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JE 268.
JuLöa, Donnerstag, dm 24. November 1898.
25. Jahrgang.
X Wirren in Ungarn.
Eine ganze lange Zeit hindurch hieß es nur immer: Wirren in Oesterreich; und gerade jetzt ist genau ein Jahr vergangen seit jenen denkwürdigen, aber nichts weniger als erquicklichen Lärmauftritten, die von der deutschen Opposition im österreichischen Abgeordnetenhaus« verursacht wurden. Damals waren es gerade die Ungarn, die mit großer Vornehmheit über die unglückseligen Zustände in Oesterreich aburtheilten" und sich anstellten, als könne dabei nie und nimmer im Magyarenlande und in seinem Parlamente vorkommen — und heute, nun erst ein einziges Jahr vergangen ist, sieht es im ungarischen Abgeordnetenhaus« nicht anders aus als vor einem Jahre im österreichischen. Auch dort arbeitet jetzt die Opposition mit Pultdeckeln und Linealen und noch manchen anderen Apparaten, um Minister und unliebsame Redner der Regierungspartei am Sprechen oder doch wenigstens am Verstandenwerden zu hindern; und außerdem haben die Herren in Budapest auch noch die Signalpfeife der Straßenbahnen hinzu genommen; so daß sie im Straßenbuben-Lärm ihren österreichischen Kollegen vom Jahre vorher entschieden noch „über" sind.
Auch in einem anderen Punkte gleichen die Vorgänge in Budapest denjenigen, die ihnen in Wien vorangingen: ihre Spitze richtet sich jetzt in Ungarn ebenso gegen den Ministerpräsidenten Baron Banffy, wie sie vorher in Oesterreich auf den Ministerpräsidenten Grafen Badeni gemünzt war; und d>e Führer der ungarischen Opposition erklären bestimmt, die Obstruktion, der Parlaments-Streik werde sofort aufhören, wenn Baron Banffy aufhören wollte, Ministerpräsident zu sein. Aber vorläufig ist nicht daran zu denken, daß Baron Banffy den Herren diesen Gefallen thun wird. Er verfügt im ungarischen Reichstage über eine sehr starke Mehrheit, die sicherlich fast drei Viertheile aller Mitglieder des Parlamentes umfaßt. Er besitzt die Gunst des Kaisers, er befindet sich mit dem österreichischen Minister- präsidenten Grafen Thun im Einvernehmen über die Frage des Finanz-Ausgleiches zwischen beiden Reichshälften, die gegenwärtig den Ausschlag gibt; und außerdem fehlt es dem Baron Banffy gar nicht an der nothwendigen Dosis Zähigkeit und Rücksichtslosigkeit, um auch noch schlimmerem Anstürme Stand zu halten und einmal ohne Parlament zu regieren, wie es ihm sein österreichischer Ministerkollege nun bald ein ganzes Jahr hindurch schon vorgemacht hat.
Aber ein Unterschied besteht: dem österreichischen Minister steht der Paragraph 14 der Verfassung zur Seite, der sogenannte Nothstands- Paragraph, der die österreichische Regierung ermächtigt, die für die Staatsverwaltung nothwendigen Mittel sich selbst zu beschaffen, wenn das Parlament keinen Beschluß über die Bewilligung fassen konnte; dem ungarischen Minister aber fehlt eine solche Handhabe, und wenn er so handelt, wie sein Kollege in Oesterreich, dann regiert er ganz einfach gegen die Verfassung und muß nachträglich vom Parlamente Indemnität bewilligt erhalten, Entlastung von seinem Ver- faffungsbruche.
Der letzte Trieb.
Kriminal-Roman von Max Benno
28 ------ (Nachdruck verboten.)
Als Oskar verstummte, ergriff sie seine Hand.
„Ist es wirklich Ihr Ernst, Herr Graf?" fragte sie, „Sie wollten uns diese Ehre erweisen. Sie wären zu einem solchen Opfer bereit?"
Der junge Herr lächelte. „Es ist nichts weniger als ein Opfer für mich", „versicherte er. „Ich werde mich im Gegentheile glücklich schätzen, wenn Senzchen meine Bitte erfüllt." Nun zweifelte die Tante nicht mehr. Ihre Augen strahlten. „Das halte ich für das beste Mittel," sagte sie, „um Alles wieder in Ordnung zu bringen, und ich hoffe, daß Senzchen diese Anschauung theilt. Ich werde gleich nachher mit ihr sprechen, wenn sie von der Kirche heimkommt." Der Graf erhob sich.
Ich stelle mich morgen um die gleiche Zeit wieder ein," erklärte er, „und der schönste Tag Weines Lebens wird es sein, wenn die Antwort, welche ich erhalte, dem Verlangen meines Herzens entspricht."
Er kehrte nach dem Schlosse zurück.
. Wenige Minuten nachher erschien, was nur w ganz besonderen Fällen geschah, der Kastellan Hauber bei ihm.
Ein ungewöhnliches Feuer glühte in den Augen des alten Mannes, sonst fiel dem Grafen Nichts an ihm auf.
„Nun, wie hat es gegangen?" fragte er mit wner Slimme, durch die eine unverkennbare Auf- te9ung klang, die Oskar jedoch auf Rechnung der
Die Lage in Ungarn ist also nicht nur nicht beffer, als die Lage in Oesterreich; sie i t im Gegentheil noch verworrener, und die Ungarn haben nicht den allergeringsten Grund mehr, über die österreichische-Reichshälfte zu spotten und sich besser zu dünken als diese. Den österreichischen Verhältnissen kommt dabei noch die Entschuldigung zu gute, daß die Wirren nur entstanden sind unter dem Einflüsse des leidenschaftlichen Haders der verschiedenen Volksstämme unter einander; die Ungarn können dagegen eine solche Entschuldigung nicht für sich anführen, denn sie sind bei ihren parlamentarischen Wirren vollkommen unter sich.
Der Parlaments-Streik in Ungarn ist aus der Weigerung des Ministerpräsidenten entstanden, im Parlamente Aufschluß zu geben über die Abmachungen, die er mit dem Grafen Thun zur gegenseitigen Regelung der A us g l e i ch s- Frage getroffen hatte. Baron Banffy mußte sich weigern, das zu thun, weil so die Verabredung mit der österreichischen Reichshälste lautete. Daß die ungarische Hälfte dabei nicht zu kurz kommt, das pfeifen längst die Spatzen von den Dächern. Ungarn macht dabei vielmehr wiederum aller Wahrscheinlichkeit nach ein vortreffliches Geschäft. Es handelt sich also bei der ganzen Sache mehr um einen Vorwand, als um wirkliche Gründe für die ungarische Opposition, in dieser Radau- Manier gegen ihre Regierung zu verfahren.
Man haßt Banffy und will ihn stürzen; und dazu muß jedes Mittel recht sein. Schön ist das sicherlich nicht. Aber schließlich, was könnte es schaden, wenn wieder einmal ein liberaler ungarischer Minister aus der Regierung verschwände? Dieses Spiel, recht oft wiederholt, müßte am Ende doch dem ungarischen Regierungs- Liberalismus seine jetzt tyrannisch ausgeübte und ausgenützte Uebermacht schwächen, und darüber würden die Katholiken am wenigsten zu trauern haben. Nichtsdestoweniger bleiben die Mittel, die die Opposition anwendet, häßlich und widerwärtig.
Deutsches Deich.
Berlin, 23. November.
X Dem Bundesrathe sind nach der Meldung eines parlamentarischen Berichterstatters die Etats für die Aenderrmgeir in der Hrganisatio« des IleichsHeeres zugegangen. Nach dieser Meldung sollen dadurch für Preußen und die angeschlossenen Heeres - Kontingente an neuen dauernden Ausgaben 5 Millionen Mark verlangt werden, an einmaligenAusgaben 28Millionen; für Sachsen l1/» bezw. 10 Millionen u. s. w. Unter anderen sollen neue Kasernen gefordert werden für Allenstein, Gumbinnen, Trier und D.-Eylau, für Hanau und für Langfuhr bei Danzig. Das mag ja vielleicht zutreffen. Aber hierbei handelt es sich augenscheinlich nur um einige in der Eile auf gegriffene Einzelziffern aus dem Ganzen; denn bei den Organisations-Aende- rungen kann es sich doch unmöglich nur um einige Neubauten von Kasernen handeln.
X Daß es sich bei der bevorstehenden Wilitärvorkage in erster Reihe um die Feldartillerie handeln wird, kann man als ganz Theilnahme schrieb, welche der wohlwollende Freund für ihn empfand.
Er reichte ihm die Hand. „Ich zweifle nicht an dem Erfolg," entgegnete er, „worüber jetzt vielleicht schon die Entscheidung gefaßt ist."
Oskar erzählte seine Unterredung mit der Tante, von der ihm die beste Hoffnung gemacht worden sei.
„Es macht sich, es macht sich!" diese Worte, welche er sonst nur gebrauchte, wenn er allein und unbelauscht war, stieß Hauber unwillkürlich hervor. Oskar hatte freilich nicht die leiseste Ahnung von der wahren Bedeutung dieser Worte.
Der Katellan zog sich wieder zurück.
Um die gleiche Zeit ungefähr traf Senzchen von ihrem Kirchgänge im „Schwert" ein.
Es war eine ungeheure Ueberraschung für sie, als sie die Mittheilung von der Bewerbung des Grafen Oskar erhielt. Sie wurde zuerst leichenblaß, dann schoß ihr das Blut in’S Gesicht.
„Oskar," stammelte st«, „Oskar! Er begehrt mich zur Frau! Allmächtiger Gott, daran hätte ich nicht gedacht! Ich erkenne gerne sein gutes Herz und die edle Absicht an, welche er mit seinem ehrenvollen Antrag verfolgt; es wäre vielleicht auch meine Pflicht, feinen Wunsch zu erfüllen — aber sieh, Tante, das ist es eben, was mir jetzt so weh thut, ich kann nie und nimmer fein Weib werden, denn wir stürzten uns Beide mit einem solchen Schritt in grenzenloses Elend hinein. Mein Herz gehört einem Anderen und wird ihm gehören bis in den Tod." Thränen rollten aus ihren Augen hervor.
In mächtiger Bestürzung über diesen uner-
gewiß annehmen, obwohl man ja sonst von dem Inhalte der Vorlage noch nicht das Geringste weiß, denn schon am 14. Dezember 1897 hat der preußische Kriegsminister im Reichstag« eine Erklärung abgegeben, daß ein dringendes Bedürfniß nach Aenderung der Organisation sich bei der Feldartillerie kaum noch länger hinans- schieben laffe. Im Uebrigen aber beruht alles, was sonst über den Inhalt der Vorlage in Zeitungen erschienen ist, allein auf Vermuthungen, und es ist darum vollkommen unmöglich, auch nur annähernd schon jetzt ein Urtheil darüber fällen zu wollen, wie die Vorlage von den Parteien im Reichstage ausgenommen werden wird. Bemerkenswerth ist, daß auch di« Freisinnige Volkspartei aller Wahrscheinlichkeit nach eine geringe Erhöhung der Friedens- stärke des Heeres nicht ablehnen wird. „Nach unseren Wahrnehmungen — so läßt sich die,Freis. Ztg/ des Herrn Eugen Richter vernehmen — ist im Reichstage nicht zu rechnen auf eine Mehrheit für die Militärvorlage, wenn die Präsenzerhöhung über ein geringes Maß hinausgehen sollte." Also für ein geringes Maß der Erhöhung ist Herr Eugen Richter zu haben, und das ist an sich eine zur Beurtheilung der Lage werthoolle Ankündigung, wenn sie auch in dem Gewände der Verkleidung erscheint. Einer anderen Bemerkung der,Freis. Ztg/ kann man ohne weiteres beistimmen, wenn sie nämlich auf die Friedenskundgebung des Zaren hinweist und hinzusügt: „Man mag über das Abrüstungs-Manifest des Zaren denken wie man will — die Verantwortlichkeit jeder Volksvertretung ist dadurch neuen militärischen Forderungen gegenüber außerordentlich verschärft worden."
X Im Reichs-Justizamte wird gegenwärtig eine neue Denkschrift — in ihrer Art di« dritte — über die Frage dervebingteuNerurtheikuug vorbereitet. Nach einer Mittheilung der,Natl. Korr/ soll darin zum ersten mal über die Erfahrungen berichtet werden, die man bisher in Deutschland mit der bedingten Begnadigung gemacht hat, genauer ausdrückt in den verschiedenen Bmidesstaaren, denn eine einheitliche reichsgesetzliche Regelung der Sache gibt es noch nicht bei uns. Preußen ging im Jahre 1895 mit der Einführung der bedingten Begnadigung vor, und andere Bundesstaaten folgten nach. Dabei ist, zum Unterschiede von fremden Staaten, die Handhabung dieser bedingten Begnadigung unmittelbar mit dem Begnadigungsrechte der Krone verknüpft. Die Erfahrungen nun, die man damit gemacht hat, werden als günstig geschildert, und somit hat nach der gekennzeichneten Mittheilung, „der Grundgedanke der bedingten Verurtheilung offenbar an Sympathie gewonnen und damit deren einheitliche reichsgesetzliche Regelung". Das Reichs- Justizamt hält eine solche für erwünscht. Aber es „bleibt zweifelhaft, ob dieser Schritt schon in der kommenden Reichstags-Session gethan werden änn".
h Der Gesetzentwurf zum Schutze der ArveitsrviKigen soll nunmehr so weit fertig gestellt fein, daß er an die Einzelregierungen der Bundesstaaten abgesandt werden kann, sobald die kaiserliche Ermächtigung dazu vorliegen wird. Angeblich soll die Zuchthausstrafe „nur für
warteten Gefühlsausbruch schaute Anna dem Mädchen in das erregte Gesicht.
„Ums Himmelswillen," hielt sie entgegen, „Du denkst doch nicht etwa gar an Raimund? Durch das, was geschehen, bist Du auf immer von ihm getrennt!"
Senzchen wischte die glänzenden Tropfen von dem Gesichte. „Warum?" antwortete sie ich, glaube nicht an seine Schuld und ich vertraue ruf den lieben Gott, daß er diese Ueberjeugung rüber ober später auch Anderen beibringt. Wer weiß, was geschieht, und selbst wenn es für uns niemals eine Vereinigung gäbe, es muß ja nicht geheirathet fein! Durch ein „Ja" würde ich mich c n Oskar geradezu versündigen; es wäre eine -"äuschnng, die ich vor meinem Gewissen und vor Gott nicht verantworten kann. Ich hatte ihn immer gern, ich liebe ihn sogar, aber es ist dieses Gefühl nicht jene Zuneigung, die einem Manne von seiner Lebensgefährtin entgegengebracht werden muß, sondern etwas ganz anderes, etwa wie jene Empfindungen sein mögen, von denen Bruder und Schwester beseelt sind. Sage ihm das, Tante, und füge hinzu, daß mein Entschluß unwiderruflich fei. Ich werd« auch für ihn beten und den gütigen Vater im Himmel bitten, daß er dem edlen Freunde reichliche Entschädigung für die durch mich erlittene Enttäuschung gewährt — mehr kann ich nicht."
Sie erhob sich rasch und eilte, da ihre Augen abermals feucht wurden, davon.
Auf die bestimmte Zeit traf Oskar am folgenden Tage in der Schwertwirthschaft ein.
Ec fand abermals außer Anna Niemanden und schon diese Wahrnehmung beunruhigte ihn,
besonders schwere Bedrohungen der Freiheit be8 Einzelnen vorgesehen fein, für Fälle, die in Wirklichkeit fo gut wie gar nicht oder höchst selten vorkommen." Wenn das Thema, um das es sich hierbei handelt, nicht gar so ernst wäre, würde man durch diese und ähnliche Verlegenheits-Redewendungen leicht zur Heiterkeit gereizt werden können. Natürlich können Angaben von dieser kindlich verworrenen Art niemals dazu beitragen, auch nur ein einziges Fünkchen Klarheit in das geheimnißvolle Dunkel zu bringen, in dem die ganze Sache verborgen ist. Man möchte fast meinen, die Reichsregierung selbst scheute das Tageslicht für diesen Gesetzentwurf, so ängstlich wird die öffentliche Meinung darüber in völliger Unkenntniß darüber gehalten.
0 Nach einer Mittheilung der .Deutschen Tageszeitung' werden dem Reichstage alsbald nach seinem Zusammentritte drei Auler- peKalioue« zugehen, die sich mit einigen wirth- schaftlichen Fragen beschäftigen, nämlich mit dem börsenmäßigen Getreidehandel, mit der Frage der Fleischnoth und dem Bankdiskont der deutschen Reichsbank. „In erster Reihe — so theilt das genannte Blatt mit — sind die Interpellationen von den Vorstandsmitgliedern des Bundes der Landwirthe unterzeichnet.
0 Nach einer Wiesbadener Meldung der ,Voff. Ztg/ ist der Zusammentritt der Konferenz zur Ikevifio« des Weiugesetzes in Berlin nochmals verschoben worden und erfolgt nun- mehr wahrscheinlich erst im Januar. Eine grundsätzliche Einigung hat nach derselben Meldung bisher nur über die Revisions-Anträge zur Erzeugung von Kunst-Wein erzielt werden können.
+ Erfreulicherweise find augenscheinlich die Bedenken nicht ohne Wirkung geblieben, die von verschiedenen Seiten gegen die Ivdustrie- Zfkäue des Herrn von Goßler, des Oberpräsidenten der Provinz Westpreußen, geäußert wurden, so wie diese Pläne im Anfänge dargestellt wurden. Herr von Goßler hat augenscheinlich diese Pläne vollkommen ungestaltet, und wenn die konservative ,Elbinger Ztg/ recht berichtet, bann wird Herr von Goßler Entgegenkommen an vielen Stellen für seine Pläne finden, an denen bisher wenig Zutrauen dazu bestand. Herr von Goßler hat einen Redakteur des genannten Blattes empfangen und diesem aufs bestimmteste versichert, daß er es zunächst rundweg ablehnt, zur Erweckung von industriellen Unternehmungen in Westpreußen mit Aktiengesellschaften zu verhandeln; er will es nur mit wirklichen Industriellen zu thun haben. Und außerdem soll es nach der Versicherung des genannten konservativen Blattes dem Oberpräsidenten in der Hauptsache nur darauf ankommen, die 6000 bis 8000 Westpreußen, die jetzt alle Jahre der Provinz durch Auswanderung verloren gehen, der Provinz zu erhalten und durch Schaffung kaufkräftiger Centren der westpreußischen Landwirth- schaft zu nützen. Früher lauteten die Berichte über die Pläne des Herrn von Goßler ganz anders. Man wird wohl recht haben mit der Vermnthnng, daß diese Pläne auch jetzt noch lange nicht ihre enbgiltige Gestaltung empfangen haben.
noch mehr aber die niedergeschlagene Miene, mit der ihn die Tante empfing.
Je größer seine Zuversicht gewesen war, um so schmerzlicher empfand er nunmehr die Vernichtung seiner Hoffnungen. Doch er bezwang sich und drängte das tiefe Weh, welches er über die Abweisung empfand, in den hintersten Winkel seines Herzens zurück.
Ohne langer zu verweilen, verabschiedete er sich. Planlos irrte er etliche Stunden in dem Wiesenthale und im Walde umher und erst mit Einbruch der Dunkelheit kehrte er heim. Als er durch den Park schritt, wurde seine Aufmerksamkeit durch einen grellen Feuerschein geweckt, der aus Haubers Wohnzimmer kam.
„Himmel", rief er in höchster Bestürzung, „es brennt beim Kastellan."
Er rannte fort und hatte nach wenigen Sekunden den Eingang zu der Wohnung Haubers erreicht und stieß die ThÜre auf.
Ein erstickender Qualm kam ihm entgegen und stärker noch als vorher flammte das Feuer in dem Gemach auf.
Oskar rief um Hilfe. Die Dienerschaft eilte herbei. Eine Handspritze wurde geholt und mit Stangen zertrümmerte man die Fenster, damit der Rauch einen Abzug bekam.
Das Feuer war schnell gelöscht und auch der Qualm soweit verflogen, daß ein gefahrloses Eindringen in das Zimmer möglich erschien.
Oskar trat zuerst in das Zimmer ein. Der Tisch, das Bett und fast alle Möbelstücke waren verbrannt und der Fußboden mit einer schwarzen Masse bedeckt, wie von verkohltem Papier.
Dazwischen lag der Kastellan. Er sah