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“SÄmit Ztnterßaltungs-Aeilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung"

M 261. da, Dienstag, den 15. November 1898. 25. Jahrgang.

Wegen des Festes Mariä Opferung Wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Donnerstag ansgegeben.

^Noch einmal Lippe-Detmold.

Leider zwingen die Ereignisse die öffentliche Meinung dazu, sich stets von neuem mit der höchst unerquicklichen Lippe'fchen Angelegenheit zu beschäftigen. Im Sommer war der Wortlaut -es Telegramms bekannt geworden, das der Kaiser an den Gras-Regenten von Lippe-Detmold richtete, als Antwort auf eine schriftliche Eingabe, die der Graf dem Kaiser unterbreitet hatte. Allgemein sagte man damals, man könne sich ein richtiges Urtheil über die ganze Angelegenheit nur dann -bilden, wenn man neben dem Telegramm des Kaisers auch den Wortlaut der Eingabe des Grafen kennen würde. Auf solche Aeußerungen hin tauchte in der Presse wiederholt die Ver- Pcherung auf, die Eingabe des Grafen sei in ehr­erbietigstem Tone gehalten gewesen; aber den .Wortlaut der Eingabe selbst kannte man bisher nicht. Graf Ernst zur Lippe-Biesterfeld kann viel­mehr mit Recht den Anspruch darauf machen, -aß ihm für seine lange Zurückhaltung Anerkennung in vollem Maße zu theil wird. In verschiedenen Zeitungen ist gegen ihn und seine Regentschaft fortgesetzt und planmäßig in einer so verletzenden Weise agitirt worden, wie sie bei uns in Deutschland -zum Glücke nicht häufig ist; und es mag dem Graf-Regenten Selbstüberwindung genug gekostet haben und noch kosten, dies alles mit Ruhe zu ertragen.

Jetzt bat ein Wiener Blatt, wie schon gestern gemeldet, den vollen Wortlaut der Denkschrift veröffentlicht, die Graf Ernst zur Lippe an alle deutschen Bundesfürsten gerichtet hat. Die Veröffentlichung macht vollkommen den Ein­druck der Zuverlässigkeit, so daß man wohl an­nehmen muß, sie sei mit Zustimmung des Graf- Regenten erfolgt. Indessen ist ja freilich auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Wortlaut der Denkschrift auf anderem Wege an die Oeffentlich- keit gelangt ist, beispielsweise durch ein Mitglied einer anderen deutschen Bundesregierung, die in der Beurtheilung des zwischen Detmold und Berlin ausgebrochenen Konfliktes auf der Seite von Detmold steht.

Die Denkschrift des Graf-Regenten zerfällt in zwei Theile: der erste Theil gibt den Wortlaut der Eingabe des Grafen an den Kaiser und den Wortlaut des Telegramms wieder, das der Graf als Antwort darauf erhielt; der zweite Theil enthält im Anschluffe daran Betrachtungen und grundsätzliche Darlegungen des Grafen.

Wenn man zunächst die Eingabe liest, in der der Graf-Regent beim Kaiser sich beschwert darüber, daß von den Truppen, die im Fürsten- thum Lippe liegen, den Mitgliedern seines Hauses nicht mehr die Ehren erwiefen würden, wie sie den Mitgliedern eines regierenden Hauses zu-

Drr letzte Trieb.

Kriminal-Roman von Max Benno.

21 ------ (Nachdruck verboten.)

Das Faß wurde angestochen, die Pfröpfe von den Flaschen entfernt, und abermals aßen und tranken die Leute, bis der letzte Tropfen durch die Kehlen verschwand.

Nun aber entfaltete sich ein geschäftiges Treiben. Alle schwärzten ihre Gesichter ein mit Ruß, der sich in einer eisernen Pfanne befand. Die Einen entledigten sich ihrer Jacken und zogen sie ver­kehrt an. Andere banden ungeheure Flachsbärte an das Kinn oder bedeckten das Gesicht mit fratzen- chaften Masken, so daß die ganze Gesellschaft all­mählich wie eine Rotte losgelasfner Teufel aussah. Nunmehr bemächtigten sich die Meisten je eines Gewehres, von denen eine große Anzahl längs der Steinwand aufgestellt war, Andere griffen zu den umherliegenden blechernen Kochgeschirrdeckeln, Pfeifen, Trommeln, Kindertrompeten und ähnlichen Instrumenten oder nahmen Peitschen und hölzerne Wasserbehälter mit Schlegeln zur Hand.

Kaller gebot Ruhe.

Die Bande stellte sich in einem weiten Kreise nun ihn auf. „Wir wollen eine kleine Probe halten," begann er, „damit nachber Alles hübsch stimmt. Paßt also auf."

Er zog einen beschriebenen Bogen Papier unter seinem Wamms hervor und fuhr fort:

„Im Auftrage des Kaisers vom Untersberg müssen wir heute wieder Haberfelvtreiben, wie es im Bayerlande von Alters her daS Recht und die Sitte des Volkes verlangt. Die Vor­

kommen, so gelangt man zu der Anschauung, daß die Eingabe wirklich in durchaus ehrerbietigem Tone gehalten ist. Der Graf-Regent erbittet sich zunächst „huldvollstes Gehör" und „Sr. Majestät mächtigen Schutz und Beistand". Alsdann läßt er durchblicken, daß er weniger sich verletzt fühle durch die Thatsache der Verweigerung besagter Ehrenbezeugungen, als vielmehr dadurch, daß er von dieser Thatsache erst auf Umwegen durch den kommandirenden General Kenntniß und Aufklärung erhielt, daß die Truppen nach er­gangenen Dienstvorschristen handeln. „Wenn irgendwie — fo bemerkt in diesem Sinne der Graf — der Wunsch an mich herangetreten wäre, die getroffenen Anordnungen (über die militärische Ehrenbezeugungen) zu modifiziren, hätte ich mich diesem Wunsche wohl nicht widersetzt." Der Graf erhebt vielmehr Widerspruch gegen „den Eingriff des kommandirenden Generals in die Rechte des Kontingents- und Landes­herrn". Dem Grafen als dem Landesherrn steht nach den Bestimmungen der zwischen Preußen und Lippe abgeschlossenen Militär-Konvention die Stellung eines kommandirenden Generals gegen­über den Truppen im Fürstenthume zu, genau ebenso wie den anderen Bundesfürsten; und natür­lich mußte er sich verletzt dadurch fühlen, daß der General die im Fürstenthume bestehenden An­ordnungen über die militärischen Ehren für die Mitglieder des Regentenhauses so ohne weiteres aufhob und durch andere Befehle ersetzte, welche ihre Spitze unmittelbar gegen das Regentenhaus richten. Aber „imJnteresse der Disziplin" unterließ es der Graf, von seinem Rechte Ge­brauch zu machen und Gegenbefehle zu ertheilen; er „appellirt an den Gerechtigkeits-Sinn Sr. Majestät" und „bittet um die G nade, durch ein kaiserliches Machtwort einem solchen Ein- grijf in die Rechte eines Bund?ssfirsten Einhalt zu thun." U"!:rznchr,et ist der Brief des Regenten mit „Ew. Majestät unterthänigster Diener Ernst Graf-Regent zur Lippe."

Darauf erfolgte dann das bekannte Tele­gramm: „Berlin, Schloß, 17. Juni 1898. Ihren Brief erhalten. Anordnungen des kom­mandirenden Generals geschehen mit meinem Ein­verständnisse nach vorheriger Anfrage. Derr, Regenten, was dem Regenten zukommt, weiter nichts. Im Uebrigen will ich mir den Ton, in welchem Sie an mich zu schreiben für gut be­funden haben, ein für alle Mal verbeten haben. W. R."

Wenn dann im zweiten Theile der Denk­schrift der Graf-Regent sagt, durch solch aller­höchsten Bescheid sei ihm „die Möglichkeit versagt, sich fernerhin an Se. Maj. den Kaiser selbst zu wenden", so wird er damit sicher die Mehrheit aus seiner Seite haben. Im Uebrigen legt dieser zweite Theil der Denkschrift dar, wie der Graf- Regent in staats- und verfassungsrecht- lidjem Sinne den Fall beurtheilt. „Gegen Form und Inhalt" des Telegramms thut er „ebenso ehrerbietig als entschlossen Einspruch". Alsdann weist er besonders darauf hin, daß „die Ausübung einer disziplinären Korrektur gegen ein deutsches Staatsoberhaupt das verfassungsmäßige Verhältniß der Bundes­fürsten im Reiche in seinen Grundlagen verändern

bereitungen gingen genau nach den bestehenden Haberergesetzen vor sich. Als Gerichtspersonen wirkten dabei hohe und gelehrte Herren mit, da­runter auch der Münchener Oberbürgermeister und der Polizeidirektor. Laßt uns zuerst ein Hoch ausbringen auf den Prinzregenten, den guten Herrn, der den Haberern ihr Recht nicht schmälern läßt."

Die Rotte entsprach dieser Aufforderung. Ein dreimaliges Hoch scholl durch die schweigende Nacht.

„Auch den Erzbischof von München", nahm Konrad, der diese Worte augenscheinlich von dem Bogen ablas wieder das Wort, „wollen wir schön grüßen; er solle nicht die Haberer, sondern die Ehebrecher und Spitzbuben von der Kirche ausschließen."

Abermals erhob sich ein Beifallsgebrüll.

Nunmehr folgte das eigentliche Sittengericht in einer Reihe von Knittelversen, deren jeder eine Frage enthielt.

Dabei waren die Personen genannt, welcher das Haberfeldtreiben galt, sowie die „Sünden", wegen deren dasselbe in Szene gesetzt war.

Schwere Anklagen wurden erhoben und zwar in so unfläthiger Weise, daß jedem Halbwegs anständigen Menschen die Schamröthe ins Ge­sicht gestiegen wäre, aber je schmutziger die Reimerei war, eine desto unbändigere Freude äußerten die Haberer und auf die jedesmalige Frage Konrads „ist es wahr?" schrien sie: „wahr iS, wahr is!" „Nacha treibt's zua," schloß Kaller nach einer Weile und unter wildem Lärmen, Ge­johle und Schießen stürmte der Haufe aus dem Steinbruch. In der Richtung nach Waldbeim eilten die Haberer davon. M,

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müßte"; und daß er es „als seine heilige un- unveräußerliche Regentenpflicht ansehen muß, mit allen ihm durch das Recht gebotenen Mitteln jede nach seiner Ueberzeugung im Recht nicht ge­gründete Beschränkung seiner landesherrlichen Befugnisse von ihm und seinem Staate fern­zuhalten".

Lippe-Detmold ist klein, sehr klein. Aber es ist ein Bundesstaat wie die anderen Bundesstaaten auch; und was den anderen recht ist, das muß Lippe-Detmold billig sein. Ganz besonders aber ist es unerquicklich zu sehen, wie ein solcher Konflikt mit großer grundsätzlicher und staatsrechtlicher Bedeutung herausmachsen kann aus Fragen, die lediglich der höfischen Etikette angehören; und diejenigen find nicht um ihre Aufgabe zu beneiden, die sich nun berufs­mäßig mit der Schlichtung dieses Konfliktes zu befassen haben. Im Interesse des noch recht jungen Deutschen Reiches ist nichts dringender zu wünschen, als daß die Beseitigung dieses Streit­falles recht bald gelingen möge.

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Die Berliner Blätter von Montag Abend geben, so weit sie sich überhaupt über die Ver­öffentlichung der Denkschrift des Grafen zur Lippe äußern, ihrem Bedauern darüber lebhaften Ausdruck, daß diese Veröffentlichung stattgefunden hat. Und in der That ist es leicht möglich, daß die nächste Folge dieser Veröffentlichung eine weitere Verschärfung des Konfliktes ist. „Es können — so wird der,National-Ztg/ geschrieben — nur Gegner des Regenten sein, die ihm diesen neuen Streich gespielt haben". Und sehr richtig bemerkt sogar die freisinnige »Vossische Ztg/: „Es ist besonders bedauerlich, daß die Zwistigkeiten pjchi beigelegt wurden, ohne daß uie große Masse des Volke? von diesen Vor­gängen Kenntniß erhielt."

Deutsches Keich.

Berlin, 14. November.

0 Nach wie vor erhält sich die Meldung, daß das Kaiserliche Saar bei seiner Heimreise in Spanien nicht landen werde. Dagegen taucht neuerdings die Nachricht auf, daß dem portu­giesischen Hofe ein Besuch abgestattet werden soll. Es bleibt abzuwarten, ob die Nachricht zu­treffen wird. — Weiter wird berichtet, daß am Dienstag die Kaiser-Uacht in Malta eintreffen soll, am 17. d. in Cagliari, am 18. in Port Mahon, am 19. in Cartagena, am 20. in Cadiz. Ueberall soll der Aufenthalt nach dem offiziellen Programm nur dazu dienen, um Kohlen einzunehmen. Am 26.November Mittags soll die Ankunft an der deutschen Küste, nämlich in Bruns­büttel, erfolgen. Angeblich soll ein Zusam­mentreffen mit der Königin von Eng­land zwischen dem 25. und 28. November ge­plant sein.

* Die Nachricht, daß die Kröffauvg des Iieichslages am 29. November ftatifinden werde, ist nicht richtig gewesen. Die,9ietbb. Allgem. Ztg/ schreibt heute offiziös: Wie wir hören, wird bie Eröffnung bes Reichstages in «DWWWMWWWWWWWWWWM»»WMWWWWWDWWW»>«W»

Der Staatsanwalt Römer in der Kreisstadt stand im Begriffe, sein Amtszimmer zu verlassen, als er ein mit der Bezeichnung „sehr bringend" versehenes Schreiben erhielt.

Er öffnete dasselbe und las. Der Ausdruck mächtiger Ueberraschung erschien auf feinem Ge­sichte. Der Inhalt wies auf ein großes Haber- fetbtreiben hin, das für die folgende Nacht in Waldheim beoorstand und nannte zugleich den Namen desjenigen, welcher als Urheber des Ganzen im Hintergründe stand. Nebenbei war betont, daß die versügbare Gendarmerie gegenüber der großen Anzahl von Haberern nicht ausreichen dürste, und der Rath gegeben, man möge Militär beiziehen, sonst gelinge voraussichtlich den meisten Theilnehmern die Flucht.

Der Kriminalbeamte, ein im Dienste ergrauter Mann, wurde durch die anonyme Nachricht in keine besondere Aufregung versetzt. Derartige Vorkommnisse gehörten zu seinem Geschäfte. „Der Mann hat Recht", sprach er vor sich hin, „Es ist unsere Pflicht, diesem heillosen Unfug dadurch ein Ende zu machen, daß man die Burschen tüchtig abstraft, und dazu ist cs noth- wendig, daß man sie auf frischer That über­rascht und dingfest macht."

Er begab sich ohne Verzug zu dem Komman­deur des in der Stadt ganifonitenben Jnfanterie- bataillons unb eine Stunde später marschirten die Soldaten zum nicht geringen Befremden der Bürgerschaft, der ein so spätes Ausrücken mit aufgepflanztem Seitengewehr sonderbar vorkam, zum Thore hinaus.

Auch Raymund Erdmann hatte wieder einen Brief ohne Namensunterschrift erhalten, in welchem

den ersten Tagen des Dezember statt- finden.

+ Am Samstag haben im Finanzministerium zu Berlin Verhandlungen über die „kattarelke Kekrmg des Hstens" stattgefunden. Nach einer halbamtlichen Darstellung ist eine lieber« einftimmung erzielt worden Über die kulturellen Einrichtungen für die Stadt Pofen. Danach sind die Einzelheiten festgesetzt worden über den Ban eines Landesmuseums, einer Landes« bib.liothek und eines hygienischen In­stitutes. Die erforderlichen Mittel sollen in den Etat für 1899/1900 eingestellt werden.

x Nach einer amtlichen Mittheilung des Polizeipräsidenten von Breslau, Dr. Bienko, sind „Wasseuansweisungen von öster­reichischen Staatsangehörigen bezw. polnischen Juden weder neuerdings noch früher in Bres­lau vorgekommen". Im Uebrigen sei — so sagt die Mittheilung — „bei Ausweisungen von Aus­ländern im Einzelfalle lediglich nach Maßgabe der gesetzlichen unb administrativen, seit Jahren unverändert gebliebenen Vorschriften verfahren worden". Das ist als selbstverständlich vorans- zusetzen, daß die Ausweisungen nicht auf un­gesetzliche Weise erfolgen. Es ist nur die Frage, warum sie gerade jetzt systematisch in Schlesien, Schleswig, Westfalen und anderwärts vorgenommen werden. Der Polenklub des österreichischen Abgeordnetenhauses hat sich am letzten Sonntag in geheimer Sitzung mit dieser Angelegenheit beschäftigt. Da es sich um geheime Verhandlungen handelt, weiß man nicht, ob besondere Beschlüsse gefaßt wurden. Aber richtig ist, was dort Abg. Milewski sagte, daß nämlich den Polen vielfach die geeignete religiöse Stütze fehlt und daß sie dann deswegen dem Sozialismus verfallen. — Nach neueren Meldungen hat der Polenklub beschlossen, im österreichischen Abgeordnetenhause eine Inter­pellation über diese Ausweisungen einzu­bringen. Dasselbe wollen die deutschen So« zialdemokr aten im Reichstage thun. An­geblich soll dies nur geschehen auf Betreiben der dänischen ,-Genossen". Aber man konnte eS sich im Voraus denken, daß die Sozialdemokratie einen für ihre Zwecke so vorzüglichen Agitations­stoff nach allen Kräften ausbeuten würde.

0 Nach Drahtmeldungen, die über London eingetroffen sind, trifft man in Kamerun Vor­bereitungen für einen wichtigen Zug in das Innere unter dem Befehl des Gouverneurs von Puttkamer und des Lieutenants von Carnap. Die Vermuthung wird wohl richtig sein, daß es sich dabei um die schon feit längerer Zeit geplante Expedition in das Gebiet des obern Sangha-Flusses handelt.

x Nach einer im .Reichsanzeiger' veröffent­lichten Verordnung ist mit Rücksicht auf das Auftreten der Mauk- und Klauenseuche in französischen Grenzbezirken fortan bis auf weiteres auch die Einfuhr von denjenigen Thieren (Rindvieh, Schafe, Schweine und Ziegen) nach Elsaß-Lothringen verboten, bie sonst zollfrei eingehen nach Maßgabe ber Er­leichterungen für ben kleinen Grenzverkehr un­bas örtliche Bedürfniß.

man ihn zur Entgegennahme von wichtigen Mit­theilungen zu einem Stelldichein im Walde bei einem ihm wohlbekannten unterirbischen Gewölbe einlub, durch bas ohne Zweifel früher bie Burg Waldheim mit bem Freien in Verbindung gesetzt war. Jetzt bestand nur noch ein Theil davon — die ziemlich gut erhaltene Mündung, welche sich ein halbes Dutzend Meter weit in den Hügel hineinzog.

Der junge Mann hatte das Gleichgewicht seines Gemüthes noch nicht wieder gesunden und diese geheimnißvolle Bestellung rief abermals einen Sturm in feinem Innern hervor.

Auf den ersten Blick hatte er erkannt, daß der Brief von der gleichen Hand herrührte, durch welche das erste Schreiben mit jener verhängniß- vollen Enthüllung verfaßt worden war.

Er zweifelte auch nicht daran, daß die in Aussicht gestellten Mittheilungen sich auf bie gleiche Angelegenheit bezogen, aber dennoch war es ihm, als warne ihn eine innere Stimme vor bem geforberten Gange.

Sie behielt bie Oberhanb jeboch nicht gegen­über bem Verlangen, ben geheimnißvollen Warner kennen zu lernen, wozu es nach seiner bestimmten Erwartung bei bieser Begegnung Gelegen­heit gab. x

An bem Verrathe bes Freundes selbst zweifelte er nicht mehr, besten fluchtartige Entfernung er­schien ihm als ein Zeichen bes Bewußtseins ber Schuld. Gegen Abend warf er, wie gewöhnlich bei der bereits empfindlichen Herbstluft, seinen braunen Radmantel über, setzte die bunte Stu­dentenmütze auf und schlug den Weg nach dem Walde ein.