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FuldaerW-Mtrma

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M 261

Julöa, Dienstag, den 15. November 1898.

Urtheile nicht voreilig

KausWirthschaftliche».

macht man

Druck und Ftrlcg der Fuldaer Aciiendrucker« peterszalle Nr. ä (Larmonie).

Exzellenz Winterfeld mar ein ganzer Mann, gerade und rechtlich denkend, vorurtheilsfrei, über­legend und mit einem Herzen voll Wohlwollen gegen Jedermann, besonders gegen seine Leute. Adrianette, seine Gemahlin, war das gerade Gegentheil, zum Voraus voller Vorurtheile und voller Mißtrauen, namentlich gegen die Diener­schaft. Im Uebrigen aber hatte sie ein gutes Herz. Einer ihrer Dienstboten mußte immer ein Ausbund von Fehlern sein und augenblicklich ist es Agnes, ihre 18jährige Zofe, welche als Waise vom Lande in ihren Dienst eingetreten war.

„Glaube mir, lieber Mann," sagte Adrianette, „meiner Zofe ist nicht zu trauen."

„Das thut mir leib, Kind," sagte der Rath mit einem so vergnügten Blicke, als man nur wünschen konnte.

„Was sprichst Du doch, Mütterchen! Du bist a die Einzige, die ich auf Erden habe, und solltest Du heimgehen, so nimm mich nur gleich mit in den Himmel."

Es war ein schöner Herbstabend. Die Sonne pielte mit dem dichten Laub des Kirschbaumes, der vor dem Fenster des armen Zimmers stand, suchte sich neckend den Weg durch das Blätter­werk und brach sich an der weißen Wand des Zimmers, in jener unbeschreiblichen Schönheit auf- und abwogend, gegen welche das Farbenspiel der größten Maler armselig ist, wie Kinderzeichnung auf der Schiefertafel. Das Antlitz der Frau, die auf dem harten Strohlager ruhte, war voll -eiliger Geduld, Demuth und Gottesliebe, wie die unverschuldete Armuth sie ihren Lieblingen verklärend in die Züge prägt, und sie schaute ihr Kind mit einer Liebe an, die über Leben und Tod hinausreicht. Die Räthin sah nichts, sie ’onnte nur die Stimme hören.

„Und nun sieh', Mütterchen, was ich für Dich >abe. Erst ein Paar Holzschuhe für den kleinen Karl; ich verstecke sie hier neben dem Ofen, er muß sie suchen, wenn er wiederkommt. In jedem Holzschuh liegt eine Weintraube. Dann sind hier für Dich warme Strümpfe und endlich auch ein kleines Kopfkissen, damit Du weicher liegen kannst, und hier noch Malzzucker für Deinen Husten."

„Und was sagte Deine gute gnädige Frau Räthin, Kind?"

dustrie ist hoch „verschuldet", die industriellen Unternehmungen arbeiten meist zu einem guten Theile mit fremdem Selbe, mit „Schulben". Es gibt eben auch „probuktive" Schulben. Da muß nun leib er festgestellt werben, daß die oben ge­nannten Schulden der Landwirthschaft zu zwei Drittel nicht durch produktive Anlagen entstanden sind, sondern durch Kapitalaufnahme bei lieber« nähme des Gutes durch Erbgang oder Kauf, wobei der heutige Ertragswerth des verschuldeten Gutes unter dem mit den übernommenen Schulden gezahlten Kaufwerthe oder Marktwerte steht. Jur zu einem Drittel sind die Schulden durch Melioration und Erweiterung der Betriebsmittel herbeigeführt, die den Besitz des Landwirthes im tatsächlichen Werthe dauernd erhöhen, und sich lozusagen selbst tilgen. Dies führt uns zu der Antwort aus die Frage, wie unsere Landwirth­schaft zu dieser übermäßigen Schuldenlast kam . Die Landwirthschaft hatte in den fünf­ziger und sechziger Jahren sogenannte gute Zeiten. Mit den hohen Erträaen, der guten Rente, entstand eine große Nachfrage nach land- wirthschaftlichem Besitz und die Anwesen stiegen schnell im Preise. Es wurden Güter gekauft von Leuten die nur einen geringen Theil davon

I bezahlen konnten, das übrige blieb als Schuld auf denselben lasten, die aber verhältnißmäßig schnell abgezahlt werden konnte. Wo ein tüchtiger Landwirth acht, zehn und mehr Prozent aus dem Anwesen herausarbeitete, konnte er auch hier vier bis fünf Prozent Zinsen zahlen und dazu die Schulden tilgen. So kamen viele zu Ver­mögen. Die Preise der Güter wurden dabei aber immer mehr in die Höhe getrieben. Bei den überall einmal eintretenden Erbtheilungen wurden dann die Güter nach dem dermaligen Kaufwerthe oder Marktwerthe hoch im Preise angesetzt. Derjenige Erbe, welcher das Gut an­trat, nahm hohe Schulden auf, um die Mit­erben abzufinden. Man glaubte eben, daß die | guten Zeiten Bestand haben würden. Da be­gannen in den letzten siebziger Jahren die Ge­treidepreise zu fallen, die Erträge minderten sich, und jetzt konnten die bei Kauf oder Erbgang übernommenen Schuldlasten nicht mehr wie früher ohne Verlust und Schaden getragen werden. Die Schuldzinsen überstiegen die Ertragscente. Auch heute noch werden im Erbgange und selbst beim Kaufe oft Güter zu einem Kaufwerthe übernommen, der weit über dem Ertragswerthe steht. Ein gewaltiger Druck lastet damit auf einem großen Theile der Landwirtbschaft und kann in schlechten Zeiten leicht zum Ruin führen.

An diesen Vorgängen muß eine Lehre ge­nommen werden für die Gegenwart und Zu­kunft, sonst könnten auch jetzt wieder höhere Ge­treidepreise in gleicher Weise die Verschuldung vermehren und nach einigen Jahrzehnten wären die Schwierigkeiten ebenso groß, ja noch größer wie heute. Die Frage der Erhöhung der Ge­treidepreise ist also nicht die einzige wichtige Frage für die Landwirthschaft. Daneben bilden die Regelung der Verschuldungsfrage, die Beschaffung eines wirthschaftlich gesunden Kredits und die Regelung des Erbrechtes äußerst wichtige Fragen bei Hebung der Nothlage unserer Landwirthschaft. Auch mit diesen muß daher die öffentliche Dis­kussion sich beschäftigen.

„Das Beste habe ich ganz vergessen," rief Agnes lebhaft aus. „Denke nur, liebste Mutter, heute Morgen im Hochamte habe ich den lieben Gott gebeten, er möge ihr Herz doch lenken, daß sie mir immer so gern Urlaub gebe, wie die vorigen Male, und heute Mittag, als ich sie fragte, war sie doch fo freundlich, daß Du es gar nicht denken kannst."

Halt ein, Kind, halte ein! Es ist zu viel für die Gestalt, die da draußen an der Mauer lehnt. Sie kann's nicht mehr anhören. Sie wollte an­fangs in die Hütte eintreten, aber jetzt richtete sie sich auf, das glühende Roth in ihrem Gesichte weicht zurück, und bleich und bestürzt eilt sie dem Walde» zu und geht schweigend mit dem Gemahl heimwärts. Im Schlosse angekommen, schließt sie die Thür ab, sinkt an ihres Mannes Brust und bricht zum ersten Male seit langer Zeit in einen Thränenstrom aus.

Die Dämmerung war hereingebrochen, und die Räthin saß in gewohnter Ruhe in einer Fensternische des Saales. Sie zieht die Schelle

„Dann will ich Dir einen keinen Beweis vor- Adrianette. „Schwarz auf de" Beweis haben. Siehe hier das Blatt Papier, da steht die Zusammenkunft verabredet. Ich fand es oben bei ihren Sachen."

Auf dem Papier standen mit Bleistift folgende Worte geschrieben: „Liebste Agnes! Heute Nach­mittag um 5 Uhr. Dein Karl."

„Und nun sollst Du sehen, lieber Emil", fuhr die Räthin lebhaft fort ihren Sieg be­nützend, „daß die Zofe sich auf heute Erlaubniß erbittet, und dann habe ich doch, wie immer, richtig gesehen."

Sie hatte noch nicht ganz ausgesprochen, als

25. JahrgMl(.

und befiehlt die Zose zu sich. Es wird leise an­gepocht und leise erröthend tritt Agnes ein, macht ihren Knix und wartet auf die Befehle.

„Kind, komm näher", fagte die Gebieterin „Reich mir Deine Hand!" Eine zitternde Hand legte sich in die zarte, weiße Hand der Herrin. „Mein liebes Kind", sagte sie, „Du bist jetzt drei Wochen bei mir und ich freue mich. Dir sagen zu können, daß ich mit Deinen Diensten sehr zufrieden bin."

Die arme Hand zitterte heftiger.

„Nur scheint mir, daß Dir noch Einiges an Demen Kleidern fehlt. Hier sind hundert Mark für Dich. Du brauchst nicht zu weinen. Hast Du sonst noch Wünsche?"

„Gott möge es Ihnen lohnen, gnädige Frau," stammelte das Mädchen, „aber wenn ich zuweilen einen Sonntag Nachmittag. . . ."

„Wollte ich noch sagen," „unterbricht sie die Räthin, „an jedem Sonn- und Feiertag hast Du vom Schluß der Vesper an bis zum Abend freie Zeit für Dich. Du brauchst mich nie um Urlaub zu fragen. Jetzt ruf den Rath."

Die Engel des Schlosses sollen sich in dieser Nacht zugeflüstert haben, zwei glücklichere Herzen hätten nie zuvor darin geschlafen.

O Die Verschuldung unserer Land- wirthschast.

Die gedrückte Sage der deutschen Landwirth- fchaft hat sich in den letzten Jahren hauptsäch­lich darin zu erkennen gegeben, daß die Haupt- emnahmequelle, der Preis für das Getreide, be­deutend fiel, während anderseits die Geldausgaben gewachsen find. Inzwischen hat das vom Centrum beantragte Verbot des börsenmäßigen Termin­handels mit Getreide schon die Getreidepreise auf eine gesundere Grundlage gebracht. Je mehr die Landwirthe nun bei dem Getreidehandel, insbe­sondere bei den Preisfestsetzungen, z. B. durch die Landwirthschaftskammern zur Geltung kommt und durch genossenschaftliche Vereinigungen, zum Beispiel durch Errichtung von Lagerhäusern, Gründung vonGetreide-Verkaufs-Genossenschaften, rj. Getreidehandel Einfluß gewinnt, müssen sich diese günstigen Folgen noch steigern. Um bei künftigen Handelsverträgen die Jnteresfen der deutschen Landwirthschaft sicher zu stellen, wurden 1896 den deutschen Gesandtschaften in fremden Ländern land- und forstwirthschaftliche Sachverständige beigegeben, 1897 ein „wirth- ichaftlicher Ausschuß zur Begutachtung und Vor­bereitung handelspolitischer Maßnahmen" gebildet, m dem auch die Landwirthschaft entsprechend ver­treten ist. Alle diese und ähnliche Maßregeln wurden ^vom Centrum nachdrücklich gefordert und

„Ich will Dir meine Gründe vortragen, lieber Emil," fuhr die entrüstete Gattin fort. „Nach längeren stillen Beobachtungen hielt ich mich für verpflichtet, Agnes Köfferchen zu durchsuchen."

„Das wäre ja eine Arbeit für. . . ." Er wollte sagen: „für die Polizei gewesen," aber er war nie unhöflich und gab dem Satze eine andere

Das wäre ja ein unwiderlegbares

schüchtern an der Thür geklopft wurde. Leicht erröthend trat Agnes ein, ein Kind im ganzen Liebreiz der Unschuld, machte einen Knix und sagte zitternd zu ihrer Gebieterin: „Wollen gnädige Frau mir heute Nachmittag 4 Uhr viel­leicht zwei Stunden Urlaub geben?"

Die gnädige Frau sah auf ihren Gemahl mit einem Blick herab, der ihn vernichten sollte, und antwortete dann freundlich: „Für heute, ja. Du kannst gehen." Agnes knixte noch einmal, sah mit ihren unbefangenen Augen dankbar zu ihrer Herrin auf und entfernte sich bescheiden.

, „Der Beweis wäre geliefert," sagte die Räthin, „das Vögelchen wird gefangen. Ihr Karl hat die Beeren gesucht, ich will die Schlingen stellen. Es thut mir leid, lieber Emil, daß es Dir noch so sehr an Kenntniß des menschlichen Herzms fehlt. Du kannst diese Kenntniß heute Nachmittag erweitern, wenn Du mich begleitest."

Er schlug ihr nie einen Wunsch ab und wollte sie begleiten. Als die Zofe um 4 Uhr, einfach gekleidet, durch den Thorweg des Schlosses ging, ahnte sie nicht, daß zwei scharfe Augen sie beob­achteten.

„Sie biegt jetzt in den Wald ein," sagte die Räthin, „nun aber rasch!"

Ihr Gemahl und sie bogen in den Wald ein. Es führte nur ein einziger breiter Fahrweg durch die dunkeln Tannen und Eichen, und so konnten sie die Fährte nicht verlieren. Der Ein­druck des leichten Fußes war hier und da im SJloofe sichtbar, und als die Verfolger in drei­viertel Stunden an eine Lichtung des Forstes kamen, sahen sie das Mädchen im nahen Erlenge- büsch verschwinden. Jenseits desselben lag eine armselige Hütte, auf welche Agnes mit leichten Schritten zueilte. Die Räthin übersah alles mit einem Blick, sie eilte auch ihrerseits.

„Liebes Kind," meinte der Rath, „diese Sage paßt nicht für mich. Erlaube mir, daß ich Dir die Forschung allein überlasse. Ich gehe hier langsam auf und ab und erwarte Dich, wenn der Vogel gefangen."

Die Räthin horte die letzten Worte nicht mehr. Sie hatte sich schon vom Arme ihres Gatten losgemacht, das Erlengebüsch war durch­eilt, und sie stand nun plötzlich vor der halb­geöffneten Thür der Hütte.

„Mein liebes Kind," schluchzte eine Frauen- timme. „Du bist der Engel Gottes, der mich in allem Elend nicht verläßt. Gott segne Dich dafür."

Wässrige Kartoffelnmehliger zumachen ;u diesem Zwecke sind sie vor der Zubereitung einfach der Nähe des Ofens auszubreiten. Die Ofenwärme vollzieht den noch fehlenden Reifeprozeß und läßt den Mehlgehalt für den Geschmack und zum Nutzen der Bekömmlichkeit im richtigen Maße hervortreten.

Ein Fehler beim Einheizen. Beim Heizen macht man vielfach den Fehler, daß man die frischen Kohlen auf glühende schüttet. Man lege die frischen Kohlen vorn hin, denn die hiernach sich bildenden Gase sind genöthigt, über die glühenden Kohlen hinwegzu­streichen! dabei gerathen sie in Brand und helfen gut einheizen. So erspart man viel Heizmaterial.

Zur Behandlung des Hasen. Es herrscht bekanntlich vielfach die Sitte, Hasen nach der Jagd ausweiden zu lassen, um dadurch eine größere Haltbar­keit des Fleisches zu erzielen. Dieses Verfahren ist voll­ständig verkehrt, denn durch das Oeffnen des Hasen und Herausnehmen der Eingeweide tritt Luft in die Räume und überzieht, namentlich bei feuchtem Wetter, das Fleisch sehr rasch mit einer schleimigen Masse, die schon nach einigen Tag.n einen widerlichen Geruch verbreitet. Man lasse einfach den Hasen in freier Luft hängen und beraube ihn des hermetischen Verschlusses nicht, kümmere

sich auch nicht im Geringsten um die Witterung, sondern versuche nach vier oder gar erst nach fünf Wochen, wie bedeutend das Thier an Wohlgeschmack und Güte des Fleisches gewonnen hat. Das Fleisch der nach dieser so einfachen Methode behandelten Hasen ist nach zehn Wochen noch so frisch und wohlschmeckend, daß selbst die verwöhntesten Feinschmecker versichern werden, nie ein feineres Stück Hasenbraten gegefsen zu haben.

Vermischtes.

* Keimöach, 13. Nov. Aus Anlaß des ausMaria- wald gemeldeten Todes des P. Benediktas, welcher als 72jährrger Priester (Dechant Sommer aus Weisweiler) im Jahre 1889 noch in den Trappisten-Orden ein­trat, gibt ein häufiger Besucher dieses (abgesehen von der Kolonie Maria Venn in Westfalen) einzigen Trap­pisten - Klosters in Preußen eine kurze Schilderung des ergreifenden Begräbnisses dieses Ordens: „Im niedrigen dunklen Kreuzgange hat die Schaar der Brüder Aufstellung genommen. Andere Mönche kommen mit dem Todten, welcher leicht befestigt auf einem Brette liegt Die Kapuze ist zurückgeschlagen, so daß des Todten Antlitz gesehen wird. Langsam bewegt sich nun der Trauerzug, zu dem sich auch einige Leute der benach­barten Orte eingefunden haben, den Gang entlang unter den nach altgregorianischer Weise gesungenen (Wechsel nur zwischen zwei Tönen) Klängen des Miserere. Dann Seht's hinaus zum nahen, von hohen Mauern umschlossenen Klosterfriedhofe. Dort wird gleich nach einigen Gebeten die Leiche in's Grab gesenkt. Ein Bruder steigt hinunter, löst das Band, das den Todten auf dem Brette festhielt, und reicht dann dieses heraus, damit es dem im Tode Folgenden als „Sarg" für kurze Zeit diene. (Aus diesem Ge­brauche ist jedenfalls die landläufige Sage entstanden, die Trappisten schliefen in ihrem Sarge, was ebenso unrichtig ist, wie, daß sie tagtäglich einige Spatenstiche an ihrem Grabe thun müßten). Zum Schluffe wird dem Todten die Kapuze über das Gesicht gezogen, mit einigen Nadelstichen geschloffen, und dann das Grab

zugeschüttet. Schweigend, wie sie ihren Ordensstand be­kanntlich verbringen, kehren die Mönche dann zur Kirche zurück, wo sie, auf dem Boden hingestreckt, für ihren verstorbenen Mitbruder beten. Ernst gestimmt und in sich gekehrt aber scheidet jeder Theilnehmer von dieser ergreifenden Bestattung.

* Neweis. Freier: „......Ich sehe es an

Ihren violetten Lippen, an dem anilingefärbten Kinn, holde Marie, Sie haben meinen Werbebrief, welchen ich Ihnen mit der Schreibmaschine schrieb, geküßt; ich bitte um Ihre Hand!"

Gottesdienstordnung in Fulda.

Mittwoch,16.Nov. Dom. 57z, 6, 63/« und7’ zUhr hl. Messen 9 Uhr Hochamt mitPredigt, 12 Uhr hl. Meffe, 17« Uhr Andacht, 4 Uhr Andacht. — Stadtpfarrkirche. 5V« Uhr hl. Messe und Predigt, 6 Uhr hl. Messe und Kommunion der Mitglieder des Müttervereins, 7 Uhr hl. Meffe, 8 Uhr hl. Messe und Predigt, 97z Uhr Hoch­amt und Predigt, 2 Uhr Predigt und Andacht für den Mütterverein, 3 Uhr Andacht. — Micharlskirchr. 10 Uhr Hochamt. — Pfarrkirche ?um hl. Geiste. 8 Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — Frauenberg. 5, 61/« und 8 Uhr hl. Messen, 9 Uhr Hochamt, 2 Uhr feierliche Vesper. Samstag, 19. Nov. Fest der hl. Elisabeth. Vollk. Ablaß. 9 Uhr Festpredigt und feiert. Amt 2 Uhr feiert. Vesper.

Die bösen Folgen der oben dargelegten Ver­minderung der Einnahmequellen durch das Sinken der Getreidepreise hätten die Sandwirthschaft aber sucht so schwer getroffen und in so gefährliche Sage gebracht, wenn diese nicht in überaus hohem JJtafje verschuldet wäre. Diese Verschuldung wird in Deutschland auf 20 Milliarden Mark veran­schlagt. Die deutsche Sandwirthschaft muß also aus ihren Einnahmen jährlich ungefähr 800 Millionen Mark Zinsen an die Gläubiger, haupt- fachlich die Hypothekenbesitzer, zahlen. Woher aber soll das Geld genommen werden, wenn die Sandwirthschaft jetzt bloß mehr zwei, höchstens drei Prozent Rente einträgt, aber vier Prozent Schuldzinsen zahlen muß? Vielfach müffen neue Schulden gemacht werden, damit die Zinsen von den alten Schulden gezahlt werden können.

Die Sage des verschuldeten Sandwirths wird noch schwieriger, wenn dem Schuldner auch noch das Darlehen nach kurzer Frist zur Rückzahlung gekündigt werden kann, wenn ein wucherischer Gläubiger dies thuen kann gerade in dem Augen­blicke, wo der Sandwirth am wenigsten über Mittel verfügt zur Erfüllung feiner Obliegenheiten. In der Industrie, im Handel, selbst im Hand­werke kann das in den Betrieb gesteckte 'Geld beim Verkaufe der Maare bald, oft mehrmals im Jahre, wieder herausgenommen werden. In der Sandwirthschaft, besonders beim Ackerbau, ist das nicht möglich. Der Bauer nimmt sozusagen nur einmal im Jahre Geld ein. Und dann hat er nur den Ertrag in Händen, das Kapital liegt fest und kann nicht jedes Jahr umgeschlagen werden. Der Bauer kann deshalb naturgemäß lllc u lahrllch nur eine Rente herausschlagen, mit Wendung, welcher er den Jahreszins und einen Zuschlag Zeugniß." finifS°Äun fbet $$un9 be,t Schuld- „Unwiderleglich!" bestätigte Adrianette. „Und kapitals bezahlen kann. Die Schulden selbst was fand ich, lieber Emil? An Geld aar nichts

roenfn. der Landmnrth soll bestehen können, an Kleidungsstücken fast nichts, an sonstigen Sachen unkündbar fern, bei Verpflichtungen zwar zur nichts. Also -" 9 ’

SOlttT FiAnwts • QV..X I , ' "IflfOifi . ÖlC§ arme Blut gerade fo, wie ich

ift h"! Lu rSn\;?-lbLeJn= Mir alle Waisenkinder denke," dachte der Rath und sagte es auch.

„Aber, lieber Emil, wohin irren Deine Ge­danken?" fragte die Gemahlin mit einem mitleids­vollen Lächeln. „Also ist es klar, daß die Zofe ihr Geld verschwendet. Emil, ich kenne die Welt, wie sie ist, und ich kenne die Zofen, wie sie find. Agnes hat einen Liebhaber, einen Soldaten ober was weiß ich, den besucht sie, dem gibt sie ihre Sachen. Ob nun die ihrigen allein, wer weiß das? Siehst Du es jetzt ein?"

Der Rath mußte bekennen, daß er es noch Nicht einsehe. w

mit Anlerhallungs-Meitage „Ilkustrirke Sonnlags-IeitungP