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Verwaltungen auch gelegentlich der Mektaus- geffnnfl in Maris 1900 sowohl für den Hin-, als auch für den Rücktransport der deutschen Ausstellungsgüter (Gemälde, schwere Maffen- güter rc. einbegriffen) nur die halbe tarifmäßige Fracht in Anrechnung bringen. Die gleichen Transportvergünstigungen sind, wie dies auch schon bei der Chicagoer Ausstellung der Fall ge­wesen, den Nachbarländern eingeräumt worden, welche für die Beförderung ihrer Ausstellungs­gegenstände nach Paris deutsche Bahnen benutzen. Es dürften hierfür hauptsächlich Rußland, sowie Oesterreich-Ungarn und daneben für gewisse Ge- bietstheile auch die Schweiz in Frage kommen.

* Vom 15. November ab sind im Eisenbahn- Direktionsbezirk Frankfurt IaHrräder wieder für alle Züge zur Beförderung zugelaffen.

Aus dem Nachbargebiet.

Helrrtzanser», 21. Nov. Vom 13. bis Hum 21. November fand dahier eine katholische Volksmission statt. Die hochwürd. Franzis­kanerpatres P. Saturnin und P. Dominikus predigten in eindringlichen Worten die Wahr­heiten unserer hl. Religion und ihre Worte fanden freudigen Widerhall in den Herzen des katho­lischen Volkes. Wohl zum erstenmale konnte unser Gotteshaus die Menge der Gläubigen nicht fassen, welche Kopf an Kopf gedrängt, den Pre­digten der Missionäre lauschten. In vielen Herzen erwachte wieder das katholische Bewußt­sein und nahezu 600 Personen empfingen die hl. Sakramente. Es zeigte sich wieder einmal so recht, welch ein Segen eine derartige Volks- miffion für eine katholische Gemeinde ist.

? Kanarr, 21. Nov. Eine große Versamm­lung des Volksvereins für das katholische Deutschland fand gestern Nachmittag hier statt. Herr Stadtpfarrer Wiegand eröffnete die Ver­sammlung mit einer herzlichen Ansprache, in der er den Zweck derartiger Versammlungen darlegte und ein Hoch auf den hl. Vater und den Kaiser ausbrachte. Als erster Redner bestieg nunmehr Herr Rechtsanwalt Kellerhof aus Wiesbaden die Tribüne, um über die Ziele des Volksvereins zu sprechen. Zum Schluffe forderte Redner Alle auf, recht zahlreich dem Volksverein beizutreten; es sei das nichts Anderes als eine Aufforderung, für Religion, gute Sitte und Ordnung einzutreten. Herr Reichs- und Landtags-Abgeordneter Pfarrer Gerstenberger sprach über die Pflichten des katholischen Mannes in unserer Zeit. Als dritter Redner sprach Herr Kaplan Weber-Hanau. Er stellte die Frage auf: Was fehlt uns noch hier in Hanau"? Es fehlt uns 1) ein wahres Verständniß für das Vereinswesen, erinnerte an die Worte unseres heil. Vaters, welcher die Arbeiter- und Männervereine empfiehlt, erwähnte die Worte Windthorst's: „Seid einig, einig, einig," und forderte zum Beitritt in den Verein auf; 2) fehle ein wahres Verständniß für die Centrumspresse. Redner beleuchtete das Ver­halten der.General-Anzeiger', die sich als sarb- und parteilos darstellen, aber im wahren Grunde unsere Gegner sind, und empfahl das Halten der katholischen Zeitungen. 3) fehle in Hanau eine konfessionelle Schule. Redner erläuterte den Nachtheil der Simultanschule für uns Katho­liken und sprach den Wunsch aus, daß in Hanau doch bald eine konfessionelle Schule entstehen möge. Herr Wiegand dankte den Rednern und nach Ab­singen des Liedes: „Ich bin katholisch" wurde die Versammlung geschlossen.

* Kanan, 21. Nov. In der Verhandlung des Schwurgerichtes gegen die 50jährige Ehefrau Marg. Wilhelm aus Hesfeldorf wegen Meineides bejahten die Geschworenen die an sie gestellten Schuldsragen. Das Gericht bemaß die an sich verwirkte Strafe auf 1 Jahr Zuchthaus und ermäßigte dieselbe auf Grund der § 157 und 158 des Reichsflrafgesetzbuchs auf das ge­ringste Maß von 4'/, Monate Gefängniß.

* Kersfekd, 21. Nov. Vor mehreren Tagen wurde in einem benachbarten Dorfe ein junger Mensch vagabondirend aufgegriffen und wegen Bettelns inHaft genommen. Bei denNachsorschungen bei seiner Heimathsbehörde in Bayern stellte, wie die ,H. Z.' meldet, es sich heraus, daß der Fest­genommene noch unbescholten und der einzige Sohn seines Vaters ist, der ein Vermögen von 100,000 Mark besitzt. Es ist jedenfalls eine sonderbare Marotte des jungen Mannes, unter solchen Umständen und bei jetziger Jahreszeit „auf die Walze" zu gehen.

A Kassel, 21. Nov. Vor einigen Tagen meldete die ,Fuld. Ztg.' (in Uebereinstimmung mit verschiedenen anderen Blättern), daß in M ar - seil le der Benediktiner-Abt P. I. Christoph Gauth ey auf der Straße von einem italieni­schen Anarchisten ermordet worden sei. Der hockw. P. Abt war vor etwa 10 Jahren hier in Kassel, um in der Landesbibliothek ein uraltes Buch aus dem Kloster Fulda (aus dem 8. oder 9. Jahrhundert) mit seinem gleichen Manu­skripte zu vergleichen. Ein hiesiger Herr, der seit jener Zeit mit dem hochw.Abte bekannt war, hat nun in Folge der Zeitungs - Nachricht von der Mordthat von dem P. Prior der Abtei St. Marie Madeleine in Marseille, welcher der genannte Abt vorsteht, Erkundigungen eingezogen und erfahren, daß der Abt glücklicherweise nicht getödtet, sondern nur verwundet worden ist. Der Brief des P. Priors lautet in deutscher Uebersetzung:

Preisen wir den gnädigen Gott, der es nicht zuge­lassen hat, daß unser hochwürdigster Vater Abt dem An­schläge eines Meuchelmörders erliegen durfte — der ihn vielmehr in ganz wunderbarer Weise vereitelt hat! Unser vielgeliebter Vater Abt begab sich nach S t. Barnabas, wo mehrere unserer Patres wohnen, während er unter­wegs seinen Rosenkranz betete. In Blankarde ange­

kommen, stürzte sich ein Italiener, der sich erst seit vier­zehn Tagen in Marseille aufhielt, auf ihn und versetzte ihm einen starken Hieb mit einem Stocke auf die Schulter, darauf noch einen, und während der hochwürdigste Herr sich umwandte, um sich zu überzeugen, woher die Hiebe kämen, stieß der Meuchelmörder ihm ein Stilet heftig in die rechte Seite. Dieses Stilet durchbohrte die Kleider, drang aber nur wenig in's Fleisch. Der Arzt erklärte: wäre dasselbe einige Linien tiefer gedrungen, so würde die Wunde unbedingt tödtlich gewesen fein. Der ganze Vorgang geschah mit Blitzesschnelle, und zwar vor einem Kaffeehause. Der hochw. Vater Abt wollte nun in dem­selben Zuflucht suchen, aber er fiel über die Thürschwelle, und der Mörder, den Fall benutzend, stürzte sich noch­mals mit dem Stilet auf ihn, als ein sehr starker Mann seine beiden Arme umspannte und dadurch unserem guten Vater das Leben rettete. Unglücklicherweise wurde der brave Mann, der ihm zu Hilfe geeilt war, selbst von einem Stiletstich im Rücken verwundet, aber, gelobt sei Gott, ungefährlich. Einen Andern, der ebenfalls zu Hilfe geeilt war, traf der Meuchelmörder in den Schenkel. Obgleich ernst, ist auch diese Verwundung nicht gefähr­lich, Gott sei gelobt! Der Mörder wurde darauf er­griffen und in's Gefängniß abgeführt.

Die Thatsache, daß ein italienischer Anarchist in ganz ähnlicher Weise wie bei der Kaiserin von Oesterreich am Hellen Tage auf offener Straße einen Mordanschlag gegen den hochw. P. Abt Gauthey zur Ausführung gebracht hat, ist also leider nur allzu wahr. Und was wird geschehen gegen diese Pest?---

ä Kassel, 21. Nov. Gestern Nachmittag wurde im großen Saale des Stadtparkes dahier eine Versammlung des Volksvereins für das katholische Deutschland abgehalten. Die Versammlung war sehr stark besucht und wurde durch Herrn Rentier Thomas mit einer Ansprache eröffnet, welche mit einem begeistert aufgenommenen Lebehoch auf Se. Majestät den Kaiser und Se. Heiligkeit den Papst endete. Als erster Redner nahm hierauf Herr Hegel-Sossen­heim, welcher sich als Arbeiter vorstellte, das Wort, um in seinen Ausführungen die Bestre­bungen des Volksvereins für das katholische Deutschland in Beziehung zu der Partei des Cen­trums eingehend zu erörtern. Herr Hegel ge­dachte auch der Möglichkeit einer Wiederaufnahme des Kulturkampfes und der deshalb um so nöthigern Einigkeit der Katholiken. Herr Reichstagsabge­ordneter Dr. Hille-Berlinbeleuchtetedas Wachsen und Gedeihen der katholischen Bewegung auf den verschiedensten Gebieten, besonders auch gegenüber der Sozialdemokratie. Er wies hin auf das Be­wußtsein treuer Pflichterfüllung gegenüber der Kirche und dem Staate, von welchem die Katho­liken durchdrungen seien. Der Vertreter des Wahl­kreises Heiligenstadt im Abgeordnetenhause, Herr Oberlandesgerichtsrath Jmwalle, erläuterte die bekannte Devise des Centrums: „Wahrheit, Frei­heit und Recht" in eingehender Weise. Derselbe verbreitete sich über die gesetzgeberische Thätigkeit des Centrums und hob dessen Eintreten für Wiedererlangung der verfassungsmäßigen Rechte der Katholiken, ferner für das Recht der Eltern auf die Ertheilung des Schulunterrichtes bestim­mend einzuwirken, hervor. Die Rede endete mit wärmster Empfehlung des Beitritts zum Volks­verein. Mit einem Hoch auf die Herren Redner wurde die Versammlung geschlossen.

* Kassel, 21. Nov. Der Regierungspräsident, Graf Clairon d'Haussonville, ist schwer erkrankt und wird kaum mehr auf seinen Posten zurückkehren; er wurde vom Schlage gerührt und liegt bei seinem Sohne, dem Land­rath Grafen Clairon d'Haussonville in Merse­burg, darnieder.

# Marvnrg, 21. Nov. Der Zuchtverein des Simmerthaler Rindviehschlages be­schloß, für 3000 Mark Bullen Simmenthaler Raffe in Baden anzukaufen, wozu ihm von der Landwirthschaftskammer 500 Mark und vom hiesigen Kreisausschuß 1000 Mark als Beihilfe bewilligt wurden.

(*) Marken (Hessin), 21. Nov. Auf schreck­liche Weise kam der Ziegelarbeiter Arendt aus Haarhausen ums Leben. Derselbe trat wie gewöhnlich seine Rückreise über Dillich nach Haarhausen an. In Dillich kehrte er erst in der Schneider'schen Gastwirthschaft ein. Nachdem er hier mehrere Stunden verweilt und dem Branntwein tüchtig zugesprochen, zog er in berauschtem Zustande seines Weges weiter. Um besser sehen zu können, hatte er sich eine brennende Laterne vorn am Knopfloch befestigt. Kaum hatte er Dillich verlassen, als er auch schon etwa 5 Minuten vom Dorfe entfernt, stürzte. Er fiel aufs Gesicht, in Folge dessen explodirte die Lampe und Arendt stand auch schon nach wenigen Augenblicken in Hellen Flammen. Die stöhnenden Hilferufe wurden von einem Schreiner­meister gehört; derselbe eilte mit noch einem Manne herbei und Beiden gelang es, wenigstens das Feuer zu dämpfen. Die sämmtlichen Kleider, womit Arndt bekleidet war, waren bereits ein Raub der Flammen geworden; die Brandwunden, die Arndt davongetragen, waren sehr erheblich. Die Haut war ihm am ganzen Körper verbrannt, so daß das rohe Fleisch sichtbar war. — Arndt ist be­reits seinen großen Schmerzen erlegen.

* Wikdnngen, 21. Nov. Die Anmeldungen zu der am nächsten Sonnabend beginnenden 1. allgemeinen Geflügelausstellung des hiesigen Geflügelzüchtervereins sind nun abgeschlos­sen. 354 Ausstellungsnummern verzeichnet der im Druck befindliche Katalog.

* Mellrichstadt, 21. Nov. Die Zahl der Brandschäden nimmt in neuester Zeit in fast erschreckender Weise zu. Nach dem großen Brand­unglück in Schafhausen haben kurz hintereinander in Spahl, Heufurt, Tann und Mellrichstadt Brände stattgefunden, deren Lokalisirung nur dem energischen Eingreifen der Feuerwehren und der zufälligen Windstille zu danken war. Bei der Fülle von brennbarem Material, wie es die

gefüllten Scheunen bergen, ist gerade jetzt die Gefahr doppelt groß, aber eben deshalb auch die größte Vorsicht geboten.

* Kikdesljeim, 21. Nov. Das Organ des Bundes der Landwirthe für den 10. Hann. Wahlkreis, der .Hildesheimer Kourier', theilt Folgendes mit: „Anläßlich des gestrigen Buß­tages mahnte Herr Pastor Juhle zu regerer Be­theiligung an den jährlichen Spenden zum Lutherfonds, der dazu bestimmt ist, bei Misch­ehen die Erziehung der Kinder im evangelischen Glauben durch Gewährung von freiem Schulgeld und sonstigen Erleichterungen zu unterstützen. Derselbe erklärte sich gerne bereit, direkt Beiträge für diesen Zweck entgegenzunehmen." Diese Auf­forderung zur Beisteuerung von Gaben für einen Proselytenfonds, der dazu bestimmt ist, der katholischen Kirche Abbruch zu thun, spricht mehr als zehn Bände für die Toleranz des Bundes der Landwirthe, der vorgibt, gerecht gegen alle Konfessionen zu sein. Mögen auch in diesem Falle die katholischen Landwirthe es wiederum merken, daß die Thaten des Bundes seinen Worten nicht entsprechen.

* Arnstadt, 21. Nov. Bei einem Brande, der gestern Mittag in der kleinen rothen Straße ausbrach, sind zwei Kinder erstickt, ein drittes Kind schwebt in Lebensgefahr. Bei den Rettungsarbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt.

Vermischtes.

(*) Kleine Ätachrichte«. Köln. Se. EminenzHerr Kardinal-Erzbischof Krementz tritt am kommenden 1. Dezember in sein 80. Lebensjahr. Sein Befinden ist verhältnißmäßig befriedigend. — Mülheim a. Rh. Herrn Bürgermeister Steinkopf wurde der Titel Ober­bürgermeister verliehen. Oberbürgermeister Steinkopf steht nunmehr 22 Jahre an der Spitze unserer Gemeinde. In diesem Zeitraum ist Mülheim von ungefähr 18,000 auf 40,000 Seelen angewachsen. — Mainz. Seit acht Tagen ist ein städtischer Bediensteter des Wasser­werks spurlos verschwunden. Man befürchtet, daß Selbstmord vorliegt, da eine Untersuchung wegen Unter­schlagung eines kleinen Betrages gegen ihn eingeleitet ist. _ Münster i. W. Das Projekt einer Teuto­burger Waldbahn wurde von den zuständigen Be­hörden genehmigt. — Berlin. Der Magistrat hat be­schlossen, vorläufig 6 Schulärzte anzustellen und den­selben 20 bis 25 Schulen in verschiedenen Stadtgegenden probeweise zu überweisen. — Bonn. Als ein Mädchen am Geldschalter der Post einen größeren Betrag ein­zahlte, ergriff einer von den Umstehenden einen Hundert­markschein. Zuerst richtete sich der Verdacht auf einen Unschuldigen; als dieser sich gerechtfertigt hatte, war der Diebinzwischenverschwunden. —Rheinbrohl. Einem Bahnwärter, Vater von 7 Kindern, wurden b e i d e Beine von einem Zuge abgefahren. Der Verunglückte starb nach einigen qualvollen Stunden. — Köln. Ein Herr von auswärts wurde in einen dunklen Stadttheil gelockt, geknebelt und seiner ganzen Baarschaft be­raubt. Der Kriminalpolizei gelang es, die Verbrecher­bandedingfestzumachen. — Münster. Auf dem Güter­bahnhose wurde eine anscheinend geistesgestörteFrau von ca. 60 Jahren, welche sich den ganzen Tag auf dem Bahnhöfe umhergetrieben hatte, von einem Rangirzug überfahren und sofort getödtet. — Hardt. Das ca. 2jährige Kind des Webers E. spielte mit dem Küchen mess er und kam dabei zu Fall, wobei ihm das Messer 2 Zoll tief ins rechte Auge drang. — Paris. Im Restaurant Champeaux am Börsenplatz erfolgte eine furchtbare Explosion. Zwei Todte und sieben Verwundete fielen zum Opfer. Die Explosion erfolgte mit einem kanonenschußartigem Knalle und einer Erschütterung des Gebäudes. Ein Theil des das Restaurant überdeckenden Glasdachs wurde vollständig zertrümmert; Gläser, Spiegel und Geschirr zerbrachen und der Fuß­boden wurde theilweise in die Höhe gehoben. Mehrere Zwischenwände wurden umgerissen. — Berlin. Im deutschen Rad-Sportbetriebe find in diesem Jahre 236 Radrennen abaehalten, an denen 2672 Ehrenpreise und 232,075 Mk. Baarpreise unter 1208 Konkurrenten zur Vertheilung gekommen sind. — Ein schwarzer Rekrut dient z. Z. bei der 4 Kompagnie der Pots­damer Unteroffizierschule. Er heißt Arraro. Seine Heimath ist Hinterindien. — Paris. Die Kosten für die Ba> lichkeiten zur Weltausstellung im Jahre 1900 sind auf 38 Millionen Mark veranschlagt.

Gründsätze Sei Anlegung «euer Iriedhöfe bringt der praktische ,Rathgeber im Obst- und Garten­bau' in einem Aufsatze: „Von unserem letzten Garten". Besonders auf dem Lande, wo es oft schwer ist, den Rath eines Landschaftsgärtners einzuholen, dürften die ausgezeichneten Ausführungen des Verfassers vielem Interesse begegnen. Die Nummer wird gern auf Wunsch umsonst zugeschickt von dem Geschäftsamt des praktischen Rathgebers in Frankfurt a. Oder.

* Ei« Hyeik des große«Looses haben auch sechs Berliner „Blitzmädel" erhalten. Fünf der Damen, die als Fernsprech - Gehilfinnen thätig sind, bekommen je 13,000 Mark, die sechste aber 26,000 Mark beschecrt. Diese hatte den Antheil von einer Kollegin, welche nicht mehr weiter spielen wollte, übernommen. Die Freude ist natürlich groß. Dem Vernehmen nach sind die Damen, bei denen es sonst zuweilen etwas mit dem „Anschluß" hapert, jetzt nicht mehr um eine „passende Verbindung" verlegen.

* Mi« weit ei« ktei«er Aallo« fliegt. Im August dieses Jahres ließ ein Herr in Bamberg einen jener kleinen, bunten Luftballons, wie sie auf den Messen verkauft werden, fliegen. An den Faden befestigte er seine Visitenkarte und schrieb darauf die Bitte, daß Der­jenige, welcher den Ballon fände, ihm die Karte mit Angabe des Fundortes zurückichicken möge. Kürzlich nun erhielt die Redaktion der ,Bamberger Neuesten Nach­richten' die betreffende Karte aus Sunderland (Eng­land), wo sie mit dem Ballon gefunden worden war, von einem Herrn Smith mit einem höflichen Schreiben ein- gesandt.

Literarisches.

Eine äußerst nützliche Gabe für jede Familie ist das Buch „Die Ausbildung und Berufswahl unserer Kinder", welches die von uns wiederholt empfohlene Zeit­schrift ,pies Alatt gehört der Ka«ssra«r° (Verlag von Friedrich Schirmer, Berlin SW. 13; Abonne­mentspreis pro Vierteljahr 1 Mark 40 Pfg., zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten) ihren Abonnenten gegen Einsendung von 25 Pfg. darbietet, Ladenpreis für Nicht • Abonnenten ist 1 Mark 50 Pfg. Das klar und kurz gefaßte Merkchen bildet eine Ergän­zung zu der reichhaltigen Zeitschrift, die neben einem reichhaltigen Mode- und Handarbeitstheil in besonderen Rubriken die Küche, Wohnung und Kleidung, Erziehung und Unterricht, Gesundheits- und Körperpflege, Erwerbs- thätigkeit, Kunst im Hause rc., kurz das gesammte Ge­biet des Haushaltes, der Geselligkeit und Unterhaltung umfaßt. Die Monats-Beilagen ,Das Blatt der Kinder' und ,Das Blatt der jungen Mädchen' find für die Heranwachsende Jugend.

Marktberichte

iroetne.

am 22./11-

am 21./11.

Grschichts-KMich«?.

23. November.

1870 Beitritt Bayerns zum Deutschen Reiche.

1883 Kronprinz Friedrich von Preußen in Madrid.

1890 Tod des Königs Wilhelm III. von Holland.

1897 Starker Sturm auf der Ostsee: viele Schiffe scheiterten und gegen 7QPersonen kamen umsLeben.

KircherckaLeuder.

Mittwoch, 23. Nov. Clemens, Papst. Der hl. Clemens war der dritte Nachfolger des hl. Petrus auf dem päpstlichen Stuhle. Unter Kaiser Trajan wurde er in die Verbannung nach dem taurischen Chersones (Krim) geschickt, wo er viele Heiden bekehrte. Deswegen wurde er vom Statthalter mit einem Schiffs­anker um den Hals ins Meer versenkt im Jahre 101.

m. Wetter-Oeakacht«»sex.

22. November.

«emorratm 6 Uhr AbendS: 1,2° «elf., 1,0' Reaum

, 71/. „ Morg.: -0,5° , -0,4° .

, 12 . Mittags: 3,2° „ 2,6» .

Die höchste Temperatur deS gestrigen TageS betrug 5,3 ° Celsius (4,2 ° Röaumur).

Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrug —2,0 ° CelfiuS (—1,6° Röaumur).

VMenmss-Nebrrstcht der Deutsche« Kerwarlr vcw 21. November, mitgetheilt dem Deutschen ReichSanzetg«.:

Während das barometrische Maximum über Süd­ost-Europa an Höhe abgenommen hat, ist westlich von den Britischen Inseln ein Hochdruckgebiet erschienen, welches seinen Einfluß über unsere Gegenden aus­breiten dürfte. Eine tiefe Depreffion, ostwärts fort­schreitend, liegt im hohen Norden. In Deutschland ist das Wetter ruhig und stellenweise trübe; die Morgen­temperatur liegt an der Küste über, im Binnenlande unter dem Mittelwerthe; nur auf Sylt ist etwas Regen gefallen.

Barometerstand Mittags 12 Ihr

Sra«nf«rt a.W.,21.Nov. (Getreidemarkt- Bericht, mitgetheilt von Joseph Strauß, Agent, der sich bei An- und Verkäufen bestens empfiehlt.) Weizen ab unserer Umgegend 17.00-00.00 M., Tesgl. frei von hier 17.40—00.00 Mark, Weizen, Redwinter, per Nov.-März 18.00—18.50 Mk., Weizen (russ. pr. Nov.- Dez.) 18.00—18.75 Mk., Roggen, inländischer, 15.25 bis 15.50 Mark, russ. 00.00—00.00 Mark, Braugerste (Pfälzer, Ried, Wetterauer und Franken) 17.00—18.50 Mk., Futtergerste (ausländ.) 12.50-00.00 M., Hafer (inländ.) 13.75—14.75 Mk., Mais (gesundes Mixed) 11.50—00.00 Mark, Mais La Plata (beschädigt) 10.00 M., Weizenkleie 8.25-8.50 Mk., Roggenkleie 9.25—9.75 M., getr. Bier­treber 9.25-9.75 M., Malzkeime 8.50-8.75 M„ Spelzen­spreu p. Ctr. 0.90—0.00 M., Milchbrod u. Brodmehl im Verband 48.00—51.00 Mk., Nordd. und Westfäl. Weizen­mehl Nr. 00 23.00—24.00 Mk., Roggenmehl Nr. 0/1 22.00—23.00 Mark. Haferhülsen per Centner 1.20 Mk. Die Preise verstehen sich per 100 Kilo ab hier, häufig auch loco ausw. Stationen bei mindestens 10,000 Kilo.

Weizenpreise stramm mit Neigung zu mäßiger Be­festigung. Roggen: Verkehr, sowohl wie die vorge­kommenen Coursschwankungen nicht von großem Um­fange. In Gerste ist kein dringendes Angebot; Bedarfs­frage bei behaupteten Preisen normal. Hafer: die platz­gegriffene mäßige Befestigung hält an. Futterstoffe: weder ein Beleben des Verkehrs noch wesentliche Preis­veränderungen zu bezeichnen. Mehlmarkt: Geschäftsgang ein ungemein schleppender.

Irankfurt, 21. Nov. Amtliche Notrrung der Vieh- markt-Preise. Zum Verkauf standen: 386 Ochsen, 38 Bullen, 806 Kühe und Färsen (Stiere und Rinder), 330 Kälber, 1208 Schafe und Hammel und 1091 Schm""' Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: O

,_____ti_____,___, >chsen:

a. ^vollfleischige,' ausgemästete höchsten" Sch'lachtwerths bis zu 6 Jahren 68—70 M., b. junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 64—66 M., c. mäßig genährte junge, gut genährte ältere 59—61 M., d. gering genährte jeden Alters 00-00 M. Bullen: a. vollfleischige höchsten Schlachtwerthes 56—58 M., b. mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 52—54 M., c. gering genährte 00—00 M. Kühe und Färsen (Stiere und Rinder): a. vollfleischige, ausgemästete Färsen (Stiere und Rinder) höchsten Schlachtwerthes 58—60 M., b. vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerthes bis zu 7 Jahren 55-57 M., c. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 45—47 M., d. mäßig genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 35—37 M., e. gering genährte Kühe und Färsen (Stiere und Rinder) 31—35 M. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber: a. feinste Mast- (Vollm. Mast) und beste Saugkälber 73—75 Pf., b. mittlere Mast- und gute Saugkälber 65-68 Pf., c. geringe Saugkälber 55 bis 58 Pf., d. ältere gering genährte Kälber (Fresser) —.—. Pf. Schafe: a. Mafllämmer und jüngere Mast- hämmel 56—58 Pf., b. ältere Masthämmel 45—50 Pf., c. mäßig genährte Hammel und Schafe (Märzschafe) 40—42 Pf. Schweine: a. vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1'/« Jahren 62-63 Pf., b. fleischige 61-00 Pf., c. gering entwickelte, sowie Sauen und Eber 00—00 Pf., d. aus­ländische Schweine (unter Angabe der Herkunft) __Pf. Ferner wurde für ein Pfund Lebend­gewicht bezahlt: Kälber a. 43 -46 Pfg. b. 38—40 Pfg. Schweine a. 48-50 Pf. - Aus Oesterreich standen 106 Ochsen zum Verkauf.

Niirzöurg, 18. November. An den 6 Markttagen waren zugeführt: 6 Bullen, 23 Ochsen, 29 Stiere, 29 Kühe, 266 Kälber, 15 Schafe, 332 Schweine. Preise per Pfund Fleischgewicht: Bullen 47—50 Pfg., Ochsen 63—66 Pfg., Stiere 58 bis 61 Pfg., Kühe 45—58 Pfg., Kälber 50-53 Pfg., Schafe 46 bis 48 Pfg., Schweine 61—64 Pfg. Auf dem Jungschweinemarkte standen feil 140 Läufer und 860 Ferkel; erstere kosteten 50—75 Mark letztere 10-32 Mark das Paar.

Sehr trocken 77C—

Beständig —

Schön

Veränderlich 750__AA;

Regen (Wind)

Biel Regen —1||

Sturm 73°—Ü

720 ~

M__770

Ai__760

iH—740 g 730 W__720

W__710

Wtühmaßlichr Witterung für den 23. November: Trübe.