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JIS. 282.
Jutöa, Samstag, den 10. Dezember 1898.
25. Jahrgang.
□ Zur Lage der Staatsförster.
Aus Försterkreisen wird uns geschrieben:
Seit Jahren schon wird seitens der Staatsregierung an der Aufbesserung der Staatsförster- Gehälter gearbeitet. Wenngleich in den letzten 10 Jahren einige Erhöhungen stattgefunden haben, so waren selbige doch so kärglich bemessen, den Zeitverhältnissen so weinig entsprechend, daß die unter den Beamten wirklich vorhandene Noth nicht gemildert worden ist. Auch im nächsten Jahre ist nach den jüngsten Zeitungsberichten eine Erhöhung des Gehalts bis 1800 Mark geplant, die aber nicht hinreichend ist, unter den heutigen Verhältnissen standesgemäß zu leben, auch den Erwartungen, welche die Beamten darauf gesetzt haben, durchaus nicht entspricht. Wenn schon seit langen Jahren eine Reihe von Unterbeamten ein Gehalt bis 1800 Mark beziehen, so ist es den Förstern nicht zu verdenken, wenn selbige andere Erwartungen auf die nächstjährige Gehaltsaufbefferung setzen. Falls auch diese Ünterbeamten im nächsten Jahre wiederum berücksichtigt werden, würde der gewiß merkwürdige Fall eintreten, daß der Förster als Subalternbeamter weniger Einkommen bezöge als jene. Daß dadurch ein unhaltbarer Zustand geschaffen würde, braucht wohl nicht näher erörtert zu werden. Die Bahn- und Postassistenten, die im gleichen Range wie die Förster stehen, und von denen dieselbe Vorbildung verlangt wird, beziehen ein Gehalt bis zu27OO und 3000 Mark und es erscheint unbegreiflich, die Förster mit einer solch geringen Aufbesserung abfinden zu wollen.
Wenn man nun in Betracht zieht, daß auf dem Lande die Ausgaben für manche Dinge bedeutend höher sind, als in der Stadt, Gesinde nur zu den höchsten Löhnen zu haben ist, so begreift man die bitteren Klagen der Förster. Die kleine Landwirthschaft bringt dem Förster absolut keine Einnahme; sie ist ein nothwendiges Nebel und muß fortgeführt werden, um die noth- wendigen Produkte zu ziehen, die auf den von allem Verkehr abliegenden Forsthäusern nicht zu haben sind. Es kann unter solchen Verhältnissen nicht befremden, daß ein großer Theil der Kinder der Forstbeamten nichts erlernen oder nicht einmal eine der Försterei gleichwerthige Stellung bekleiden kann. Der Förster aber möchte seinen Kind«n gern auch eine gute Schulbildung zu theil werden lassen, was bei der geringen Besoldung unmöglich ist. Während man den Oberförstern dasselbe Gehalt wie den ihnen gleichstehenden Beamten, Dienstaufwands-Entschädigung und fast freie Jagdnutzung gewährt, die denselben oft 1000 Mark und mehr einbringt, ohne die unter Umständen 20 ha großen Dienstländereien in Betracht zu ziehen, möchte man den Förstern die wenigen Dienstländereien bei der Pensionirung in Anrechnung bringen. Hierzu bemerken wir, daß unter Umständen Beamte
GW schöner Christabend.
Unsere Geschichte spielt in einem Gebirgsdorfe. Weihnachtsabend! Leise trittst Du heran mit all Deinem Zauber, fester knüpfend durch die Freude die Bande der Freundschaft, vereinend, versöhnend, beseligend, nach dem Worte der Engel: „Friede den Menschen auf Erden!"
Weihnachtsabend ist auch in dem größeren Gebirgsdorfe, und Alles eilt geheimnißooll hin und her, vorbereitend, ordnend zur Feier des Christabends.
Es ist nach vier Uhr Nachmittags. Bereits lagern sich die ersten Schatten der Dämmerung über die glitzernde Schneefläche; da geht ein ernstes Mütterchen einsam den Pfad herab, der von der Kirche ins Dorf führt. Es kommt vom Rosenkränze, der heute schwächer als sonst besucht war. Prüfend schweifen die Blicke der alternden Frau über die Häuser; dann wendet sie dieselben nach den Bergen, und ein heißer Thränenstrom entstürzt ihren Augen. Schneller eilt sie weiter, der heimathlichen Hütte zu.
Thränen am Christabend! O sie brennen und schmerzen mehr denn je, sie zerschneiden die Seele!
Mutter Bärbel war früh zur Wittwe geworden; ein Knabe und ein Mädchen waren ihr Trost und ihre Freude. Beide waren fleißig, brav und gut, bis Toni, groß geworden, in schlimme Gesellschaft gerieth; er vernachlässigte die Arbeit, trieb sich mit den bösen Kameraden herum und blieb taub für die Mahnungen und Bitten der trostlosen Mutter. Eines Tages wurde er gefesselt auss Gericht gebracht; er war beim
auf Stellen versetzt werden, auf denen sich nicht eine Hand breit urbares Land befindet, oft noch sogar die als Dienstländereien übewiesenen Flächen mit Holz bestanden sind, dem Stelleninhaber aber die vollen Kosten der Urbarmachung auferlegt werden. Es ist vorgekommen, daß der betreffende Beamte 6 ha und darüber in einen kulturfähigen Zustand gesetzt hat, wodurch demselben eine baare Ausgabe von 2400 Mark erwacksen ist. Als Vergünstigung erhält der Beamte hin und wieder drei Freijahre, d. h. freie Benutzung des Landes ohne Pachtzahlung. Daß mancher Beamter fürs Leben pekuniär ruinirt wird, braucht wohl nicht weiter gesagt zu werden, muß vielmehr sogar jedem Laien einleuchten.
Die Forstbeamten müffen Holzverkäufen, Jagden und sonstigen Terminen beiwohnen, wobei sie noth- wendigerweise Geldausgaben machen müssen, aber man gewährt ihnen keine Entschädigung, selbst die Ausgaben für Schreib- und Jagdutensilien pp. sind sie gezwungen, aus ihrer Tasche zu bezahlen. Die Unzufriedenheit unter diesen Beamten greift infolgedessen immer mehr um sich, da Nahrungssorgen seit jungen Jahren schon ihre steten Begleiter gewesen sind. Die Ver- hältniffe der Forstaufseher sind augenblicklich so traurig, daß die jüngsten Anwärter unter Umständen 45 bis 50 Jahre alt werden, ehe sie zur definitiven Anstellung gelangen. Die Besoldung beträgt 60 bis 90 Mark monatlich, kaum hinreichend, das Leben zu fristen, geschweige denn standesgemäß aufzutreten. Da die Anwärter aber erst nach 16jähriger Dienstzeit, also in einem Alter von 35 bis 36 Jahren, den höchsten Satz von 90 Mark beziehen und meistens verheirathet sind, so kann wohl hier übergangen werden, die Lage derselben zu schildern. Jeder Holzhauer und Tagelöhner verdient 5 Mark und mehr, besitzt meistens Haus und Hof und ist infolgedessen in der Lage, viel besser leben zu können als der Forstaufseher. Es ist daher nicht nur nothwendig, die Besoldung zu erhöhen, sondern auch die Forstaufseher mit mindestens 15jähriger Dienstzeit definitiv anzustellen und eine entsprechende Miethsentschädigung zu gewähren, eventuell mit dem Bau von Dienstwohnungen vorzugehen. Wer Gelegenheit hatte, die Wohnungen der Forstaufseher zu sehen, der wird gewiß unsere Wünsche gut heißen und unterstützen. Daß die Staatsförster mir allen gesetzlich erlaubten Mitteln vorgehen werden, um ihre Wünsche zu erreichen, das möchten wir noch hier betonen. Wir haben nun schon seit Jahrzehnten auf die Erfüllung unserer Wünsche gewartet, daß uns nun endlich die Geduld verläßt, wird uns keiner verdenken können! Wir haben das Vertrauen zu unfern Abgeordneten, daß sie unsere berechtigten Forderungen bei Gelegenheit der Etats-Berathung energisch vertreten werden.
Vermischtes.
* Schicksal eines Deserteurs. Im Jahre 1887 wurde der damals 20jährige Bauernsohn I. in Oet- weiler zum Militär ausgehoben und im Herbst desselben Jahres in ein Infanterie-Regiment eingestellt. Gleich am ersten Tage desertirte er nach Frankreich. Dort trieb er sich sieben Jahre herum, jedenfalls nicht immer zur Zufriedenheit der französischen Polizei,
Wildern betroffen worden und hatte durch einen Streifschuß den Förster verwundet.
Schrecklich war die Nachricht für die Mutter, entsetzlich der Tag der Verurtheilung zu mehrjähriger Kerkerhaft. Der Gram, der Kummer, die Schande nagten am Herzen der Armen; sie kränkelte und siechte immer mehr dahin. Die gute Stasi aber zog als geschickte Näherin von Haus zu Haus, von Ort zu Ort, um das tägliche Brod für die Mutter und sich zu erwerben, und nicht selten gab ihr eine brave Frau auch noch Lebensmittel mit nach Hause.
Jetzt vergingen zwei Jahre bereits seit der Abführung Tonis in die Straf-Anstalt. Das dritte Weihnachtsfest ohne ihn! Als die tiefbekümmerte Mutter zu Hause einttaf, war auch die Tochter schon dort. „Du kommst heute früh, Stasi," sagte sie, dem Mädchen die Hand reichend.
„Ist ja Weihnachtsabend heute" war die sanfte Antwort. „Auch bei uns soll's Weihnacht werden. Die freundlichen Leute haben mir heuer viel geschenkt; dazu habe ich ein kleines Bäumchen gekauft, und ... Du darfst aber nichts sehen, bis Alles hergerichtet ist. Christkind kommt ja auch zu den Betrübten und den Armen!"
„Glaubst Du, ich könnte eine Freude haben ohne meinen unglücklichen Sohn? Ich fühle es nur zu gut, mit mir geht's zu Ende; ich sehe meinen Toni nicht mehr; bis er wieder frei wird, ruhe ich längst int Grabe!"
„So laß doch heute die trüben Gedanken, Mutter, mir zu Liebe; wer weiß, was uns das Christkind noch Alles bringt!"
„Ja, Du bist jung, da nimmt man Alles leicht, aber ein gebrochenes Mutterherz . . ."
denn diese schob ihn eines Tages nach Deutschland ab. Hier verbüßte er wegen Fahnenflucht eine neunmonatige Festungshaft und wurde dann wieder in ein Regiment eingestellt. Nach einem Tage Dienst gelang es ihm, zum zweiten Male zu desertiren. Jetzt wurde er Fremdenlegionär. Fünf Jahre lang ertrug er die Strapazen des strengenDienstes in der Legion inAfrika. Dann wurde er nach Frankreich entlassen und später auf deutschem Gebiete wieder festgenommen. Jetzt erfolgte wegen Fahnenflucht und Majestätsbeleidigung seine Verurtheilung zu fünfjährigem Festungs- gefängniß. Nach Verbüßung dieser Strafe sollte er dieser Tage zum dritten Mal in sein Regiment eingereiht werden, wurde jedoch wegen Krankheit einstweilen in seine Heimath beurlaubt. So kam er dieser Tage nach zwanzigjähriger Abwesenheit in Sträflingskleidern bei seinen Eltern wieder an, ein an Leib und Seele gebrochener Mann.
* Ein nettes Geschichtchen theilt man der ,Pos. Ztg? aus Berlin mit: Daß es mit der Kennerschaft eine eigene Bewandtniß hat, mußte ein angehender Meister auf der Violine jüngst in drastischer Weise erfahren. Sein größter Kummer war die gräßliche Kratzfidel gewesen, auf der er Mangels eines guten Instrumentes seine Kunst bewähren mußte. Da ließ ihn der Fabrikbesitzer und Violineninhaber, der von seiner Noth gehört hatte, kommen, und bot ihm leihweise eine herrliche alte Geige an. Außer sich vor Freude stürzte der Sohn der heiligen Musika zu seinem innigstgeliebten Meister, dem weltberühmten I. I. „Sehen Sie nur den herrlichen Stradivarius, den mir P. gegeben hat. Er ist 20000 M. werth." Der Meister prüfte die Gabe genau. Dann aber schüttelte er den Kopf und erklärte: „Nur die obere Hälfte ist Arbeit des Stradivari, die untere ist später angestückt." Etwas enttäuscht, aber immer noch sehr froh eilte der Jüngling ein paar Zimmer weiter zu dem etwas weniger berühmten, aber immerhin ausgezeichneten Professors H . . . . o. „Sehen Sie dies herrliche Instrument. P. hat es mir geliehen. Es ist 20000 M. Werth und soll ein Stradivarius sein." H. prüfte das Instrument sorglich, fand es köstlich, dann aber schüttelte er sein Haupt. „Ein ganzer Stradivarius ist dies nicht," sagte er gelassen. „Nur die untere Hälfte ist von Stradivari, die obere- ist spätere Zu- that."
Hai»swirthschaftliches
G efrorene Wäsche. Hat man bei kaltem Wetter Wäsche zu trocknen, so nehme man sie, wenn im gefrorenen Zustand, mit größter Vorsicht ab. Steif gefrorene Wäsche darf weder gebogen noch gedrückt werden, sonst werden die kleinen Eiskrystalle gebrochen und damit die Gewebefasern zerschnitten und zerrissen. Die Wäsche erhält eine Menge Löcher, welche vorher nicht darin waren.
Versengte Wäsche. Man bereitet aus 100 Gr. Chlorkalk, den jeder Drogist vorräthig hat, und 900 Gr. heißem Wasser eine Chlorkalklösung. Nachdem diese sich geklärt hat, taucht man in dieselbe einen Wattebausch oder ein kleines Läppchen und bestreicht damit sanft die versengten Theile der Wäsche. — Hat man versengte, gestärkte Wäsche, zum Beispiel Oberhemden, Kragen, Manschetten, muß vor der Behandlung der Wäsche mit der Chlorkalklösung die Stärke mittels heißen Wassers beseitigt werden. Sobald die versengte Stelle verschwindet und die Wäsche wieder weiß wird, wäscht man mit kaltem Wasser gründlich die Chorkalk- aus.
einigen der Petroleumlampen. Als ein
faches Mittel zur schnellen und billigen Reinigung der Lampen empfiehlt man trockene Holzasche, mit ^welcher man Brenner und Glasbecken von innen und außen mit weichem Papier abreibt. Das Becken wird spiegelklar und darf nur noch mit einem trockenen Tuche nachgewischt werden.
Doch Stasi war leise in ihr Kämmerchen geeilt und hatte von Innen zugefchloffen; die Mutter aber setzte sich zum Ofen und betete wieder — für ihren Sohn!
Nacht war es unterdessen geworden, und nur die weiße Schneedecke und das Sternenheer beleuchteten die Gegend. Stasi saß wieder an der Seite der Mutter, ihr erzählend von ihrem Tagewerk, der Bescheerung erwähnte sie nicht mehr. Plötzlich ertönte ein kräftiges Pochen an der Hausthür. „Wer kommt denn noch so spät?" fragte die Mutter; „schau doch, Stasi, was das ist!"
Doch schon war das Mädchen draußen und kam mit der Nachricht zurück: „Ein armer Wanderer ist's, Mutter, halb erfroren; darf er sich nicht ein wenig wärmen an unserem Ofen?" „Warum nicht? Mein Gott, vielleicht friert es meinen armen Toni auch in feinem Kerker!" „Mutter, er kommt mir so bekannt vor, ich glaube. Du hast ihn schon gesehen! . . . Aber Stasi kam nicht zu Ende, denn herein stürzte ein junger Mann, warf sich vor der Alten auf die Knie und, seinen Kopf in ihrem Schooße bergend, stöhnte er: „Mutter! Mutter!" Stasi stand leuchtenden Auges neben der fprachlosen Frau.
Die liebende Tochter hatte den nagenden Gram des guten Mütterchens nicht mehr ansehen können; der Umstand, daß sie öfters ihrer Arbeit wegen in entfernteren Orten übernachten mußte, kam ihr zu Hilfe; sie fuhr in die Stadt und besuchte ihre Kunden, welche oft während der Sommerfrische in den Bergen ihrer fleißigen Nadel bedurften; es waren auch manche Reiche und Mächtige unter ihnen. Keiner wurde ver-
Mterarisches.
Kduard Kregel, Geschichte der «ugkische« Aikeratur (mit einem Anhang: Die Nordamerikanische Literatur) B i e r t e A u f l a g e, Verlag von Julius Baedeker in Leipzig. In fünf Lieferungen ä, 1 Mark.
Es handelt sich hier nicht nur um eine neue Auflage sondern um eine völlig neue Bearbeitung des wohlbekannten Werkes. Bücher dieser Art bedürfen, wenn sie nicht veralten sollen, immer neuer Studien, und Eduard Engel hat diesmal von Grund aus neue Arbeit gemacht. Diese neue Auflage behandelt die ganze schöne und schönwtffenschaftliche Literatur Englands und Nordamerikas und zwar unter Ausscheidung alles dessen, was ohne bleibende Bedeutung ist und höchstens den philologischen Fachmann angeht. Indessen sie behandelt auch die ältesten Zeitabschnitte mit gründlichster Ausführlichkeit, und das Shakespearesche Zeitalter ist so eingehend wie in keinem anderen Buche bearbeitet worden. Aber auch die neueste Literatur hat eine eingehende Darstellung gefunden. Engels Geschichte der englischen Literatur ist auf strengwissen- schaftlicher Grundlage aufgebaut und wendet sich doch zu- Sleich durch seine frische Darstellung an das große ge- ildete Publikum. Durch die Beigabe sorgfältiger Quellennachweise ist das Werk auch zugleich für die Schüler der höheren und höchsten Lehranstalten als Handbuch von besonderem Werthe. Die Ausstattung fit gut. _________________
Laßwitz, Auf zwei Planeten. Roman in zwei Büchern. 3. und 4. Tausend. Weimar, Verlag von Emil Felber. 20 Lieferungen ä 40 Pfg.
Das vorliegende Buch ist eines der originellsten literarischen Erzeugnisse der jüngsten Zeit. Kurd Laßwitz, der bei gründlicher Gelehrsamkeit int Reiche der Phantasie heimisch ist, führt uns die Schicksale einer deutschen Nordpolexpedition vor, bereit Theil- nehmer mit den Bewohnern unseres Nachbarplaneten, den Martiern, die den Weg zur Erde gefunden und am Nordpol festen Fuß gefaßt haben, in Berührung und alsbald in enge Verbindung treten. Der Ber- f aff er baut ein System der kühnsten Kombinationen mit so sicherer Hand und soviel dichterischer Anschaulichkeit auf, daß der Leser gar nicht zu Betrachtungen über Möglichkeit oder Unmöglichkeit des Dargestellten kommt, sondern nur das Unerwartete, das Phantastische der Begebenheiten zu genießen trachtet. Vom ersten Augenblick an, wo die Erdensöhne mit den Fremdlingen am Pol Zusammentreffen, bis zur schließlichen Besitzergreifung der Erde durch die sittlich und kulturell überlegenen (!) Markier häuft sich Wunder auf Wunder, erschließt sich eine Märchenwelt, in der doch alles mit natürlichen Dingen zuzugehen und sich wie nothwendig zu entwickeln scheint. — Um die Anschaffung des Buches zu erleichtern, erscheint es in Lieferungen, kann aber auch komplett auf einmal bezogen werden.
Gottesdienstordrmug in Fulda.
Sonntag, 11. Dez. Dom. 5'/, und 6 Uhr hl. Steffen, 6’/« Uhr Kommunion der Christenlehr-Jungfrauen, 7'/, Uhr hl. Messe, 9 ll. Umg. Hochamt mit Pred., 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr l‘/i Uhr hl. Messe, Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Predigt und Andacht, 7 Uhr Predigt und Andacht in der Marienkapelle. Dompfarrlicher Mütter- Verein. Während der 6 Uhr-Messe hl. «ommunion,2'/« Uhr Predigt und Andacht. — Stadtpfrrrrstirche. 51/« Uhr hl. Messe und Predigt, 6 und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 9"> Uhr Hochamt und Predigt, 11 und l1/« Uhr Christenlehre, 3 Uhr Bruderschaft von der Todesangst des Herrn. — Micharlokirche. 10 Uhr hl. Messe mit Exposition. — Pfarrkirche ?um hl. Meiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — Sodalttät. 1 -10 Uhr. — Frauenberg. 5 und 6>/» Uhr hl. Messen, 8 Uhr Bruderschaftsmesse, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr Versammlung des III. Ordens.
geffen, zu Allen ging sie, um Vermittelung und Hilfe flehend für ihr Anliegen. Es gibt auch noch edle Seelen, welche nicht rauh und lieblos den Bittenden zurückstoßen. Ueberdies achtete und schätzte man das sanfte, stille Mädchen, welches nie an sich, sondern immer nur an die Bedürfnisse der Mutter dachte! man suchte ihr Gönner, FÜrbitter; ihr Gesuch um Begnadigung des Bruders erreichte das Ohr des Regenten, und das beseligende Wort: „Gnade um der leidenden, unglücklichen Mutter willen" wurde endlich gesprochen.
Wenige Tage vor Weihnachten reifte Stasi wieder in die Stadt; der befreite Toni kam dort mit ihr zusammen. Sie führte ihn zu einer befreundeten, alten, einsamen Frau, welche ihn in ihr Haus aufnehmen wollte, bis zum heiligen Abend; denn das Christkind erst sollte den Reuigen, Gebesserten der Mutter bringen.
Die Seligkeit des Wiederfindens, das sanfte Lächeln in den Zügen der Vielgeprüften, war Stasis Werk, ihr Lohn war reine Himmelsfreude.
Daß Toni geheilt, dem Guten wiedergegeben fei, zeigte sich in feinen Zügen, in feinem ganzen Wesen.
„Nun, Mutter," sprach das Mädchen schmeichelnd, „sagte ich Dir nicht: wer weiß, was uns das Christkind bescheert? Darf ich jetzt mein Bäumchen und meine Geschenke bringen?"
Toni ist ein ernster, fleißiger, geachteter Mann geworden, der böse Rathschläge streng zurückzuweisen gelernt hat; er ist die Freude seiner Mutter; doch tief glüht in feinem Herzen der Dank für die edle, aufopfernde Schwester, den Engel seines Lebens.