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JIS 274.
JuLöcr, Donnerstag, den 1. Dezember 1898.
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25. Jahrgang.
O Die Ausweisungen aus Deutschland
sind am letzten Dienstag der Gegenstand von Verhandlungen im österreichischen Abgeordnetenhause gewesen. Zwei polnische Mitglieder des Abgeordnetenhauses hatten eine Interpellation über die Ausweisungen eingebracht, und der Ministerpräsident Graf Thun hat diese Interpellation sofort beantwortet. Dies ist in sehr ausführlicher Rede geschehen, obwohl ja die Zahl der aus Deutschland ausgewiesenen österreichischen Staatsangehörigen verhältnißmäßig gering ist gegenüber der Zahl der aus Nordschleswig ausgewiesenen Dänen. Außerdem ist nicht zu leugnen, daß Graf Thun in seiner Antwort auf die Anfrage des Abg. Jaworski einen ziemlich herausfordernden Ton gegen Deutschland eingeschlagen hat. Namentlich am Schlüsse seiner Rede hat Graf Thun dem österreichischen Abgeordnetenhause „die Versicherung gegeben, daß er. und zwar im Einvernehmen mit der gemeinsamen (österreichisch-ungarischen) Regierung, nicht zögern werde, die Rechte der österreichischen Unterthanen mit vollem Nachdrucke zu wahren, eventuell den Grundsätzen der Reziprozität (Wiederoergeltung) entsprechende Maßregeln anzuwenden."
Die oberoffiziöse ,Nordd. Allg. Ztg.' druckt die Rede des Grafen Thun im telegraphischen Auszuge ab und bemerkt dann kurz dazu: „Ein Theil der deutschen Preffe drückt sein Befremden über diese Rede, besonders über den Schluß derselben aus." Der Wink ist deutlich: man hat in Berlin dem Grafen Thun seine Rede Übel genommen, und somit ist die bedauerliche Thatsache zu verzeichnen, daß in Folge der vor- geuommenen Ausweisungen aus Deutschland Verstimmungen eintreten zwischen Deutschland und den Regierungen benachbarter Reiche, namentlich des uns am engsten befreundeten Bruderlandes Oesterreich. Diese Thatsache ist unleugbar vorhanden, und es bleibt nur übrig, zu hoffen, daß die Verstimmung so bald wie nur irgend möglich, wieder beseitigt werden möge.
Graf Thun hat recht, wenn er an den Ausweisungen aus Deutschland sehr vieles zu tadeln findet. Auch ein großer Theil der deutschen Preffe hat freimüthig ausgesprochen, daß in Deutschland selbst diese Ausweisungs-Maßregeln bei weiten Volkskreisen das Gegentheil von dem finden, was man für gewöhnlich Beifall zu nennen pflegt. Aber es ist doch wohl die Frage, ob Graf Thun klug daran that, daß er diesen scharfen, ja sogar drohenden Ton der Brudermacht Deutschland gegenüber anschlug. Im allgemeinen ist es nicht üblich, daß man sich in parlamentarischen Auseinandersetzungen mit den innerpolitischen Verhältnissen anderer Länder sich beschäftigt, man hütet sich sonst gewöhnlich sehr vor solcher Kritik, und mindestens muß man es auffallend finden, daß Ministerpräsident Graf Thun sich nicht nach diesem alten und bewährten Brauche gerichtet hat. Vorstellungen auf diplomatischem Wege in Berlin zu machen, blieb ihm unbenommen, wenn er gegen die Ausweisung österreichischer Staatsangehöriger aus Deutschland
Lieutenant Lovelace.
Bon L. von Neidegg.
------ (Nachdruck verboten.)
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„Kousinchen?"
„Vetter Ludwig?"
„Du bist mir doch nicht ernstlich böse?"
Der junge Offizier hatte in einschmeichelndstem Ton gesprochen und dabei einen zündenden Blick nach seinem Gegenüber geworfen, einem jungen Mädchen, mit dem er soeben Schach gespielt. Ueberzeugt von der günstigen Wirkung, die seine Rede ausüben müsse, war er nicht wenig enttäuscht, als die Kousine mit zusammengezogenen Brauen ärgerlich erwiderte:
„Ernstlich böse? Nein, nur unangenehm berührt. Ich hatte mich auf gemeinschaftliche Ritte während Deines Urlaubs gefreut und war thöricht genug gewesen, zu vergeffen, daß es nicht in Deinen Gewohnheiten liegt, Dich für die Unterhaltung anderer zu bemühen."
„Welche unverdiente Anklage Johanna! Du hast ja doch die Gründe gehört, weshalb ich zu Meinem großen Bedauern Dich nicht begleiten kann "
„Gründe, billig wie Brombeeren!"
„Nein, stichhaltige Gründe. Nimm an des Kommandeurs großer Landparthie Theil, wenn Du so gern reiten willst; ich weiß Dir keinen ändern Rath!" . _
„Da käme ich weit auf einem von Deines Baters alten Pferden!" erwiderte sie ungeduldig. »Noch dazu müßte ich von zu Hause wegbleiben,
Widerspruch erheben wollte; und manche Meldungen erweckten auch den Anschein, als wäre an den Ausweisungen nicht in vollem Umfange die Berliner Zentralregierung schuld. Kurz und gut, so recht Graf Thun tatsächlich mit seinem Tadel hat, den er gegen die Ausweisungen aussprach, so hätte er zweifelsohne bester eine andere Form gewählt, um diesem Tadel Ausdruck zu geben.
Das Beste was nun in Wien und in Berlin geschehen kann, würde ein Ausgleichs- Verfahren sein: in Wien betrachtet man sich nun quitt durch die Rede des Grafen Thun im Ausgleiche gegen die Ausweisung von einigen österreichischenStaatsangk hörigen aus dem deutschen Reichsgebiete.
Deutsches Reicht
Berlin, 30. November.
x Am Donnerstag Mittag soll der Ki«z«g des Kaisers «ach Derlirt von Schloß Bellevue aus in feierlicher Weise erfolgen. Die gesummte Berliner, Charlottenburger und Potsdamer Garnison wird dabei Spalier bilden. Am Brandenburger Thor wird eine Abordnung der Stadt Berlin dem Kaiser den Willkommensgruß der Stadt bieten.
x Herr von Lncarms, der gefürchtete Unglücksbote für so viele frühere Minister, Herr von Lucanus, der Chef des Civilkabinets des Kaisers, hat augenscheinlich seine Tage als Kabinets-Chef gezählt. Es scheint, die lippesche Streitsache ist Herrn von Lucanus zum Verderben ausgeschlagen; wenigstens wird in einigen übereinstimmenden Zeitungsmeldungen angedeutet, daß Herr v. Lucanus in bestimmten ursächlichen Beziehungen gestanden hat zu dem Telegramm des Kaisers an den Graf-Regenten von Lippe, in dem diesem angekündigt wurde: Dem Regenten, was dem Regenten gebührt, sonst weiter nichts. Vielleicht ist dann auch die weitere Vermuthung nicht ganz falsch, daß der Kampf, der in der,Köln. Ztg.' fortgesetzt gegen den Graf-Regenten geführt worden ist, nicht ganz ohne Einflüsse des Berliner Civilkabinets war. Es wird berichtet, Herr von Lucanus solle den erledigten Posten des Präsidenten der Oberrechnungskammer in Potsdam bekommen; aber jegliche Bürgschaft für die Wahrheit aller dieser Gerüchte fehlt vorläufig noch. Heute (Mittwoch) hörte der Kaiser in üblicher Weise den Vortrag seines Kabinetschefs.
h Nach einer Meldung des,Hann. Kurier' soll die Militär Dortage die einzige Vorlage sein, die der Reichstag gleich bei der Eröffnung neben dem Etat vorfinden wird. Auch aus den neuesten Veröffentlichungen über den Inhalt dieser Militärvorlage kann man sich noch kein abschließendes Urtheil darüber bilden.
* Eine für ZKikitärauwärter hochwichtige Entscheidung ist jüngst vom Kammergericht gefällt worden, indem dasselbe die vom Bundes- rathe im Jahre 1882 erlassenen „Grundsätze für die Besetzung der Subaltern rc." als eine gilttge Rechtsordnung im Gegensätze einer bloßen Verwaltungsordnung anerkannt hat. Den Militär-
und Du weißt recht wohl, wie wenig angenehm dies Deinen Eltern wäre. Nein, es ist besser, ich halte mich fern von der Sache. Die Vize- Mutter von zehn, oft recht ungeberdigen Geschwistern, thut gut, sich an kein Schlaraffenleben zu gewöhnen. Einige gemüthliche Ritte mit Dir, die hätten mir aber großen Spaß gemacht."
„Auch ich wäre ja gern in Deiner Gesellschaft", erwiderte er gnädig, sichtlich geschmeichelt durch das naive Geständniß, „leider muß ich aber in beständiger Hetze leben! Morgen Schnitzeljagd, den Tag daraus muß nothgedrungen das Pferd stehen, dann Hühnerjagd bei Hornberg, Landparthie nach Roder Hagen, und so geht es weiter. Vielleicht aber reitet Papa mit Dir."
„Sehr verbunden!" war die gereizte Antwort. „Dein Vater hat beständig in Feld und Wald zu thun, findet deshalb keine Zeit für solche Kurzweil, außerdem wäre es nicht dasselbe."
„Nicht, Johanna?"
Es war stärker als sein Wille; wenn er sich auch gelobt hatte, recht vorsichtig zu sein im Verkehr mit der Kousine — beinahe unwillkürlich hatte er sie wieder mit einem seiner gefährlichen Blicke gestreift.
„Ganz und gar nicht," versicherte sie treuherzig. „Onkel ist immer einsilbig und öffnet beim Reiten dem Mund nur, wenn es gilt, mich auszuschelten wegen meines schlechten Sitzes, meiner mangelhaften Führung, und..."
„Und Du möchtest immerzu gelobt sein!"
„Welcher Unsinn, Ludwig! Ich nehme gern jede Belehrung an, um so mehr als ich es darauf anlege, eine gute Reiterin zu werden."
„Ofo! Weshalb denn?"
anwärtern eröffnet sich dadurch die Aussicht auf baldige Zuerkennung eines günstigeren Besoldungsdienstalters. Bei Einführung der Dienstaltersstufen war das höhere Lebensalter, in welchem die Militäranwärter in den Civildienst einzutreten pflegen, nicht berücksichtigt worden. In Folge dessen gelangen die Militäranwärter gegenwärtig, da das Besoldungsalter im allgemeinen erst vom Tage der etatsmäßigen Anstellung ab gerechnet wird, in einem um 9—10 Jahre höheren Lebensalter in den Bezug des Höchstgehaltes, als die Civilanwärter. Dieser von den Militäranwärtern als eine große Härte empfundene Umstand dürfte nunmehr durch Anrechnung der Probe- und Diätarzeit auf das Besoldungsdienstalter eine Aenderung erfahren, durch welchen die Militäranwärter das Höchstgehalt in annähernd demselben Lebensalter erreichen, wie die Civilanwärter. § 22 der Grundsätze lautet: „Ist das Aufrücken in höhere Diensteinnahmen oder auf die Beförderung in höhere Dienststellen die Ge- sammtdienstzeit entscheidend, so wird dieselbe für die Militäranwärter mindestens vom Beginn der Probezeit in dem bestehenden Dienstzweige abgerechnet."
Die kaiserliche Ober-Postdirektion zu Hannover läßt im,Vorwärts' als falsch die Meldung berichtigen, daß neuerdings in Hildesheim etwa einem Dutzend und in Hannover etwa 50 Dostunterveamte« gekündigt worden sei, weil sie „der Theilnahme am Verbände der Postunterbeamten verdächtig seien". Entlaffungen von Postunterbeamten haben nach dieser amtlichen Erklärung in Hannover oder Hildesheim überhaupt nicht stattgefunden. Das ist erfreulich. Durch die amtliche Berichtigung wird aber von Hameln gar nichts gesagt. Von dort war zu allererst über Entlaffungen von Postunterbeamten berichtet worden, und mit Hameln scheint es also seine Richtigkeit zu haben. Eine Ausklärung also über die Entlaffungen, welche dort stattgefunden haben, fehlt noch.
O Die Landarveiter-Iragein Hüdentsch- tavd gehört, wie man leider nur allzu gut weiß, zu den brennendsten aller gegenwärtigen wirth- schaftlichen Fragen; denn fortgesetzt nimmt der Abzug der Arbeiter nach dem Westen noch zu, und aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Leute- Noth im nrchsten Jahre noch schlimmer sein, als sie schon in diesem Jahre war. Zwei Mittel gibt es, um dieser Noth zu steuern: entweder müssen fremde Arbeitskräfte seßhaft gemacht, oder es muß nach Möglichkeit dafür gesorgt werden, daß die eingesessenen Arbeiter nicht nach Westdeutschland auswandern. Diesem letzteren Ziele strebt der Oberpräsident von Westpreußen, Herr v. Goßler, zu. Aber man weiß noch nicht recht, wie er es denn machen will, die westpreußischen Arbeitskräfte in der Industrie zu beschäftigen und sie dennoch der Landarbeit zu erhalten; das ist vielmehr ein Widerspruch in sich, der sich nicht lösen läßt. Ein Hauptgrund für die Abwanderung der Leute nach dem Westen, liegt darin, daß die Leute im Winter keine oder ganz unzulängliche Beschäftigung haben. Könnte für sie passende Winterarbeit beschafft werden, so würde die Auswanderung wahrscheinlich recht bald abnehmen. Die in diesen Tagen abgehaltene General-
Sie erröthete über und über und vermied es, dem Vetter in das Gesicht zu sehen. „Weil . . . weil . . . man kann ja nie wissen, wozu es gut ist," stotterte sie. „Ich könnte ja . . . könnte ein Mal einen Mann bekommen, der mich. . . mich gern zu Pferde sähe," sprudelte sie endlich hervor.
„So, so!" sagte er belustigt und sah die Kousine mit schlauem Lächeln an. „Also ein flotter Reiter soll dein künftiger Gemahl sein?" Ihr niedliches Gesicht war purpurroth geworden, als sie unwillig erwiderte: „Du verdrehst meine Worte, Ludwig, und das ist unrecht. Ich erwähne nur eine Möglichkeit; das solltest du nicht mißdeuten."
„Oh, ich mißverstehe dich keineswegs, Johanna. Ich wäre auch gern bereit dich zu begleiten, wüßte ich nur, wann. Die Schnitzeljagd muß ich mitmachen, der Oberst besteht darauf, seine Tochter betheiligt sich auch eine Zeit lang. Famose Reiterin, diese Mathilde Durbach! Brillantes Mädel überhaupt! Hat Augen im Kopf wie Kohlen; sagt, ich dürfe bei dem Scherze nicht fehlen. Weiß der Tausend, was das ist, bei allem sollte ich dabei fein: bei Lawntennis, bei Tanzereien, bei Ritten, beim Rudersport. Immer heißt es: die ledernen Gesellschafter lassen wir bei Seire, aber. .
„Aber der schöne Hohenbruck darf nicht fehlen", lachte Johanna, die ihre gute Laune wieder gewonnen hatte. „Ich kenne die Redensart, hast sie mir oft genug wiederholt."
„So heißt es ja gar nicht," verbesserte Ludwig höchst ernsthaft. „Lieutenant Lovelace nennen sie mich aHe."j j
Versammlung der landwirthschaftlichen Verein* der Provinz Posen hat den Anbau von Flachs als das wirksamste Mittel bezeichnet, der Arbeitslosigkeit des Winters mit Erfolg zu begegnen. Alsdann würden die Leute im Sommer mit der Bearbeitung des Feldes, im Winter mit der Vorbereitung des geernteten Flachses für die Flachs- Spinnereien beschäftigt sein. Zu der ausreichenden Beschäftigung müßte alsdann auch überall eine geeignete Behandlung der Arbeiter kommen, die ihre Heimath ihnen nicht verleidet, wenn sie Vergleiche ziehen mit der Lebenshaltung der Arbeiter in anderen Gegenden. Voraussichtlich wird das preußische Abgeordnetenhaus auch im nächsten Jahre Gelegenheit erhalten,mit dieser hochinteressanten und wichtigen Frage sich zu beschäftigen; denn nach einer Mittheilung der ,Reißer Zeitung' wird Abg. Szmula auch int nächsten Jahre eine Interpellation darüber einbringen, was die Regierung in dieser Sache zu thun gedenkt. Wenn es nicht gelingt, die einheimischen Arbeiter von der Abwanderung nach dem Westen abzubringen, dann muß ja am Ende ohne allen Zweifel zur Ansiedelung fremder Arbeiter geschritten werden.
* Ireivurg, 30. Nov. Eines überraschenden Erfolges darf sich der Charitas-Verband für das katholische Deutschland rühmen. Innerhalb des ersten Jahres seines Bestehen (er wurde gegründet am 9. November des vorigen Jahres auf dem Charitastage zu Köln) sind demselben bereits über 1000 Freunde werklhätiger christlicher Nächstenliebe als Mitglieder beigetreten, darunter eine stattliche Anzahl von Vereinen und Instituten. Möge jedes folgende Jahr einen gleichen Zuwachs bringen!
Ausland.
* Saris, 30. Nov. Der Minister der Kolonien erhielt die Bestätigung der Depesche aus London, nach welcher in Tamatave beulenpestähnlich e Erkrankungsfälle vorgekommen sind. Es sind alle Maßregeln getroffen, um die Epidemie auf ihren Herd zu beschränken.
* S-st, 30. Nov. Im Abgeordnetenhause beantragte der Präsident, am 2. Dezember mit Rücksicht auf die an diesem Tage stattfindenden Dankgottesdienste keine Sitzung zu halten; ferner möge das Haus feiner innigsten Freude und feinen huldigenden Glückwünschen protokollarisch Ausdruck geben darüber, daß die Gnade der Vorsehung die beglückende Herrschaft Seiner Majestät so lange ausdehnte. Abg. Franz Koffuth erklärte sich Namens der Unabhängigkeitspartei gegen den Antrag des Präsidenten, weil ein Regierungsjubiläum des Königs von Ungarn jetzt nicht fei. Koffuth verwies daraus, daß Oesterreich auch im Jahre 1892 nicht an der Feier des 25jährigen Krönungsjubiläums theilgenommen habe. Er beantragte den Uebergang zur Tagesordnung mit dem Bemerken, auch seine Partei sei von aufrichtigen Gefühlen der Liebe und der Huldigung für den Monarchen erfüllt. Ministerpräsident Baron Banffy spricht sich entschieden für den Antrag des Präsidenten aus, da eine Verletzung des Staats rechts absolut nicht statt- finde, wenn man der Freude und dem Danke
„Hör' Mal," begann Johanna mit Würde, „ich habe mir sagen lassen, dieser Lovelace sei ein anrüchiges Subjekt gewesen . . ."
„Er eroberte alle Herzen!"
„Und habe ein schlechtes Ende genommen," fuhr sie in unerschütterlichem Ernst fort. „Sieh' Dich vor, Ludwig."
„Nimm doch nicht alles so wortwörtlich, Johanna. Mit der Benennung Lovelace ist ja nicht meine Laufbahn vorgezeichnet, sondern nur meine, meine . . ."
„Deine Unwiderstehlichkeit angedeutet," half sie dem Stockenden; „all' die Eigenschaften, die Dich zu gut machen, meinen Begleiter abzugeben."
„Rede nicht so thöricht, sondern habe Geduld, mein Herzchen. Ein Mal kommt schon die Reihe an Dich."
Johanna stieß den Tisch, an dem sie gesessen, von sich und stand hastig auf. „Ich bin nicht Dein Herzchen, sondern nur Deine Kousine Johanna, die, wie es scheint, unwürdig ist, an Deiner Seite gesehen zu werden! Geh' Du nut dorthin, wo du unentbehrlich bist, ich brauche Dich nicht!"
Damit ging sie hinaus, und die Thüre fiel hinter ihr nicht allzu sanft in's Schloß.
Der Lieutenant, sah ihr nach, und zog die Augenbrauen in die Höhe. „Wahrhaftig, ich glaube, die Kleine ist eifersüchtig! Armes gutes kleines Ding!" Er sah ganz nachdenklich drein, denn das unvorsichtige Geschöpfchen that ihm aufrichtig leib. Ein paar Mal schüttelte er recht trübselig den Kopf und dachte ernstlich nach. Endlich stand er auf, ging, sich in den Hüften wiegend, mit etwas geziertem Schritt im Zimme