden verspricht. Sie wird hauptsächlich verwendet zur Herstellung schwunghafter Umrisse und durchbrochener Machen für Malereien, Brandarbeiten, Schnitzereien, Mosaiken und Einlegearbeiten.
* Frankfurt. 2. Jan. Im hiesigen Schlachthofe steht der Diebstahl von Fleisch und geschlachtetem Vieh eben in großer Blüthe. Im Laufe letzter Woche wurden nun drei ganze Kälber gestohlen; ein Bursche trieb die Frechheit so weit, daß er das Kalb lebend aus dem Stalle stahl, sodann abschlachtete und fortschleppte. In einem Sacke verwahrt, stellte er die Last bei einem Wirthe bis zum Abend ab. Als er am Abend zur Abholung kam, nahm ihn die Polizei mit dem Kalbe in Empfang. Die Diebe der beiden anderen Kälber sind noch nicht ermittelt.
* Irankfurl a. W., 2. Jan. Der Sattler- meister Reineboth wurde heute in seiner Wohnung in der Staufenstraße erhängt aufgefunden. Seine beiden Söhne im Alter von 11 und 5 Jahren lagen todt im Bett Es steht zweifellos fest, daß Reineboth erst seine Kinder und dann sich getödtet hat. Mißliche Vermögensverhältnisse sollen das Motiv der That sein — In ver Neujahrsnacht hat die hiesige Polizei 190 Personen verhaftet.
* Kassel, 2. Jan. Der an der Spitze der Leitung des höheren Schulwesens unserer Provinz stehende Provinzial-Schul- und Geh. Reg.- Rath Dr. Lahmeyer feierte h-ute in voller Geistes- und Körperfrische sein SOjähriges Dienst- jubiläuM.
O A«s Höertzesse«, 2. Jan. Unser Ober- hesien, welches bekanntlich zur Zeit der Reichstagswahlen von Kandidaten-Neulingen gern zum Versuchsfeld ausersehen wird, scheint nun auch ein solches für Zeitungen zu werden. Nachdem der im Oktober vorigen Jahres vom Reichstagsabgeordneten Böckel herausgegebene .Reichsherold' mit Hilfe agrarischer Krücken viermal die Redaktionsstube verlassen hatte, dann aber für immer von der politischen Bühne verschwand, meldeten wir, daß in Kirchhain die dort selbst wöchentlichzweimalerscheinende .Kirchhainer Zeitung' vom 1. Jan. d. I. ab unter verändertem Titel: .Hessische Rundschau' täglich herausgegeben werden sollte Eine einzige Probenummer erschien in der zweiten Hülf e des Dezember. Wie wir nun aus sicherer Quelle erfahren, wird die ,Hesf. Ruudich.' überhaupt nicht erscheinen, sDiese Probenummer genannter Zeitung, welche gleich der Eintagsfliege einer Lebensdauer von einem Tage sich erfreuen durfte, gibt vielleicht einmal ein begehrenswerthes Objekt für Raritätenfammler auf journalistischem Gebiete. Eine brüte neue Zeitung in Oberhessen, wenigstens mit neuer Tendenz, ist die in Marburg erscheinende.HessischeLandeszeitung'. Der frühere Redakteur Bader beklagt in feinem Abschied an seine Leser, daß es ihm nicht gelungen sei, die Oberhessen politisch reif zu machen, d. h. für feine politischen Ansichten zu bekehren; ob es nun dem neuen Redakteur v. Gerlach gelingen wird, die Oberhessen für feinen Nationalsozialismus zu gewinnen, oder ob seine Zeitung über lang oder kurz das Schicksal der beiden obengenannten Kolleginnen theilen wird? Die Zeit wirds ja lehren!
O Ltirchyain, 2. Jan. Wie im verflossenen, so finden auch in diesem Jahre dahier wieder 16 Rindvieh- und Schweinemärkte statt. Da dieselben stets sehr gut besucht waren und auch für unsere oberhessische Landbevölkerung von wichtiger Bedeutung sind, so theilen wir die Termine für die diesjährigen Märkte in folgendem mit: 24. Januar, 7. und 21. Februar, 14 März, 11. und 25 April, 10. und 30. Ma', 20. Juni, 11. Juli, 8. und 22. August, 12. September, 10. und 31. Oktober und der 21. November.
Schröck, 2. Jan. In einer der letzten Nächte wurde der St. Elisabethbrunnen in der Nähe unseres Dorfes durch rohe Hände in ganz unerhörter Weise demolirt. Hoffentlich gelingt es, den Thäter, der sogar an solcher Stätte seine Schandthaten ausführen mußte, der gerechten Strafe zu überliefern. Der Mann hatte noch die Dreistigkeit, die Zeit seiner verderblichen Thätigkeit auf einem Steine niederzuschreiben.
<0) ZeKa, 2. Jan. Wie in früheren Jahren, so wurde auch in vorigem Jahre an den Weihnachts- Feiertagen durch Knaben und Jünglinge unserer Pfarrei ein T h e a t e r s p i e l ausgesührt, und zwar diesmal „Der egyptische Joseph und seine Brüder." In 6 Auszügen wurde die Geschichte des egypt. Joseph, welche so reich ist an Belehrung und Erbauung und die jeder als Kind gar oft mit Spannung und Rührung gelesen und gelernt, wirklich meisterhaft vorgeführt. Manche Partien mit ihren schönen Liedern wirkten so ergreifend, daß Viele zu Thränen gerührt wurden. Das Spiel ist bereits dreimal hier gegeben worden, an 700 Per- fönen aus der ganzen Umgegend wohnten demselben bei; am Feste der hl. drei Könige soll eine letzte Aufführung stattfinden. Solche Spiele haben mannigfachen Nutzen, wirken bildend, veredelnd und erbauend auf Spieler und Zuschauer und gewähren namentlich unseren guten Landleuten, die meistens das Jahr über viel Sorge und Plage und wenig Vergnügen haben, eine edle Weihnachtsfreude. Auch der finanzielle Erfolg, der ja durch
weg milden Zwecken zu gute kommt, ist nicht zu unterschätzen.
X Lauscha (Thür.), 2. Jan. Von hier? aus sind in den letzten Wochen über 50,000 Stück Fünsmark-Postpackete mit Christbaumschmuck versandt worden. Zeitweilig waren über 20 Postbeamte zur Expedirung dieser Massen hierher beordert.
* Mainz, 2. Jan. Die Bevölkerungsziffer der Stadt Mainz beträgt nach den polizeilichen Feststellungen rund 81,000 Seelen. — Im hiesigen Güterbahnhofe ist am Samstag der von Bingen einlaufende Güterzug 5054 unmittelbar nach dem Passiren der Verbindungsweiche entgleist. Die beiden Maschinen des Zuges, der Packwagen und 6 Güterwagen sprangen aus den Schienen, stürzten zum Theil um und gingen in Trümmer. Personen wurden nicht verletzt, obwohl der Packmeister aus dem Wagen geschendert wurde und der Zugführer unter die Trümmer zu liegen kam. Der Materialschaden ist sehr bedeutend. Es ist dies innerhalb 8 Tagen bereits der dritte Unfall an der gleichen Stelle. Die Ursache scheint an einem technischen Fehler der Schienen, ober der Weichenanlage zu liegen.
Vermischtes.
* Das Keize« mit Garmenöäumen ist gefährlich. Nabelbäume finb sehr harzhaltig. Dieses Harz enthält Kohlenwofferstoff, ber in Ver- binbung mit ber Luft starke Gase entwickelt, durch welche unter Umstäi den leicht ber Ofen gesprengt werben kann. Man kann sich von biefen Gasen selbst leicht überzeugen, wenn man einen Tannenzweig über brennenbes Licht hält. Dieses rohb bann sofort verlöschen. Man soll also stets nur kleinere Theile des Baumes auf einmal verbrennen, nicht größere.
♦ Wetzkar, 2. Ja«. Vor einigen Tagen wurde einem Einwohner in Albsweiler eine Kuh g epfanbei, dieselbe aber wieder freigegeben, nachdem entschieden war, daß die Milch von derselben zur Ernährung der Kinder des Beklagten benöthigt sei. Darüber war der Glauber natürlich nicht wenig erbost und sann auf Rache. Eines schönen Tages ging er zu dem Schuldner und sagte: „Weißt Du, es thut mit leid, daß ich Dir den Kummer mit der Kuh gemacht habe, ich schenke Dir dafür noch eine Geis." Obgleich der Schuldner über dieses Anerbieten sehr überrascht war, nahm er die Biege auf verschiedenes Zureden des Klägers doch an. Ein Nachbar, dem die Sache erzählt wurde, merkte den Schnuppen und ertheilte den Rath, die Ziege sofort zu schlachten, da sonst ganz sicher die Kuh gepfändet werden würde. Gesagt, gethan. Anderen Tages traf auch wirklich der Gerichtsvollzieher ein, um die Kuh zu pfänden, mußte aber unverrichteter Sache umkehren, da die Kuh wie immer allein im Stalle stand, dafür bestimmt, die nährende Milch für die lieben Kinder zu spenden. So ist der Gläubiger nicht nur um die Kuh, sondern jetzt auch noch um die Ziege gekommen.
• London, 2. Jan. Bei der Königin von England wjtd das Weihnachtsfest noch im altem englischen Stil in O-borne gefeiert. Schon Wochen vorher sind die Köche in Windsor mit Zubereitungen für das Mittagessen der Königin am 25. Dezember beschäftigt. Da nämlich die Küchenverhältnisse in Osborne den bei dieser Gelegenheit zu stellenden Anforderungen durchaus nicht entsprechen, werden alle Hauptgerichte in Windsor zubereitet. Der Plumpudding der Königin ist ein Triumph der Kochkunst. In einem ungeheuren Kessel werden die gewöhnlichen Zuthaten in altem Madeira oder Rum geschwenkt und alle Köche rühren abwechselnd die kolossale Masse - über 200 Puddings stellt man so in Windsor her, wobei besonders bevorzugte Persönlichkeiten gelegentlich als Zuschauer zugelassen werden. Je ein Pudding wird dann jedem Verwandten der Königin geschickt. Auch das Ragout erfordert viel Arbeit, es entsteht nach einem Rezept König Johanns I. Der Ochse, der das Roastbeef für die königliche Tafel liefert, wird besonders gemästet, seine enormen Keulen werden von den Köchen zwölf volle Stunden, von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr, über das Feuer gebracht. Dann wird das königliche Monogramm in geschnittenem Meerrettig darauf gesetzt und die Keule kalt eingetragen. Niemals fehlt auf der Tafel der Wildschweinskopf; der deutsche Kaiser und der König von Sachsen senden jedesmal ein derartiges Exemplar der Königin als Weihnachtsgeschenk. Die Festgaben für die Königin bestehen überhaupt fast ausnahmslos rn Delikatefsen. Der Kaiser von Rußland sendet nach alter Tradition einen königlichen Stör, der Großhe zog von Meklenburg-Schwerin eine große Gänseleberpastete, die Kronprinzessin von Griechenland feine Corinthen und Gewürze, die Kaiserin Friedrich deutsche Pfefferkuchen, die ihr Vater sehr liebte, und der Kaiser von Oesterreich ein Dutzend Flaschen Tokayei. Alle diese Sachen werden nach Windsor und von dort mit allem Anderen nach Jsle of Wight geschickt.
(*) Kleine Nachrichten. Neuwied. DerBau einer neuen katholischen Kirche hierselbst hat begonnen, und wird letztere nach ihrer Vollendung eine Zierde der Stadt werden. Zu dem vorhandenen Baukapital hat der hiesige „Cäeilien-Gesangverein" durch die Aufführung von zwei Oratorien und durch Veranstaltung von Konzerten und musikalischen Aufführungen ungefähr 10000 Mk. beigetragen. — Bremen. Der Norddeutsche Lloyd setzte die Fahrpreise für Zwischendeck nach New-Iork für Schnellpostdampfer auf 160 M., für Postdampser auf 140 M., nach Baltimore auf 140 M. und 130 M. und nach Galveston auf 140 M. fest. — Leinefelde. Die Rabenmutter, welche den vor Weihnachten am Richteberge vom Hunde des Försters zu Beinrode gefundenen kleinen Knaben ausgesetzt hat, ist bei Duderstadt verhaftet worden. — Aus dem Saarrevier. Mehrere auf dem Halberger Werk befestigten Arbeiter batten sich während einer Ruhepause über den sog. Gasofen zum Schlafen hingelegt. Als sie geweckt werden follten, waren alle bewußtlos. Mit Mühe gelang es, sie wieder zu beleben, bis auf einen der den Erstickung s- t o d gefunden hatte. Die übrigen liegen noch schw er erkrankt danieder. — Wien. Der 20jahrige Fleischer- gehilfe Schosteritz ermordete durch Mefferstiche in den Hals die Prostituirle Anna Spilka. Der Mörder wurde sofort fe ft genommen und jämmerlich durchgeprügelt. — Aschaffenburg. In einem benachbarten Walde hat sich der Rekrut Brodwolf des 2 Jägerbataillons ans Nürnberg aus unbekannten Gründen erschofsen. — Bourg. Der Mörder Bacher, der wegen mehrfacher Mordthal en zum Tode verurtheilt worden war, ist hier hingerichtet worden. Er befeuerte bis zu feinem Ende feine Unschuld und stellte sich wahnsinnig. — Stuttgart. In der Sylvesternacht geriete eine Schutzmannspatrouille mit Zuhältern ins Handgemenge. Hierbei wurde ein Polizist von einem 17jährigen Burschen durch einen Stich in die Lunge leb ensgef ähr lich und ein anderer Schutzmann nicht unbedeutend verletzt. — Godorf.
Beim Ausrichten einer Vogelstange auf dem neuen Schützenplatze fiel die Stange um und traf einen Knaben fo unglücklich an den Kopf, daß er bald verstarb. — C hemnitz. Eine Gasexplosion richtete in der Papierfabrik des Geh.Kommerzienraths Vogel zu Lunzenau große Zerstörung an. 2400 Fen st er f ch e ib en sind zertrümmert. — Budapest. Der Handlungsgehilfe Andries er mordete und beraubte feinen ehemaligen Brotherrn. Der Mörder wurde am Thatorte verhaftet. — Hamburg. Einem holsteinischen Bauern, der hier 30,000 Mk. erhoben hatte, wurde dieses Geld von der Schauspielerin Heidenreich im Verein mit dem Schauspieler Karl Mertens aus Charlottenburg gestohlen, nachdem die Schauspielerin ihn in ihre Wohnung gelockt und betrunken gemacht hatte. — Agram. Der Bauer Novakovic, welcher nach Agram gekommen war, um den Haupttreffer der Staatslotterie im Betrage von 100 000 Gulden zu beheben, erlitt vor Freude über sein Glück einen Wahnsinnsanfall und mußte der Landes-Irrenanstalt übergeben werden. — Singen- rain. Oekonom Gerlach wollte feine den jungen Stallhasen nachstellende Hauskatze verscheuchen und wurde hiebei von derselben in die rechte Hand gebissen. Die Anfangs gut aussehende Wunde verschlimmerte sich plötzlich und trat Blutvergiftung Hinz«, sodaß, um Gerlach zu retten, ihm der Arm amputirt werden mußte. — Szolnok (Ungarn). In der Meinung, einen Dieb vor sich zu haben, erschoß der Gemeinderichter Laßlo Nachts feinen eigenen Sohn.
(') Obschon der HSette-prophet Iakv sich im Jahre 1898 in einem fort unsterblich b lamirt bat, setzt er feine Prophczeihungen ungenirt fort. Für die Zeit vom 1. bis 6. Januar kündigt er ziemlich ergiebige Schneefälle an, die auch noch in den Tagen vom 7. bis zum 14.fortdauern. Der 12. Januar ist ein durch eine (bei unS|in Europa nicht sichtbare) Sonnenfinsterniß verstärkter kritischer Tag erster Ordnung. Vom 15. bis 21. Januar verschwinden die Schneef älle nahezu gänzlich und es wird trocken und wärmer. Neue, aber schwächere und nicht so ausgebreitete Schneefälle treten in der Zeit vom 22. bis 25. Januar ein und die Temperatur sinkt. Sehr kalt wird es nach Falbs Berechnungen vom 26. bis 31. Januar. Der 26. ist ein kritischer Termin dritter Ordnung und die Schneefälle dauern fort. — Falls nun unter den Lesern der ,Fuldaer Zeitung' noch Jemand fein sollte, der an Falb glaubt, mag er sich danach richten.
♦ Zleöer die Wirkung der kkeinkarivrige« Geschosse äußert sich Professor von Esmarch in einem offenen Sendschreiben im Januarhefte der .Deutschen Revüe'. Er spricht darin die Hoffnung aus, daß die Abrüstungskonferenz kleinkalibrige Bleigeschosse verbieten werde, die nicht ganz oder wenigstens an der Spitze mit einem Mantel ans hartem Metall verfehen sind. Die jetzt bei fast allen europäischen Nationen eingeführten kleinklalibrige Gewehre haben, so führt er ans, eine solche Durchschlagskraft, daß davon noch auf 3000 Meter Entfernung 3-4 hintereinander befindliche menschliche Körper glatt durchbohrt werden können. Anders, wenn der Metallmantel an der Spitze entfernt wird. Dann ist das Ergebniß eine urchtbare Sprengwirkung in den harten und ganz be- onders in den weichen Körpergeweben. Solche Ge- chosse sind die sog. Durn-Durn-Kugeln (nach der Staats- abrik Dum Dum bei Kalkutta), die bekanntlich die englischen Truppen in dem jüngsten Kriege in Tschitral gegen die indischen Gienzstämme angewandt haben. Professor Bruns in Tübingen hat zahlreiche Versuche an Leichen mit dem Bleispitzgeschoß gemacht. Die auf diese Weise hervorgerufenen Verletzungen übertrafen die schlimmsten Erwartungen. Bruns kommt zu dem Schluffe, die Bleispitzgeschoffe sind auf nahe Entfernungen eine übermäßig grausame, auf weite Entfernungen aber weniger wirksame Geschosse als die Vollmantelgeschosse. Die Verwendung solcher Geschosse mag vielleicht entschuldbar sein im Kampfe gegen fanatische Bark»aren, welche, unbekannt mit den Regeln des Völkerrechts, keine Schonung üben und keine erwarten; es wäre aber aufs tiefste zu beklagen, wenn so groufame Zerstörungsmittel in europäischen Kriegen jemals zur Änwendnng kämen. Professor v. Esma-ch regt an, allen Soldaten Unterricht in der ersten Hilfe auf dem Schlachtfelde zu ertheilen und sie mit dem nothwendigsten, aber ausreichenden Verbandsmaterial auszurüst n.
* (Sin einkriigNcYes Heschiifi. Ein Blatt veröffentlicht die Nachricht, daß Guerilta, der berühmteste Slierfechter Spaniens, dieses Jahr die runde Summe von 400,000 Pesetas als Honorar bezogen hat. Seitdem er seine stierfechterische Laufbahn begann, also in 14 Jahren, hat er an 818 Korridas therlgenommen und 2142 Stiere erlegt. Ein Sohn armer Handwerker, ist er heute vielfacher Millionär.
Hiuunklsrlschrinungku im Januar 1899.
In der Mitte des Monats um 10 Uhr Abends (zu Anfang des Monats gegen 11 Uhr, zu Ende um 9 Uhr) stehen fast <m Zenith der Fuhrmann mit der Hellen Kapella, nördlich der kleine Bär und der Drache, no rdwestlich Perseus, Kassiopeia(W)unb Andromeda, westlich die Plejaden, Widder und Walfisch, südwestlich der Stier mit den Hyaden, südlich Orion und der große Hund mit dem Sirius, südöstlich der kl. Hund mit dem Prokyon, östlich die Zwillinge,^ Krebs mit der Krippe und der gr. Löwe, nordöstlich der gr. Bär und die Jagdhunde. Die Milchstraße zieht sich von Südost nach Nordwest.
Unter den Plan et en leuchtet der röth'iche M ars im Krebs (.um 10 Uhr im Süd osten) vom Einbruch der Dunkelheit bis zum Morgen. Er wird in diesem Monat am hellsten. - Nach 1 Uhr N chts geht Jupiter in der Jungfrau auf; Verfinsterung eines Jupitermondes (mit nur 30facher Vergrößerung leicht zu beobachten) findet statt am 19. um 2 Uhr 26 M., am 22. um 2 Uhr 57 M., am 30. von 1 Uhr 54 M. bis 3 Uhr 43 M. — Am Morgenhimmelstehen Merkur (am 11. am weitesten westlich von der Sonne, der er um mehr als eine Stunde vorausgeht) und Saturn, der um 6 Uhr Morgens aufgeht, beide jedoch nicht besonders günstig für die Beobachtung, Venus hingegen strahlt (im Skorpion wie Saturn) des Morgens über 2 Stunden am Süd ost- Horizont, am hellsten am 5. ~ ~ _
Neum ond trifft am 11. kurz vor Mitternacht, Vollmond am 26. um 8 Uhr 34 M. Abends. — In der Nacht vom 2. zum 3. ziehen Sternschnuppen in größerer Zahl weithin über den Nordwesthimmel.
Die Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco ausw. Stationen bei mindestens 10,000 Kilo.
Weizen ruhig, weder Angebot noch Nachfrage von größerer Lebhaftigkeit. Roggen schwaches Geschäft, in Preistendenz trat keine Veränderung zu Tage. Gerste ziemlich fest, da das Angebot die vorhandene Konsum- frage überrag'. Für Hafer hat die platzgegriffene mäßige Befeftigung angehalten. Futterstoffe participirten an der Befestigung des gefammten Marktes mit ungefähr 15 Psg. Mehlmarkt blieb auch diesmal der Verkehr unbelebt.
Iraukkurt, 2. Jan. Amtliche Notirung der B,eh- markt-Preise. Zum Verkauf standen: 421 Ochsen, 28 Bullen, 691 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 194 Kälber, 320 Schafe und Hämmel und 1328 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: a. vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwerths bis zu 6 Jahren 67-69 M., b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 62—64 M., o. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 56—59 M., d. gering genährte jeden Alters 00—00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwerthes 56—57 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 51—53 M., c. gering genährte 00—00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 61-63 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 57—59 M , c. ältere auSgemäftete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 46—48 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 36-38 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 32-36 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) und beste Saugkälber 72—75 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 68-70 Pf., c. geringe Saugkälber 60 bis 62 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —.—. Pf. Schafe: a. Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel 56—58 Pf., b. ältere Masthärnrnel 45-50 Pf., c. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Märzschafe) 40—42 Pf. Schweme: a. vollfleischige der ferneren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 /« Jahren 60-00 Pf., b. fleischige 59-00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 00—00 Pf., d. ausländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) — —. Pf. Ferner wurde für ein Pfund Lebendgewicht bezahlt: Kälber a. 42 —45 Pfg. b. 40—42 Pfg. Schweine a. 46—47 Pf. — Aus Oesterreich standen »4 Ochsen zum Verkauf.
Würzburg, 31. Dezember. An den 5 Markttagen waren zugeführt: 5 Bullen, 16 Ochsen, 17 Stiere, 25 Kühe, 201 Kälber, 7 Schafe, 416 Schweme. Preise per Pfund Fleischgewicht: Bullen 46—49 Pfg., Ochsen 64—65 Pfg., Stiere 58 bis 61 Pfg., Kühe 46-59 Pfg., Kälber 47 49 Pfg., Schafe 42 bis 44 Pfg., Schweme 58—60 Pfg. Auf dem Jungschweinemarkte standen feil 90 Läufer und 600 Ferkel; erstere kosteten 45—70 Mark letztere 10-28 Mark das Paar.
Neueste Nachrichten imd Telegramme.
Mien, 2. Jan. Der ungarische Ministerpräsident Baron Ban sfr, wurde gestern vom Kaiser in Audienz empfangen und kehrte Abends nach Pest zurück.
Loudon, 2. Jan. Der Herzog von Nor- thumberland, früherer Vizepräsident des Handelsamtes und Geheim-Siegelbewahrer, ist heute gestorben. . ,,
* Lima, 2. Jan. In der Republik Bolt- via ist eine ernsttiche revolutionäre Bewegung au-gebrochen. Auch in Ekuador herrscht große Unruhe. Hingegen ist Peru vollkommen ruhig.
' Dremen, 2. Jan. Heute Nachmittag 3 Uhr brach in den in der Großen Allee 13/14 belegenen Backhäusern Feuer aus. Besonders betroffen wurde dadurch das Packhaus der Tabak firm a Jungk und Holler, deren Lager mit 1,060,000 Mk. bei verschiedenen Gesellschaften versicheit ist. Der Schaden wird auf io gQn, Her Werkmeister Hadeloff über
raschte Nachts zwei Personen beim Einbruch tn das Kontor einer Sauerstofffabrik in der Seüerstraße im Norden Berlins und wurde von diesen schwer verlebt Es ist nicht feststellbar, ob die auf die Thäter abgegebenen Schüsse getroffen haben, da dieselben entkommen sind. Kadeloff ist alsbald gestorben.
m. Mettrr-O-nbachtnNGS«.
3, Januar.
1,8" Rsaum
0.0° ,
Temperatur 6 Uhr Abends: 2,2° ®elf.
. 7»/» . Morg,: 0,0" „
12 „ Mittags: 2,5° „ 2,0 •
Diehöch ffe Temperatur des gestrigen Tages betrug 2,8 Celsius (2,2 RSaumur). m ,
Di, niedrigste Temperatur in vergsmxener Rächt betrug -1,4 ' Telfius ° Röaumur).
Wittenwgv- Urbrrstcht der Deutsche«
2. Januar, mit geteilt dem Deutschen Reichs ruzelge .
Eine tiefe Depression erstreckt sich von Schottland südostwärts nach der Helgoländer Bucht im Westen der Britischen Inseln stürmische nordwestliche, über der nördlichen Nordsee, in Wechselwirkung wsi dem Hochdruckgebiet übet Nordskandinamen, stürmische östliche Winde erzeugend. In Zentral-Eurbpa.ist das Baro- meter sehr stark gefallen, in Irland wieder S®' ftieaen Bei starken südöstlichen Winden ist das Wetter in Deutschland, wo seit gestern reichliche°NKrMäge niedergingen, mild und trübe. Kühles, kälteres Wetter demnächst wahrscheinlich.
Barometerstand Mittags 12 Uhr
am 2./1. am 3./1.
Sehr trocken Beständig
Schön Veränderlich
__770
-7r.fi
™__7 0
Marktberichte.
□ SranRfnrt a.W., 2. Jan. (Getreidemarkt Bericht, mitgetheilt von Joseph Strauß, Agent, der sich bei An- und Verkäufen bestens empfiehlt.) Weizen ab unferer Umgegend 17.00-00.00 M., Tesgl. frei von hier 17.20-17.30 Mark, Weizen, Redwinter, per Jan.-Mai 18.00—18.50 Mk., Weizen (tust. pr. Jan.- Mail 18.00—18.50 Mk., Roggen, inländischer, 15.50 bis 00.00 Mark, ruff. 00.00 - 00 00 Mark, Braugerste (Pfälzer, Ried, Wetterauer und Franken) 17.00 —18.50 Mk., Futiergerste (ausländ.) 12.25-12.50 M., Hafer (inländ ) 14.50—15.00 M., Mais (gesundes Mixed )60.00 Mk., Mais (aes Mixed) per Januar 12.0J-00.00 M., Weizenkleie 8 50 8.75 Mk., Roggenkleie 9.50-9.75 M., getr. Biertreber 9.25-9.75 M., Malzkeime 8.50-9.25 M., Spelzen- fpreu p Ctr. 0.90 -0.00 M., Milchbrod u. Brodmehl im Verband 48.00—51.00 Mk., Nordd. und Westfäl. Weizenmehl Nr. 00 23.00-24.00 Mk., Roggenmehl Nr. 00 22.75 -23.75 Mark. Haferhülsen per Centner 1.20 Mk.
Regen (Wind) ~\
Viel Regen
Sturm -0----g
Muthmaßlichr Witterung für den 4. Januar: Frost.
□ Wann a. Mou, 1. Januar. Die von dem Oberförster Wehmeyer hier angestellten meteorolo- aischeu Beobachtungen ergeben für das Ulstert h al tm Monat Dezember 1898 29 Tage mit bewölktem, 2 Tag e mit unbewölktem Himmel, 10 Tage mit Regen, 6 Tage mit Regen und Schnee, 1 Tag mit Regen und Graupel, 11 Tage mit Nebel, 41,2 mm Niederschläge.