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FuldaerMZettung

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Iuröa, Samstag, den 26. November 1898,

25. Jahrgaax

Anderseits muß die Haltung verschiedener konser­vativer Blätter, u. A, des ,Neichsboten' gegenüber der Schulsrage bezüglich der konservativen Absichten mißtrauisch machen, und wir Katholiken haben jeden­falls keinen Anlaß, uns ausschweifenden Hoffnungen hinzugeben, so lange nicht jener Widerspruch in be­friedigender Weise gelöst ist. Das aber muß immer wieder hervorgehoben werden, daß, wenn die Konser­vativen ernstlich ein Schulgesetz wollen, eine Mehrheit für dasselbe auch ohne die Freikonservativen da ist. -Centruin und Konservative bilden reichlich diese Mehr­heit. Im Uebrigen glauben wir nicht, daß es sobald zur Einbringung eines Volksschulgesetz-Entwurfs kommt.

Diese verhängnißvolle Eigenschaft tritt auch in den neuesten Ausweisungen von Ausländern polnischer, dänischer und holländischer Abstanimung zu Tage, be­züglich deren noch keine ausreichende Erklärung ge­geben worden ist, weßhalb sie gerade jetzt erfolgen. Von irgend welcher bemerkenswerthen Agitation der Ausgewieseuen wußten auch die Organe der Regie­rung nichts zu melden. Welch unangenehmes Auf­sehen diese Ausweisungen erregen, kann man daraus entnehmen, daß dieserhalb zwei Interpellationen im österreichischen Abgeordnetenhause angemeldet sind. Angenehm kann das der preußischen Regierung in keinem Falle sein.

Reichsrath. Wie dort, operirte auch in Pest die Oppo­sition mit Pfeifen, Johlen, Trampeln, Trommeln und hinderte die Minister am Reden, so daß eine Sitzung einen Tag und eine Nacht dauerte. Den unmittel­baren Anlaß dazu gab eine verletzende Aeußerung des ungarischen Kriegsministers, der, im Punkte der Ehre selbst nicht ganz zweifelsohne, die Opposition „Ehr­verderber" nannte. Die Obstruktion richtete sich aber im Grunde gegen das Ministerium Banffy überhaupt und den Ausgleich, und die Stellung des Ministeriums ist dadurch sicherlich nicht befestigt worden.

In Frankreich steht in diesem Augenblicke wieder die Drehfusfrage im Vordergründe des öffent­lichen Interesses. Nachdem der Kassationshof als neue Untersuchungskommission die Vernehmung der in Frage kommenden Personen, insbesondere der Mitglieder des früheren Generalstabes und einiger vorhergegangener Kriegsminister, beinahe beendet hat, entsteht jetzt die Frage, ob Dreyfus selbst auf der Teufelsinsel ver­nommen oder ob er zu diesem Zwecke nach Frankreich gebracht werden soll. Seine Freunde und Vertheidiger arbeiten natürlich auf das Letztere hin, aber es ist noch fraglich, ob es dazu kommen wird. In dieser oder in der nächsten Woche wird der Kassationshof Beschluß darüber fassen. Lehnt er die Ueberführung ab, so wird ein Untersuchungsrichter nach der Teufels­insel geschickt, um Drehfus dort zu vernehmen. Daß Dreyfus aber zurückkehren wird, ist kaum noch zweifelhaft.

und Kunst nach den Quellen dargestellt von Hart­mann Grisar 8. J., Professor an der Universität Innsbruck. Der erste Band behandelt „Rom beim Ausgange der antiken Welt." Die mitwerth­vollen historischen Abbildungen geschmückten ersten Lieferungen lassen bereits den monumentalen Werth des Werkes ahnen.

Die siebente Auflage der „Apologie des Christenthums", dieser bedeutendsten Hinterlassen­schaft Dr. Franz Hettingers, ist unter denHcin- den ihres neuen Herausgebers, Dr. Eugen Müller (Professor der Theologie am Straßburger Priester­seminar) durch Ausgabe des 5. Bandes soeben voll­ständig geworden. Der letzte Band enthält die Bor­träge Hettinger's über die päpstliche Unfehlbarkeit, über die katholische Kirche, über Kirche und Bildung, Chri- stenthum und Heidenthum rc. mit den angehängten ergänzenden „Bemerkungen". Es ist überflüssig, ein weiteres Wort des Lobes über ein Werk zu sagen, dessen große Verbreitung allein schon das ehrendste Zeugniß darstellt.

Inftrate: Me ein­spalt. Garmond» zeite ober deren Raum!-> Pf, Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wirdentsprecheno. Rabatt gewährt.

verantwortlich: Für Me Redaktion Jof. 35a«», für Jttfer«le 3. parzeller in Fulda.

K. Literarische Weihnacht»scha» 1898

ii.

Die vollständige Beraubung Spaniens, soweit seine Kolonien in Betracht kommen, durch die Ameri­kaner geht ungehindert vor sich. Nirgends haben die Spanier mit ihrem Hilferuf: ihnen doch die Philip­pinen zu belassen, Gehör gefunden, und die Amerikaner, welche die Macht haben, machen von dieser Macht den rücksichtslosesten Gebrauch: sie bestehen darauf, die Philippinen ganz für sich zu behalten, obschon sie nach dem vorläufigen Friedensvertrag keinerlei Recht da­rauf haben. „Aus purem Mitleid" wollen sie den Spaniern 100 Millionen Mark zahlen, ein Betrag, der nicht im allerentferntesten als eine angemessene Entschädigung bezeichnet werden kann. Und die aus­geplünderten, hilflosen Spanier müssen schließlich noch denken: besser 100 Millionen, als gar nichts; denn wehren können sie sich nicht. Das nennt man heute „Völkerrecht"!

walde ist er sogar manchen, die schon vor ihm eine" Namen hatten, unbedingt überlegen. Anton Schott's Novellen „Der Hüttenmeister", „DerKönigs- schütz" und „Aus der Art geschlagen" erregten bei ihrem ersten Erscheinen Aufsehen. Seine gleich­falls bei Bachem erschienene Erzählung aus dem Walde „Der Wild Hof" bedeutet einen abermaligen Fort­schritt in seiner Kunst, die Waldler-Bauern in ihre Sprache, in ihrer Denkart und ihren Sitten, in den Licht- und Schattenseiten ihres Charakters dem Leser plastisch greifbar vor die Seele zu führen. Der tragische Berzweiflungskampf des Wildhofer's gegen den Steinreuter ist so reich an spannenden Momenten, an seiner Seelenmalerei und an packenden Konflikten, daß der Leser sich unwillkürlich mit fortreißen läßt. Der Verlag hat das Bändchen sehr gefällig ausge- stattet.______________________________

Erscheint täglich, m. Ausnahme der , Sonn- und Feier- ’ tage. Vierteljahr!.

Herngsprels ohne Bringerlohn :unb Bestellgeld in Fulda und auS- <tvärtSlM.50Pf.

Die Orientreise des deutschen Kaiserpaares ist nun, so weit die Seefahrt in Betracht kommt, beendigt. Am Mittwoch traf das kaiserliche Schiff im öster­reichischen Kriegshafen Pola am adriatischen Meer ein, und von hier aus setzte das Kaiserpaar die Reise mit der Eisenbahn durch Tirol fort. Am Donnerstag traf es in München ein, 100 der Prinzregent von Bayern dasselbe begrüßte. Von dort fuhr es nach Baden- Baden zum Besuch des grobherzoglichen Paares und trifft Ende dieser Woche wieder in Potsdam ein. So­mit hat die glückiich verlaufene Reise genau ein und einen halben Monat gedauert, wovon acht Tage auf den Aufenthalt in Palästina fallen.

Die Einberufung des Reichstages ist auch bis zur Stunde, da wir dieses schreiben, noch nicht erfolgt! Und doch soll dieselbe für den 29. resp. 30. Novdr. oder den 1. Dezember in Aussicht genommen sein. Diese drei Tage seien dem Kaiser zur Wahl gestellt. Diese Verzögerung der Einberufung muß als eine Rücksichtslosigkeit der Regierung gegen die Abgeord­neten bezeichnet werden, die bei der Kürze der Zeit vielfach nicht in der Lage sein werden, ihre geschäft­lichen Dispositionen zu treffen. Diese Unzuträglichkeit hätte vermieden werden müssen.

In Oesterreich.Ungarn geht das neckische Spiel, das dort mit den parlamentarischen Ausgleichs- derhandlungen seit Ende September getrieben worden, seinem Ende entgegen. Was schon vor Wochen oehaupter wurde: daß auf eine regelrechte parlamen- rarlsche Erledigung des Ausgleichs in beiden Parla- menten nicht zu rechnen sei, wird jetzt bestätigt. Die deiderseltigen Regierungen, die von vornherein an eine wiche Erledigung nicht gedacht hatten, haben ein wei- «res Provisoriuin auf ein Jahr unter den seitherigen Bedingungen abgeschlossen, und dieses Provisorium wird von den Mehrheiten der österreichischen und der ungarischen Volksvertretung kurzer Hand angenommen uno dann die Parlamente heimgeschickt werden, ncich-

ste vorcher noch Festsitzungen aus Anlaß des dOfähngen Regierungsjubiläums des Kaisers abqc- Een haben. Im nächsten Jahre kann dann dasselbe wieder losgehen.

Im ungarischen Abgeordnetenhause kam es in °en letzten Tagen noch zu einer ebenso heftigen Ob- Muklion der Opposition, wie vor Jahresfrist im österr.

* I«s der Leidensgeschichte eines Iimmertzerr«.

Ich weiß nicht, was es bedeutet. Was unter mir tönt im Parterr: Die „Klosterglocken" läutet Dort ein klavierender Herr. Mein Nachbar zur Linken vernimmt es, Will übertönen den Graus, Ergreift sein Cello und stimmt es Und bricht in Etüden aus.

Die schönste Jungfrau lauschet Dort oben int zweiten Stock — Worauf sie das Sopha vertauschet Mit des Klavieres Bock: Sie paukt gleich höllischen Mächten Und singt ein Lied dabei — Das höret mein Nachbar zur Rechten Und fluchet zu seiner Schalmei.

Mir wird vor den Augen es gelber, Es packt mich mit Rachebegier: — Ein jeder hort nur sich selber — Ich höre sie alle vier.

Ich glaube, in solcher Laune Könnt' ich ein Verbrechen begeh'n — Ich kaufe mir eine — Posaune, Dann wollen wir weiter seh'n!

* Ein Pechpogel. „Aber, Frau Wirthin, wie können Sie mir ein solches Huhn vorsetzen, das riecht ja entsetzlich!" — „Du arm's arm's Hühner!, du bist ein rechtes Unglücksvögerl. Schon seit fünf Wochen muß ich jeden Tag dieselbe Geschicht' über deine Stinkerei hören. Wenn's noch vierzehn Tag so fort« geht, dann mach' ich dich ein und ess' dich selber."

* Benutzte Gelegenheit. Onkel (den Neffen auf seinem Zimmer besuchend): „Freue mich, mein Junge, Dich so fleißig zu finden . . . was arbeitest Du denn da?" — Neffe: „Chemische Experimente, lieber Onkel, Verbindungen von Säuren mit Metallen . . . Apro­pos, hast Du vielleicht etwas Metall bei Dir?"

• Ein Pfiffikus. Mama: „Aber, Fränzchen, ich habe Dir so oft gesagt, Du sollst bescheiden sein, und nun hast Du schon wieder das größere Stück Tore genommen." — Fränzchen: „Ja, Mama, ich wollte nicht, daß Gretchen unbescheiden sei!"

* Frau A.: „Sind Sie mit dem Universitätsbesuch Ihrer Tochter zufrieden?" — Frau B.: „Danke, ja! Sie wird einen ihrer Professoren heirathen."

Wochen-Rundschau.

(Rachdruck verboten.)

X Fulda, 26. November.

In den Organen der verschiedenen konservative" Richtungen sind lebhafte Auseinandersetzungen ent­standen über ein preußisches Bolksschulgesetz. Man wird sich erinnern, daß das Ergebniß der jüngsten .preußischen Landtagswahlen auch unter diesem Gesichts­punkte erörtert ward; es wurden Betrachtungen da­rüber angestellt, welche Aussichten ein Schulgesetzent­wurf nach Art des Zedlitz'schen vom Jahre 1892 im nächsten Landtag wohl haben werde. Schon diese Er­örterungen versetzten die Gegner des damaligen Ent­wurfes in nicht geringe Erregung, denn vor dem posi­tiven Christenthum, namentlich wenn es in der Schule durch die berufenen kirchlichen Organe gelehrt werden soll, hat die vom früheren Reichskanzler Grafen von -Caprivi ganz zutreffend als atheistisch bezeichnete Ge­sellschaft eine Angst, wie der Teufel vor dem Weihwasser.

Die .Kreuzztg.', das Organ der Deutschkonservativen, erklärt, die Konservativen würden bei Schaffung eines Schulgesetzes auf ihre Selbstständigkeit nicht verzichten. Weiter sagt sie, die konservative Partei bekenne sich auch heute noch zu den Auffassungen, die während der Amtsführung des Kultusministers Grafen Zedlitz für sie ausschlaggebend gewesen seien. Da nun Graf .Zedlitz ein wirklich christliches Schulgesetz wollte, müßte man aunehmen, daß auch die Konservativen jetzt noch ein solches zu schaffen gesonnen seien. Und endlich erklärt die .Kreuzztg/ noch, daß die Konservativen sich nicht dazu hergeben würden, einzelne organisatorische Fragen auf dem Schulgebiete, so z. B die Schulunter­haltungspflicht, außerhalb des Rahmens eines Volks­schulgesetzes zu ordnen. Auch hiernach also müßte man annehmen, daß die Konservativen demnächst auf Einbringung eines allgemeinen Schulgesetzes drängen würden.

von hebe, weht durch diese Geschichte einer schlichten Spitzennäherin, welche sich durch ihre Tugenden die Liebe und schließlich auch die Hand eines edlen jungen Mannes aus altadeliger Familie erringt. Die Schil­derungen der sozialen Mißstände sind dem Leben ab­gelauscht, aber auch die vom Verfaffer nahegelegten

i Mittel zur zweckmäßigen Linderung mancher Roth zeugen von tiefem praktischem Verständniß für die Schäden der Zeit. „Der Roman der Arbeiterin" ver­dient die weiteste Verbreitung in allen Kreisen, die es mit dem Wohle der arbeitenden Klassen ehrlich meinen.

Eine werthvolle Bereicherung der christlichen Ro­manliteratur bietet das zweibändige Meisterwerk eines Polen, „Eine Sonne im Erlöschen", historischer Roman aus der Zeit des römischen Kaisers Marc Aurel und seiner Kämpfe mit den Germanen, von Theodor Jeske-Choinski, aus dem Polnischen übersetzt von I. Glinkiewicz. Es fehlt uns an Raum, den Gang der wechselvollen, an dramatisch-belebten Scenen außerordentlich reichen, den Leser bis zum letzten Blatte in Spannung setzenden Handlung auch nur zu skizziren. Wir rechnen es dem Bachem'schen Verlage als besonderes Verdienst an, daß er der deutschen Lesewelt den Genuß dieses Meisterwerkes vermittelte. Die elegante Einbanddecke zeigt auf der Vorderseite ein Bild des heidnischen Rom mit dem rothglühenden Hintergründe der sinkenden Sonne. _ Als Meister der Dorfgeschichte nimmt Anton schott seinen Platz unmittelbar neben Rosegger und Arthur Achleitner ein. Auf seinem ureigensten Ge­biete in der Schilderung und Gestaltung der kernigen Bauerntypen aus dem Bayerwalde und Böhmer-

Der Verlag von I. P. Bachem in Köln nimmt in der „katholischen Belletristik" unbestritten den ersten Rang ein. Dabei ist der größte Theil der Bachem'schen Verlagswerke so gehalten, daß er sich keineswegs nur an ein katholisches Lesepublikum wendet. Bachem'sche Belletristika werden in allen positiv-christlichen Kreisen gerne gelesen und erfreuen sich auch in angesehenen Literaturblättern andersgläubiger Richtung der schmeichelhaftesten Anerkennung. Wenn ausnahmsweise ein sog. „Tendenzroman" erscheint, wie der zweibändige Roman „Im Streit der Zeit" von Ferdinande Freiin von Brackel, so tritt die Tendenz nur mit vornehmer Gesinnung gepaart und in einer Form auf, welche Niemanden verletzt, sondern nur den eigenen Standpunkt in dichterischem Gewände, aber unter strenger Beobachtung der historischen Wahrheit vertritt. Wie sehr „Im Streit der Zeit" einem Bedürfnisse der katholischen Lesewelt entsprach, beweist wohl am besten die THatsache, daß inzwischen eine zweite Auflage des mit dem Porträt der Verfasserin geschmückten Romans nothwendig geworden ist. (Salonband 10 M.).

Zwei andere Werke der gefeierten Meisterin der Erzählungskunst erschienen gleichfalls in neuen Auf­lagen. „Die Tochter des Kunstreiters", wohl der bekannteste Roman der Freiin von Brackel, der von der Kritik ohne Uebertreibung als eine wahre Perle der Belletristik gerühmt wurde, hat nuninehr die 13. Auflage erlebt (Salonband 5,75 M ), ein Erfolg, der das Lob der Kritik in unanfechtbarster Weise be-

— c m , > [tätigt. Die später erschienene Künstlernoyelle „Der

er£ebemüht sich Spinnlehrer von Carrara" von Ferd. Freiin swt °hnft»aae ’Jy6; S8em'n ber ?olI!n der von Brackel (Salonband 4,25 M) erreichte berefls die Zeit zu halten. Diesem Bestreben verdanken wir auch 3. Auflage. Diese dem Leben Acbtermann's entnom- n‘e Mfftp6'Erheblich vermehrte Auflage der mene poesievolle Herzensgeschichte dürfte bald ebenso SoÄtil Ä T'f L"',* Siewird-». & U VT-cht-r ta'stXiS" imh sDre I Halste, welche Dem letztgenannten Roman ist das Bild der Freiin

™ Nordasten, die muhamedamjchen und rus- von Brackel vorangestellt. Daß die technischeUns- NL?L-ne^L S sch°n früher in Weiter stattung (Druck, Lapier «ndZnLLL)L

„ erschienen. Die II. Halste von „Durch höchsten Ansprüche befriedigt, braucht bei Erzeugnissen , “nb S13bra,,etL Wir lernen das des Bachem'schen Verlages kaum besonders betont zu ^nselreich Japan kennen mit seinem rührigen Volke, werden 5

S'stemTunb Ww?en^M2A.7 .Blutzeugen; In geschmackvollstem äußerem Gewände präsentirt vie kreppen uno «leiifteu der Mandschurei, Mongolei, sich „Das Märcben vom Glück" »»mJ

^b ^^Hochthüler Tibets; China, das un- der östcrreichischeu Gesellschaft von Jtha von Ävl- geheure „Reich der Mitte , das durch die deutsche d e q q (zwei Bände gebunden 9 M l dessen Expedition nach Kiautschou und die Erwerbung dieses Auslage (mit dem Bilde der Autorinl oem K hnih unfewn deutschen Jdeenkreise sefr na'he driLWLimÄgen npf-firtf i ’o ^ft1'9!”19 lrl!lb^tnna/2l. mit >"ner in Blut Jahre bereits rühmend erwähnten, hat Aufsehen ^er- sÄn Unb ®,rma 'U't regt und Widerspruch gefunden, jedoch mit Unrecht.

^?9 ^u: eisgepanzerten Ein Roman ist keine Kinderlektüre. Man wird Jcha

R esengipfel des H.malaya mit seinen wundervollen von Goldegg das Zeugniß geben müssen daß sie in ^ru, das Indus- und Gangesthal das Küsten- der Schilderung ber entsagenden Liebe' eims edlen Ibwt und Hochland Vorderindiens mit seinen Städten, Mädchens zu einem verheirütheten Manne jede bedenk-

«Tf11' mtt xfu.riI t9en Banianen und liche Klippe vermied und den Kampf zwischen Liebe den schlanken Palmen; endlich das paradiesähnliche und Pflicht mit sicherer Hand zum befriedigenden Ceylon mit seinen Meeresschatzen. Der Text ist gegen Ende führte. Wir kennen nicht viele neuere Romane •&e n u’?9e um ®.e,ten vermehrt, weit größer die dem Goldegg'schen an Mannigfaltigkeit der Han- bm^ be5 blngefugtenIllustrationen. Durch delnden Personen und der Scenerien gleichkommen.

di^ Illustrationen (wir zählen Ein in seiner Art hochbedeutendes Werk ist der volle^ 3o0, darunter nicht weniger als 88 Vollbilder) preisgekrönte Roman aus dem Pariser Leben Der ubertnyt dieses Prachttverk alle ähnlichen bisher über Roman der Arbeiterin" von Chnrles de'Vitis Asten erschienenen Bucher. (Salonband 6 M.). Ein gesunder Realismus ge-

°°- W«hMch„d'“J! f VUi L"°A |»»d »«UM d--ch to, H»»chid-alft«MchIK».

Stolz zur Ausgabe. Wir kommen auf °wses kostbare Buch noch zurück, sobald es in seinem Originaleinbande fertig vorliegt.

Mit besonderer Genugthuung begrüßen wir die zehnte verbesserte Auflage der „Geschichte der deutschen Nativnal-Literatur nebst kurzge- faßter Poetil« von G.Brugier. Der geistreiche Konstanzer Munsterpfarrer hat 50» Jahre verstreichen lassen, ehe er der neunten Auflage die zehnte folgen ließ. Dre neue Auflage zeichnet sich außer durch präg­nante Kürze vor allem durch scharfe Charakterisirung und zwar auch der neueren Dichter,- Vortheilhaft aus. Brugier 's Literaturgeschichte hat allmählich einen Umfang von 836 Seiten (davon 106 Seiten „Poelik") erreicht (Preis geb. 8,50 Mark). Brugier war bemüht, möglichst Vollkommenes zu bieten. In­folge dessen wurde der ältere Stoff gewissenhast ge­sichtet^ und geklärt und mancher Ballast über Bord geworfen, um für die gebührende Würdigung bisher übergangener oder neu aufgegangener Dichter Raum zu gewinnen. Auch an seine oft bewunderte „Poetik" hat Brugier abermals die verbessernde Hand angelegt. In völlig umgearbeiteter und bedeutend erweiterter Form tritt uns der letzte Theil entgegen, welcher die achte Periode von 1832 bis auf unsere Tage (in acht Gruppen) umfaßt.

Im Herde r'schen Verlage erschienen in den lüngsten Tagen die zwei ersten Lieferungen eines groß angelegten, auf 6 Bande berechneten Werkes: „G e- chichte R o in 's und der Päpste im Mittel- alter", mit besonderer Berücksichtigung von Kultur

Vermischtes.

* Wen« man sich $u helfen weiß. Aus unferm Leserkrers wird uns folgendes lustige Stücklein, „das auch wirklich passtrt ist", rnitgetheilt: Wohnt da in Xstadt an der Jll ein braves kleines Bäuerlein, das auch eine Geis sein eigen nennt. Da geschieht es ein­mal, daß die Bäuerin, die sonst das Geislein besorgt, das Bett hüten muß. Wer soll nun die Geis melken? Der Bauer probirt's, aber es will nicht gehen, das Thier ist ftörrig und läßt sich von Niemanden melken, als von der Hausfrau. Da alle Mühe umsonst ist, kommt dem guten Mann ein rettender Gedanke. Er geht in die Stube, zieht seiner getreuen Ehehälfte Rock und Weste an, ebenso deren Haube und geht mit dem Melkkübel in den Stall zurück. Irren ist menschlich; darum kann man es auch einer Geis nicht verdenken, daß sie den Bauer für die Bäuerin hält und sich während des Melkgeschästes lammfromm oder vielmehr 8eis fromm verhält. Doch auf einmal wird das Thier utzig. Es hat den Kopf gedreht und den großen Schnurrbart bemerft, der ganz vorschriftsmäßig aus der Haube hervorlugt. Sie denkt halt, der Schnurrbart ist so schnell der Frau gewachsen und läßt es gelten. Des anderen Tages kommt der Bauer wieder, diesmal im Kostüm seines eigenen Geschlechtes. Vielleicht denkt er, das Thier werde jetzt vernünftig fein und Raison an- nehmen und sich beim Melken ruhig verhalten. Weit gefehlt; die Geis ist noch störriger, als das erste Mal. Was nun thun? Kurz entschlossen packt er die GciS in feine kräftige Arme und trägt sie hinauf aufs Bett der kranken Frau, die nun das Thier melkt, so gut es eben geht. Jetzt ist allen geholfen. Das Geislein ist seine Milch los, die Bäuerin ist der rettende Engel unb der Bauer freut sich, daß er sich so geschickt zu helfen gewußt.

. Zwischenfall spielte sich, wie man

der ,Täal. Rundschau' erzählt, während einer Gerichts­verhandlung ab, die in der Bowstreet in London am l-tzten Dienstag stattfand. Advokat B. hatte einen ganz gewöhnlichen Einbrecher zu vertbeidige«, und nach altem Brauch nahm er feine Zuflucht dazu, den Hauptbe- lastmigszeugen so viel als möglich herabzufetzen. So kam es, daß Richter und Publikum folgendem Zwie- grspräch beiwohnten: „Zeuge, Sie heißen James Smith? Sollten Sie nicht derselbe Smith sein, der 1887 wegen Diebstahls zu zwei Jahren Gefängniß ver- lirtheilt wurde?" „Nein, mein Herr — ich bin nicht jener Smith." „Dann sind Sie .wohl der Smith, der in Liverpool wegen Betruges verurtheilt wurde?" „Auch der nicht." „So waren Sie niemals im Ge­fängniß ?" „Doch, mein Herr, zweimal sogar." „Wie lange das erste Mal?" „Einen Tag." „Haha, und das zweite Mal?" „Nur einen halben Tag." „Das ist unmöglich." „Aber trotzdem durchaus richtig. Ich will Ihnen sagen wieso — ich bin nämlich Maurer von Gewerbe, unb war nach dem Gefängniß gerufen worden, um do t eine Zelle auszumauern, in der ein Anwalt ein- gefperrt n>ar, ber rnegen Fälschung fünf Jahre abzu­sitzen hatte." Der Bertheibiger stellte keine Frage' mehr.

mit Ilnterhatümgs-Aeikage „Muffrirte Sonntags-Zeitung"