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FuldaerM Zeitung

M 262.

JuLöa, Donnerstag, den 17. November 1898.

25. Jahrgang.

im

sich auf Kosten Spaniens einheimsen möchte; aber von einer Hilfe, die Spanien von einer andern Macht werden könnte, ist nichts zu er­blicken ! Und bei all dem schmachten etwa 14,000 spanische Gefangene, darunter viele Geistliche und Offiziere, in harter und grausamer Ge­fangenschaft bei den Tagalen, den halb- wilden Eingebornen der Philippinen! Entsetzliche Schilderungen treffen ein über die Qualen, die diese Unglücklichen zu erdulden haben — und mit verschränkten Armen sehen die Nordamerikaner dem unerhörten Schauspiel zu, unthätig mit ihrer Kriegsflotte in Manila vor Anker.

Spanien selbst hat sich zu der Bitte an die Vereinigten Staaten Herbeigelaffen, den Qualen ein Ende zu machen — aber vergebens. Die Regierung der Vereinigten Staaten hat ihre Ohren verschlossen für den Ruf nach Gerechtig­keit und Menschlichkeit; mit unerbittlicher Härte lassen die Amerikaner die besiegten Spanier die bittere Wahrheit des alten Spruches fühlen: Wehe den Besiegten!

Ungerecht haben die Amerikaner diesen Krieg begonnen. Jetzt fügen sie zu dieser ihrer Ungerechtigkeit noch die Grausamkeit, oder doch die am Ende des 19. Jahrhunderts unerhörte Härte, gefühllos zuzusehen, wie Tausende von Spaniern zu Tode gemartert werden durch wilde, nach Blut lechzende Barbaren — möchten sie bewahrt bleiben vor der rächenden Macht der Geschichte!

diesem Krache auch gewachsen seien. Der,£)efonomift' gibt zu erwägen, ob es nicht dringend noth- wendig sei, indem Gesetze eine Bestimmung unterzubringen, durch die die Banken gezwungen würden, den Depositen-Verkehr streng von dem übrigen Ban kv er kehr zu trennen.

Mit demselben Mißtrauen betrachten englische Fachleute die Lage. Die Zeitschrift,The Economist' in London ruft seinen Lesern genau dieselben Warnungen zu und fällt ein sehr ungünstiges Urtheil über die wirthschaftliche Lage in Eng- land und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Im Interesse der Allge­meinheit ist nur das Eine zu wünschen, daß alle diese Warnungen nicht vergebens ergehen möchten.

Diejenigen werden vermuthlich am besten thun, die jetzt Industrie-Papiere zu hohen Preisen verkaufen und ganz sichere Staats­papiere dafür einkaufen. Den Letzten aber beißen die Hunde!

ft Noch eine Warnung.

Vor mehreren Monaten haben wir in der ,Fuldaer Zeitung' auf die ungesunde Treiberei aufmerksam gemacht, die zum Theil in der Industrie und in Spekulationen sich breit macht, die mit ihr zusammenhängen, und auf die Gefahren, die daraus für diejenigen herzuleiten sind, die unter solchen Umständen ihr Geld hergeben und es vielleicht unterbringen auf Nimmerwiedersehen.

Die K ri s e r ü ck t j e tz t, wie es scheinr, « ~ h-> r. Viele Anzeichen weisen darauf hin; und eine Stimme der Warnung erhebt sich nach der andern. „Wenn nicht alle Zeichen trügen — so schreibt beispielsweise der .Deutsche Oekonomist' — so werden unsere großen Banken in nicht mehr ferner Zeit die Probe darauf zu bestehen haben, wie sich ihre neueste Entwickelung unter außergewöhnlichen Verhältnissen, unter anderem in einer schweren industriellen Krisis, bewähren wird. Noch zwar lauten die Berichte über den Gang der Industrie günstig, und wir wollen uns kein Urtheil darüber gestatten, wie lange dieser günstige Zustand noch dauern kann; aber das ist doch zweifellos, daß es sich immerhin hierbei nur um eine verhältnißmäßig kurze Zeit handeln kann, die auch der größte Optimist wohl nicht über ein bis zwei Jahre in Aussicht nimmt, die der Pessimist aber nur noch nach Monaten bemißt."

Das genannte Fachblatt, dessen Urtheil in solchen Dingen allgemein großer Achtung sich er- freut, macht darauf aufmerksam, daß s ä m m t l i ch e großen Banken mit Engagements für große und weit in die Zukunft gehende Unternehmungen belastet sind, und daß in dem Falle eines Kraches wohl die Frage entstehen dürfte, ob die Banken

Wieder wurden die Gewehre abgefeuert und wieder erscholl die entsetzliche Musik. Eine halbe Stunde lang ging es so fort, aber allmählich in so roher und schmutziger Weise, daß der Anstand- die Wiedergabe der Auslassungen dieses Volks­gerichts nicht erlaubt. \

Da drang auf einmal aus nicht weiter Ferne ein anderer Ton: Trommelschlag und Waffen­geklirr. Ein Kommandowort ertönte und fast mit einem Schlage war der Marktplatz von Soldaten besetzt. Sie rückten von allen Seiten heran und schnitten den Haberern den Weg zur Flucht ab.

Diese ergriff panischer Schrecken. An einen solchen Ueberfall hatten sie nicht gedacht.

Sie versuchten zu entkommen und in ihrer Kopflosigkeit gaben einzelne Feuer auf die Truppen. Aber dadurch wurde ihre Lage nur noch schlimmer gemacht. Die Soldaten schossen ebenfalls und einzelne Weherufe bekundeten, daß die Kugeln da und dort ihre Wirkung gethan.

Endlich aber entfiel den Treibern der Muth. Sie warfen ihre Waffen weg und baten kläglich um Schonung.

Bei den Truppen befand sich auch eine An­zahl Gendarmen. Diese kamen nunmehr mit Schließen herbei. Die Miffethäter wurden ge­fesselt, die bewaffnete Macht nahm sie in die Mitte und transportirte sie nach der Kreisstadt.

Das Schießen hatte glücklicherweise auf beiden Seiten keine allzu schlimmen Folgen gxhabt. Ein paar Soldaten waren leicht verwundet, einige Haberer ebenso, und nur einen fand man mitten durch die Brust geschaffen tobt auf dem Platz: den Zigeuner Franz Reinhard. Diesen ließ man zur Beerdigung in Waldheim zurück.

In diesem Städtchen befand sich begreiflicher »Weise die ganze Einwohnerschaft in grenzenlosem Aufulhr. Obgleich sich kein Mensch in's Freie gewD hatte, waren doch einzelne Anklagen ge­hört worden, über deren Tragweite und Bedeutung sich Niemand im Zweifel befand.

Wenn man bedenkt, wie tief eingewurzelt heute noch im bayerischen Volke der Glaube an das Recht des Volksgerichts ist, so braucht man sich nicht zu verwundern, wenn es für die Beschuldigungen trotz ihrer Schamlosigkeit Gläubige gab und diejenigen, welche auf Grund ihrer felsenfesten Ueberzeugung für die Unschuld Senzchens ein­traten, bekamen theilweise einen recht schweren Standpunkt.

So Manchem erschien nunmehr die unge­wöhnliche Zärtlichkeit, mit welcher der verstorbene Schloßherr das schöne Mädchen von Jugend auf behandelt hatte, in ganz anderem Lichte und der plötzliche Bruch zwischen Raimund Erdmann und dem jungen Grafen Oskar war ja stadtbekannt. Diese nicht wegzuleugnenden Thatsachen wurden mit einander in Verbindung gebracht. Da man

verantwortlich: Für die Redaktion Ios. San«, für Inserate I.Parzeller in Fulda.

Inserate: Die ein­spalt. Garmond- zeile oder deren Raum 15 Pf., Re- Hamen die Petit» Seite 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechens. Rabatt gewährt.

Schießen zogen sie sich schleunigst wieder zurück, und kein Mensch besaß zu einem Einschreiten gegen die Haberer den Muth. Auch die Be­wohner der Schwertwirthschaft hatte der Höllen­lärm aus dem Schlafe geschreckt.

Freihofer war der Erste, der am Fenster er­schien. Gleich nach ihm kamen Ottilie, Anna und Senzchen, alle zitternd vor Aufregung und Angst.

Indessen hatte Kaller Ruhe geboten und das Protokoll aus seiner Tasche geholt.

Aus seinen Worten errieth der Schwertwirth nach der üblichen Einleitung sofort mit Entsetzen, wem das Treiben galt. Er gerieth in maßlose Wuth, riß seinen Stutzen von der Wand und würde auf die Unholde gefeuert haben, hätte nicht Ottilie ihn daran gehindert. Zähneknirschend ueß er die Arme sinken. Er begriff, daß er durch einen Schuß das Unheil nur noch größer gemacht hätte.

Senzchen ruhte halb ohnmächtig an Anna's Brust. Freihofer hatte verlangt, daß die Frauens­leute sich entfernen sollen, aber da die Haberer unter furchtbaren Drohungen befohlen, daß sie ich zeigen und dableiben müssen, wagten sie das Fortgehen nicht.

Das „Sittengericht" wurde weiter geführt in ver gleichen Weise, wie bei der Probe in dem Steinbruch.

Die Anklagen richteten sich namentlich gegen Senzchen und den Grafen Oskar, ja sogar gegen den verstorbenen Schloßherrn. Auch Freihofer und Ottilie wurden damit nicht verschont.

Wieder las der Rädelsführer:

Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Vierteljährl.

Hejugspreir ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Pf.

4« Die Pariser Friedens-Kommission rückt mit ihren Arbeiten nur sehr langsam vorwärts. Die Sitzung, in der über den Aus­spruch der Vereinigten Staaten von Nordamerika auf den ausschließlichen Besitz der Philippinen- Inseln entschieden werden soll, wird von einem Tage auf den andern, von einer Woche auf die andere verschoben; und nunmehr sollte sie an diesem Mittwoch stattfinden. Aber so schnell wird nicht über die wichtigste aller bisher im Laufe der Friedensoerhandlungen aufgetauchten Fragen entschieden werden können.

Spanien sperrt sich mit aller Macht, die ihm noch zur Verfügung steht, gegen die Uebergabe der Philippinen — die Vereinigten Staaten aber laffen durchblicken, daß sie sofort wieder die Feindseligkeiten aufnehmen wollen, wenn Spanien diese Forderung nicht bewilligt. So meldet der Washingtoner Korrespondent des Londoner ,Daily Chronikle', er habe von einem Mitgliede des Washingtoner Kabinets Folgendes erfahren: Wenn die spanischen Kommissare, wie die aus Paris in Washington eingetroffenen Depeschen ver- muthen lassen, sich w e i g e r n, die Philippinen abzu­treten, dann werden die Unterhandlungen aufhören, und die Vereinigten Staaten werden mit Gewalt nehmen, was sie durch die Dip- lomatie vergebens zu erlangen versucht haben. Daß alsdann die Verhandlungen direkt zwischen Washington und Madrid fortgesetzt würden, sei unmöglich, da zwischen beiden Regierungen keine diplomatischen Beziehungen bestehen. Eine aus Schlachtschiffen und Kreuzern bestehende Flotte werde in Hampton Roads konzentrirt und die Feindseligkeiten würden sofort eröffn et werden, wenn die Verhandlungen aufhören. Wahrfcheinlich werde dann sofort ein Geschwader nach Spanien geschickt. Man sei der Ansicht, daß die auf den Philippinen befindlichen Land- und See-Streitkräfte der Amerikaner für alle Zwecke dort vollständig ausreichen.

Zum Unglück für Spanien entstehen diesem noch zuguterletzt Verlegenheiten schwerster Art auf der Insel Cuba. Die spanischen Truppen sollen nach dem Mutterlande zurück­gebracht werden. Aber es entstehen Meute­reien in ihren Reihen, denn die Leute verlangen vor ihrer Einschiffung den rückständigen Sold. Die spanische Regierung verfügt aber bei weitem nicht über die Geldmittel, die nothwendig sind, um diese Ansprüche zu befriedigen; und that- sächlich handelt es sich auch um keine geringe Summe, nämlich um nicht weniger als 30 Millionen Pesetas. Man befürchtet, daß Straßenkämpfe jeden Tag in Havanna aus­brechen können; und vermuthlich werden am Ende nur Truppen der Vereinigten Staaten im Stande sein, in Havanna die Ordnung wieder herzu­stellen. . . .

Woher sollte unter so unsagbar traurigen Umständen Spanien die Macht nehmen, um dem ungestümen und beutegierigen Sieger Widerstand entgegen zu setzen, wenn niemand ihm hilft? Und wer sollte ihm Helsen? Wohl steckt England in dem dringenden Verdachte, daß es bei der Gelegenheit mit Hilfe der Vereinigten Staaten im Gegentheil auch noch Vortheile für

Deutsches Deich.

Berlin, 15. November.

x Freiherr Keyk z« Kerrnsheiur wider­spricht in einer öffentlichen Erklärung der Angabe, daß „auf der Heidelberger Konferenz süddeutscher nationalliberaler Abgeordneter auch nur mit einem Worte über eine gesetzgeberische Aktion gegen die Sozialdemokratie, über die Verwirklichung des Schutzes der Arbeitswilligen und allgemeine Straf­bestimmungen gegen die Umstürzler" verhandelt wurde. Wenn das so ist, dann sind die Herren zu beglückwünschen dazu. Aber daß sie nur nach Heidelberg reisten, um dort bei einem vergnügten Schoppen einander kennen zu lernen, wird des­wegen nicht weniger unwahrscheinlich; und daß bei Herrn Freiherrn Heyl zu Herrnsheim und seinen engeren Freunden solche Wünsche, wie an­gedeutet, bestehen, ist viel zu bekannt, als daß dies mit Erfolg geleugnet werden könnte.

,+ 3" dem neuen Militär-Ktat sollen, wie berichtet wird, die Ansätze für einmalige Ausgaben mit einer Mehrausgabe von 4,918,000 Mark ab­schließen, diejenigen für fortlaufende Ausgaben mit einem M?hr von 1,504,339 Mark gegen den Etat von 1898. Das würde nun keine erhebliche Steigerung der bisherigen Militärlasten sein, denn im Etat für 1898 sind die fortlaufenden Ausgaben im Militär-Etat mit 511,93 Millionen angesetzt. Aber die Hauptfrage ist die: wie steht es mit der besonderen Militär-Vorlage, von der man annimmt, daß sie neben den int Etats-Vor­anschlags enthaltenen Forderungen ganz erhebliche Ansprüche stellen wird an die Bewilligungs-Freu­digkeit des Reichstages? Eine Militär-Vorlage muß kommen. Denn bekanntlich läuft mit dem letzten März des nächsten Jahres das Quin- quennat ab, und es muß auf'sNeue beschlossen werden darüber, ob es bei der -zweijährigen Dienst­zeit fein Bewenden haben soll. An Gerüchten über den Inhalt dieser neuen Militär-Vorlage fehlt es nicht. So wird beispielsweise behauptet, es werde sich um eine Erhöhung der Frie­denspräsenz in zwei Raten handeln, nämlich in jedem der beiden ersten Jahre des Quinquen- nats um 15,000 Mann. Aber es kann auch ebenso gut anders sein. Ueber dieser Vorlage

Der letzte Trieb.

Kriminal-Roman von Max Benno.

22 ------ (Nachdruck verboten.)

In dem Gasthause, sowie in den benachbarten Wohnungen brannten keine Lichter mehr. Augen­scheinlich hatten sämmtliche Bewohner schon die Ruhe gesucht.

In diesem Augenblicke erschienen einige der Männer, welche sich kurz vorher von der Bande getrennt hatten.

„Nun kann's losgehen," flüsterten sie, „wir haben die Telegraphendrähte abgeschnitten und das Schloß der Kirche mit Erde und Steinen verstopft, damit der Meßner nicht Sturm läuten kann." Eine Sekunde später flammten mehrere Fackeln auf. Ihr Schein beleuchtete ein grauen­haftes Bild. Vor dem „Schwert" stand mehr als ein halbes Hundert männlicher Gestalten mit rußgeschwärzten und vermummten Gesichtern.

Auf das Kommando „Buam treibs zua" er­hoben diese plötzlich ein infernalisches Gebrüll. Sie schoßen die Gewehre ab, die scharf waren, da man deutlich das Geprassel der rückwärts fallenden Kugeln von den Dächern der zunächst liegenden Häuser vernahm. Die Instrumente: Trommeln, Blechdeckel, Gießkannen, Holzschlegel und Pfeifen wurden in Bewegung gesetzt zu einem ohrenzerreißenden Schauerkonzert.

Die Schläfer in der Nachbarschaft sprangen aus ihren Betten und streckten ihre Köpfe mit den schreckensbleichen Gesichtern zu den Fenstern heraus. Sie erkannten sofort, was auf dem Marktplatze geschah, aber aus Angst vor dem

Als der Alte mußte scheiden. Kam der junge Herr ans Brett, Mochte wohl das Mägdlein leiden. Alles macht sich hübsch und nett.

In der kleinen Jasminlaube Und der stillverschwieg'nen Nacht, Gräflein saß bei seiner Taube, Hat den Andern ausgelacht.

„Ist es wahr oder nicht?" schrie der Führer. „Wahr is, wahr is," brüllte die Rotte Chor.

liegt eben vorläufig noch das Dunkel des voll­ständigen Amtsgeheimnisses.

T In München hat in diesen Tagen, wie bekannt und berichtet, eine Aost-Korrferer»z stattgefunden, an der auch Staatssekretär von Podbielski und Staatsminister von Crails­heim theilgenommen haben. Es hat sich, wie gemeldet wird, bei diesen Berathungen nament­lich darum gehandelt, zwischen den drei Post­verwaltungen (Reich, Bayern und Württemberg) ein Einvernehmen zu erzielen über die Einführung eines neuen Posttarifes für Zeitungen, anbetroeite Regelung bet Fernsprech-Ge- bühren und Ablösung bet Privatpostan- ftalten. Wie nicht anders zu erhoffen war, soll das gewünschte Einvernehmen zwischen den drei Postverwaltungen ohne Schwierigkeit erzielt worden sein. — Von München ist Staatssekretär von Podbielski nach Stuttgart weitergereist, ver­anlaßt dazu, wie es heißt, durch die Anlage einer neuen Fernsprechverbindung zwischen Stuttgart und Berlin.

* Der VerSand kathos. kaufmännischer Aereinigunge« Deutschlands ist nunmehr mit seinen Wohlfahrts-Einrichtungen einen bedeutenden Schritt weitergerückt. Auf dem diesjährigen Kongreffe in Hannover ist die Gründung der langersehnten St. Marien- Pensions-Witwen- und Waisenkasse beschloffen und mit der Ausarbeitung des genauen Statuts eine Kom­mission, die Äbschlußvollrnacht hat, betraut worden. Diese Kommission hat nun am Sonntag' im Lokale der Kölner Bürgergesellschast dieses schwierige Werk einstimmig zum Abschlüsse gebracht, so daß dasselbe nach der staatlichen Genehmigung sofort ins Leben treten wird. Der Sitz der Kasse ist in Trier. Die Beiträge schwanken zwischen 18 und 40 Mk. pro Jahr, je nach dem Lebensalter. Die Pension als Maximum ist auf 240 Mk. festgesetzt und wird an Witwen, Waisen, erwerbsunfähige Verbands- brüder und endlich auch als Rente für die Ver­bandsbrüder selbst gezahlt. In den ersten drei Monaten ist der Beitritt in jedem Lebensalter, später jedoch nur bis zum 45. Lebensjahre ge- stattci. W-nn die Mitgliederzahl von 1000 er­reicht ist, darf auch eine Doppelversicherung, je- >och mit erhöhten Beiträgen stattfinden. Es ist nun Sache unserer kaft>^'Ü^n PriztMjtät, da­rauf zu sehen, daß ih^ Iig stellten der Kosse )emnächst beitreten, und selbst das ^l06lD18nl durch Schenkungen, vornehmlich aber durch Zeicy- nung von Jahresbeiträgen zu unterstützen. An­dere Verbände, deren Konkurrenz der Verband u bestehen hat, verfügen über einmalige Schen- 'ungen in Beträgen von über 1000 Mk. und Jahresbeiträgen von 200—3 M. abwärts. Dem Verbands wünschen wir das Gleiche und ein entere« Wachsen, Blühen und Gedeihen.

Die vom Ministerium des Innern infpirirte -albamtliche .Berliner Korrespondenz' »rächte am Dienstag folgende auffallende Mit- theilung:

Für die Kandekskammern in Preußen sind — vorbehaltlich einzelner Aenderungen, die sich namentlich aus dem Anschluß noch einiger nichtpreußischer Gebiets- theile ergeben können — folgende Sitze und Be­zirke in Aussicht genommen: 1. Königsberg: für den Regierungsbezirk Königsberg mit Ausschluß des

mit Ilnterhattungs-Aeikage „Issustrirls Sonntags-Zeitung "