Einzelbild herunterladen
 

widersprach der Lieutenant, der strahlend vor Freude die Neckereien der jungen Frauen anhörte, die sich um ihn versammelten. Keine Ahnung dämmerte in ihm auf, wie überaus spaßhaft er ihnen in seiner naiven Selbstbeherrschung dünkte.

Die natürliche Folge dieser Unterhaltung war, daß schnell wie ein Lauffeuer die Kunde sich ver­breitete, heute würde Ludwig Hohenbruck's Ver­lobung gefeiert. Die geheimnißvoll-glückselige Miene seiner Mutter, wenn man ihr eine An­deutung darüber machte, des Lieutenants selbst­bewußtes Auftreten, bestärkten jedermann in diesem Glauben. Nur über diejenige, die er erkoren, wurde noch hin und hergestritten. Schließlich war es aber immer Mathilde Durbach, auf welche man bei diesen Vermuthungen zurückkam.

Mathilde selbst befand sich in gänzlicher Un­wissenheit des Interesses, mit dem die Anwesen­den sie beobachteten. In ungewöhnlich heiterer Stimmung war sie mit Bodensteins eingetroffen, was allgemein wie eine Bestätigung des um­laufenden Gerüchtes angesehen wurde. So oft Hohenbruck sich ihr näherte, sah alles nach ihr hin- die Umstehenden konnten aber beim besten Willen nichts Bedeutungsvolles aus den Worten heraushören, die beide mit einander wechselten. Sie war freundlich und liebenswürdig, weit mehr

In mehreren Bundesstaaten hat die Frage von der Anstellung weiblicher Aufsichtsbeamten zu eingehenden Erörterungen geführt. In Bayern hat man den praktischen Versuch mit weiblichen Beamten gemacht: seit dem 1. Oktober ds. Js. find zwei solche als Gehilfen bereits angestelli worden. In den anderen Staaten, beispielsweise

Lokales.

Fulda, 12. Dezember.

W Die Mitglieder der beiden hiesigen Kon­ferenzen des St. Mmcevzvereins hatten sich gestern Morgen 7 Uhr in der Michaelskirche vereinigt, wo sie aus der Hand des Hochw. Herrn Bischofs gemeinschaftlich die hl. Kommunion empfingen. Nachmittags 5 Uhr fand im kleinen Saale der „Harmonie" die öffentliche General­versammlung des Vereins statt, welcher Se. Bischöfl. Gnaden ebenfalls beiwohnten. Die Mit­glieder des örtlichen Verwaltungsrathes und der beiden Konferenzen, sowie die Alumnen des Priesterseminars waren in großer Zahl erschienen.

Theil des belgischen Gebietes des Hertogen- Waldes bei Eupen abtritt.

Der hochwürd. P. Leonhard aus dem Franzis­kanerkloster auf dem Frauenberge hielt einen hochinteressanten Vortrag über die öffentliche Armenpflege in Fulda während des Mittelalters Der Vortragende wies nach, daß Fulda sich zü allen Zeiten in- der Bethätigung der christlichen Charitas in hervorragender Weise ausgezeichnet hat. Möge dieser Ruhmestitel der Bürgerschaft Fulda's stets erhalten bleiben. Der Vorsitzende des örtlichen Verwaltungsrathes Herr Fabrikant Rich. Schmitt dankte dem hochw. Herrn Pater für den lehrreichen Vortrag und gedachte sodann der schweren Verluste, die der St. Vincenzvereiv in Fulda seit der letzten Generalversammlung, erlitten hat, indem drei hervorragende Mitglieder und Förderer durch den Tod abberufen wurden: der hochw. Herr Bischof Georg Ignatius Komp, der die hiesigen Konferenzen mitbegründet hat und zu jeder Zeit ein eifriger und that» kräftiger Freund derselben gewesen ist, der hochwürdige Herr Domkapitular Breitung, der als Mitglied des örtlichen Verwaltungsrathes stets ein warmes Herz für die Sache des Vincenz, Vereins bekundet hat, und Herr Prälat Schick, der immer dabei war, wo es galt, den Armen und Nothleidenden beizustehen. Sodann hat der Verein das freudige Ereigniß zu verzeichnen ge­habt, daß eines seiner thatkräftigsten Mitglieder,, der ehemalige Dompfarrer und Leiter der Sturmius» konferenz Herr Adalbert Endert auf den bischöf­lichen Stuhl von Fulda erhoben wurde. An Hoch- denselben richtete der Vorsitzende die Bitte, daß. er auch in seinem neuen hohen Amte dem St. Vincenz- verein als Freund und Rathgeber zur Seite stehen möge. In den örtlichen Verwaltungsrath sind die Herren Domkapitular Dr. Arenhold und Dom­pfarrer Schmelz gewählt worden. Schließlichtheilte, der Vorsitzende noch mit, daß dem Vereine wiederum verschiedene Legate zugewendet worden seien und bat dann den Hochw. Herrn Bischof, der Ver­sammlung den bischöflichen Segen ertheilen zu wollen. Se. Bischöflichen Gnaden richteten darauf an die Versammelten herzliche Worte der Er­munterung und legte ihnen insbesondere die eifrige 1 Betheiligung an der gemeinschaftlichen heiligen Kommunion dringend ans Herz. Nachdem sodann, j die übliche Kollekte abgehalten und das Schluß­gebet verrichtet war, ertheilte der Hochw. Herr Bischof der Versammlung den oberhirtlichen. Segen.

An den geistliche« Meö««ge«, welche j in der vergangenen Woche im hiesigen Mutter- ) Hause der barmherzigen Schwestern gehalten wurden, betheiligten sich an 200 Fabrikarbeiterinnen, Der Verein zählt zur Zeit 110 Mitglieder. ; In dem Hospiz erhalten gegenwärtig 45- Arbeiterinnen für 40 Pfennige täglich Kost. I und Wohnung.

ft Die Bereinigung zur Kevrmg der j DerkeHrsverHältniste im Kreise Inkda hielt am Samstag Abend im Hotel zum Kurfürsten j

eine Sitzung ab, zu welcher die Mitglieder sich-1 fast vollzählig eingefunden hatten. Der Vor- j sitzende begrüßte zunächst Herrn Landrath Steffens, | Herrn Eisenbahndirektor Kirchhoff, Herrn Ober- ' amtmann Köhler und die übrigen Herren, welche- 1 der Einladung des Vorstandes Folge geleistet und sich der Vereinigung neu angeschlossen hatten, ! Es wurde beschlossen, auch Seitens der Ver- s einigung eine Eingabe an die kgl. Eisenbahn­direktion zu richten, um das Anhalten des | Blitzzuges in Fulda zu erlangen. Die Herren 1 Landtagsabg. Dr. Goebel, Oberbürgermeister Dr. 1 Antoni und Robert Kircher erklärten sich bereit, i an der gestern (Sonntag) in Gersfeld tagenden. ] Versammlung von Interessenten des Bahn- 1 Projektes Gersfeld-Bischofsheim theil» 1 zunehmen. Herr Robert Kircher referirte über ■ den Stand des Eisenbahnprojektes Gotha- I W ernshausen mit Anschluß an die Frankfurt» | Bebraer Bahn. Mit der Vorberathung einer I Petition, den Fahrplan der Rhönbahnen | betreffend, wurde eine Kommission von drei Herren ] beauftragt. Der Vorstand wurde ersucht, nach I Rücksprache mit dem Herrn Verkehrsinspektor 1 eine Eingabe an die kgl. Eisenbahndirektion vor-- I zubereiten, welche die Einlegung sog. Arbeiter- i züge, resp. eine entsprechende Aenderung der 1 Fahrpläne auf allen Strecken beantragt. Der | letzteren Angelegenheit wird aus wirthschaftlichen I und sozialpolitischen Gründen große Wichtigkeit | beigelegt; das dringende Bedürfniß einer Aenderung ; der bestehenden Verhältnisse schon mit Rücksicht I auf den bevorstehenden Kasernenbau wurde in. | längerer Besprechung anerkannt.

Im katholische« Gesell>«verein hielt 1 gestern Abend Herr Affistent Müller einen j zweiten Vortrag über seine Reise nach Rom. 1 Der Vortrag, wirksam unterstützt durch eine sehr 1 große Anzahl Photographien von Rom und anderen italienischen Städten, wurde mit großem Interesse angehört.

wie sonst; ihre mädchenhafte Zurückhaltung, die sie vor jeder überschwänglichen Redewendung zurückweichen ließ, war jedoch unverändert geblieben. Dabei verwehrten ihm seine Pflichten als Sohn des Hauses sich der Erkorenen aus­schließlich zu widmen, wie er gern grthan hätte. So ost es ihm möglich wurde, suchte er ihre Nähe auf, nie konnte er aber ein unbewachtes, unbelauschtes Wort an sie richten, denn immer fand er sie, ganz gegen ihre sonstige kühl ab­lehnende Art, munter plaudernd und von einem Kreis von Bekannten umgeben.

Ein Mal, als er sie wieder suchte, begegnete er ihr am Arme ihres Onkels in einer einsamen Allee auf- und abgehend. Obwohl sie eindring­lich mit dem alten Herrn redete, besaß er Un­verfrorenheit genug, sich ihnen zu nähern, und hörte, wie sie bittend sagte: „Lasse die Zeit nicht oorübergehen, sprich doch lieber gleich mit Papa.'"

Für sein Leben gern hätte er gewußt, um was es sich handele, und er wagte sogar, taktlos, wie er war, eine diesbezügliche Frage. Graf Bodenstein, der den sich unberufen Nahenden mit seinem hochmüthigsten Blicke gemessen hatte, fertigte ihn mit einem kurzen: „Das sind Privat- Angelegenheiten" ab.

(Fortsetzung folgt.)

angten. Jetzt theilt die ,Armee Dominicaine' n ihrer letzten Nummer mit, daß etwa 100 Dominikaner, darunter Mgr. Joseph Heoiqny Campomares, Bischof von Nueva Segovia, sich gleichfalls in der Gefangenschaft befänden. Sie Men so fürchterliche Qualen zu erleiden, )aß die Feder sich sträubt, dieselben niederzu- chreiben. Geohrfeigt, bespeit, gepeitscht, mit Stöcken geschlagen, führen sie ein Dasein, welches ein wahres Martyrium darstelle. Mehreren von ihnen habe man die Nase durchbohrt. Derselben unerträglichen Marter habe man auch andere ge- angen genommene Ordensgeistliche ausgesetzt. Durch jene fürchterliche Wunde würde eine Schnur gezogen, welche den nichtswürdigen Henkern dazu dient, ihre unglücklichen Opfer zur Arbeit zu ühren, welche unter diesen Umständen umso ürchterlicher sei. Wann werden die Amerikaner diesen Greueln ein Ende machen?

* Nach den amtlich en Erhebungen über die Ira«e«- ««d Kmderaröeit i« deutschen IaöriKe« belief sich die Zahl der Fabriken, die jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen (im Alter bis zu 16 Jahren) beschäftigten, im Jahre 1897 auf 43,593, gegen 40,339 im Jahre 1896, und derjenigen Fabriken, die erwachsene (über 16 Jahre alte) Arbeiterinnen beschäftigten, auf 35,530 gegen 32,823. Die Gesammtzahl der jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen ist zu 265,721 (176,168 männlich und 89,553 weiblich) ermittelt, gegen 244,860 (162,557 männlich und 82,303 weiblich) im Vorjahre, die der erwachsenen Arbeiterinnen zu 732,909 gegen 699,579; von den letzteren waren 280,682 (im Vorjahre 270,266) zwischen 16 und 21 Jahren und 452,227 (im Vorjahre 420,313) über 21 Jahre alt. Im Ganzen ist somit die Zahl der in Fabriken beschäftigten Arbeiterinnen — der jugendlichen und erwachsenen — von 781,882 auf 822,462 gestiegen; nicht viel weniger als die Hälfte dieser Zahl entfällt auf die Textilindustrie.

0 Wie bekannt, finden gegenwärtig Erhe­bungen statt über die KrtragsfäHigKeit der randrvirthschafttiche« ZLetrieve. Der für diesen Zweck aufgestellte Fragebogen ist durch den deutschen Landwirthschaftsrath und die landwirth- schaftlichen Centralvertretungen im ganzen an 11000 landwirthschaftliche Betriebe versandt worden.

K. Literarische Meihnachts schau 1898. ix.

Der Verlag der Paulinus-Druckerei in Trier legt uns ein hochinteressantes neues Werk des Jesuiten­paters L. von Hammerstein vor: „DieZukunft der Religionen". Pater Hammerstein beantwortet diese Frage an der Hand von Thatsachen der Gegen­wart, durchwandert die hauptsächlichsten Länder der Erde und bietet theilweise überraschende und stets sehr werthvolle ziffernmäßige Feststellungen und Vergleiche auf Grund der besten Quellen. Dieses fleißig und gewissenhaft zusammengetragene Material ist allein schon geeignet, dem Buche die Aufmerksamkeit aller Gebildeten zuzuwenden. Für katholische Leser enthält es außerodentlich viel Tröstendes und Erhebendes.

L. von Hammerstein's „Sonn- undFest- tagslesungen für die gebildete Welt" er­lebten die 4. Auflage, gewiß das beste Zeugniß für chre Gediegenheit. Ein alphabetisches Jnhalts-Ver- zeichniß wurde neu angefügt.

In demselben Verlage erschien „Das Leben, Wirken

Im Verlage von Ignaz Schweitzer in Aachen ist soeben ein hervorragendes Prachtwerk über die Kirch, liche Kunst von Franz Büttgenbach (Preis in Original-Leinenband 20 Mark) erschienen. Der Ver­fasser bezeichnet seine werthvollen Arbeiten allzu be­scheiden als Monographien und Skizzen; sie sind aber weit mehr als das. Man gewinnt den Eindruck eines abgerundeten, nach bestimmtem System und Plan aus­geführten Ganzen. Die lichtvolle, gemeinverständliche Darstellung nimmt das Interesse des Lesers gleich ge­fangen und findet in den verständnißvoll ausgewählten, prachtvollen Illustrationen (darunter zahlreiche Voll­bilder und auch Farbendrucke), deren wir gegen 130 zählen, die wirkungsvollste Unterstützung. Der Inhalt des Werkes zerfällt in drei Hauptabtheilungen. Die erste Abtheilung bietet eine Uebersicht über die Ent­wickelung der kirchlichen Kunst von den ersten christ­lichen Jahrhunderten bis zur Gegenwart. Jm ztveiten Theil werden die verschiedenen Stilarten behandelt. Jede Skizze wird durch mehrere größtentheils noch nicht edirte Bilder illustrirt, welche die verschiedenen Epochen und Stilarten vertreten.

Büttgenbach läßt die einzelnen Stilarten sich natur­gemäß auseinander entwickeln, was in dieser präzisen Art unseres Wissens bisher noch von keiner Seite ge­schehen ist. Das Titelbild zeigt die Hauptfayade des Kölner Domes. Der Verlag hat das Werk in Papier, Druck und Einband mustergiltig ausgestattet.

Von demselben Verfasser erschienen noch eine hoch- interefiante kulturhistorische Arbeit über „Die Ge­schichte des Kreuzes vor und nach Golgatha" (geb. 2 Mk.), ferner „Mariaw ald", Ein Bild des Trappistenordens, dessen Wirken und soziale Bedeutung" (geb. 1,50 Mk.), „Armand-Jean de Rancee, Reformator der Cistercienser von de la Trappe" (geb. 2 Mark) und endlich „Die Nadel und ihre Entst^ehu^ng", eine technologische Skizze (gebunden

Im Schweitzer'schen Verlage gab M a r ia C o e l l e n in allerliebsten Versen ein „Schutzengel-Büchlein für brave Kinder" heraus, dessen großer klarer Druck sich für die Kleinsten unter den Kleinen ganz besonders eignet (geb. 1,20 Mark).

(Schluß folgt.)

Ausland.

* Wie«, 10. Dez. Die .Wiener Zeitung' veröffentlicht ein Hand sch reib en des Kaisers vom 8. ds. Mts. an den Ministerpräsidenten, worin der Kaiser anläßlich der fünfzigsten Wieder­kehr des Tages seiner Thronbesteigung der Vor­sehung dankt für das Wachsthum des Staates an Macht und Ansehen sowie für alle Fort­schritte seiner Völker in Wohlfahrt und Kultur. Wenn der Erinnerungstag ohne lauten Jubel vorüberziehen mußte, so blieb er gleichwohl für den Kaiser nicht ohne stille Freude und reine Genugthuung. Die neuerlichen ungezählten Be­weise innigster Anhänglichkeit, Liebe und Treue befestigen neu das Band, das den Kaiser und das Kaiserhaus unlöslich eint mit seinen Völkern. Als die schönste dem Herzens des Kaisers will­kommenste Ehrung empfand und begrüßt der Kaiser die Entfaltung werkthätiger Nächstenliebe durch eine unabsehbare Reihe hochsinniger Akte der Wohlthätigkeit. Der Kaiser sagt tiefbewegten Herzens Allen Dank und fleht zu dem All­mächtigen, daß er seine treuen Völker für die tröstende Liebe segne und lohne, und erfleht die Gnade des Himmels, seinen Lebensabend durch ein ungetrübtes Glück seiner Völker verklärt zu sehen. Der Kaiser beauftragt den Ministerpräsi­denten, seine Danksagung öffentlich kund zu thun.

* Madrid, 10. Dez. Der,Jmparcial' legt abermals lebhafteste Verwahrung dagegen ein, daß die Schuld an der Katastrophe der „Maine" Spanien zugeschoben werde. Das Blatt fügt hinzu, daß vielmehr die Amerikaner die Verantwortlichkeit für die Explosion trügen. — Nach einer amtlichen Depesche aus Jlo-Jlo hat sich eine Abtheilung Eingeborener empört, 6 Soldaten wurden erschaffen. Weitere Aufstände haben in Tumbao, Lubungan, Rio Grande und Balabac stattgefunden, zu deren Unterdrückung Schiffe abgesandt worden sind. — Auf einem in Barcelona von Manila mit heimkehrenden spanischen Soldaten eingetroffenen Packetboot starben während der Ueberfahrt 60 Mann.

* Wem Mark, 10. Dez. Dem ,New-York- Herald' wurde dieser Tage aus Manila ge­meldet, doß dir Aufständischen für die zahlreichen in ihrer Gewalt befindlichen gefangenen Ordens­geistlichen ein Lösegeld von 6 Millionen ver-

* Nach einer Meldung des ,Daily Chron/ vom Kongo ging Anfangs November von Kamerun eine 100 Mann starke devtfche Kxpeditio« unter der Führung des Gouverneurs von Putt- kamer und vier deutscher Offiziere nach dem Sangha ab. Sie soll diesen Theil des Hinter­landes von Kamerun erschließen und Handels­beziehungen mit den Eingeborenen herstellen.

* Die Iustiznovelle über die Ersetzung des Voreides durch den Nacheid liegt bereits dem Bundesrathe vor und wird nach einer Mit­theilung aus amtlicher Quelle in nächster Zeit dem Reichstage zugehen.

h Auch über die Präsidentenwahl im Reichstage ist Streit im Lager der Irei- st««ige« ausgebrochen. Der radikale Berliner Flügel ist gar nicht zufrieden damit, daß die Fraktion der Freisinnigen Volkspartei nicht für Herrn Singer als ersten Vizepräsidenten ein­getreten ist. „Nachdem - so läßt sich die radikal­freisinnige Berliner Zeitung vernehmen — die zweitstärkste Partei des Hauses (Sozialdemokratie) Anspruch auf die erste Vizepräsidentenstelle er­hoben hatte, war es parlamentarische Pflicht der Freisinnigen Volkspartei, diesen Anspruch als berechtigt anzuerkennen." Dabei hat die Frei­sinnige Volkspartei im Reichstage 'gar nicht ein­mal für den konservativen Abg. Dr. von Frege gestimmt, sondern hat vielmehr weiße Zettel ab­gegeben.

* Aache«, 10. Dez. Die Verhandlungen über das Geschick des neutralen Gebietes Mo­res» et (Altenberg) sind abgeschlossen. Zwischen der preußischen und der belgischen Regierung wurde ein Uebereinkommen dahin erzielt, daß das „neutrale Gebiet ungetheilt Belgien zufällt, während Preußen eine Entschädigung dadurch geboten wird, daß Belgien ihm einen

in Baden, Oldenbnrg, in einigen mittel­deutschen Bundesstaaten und im Oberelsaß ist man dazu gelangt, die weiblichen Beamten für unnöthig zu halten. Leider kennt man gegen­wärtig noch nicht die genauere Begründung dieses einigermaßen überraschenden Entschlusses. In Meiningen hat man ebenso wie in Hessen und Württemberg statt der weiblichen Be­amten weibliche Vertrauens- und Mittelspersonen zur Beihilfe herangezogen und im allgemeinen mit diesen recht gute Erfahrungen gemacht, namentlich in Meiningen. In Preußen ist man der ganzen Frage praktisch noch gar nicht näher getreten, was sicherlich sehr zu bedauern ist. Denn vielfach wird das Fehlen weiblicher Mittels­personen bei der Gewerbe- und Fabrikaufstcht recht bitter empfunden.

und Leiden der gottseligen Pauline Maria Ja- ricot, Stifterin des Vereins zur Verbreitung des lebendigen Rosenkranzes, von M. I. Maurice, übersetzt von I. Bechtold, ferner „Eine Pilger­reise nach dem heil. Lande im Frühjahr 1897" von I. K., Pfarrer, sodann der 32. Band des Das- bach'schen Novellenkranzes, enthaltend „Hermione", Roman aus dem römischen Trier, von F. Riotte, sowie in 2. Auflage das 17. Heft von Dasbach's Volksbibliothek, enthaltend eine kleine Hotelgeschichte von Domkapitular Dr. Höhler: „Ist der heil. Rock zu Trier echt?", endlich ein herziges Gebetbüchlein für die Kleinen: „Abba, Vater".

Der berühmte B. Kühlen'sche Kunstverlag in M.-Gladbach erfreute die katholische Welt mit einem neuen religiösen Prachtwerke, das sich den früheren ebenbürtig an die Seite stellt: „Rosa mystica“, die Geheimnisse des hochheiligen Rosenkranzes in 16 Kunstblättern nach Original - Federzeichnungen von Bernhard Kraus und 16 Sonetten von P. Fritz Ess er 8. J., dem Verfasser der „Marienminne". Der Künstler hielt seine Bilder ganz im Stile altdeutscher Holzschnitte, in der Manier Albrecht Dürer's und er­zielt mit den tief empfundenen Darstellungen in reicher gothischer Umrahmung die ansprechendste Wirkung. Die den Bildern sich anpassenden 16 Sonetten ge­reichen nach Gehalt und Form dem erprobten Dichter zu neuem Ruhme. Der Preis von 6 Mk. für das in einem reich dekorirten Umschläge gefaßte Album ist in Anbetracht des hohen Kunstwerthes billig.

Derselbe Verlag bietet in diesem Jahre als herr­lichstes Festgeschenk das große, in 18 Farben ausge- führte Original-Kunstblatt „Die Herrlichkeit des heiligen Geistes". Ein volles Jahr ist an der Herstellung dieses meisterhaften Riesenbildes (85 X115 Zentimeter Größe) gearbeitet worden. Der hl. Vater hat dieses Bild in zwei Audienzen gutgeheißen, ge­segnet und mit einem eigenen Ablaßgebete bereichert. Viele Kardinäle, Bischöfe und andere kirchliche Wür­denträger sprachen sich geradezu begeistert über die Idee und die Ausführung des Bildes aus. In der That ist das Bild ein großartiges Denkmal der Ency- klika Leo's XIII. über die Verehrung des hl. Geistes („Divinum munus“) und eine sprechende Predigt für jeden christlichen Beschauer. Dem Kühlen'schen Ver­lage kann man zu diesem Meisterstücke des lithogra­phischen Kunstdruckes nur Glück wünschen. Der Preis von 15 Mk. für ein solch gewaltiges Bild ist mäßig zu nennen.

as Im St. Zosephsverei« kathokischee Arbeiter hielt gestern Abend das Mitglied Herr Reith einen Vortrag über die Organisation der christlichen Arbeiter. Herr G. Hosenfeld refe­rirte sodann über die süddeutsche Centralstelle der christlichen Arbeitervereine in München. Nach­dem dann noch verschiedene geschäftliche Ange­legenheiten eingehende Erörterung gefunden hatten, wurde die Versammlung gegen 10 Uhr geschlossen.

□ Herr Dr. Karl Ketzverger von hier ist zum Königl. Bankdirektor ernannt und der der preußischen Centralgenossenschaftskasse in Berlin angestellt worden. ~ |

4* Am Sonntag den 18. Dezember werden die Schalter vei de« Kaiserliche« N"fin«' stalle« in demselben Umfange wie an Wei klagen für den Verkehr mit dem Publikum geöffnet sein.

Der Kühlen'sche Verlag bietet auch wieder mehrere hübsche neue Büchlein mit vielen reizenden Bildern, so ein „Rosenkranzbüchlein" vonP.Soengen, „Barmherzigkeit für die armen Seelen" von Antonius P. Plattner und „St. Antoni us- brot für die Armen" von demselben Verfasser.

Als ein vornehmes Weihnachtsgeschenk sei auch der allerliebst ausgestattete Goldschnittband „ImBlüthen- dnft und Winterschnee", Blätter aus dem Kranze deutscher Festzeiteu und Festbräuche, herausgegeben von Dr. Armin Kausen, (Verlag vonF. W. Cordier in Heiligenstadt) in empfehlende Erinnerung gebracht (Salonband mit künstlerischer Farbendruckdecke 5 Mk.). Im neuesten (3.) Hefte des „Deutscher Hausschatz" liest man in einem Aufsätze über „Frauenlektüre für den Weihnachtstisch" vonE.M.Hamann: „Ansprechende, oft wahrhaft schöne Poesie und Prosa verschiedenen Ursprungs enthält in anmuthiger Zu- sammenstellung Dr. Armin Kausen's „Im Blüthen- duft 2C." Die bekannte Dichterin Kordula Peregrina bezeichnete „Im Blüthenduft und Winterschnee" als ihr „Lieblingsbuch".