Kurz vor Neujahr seine Zeitung zu bestellen, ist wenig empfehlens- werth, da gerade in dieser Zeit sich die Arbeit bei den Postanstalten häuft. Es empfiehlt sich deshalb für die Leser der,I«kdaer Zei1««g', welche ihr Blatt durch die Post beziehen, sofort ihre Bestellung für das 1. Vierteljahr 1899 bei dem Postamt oder dem Landbriefträger z« erneuern.
Wer die ,I«ldaer Zeitung' für die Monate Januar, Februar und März bei uns oder auf der Post bestellt, erhält dieselbe bis 1. Januar auf Wuusch gratis.
Die Zahl unserer Avouueute« ist in den letzten Monaten abermals sehr bedeutend gestiegen, und beträgt nunmehr
g: 3400. rg
Die ,I«ldaer Zeitung' ist in Folge dieser ihrer hohen, noch fortwährend steigenden Auflage zugleich las wirksamste Jufertions- orgau.
Mit dem neuen 26. Jahrgange der ,Fuldaer Zeitung' werden wir wiederum manche Aer- vesteruugeu im Jutzakte unserer Zeitung vornehmen, die gewiß den Beifall unserer Leser finden werden.
Mit der ersten Nummer im neuen Jahre erhalten die Abonnenten einen Wandkalender gratis.
Durch Wiedergabe der amtliche« Bekanntmachungen und KolzverKänfe sowie der vollständige« Liek«ngslike« der preutz. Atlasseukolterie kommt die Fuldaer einem allgemeinen Wunsche entgegen.
GFranzösischeLiebenswürdigkeiten.
Prenons le Rhin! Nehmen wir den Rhein! so ertönte es im Frühling des Jahres 1870 im französischen Parlament. Napoleon III. mußte den Krieg gegen Deutschland beginnen. Eine mächtige Strömung im französischen Lande trieb ihn dazu, und er selbst brauchte kaum noch dazu getrieben zu werden, denn er rechnete mit Sicherheit auf den Sieg und durch diesen auf neue und dauernde Befestigung seines Thronsessels, der schon bedenklich ins Schwanken gerathen war. Der Krieg von 1870 war also durchaus ein Angriffskrieg .Frankreichs gegen Deutschland, mag man dagegen sagen, was man will; und wäre es nach den französischen Wünschen gegangen, dann würde heute das ganze linke Rheinufer französisch sein. Deutschlands Einsatz bei dem blutigen Würfelspiel war das linke Rheinufer, so weit dasselbe zu Deutschland gehörte; Frankreich setzte Elsaß und Lothringen dagegen. Und da es der Verlierer wurde in diesem blutigen Spiele, mußte es mit dem Verluste seines Einsatzes zufrieden sein. Um so weniger hat es gerechten Grund zu Klagen, als das linke Rheinufer, das
Mtr, Schmit und fadttl.
Eine Erzählung aus der Geschichte der Stadt Magdeburg.
Von Philipp Wasserburg (Laicus).
7 ------ (Nachdruck verboten.)
Am vierten Tage seiner Reise ritt Gumbert in Halberstadt ein und lenkte sein Roß nach der Herberge „zum Falken", die man ihm auf seine Nachfrage empfohlen hatte. Er erfuhr, daß Graf Pappenheim in der That auf dem Rathhause Quartier genommen, daß er aber im Augenblick nicht hier weile und erst in einigen Tagen zurückkehren werde. Er gab also sein Empfehlungsschreiben einstweilen auf der Kanzlei ab und wartete geduldig der Dinge, die da kommen würden.
Er brauchte nicht lange zu warten. Drei Tage später beschied eine Ordonnanz den Junker auf den morgigen Tag, früh um neun Uhr zum Gräfin. @r erschien pünktlich und wurde auch sofort vorgelassen.
Gumbert hatte sich den damals schon hochberühmten General ganz anders vorgestellt; er halte ihn für älter gehalten. Jetzt sah er einen Mann, der kaum in der Mitte der dreißiger Jahre stehen konnte, hinter einem ungeheuren Schreibtische sich erheben. Sein dunkel funkelndes Auge richtete sich auf ihn, als ob es die Tiefen seiner Seele erforschen wollte. Kurz geschorenes Haar und ein starker Schnurrbart und Knebel nach spanischer Art verliehen dem Grafen einen scharfen Ausdruck, welcher durch die ungestümen Bewegungen keineswegs gemildert wurden. Seine Gestalt war
es uns abnehmen wollte, durch und durch urdeutsches Land ist und von jeher gewesen ist, während Elsaß und Lothringen, das es früher durch Eroberungszüge an sich geriffen, durch seine überwiegend deutsche Bevölkerung ohnehin naturgemäß zu Deutschland gehörte.
Frankreich also verlor den Krieg und mußte Elsaß und Lothringen an Deutschland abgeben. Aber freilich wurde dadurch aus der französischen Gegnerschaft gegen die Deutschen zunächst ein wilder, leidenschaftlicher Haß, so wild und leidenschaftlich, wie ihn das deutsche Volksgemüth gar nicht kennt und wie er nur möglich ist bei Franzosen, Spaniern und Italienern; und mehr als ein Vierteljahrhundert hindurch durfte es in Frankreich Niemand wagen, offen von Versöhnung mit Deutschland oder gar von Freundschaft für Deutschland zu reden. Die Zeitung wäre in Acht und Bann gethan wordep, die derlei unternommen, der Politiker gesteinigt, der solches sich unterfangen hätte. Nun auf einmal ist es anders geworden. Französische Politiker legen dar, welche Vortheile für Frankreich erwachsen könnten aus einem Bündnisse mit Deutschland, und französische Zeitungen bringen frank und frei solche Darlegungen, ohne fürchten zu müssen, daß das Volk sich zusammenrotte und Lynchjustiz ausübe an den Verrälhern, die es wagen, der heiligen Revanche untreu zu werden. Für das deutsche Denken und Fühlen ist diese Sinneswandlung nicht gar so ungeheuer; denn bei uns hat niemals ein Haß gegen Frankreich bestanden. Aber für Frankreich selbst sind diese Erscheinungen etwas ganz Außerordentliches. Wie sind sie zu erklären?
Nicht plötzlich erwachte Liebe für Deutschland ist die Grundlage, aus der sie emporsproffen. Es sind andere gekommen, die Deutschland in der oer von den Franzosen am wenigsten geliebten Nation abgelöst haben, nämlich die Engländer; und in noch anderen haben die Franzosen sich getäuscht, nämlich in den Russen. Die Engländer haben ihnen die Schmach von Faschoda angethan, und tue Ruffen haben den Franzosen kurz und bündig erklärt daß sie auf dem Boden des Frankfurter Friedens stehen und diesen niemals verlaffen, also die Franzosen niemals und auf keine Weise in der Wiedergewinnung von Elsaß und Lothringen unterstützen werden; und aus dieser starken Ernüchterung heraus hat sich bei manchen Franzosen der Gedanke entwickelt, daß es vielleicht besser wäre, zwischen den beiden liebeln England und Deutschland, das augenblicklich kleinere liebel Deutschland zu wählen und das größere Uebel England zu bekämpfen.
Diese Thatsache an sich ist sicherlich nicht dazu angethan, den französischen Stimmen, die sich neuerdings für einen Zusammenschluß zwischen Frankreich und Deutschland erheben, bei uns in Deutschland einen großen Eindruck zu verschaffen. Diejenige Zuneigung ist g e f ä h r l i ch, die aus verletzter Eitelkeit und aus gekränkter Liebe entspringt. Der kleinste Wind kann sie verwehen; und dann ist übel daran, wer auf solche Zuneigung Häuser baute — namentlich, wenn es die Zuneigung von Franzosen ist. Schon vor bald zweitausend Jahren hatte der alte
bei aller Derbheit eher schlank zu nennen, wenigstens war von Unbeholfenheit keine Spur. Die Kleidung bestand aus einem einfachen Koller von Hirschleder, welches am Halse von einer ungeheuren Spitzenkrause umsäumt war, rothen Pluderhosen und schwarzen Strümpfen, die Füße steckten in bequemen Hausschuhen.
Das Gemach, in welchem der Graf sich befand, war öde; die zwei hohen Bogenfenster, die ihm Licht gaben, waren ohne Vorhänge; der Tisch, an welchem der Graf auf dem einzigen vorhandenen Sessel gesessen, stand in der Milte des Zimmers. Er war mit Papieren und Schreibzeug bedeckt. Zur Linken des Grafen war eine große Karte ausgebreitet und auf dem Aufsatze des Schreibtisches stand ein silberner Becher mit heißem Würzwein, den der Graf indessen unbekümmert kalt werden ließ. Einige Schemel, das heißt Stühle ohne Rücklehnen, befanden sich an der dem Schreibtische zugekehrten Wand, und in der Ecke hinter dem Schreibtische stand noch ein großer Tisch, auf welchem in buntem Durcheinander Kleidungsstücke und Waffen des Generals zwischen Pergamentrollen und dergleichen lagen. Dort standen auch die großen Reiterstiefel, deren sich gewöhnlich der Graf zu bedienen pflegte. Auf dem Boden lagen Papierfetzen, verbogene Federkiele, Kordelreste und alle möglichen Abfälle. Hätte nicht ein im Kamin hell flackerndes Feuer eine behagliche Wärme verbreitet, so würde der Aufenthalt in dem ungastlichen Raume keineswegs angenehm gewesen sein.
„Ihr wollt in des Kaisers Heer eintreten," begann der berühmte Reiter-General mit mächtig dröhnender Stimme die Unterhaltung.
Cäsar herausgefunden, daß die Gallier neuerungssüchtig sind und daß ihr Sinn am beständigsten in einem Punkte ist, nämlich darin, daß er leidenschaftlich die Veränderung liebt. Und was damals Cäsar bei den alten Galliern herausgefunden hatte, das trifft heute noch haarscharf zu für ihre Nachkommen, die Franzosen. Gern und willig erkennen wir das an, was sie vor uns voraus haben; und jeder ehrliche Deutsche wird sich aufrichtig freuen, wenn feine Nachbaren im Westen die Streitaxt begraben wollen, die so lange ihr allerliebstes Spielzeug war. Aber deswegen bauen wir Deutschen noch lange keine politischen Häuser auf die Versicherungen von Freundschaft und Bündnißneigung, die jetzt von der Seine her zu uns herübertönen. Wollen doch selbst diejenigen Franzosen, die jetzt die Friedensschalmei blasen, noch nicht einmal zur Anerkennung des Frankfurter Friedens sich verstehen. Wer also bürgt uns denn dafür, daß nicht eines schönen Tages die Stimmung in Paris ebenso plötzlich wieder in das alte Gegenteil umschlägt und zum ersten Liebling des französischen Volkes ein neuer Boulanger wird, dessen einziger Wunsch es fein würde, das blutige Spiel um das linke Rheinufer und um Elsaß und Lothringen zu wiederholen ?
Niemand in Frankreich kann uns diese Bürgschaft leisten. Und deshalb bleiben wir „kühl bis ans Herz hinan". Der Franzose als Freund wird jedem Deutschen lieb und willkommen sein. Aber der Deutsche wird dabei nicht vergessen, dafür zu sorgen, daß er nicht überrumpelt werde, wenn aus dem Freunde un- versebens wieder einmal ein Feind werden sollte!
Deutsches Reich»
Berlin, 24. Dezember.
* Nachdem in allen deutschen Bundes staaten die einheitliche Hrganisaliou desKrieger- verei»sn>efe«s zum Abschluß gebracht ist, soll die Auflösung des jetzt bestehenden deutschen Krtegerbundes und die Zusammenfassung der einzelnen Landes-Krieger-Verbände in einem deutschen Kriegerverband erfolgen Das Bundesvermögen wird auf die einzelnen Bundesverbände übergehen. — Das Protektorat über die preußischen Kriegerve reine hat der Kaiser mittelst folgender heute im ,Staalsanzeiger' publizirten Kabinetsordre angenommen :
Aus Ihrem Berichte vom 2. November d. I. habe Ich mit Befriedigung ersehen, daß die preußischen Kriegervereine sich zu einem Landesverbände zusammengeschlossen haben, um in enger Gemeinschaft mit den übrigen Landesverbänden Deutschlands die Interessen ihrer einzelnen Glieder in kameradschaftlichem Geiste zu fördern. Nachdem Ich durch den beifolgenden Erlaß vom heutigen Tage die Satzungen genehmigt und die Wahlen des Ersten Vorsitzenden und seiner beiden Stellverlreter bestätigt habe, will Ich auch dem Mir kundgegebenen Wunsche der Kriegerverbände entsprechen und das Protektorat über den preußischen Landes- Kriegerverband hiermit in Gnaden annehmen. Ich thue es in dem Vertrauen, daß die Vereine in der Pflege unverbrüchlicher Treue gegen König und Vaterland stets ihre vornehmste Aufgabe erblicken werden, und wünsche, daß die Kriegervereine auf dieser Grundlage sich kräftig weiterentwickeln und ihrem Ziel, alle ehemaligen An-
„So ist's, Herr General," antwortete Gumbert ruhig, indem er dem Grafen offen in’s Gesicht blickte. Es war, als ob er aus den Zügen lesen wollte, mit wem er eS zu thun habe.
„Ihr hättet vor einigen Jabren kommen sollen, seid groß und stark — die Waffen ruhen, und tch sehe fernen, denn cs gelüsten könnte, sie nächstes Frühjahr wieder aufzunehmen."
„Ich denke, kaiserliche Majestät kann wohl immer einen festen Arm und ein treues Herz gebrauchen."
„Sehr wahr!" unterbrach ihn Pappenheim; „in Wien sind die Scharwenzler und Jntriguan- ten oben, dort bedarf's der treuen Herzen und einen festen Arm, der da drem schlüge, Gott's Tod! der wäre sehr an feiner Stelle."
„Ich tauge nicht für die Kanzleien," meinte Gumbert kurz.
„Ich auch nicht. — Habt Ihr schon gedient?"
„Nein."
„Woher wißt Ihr aber, daß Jkr für das Feldlager taugt?"
Gumbert zuckte die Achseln.
„Das sicht sich gar schön an, in Helm und Harnisch über die Stoppeln hinjagen, daß die Schollen fliegen, und unter Trompeten- und Paukenschall den Pallasch hoch erhoben, auf den Feind einftürmen! Aber ein Anderes ist, wie es aussieht, ein Anderes, wie es ist! Habt Ihr Euch das überlegt?"
„Ich hab mir überlegt, daß des Kaisers Sache die gerechte ist, daß er das Reich bewahren will vor dem Auseinanderfallen, oder vielmehr vor dem Auseinanderreißen, und da will ich ihm
FuldaerMZeitung
25. Jahrgang.
Irrlöa, Dienstag, den 27. Dezember 1898.
M 2u5
Druck und Verlag de» Fuldaer Aciicudruckcrei pelerrgage Nr. 2 (BarmouU).
Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl. tzejugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und au8» »ärtSlM.bvPf.
Anserute: Dieetw spalt. Garmondzelle oder deren Raum 1b Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
mit Ztnterhalümgs-Meitage „Issuflrirte Sonnlags-Zeiümg
gehörigen Meiner Armee und Marine unter ihrer Fahne zu sammeln, immer näher kommen mögen. Möge vor allem das Vorbild der alten Krieger, denen es vergönnt war, die ihrem obersten Kriegsherrn, weiland Seiner Majestät dem hochseligen Kaiser und Könige Wilhelm dem Großen, im Fahneneide gelobte Tapferkeit und Treue bis zum Tode auf dem Felde der Ehre zu bewähren, ihren längeren Kameraden allzeit ein Ansporn sein, ihnen in Bethätigung aller soldatischen Tugenden auch im bürgerlichen Leben nachzueifern und sich die patriotische Gesinnung von niemanden nehmen zu lassen.
Potsdam, den 21. Dezember 1898.
Wilhelm R.
Freiherr von der Recke. An den Minister des Innern.
* Zürn Wiedereintritt des Grafe« Zedlitz Grützschler in den Staatsdienst wird der ,Magdeb. Ztg/ aus Berlin geschrieben: „Man hat sich damals, als er den Rus in's Staatsministerium erhielt, nur darüber gewundert, daß ihm nicht lieber die Leitung der inneren Angelegenheiten, für die er alle Vorbedingungen mitzubringen schien, als das ihm ganz fremde Kultusministerium übertragen wurde. Vielleicht kehrt er jetzt auf dem Umwege über Kassel in das Ministerhaus unter den Linden zurück, indem Herr v. d. Recke schwerlich alt und grau werden wird."
© Kriminal-Kommissar a. D. v. Ga«fch unrühmlichen Angedenkens war im Disziplinarverfahren in erster Instanz zur Strafversetzung ver- urtheilt worden. Durch den Spruch des Staatsministeriums ist er nunmehr nach dem Berichte eines Berliner Blattes in Abänderung des erstenUrtheils in den Ruhestand versetzt worden mit elf Zwölfteln des ihm zustehenden Ruhegehaltes. Herr v. Tausch strebte danach, pensio- nirt zu werden. Er kann also mit dem endlichen Ausgange seines Prozeßes zufrieden sein.
* Am Samstag hat eine Besichtig««- des «e«e« Aögeordtteteuyanses durch die Minister ftattgefunben. Sämmtliche Minister mit Ausnahme des in Berlin abwesenden Reichskanzlers fanden sich Vormittag 11 Uhr im Abgeordnetenhause, Prinz Albrechtstraße, ein und besichtigten in eingehender Weise unter Führung des Baumeisters Schulz sämmtliche Räume des neugebauten Hauses. Die Anlage und die Ausführung fanden allgemeine Anerkennung. Besonders wurde lobend hervorgehoben, daß die Aufgänge, Treppen, Flure und Korridore, im Gegensatz zum Reichstagshause, durchweg Tageslicht haben und nicht wie dort zum Theil völlig dunkel erscheinen. Der Sitzungssaal, die Fraktionszimmer, die Bureauräume, Bibliothek und Lesezimmer — Alles wurde zweckentsprechend gefunden, geschmackvoll und ohne überflüssigen Luxus. Namentlich hob Herr Dr.' v. Miquel auch die zweckmäßige Anlage der Zimmer für die Presse hervor, für welche überhaupt vorzüglich gesorgt ist, ganz im Gegensatz zu den ungenügenden, knappen und unoentilirbaren Räumen im Reichstage.
* Eine „Beorgavisatio« der allgemeine« Merrvaltnug" in Preußen regt ein konservatives Blatt in Hannover in der Richtung an, daß sämmtlichen Landräthen ein Regierungs- assessor beigegeben werde, dessen Aufgabe cs sei, die Geschäfte der Schrelbstube zu leiten. Hierzu bemerkt die ,Nationall. Korr.': „Eine solche „Brigade" ist allerdings namentlich solchen Landräthen dringend nöthiq, die außerhalb ihres beistehen, so viel ich mit meiner schwachen Kraft vermag."
lieber des Grafen Gesicht zog ein Lächeln der Befriedigung.
„Das ist brav, Junker! So gefallt Ihr mir außer Dienst! Aber im Dienst! Kennt Ihr das Wort Subordination?"
„Wenn ich einmal die Blechhaube trage, so werde rch es schon kennen lernen," meinte Gumbert.
„Das nenn’ ich ehrlich gesprochen! Gewiß ein Anderer hätte gerühmt, daß er gehorchen könne, stumm wie ein Fisch! Ihr sagt, Ihr wollt es lernen. So lernt denn vor allem, daß auf J isubordination her Tod steht, begreift Ihr?"
Gumbert nickte stumm.
„Warum habt Ihr mich nicht vor einem halben Jahre ausgesucht, als Ihr mit dem Schreiben Eures Bruders von Schönfeld aus- zöget, um dies zu thun? Wo habt Ihr Euch in der Zwischenzeit aufgehalten?"
„In Magdeburg."
"Gotr's Tod!" tief Pappenheim auffahrend. „Warum habt Ihr nur das nicht gleich gesagt?"
„Weil ich bisher nur Excellenz Fragen zu beantworten hatte."
Der General blickte ihn überrascht an.
„Ihr habt Recht! Bei Gott! Ihr habt Recht. Also in Magdeburg ward Ihr? Nun, was sagen denn bte Magdeburger zu dem Gedanken Sr. kaiserlichen Majestät, das Erzbisthum wieder aufzurichten?"
„Ich habe mich nicht sonderlich darum gekümmert; aber was ich so zufällig hörte, klang nicht gerade erfreulich."