FuIdaerMZeitung
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M 287.
JuLöcr, Freitag, den 16. Dezember 1898
25. Jahrgang.
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▲ Die deutschen Katholiken und das Protektorat im Orient.
Herr Abg. Fritzen (Düffeldorf) hat bekanntlich in seiner Etatsrede der Freude der deutschen Katholiken über den vom deutschen Reiche den deutschen katholischen Interessen gewährten kräftigen Schutz Ausdruck gegeben. Nach einem aus Rom vorliegenden Telegramm soll er dafür in der römischen ,Voce della Veritä1 scharf angegriffen werden. Insbesondere wendet sich das Blatt dagegen, daß Fritzen das französische Protektorat nicht einen „Schutz", sondern eine „Verneinung" genannt habe. So hat nämlich die .Agentia Stefani' gemeldet. Die ,93oce' hofft, daß Fritzens Worte in Wahrheit ernster und' bedachter lauteten und nur von der,Agenzia Stefani' falsch ausgelegt wurden. Es sei nicht nöthig, im nationalen Interesse die religiöse und historische Wahrheit auf den Kopf zu stellen und sich zu so offenkundigen Uebertreibungen hinreißen zu lassen, um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen. Alle wüßten, daß das französische Protektorat im Orient ganz Europa lange Zeit hindurch angenehm und nützlich war, und daß viele katholische Nationen auch in Zukunft daraus Nutzen zu ziehen gedenken. Die ,Voce' schließt, Fritzen sei, wenn er jene Worte wirklich gebraucht habender katholischen Welt eine Genug- thuung schuldig, er sei dieselbe aber auch dem Centrum schuldig, dessen politisches Programm die,Voce'nicht diskutiren wolle, das sich indeffen niemals aus bloßem Parteigeist bis zu einer Kränkung der Wahrheit und internationalen Gerechtigkeit erniedrigen könne.
Nach dem amtlichen Stenogramm sagte der Abg. Fritzen wörtlich folgendes:
„Meine Herren, ich kann nicht umhin, an dieser Stelle auch zu erwähnen der Orientreise unseres Kaiserpaares. Auch diese Reise hat erkennen lassen, daß im Orient, namentlich auch in Palästina und Syrien, die Würde und das Ansehen des deutschen Reiches intakt fest begründet steht, und wenn diese Reise auch zunächst zu einem kirchlich evangelischen Zwecke gemacht worden ist, so hat die Schenkung der Dormitio beatae Mariae virginis an die deutschen Katholiken gezeigt, daß Seine Majestät auch die Interessen feiner deutschen katholischen Unterthanen zu würdigen wiffen (Bravo! in der Mitte), und ich glaube konstatiren zu können, daß dem Kaiser für diese hochherzige Gabe der tiefste und unauslöschlichste Dank der deuischen Katholiken bewahrt bleiben wird. (Lebh. Beifall in der Mitte.) Meine Herren! Auch im heiligen Lande werden sich die dort angestedelten und wohnhaften deutschen Katholiken fest um das Reichspanier schaaren (wiederholter, lebhafter Beifall); sie werden glauben, daß sie im deutschen Reiche und durch das deutsche Reich einen hinreichenden Schutz ihrer Jnteresien finden, und fle werden nicht verlangen, ihre Interessen den Agenten einer ausländischen, ebenso deutsch- wie kirchenfeindlichen Regierung anzuvertrauen. Meine Herren! Ich habe im vorigen Jahre mit Freuden hier schon darauf hingewiesen, daß die deutsche Reichspolitik die Interessen unserer katholischen Missionäre in Ostafien wirksam in die Hand genommen hat; mit derselben Freude kann ich jetzt konstatiren, daß sie auch gewillt und im Stande ist, die Interessen der deutschen Katholiken im heiligen Landenach wie vor kräftig zu unterstützen. (Bravo! in der Mitte.) Meine Herren! Ein mit den Verhältnissen durchaus vertrauter kirchlicher Würdenträger hat einmal gesagt: Das französische Protektorat im Orient ist nicht eine protectio, sondern eine persecatio. Wenn auch dieses Wortspiel in seiner Prägnanz etwas übertrieben sein mag, so lehnen doch die deutschen Katho-
Der AdmkMrsdir»- auf dem Schiffe.
Schon wochenlang saß der wohlhabende Kaufmann Ewald über seinen Geschäftsbüchern, und je länger er sich mit denselben befaßte, um so ernsterer und finsterer wurden die Gestchts- züge. Die Zeiten waren buchstäblich schlecht, ganz bedeutende Geschäfte stellten die Zahlung ein, und auch Herr Ewald blieb von Verlusten nicht verschont. Eines Abends schloß er seine Abrechnung. „Es hält nicht mehr lange so an," murmelte er vor sich hin. Man drang in ihn, er solle aussagen, was ihn bedrücke.
„Der Niedergang unseres Geschäftes," hob der Vater an. „Bis jetzt habe ich noch Hoffnung, noch habe ich zwei überseeisch angelegte Kapitalien einzuzrehen, eines in Newyork, ein kleineres in Pernambuko. Die werden mir doch hoffentlich bleiben, — vorausgesetzt, daß drüben die Sachen nicht eben so schlecht stehen wie hier zu Lande."
„Man sollte das doch nicht annehmen," nahm die Frau das Wort, „man hört ja von drüben nur immerhin die günstigsten Nachrichten."
„Auch das nicht immer," fiel seufzend Herr Ewald in die Rede. „Vor fünfundzwanzig Jahren aber, da muß dort etwas zu gewinnen gewesen sein. Habe einen Bruder drüben, den Emil — ist jetzt ein steinreicher Mann, — seinen letzten Briefen nach wenigstens zu urtheilen, freilich, das ist schon eine hübsche Reihe von Jahren her. Damals sollte ich mit hinüber und wollte nicht. Ich könnte es vielleicht beffer angelegt haben,...."
Doch weiter kam er nicht. „Gott hat es für uns so bestimmt und wird auch Alles zum Besten
ltken im Orient sowohl aus nationalen, wie aus kirchlichen Gründen dieses französische Protektorat ab und freuen sich und sind stolz darauf, ihre Interessen der Reichsgewalt anzuvertrauen, deren erhabenste Träger noch in diesen letzten Tagen sich so feierlich und unumwunden zu den ewigen Grundsätzen des Christenthums bekannt hat. (Bravo in der Mitte.)
Die ,Agenzia Stefani' hat demnach die Worte des Redners nicht richtig wiedergegeben. Er hat die Behauptung, das französische Protektorat sei nicht eine protectio, sondern eine pereecatio („Verneinung" sagt die ,Agenzia Stefani' dafür) sich nicht zu eigen gemacht, sondern selbst als „übertrieben" bezeichnet; die ,Voce della Veritä1 beschuldigt ihn also ohne Ursache der Uebertreibung. Bestehen bleibt freilich, daß er aus nationalen wie sachlichen Gründen dem deutschen Protektorate vor dem französischen den Vorzug gab und dem französischen Protektorat keine unbedingte Anerkennung zollt. Daß dies durchaus berechtigt ist, kann man in der katholischen Presse Frankreichs selbst bestätigt finden. Denn so ärgerlich diese über das deutsche Protektorat ist, sie wirst doch auch der eigenen Regierung vor, die katholischen Interessen im Oriente vielfachvernachlässigt zu haben, namentlich aus Connivenz gegen den russischen Freund und zu Gunsten der Schismatiker. Es ist also nicht die religiöse und historische Wahrheit auf den Kopf gestellt, wenn man behauptet, die Franzosen hätten sich des Protektorats vielfach unwürdig gemacht. Für das, was er wirklich gesagt hat, ist Abg. Fritzen niemand Genugthuung schuldig, denn es ist die Wahrheit.
Recht unglücklich ist die Unterstellung, ver Redner habe sich „im nationalen Jntereffe" zu offenkundigen Uebertreibungen hinreißen kaffen. Die deutschen Katholiken sind keine nationalen Chauvinisten, die ihre nationalen und religiösen Interessen mit einander verwechseln und erstere in blindem Eifer über die letzteren stellen. Will man Katholiken finden,die„im nationalen Jntereffe" die» kirchlichen Jntereffe» vernachlässigen und direkt schädigen, dann suche man vor allem in Frankreich. Man hat ja in letzter Zeit Beispiele genug, mit wie brutaler Rücksichtslosigkeit sie die Kirche und ihr Oberhaupt französischen Sonderinteressen dienstbar machen möchten, unbekümmert darum, ob die Gesammtkirche dadurch Schaden leidet oder nicht. Der Abg. Dr. Lieber nahm heute int Reichstage Veranlassung, die Rechte der deutschen Katholiken und des deutsches Reiches gegenüber unberechtigten nationalen Ansprüchen, wie sie in der ,Voce della VeritA1 hervortreten, mit aller Entschiedenheit zu wahren. Die deutschen Katholiken brauchen und werden sich in der That nichts bieten lassen, was die Katholiken anderer Länder sich nicht bieten lassen. Und daß ihr Katholizismus hinter dem Katholizismus der übrigen Nationen zum mindesten nicht zurücksteht, weiß die Welt und vor allem weiß man es auch in Rom, wo man es so oft rühmend anerkannt hat.
Deutsches Deich.
Berlin, 15. Dezember.
* Wie der,Magdeb. Ztg.' mitgetheilt wird, hatte Iürst KerVert Aismarck gestern nach Schluß der Reichslags-Sitzung eine längere Un- lenken," erwiderte die fromme Gattin. „Bis jetzt hat es uns noch recht gut gegangen, und auch in der gegenwärtigen Lage haben wir noch kein Recht, zu murren."
Die Unterhaltung wurde jetzt unterbrochen, denn Ferdinand, der älteste Sohn des Kaufmanns, trat in die Stube, ein stämmiger Jüngling, der erst vor Kurzem feine Militärzeit beendet hatte. Sein erregtes Aussehen verrielh, daß etwas vorgefallen war, auch ein eröffnetes Schreiben in seiner Hand ließ darauf schließen. „Nun, was gibt es?" fragte der Vater nicht ohne Besorgniß.
„Die Firma H. & Co. in D. ist aufgelöst. Bei unserem Forderungs-Antheil von 18,000 Mark erhalten wir immerhin einen Antheil von 10,000 Mark — das Uebrige dürfte als verloren anzusehen sein," war die erregte Antwort.
„Ich habe es seit Langem befürchtet!" — Mit einem schweren Seufzer rangen sich die Worte von den Lippen des Betroffenen. Dann aber begann er mit seinem Sohne zu überlegen, ob es nicht beffer sei, zwecks Einziehung der ausstehenden Forderungen mit den beiden überseeischen Firmen zu unterhandeln. Der Sohn theilte des Vaters Meinung, und man kam überein, daß Ferdinand sobald als möglich die Reise nach New-Uork antreten sollte. Der junge Mann war sofort einverstanden und noch nicht eine Woche später verließ er die Heimath. Nach kaum vierzehn Tagen, an einem Samstag Nachmittag, langte er drüben in der Weltstadt an.
Ein wahrer Christ soll Alles, was er unternimmt, mit Gott beginnen. Dieser Gedanke durchzuckte auch unseren jungen Freund Ferdinand, der nicht Gott und Glauben verleugnet hatte trotz
terredung mit dem Präsidenten Grafen Ballestrem. Man wird wohl kaum irren, wenn man annimmt, daß der Fürst dem Präsidenten für die Ehrung seines Vaters seinen Dank ausgesprochen hat.
* Der Kokoniaketat ist erst gestern im Reichstage ausgegeben worden. Der Etat für Ostafrika ist festgesetzt auf 8,495,500 Mk., für Kamerun auf 1,713,400 Mk., für Togo auf 804,100 Mk., für Südwestafrika auf 7,540,000 Mk. und für Neu-Guinea auf 732,000 Mk. Dem Etat sind 3 Denkschriften angefügt: 1. über die Besserstellung der Kolonialbeamten hinsichtlich ihrer Versorgung und derjenigen ihrer Hinterbliebenen; 2. über die Usam- bara-Eiseubahn und 3. über den Uebergang der Landeshoheit über das Schutzgebiet der Neu- Guinea-Kompagnie auf das Reich.
* In der ersten Beilage zur gestrigen Nummer des , Reichs- und Staatsanzeiger' wird eine Nachweisung der Annahme an Wechfelkempek- stener im Deutschen Reich für die Zeit vom 1. April 1898 bis zum Schluß des Monats November 1898 veröffentlicht. Darnach betrug die Einnahme im Reichspostgebiet im Monat November 804,583,60 Mark, hierzu Einnahme in den Vormonaten 5,611,134,70 Mark, zusammen 6,415,718,30 Mk.; 2. in Bayern im Monat November 76,531,90 Mk, hierzu in den Vormonaten 560,897,30 Mark, zusammen 637,429,20 Mk.; 3. in Württemberg im Monat November 26,883,80 Mk.; hierzu in den Vormonaten 188,551,10 Mk, zusammen 215,434,90 Mark. Ueberhaupt betrug die Einnahme im Monat November 907,999,30 Mk.; hierzu in den Vormonaten 6,360,583,10 Mk, zusammen 7,268,582,40 Mk.
* Wie verlautet, schweben Ermittelungen über die eventuelle Bedürftigkeit der Inhaber des Kiferve« Kreuzes, welche mit dem Wunsche zusammenhängen,einen Ehrensold an diejenigen zu gewähren, die es nöthig haben. Von dem Ausfall jener Ermittelungen hängt es ab, ob eine Vorlage an den Reichstag kommt oder nicht. Man schätzt die Zahl der Bedürftigen auf etwa 20 000, was bei efitem Ehrensold von 150 Mk. für Jeden einen Kostenaufwand von 3 Millionen Mark erfordern würde.
0 Der Fabrikant Heil in Wandsbeck hatte eine Verfügung des Landraths erhalten, wonach russische «ud österreichische Arbeiter in den Fabriken nicht beschäftigt werden sollen. Der Minister des Innern hat auf eine Beschwerde hin diese Verfügung wieder aufgehoben.
* Darmstadt, 15. Dez. In der Zweiten Kammer, welche heute zu einer kurzen Sitzung zusammengetreten ist, widmete der Präsident dem Fürsten Bismarck, deffen Tod einen schweren Verlust für das ganze deutsche Volk und Vaterland bedeute, einen warmen Nachruf.
Narkameutarische Nachrichten.
* Dem Reichstage ist bereits eine große Zahl von Netitioneu zugegangen, darunter die des Magistrats von Berlin um Erleichterung der Vieh- und Fletscheinfuhr. Beigefügt ist das vom
Dienstzeit und Schulbildung. Morgen war ja der erste Advents-Sonntag — und tdatsächlich war er am folgenden Tage andächtig im Hochamte zugegen. Am Sonntag war es ohnehin nicht gut möglich, jene Firma zur Erledigung einer geschäftlichen Angelegenheit aufzusuchen. Aber unser Freund konnte den Sehenswürdigkeiten der Weltstadt wenig Freude abgewinnen. Der Gedanke an die Verhältnisse daheim beschäftigten allzu sehr sein Gemüth. Am folgenden Tage finden wir ihn in dem genannten Geschäfte.
Eine abermalige Täuschung sollte ihn erwarten. Der Inhaber erklärte, die Kapitalsumme sei zwar gesichert und solle gezahlt werden, aber erst nach Ablauf von vier Monaten, wie es üblich sei. Damit mußte sich Ferdinand wohl ober Übel zufrieden geben, — aber es war immerhin die Gefahr eines neuen Verlustes ausgeschlossen. Jetzt galts, die Reise nach Pernambuko anzutreten. Ein Dampfschiff lag im Hafen, das dorthin bestimmt war und am bevorstehenden Donnerstag abfahren wollte; auf ihm miethete Ferdinand einen Platz. Er erfuhr von dem höflichen Kapitän, daß auch eine Gesellschaft von Ordenspriestern und Brüdern die Reise auf demselben Schiffe nach dem Süden antreten wolle.
Am Donnerstag begab sich unser Freund zum Hafen. Bei der stattlichen Anzahl der Landungsbrücken und der unübersehbaren Menge von Schiffen aller Art war es nicht schwer, sich zu verirren. Ferdinand war schon eine geraume Strecke einem Pater im Ordenskleide nachgegangen in der Hoffnung, dieser werde den rechten Weg schon wtffen. Allein dies bestätigte sich nicht, denn der Priester fragte am Hafen einen
30. November datirte, denselben Gegenstand betreffende Gesuch des Magistrats an den Reichs« kanzler. Von den sonstigen Petitionen heben wir noch folgende hervor: Der Vorsitzende des deutschen Fleischerverbandes bittet, damit nicht ohne Noch besonders der ärmeren Bevölkerung die Fleischnahrung entzogen oder doch erheblich ver- theuert wird, damit ferner auch dem weniger bemittelten Mann gesundheitlich einwandfreies Fleisch geboten wird, daß die Zufuhr lebenden ausländischen Viehes nicht mehr als wie es der anscheinend nur vorgeschützte sanitäre Zweck erfordert, erschwert wird, sowie daß die eingehenden ausländischen Fleischwaaren an der Grenze so untersucht werden, daß auch der minder bemittelte Mann sein Fleisch ohne Gefahr für die Gesundheit seiner Familie und mit Appetit essen kann. Diese Bitte unterstützen bis jetzt über 23000 Unterschriften, welche dem Bureau des Reichstags eingeliefert ffnd. — Eine Reihe von Kaufleuten aus dem Königreiche Sachsen wünschen durch den Reichstag ausgesprochen, daß die Umsatzsteuer nicht dem Geiste der Gewerbeordnung und des Genossenschafts- bezw. Aktiengesetzes entspricht. Zugleich möge der Reichstag den Reichskanzler ersuchen, die sächsische Regierung anzuweisen, die Umsatzsteuer nicht zuzulaffen und die bereits er- theilte Genehmigung zu Umsatzsteuerregulativen wieder aufzuheben. — Die Drogisten von Berlin ersuchen, die Rechtsverhältnisse der Drogisten durch Reichsgesetz zu regeln, die „mit den Reichsgesetzen in Widerspruch stehende" Polizeiverordnung vom 10. Mai 1897 außer Kraft zu setzen, und schließlich, daß der Verkauf derjenigen Drogen und Arzneimittel freigegeben wird, welche die Apotheker freihändig, ohne ärztliches Rezept, an Jedermann abgeben dürfen. — Der Verein deutscher Zahnkünstler bittet, die Vorschriften der Gewerbeordnung, so weit sie die freie Ausübung der Zahnheilkunde beziehen, prinzipiell aufrecht zu erhalten, sofern jedoch die Einführung des Kurierverbots beschlossen werden sollte, die Ausübung des Gewerbes als Zahnkünstler von einem Befähigungsnachweis abhängig zu machen. — Der Jnnungsverband deutscher Baugewerksmeister überreicht die Petitionen, die die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit ohne Inanspruchnahme der Arbeitgeber fordern, für die gesetzliche Regelung der Stellung des Grundstückmarktes und des Hypothekenwesens bestimmte Gesichtspunkte aufstellen und eine Abänderung des Jmmobiliar - Feuerversicherungszwanges anregen.
X Die Abgg. Dr. Hasse, Lehr und Graf Arnim haben im Reichstage einen Gesetzentwurf eingebracht über die Erwerbung und den Verlust der Meichs- «ttb Staatsangehörigkeit. Der Gesetzentwurf besteht aus 27 Paragraphen.
0JmReichstage hat derAbg.Dr.Arendt (D. Rp.) den Antrag gestellt, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, behufs Herbeiführung internationaler Maßregeln zur Verhütung van Schiffstmfäüe« und zur Sicherung des Lebens der Seeleute und der Seereisenden mit den übrigen Seemächten in Verhandlungen einzutreten.
-j- Im Reichstage hat der Abgeordnete Graf Klir.kowström einen Antrag auf Aendernng
Mann in Matrosentracht, der ihm kurzer Hand ein Dampfschiff wies. Dorthin ging der Pater, und in einiger Entfernung folgte Ferdinand. Er sollte bald Zeuge einer ärgerlichen Scene werden, denn zunächst stellte sich heraus, daß man dem Diener Gottes das falsche Fahrzeug gewiesen hatte. Lärm und Gelächter erhob sich, als der Priester das Schiff eben betreten wollte.
„Hoho, haben wir auch einmal solche Leute bei uns?" rief ein Mann, deffen Tracht zum mindesten den Steuermann verrieth. Der Ordensmann wurde dadurch aber nicht verwirrt.
„Wo sind meine Brüder?" fragte er ruhig.
„Dort sind sie, Herr Pater," erwiderte der andere höhnisch, und deutete nach dem Vordertheil des Schiffes, wo sich etliche Rinder befanden.
Der gekränkte Priester erwiderte nichts, die Umstehenden brachen von neuem in Lärmen und Lachen aus: da drängte sich ein junger Mann durch die Gruppe, es war Ferdinand. Einen verächtlichen Blick warf er auf den Steuermann, dann ergriff er die Hand des Ordensmannes.
„Kommen Sie, folgen Sie mir, Hochwürden; hier ist Ihr Platz nicht, und auch nicht der meinige."
Der Lärm verstummte, die beiden Männer aber schritten bann ruhig weiter und hatten bald das Schiff gefunden, das sie in die Ferne tragen sollte.
Die Fahrt ging gut von statten, und was unserem Freunde noch am meisten gefiel, war der Umstand, daß er jetzt jeden Morgen einer heiligen Meffe beiwohnen konnte. Die Ocdenspriester h rtten mit Erlaubniß des Kapitäns einen ge