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JE 285.

JuLöa, Mittwoch, den 14. Dezember 1898.

25. Jahrgang.

mit Unterhattungs-Aeikage „Issttstrirke Sonntags-Zeitungs

▲ Obstruktion in Ungarn und in Oesterreich.

Böse Beispiele verderben gute Sitten: Die Wahrheit dieses alten Spruches zeigt sich von neuem deutlich in den beiden Hälften des habs­burgischen Kaiserstaates. Dort hat das unschöne Beispiel der deutschnationalenHitzköpfe inOesterreich mit ihren widerlichen Spektakelauftritten im Wiener Abgeordnetenhause die parlamentarischen Sitten arg verdorben, und seit dem Pultdeckelklappen der Schönerer und Genoffen im österreichischen Abgeordnetenhause will es weder in Oesterreich noch in Ungarn zu gedeihlichem parlamentarischen Leben und Arbeiten kommen.

Dem Konflikte im österreichischen Reichs- rathe ist dasselbe Schauspiel im ungarischen Reicks tage gefolgt, und nunmehr wollen auch die Parteien der deutschen Opposition im öster­reichischen Abgeordnetenhause zur Obstruktion, also zum parlamentarischen Ausstande zurückkehren, bis die Sprachenverordnungen des früheren öster­reichischen Ministerpräsidenten Grafen Badeni aufgehoben sein werden. Gleichzeitig wird berichtet, daß man neuerdings auch wieder von der Absicht zurückgekommen ist, nach Neujahr im böhmischen Landtage einen Ausgleich zwischen Deutschen und Tschechen zu machen — kurz, Zwist und Konflikt in beiden Reichshälften von Oesterreich-Ungarn, wohin man blickt.

Im Vordergründe des Jntereffes stehen gegen­wärtig die Vorgänge in Ungarn. Man gibt sich zwar alle erdenkliche Mühe, um den Riß, der innerhalb der liberalen Regierungspartei ent­standen ist, vor der Oeffentlichkeit so unbedeutend wie möglich erscheinen zu lassen. Man weist darauf hin, daß bisher nur etwa 25 Mann von der großen Regierungspartei sich getrennt haben, und daß noch etwa 250 Mitglieder des unga­rischen Reichstages als feste Mehrheit hinter dem Ministerpräsidenten Baron Banffy stehen; und um die äußere Form zu wahren, ist sogar an die Stelle des ausgeschiedenen Ministers für Kroatien und Dalmatien ein neues Mitglied des Ministeriums ernannt und in dasselbe aufge- nommen worden. Aber alle diese Machenschaften können nicht darüber Hinwegtäuschen, daß es mit der Herrlichkeit des Ministeriums Banffy zu Ende geht, und daß wahrschein­lich das neue Jahr auch einen neuen Minister­präsidenten in Ungarn bringen wird.

Wenn man die verschiedenen Zeitungsberichte aus Budapest zu lesen versteht, so gewinnt man den Eindruck, daß innerhalb der Regierungspartei selbst gar keine Zweifel mehr darüber bestehen: man will nur dem Ministerium Banffy noch die Möglichkeit eines ehrenvollen Rückzuges verschaffen; aber darüber ist man auch innerhalb der Regierungs­partei klar, daß Baron Banffy nicht mehr den Ausgleich mit der österreichischen Reichshälfte ab­schließen wird.

Koloman Tisza ist gefallen. Sein Nach­folger W e ck e r l e ist nur kurze Zeit Ministerpräsident gewesen, und nun muß binnen kurzem auch Baron Banffy ihnen folgen. Einer wie der andere gehört dem ungarischen Liberalismus an, diesem sonderbaren Gemisch von Brutalität, Ge­winnsucht und Eigendünkel magyarischer Nationali­tät, das eigentlich gemeinsam nur einen Zug hat: einen leidenschaftlichen Kirchenhaß, und außerdem vielleicht noch den anderen: die Herrschaft im Staate zu behalten, ohne sonderlich gewiffenhafte Auswahl der Mittel, durch die dies bewerkstelligt wird. Auch der Nachfolger des Baron Banffy wird schwerlich sich lange behaupten können vor dem immer erneuten Anstürme der Opposition. E- wird ohne Zweifel bald genuz dahin folgen, wohin vor ihm auch die Tisza, Weckerle und Banffy gegangen sind; und hoffentlich wird dann der Tag nicht mehr fern sein, an dem sich in Ungarn machtvoll die Einsicht Bahn bricht, daß der Liberalismus auch dort von Grund aus abgewirthschaftet hat.

△ Aus der Klause des Matddruders.

Du hast vielleicht ein liebes Fleckchen Erde gekannt, das noch so unberührt von der Welt und unschuldig dalag, als gäbe es kein Leid und keine Sünde dort, und an seiner still­traulichen Schönheit hast du dir das Herz satt gesehen und du hast dankbar den lieben Gott gepriesen, daß er dir so unsäglich gut gewesen und dem undankbaren Menschen diese Wunder ge­schaffen. Und dir ist es ein bitteres Scheiden gewesen, als du weiter wandern mußtest und fast wie Heimweh ist es dich angekommen, wie dein stlllks Paradies mit dem letzten Blicke dir versank.

Dann bist du nach Jahren zurückgekommen zu der Heimath deiner sehnenden Gedanken. Das Herz hat dir geklopft vor froher Erwartung, und du hast deinem Fuß Windesflügel geben mögen, um wieder in dem trauten Erdenwinkel reine Luft zu athmen, um hier froh zu werden von des Lebens Pflichtendienst.

Näher und näher bist du dem Ziele deiner Sehnsucht gekommen, schon winkt es an jener Thalbiegung--

Da--wie ist es dir weh-wund ums Herz

geworden, als du statt des lieben Bildes, das dir die Erinnerung in leuchtenden Farben gemalt, ein so ganz nüchternes sahst. Den Bergen hatten die Habsucht der Menschen den grünen Waldesschleier von der Brust gerissen, ganze Theile des Felsen waren ausgebrochen und selbst ins Innere der Erde war man eingedrungen und hatte sie durch­wühlt nach Reichthümern. Wo stolze Pappeln hoch in die Lüfte ragten, werfen jetzt himmelhohe steinerne Schlote ihre.grauschwarzen Rauchwolken in die blaue Luft, und das Flüßchen, das in diamantener Klarheit durch die Wiesen rann, ist zu einem schmutzigen Bach geworden.

Und du hast bitter geklagt, daß der Mensch, wenn er in Gottes Garten kommt, um seine Früchte zu ernten, nur V e r w ü st u n g hinterläßt.

Aber vielleicht sind die Menschen, die in diesem Thale wohnen, jetzt glücklicher geworden, und das würde dich aussöhnen mit dem unerfreulichen Wechfel. Du fragst also: Seid Ihr glücklich? glücklicher wie ehedem? — Wie selten schallt dir ein herzliches, freies „Danke ja!" aus voller Brust entgegen. Meist zuckt man die Achsel und weist wohl mit schmerzlichem Lächeln auf die gute alte Zeit!

Du schüttelst wehmüthig das Haupt, sinnst der ewig rastlosen Menschenarbeit nach, die doch bei all' ihrem Schaffen und Sorgen das Glück nicht bannen kann. —

Wie das kommen mag? —

Diesen Sommer hatte der Waldbruder längere Zeit hindurch in der Klause Besuch. Es war ein junger Feldmesser, ein neumodischer Stadt­herr hier oben; er war ein gar feiner Herr mit einem goldenen Zwicker auf der Nase. Er kam eines guten Tages herangezogen mit einigen Ar­beitern, die Meßstangen und Geräthschaften schleppten. Ich habe sie während der Zeit in meiner Klause beherbergt, habe freilich nicht viel Freude davon gehabt, doch davon ein anderes Mal. Sie sollten, wie sie sagten, die Gegend abmessen, auf einen Felskopf, etwas abseits von der Waldklause, haben sie ein dreieckiges Holz­gerüst aufgebaut, trigonometrischen Punkt nannte das der Stadtherr: von dort würde das Land abgemessen, damit man es in die Karten ein­zeichnen könne und kein Stückchen Land verloren gehe. Es war dem Waldbruder gar nicht recht, daß man dem freien Berge — zum Glück sieht man es von der Klause aus nicht — einen drei­eckigen Hut aufsetze, schaut es doch aus, als habe man einem schlichten derben Naturkind einen preußischen Helm auf den Kopf gestülpt.

Der Waldbruder traute sich erst nicht recht, denn der Geodät — so wollte jener genannt sein — war meist recht unwirsch, in seiner Be- trübniß fragte er ihn, ob er denn für diesen Hut keinen anderen Platz suchen könne, es wäre schade, daß die schöne Felskuppe so verunziert werden solle. Der junge Mann lachte mich aus, sprach was von dummen Mönchen, vom sinsteren Mittelalter und meinte: gerade da muffe das Gerüst hin, um neben der Ruine des überlebten Mittelalters als ein Wahrzeichen moderner Wissenschaft, moderner Technik und wer weiß alles zu stehen. Es müsse überhaupt noch manches anders werden auf der Welt, die moderne Wissen­schaft müsse überall herumleuchten in die sinsteren Winkel mittelalterlichen Dunkels, müsse die Mensch­heit aufklären über die Errungenschaften der Neuzeit, vor dem Fortschritt in der Wissenschaft des neunzehnten Jahrhunderts könnten die ver­rosteten abergläubischen Ansichten nicht mehr be­stehen u.s.w. Der junge Herr sprach sich immer weiter in Eifer hinein, redete noch allerlei Ge­lehrtes von Kulturfortschritt, von Dunkelmännern, vom Horizont aufhellen, ich hab gar nicht alles behalten können.

Der Waldbruder hat schließlich auch ein Wört­chen sprechen dürfen und gemeint: Freilich, da hat der junge Herr recht, es wird Zeit, daß die Welt eine andere wird, und manches muß hell werden, was finster ist.

®a sollte mal die Finsterniß, die in so vielen Köpfen herrscht, wenn es sich um die Wahrheiten des ewigen Heiles handelt, da sollte die Unkennt- niß des Christenthurns mit der Fackel der er­habensten Wissenschaften grell beleuchtet werden. Wahrlich es lhut dringend noth, daß die Welt eine andere, eine bessere wird. Der Wald­bruder hat mal vor langer Zeit einen alten Dichter gelesen, der hat geklagt, daß immer die

Söhne schlechter seien als die Väter und die Enkel entarteter als die Söhne.

So ist es nun schon seit langer Zeit immer abwärts gegangen, am ärgsten aber in unserer Zeit, in der die Gottesfurcht reißend schnell schwindet und die Zügellosigkeit immer weiter um sich greift.

Hätten unsere Väter je diese Verderbtheit gekannt, wie sie jetzt Mode ist unter der Jugend? Die Jugend gibt sich schon früh allen Genüssen hin, mögen sie ertaubt sein oder nicht, sie lebt vergnügter, sie weiß vielleicht auch mehr, aber ist sie darum glücklicher geworden? Junge Gries­grame sinds, gealtert schon wo sie kaum ins Leben geschaut, sie sind satt des Lebens und seiner Freuden.

Ich weiß nicht, was den jungen Herrn plötz­lich ankam, er schaute mich wieder so recht gries­grämig und brummig an, nahm dann seinen Hut und schritt, ohne ein Wort zu sagen aus der Klause; bis zum Abend ließ er sich nicht mehr sehen.

Wie der Waldbruder dem jungen Feldmesser nachsah, kam es ihm in den Sinn, daß dieser ein sprechendes Beispiel sei dessen, was er eben gesagt. Unsere Jugend wird zu früh „auf­geklärt", aufgeklärt leider oft in ganz ver­kehrter Weise. Der Hauch der Kindheit wird schon dem jungen Bürschchen ab gestreift, das mit 12 Jahren oder noch früher mit seiner eigenen Taschenuhr prunken muß. Ich meine immer, so ein unschuldiges Kindergemüth müßte lau anklagen den Unverstand der Großen, die viel­leicht nicht bewußt, aber doch oft so grausam die schönen Träume, den bunten Flitter zerstören, in den das Kind seine Ansichten von Welt und Menschen gehüllt. Der junge Mensch lernt noch früh genug die alltäglichen, die abstoßenden Seiten des Menschenlebens kennen. Warum ihn hinaustreiben mit unbarmherziger Hand aus seinem Paradiese?

Die Jugend ist es vor allem, die ein Recht auf Freude hat, ist sie in ihrer Frühreife etwa vergnügter, glücklicher? Freilich sie hat „Vergnügungen" in viel größerer Zahl und reichere als wir sie zu unserer Zeit gekannt, aber so frage ich noch einmal, ist sie deshalb glück­licher? Als der Waldbruder noch ein kleines Bübchen war, hat er mit seiner eigenhändig her- gestellten Weidenpseife, mit der Hollunderknall- büchse stundenlang auf der großen Steintreppe vor dem Hause gesessen und sich königlich amüsirt; auf das Zuckerbrod bei der Kirmes, auf den Fladen am Martinsabend, wo er eine ausgehöhlte Rübe mit einem Lichtstümpfchen darin, auf dem Haselstock tragend, jubelnd durch die Straßen zog, hat er sich schon Wochen vorher gefreut. —

Und heute?

Nachbars Gertrud hätte sicher gegen alle Schätze der Welt ihre Holzpuppe, die schwarze Lene nicht eingetauscht, und als der damals mit­unter etwas übermüthig angelegte Ivo der Lene einmal etwas unsanft an den steifen Armen ge- liffen, war das da ein untröstliches Ding ge­wesen, die kleine Gertrud!

Die schwarze Lene hatte meine Spielkameradin schon von ihrer Mutter geerbt, der sie ebenfalls schon in ihrer Kindheit als Spielzeug gedient hatte. Ihre Enkelinnen aber haben die Lene verstoßen, sie sähe freilich recht ärmlich aus neben den modernsten Puppen, die „alle Jahre wieder" das Christkind bringt. Echtes Haar müssen sie haben, die Augen schließen und sogar Mama rufen können.

Der Waldbruder hat vor einigen Jahren seine alternde Jugendgespielin besucht; er hat es nicht glauben können, daß die Kinder glücklicher gewesen wären, als damals die Gertrud.

Glücklich macht der Ueberfluß nicht! Wie viel reicher ist der Mensch in bescheidener Ein­fachheit und erst recht das Kind! Je einfacher das Spielzeug, um so reicher kann die Phantasie des Kindes sich entfalten und diese bleibt doch die beste Freundin der Jugend. Möchten alle Eltern das bei der kommenden Weihnachtszeit recht ernstlich bedenken. Man glaube nicht, daß der Waldbiuder so streng mit 'der Jugend sei: er ist ein großer Kinderfreund, er sieht nichts lieber, als ein fröhlich bewegtes unschuldiges Kindes­angesicht, ist es ihm doch immer, als schaute ein Englein daraus, deshalb möchte er aber, daß durch eine weise Beschränkung das Kind nicht zu früh übersättigt werde, daß nicht zu bald aus dem Engel sich der Mensch entwickele.

Es geht dem Menschen wie der Natur draußen. Wie erhaben schön ist sie in ihrer schlichten na­türlichen Einfachheit, wie ein majestätisch dahin­brausendes Tedeum, Aber laß den Menschen hinkommen, der es schöner machen will, wie der Herrgott, dann wird ja manches bequemer, manches Unregelmäßige geordnet, aber mit dem Reiz der alten, Herz und Gemüth erbauenden Schönheit ist es hin, es sieht nicht mehr so glücklich und

herzlich aus. So schwindet auch bei dem Menschen mit der zunehmenden Verkünstelung die alte Ge- müthlichkeit immer mehr. Man hascht nach Be­quemlichkeit, Wohligkeit, Vergnügtheit und erhält statt der alten Gemüthlichkeit ein Kunstprodukt, das doch die natürliche Herzlichkeit nicht ersetzen kann.

Aeußerer Glanz und auch Geld können das Glück nicht machen. Das haben wir ja wieder bei dem Jubelkaiser im nachbarlichen Oesterreich gesehen. Ich las eben in den Zeitungen, die ich mir heute Morgen nach dem Hochamte aus dem Pfarrdorf im Thal mit hinaufgebracht, von der Begeisterung und dem Jubel, welche die öster­reichischen Staaten bei diesem Feste durchtönt. Ach, und inmitten all' dieses Jubels ssteht ein einsamer, freudloser Greis. Macht und Ehre sind fein, Reichthümer umfangen ihn, aber ist er glücklich? Alles Schwere, was ein Menschenherz nur treffen kann, hat er durchkosten müssen. Als Kaiser sah er die Adler seines Heeres in den Staub gestreckt in den Gefilden Italiens und im Kampfe mit den Stammesbrüdern in Deutsch­land. Vielleicht noch unglücklicher war et als Mensch; er war der Bruder des unglücklichen erschossenen Kaisers von Mexiko, Vater des schmählich aus dem Leben geschiedenen Kron­prinzen Rudolf, Gatte der unter dem Dolche eines Mörders verbluteten Kaiserin Elisabeth. Welch' ein Meer von Leid!--

Ein unwilliges Rumoren treibt in dem Ge­mach schon seit einiger Zeit der treue Genosse meiner Einsamkeit. Hans heißt der gute Kamerad, er ist ein anhängliches Wesen,' das für das wenige Gute, das ich ihm hier erweisen kann, recht dankbar ist, er hüpft den ganzen Tag um mich herum, wenn er nicht gerade einen feiner Streifzüge in das Gärtchen unternommen hat, um unter den Schädlingen des spärlichen Wuchses fürchterlich aufzuräumen. Ec ist ein ewig be­schäftigter und immer wachsamer guter Freund, dabei ein Sprachgenie, das seines Gleichen sucht, und das sieht man ihm in feinem schlichten Feder­kleide kaum an, — er gehört nämlich zum Ge­schlechte der Staare. Jetzt pickt er mit seinem Schnabel die Zeitungen an und bohrt mit seinen Krallen hinein, daß die Fetzen davon fliegen. Er ist erbost Über die Vernachlässigung, die ihm widerfährt, und will, daß Schluß gemacht wird. Nun hab Geduld, Hans, jetzt sind wir fertig. Wollen Angelus läuten und dann noch ein wenig in der Handpoftille lesen, damit wir den Sonn­tag würdig beschließen. Ivo.

Zur Weihnachts-Stickerei.

Muskatplätzchen. Zwei große Eier werden mit 140 Gr. feinem Zucker eine halbe Stunde gerührt. Die Schale einer halben feingewiegten Citrone, eine Mesfer- spitze Kardamonen und Muskatblüthe feingestoßen, so­wie 140 Gr. Mehl dazu gerührt, das Backblech leicht mit Butter bestrichen, mit dem Löffel kleine Plätzchen aus­gesetzt, dieselben zwei Stunden stehen gelassen, dann bei mäßiger Hitze gebacken. Diese Plätzchen halten sich lange.

Pfeffernüsse. In 500 Gr. Honig löst man 500 Gr. Zucker auf und gieße die Masse meinen Napf. Hier­auf fügt man Gewürz hinzu, ferner 170 Gr. geschmol­zene Butter, ein geschlagenes Ei, 800—900 Gr. Weizen­mehl und 30 Gr. in etwas Wasser oder Rum saufgelöste Pottasche. Nachdem der gut durchgewirkte Teig einige Tage gestanden hat, formt man in der Hand kleine Kugeln, die man auf einem Bleche backen läßt.

Chokoladen-Herzchen. Man schlage ein großes, risches Eiweiß zu festem Schnee, füge 60 ®r. feingeriebene Vanille-Chokolade und 125 Gr. fein gesiebten Zucker dazu und knete es zusammen, bestebe das Backbrett mit Zucker, rolle den Teig fingerdick aus, steche ihn mit Herzförmchen oder in deren Ermangelung mit einem Liqueurgläschen aus und backe die Bonbons bei mäßiger Hitze.

Zuckernüsse. 250 Gr. gestoßener Zucker wird mit drei Eiern eine Vierte.stunde gerührt, dann mit 50 Gr. seingeschnittenem Citronat, 250 Gr. feines Mehl mit einer halben Messerspitze Hirschhornsalz versetzt, gut zusammengearbeitet. Man formt alsdann kleine Kügel­chen, zieht sie nach oben spitz und backt sie auf einem mit Wachs bestrichenen Blech schön gelb

Schaum-Konfekt. 250 Gr. feinsten Pud er- Zucker vermischt man mit dem steifen Schnee von 7—8 Eiern je nach deren Größe und theilt die Masse in drei Theile. Den einen Theil parfümirt man mit 1—2 Tropfen Rosenöl und färbt ihn blaßroth — giftfreies rothes Anilin, höchstens ein Tropfen davon —, den zweiten Theil parfümirt man mit einem Tropfen Citronenöl und färbt ihn mit ein paar Tropfen Wasser, in welchem man etwas Curumey (aus der Apotheke) abgekocht und durch­geseiht hat, hochgelb; den dritten Theil läßt man weiß, mit fein gestoßener Vanille gewürzt. Nun macht man sich von Pergament-Papier eine spitze Tüte, die man mit ein paar Stecknadeln zusteckt, schneidet die äußerste Spitze davon ab, so daß sie unten eine Oeffnung hat, etwa so weit wie die Dicke eines gewöhnlichen Federhaltes. In diese Tüte süllt man etwas von der Maffe, klappt sie oben zu und drückt nun den Inhalt auf ein untergelegtes Porzellanbrett oder glattes Weißblech zu allerlei Formen (Schneckenhäuser, R.inge, 8 und Aehnliches). Die Sachen trocknen in kurzer Zeit; obige Masse ist zu einer großen Menge Konfekt hinreichend.

Glasuren aufBaum-Konfekt. Rothe Glasur. Man rührt 140 Gr. Staubzucker mit zwei Eiweiß recht dick an und gibt einige Tropfen in Wasser aufgelöste Cochenille darunter. Blaue Glasur erhält man, wenn man die gleiche Menge Zucker und Eiweiß mit Veilchen­saft anruhrt. Zu g r ü n e r Glasur verwendet man Spinat­saft und zu gelber nimmt man Safran, in warmem Wasser aufgelöst.