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-«LLLMLL- mit Zinterhaltungs-Weitage „Illustrirte Sonntags-Zeitungs
Druck und Verlag der Suldaer Actiendruckeret peterrgage Nr. - (Larmouie).
JuLöcr, Dienstag, den 13. Dezember 1898.
25. Jahrgang.
0 Erste Etats-Lesung im Reichstage!
Mit dem heutigen Tage hat die erste Lesung des Etats im Reichstage begonnen, und damit haben ailch die eigentlichen Arbeiten des deutschen Parlaments ihren Anfang genommen. Gleichzeitig mit der ersten Berathung des Etats steht auf der Tagesordnung das Gesetz über die Verwendung der überschüssigen Reichseinnahmen. Das Haus zeigte aber heute schon gar nicht mehr das schöne Bild eines vollen Sitzungssaales, wie während der ersten zwei Sitzungstage. Sehr viele Sitze waren leer, und wer weiß, ob das Haus sich heute beschlußfähig gezeigt hätte, wenn es auf eine , Probe darauf angekommen wäre. Dagegen zeigte der Tisch des Bundesrathes eine geradezu drückende Fülle. Dort saßen der Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe, die Staatssekretäre Graf Posa- dowsky, Freiherr von Thielmann, von Podbielski, Minister von Goßler, Kolonialdirektor von Buchka, und alle diese Herren waren umgeben von einer stattlichen Anzahl von Regierungskommissaren. Auch die Tribünen waren gut besetzt. Die Erwartung großer Dinge hatte eine Menge Zuhörer aus dem Publikum herangezogen. Aber diese großen Dinge blieben aus. Und während der langen, sehr langen Rede des Schatzsekretärs verließen manche derer, die da gekommen waren, um große Dinge zu hören, ihre Sitze wieder.
Der Reichsschatzsekretär Freiherr von Thiel- m a n n leitete die Debatte ein mit einer Darlegung unserer wirthschaftlichen und finanziellen Verhältnisse. Die Stimme des Leiter der Reichsfinanzen klang aber gar nicht so heiter und so fröhlich wie die Schilderung, die der Herr Schatz- fekretär von den Finanzen gab. Nach dieser Schilderung müßten wir wieder einmal „heidenmäßig viel Geld haben" und in den nächsten Jahren noch mehr Geld bekommen. Die Zölle haben nach der Mittheilung des Schatzsekretärs 61 Millionen Mark mehr ergeben, als veranschlagt war; die Zuckersteuer soll nach der Ansicht des Redners einen Mehrüberschuß von 9 Millionen bringen, und auch aus den anderen Steuern erhofft der Reichsschatzsekretär Mehrerträge. Die Reichs post hat eine Mehreinnahme von 6 Millionen gebracht, und allen diesen Ueberschüssen stehen nur geringe Mehrausgaben gegenüber. Dieses ist der Fall beim Reichs- Zuschusse für die Invalidenversicherung, bei der Verwaltung der Reichseisenbahnen und bei noch einige anderen kleineren Posten. Der Reichsschatzsekretär hofft im ganzen auf eine Mehreinnahme von 18 Mill. Mark ausldem Jahre 1898, und er ist der Ansicht, daß es i. I. 1899 noch besser mit unseren Reichsfinanzen stehen werde. Nach den Berechnungen des Herrn von Thielmann hat sich unsere wirthschaftliche Lage um etwa 6 Prozent verbessert. Aber auch er muß zugestehen, daß der Kernpunkt des neuen Etats die neuen Forderungen für das Reichsheer sind. Daß diese nicht auf ein einziges Jahr entfallen, ist ja bereits bekannt.
Nach der Rede des Schatzsekretärs, die P/2 Stunde in Anspruch nahm, erhielt das Wort der Abg. Fritzen-Düffeldorf vom Centrum. Auch im letzten Jahre sprach Herr Fritzen als Redner
Lieutenant Lover ace.
Bon L. von Neidegg.
10 ------ (Nachdruck verboten.)
Siegfried's berühmte Hornhaut ist nichts gegen die Unverwundbarkeit sehr eireler Menschen, deren Sinn es gar nicht faßt, daß sie jemand mißfällig fein könnten. So prallte denn an Ludwig's Selbstgefühl der Blick sowohl wie die scharfe Rede ab. Er hielt in der Gesellschaft des Onkels und der N-.chte aus, wiewohl der Graf sich ausschließlich mit dieser unterhielt, und sie nicht eher entließ, bis er sie zu den jungen Mädchen geleitet hatte, worauf er mit den Worten: „Sei ruhig, ich werde thun, wie Du willst," weiter ging.
Eine Stunde nach der anderen zog vorüber, die Schatten wurden länger, und noch war Hohenbruck seinem Ziele nicht näher gerückt, dem Ziele, zu dem er, wider Erwarten, sich erst durchkämpfen mußte, daß aber gerade dadurch in feinen Augen erhöhten, bisher nickt gekannten Reiz erhielt. Seine Mutter näherte sich ihm einige Male, um schüchtern eine Frage danach zu wagen, feil Vater sah ihn forschend an, die Blicke der jungen Frauen ruhten neugierig auf ihm: es war Zeit, hohe Zeit, der Ungewißheit em Cnbe zu machen, und er ging, die feit einer geraumen Weile Vermißte in den Gängen des weiten Gartens aufzusuchen.
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Mittlerweile hatte die junge Gräfin, von Elsa Hornberg und Johanna begleitet, sich auf einer Bank niedergelassen, die, unter Bäumen
des Centrums in der ersten Lesung des Etats, und jedermann, der ihn einmal angehört hat, weiß, daß Abg. Fritzen sich dieser seiner Aufgabe glänzend entledigt. Seine Weise zu sprechen ist so ruhig, klar und überzeugend, daß die Centrumsfraktion einen vorzüglichern Redner zum Etat sich gar nicht mehr wünschen kann. Abg. Fritzen gab heute zu, daß der Stand unserer Reichsfinanzen den einen Vorzug hat, daß mit der Schuldentilgung fortgefahren werden kann; und auch darin stimmte er dem Staatssekretär bei, daß die industrielle und gewerbliche Lage gegenwärtig im allgemeinen günstig ist. Aber so vollkommen rosig wie der Schatzsekretär kann Abg. Fritzen die Lage denn doch nicht ansehen, und mit scharfer Betonung hob der Centrumsredner den bedauerlichen Umstand hervor, daß das Be- dürfniß nach Reichsanleihen sich fortgesetzt steigert. Das ist bedauerlich und eine starke Mahnung zur Sparsamkeit. Von der neuen Heeres - Vorlage will Redner noch nicht sprechen. Ueber diese Vorlage kann man erst dann ein genaues Urtheil sich bilden, wenn genauere Aufschlüsse in der Budgetkommission erfolgt sein werden. Aber viele berechtigte Klagen hat der Reichstag vorzubringen: noch immer ist nicht das Verbindungsverbot für politische Vereine anfgehoben, und gerade daraus entsteht ein großer Theil der heutigen Reichsverdrossenheit; in der Sozialpolitik des Reiches ist Stillstand eingetreten, und deswegen ist das Centrum schon mit eigenen Anträgen auf den Plan getreten. Die auswärtige Politik lobte Abg. Fritzen, und er wies namentlich hin auf die guten Folgen, die die Orient« reife des Kaisers für das Ansehen des Reiches im Auslande hat. Die deutschen Katholiken sind dem Kaiser außerdem besonders dankbar für die Schenkung der Dormition auf dem Berge Sion und für die Zusicherung kräftigen Schutzes für die deutschen Katholiken im Orient. „Wir werden — so rief Abg. Fritzen aus — dem deutschen Kaiser immer dankbar dafür sein; denn die deutschen Katholiken haben das französische Protektorat int Orient immer zurückgewiesen. Lebhafter Beifall folgte der Rede des Abg. Fritzen, nicht nur aus den Reihen des Centrums, sondern auch von anderen Seiten des Hauses, und namentlich von den Konservativen her.
Die Erwähnung der Orientreife des Kaisers griff der Abg. Eugen Richter auf, um in bekannter Weise diese Reise und auch den festlichen Empfang zu tadeln, den der Kaiser bei seiner Rückkehr in Berlin fand; ebenso nochmals, wie schon vorher in der Presse, fein Bedauern darüber ckliszusprechen, daß während der Abwesenheit des Kaisers keine Regentschaft eingesetzt worden fei. Alsdann sprach Abg. Richter sein Bedauern aus über die kürzlich erfolgten Ausweisungen und ersuchte die Regierung um Mittheilungen darüber. Abg. Richter hatte im Allgemeinen einen „guten Tag". Von der Linken des Hauses wurde nicht mit Beifall gespart, obwohl manchen Leuten auf der linken Seite des Hauses der Redner augenscheinlich nicht schars genug gegen die neue Heeres- vorlage vom Leder zog.
Die Staatssekretäre Graf Posadowsky
auf einer Erhöhung angebracht, einen Theil des Gartens beherrschte. Schlingpflanzen von Ast zu Ast gezogen, bildeten eine schützende Umrahmung für die Mädchen, die, ohne selbst ins Auge zu fallen, kort ungestört Umschau halten konnten. Vortheilhaft hoben die drei hübschen Köpfe von Blüthen und Blattwerk sich ab.
Das sagte sich auch ein alter Herr, der, ein Fremder in diesem Kreise, von einem Bekannten mit nach Buchenberg genommen worden war und nun mit diesem vorüber wandelte, nach Art der Harthörigen überlaut redend.
„Wer sind doch die Damen?" fragte er den Begleiter. „Vorgestellt bin ich ihnen ja, habe ihre Namen aber vergessen."
Der Angeredete bemühte sich, dem Alten, der stehen geblieben war, die Namen verständlich zu machen, und versuchte ihn weiter zu ziehen. Zugleich redete er ihm leise in das Ohr.
Dieser lachte laut auf. „So, das ist das Geheimniß! Einer von diesen dreien soll Paris- Ludwig heute den Preis der Schönheit zuerkennen ?"
„So reden Sie doch nicht so laut!" rief ärgerlich der jüngere Mann und zog den alten Schwätzer mit sich fort.
Die Mädchen blickten einander an, und je nach ihrer Eigenart offenbarten sich ihre Gefühle. Johanna, feuerroth geworden, stampfte mit dem Fuße auf, Elsa blickte unendlich belustigt drein und Mathilde, den Kopf zurückgeworfen, ein verächtliches Lächeln auf den Lippen, war das Bild beleidigten Stolzes.
„Man verfügt etwas frei über uns, das muß ich jagen," bemerkte sie würdevoll. „Ich finde es wahrhaft impertinent, meinen Namen ohne
und v. Bülow fühlten sich veranlaßt, auf Herrn Richters Rede zu antworten; ebenso suchte der erstere die Regierung zu vertheidigen gegen den vom Abg. Fritzen erhobenen Vorwurf vom Stillstände der Sozialpolitik. Ein solcher Stillstand soll nach der Ansicht des Staatssekretärs nicht bestehen; es soll nur ein „langsames Tempo" eingetreten sein — als ob das nicht auf Sines' herauskäme! Richtig bemerkte Graf Posadowsky, daß nach der Verfassung von einer Regentschaft während der Reise des Kaisers nicht die Rede sein konnte. Herr v. Bülow gab die beruhigende Versicherung ab, daß Gefahren für den Frieden im Orient nicht bestehen. Dank namentlich dem steigenden Einflüsse Deutschlands in Konstantinopel. Aber dieser Einfluß soll nur und allein für die Erhaltung des Friedens aufgewandt werden. Klar und scharf machte der Staatssekretär kurzen Prozeß mit allen den abenteuerlichen Märchen, die mit der Orientreise des Kaisers in Verbindung gebracht worden waren und wies in glänzender Ausführung auf die friedliche Weltpolitik des deutschen Reiches hin. Seinen Worten wurde allgemeiner und lebhafter Beifall zu Theil. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr. Fortsetzung der heutigen Berathung.
Deutsches Deich.
Berlin, 12. Dezember.
X Die Offiziösen machen gegenwärtig die größten Anstrengungen, um die Ilirrauzkage so günstig wie nur irgend möglich erscheinen zu laffen. Namentlich wird die Behauptung ausgestellt und verfochten, daß es gewissermaßen nur eine „Zufälligkeit" sei, wenn jetzt eine Anleihe von 90 Mill, nothwendig werde, verursacht durch die außergewöhnliche Höhe der im Etats-Voranschlage vorgesehenen einmaligen Ausgaben; noch niemals, so versichert die,Nordd. Allgem. Zlg/, sei „ein fo hoher Betrag an einmaligen Ausgaben des Reiches, wie er für 1899 in Aussicht genommen ist, aus ordentlichen laufenden Einnahmen gedeckt worden". Die Thatsache ist richtig angeführt, aber die Beweisführung ist nichtsdestoweniger falsch. Denn mögen nun die Verhältnisse so oder anders gewesen sein, unsere Reichsschuld wächst regelmäßig und gleichmäßig, ob nun hohe außerordentliche Ausgaben nöthig geworden sind, oder nicht; und wenn es auch bisher leider noch nicht vorgekommen ist, daß außergewöhnliche Ausgaben ohne Anleihe gedeckt wurden, so ist dies doch kein Grund dafür, daß das niemals vorkommen könnte oder dürfte. Und wenn jetzt ein anderer Offiziosus, der besondere Beziehungen zu Herrn Minister v. Miquel hat, versichert, daß „in Wirklichkeit eine der im Etat vorgesehenen Summe von 90 Mill. Mark auch nicht annähernd gleichkommende Inanspruchnahme des Reichskredits zur Herstellung des Gleichgewichtes in Einnahme und Ausgabe statt- finden" werde, so ist doch sehr die Frage, ob diese Lesart auch nach Annahme der Heeresoorlage noch dieselbe sein wird. Wenn es ans Verlangen geht, dann wird die Finanzlage immer sehr rosig dargestellt. Nachher aber pflegt sich das Blättlein meistens vollständig ins Gegentheil zu wenden.
jede Berechtigung in den Mund der Leute zu bringen."
„Wie man über uns denkt, ist Dir wohl gleichgültig!?" fuhr Johanna unwillig auf, wurde jedoch von Elsa unterbrochen.
„Still, still?" mahnte diese. „Wir werden doch nicht in Streit mit einander geraden? Da sehe ich ja denjenigen kommen, welcher der muth- maßliche Urheber des Geredes ist. Ueber den können wir ja die Schale unseres Zornes ergießen, wenn . . . wenn" — sie sah die Gefährtinnen lächelnd an — „wir uns sagen können, daß wir niemals müßiges Geschwätz haben verbreiten helfen!"
„Einerlei!" eiferte Johanna. „So gern ich Ludwig habe, der ja ein herzensguter Mensch ist, es bleibt abscheulich, andere so in das Gerede zu bringen."
„Also Du hast ihn gern, wirklich gern?" fragte Mathilde.
„Freilich, sehr gern sogar," versicherte Johanna arglos. „Das hindert nicht, daß ich oft Sehnsucht trage, ihm den Staar zu stechen über seine Schwächen."
„Das kann ich jetzt gleich besorgen," meinte Mathilde beinahe feierlich, „Ueberlaßt ihn mir ein Weilchen; ich glaube, mir geht jetzt ein Licht aus über gar manches."
Mit der Miene eines richtigen Eroberers kam Hohenbruck daher. Daß er Mathilde, nachdem er sie in allen Ecken des Gartens gesucht, gerade mit jenen zwei Mädchen finden mußte, denen er jetzt am liebsten ausgewichen wäre, bildete einen kleinen Dämpfer feiner frohen Laune. Aber schnell
+ Wenn eine Meldung der Londoner ,Times' richtig roäre, Jbann würden wir von der Petersburger Avrüstimgs - Konferenz wenig oder nichts zu hoffen haben. Danach nämlich sollte die ganze Konferenz auf eine „Erörterung des russischen Programms durch die in Petersburg beglaubigten Vertreter der fremden Mächte" beschränkt werden. Die Nachricht steht in so vollkommenen Wiederspruche zu allen voraufgegangenen Meldungen, daß man sie wohl mit großer Vorsicht aufnehmen muß. Aber freilich, wenn man alle die neuen Militärvorlagen ansieht, die gerade jetzt den Parlamenten der verschiedenen europäischen Staaten zugegangen sind, dann erhält man gar nicht den Eindruck, daß bei den Mächten Lust zur Abrüstung vorhanden sei. Und doch würde nur der ernstliche gute Wille dazu gehören, um wenigstens dem fortgesetzten Fortschreiten der Kriegsrüstungen ein Ziel zu setzen, wenn zunächst auch an eine wirkliche Abrüstung nicht zu denken wäre!
X Das Centrum hat feinen Antrag auf Beseitigung des AnsnaHmegesetzes gegen die Iesnile« wiederum im Reichstage eingebracht; und wiederum wie ehedem ist der Antragsteller der Vorsitzende der Centrums-Fraktion, Graf Hompesch. Kurz und deutlich sagt die Begründung des Antrages, daß die Unterzeichner dazu genöthigt sind, den Antrag von neuem einzubringen, weil der Bundesrath noch keine Entscheidung getroffen hat über den vom Reichstage schon mehrfach angenommenen Antrag.
h Mit dem KypolHekenöauk Gesetze wird es augenscheinlich nicht fo schnell gehen, wie man anfänglich vermuthet hatte. Im Reichsjustizamt soll man sich, wie berichtet wird, davon überzeugt haben, daß die vielen Ausstellungen nicht unberechtigt sind, die in der Presse dagegen erhoben wurden; und somit werden vermuthlich an dem Entwürfe noch einige Aenderungen vorgenommen werden, ehe er an den Bundesrath und nachher an den Reichstag gelangen kann. Man sieht, wie gut es ist, solche Entwürfe zunächst der allgemeinen Kritik zu unterstellen.
>< Dem Bundesrathe ist nunmehr die längst angekündigte Vorlage des Reichskanzlers zugegangen, wonach für kleine Nostauweisunge« bis zum Betrage von 5 Mk. künftig nur noch 10 Pfg. Porto bezahlt werden soll. Außerdem soll nach derselben Vorlage das Mei st gewicht für Waar enproben erhöht werden, und zwar von 250 auf 350 Gramm. Das Porto für die Waarenproben über 250 Gramm soll alsdann 20 Pfg. betragen.
© Die Ilufatk Statistik der deutsche« Kifenvahne« (ohne die bayerischen) weist für Monat Oktober auf 36 Entgleisungen (9 auf reier Bahn und 27 in Stationen), 36 Zusammenstöße (5 auf freier Bahn und 31 in Stationen) und 227 „sonstige Vorkommnisse", über die keine nähere Auskunft gegeben wird. Bei den Unfällen wurden 83 Personen, darunter 9 Reisende, gelödtet und 157 Personen verletzt, darunter 15 Reisende.
* Meininger», 12. Dez. Die Landessynode hat beschlossen, den Oberkirchenrath zu ersuchen, die evangelischen Interessen gegenüber der katholischen Kirche besser wahrzunehmen.
gefaßt, hatte er bald fein zuversichtliches Wesen wiedergefunden.
„Wie sind die Damen zufrieden?" fragte er bänbgreibenb mit dünkelhaftem Ausbruck. „Ist nicht alles famos?"
„Wie nicht anbers zu erwarten, nachbern bie Leitung Ihrer Hanb anvertraut gewesen," antwortete Mathilbe mit etwas spöttischer Betonung, bie jedoch an ihm abglitt.
„Nicht wahr?" er warf sich in die Brust. „Ich habe mir aber auch alle Mühe gegeben, jeden Anstrich des Banalen zu vermeiden. Das Fest soll ein ungewöhnliches, in jeder Art gelungenes werden. Sie können sich wohl denken, weshalb, Gräfin?" fuhr er mit gedämpfter Stimme zu Mathilde gewendet fort.
„O ja!" bemerkte diese. „Es trieb Sie der Ehrgeiz desjenigen, der zu siegen gewohnt ist." Damit stellte sie sich, als wolle sie Elsa und Johanna folgen, die sich erhoben hatten und Arm in Arm den Hügel hinabschritten.
Za siegen gewohnt — das klang aufmunternb und viel versprechend. Sie wollte eine Erklärung herbeiführen.
„Gräfin!" bat er, „Gräfin, bleiben Sie zurück. Dars ich einige Worte an Sie richten?"
„So viel Sie wollen, vorausgesetzt natürlich, daß es interessante Worte sind."
Es sind Worte, wie jedes Mädchen sie gern hört, war er im Begriff auszurusen. Etwas in ihren Zügen, der hochfahrende Ausdruck um den Mund hielt die dreiste Rede aber auf feinen Lippen zurück.
(Fortsetzung folgt.)