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M 285.
mit Anterhaklungs-Aeikage „Mrflrirte Sonnlags-Zeilungt'
Mittwoch, den 14, Dezember 1898. W'^chrgMx.
ft In das Kalhottfche Haus gehört eine Katholische Zeitung.
Ein Pfarrer, schreibt das ,Katholische Sonntagsblatt', bemerkte beim Antritte der Pastoratiou einer großen Gemeinde eine große religiöse Gleichgiltigkeit in vielen Familien. Beim Besuche der einzelnen Familien fand er gegen 60 farblose Blätter, amtliche Kreisblälter u. bergt dort verbreitet. Hier war des Pudels Kern. Um dem Hebel zu steuern, begann er einen systematischen Feldzug gegen die farblose Presse. Innerhalb weniger Monate war in jedem Hause eine .gute katholische Zeitung zu finden. Der religiöse Zustand besserte sich zusehends. Könntedies nicht auch in andern Gemeinden geschehen?
Hierzu schreibt uns ein Leser aus Oberhessen: Was die Erfahrung dieses Pfarrers betreff» der gegnerischen Presse anbelangt, trifft in vielen Tausenden katholischer Familien zum Bedauern vollständig zu. Wenn man ein katholisches Haus betritt und dort die gehaltene Tagespresse ausliegen sieht, weiß man auch sogleich, mit was für Katholiken man es zu thun hat. Die dort aus- liegende Z itung besagt schon klipp und klar, welcher Geist in dieser Familie herrscht. Findet man aber in katholischen Familien die katholische Presse ausliegen, so ist dies schon ein Zeugniß dafür, daß ein religiöser Geist vorhanden ist. Das Halten farbloser Blätter bezeugt erfahrungsgemäß religiöse Gleichgiltigkei und Lauheit, Wer das prüft, wird es bestätigt finden. „Sagemir, mit wem du umgehst, und ,ch werde dir sagen, wer du bist." Fragt man einen katholischen Leser der farblosen Presse, wie es mit der Kirche und deren Verfolgung und Leiden steht, so weiß er von nichts. Ja, diese farblosen Leser wissen nicht einmal etwas davon, was die katholische Kirche und ihre Diener Hervorragendes geleistet haben und immerfort leisten, sie wissen nichts von der segensreichen Thätigkeit der parlamentarischen Vertretung des katholischen Volkes, des Centrums, sie wissen nichts davon, daß noch schwere Reste des Kulturkampfes vorhanden sind — kurz sie wissen von katholischen Lingen absolut nichts. Wenn man ober diese armen be- thöiten Leutchen fragt, warum sie die religionsfeindliche Presie mit ihrem Gelde durch Abonnement unterstützen, so wissen sie, in der Verlegenheit, allerhand grundlose Entschuldigungen und meinen, die katholischen Zeitungen schimpfen u. s. w. Ja, wie soll sich denn eigentlich die katholische Presse benehmen? Soll sie etwa eine Verbeugung machen, wenn die religionsseindliche Presse unsere hl. Kirche und Religion beschimpft, verleumdet und mit Unrath bewirft? Etwa schweigen? Rein, so etwas kann und darf die katholische Presse nicht dulden. Sie muß ver- tdeidigen Sie soll und will die hl. SMigion schütz-n und verleumderische Angriffe und Beschimpfungen ganz energisch zurückweisen. — Bei vielen lauen Kaiholiken ist das Nickihalten der
Lieutenant Loveiaee.
Von L. von Neidegg.
11 ------ (Nachdruck verboten.)
„Ich hoffe . . ich wünsche sehnlich . . daß, daß meine Worte Sie angenehm berühren mögen," fuhr er etwas unsicher gemacht fort. Zum ersten Mal kam ihm ein leiser Zweifel, ob er des stolzen Preises auch wohl ganz sicher fei. „Gräfin Mathilde," begann er wieder, und diesmal klang der Ton weit demülhiger. „Sie müssen längst -erkannt haben, was ich für Sie fühle."
„Nicht im geringsten," war die kühle Ant- woit
Er fuhr förmlich zurück — so hatte er sich "ie Aufnahme feiner Werbung wahrlich nicht vor- tzestellt. Mädchen wollen aber immer gebeten '"n, auch wo sie bereit sind. Ja zu sagen, tröstete Er sich und fuhr unbeirrt fort: „Sollte Ihnen oenn entgangen fein, daß ich Sie liebe, daß es ruein heißkster Wunsch ist. Sie die Meine zu nennen."
. ®Ie wandte sich scharf nach ihm um: „Habe uh ^shnen je Veranlassung gegeben, zu glauben, 1)0 -Ihre Gefühle erwidere?"
Sein ganzer Stolz bäumte sich gegen diese wegroerfenbe Behandlung auf. „Wenn nicht Sie, ,och Gras Durbach," entgegnete er gereizt.
Unwillwürlich senkte sich der Kopf; der Vater ~ ba lag cs. Der leichtlebige, unbedachte Krater, dem ihre Gegenwart unbequem geworden, Bewerber ermutigt! „Sie haben ytedst, lenkte sie versöhnlich ein, „meines Vaters Benehmen mag zu Mißdeutungen Anlaß gegeben
katholischen Presse theils auf Unwissenheit, theils auch auf die leidige Mischehe zurückzuführen. O, möchten doch diejenigen, die cs angeht, sich eines besseren besinnen und als gute Katholiken offen Farbe bekennen! Die Feinde der heiligen Kirche erwachsen aus der schlechten Presse. Mögen doch alle Laien die Seelenhirten hierin unterstützen, damit endlich einmal alle anti-katholischen Blätter aus den katholischen Familien entfernt werden!______________________
0 „Eisen und Blut" und die Kaiserkrone.
Seit Wochen sprechen die Blätter über des Fürsten Bismarck Buch „Gedanken und Erinnerungen"; und voraussichtlich wird die Erörterung darüber auch noch nicht so bald aus der Presse verschwinden. Viele können es nicht über sich gewinnen, bei der Beurtheilung des Buches den Parteimann einmal ganz auf die Seite zu legen; und wirklich ist das ja nicht ganz leicht, denn kaum hat jemals ein Staatsmann durch seine innere Politik die Parteigeister so sehr gegeneinander in Kamps und Streit gebracht wie Fürst Bismarck, und nun klingt noch immer die Leidenschaft nach, die er bei Lebzeiten in so be- klagenswerth heftiger Weise erregt hatte.
Etwas ist dabei auffallend: die konservative Parteipresse hat sich lange Zeit hindurch merkwürdig still verhalten. Wohl hat sie Auszüge aus dem Werke gebracht, wie sie ihr gerade gefielen; aber mit dem eignen Urtheil darüber ist sie fast ganz im Hintertreffen geblieben. Die Erklärung dafür liegt nahe genug; den Konservativen hat vieles nicht gefallen an dem Buche; denn es werden ihnen recht bittere Wahrheiten gesagt, und namentlich das ist ihnen heute unangenehm, daß man sie daraus von neuem kennen lernt als die Leute, die alles Mögliche ausboten, um die Kaiserkrone von dem preußtschen Könige fern zu halten. Fürst Bismarck freilich geht damit eigenthümlich zu Werke. Er selbst war, getreu seinem preußisch-konservativen Temperament, zunächst gar fein Freund von her Neu- belebung der Kaiserwürde. Lange Zeit hindurch theilte und nährte er die Abneigung des Königs dagegen auf alle nur mögliche Weise. Noch in der Mitte des Monats November 1870 war es schwankend, was er thun sollte; erst dann vollzog sich bei ihm allmählich die Meinungsänderung unter dem Einflüsse, den die Heberredungskunst des Kronprinzen Friedrich Wilhelm und die That- sachen auf ihn ausübten. Aber davon erfährt man aus Bismarck's Buche nichts. Diesem selbst ist es später unangenehm gewesen, daß er damals die Lage der Dinge schlecht erkannte, und daß er in dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm und nachmaligen Kaiser Friedrich erst feinen Meister hatte finden müssen; und somit übergeht das Fürst Bismarck einfach. Nichtsdestoweniger kann er es nicht unterlassen, den Konservativen den Spiegel der Selbsterkenntniß vorzuhalten, und damit läßt Fürst B.smarck nur zu deutlich erkennen, daß feine „Gedanken und Erinnerungen" selbst nicht den Anspruch darauf erheben können, als ein eigentliches Geschichtswerk betrachtet zu werden. Der Parteimann Bis
haben, und ich bitte Sie um Verzeihung für das Unrecht, das Ihnen damit geschah. Was aber/' hier sah sie ihm mit neu erwachtem Grolle in die Augen, „was aber berechtigte Sie, aller Welt zu verkünden, daß Sie meines Jawortes sicher seien?"
„Ich ... ich ... konnte nicht anders denken," stammelte er.
„Als daß ich mit beiden Händen nach dem Glücke greifen würde, das sie mir zugedacht, nicht wahr?"
„Nun, eine Beleidigung war es keinesfalls, die ich Ihnen mit meinem Anträge zugefügt, gnädige Gräfin", vertheidigte sich Hohenbruck spitzig.
Ein geringschätziges Lächeln umspielte ihre Lippen: „Nein, es war eine Ehre, die Sie mir erweisen wollten. Ich danke Ihnen für ihre freundliche Absicht und rathe Ihnen, diejenige zu beglücken, von deren Liebe zu Ihnen Sie mir oft gesprochen."
„Sie meinen wohl Johanna?" fragte er und blitzschnell kam ihm der Gedanke, daß Eifersucht ihr bisheriges Wesen eingegeben haben könne. „Was aber ist Johanna gegen Sie? Sollte es Ihnen denn ganz unmöglich sein, mich zu lieben ? Ich weiß ja, ich bin des Glückes nicht werth, aber es hat ja schon mancher ein solches errungen, der es nicht verdiente."
Er hatte demüthig und mit warmen Ausdruck gesprochen. Sie fühlte sich entwaffnet; das Mitleid, das jede Dame mit einem abgewiesenen Anbeter empfindet, regte sich in ihr.
„Es ist mir ganz unmöglich, Ihre Gefühle zu erwidern, Herr von Hohenbruck," gab sie
marck und fein Ich haben darin die F-der geführt, nichr aber ein Geschichtsschreiber, der sich bemüht, so unparteiisch wie möglich die That- sachen zu bemtheilen nid zu keunz-icknen.
Fürst Bismarck war also zunächst kein Freund des Gedankens, daß der König von P eußen deutscher Kaiser werden sollte. Und auch dann noch, als er vom Kronprinzen zur Kaiserpartei herübergezogen worden war, hat er mehrfach durch drauische Redewendungen deutlich genug erkennen lassen, daß er vor dem neuen deutsch n Kaiserthum keine allzu große Ehrsurcht empfand. Einmal, so berichtet Busch, war die Rede davon, wie der Kaisertitel gestaltet werden sollte; da platzte Bismarck hinein mit der fröhlichen Bemerkung, er wüßte nicht, was ihm mehr Wurst wäre — nur kleidete er seine Bemerkung, deren Schärfe er wohl selbst fühlen mochte, in ein lateinisches Gewand: „Nescio, quid mihi magis farc'mentum esset “
Ganz anders sieht der Bismarck von damals aus, wenn man ihn allein nach seinen „Gedanken und Erinnerungen" beurteilen will. Denn in diesem hebt er gerade das aus seinem Thun und aus feiner Politik hervor, was späterhin der Einigung Deutschlands zum Vortheil und Vorschub gereichte. Dazu gehört vor allen Dingen seine Rede vom „Blut und Eisen" in der Budget-Kommission des preußischen Abgeordnetenhauses zur Konflikts Zeit. Das war vom preußischen Standpunkte aus gesprochen gewesen. Bismarck dachte dabei durchaus nicht an das Ideal eines von neuem geeinten deutschen Reiches; vielmehr sprach er nur in dem Sinne, um den Staat Preußen auf eine größere Machtstuse zu bringen, auf Kosten der anderen deutschen Länder. Aber in die Zeit von heute paßte ihm das nicht mehr hinein und so machte der Verfasser der „Gedanken und Erinnerungen" in genial gemalt« tätiger Weise einen Strich durch diese seine ganze alte Denkart und Anschauungsweise und umging in sehr kluger und gewandter Weise alles das, was aus früheren Zeiten nicht recht paffen wollte zu der später volksthümlich gewordenen Gestalt des „ersten Kanzlers des neuen deutschen Reiches", dem bei allem seinem Sinnen und Trachten die Wiedergeburt dieses Reiches nur immer allein die Richtschnur und der leitende Grundsatz gewesen sei. Das ist charakteristisch für Bismarck's Buch, und mit vollem Rechte ist es in diesen Tagen in der Preffe ausgesprochen worden, daß Bismarck auch bei der Abfassung seines Buches als das sich zeigt, was er so oft und in so ausgeprägter Weise als Staatsmann und Politiker war: ein großer Egoist.
Bismarck's „Gedanken und Erinnerungen" sind also sicherlich kein Geschichtswerk in des Wortes eigentlicher Bedeutung. Aber dennoch sind sie außerordentlich werthvoll als ein ganz vorzügliches Selbstbildniß des Verfassers nach feiner eignen Anschauungsweise, und als ein Beitrag zur Geschichte. In der politischen Arena hatte einst der Kanzler Bismarck kaum einen leidenschaftlichem Gegner als den freisinnigen Politiker Ludwig Bamberger. Aber auch Bamberger hat den Haß gegen Bismarck begraben, und nun erkennt er unumwunden an: „Bismarck, hat sich ein schriftliches Monument gefitzt, welches von keinem ähnlichen Werke unter feinen Vor
freundlich zur Antwort. „Ich will Ihnen anvertrauen, daß ich so gut wie Herrn v. Knorring's Braut bin."
Des Lieutenants Gesicht verfinsterte sich. Knor- ting, den Mann ohne Vermögen, nut einer stürmischen Vergangenheit, zog man ihm vor! Er dachte nicht groß genug, um das Mädchen zu bewundern, das Opfer zu bringen wußte für den Mann feiner Wahl; er empfand nur die Schmach einer erlittenen Demüthigung.
„S>e gehen vielen Gefahren entgegen, in Ihrer Ehe, gnädigste Gräfin," bemerkte er giftig.
Mathilde richtete sich in ihrer ganzen Höhe empor. „Ein zartfühlender und dabei hervorragender Mann ist mehr werth, als ein bloß reicher." Damit wandte sie ihm den Rücken und ging davon.
Zurückgewiesen, und auf solche Weise! Er!! Wie versteinert blieb Hohenbruck einige Augenblicke stehen, dann schüttelte er den Kopf und zog heftig an seinem Schnurrbart. Wie hatte er nur einen Augenblick sich einreden können, eine tiefe Neigung zu empfinden für das rücksichtslose, hochmüthige Mädchen? Dieses Mädchen, das einen Antrag mit einer ungezogenen Antwort vergalt? Das war zu toll! Ein schnödes Spiel war mit ihm getrieben worden: Der Vater hatte ihn ermuntert, die Tochter sich seine Aufmerksamkeiten gefallen lasten, um ihr Einverständniß mit jenem andern zu verdecken! Und nun auf einmal warf sie ihn über Bord, thut obendrein, als habe er sich einer Vermessenheit schuldig gemacht!
Sein Gespräch mit Frau von Ablimb fiel Hohenbruck schwer auf's Herz. Wie tief reute es ihn nun, daß er solche Zuversicht zur Schau ge-
gängern in der Hirrschaft über Völker und Zeiten übertroffen wird, man kann wohl sagen, welchem fein solches an Vielseitigkeit, Zusammenstellung und Datstellungskunst an die Seite zu stellen ist. Weder Cäsar, noch Friedrich der Große, noch Napoleon haben in fo eigenartigen, blendenden, schriftstellerisch vollkommenen Schilderungen ihrer Person und ihrer Thaten ein so weit- und tiefgehendes Bild Hinterlasten . . . Wer es mit Ver- ständniß und mit Kenntniß der Dinge . . . durchwandert, wird in Bewunderung, aber auch freilich im Protestiren, fein Ende finden."
Die Kennzeichnung Bamberger's ist vortrefflich. Hns dünkt, man for te dafür keine bestem Worte finoen als eben d efi.
Deutsches Deich.
Berlin, 13. Dezember.
© Der Geh. Ober-Regiemngsrath Kie8ee, Vortragender Rath im Reichsschatzamt, ist auf der Straße von einem Schlaganfall betroffen worden und sofort gestorben. Herr Lieber war aus dem sachsen-weimarischen Staatsdienst in den Reichsdienst übergetreten und gehörte dem Reichsschatzamte seit der Errichtung an. Ec war sn dMftlben seit dem Jahre 1891 der ältßstk Vortragende Rath und stand in der Mitte der sechziger Jahpk,
© Der bekannte Kirchenrechtslehrer Professor Dr. jSfaitC Ainfchms ist in btt vergangenen Nacht nach kurzem Krankenlager, 63 Jahre alt, gestorben. Er kann als der geistige Vertreter der Maigesetze betrachtet werden, da ihm die juristische Formulirung der Bismarck'schm Ideen zu verdanken ist, und auf feine Wissenschaft der Minister Dr. Falk sich stützte,
X Der Abg. K. Kanßman» (südd. Vp.) Nchtete an die ,Nat. Ztg' eine Zuschrift, worin er bestreitet, daß er dm Nachruf des Präsidenten für den Fürsten Bismarck mit spöttischem Lächeln begleitet oder sonstwie dagegen demonstrirt habe und daß jemand von seinen Parteifreunden bei Beginn des Nachrufs den Saal verlassen habe.
+ Die Mitkämpfer desIekdzuges 1870/71 aus der Klasse der Hauptleute 2. Klasse und Subalternoffiziere, die als gefitzttch anerkannte Ganzinvaliden auf Grund del § 12 des Militär- pensionsgefitzes eine Per sumse» Höhung beziehen und keine Versorgung im Reicks- oder Staatsdienst gefunden haben, haben sich in einer Eingabe an den R-ichstag gewendet um eine Ergänzung der Mililär-Pensionsgefitze zur Herbeiführung einer abschließenden Versorgung d r 1870/71er Kriegsopfer.
h Der vayerische Senat, der am obersten Militärgerichtshof in Berlin gebildet wird, erhält wieder bayerisch-off zwsen,Ausgb.Abendztg/ aus München mitgetbeilt wird, einen bayerischen General als Vorsitzenden und vier Stabsoffiziere, einschließlich eines im Range eines Regiments- Kommandeurs stehenden Stabsoffiziers, als Mitglieder, auch eine Anzahl Auditoriatsbeamte. Sie werden auf 2 bis 3 Jahre nach Berlin kommandirt.
tragen! Im Geiste vermeinte er bereits die aufdringlichen Fragen zu hören, welche die junge Frau zweifellos im Laufe des Abends an ihn richten würde; er glaubte die Spottreden all' derjenigen zu vernehmen, vor denen er sich mit seinen Eroberungen gebrüstet; denn daß Mathilde seiner nicht schonen und seine Niederlage Der» rathen würde, davon war er überzeugt. Er hätte sich in die Haare fahren mögen vor ohnmächtiger Wuth.
Wie ein Hoffnungsstrahl kam ihm plötzlich die Erinnerung, daß er ja keinen Namen genannt hatte. Wie, wenn et sich nun rasch mit einem andern Mädchen verlobte? Mit Johanna etwa, die klug war und nett, und welche ihn liebte? Sie selbst gelangte damit zu unverhofftem Glück, die Spötter müßten verstummen, und Mathilde würde beweisen, daß sie durchaus nicht unersetzlich sei. Aber seine Eltern? Bah! Was gab es, worin diese nicht einroißigen würden, falls er sein Glück davon erhoffte? Im Nu stand denn der Entschluß bei ihm fest, ungesäumt Johanna zur Frau zu begehren. Seine maßlose Eitelkeit unterdrückte edlere Gefühle in ihm.
Dem Entschluß folgte die Thal. Er eilte dem Mädchen nach, die er in einem der Schattengänge des Gartens hatte verschwinden sehen. Nicht lange und er konnte die jugendlichen Gestalten unterscheiden, die langsam vor ihm her schlenderten. Sie wandten sich nach ihm um, und als er ihre lachenden Gesichter sah, sagte er sich, wie viel lieblicher sie seien als jene eisige, stolze Mathilde. Ec bemerfie, wie Johanna der Freundin einige Worte zuflüsterte, und wie diese hierauf in einem Nebengange verschwand, wo sie andern Mädchen