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25. Jahrgang.
IuLöa, Montag, den 14. November 1898.
vrmk und vertag der Suld-er Actiendrmke«t Petersgaü« !Ir. 2 (Harmonie).
ist am Spanier, das gerade gehört dem katho- ischen Spanier zu, dem treuen Sohne der Kirche. Die Untreue und der Verfall der Sitten beim modernen Spanier sind Errungenschaften, die hren Einzug in Spanien gehalten haben zu- ammen mit der Freimaurerei, die ja bekanntlich n den südlichen Ländern mit romanischer Bevölkerung eine noch bei weitem verderblichere Rolle spielt, als bei uns in Deutschland. Der acholische Spanier ist gut. Nicht gut ist der Spanier, der auf diese Bezeichnung keinen An- pruch mehr hat!
Der letzte Triel».
Kriminal-Roman von Max Benno.
20 ------ (Nachdruck verboten.)
Raimund blieb von da an fast fortwährend allein zu Hause. Im „Schwert" ließ er sich nicht mehr sehen, und wenn er je einem der Familienangehörigen Freihofers begegnete, ging ■er demselben scheu aus dem Wege.
Er that dies Alles zwar so unauffällig als möglich, aber dennoch flüsterte man sich schon nach wenigen Tagen ins Ohr, die Freundschaft der beiden Studenten sei in die Brüche gegangen und zwar, weil das Bild des bürgerlichen Raimund Erdmann von dem reichen Grafen Oskar von Waldheim aus dem Herzen der schönen Tochter Freihofers verdrängt worden sei. Woher dieses Gerücht gekommen, wußte Niemand. Es war jedoch da, und weil das Benehmen der jungen Leute dazu stimmte, zweifelte an der Richtigkeil desselben so ziemlich knn Mensch.
Auch zu den Ohren Oskars drang es und er wurde dadurch im höchsten Grade verstimmt. Das Einfachste wäre gewesen, wenn er ein offenes Wort an Raimund gerichtet hätte, aber sein beleidigter Stolz ließ dies nicht zu. Dagegen sprach er sich dem Kastellan gegenüber aus, ohne zu bemerken, welch satanische Freude aus den Augen dieses Mannes glühte, der sich freilich zu beherrschen verstand.
Hauber rieth ihm, der unangenehmen Geschichte «infach für einige Zeit aus dem Wege zu gehen und meinte, dazu biete sich augenblicklich die beste Gelegenheit dar.
G Spaniens Niedergang.
Für alle Feinde der katholischen Kirche und der Katholiken ist der Ausgang des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten von Nordamerika und Spanien in einem bestimmten Sinne ein freudiges Ereigniß gewesen. Spanien, das Zatholische Spanien, ist in seinem Unglücke dazu mißbraucht worden, um zu behaupten, daß sein wirthschaftlicher und politischer Niedergang eben Daher komme, daß es katholisch gewesen und geblieben sei. Natürlich ist nichts verkehrter als eine solche Behauptung; und das Gegentheil ist leicht nachzuweisen.
Es ist ja wahr, Spanien war einst sehr ■groß, so unermeßlich groß, daß König Karl V. behaupten konnte, er herrsche über ein Reich, in dem nie die Sonne untergehe. Aber in der That herrschte er ja gar nicht darüber. Auf der Landkarte waren ungeheure Gebiete für Spanien mit Beschlag belegt, und die spanische Flagge war an allen möglichen Punkten der Erde gehißt nvorden; aber von einem eigentlichen und wirklichen Besitzthume, verschmolzen durch wirthschaft- liche und politische Jnteressen-Gemeinschaft mit hem Mutterlande, konnte man nur bei dem allerkleinsten Theile dieses spanischen Landkarten- Besitzes reden. Wenn es nicht fast verkehrt klänge, könnte man sagen, das war alles zum allergrößten Theile nur ein zufälliger Besitz, den nachher die Spanier nicht halten konnten, weil jie weder Seefahrer waren noch auch jemals Anlage zur Kolonisation beseffen haben.
Die Spanier keine Seefahrer? Nein, sie sind «s niemals gewesen und niemals geworden. Daß sie es bis zum heutigen Tage nicht gelernt haben, das haben die Erfahrungen des spanisch amerikanischen Krieges von neuem ffehr deutlich gezeigt. Und früher sind sie es auch nicht gewesen, auch damals nicht, als spanische Fahrzeuge Entdeckungen über Entdeckungen auf dem weiten, damals noch fast gänzlich unbekannten Erdenrund machten. Denn die Admirale und Schiffsführer, die bei jenen Entdeckungen die Hauptrolle spielten und deren kühner Seefahrer- igeist den Hauptausschlag dazu gab, waren meistens .gar keine Spanier, sondern Italiener in spanischen Diensten — den Mann nicht ausgenommen, den die Geschichte als den Entdecker des amerikanischen Festlandes feiert. Tüchtige Haudegen und großartige Feldsoldaten sind die Spanier immer gewesen und sind es auch heute noch. Daß dieses Letztere zutrifft, das haben die Nordamerikaner bei dem jüngsten Kriege in sehr deutlicher Weise erfahren; und daß in früher» Zeiten die Spanier stets mit außerordentlicher Begeisterung und mit großem Heldenmuthe in allen Kriegen gefochten haben, die sie führten, das ist eine viel zu bekannte geschichtliche Thalsache, als daß man sie noch einmal besonders als wahr beweisen müßte.
Aber zur Kolonisation haben die Spanier niemals Talent bewiesen. Davon legt deutliches Zeugniß ihr eignes Mutterland ab. Fruchtbar
und grün sieht dieses nur dort aus, wo es von Natur so ist, nämlich dort, wo es unter dem Einfluffe der feuchten Seewinde steht, die beständig vom Atlantischen Ozean hereinwehen. Leider aber reicht dieser Einfluß nicht weit. Hohe Bergketten, die nahe an der Küste entlang ziehen, lassen diese Winde nicht in das Innere des Landes hinein; und so find denn weite Strecken dieses Landes bis zum heutigen Tage Wüsten geblieben, weil der Spanier es nicht verstanden hat noch versteht, das Land in geeigneter Weise zu bebauen. Wie aber kann man gute und fruchtbringende Bewirthschaftung fremdländischer Schutzgebiete von einem Volke erwarten, das sein eigenes angestammtes Mutterland nicht zu be- wirthschaften versteht? Den Spaniern mangelt es also an jeglichem Talent zur Kolonisation. Das ist der wahre Grund ihres Niederganges, und kein verständiger Mensch wird diesen Grund mit dem Umstande verquicken wollen, daß die Spanier zu allen Zeiten treu zur Kirche Petri gestanden haben.
In alter Zeit, wo es nur darauf ankam, fremde Länder mit dem Schwerte in der Faust zu erobern, da waren die Spanier, getreu ihren ureigenen Volkseigenthümlichkeiten, in ihrem Elemente. Aber ihre riesigen Eroberungen gereichten weder denen zum Nutzen, die in den spanischen Kolonialländern wohnten, noch auch den Spaniern selbst. Ein Goldregen, die Frucht der reichen jungfräulichen Eroberungen überschwemmte für kurze Zeit die spanische Halbinsel und versetzte die Könige Karl V. und Philipp II. in die Lage, sich eine Zeit lang als Herren der Welt zu geberden. Aber da die Spanier nur Geschick im Erobern, nicht aber die Anlage zur wirthschaftlichen Hebung und dauernden Ausnützung dessen besaßen, was sie erobert hatten, ging diese Herrlichkeit ebenso schnell vorüber, wie es in der Welt stets mit Eroberer-Glück nur kurze Zeit gedauert hat; und bereits im 16. Jahrhundert liegt der Anfang des Niederganges für Spanien. Zehn Millionen Einwohner zählte Spanien am Anfänge des 16. Jahrhunderts, und am Ende des 17. Jahrhunderts nur sechs Millionen!
In neuester Zeit hat sich nun' freilich der Niedergang Spaniens ganz besonders bemerkbar gemacht; auch darin, daß der Volkscharakter sich weniger vorzüglich entwickelt hat. Diese Behauptung ist nicht nur Erfindung derjenigen, die Spanien deswegen nicht hold sind, weil die große Mehrzahl seiner Bewohner treu zur katholischen Kirche hält. Aber dies hängt nun schon gar nicht damit zusammen, daß Spanien eben diese Stellung zur Kirche einnimmt, sondern dies kommt vom geraden Gegentheil her. In neuester Zeit hat sich der Spanier, namentlich in den größeren Städten, vielfach in beklagens- werther Weise von der Kirche abgewandt, namentlich unter dem Einfluffe der Freimaurerlogen; und mit dieser lieflraurigen Wendung geht Hand in Hand auch ein Verfall der Sitten und ein Schwinden der alten und strengen spanischen Tugend und Redlichkeit, die sonst stets als ein Vorbild gelten konnte für die ganze Christenheit.
Was gut, was edel, was groß ist und brav
Ein großes Fabriketablissement stand mit der Gutsverwaltung schon seit einiger Zeit in Unterhandlung wegen Ankaufs eines ausgedehnten Waldreals mit schlagbarem Bestand. Dieser Wald gehörte jedoch zu einer anderen Besitzung des Grafen, die viele Stunden weit von Waldheim entfernt lag und der Kastellan rieth nun, Oskar sollte sich an den weiteren Verhandlungen persönlich betheiligen und so lange ferne bleiben, bis das Gerede durch andere Vorkommnisse in den Hintergrund gedrängt sei. Auch der weitere Rath Haubers, schnell und ohne Abschied abzureisen, sand die Billigung des Grafen. Am nächsten Tage schon befand sich dieser auf dem Wege.
V.
In dem Wirthshause zum „rothen Hahn" in Rodenbach ging es hoch her. Das ganze Loka war mit Gästen gefüllt. Diese bildeten eine sehr „gemischte" Gesellschaft. Die Mehrzahl der aus jungen Burschen, gereiften Männern und selbst Grauköpfen bestehenden Leute, gehörte dem Bauern- oder niederen Handwerkerstande an, doch sah man auch solche, deren Aeußeres au den Verkehr im städtischen Leben hinwies. Zu den genannten besseren Klaffen zählten sie freilich nicht, und wenn man sie näher betrachtete, ließ ihr ganzes Wesen und Gebühren erkennen, daß sie zu jener Sorte von Leuten gehörten, die man in jeder Großstadt trifft, die nichts arbeiten, in gewissen Wirthschaften bei Klavierspiel, Singen und Tanz das große Wort führen und von denen man nicht weiß, woher sie sich die Mittel verschaffen, um jahrein, jahraus ein Leben zu führen, wie ein selbst gut situirter Bürger es sich nur j selten erlaubt.
Deutsches
Berlin, 12. November.
* Die diesjährige General-Versammlung der Katholiken Deutschlands in Krefeld hat bekannt- ich ein Aentrak-Komitee gewählt, welches die Funktionen des bisherigen Kommiffariates der General-Versammlungen, das seit einem Menschenalter Fürst Karl von Löwenstein geführt hatte, übernehmen soll. Prinz Franz von Aren- rerg in Berlin übernahm den Auftrag, das Komitee iiUr konstituirenden Versammlung einzuberufen. Die sämmtlichen von der General-Versammlung ,u Mitgliedern des Komitee's gewählten Herren -aben inzwischen die Annahme der Wahl erklärt. Die letzte Erklärung lief am 10. Oktober ein. Nunmehr hat Prinz von Arenberg die Mitglieder des Komitee's eingeladen, am Donnerstag, den 17. November, Morgens 9 Uhr, zu Frankfurt a. M. im Frankfurter Hofe sich zu versammeln, um die Konstituirung des Komitee's vorzunehmen und den Ort der nächsten General-Versammlung endgiltig zu bestimmen. In Krefeld ist beschlossen worden, im nächsten Jahre in Neisse zu tagen, namentlich auch mit Rücksicht darauf, daß seit längerer Zeit im östlichen Theile Deutschlands eine General-Versammlung nicht mehr getagt hat. Doch waren noch einige Schwierigkeiten zu überwinden. Bisher waren die in Preußen stattfindenden Landtagswahlen hinderlich für den Beginn der Arbeiten des Komitee's. Wenn es jetzt seine Arbeiten beginnt, so wird es auf allseitige Unterstützung rechnen wollen, um seiner so überaus wichtigen, aber nicht selten auch schwierigen-Auf- gabe, die jährlichen General-Versammlungen zu leiten, gerecht werden zu können.
• Das,Wiener Tageblatt" veröffentlicht eine Denkschrift des GrafAtegentcu zu Lippe an die deutschen Bundesfürsten, worin er sich über die bitteren Erfahrungen durch die Ungnade des Kaisers Wilhelm II. beklagt und gegen das kaiserliche Telegramm ebenso ehrerbietig als entschlossen Einspruch erhebt. Die Ausübung einer disziplinären Korrektur gegen ein deutsches Staatsoberhaupt müsse das verfassungsmäßige Verhältniß der Bundesfürsten in seinen Grundlagen verändern. Wenn der Kaiser den Worten: „Dem Regenten, was dem Regenten zukommt" noch hinzufüge: „Weiter nichts", so erscheine damit eine Auffassung ausgedrückt, welche die Begrenzung seiner landesfürstlichen Rechte in irgend welchem Sinne von dem Willen oder der Gnade des Kaisers abhängig mache. Gegen diese Auffassung müsse er Verwahrung einlegen. Ganz dasselbe könnte auch den anderen Fürsten
Die Hauptrolle spielte augenscheinlich der ehemalige Hinterbauer Konrad Kaller, der wiederholt seinen Platz an der Kopfseite des Tisches verließ und bei den Zechenden die Runde machte, in die er dann im Flüstertöne hineinsprach.
Der Wirth trat auf ihn zu und raunte ihm ein paar Worte ins Ohr.
Der Widerschein hoher Genugthuung zeigte sich auf Konrads Gesichts.
Er verließ die Wirthsstube und begab sich ins Freie.
Hier trat eine männliche Gestalt aus ihn zu. Sie trug einen braunen Radmantel, gestreifte Beinkleider. Eine bunte Studentenmütze saß auf ihrem Kopfe. Auf die aus dem stark gerötheten Gesicht hervorragende Nase war ein Kneifer geklemmt.
Konrad reichte ihm die Hand. „LeonharV flüsterte er, „endlich kommst Du; ich wartete mit Schmerzen auf Dich."
Er betrachtete den Freund mit prüfendem Blicke. „So ists recht", bemerkte er, „Dein Anzug paßt ganz vorzüglich. Ich beugte bei den Leuten schon ein Bischen vor, so daß es nicht fehlen kann."
„Sind alle versammelt?" fragte der Neffe Haubers, „und hast Du für einen zuverlässigen Burschen gesorgt, der nachher zu dem Geschäfte bei der Höhle benützt werden kann."
Kaller schmunzelte. „Für einen ganz famosen, wie Du sofort selber zugeben wirst, roenn^ Du seinen Namen erfährst. Es ist der Zigeuner Franz Reinhard, der mit uns in Au gewesen und der Dir ja wohl bekannt ist."
mit Anterhaltungs-Aeikage „Illustrirte Sonntags-Zeitung"
gegenüber geschehen. Er betrachte es als eine heilige und unveräußerliche Pflicht, gegen jede Beschränkung seiner Rechte auf das Entschiedenste Stellung zu nehmen und würde, wenn ein anderer Weg nicht übrig bleibe, im Bundesrathe den Antrag einbringen, eine reichsgesetzliche Abgrenzung der Befugnisse zwischen kommandirenden Generalen und Landesherren herbeizuführen.
Q Mit dem Gesetzentwürfe zum Schutze der AröettswiKigen muß es eine ganz eigne Bewandtniß haben. Im Spätsommer sollte er angeblich schon fast vollendet vorliegen und dem Reichstage unmittelbar nach seinem Zusammentreten zugehen. Dann wurde berichtet, daß das doch nicht so ganz gewiß sei, denn mehrere Bundesregierungen hätten sich noch gar nicht damit beschäftigt. Jetzt wird es nach einer anscheinend offiziösen Mittheilung „in Bundesrathskreisen als wenig wahrscheinlich bezeichnet, daß eine Vorlage zum Schutze der Arbeitswilligen zu denen gehören werde, die dem Reichstage bei seinem Zusammentritt oder bald danach zugehen dürften". Man spricht also schon nicht mehr von der, also einer bestimmten Vorlage, sondern überhaupt nur von einer solchen ; und es soll nun gar zweifelhaft geworden fein, ob diese dem Reichstage baldzugehen werde. Kennzeichnet diese Auffaffung die Sachlage richtig, dann muß man annehmen, daß nicht alles so gegangen ist, wie die Scharfmacher und ihre Freunde innerhalb und außerhalb der Regierung es sich vorgestellt haben. Aber deswegen liegt noch lange fein Grund dazu vor, an eine vollständige Niederlage derselben zu glauben. Daß die Scharfmacher in Süddeutschland ebenso wie in Norddeutschland emsig an der Arbeit sind, das beweist vielmehr von neuem die geheimniß- volle Versammlung in Heidelberg unter der Führung des Frhrn. Heyl zu Herrnsheim.
-f- Zn den mancherlei Unbegreiflichkeiten in den Maßnahmen der Regierung ist eine neue hinzugekommen : die Ausweisung von allerhand Leuten, die nicht deutsche Reichsangehörige sind. Namentlich in Nordschleswig werden massenhaft einzelne Leute und ganze Familien ausgewiesen, die dänische Staatsangehörigkeit haben, von denen aber kaum behauptet werden kann, daß sie sich „lästig gemacht haben", wie der Polizei-Ausdruck lautet. Meistens handelt es sich dabei nämlich um Dienstboten und Arbeiter, die bei Dänen in Lohn und Brot standen, im übrigen aber in feiner Weise hervorgetreten sind. Außerdem sind niederländische Arbeiter aus Gronau i. W. ausgewiesen worden, die dort in der rasch aus- blühenden Textilindustrie beschäftigt waren, und aus Schlesien verschiedene österreichische Staatsangehörige, zum Theil jüdischer Konfession. Für diese Maßnahmen fehlt es bisher an jeder Erflärung. Besonders bemerfenswerth aber ist ein einzelner Fall: das ist die Ausweisung eines Redafteurs des Berliner Sozialdemofratenblattes .Vorwärts", eines gewissen Dr. Braun. Dieser ist Oesterreicher, und die oberoffiziöse ,Nordd. Allgem. Zeitung" bemerft dazu: es tonne „nicht zweifelhaft fein, daß der Dr. Adolf Braun zur Kategorie derjenigen Ausländer gehört, die durch ihre Tätigkeit in einem fremden Staatsgebiete lästig fallen. Wer das ihm staatlich gewährte Gastrecht
„Reinhard ist hier/" ries Leonhard offenbar angenehm überrascht, „wie ging denn das zu?"
„Nicht besonders merfwürdig," entgegnete er, „ich las ihn sozusagen an der Landstraße auf. Er zeigte sich natürlich sofort zum Eingehen auf meine Vorschläge bereit. Jetzt sitzt er bei den anderen drinnen und fünft."
Leonhard rieb sich die Hände. „Wir haben Glück. Nun aber hole Deine Leute heraus, damit ich ihnen die versprochene Abzahlung einhändigen tann. Den Rest befommen sie, wenn die Arbeit gethan ist. Stelle sie dort drüben unter den Nußbäumen auf."
Ein paar Minuten später kamen sammtliche Gäste ins Freie und wurden von Konrad nach dem von Leonhard bezeichneten Platze geführt. In einer ziemlich langen Reihe stellten sie sich auf.
Da tauchte die Gestalt Leonhards aus dem Dunkel empor und trat auf die Dastehenden zu. Sie sahen seine Studentenmütze und die übrige Kleidung, aber die Gesichtszüge zu erkennen, gestattete die Finsterniß nicht. ,
Leonhard überreichte jedem schweigend em Zwanzigmarkstück, dann grüßte er durch Abnehmen feiner Mütze und schritt auf den Flügelmann zu, denZigeuner Reinhard.einen baumlangen Menschen, dessen Kops mit einer Fischottermütze bedeckt war, sprach aber kein Wort und erst als das Dorf ! ziemlich weit hinter ihnen leg, gab er sich dem
Gefährten zu erkennen.
Leonhard trug kein Bedenken, den Zigeuner ■ in die Einzelheiten seines Vorhabens einzuweiheu , und die Rolle näher zu erörtern, welche ihm zu- getheilt war. Dieser begriff schnell und erhob feinen Widerspruch.