Einzelbild herunterladen
 

Aus Kirche und Schule.

Auslaut

Kokales.

Fulda, 5. November.

soll. Und zwar soll diese Geflügelzählung namentlich zu Ermittelungen darüber dienen, welche Veränderungen sich im Gesammt-Geflügel- bestande ergeben, da die vorjährige Zählung die Thatsache gezeigt hat, daß die deutsche Geflügel­zucht gegen diejenige anderer Länder, besonders aber Rußlands, noch sehr zurücksteht, sodaß die deutschen Züchter und Händler, um den an sie gestellten Anforderungen genügen zu können, ge­zwungen sind, vom Auslande her große Mengen Geflügel einzuführen. Durch die neue Geflügel­zählung am 1. Dezember soll also wieder genau festgestellt werden, ob die deutsche Geflügelzucht in dem verfloffenen Jahre einen bemerkenswerthen Aufschwung genommen hat oder nicht.

in den Vereinigten Staaten ausschlaggebend. Es ist daher auch wenig wahrscheinlich, daß die ver­nünftigen Stimmen der gemäßigten Presse gehört werden. In dieser Beziehung gibt man sich auch in Spanien keinen Illusion hin, ja man rechnet dort nicht einmal auf eine Hilfe Europas.

Aus dem Uachbargebiet.

KrarrlUtKe«, 5. Nov. Für den jüngst verstorbenen Domkapitular Herm. Breitung, der von 1873—79 Pfarrer dahier war und noch in gutem Andenken bei den Parochianen steht, wurden mehrere Gottesdienste abgehalten. R. I. P. — Der atud. theol. Dominikus Heller aus Kranlucken reiste am 18. Oktober von hier nach Rom ab, um im Germanicum dortselbst seine begonnenen philosophisch-theologischen Studien in einem 6—7jährigen Kursus fortzusetzen und zu vollenden.

* Schlüchtern, 4. Nov. Der Aufnahme-!

Hf Auf dem heutigen Schweiueurarkte waren 110 Stück Ferkel zum Verkaufe aufgetrieben. Die Preise der Ferkel stellten sich auf 4—7 Mark (per Stück). Der Handel war mittelmäßig.

* Mit dem 1. Januar 1900, dem Tage der Gesetzeskraft des Bürgerlichen Gesetzbuches, tritt die, dem bisherigen Rechte unbekannte elterliche Gewalt der Mutter in Wirksamkeit (§ 1684 ff- des Bürger!. Ges.-B.). Mit dem genannten Tage erreichen die zahlreichen Vormundschaften über vaterlose Minderjährige, deren Mütter noch leben, geschäftsfähig und nicht inzwischen eine Ehe eingegangen sind, ihr Ende. Die zur Zeit dem Vormunde zustehende Fürsorge für das Ver­mögen des Mündels liegt vom 1. Januar 1900 I ab der Mutter ob und endet regelmäßig, wenn sie eine Ehe eingeht (§ 1697). Bei dem großen Wandel, welcher ersichtlich in den Verhältnissen eintritt, namentlich betreffs der Vermögensver­waltung der minderjährigen Kinder, hat der preußische Justizminister in einer allgemeinen Verfügung angeordnet, daß jetzt bereits Fürsorge für die Umleitung in die neuen Verhältnisse ge­troffen werde. Mancher Vormund wird zu seiner Freude einer lästigen Vormundschaft ledig werden.

* Aus dem schon gestern erwähnten Berichte über den Geschäftsbetrieb der Kessifchen Araud- verficheruugs-Aukatt vom Jahre 1897 ent­nehmen wir noch folgende Angaben von allge­meinem Interesse: Die Verwaltungsergebnisse weisen eine erhebliche Uebersteigung des 10jährigen Durchschnittsbetrages für Brandentschädigungen auf, zeigen aber andererseits einen erfreulichen Zuwachs der Versicherungssumme. Derselbe be­läuft sich aus 29,471,700 Mark, ein Betrag, welcher noch in keinem der Vorjahre erreicht worden ist. An Brandentschädigungen sind für die im Berichtsjahr entstandenen 552 Schadens­fälle 1,709,813 Mk. 17 Pf. verwilligt worden, während der Jahresdurchschnitt in der letzten zehnjährigen Periode = 1,388,252 Mk. 64 Pf. betragen hat. Die Gesammt-Versicherungssumme betrug im Dezember 1897 für 118,966 Hof- I raithen mit 323,350 Gebäuden = 1,034,732,100 Mark, am 31. Dezember 1896 für 118,169 Hof- raithen mit 320,624 Gebäuden = 1,005,260,400 Mark, so daß im Laufe des Jahres 1887 in Zugang gekommen sind 797 Hofraiten mit 2726 Gebäuden und 29,471,700M. Versicherungssumme. Zur Förderung und Verbesserung des Feuerlösch­wesens sind im Berichtsjahr verausgabt worden: 8 286 Mark Beihilfe zu den Kosten für Be- I schaffung von Feuerspritzen und Löschgeräthen rc. an 3 Stadt- und 12 Landgemeinden, 11800 M. Beihilfe zu den Kosten für die bei der Anlage von Wasserleitungen im Interesse des Feuerlösch­wesens bewirkten Herstellungen an 1 Stadtge­meinde und 5 Landgemeinden, 2140 M. Beitrag zur Unterstützungskasse für im. Feuerlöschdienst Verunglückte, 400 Mk. Prämie für Löschhilfe. Summa 22 626 M. Außer diesen schenkweise gegebenen Unterstützungen hat der Landes - Aus­schuß zur Anlage von Wasserleitungen rc. Dar­lehen gewährt. Für im Feuerlöschdienst Verun­glückte sind auf Antrag der Anstaltsverwaltung aus der Unterftützungskasse zu Merseburg — 3 508 M. 42 Pfg. gezahlt worden. Die Aktiva der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt betrugen am Schluffe des Jahres 1897 = 3659 515 M. 79 Pfg., welchen jedoch 2421264 M. 46 Pfg. Passiva gegenüberstanden, der Ueberschuß der 1897er Aktiva beträgt mithin 1238251 Mark 33 Pfg.

Der Vorstand der Allgemeine« Kranke« Derstchernngskasse zu Fulda macht bekannt, daß der Aufforderung vom 25. Juli 1898 in Jtr. 166 der ,Fuldaer Zeitung', betreffs der An­meldung zur Krankenkasse derjenigen Dienst-

O I«kda, 5. Nov. Seine Bischöfl. Gnaden haben sich heute Morgen in das Mutterhaus be­geben, um in der Kapelle daselbst im feierlichen Gottesdienste die Einkleidung von 12 barmh. Schwestern vorzunehmen und die Profeßab­legung von 7 Schwestern entgegenzunehmen.

* Alottenönrg, 4. Nov. Die Wahl des Bischofs unserer Diözese wird nicht mehr lange auf sich warten lassen. Die Vorschlagsliste des Domkapitels ist vom Könige und dem Kultus­ministerium bereits wieder nach Rottenburg zu­rückgesandt worden.

Schlaganfall getroffen tobt zusammenbrach.

* Meiningen, 4. Nov. Am l.d. M. waren es 40 Jahre, daß die Werrabahn eröffnet wurde. Es sind nur noch wenige Beamte im Dienst, welche die Bahn mit eröffnet haben. Hier in Meiningen sind deren noch drei.

* Aermvach, 4. Nov. Im Garten des Herrn Gastwirth Bauß dahier tragen die Him­beersträucher zum zweiten Male in diesem Jahre zahlreiche reife Früchte. Und da schimpfe noch Jemand auf unsere „kalte" Rhön!

h. St.Itadttvgeu, 4. Nov. Heute früh nach 4 Uhr brach in dem nahen Heufurt, Pfarrei Nordheim v. Rh., ein Schadenfeuer aus,—

* Aus Anlaß der bevorstehenden Kirmek- feier bringt der Landrath des Kreises Fulda den Ortspolizeibehörden (Bürgermeistern) des Kreises zur sorgfältigen Beachtung die Polizeiver­ordnung vom 1. Februar 1896 in Erinnerung, nach welcher diese Behörden zur Kirmeß (Kirch­weih) und Fastnacht jeden Jahres die Gestattung zur Abhaltung öffentlicher Tanzbelustigungen zu ertheilen befugt sind. Hierbei ist — so heißt es m der genannten Polizeiverordnung — folgendes stren gstens zu beachten: 1. Die Gestattung kann nur nach Benehmen mit dem Orts- gelstlichen wegen etwaiger kirchlicher Hinder- msse und nur mit dessen Zustimmung er- thellt werden. 2. Im Falle die Zustimmung stltens des Ortsgeistlichen versagt wird, ist unter Vorlage der Verhandlung rechtzeitig die Ent­scheidung des Landrathes einzuholen. 3 Die Tanzmusik-Erlaubniß darf nur für Montag und Dienstag (nicht aber schon für Sonntag) und zwar für Montag auf die Zeit bis 12 Uhr und für Dienstag auf die Zeit bis 10 Uhr Nachts ertheilt werden.

^2 Drei neue Glocke« für die Neuen­berger Kirche von Edelbrock & Co. aus G^cher in Wests, sind hier angekommen und gestern Abend einstweilen in der Domkirche bei dem Hauptportale aufgestellt worden. Dieselben

* Melsungen, 3. Nov. In der Nacht von ! Sonntag auf Montag brannte während einer Festlichkeit in Adels Hausen die der Wittwe Schmoll gehörige Scheune mit Inhalt nieder. Heute hat ein auf dem Hofe bediensteter Knecht im Verhör eingestanden, daß er, weil die Tochter der Besitzerin nicht mit ihm habe tanzen wollen, das Feuer angezündet hat.

* Kassel, 4. Nov. Nach dem Vorgänge zahlreicher anderer Regierungsbezirke hat sich nun­mehr auch sür den hiesigen Regierungsbezirk ein Bezirksverband der Gemeindebeamten im Anschluß an den Centralverband der Gemeinde­beamten Preußens gebildet. Der Bezirksverband hat seinen Sitz in der Stadt Kassel und führt den Namen „Verband der Gemeindebeamten des Regierungsbezirkes Kassel". Nach den Satzungen hat der Bezirksverband den Zweck, den Central­verband der Gemeindebeamten Preußens in der Förderung seiner satzungsgemäßen Aufgaben zu unterstützen. Außerdem hat er die Förderung der Fachausbildung, die Hebung des Standes- bewußtseins und die Pflege der Berufsgenossen­schaft der Mitglieder, als seine Aufgabe zu be­trachten. Zu diesem Zwecke sind Bezirksversamm­lungen abzuhalten, in denen allgemeine Verbands- angelegenheiten besprochen und Vorträge über Gemeinde-Einrichtungen, über neue gesetzliche Be­stimmungen oder über sonst geeignete Gegenstände

| gehalten werden sollen. Aufnahmefähig sind sämmtliche, in Beamtenstellung befindliche Per­sonen der Gemeinden, der Kreise und der Pro­vinz, sowie deren Anstalten, sobald sie das 20. Lebensjahr zurückgelegt haben. Der Mitglieds- Beitrag beträgt jährlich 3 Mark, wofür zugleich die wöchentlich erscheinende Zeitschrift des Central- Verbandes geliefert wird. — Dem neugegrün­deten Verbände sind bereits fast sämmtliche Beamte der Stadt Kassel beigetreten, als Vorsitzender des Verbandes wurde Herr Stadtkämmerer Barner hier gewählt. Die erste Bezirks-Versammlung hat Anfangs Oktober stattqefunden.

" Marö«rg, 4. Nov. Die Zahl der Studi- renden der Universität hat bereits 1000 über­schritten, eine für das Wintersemester noch nie erreichte Ziffer.

* Schmeirrsöerg (Kreis Kirchhain), 4. Nov. Der Bau der Ohmthalbahn ging in letzter Zeit verhältnißmäßig flott von statten. Die Brücken über die Ohm und Klein gingen ihrer Vollendung entgegen. Eine Arbeits - Maschine (sollte gestern zum Fortschaffen größerer Erdmassen auf längere Entfernungen hin in Betrieb gesetzt werden. Die neuen Lokomotiven stehen in einem Nebengeleise

am Kirchhainer Bahnhofe. Was läge näher, als daß wir sicher annehmen, die Bahn würde nun endlich spätestens im nächsten Frühjahr dem Ver- | kehr übergeben werden. Doch scheint es wieder anders zu kommen, denn am Dienstag mußten alle Arbeiten auf Anordnung des Bauunterneh­mers, Herrn Max Hahn aus Berlin, eingestellt werden, ja sogar die zum Brückenbau aus West­falen eingetroffenen Arbeiter mußten aufhören, weil die Kreisverwaltung angeblich die ihm zu­stehende Abschlagszahlung verweigert. Das zu­ständige Gericht wird die Angelegenheit der strei­tenden Parteien zu schlichten haben.

* MiHenhause«, 4 Nov. Unser lang­jähriger Vize-Bürgermeister, der Kaufmann Ed. Rothfuchs dahier, kam gestern Abend aus dem Gasthause nach Hause und war im Begriff, eine Tasse Thee zu trinken, als er von einem

* Wew-Dork, 4. Nov. Die Forderung be­treffend die Annexion der ganzen Philip-

Aose«, 4. Nov. Erzbischof Stablewski ist in Rom erkrankt. Er befindet sich besser und trat die Rückreise nach Posen an.

Andenken an ihren Vater selig, der Hauptmann der der schon lange aufgelösten Bürgerwehr war und sie hält große Stücke darauf."

„Pah, Unsinn," warf Oskar leicht hin. Deine rf^u hat sicher nichts dagegen, wenn man heute Abend Helm und Säbel benützt."

sich jedoch nicht erweichen, so daß Oskar Ottilien herbei holen mußte, die dann auch, nachdem er ihr seine Absicht mitgetheilt hatte, dem Wunsche entsprach. Im Triumph trug Oskar feine Errungenschaft in den Saal, wo unter den langen Leuten ein allgemeiner Jubel über den gelungenen Einfall losbrach.

Das Präsidium wurde Oskar angetragen und er nahm es an. Die Studenten setzten sich und «n der Kopfseite der langen Tafel nahm der mit Helm und Säbel ausgezeichnete Präsident seinen Platz ein.

Die Kellnerin, Senzchen und Anna brachten schaumendes Bier und das Gelage begann.

IV.

©djon mehr als einmal waren die Kränze mid Blumen, welche Senzchen auf den Sarg des Grasen Ferdinand von Waldheim niedergelegt hatte, verwelkt. Die schmerzliche Wunde, welche ryr der Tod des alten Mannes geschlagen, be- 9“nM« vernarben und ihre Munterkeit kehrte allmählich zurück.

Auch Oskar hatte seine frühere Lebhaftigkeit wieder gefunden, nachdem die Ordnung des Nach-

prüfung in die hiesige PräparanbenschuK unterzogen sich 44 junge Leute: von diesen fanden 4 für die 2. Klasse und 30 für die 3. Klaff Aufnahme; die Uebrigen wurden zurückgewiesen. In Folge der Aufbesserung der Lehrergehälter ist jetzt schon ein wesentlich größerer Andranq zum Lehrerberuf bemerkbar.

* Kanarr, 4. Nov. In der gestrigen Sitzung der hiesigen Strafkammer wurden folgende Fälle verhandelt. Der Bauer G. aus Ebersberg war wegen Widerstandes und wegen Werfenj mit harten Gegenständen nach Menschen zu acht Tagen Gefängniß verurtheilt. Auf seine ^Be­rufung hin hob das Gericht dieses Urtheil auf und verurtheilte ihn nur wegen des letztgenannten Vergehens zu 3 Tagen Haft. — Der Einwohner R. von Langenselbold war wegen Bedrohung zu 1 Monat Gefängniß verurtheilt; seine Berufung, hatte Erfolg, er wurde freigesprochen. — Das hiesige Schöffengericht hatte den Ciseleur P. von Mittelbuchen von der Anklage der Beleidigung des dortigen Bürgermeisters freigesprochen, wo­gegen der Amtsanwalt Berufung einlegte. Auch die Strafkammer gelangt zu demselben Urtheil wie der erste Richter.

* Kersseld, 4. Nov. Zwecks eingehender Besichtigung des hiesigen Landkrankenhauses traf heute Vormittag eine Kommission, bestehend aus den Herren Landesdirektor Freiherr v. Ried­esel, Landesrath von Dehn-Rotfelser, Landesbau­rath Stiehl aus Kassel und Prof. Dr. Wernicke aus Marburg, hier ein. Man vermuthet, daß eine Erweiterung der obengenannten Anstalt be- ' absichtigt ist.

Dann öffnete er ein Fach seines Schreibtisches und nahm einen Schlüssel heraus.

Er betrachtete ihn.

„Leonhard ist doch ein ganzer Kerl," murmelte er, „hat mir da ein Werkzeugchen angefertigt, das, obgleich ich ihm nur einen Wachsabdruck sandte, genau seinem Zwecke entspricht. Wie ich soeben von dem Herrn Grafen erfuhr, kommt Raimund nach vierzehn Tagen hierher zurück und geht vorerst nicht mehr fort. Nun ist es Zeit. Nun wollen wir das Netz auslegen und ich bin sicher, daß keiner seinen Maschen entrinnt."

Er begab sich nach oben. Vorsichtig schaute er sich um. Dann trat er auf den Zehenspitzen | zu einer Thüre, brachte den Schlüssel zum Vor­schein und öffnete. Hastig schlich er in den Raum | und drückte fast geräuschlos die Thüre ins Schloß.!

Er befand sich in einem hübsch ausgestatteten Zimmer. Ueber den gewöhnlichen Möbeln hingen ein paar Dutzend Photographien von Studenten an den Wänden umher, etliche lange Pfeifen, ein Cereviskäppchen und im Hintergründe war ein Bücherschrank aufgestellt.

Auf diesen ging Hauber zu und musterte ihn. Er zog eine Schublade und schaute hinein. Jenes scharfe Zischen kam zwischen den bärtigen Lippen hervor, das er regelmäßig ausstieß, wenn er sich in befriedigter Stimmung befand. Der Behälter war fast bis an den Rand mit Briefen gefüllt.

(Fortsetzung folgt.)

* Wien, 4. Nov. Bürgermeister Dr. Lue­ger eröffnete die Nachtsitzung des Gemeinde­raths mit der Erklärung, daß Dank den Maß­nahmen der Behörden und dem zielbewußten Zusammenwirken aller berufenen Organe erreicht wurde, daß die früheren Gesundheitsver­hältnisse Wiens wieder hergestellt worden sind. Jedwede Gefahr einer weiteren Infektion sei be­seitigt und nicht der mindeste Grund zu irgend­welcher Beunruhigung mehr vorhanden. Auf eine Anfrage, wie der Bürgermeister die „sla- vische Gefahr" von Wien abzuwenden gedenke, gab Dr. Lueger zu, daß eine Anzahl von Slaven ungeziemend aufträten. Gegen dieselbe werde er mit aller Entschiedenheit vorgehen, welche die Wahrung des deutschen Charakters der Stadt Wien ihm auferlege.

X Narrs,4. Nov. Das neue französische Minlsterium des Herrn Dupuy gibt fühlbare Lebenszeichen von sich, noch ehe es seine Er­klärungen in der Deputirtenkammer abgegeben hat. Zunächst hat der neue Kriegsminister, Herr von Freycinet, einen Wechsel vorgenommen m der Person des Leiters des großen General- 1t a b es. General R e n o u a r d ist dieses Postens enthoben, an seine Stelle ist General Brault berufen worden, bisher Chef des 11. Armeekorps. Chef dieses Korps wird Renouard. Ebenso fanden bereits Wechsel statt in den höheren Stellen des Kriegsministeriums. General Brault war stets eng mit Herrn von Freycinet verbunden, und somit ist anzunehmen, daß nunmehr Einvernehmen herrschen wird zwischen diesen beiden Spitzen des französischen Heeres. Am nächsten Montag wird der Kassationshof das von ihm beschlossene Untersuchungs-Verfahren in der Dreyfus- Sache beginnen. Höchst wahrscheinlich wird man es für nothwendig halten, den frühem Haupt- ...... .................. winnwil

mann Dreyfus persönlich zu verhören und werden im Frühjahre, wenn sie die Weihe erhal- rhm einigen Offizieren des Generalstabes gegen- ten haben, mit der früheren „halben Osanna" uberzustellen, fo namentlich Paty de Clam und aus der Domkirche in den Thurm der Kirche au -ebrun-Renault. Bekanntlich hält man es für Neuenberg zum harmonischen Geläute aufqehänat nothig daß der Generalstab sein geheimes Akten-1 * * Die Dienkünude« für die städtische«

bündel über die Dreyfus-Sache herausgebe. Ob Mreans sind für die Zeit vom 15 November General Brault diesem Verlangen wird nach- 1898 bis 15. Februar 1899 von 81/« Uhr bis geben wollen, ist noch ungewiß. Aber man Uhr Morgens und von 2 Uhr bis sollte meinen daß mindestens Freycinet diese 6 Uhr Nachmittags festgesetzt worden. Aus- Ausli^erung befürworten müsse; und dann wird genommen hiervon sind nach einer Bekannt- auch General Brault kaum nein sagen können, machung des Herrn Oberbürgermeisters die

Ka«ea. 4. Nov. Wie die ,Agence Havas' Stadtkammerei und die städtische Sparkasse meldet, erwiderte der Gouverneur den Ad- welche auch künftighin bis 1 Uhr Mittags ae- miralen auf deren letzte Eröffnung, daß er den öffnet bleiben. 9 8 86

bann enthaltenen Forderungen der bestimmten^ * <r'or -»..... -

Frist nach ko mm en werde. Die letzten türkischen Eppenabtheilungen schiffen sich gegenwärtig kaX 5? »verbleiben dann auf Kreta nur noch s»' nr lsche Soldaten ohne Waffen, die das I vkriemgen len 1t -

Kriegsmaterial zur Einschiffung heranschaffen boten, welche zu gewerblicher Besch äf- 1°uen- tiguna mit \.L

lasses zu Stande gebracht war. Dies verdankte er nicht zum wenigsten der Beihilfe Haube 8-

Avn brauchte sich nicht zu verwundern, daß die Aufopferung und Ergebenheit des alten Mannes bei ihm volle Würdigung fand. Der Kastellan hatte ihn auch auf den geheimen, in die Mauer eingelassenen Schrank aufmerksam gemacht, dem er bis dahin noch nie Beachtung geschenkt hatte. a

Da man den Schlüssel nicht ausfinden konnte, mußte ein Schlosser den Schrank öffnen. Etwas besonderes enthielt er jedoch nicht. Einige alterthümliche Bilder, die nur für einen Sammler

5, Liebhaber Werth haben mochten, einen Brillantring, in dessen Vertiefung sich eine blonde Haarlocke befand und eine nicht unbedeutende Summe in Gold.

In dem „Schwert" verkehrte Oskar fast täglich, hielt sich aber nie lange auf. Es fehlte ihm an passender Unterhaltung. Raimund befand sich immer noch in München und Senzchen auf Besuch bei einer Freundin, die mit ihr längere Zeit bei den frommen Schwestern im Kloster zu­gebracht hatte.

Eines Tages machte er sich wieder von dem Arbeitszimmer Haubers aus, mit dem er eine Viertelstunde geplaudert, auf den Weg nach dem „Schwert".

Der Kastellan schaute ihm nach, bis seine schlanke Gestalt zwischen den mit frischem Grün bedeckten Lauben verschwand.

ttgnng mit herangezogen werden, nur ein ganz geringer Theil der hiesigen Gewerbe- „ rv--r , treibenden nachgekommen sei. Die Betbeiliaten ^"^6ruppe wird auch in Amerika nicht rück- werden dringend ersucht, die Anmeldung alsbald haltslos gebilligt. Die gesammte gemäßigte Presse M bewirken, mit dem Bemerken, daß die etwa verurtheilt dieselbe aufs Entschiedenste und be- säumigen Arbeitgeber vom 15. November d. I. der plötzlichen, nach seiner ab bei Strafe aufgefordert werden, ihrer Pflicht Rede m Omaha fast heimtückischen Schwenkung nachzukommen. w ’

jum vollsten Jingothum. Seit dem Bestehen der -H-. Der Katholische Gesellenverei« wird sir&fT nichts so folgenschwer, wie diese radikale am Kirchweihmontage in seinem Vereinslokale Abschwenkung von der Bundesverfassung und der eine gemüthliche Abendunterhaltung abhalten zu Ueberlieferung. Das Jingothum ist leider jetzt welcher auch die Ehrenmitglieder eingelaben^ind