bakteriologischen Untersuchungen dort betrieben wurden, manche Ungehörigkeiten sich in sehr unliebsamer Weise bemerkbar gemacht haben. Ohne Zweifel hat der österreichische Kultusminister u n r e ch t mit der am Donnerstag im österreichischen Abgeordnetenhause aufgestellten Behauptung, daß überall anderswo, z. B. in Berlin, bakteriologisch ebenso gearbeitet werde wie in Wien. Daß dies nicht der Fall ist, daß z. B. in Berlin nicht Versuche mit Pestbazillen an lebenden Thieren gemacht werden, hat, wie berichtet, der .Reichsanzeiger' am letzten Mittwoch ausdrücklich festgestellt. Außerdem hat man auch anderwärts nicht, wie in Wien, die Krankenhäuser mitten in den belebtesten Theilen der Stadt, und namentlich stellt man nicht gerade an solchen Oertlichkeiten so gefährliche Versuche mit Pestbazillen an.
h Paris, 28. Oft. Der neue Ministerpräsident in Frankreich wird vermuthlich Herr Dupuy sein mit dem Beinamen „die eiserne Faust". Eine solche freilich ist noth- wendig, um Klarheit zu bringen in die entsetzliche Verwirrung, die gegenwärtig über Frankreich hereingebrochen ist. Außer dem Präsidium wird Herr Dupuy voraussichtlich das Innere übernehmen. In einer Unterredung mit dem Präsidenten Faure soll Herr Dupuy über den Dreyfus- Prozeß gesagt haben: dieser gehöre jetzt der Justiz an, und jeder rechtschaffene Mensch werde sich dem Urtheilsspruche beugen. Dieser Spruch des obersten Kaffationshofes fällt vermuthlich für die Revision aus.
* Peking, 28. Ott. Der Angriff auf einige Engländer in China wird, wie es scheint, eine überraschend schnelle Sühne finden. Am Dienstag wurde in einer Versammlung des diplomatischen Korps beschlossen, die sofortige Entlassung der Soldaten zu verlangen, welche die englischen Ingenieure angegriffen haben. Das Tsung-li-Uamen gewährte sofort dieses Verlangen. Der englische Gesandte Macdonald beantragte unabhängig hiervon die Bestrafung der Soldaten. Die Kaiserin-Regentin erließ einen Befehl, durch welchen Hu-yü-fen, der Generaldirektor der Eisenbahnen, beauftragt wird, eine exemplarische Bestrafung der Schuldigen eintreten zu lassen.
* AokaHama, 27. Okt. Sämmtliche liberale Mitg lieber des Kabine ts haben wegen Meinungsverschiedenheit bezüglich der Ernennung eines neuen Unterrichtsministers ihre Entlassung gegeben. Der Ministerpräsident hat schließlich einer seiner Parteigenossen für den Posten in Vorschlag gebracht.
Lokales.
Fulda, 29. Oktober.
Das Aestesterr, welches aus Anlaß der Konsekration unseres Hochwürdigsten Herrn Bischofes gestern Nachmittag im Priesterseminar stattfand, nahm einen sehr schönen und würdigen Verlauf; es nahmen 160 Personen an demselben Theil. Der neugeweihte Bischof Adalbert brachte ein Hoch aus auf die Träger der höchsten Gewalten auf Erden: auf den Jubelgreis auf St. Petri Stuhle, Se. Heiligkeit Papst Leo XIIL, der seit mehr als 20 Jahren mit Weisheit und Kraft das Steuer der Kirche lenkt und von feiner hohen Warte dem christlichen Erdkreise die wirklichen Mittel zur Rettung der Völker verkündet; auf Se. Majestät den Kaiser und König Wilhelm II., der für alle Ideale hochbegeistert ist, dem Europa den Frieden verdankt und der von christlicher Gesinnung durchdrungen ist — weilt er doch jetzt im hl. Lande und betritt in diesen Tagen die hl. Stadt, in der sich das Werk unserer Erlösung vollzogen hat; auf Se.Königl. Hoheit den Großherzog von Sachsen Karl Alexander, den Senior der deutschen Fürsten, der während seiner ganzen Regierung ein unentwegtes Wohlwollen gegen die Katholiken an den Tag gelegt hat. — Se. Exzellenz der Herr Oberpräsident Magdeburg gedachte zunächst des letzten Bischofes von Fulda
unbekannt war. Gleichwohl warb ich um ihre Hand und sie wurde mein Weib. Ich ging mit meiner Gattin, einer Prinzessin Fu, die aber auf den Namen Maria getauft war, auf Reisen und hielt mich längere Zeit in Chicago auf. Zu spät erkannte ich zu meinem unsäglichen Schrecken, daß sie dahinwelkte, wie die Blume, welche der Meis geknickt hat. Es war das Heimweh nach ihrer blumenreichen, schönen Insel, nach Natur und Freiheit, nach dem Meer und den Palmenhainen; das geräuschvolle Leben der Großstadt Ertrug ihre zarte Natur nicht. Zwei Jahre nach unserer Verheirathuna sank auch meine zweite Gattin ins Grab. Einige Wochen später traf ich mit Dir zusammen und damals reifte der Entschluß in mir, der mich zu meiner ersten Bitte bewog. Du hast sie erfüllt. Ich aber hielt es unter Deinem gastlichen Dache nicht lange aus, denn der Anblick Deines glücklichen Ehelebens erinnerte mich täglich aufs Neue an meinen Verlust. Ich entfloh und stürmte, um mich zu betäuben in die Welt hinaus. Um das mir anvertraute und von Dir behütete Kleinod brauchte ich ja nicht in Sorgen zu sein. Ich bereiste ganz Südamerika, ging nach Australien und schiffte mich, da unsere Kolonien mein Interesse geweckt hatten, nach Afrika ein. In Sansibar fiel mir eine bayerische Zeitung in die Hand, die sich dahin verirrt hatte und in ihr las ich den Tod meines Bruders, sowie den Aufruf an mich. Nun dachte ich an die Heimkehr. Ich begab mich zunächst nach Hamburg, von dort nach Düsseldorf, wo ich meinen Oskar abholte und jetzt bin ich da. Jetzt aber wollen
Georg Ignatius und gab der Trauer und dem Schmerze um das so unerwartet rasche Hinscheiden desselben innigen Ausdruck. Sodann wies er darauf hin, daß das neue geistige Haupt, welches Fulda heute erhalten habe, von Jugend auf mit der Stadt und der Diözese Fulda verwachsen und verknüpft sei; das Streben und Arbeiten des neuen Bischofs sei auch bis jetzt schon einzig und allein dem Wohle der Angehörigen der Diözese Fulda gewidmet gewesen. Derselbe besitze das Vertrauen seines allergnädigsten kaiserlichen und königlichen Herrn und Sr. königlichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen, wie auch Sr. Heiligkeit des Papstes. Das einträchtige Zusammenwirken von Staat und Kirche werde in dem Hochwürdigsten Herrn einen thatkräftigen Förderer finden. Mit dem Wunsche, daß der heute neueingeführte Bischof auf lange Jahre hin eine glückliche und für die Diözese Fulda gesegnete Wirksamkeit entfalten möge, brachte Se. Exzellenz zum Schluffe ein Hoch auf den neuen Bischof von Fulda, Adalbert Endert, aus. — Se. Eminenz Kardinal Kopp, Fürstbischof von Breslau, dankte dem Herrn Oberpräsidenten für die herzlichen Worte, die er an den neuen Bischof gerichtet habe. Er (Redner) habe diese schönen Worte mit väterlichem Gefühle entgegengenommen — die bischöfliche Weihe habe ja zwischen dem neuen Bischöfe und ihm als dem Konfekrator ein väterliches Verhältniß geschaffen. Er stehe aber auch zu dem Herrn Oberpräsidenten in einem besonderen Verhältnisse; erhübe im Jahre 1890 als Mitglied der internationalen Arbeiterschutzkonferenz in Berlin den damaligen Staatssekretär Magdeburg kennen gelernt, der als Generalstabschef dieser Konferenz sich seiner Aufgabe mit großer Gewandtheit, Geduld und Takt erledigt habe. Daß derselbe auch in seiner jetzigen Stellung als Oberpräsident diese vortrefflichen Eigenschaften noch besitze, das bezeugten schon die herzlichen Worte, die er soeben gesprochen habe. Es sei gewiß der Wunsch Aller, daß Se. Exzellenz noch recht lange eine ersprießliche Thätigkeit zum Wohle des Vaterlandes entfalten und die friedlichen Beziehungen zwischen Kirche und Staat fördern möge. Die mit lebhaftem Beifall aufgenommene Rede schloß mit einem Hoch auf den Herrn Oberprästdenten. — Derhochw. HerrKapitularvikarEngel feierte darauf in formvollendeter Rede den Hochwürd. Herrn Konfekrator Se. Eminenz Kardinal Kopp, der dieHuld gehabt habe, heute sein Wohlwollen und seine Huld gegen die Diözöse Fulda zu krönen. Vor 17 Jahren sei der hohe Konsekrator mit der Kirche von Fulda vermählt worden und die Blätter der Geschichte sind gefüllt von den Segnungen für die Diözese und die ganze Monarchie, welche Sr. Eminenz zu verdanken sind. Aber die göttliche Vorsehung habe demselben ein größeres Arbeitsfeld bestimmt. Eine ganz besondere Sorgfalt habe Se. Eminenz stets der Erziehung und Bildung eines Vriesterthums nach dem Geiste der hl. Kirche gewidmet. Mit dem herzlichsten Danke für all das Gute, welches Se. Eminenz der Diözese Fulda gethan, verband Redner die innigsten Glück- und Segenswünsche für dessen weitere Wirksamkeit und brachte ihm ein Hoch dar. — Se. Eminenz KardinalKopp ergriff nun nochmals das Wort. Es sei für ihn kein Opfer gewesen, als er es übernommen habe, die Weihe des neuen Bischofs von Fulda vorzunehmen, sondern er sei damit einem Bedürfnisse seines Herzens nachgekommen, welches mit inniger Liebe an der Diözese Fulda hänge. Der neugeweihte Bischof sei ein Kind dieser Diözese und habe heute Morgen mit Recht in seiner Predigt gesagt: „Ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich". Es sei nicht noth- wendig gewesen, hinzuzufügen, daß er sich bestreben wolle, sie noch bester kennen zu lernen. Der Bischof von Fulda habe in seinem Klerus eine ausgezeichnete Schaar von treuen Mitarbeitern, auf die er sich in jeder Beziehung verlassen und stützen könne. Se. Eminenz schloß mit einem Hoch auf die Diözese Fulda, ihren vortrefflichen Klerus und des frommen Volks. — Herr Ober-
wir unsere Erörterungen vorerst beschließen, sonst geräth am Ende Deine Ottilie in Sorge um Dich. Hole sie und Senzchen, die nun ohne Zweifel aus der Schule heimgekehrt ist, hierher."
Der Graf erhob sich. Auch Freihofer stand auf und begab sich in die untere Stube hinab.
Er flüsterte seiner Frau einige Worte ins Ohr, über welche diese beinahe erschrak.
Oskar und Senzchen saßen am Tische, wo ein Bilderbuch ihnen jlt kindlich lebhafter Unterhaltung Veranlassung gab,
Eine Minute später betraten Freihofer und Ottilie und die beiden Kinder das Gemach, in welchem der Graf sie in augenscheinlicher Spannung empfing.
Er grüßte die Hausfrau herzlich und wandte sich an die Kinder und betrachtete sie mit inniger Zärtlichkeit. „Die Kleinen haben ja schon Freundschaft geschlossen," sagte er, „das freut mich!"
Er hob das Köpfchen Kreszentias in die Höhe und schaute dem Kinde in das engelschöne Gesicht, nahm es auf den Arm und küßte es zärtlich auf Stirne und Mund.
Dann stellte er es wieder auf den Boden und ergriff Oskars Hand. v
„Du darfst die Kleine schon gern haben", mahnte er, „wenn Dein Vater auch ein Graf und sie nur eine Wirthstochter ist."
Man blieb noch eine Weile beisammen, dann bat Graf Waldheim, Fceihofer möge anspannen lassen.
Er bestieg mit dem Söhnchen die Extrapost und diese rollte dem Schloß zu. (F. f.)
bürgermeister Dr. Antoni begrüßte die beiden Assistenten der heutigen Konsekrationsfeier, die hochw. Herren Bischöfe Dr. Haffner aus Mainz und Dr. Willi aus Limburg. Er wies hin auf die vielen und innigen Beziehungen, welche zwischen diesen beiden Diözesen und der Diözese Fulda bestehen, dankte den hochw. Herren und widmete ihnen ein herzliches Hoch. — Der Hochw. Herr Bischof Haffner von Mainz dankte für die ihm und dem Hochw. Herrn Bischof von Limburg erwiesene Ehrung und gab dann seiner Freude Ausdruck, daß Gott der Diözese Fulda einen so guten Bischof gegeben habe. Er feierte dann die Stadt Fulda und den Herrn Oberbürgermeister und ließ seine Worte in ein Hoch auf dieselben ausklingen.
Das Festmahl war gegen 6 Uhr beendigt. Bald nachher reiste der Herr Oberpräsident und mehrere andere hohe Beamte von hier ab. Gegen 3/»8 Uhr versammelten sich die vereinigten Sänger in der städtischen Turnhalle und zogen von dort unter den Klängen der städtischen Kapelle des Herrn Musikdirektors Nicolay, begleitet von den fackeltragenden Mannschaften des Steigerkorps der Feuerwehr in geschloffenem Zuge durch die Stadt zum Bischöfl. Palais. Daselbst angekommen, trugen die Sänger zunächst die Klein'sche Motette: „Hoch thut euch auf, ihr Thore der Welt" vor. Unterdessen erschienen der Hochw. Herr Bischof, sowie Se. Eminenz Kardinal Kopp und die Hochw. Herren Bischöfe von Mainz und Limburg an den Fenstern des oberen Saales. Nachdem das Lied verklungen, hielt Herr Oberbürgermeister Dr. Antoni folgende Ansprache an den Hochw: Herrn Bischof:
Hochwürdigster Herr Bischof!
Erst wenige Monate sind vergangen, seit die Bürgerschaft der Stadt versammelt war, um von ihrem Herrn Vorgänger, den Gott auf den erzbischöflichen Stuhl von Freiburg berufen hatte, Abschied zu nehmen. Wehmuth und Schmerz erfüllte damals unsere Brust. Doch noch Schmerzlicheres war uns vorbehalten. Gottes Vorsehung nahm ihn, nachdem er kaum seine bisherige Diözese verlassen hatte, zu sich, und senkte tiefe und aufrichtige Trauer in unsere Herzen. Doch Gott legt seinem Volke nicht mehr auf, als es tragen kann; er träufelte auch wieder Balsam in die Wunde, die uns allen durch den Verlust des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs Georg Ignatius geschlagen war. 'Nach den Tagen der Trauer kamen die Tage der Freude und sie brachen an in dem Augenblicke, wo die Glocken es in die Diözese hineinriefen: habemus episcopum und als von der Kanzel des hohen Domes verkündet wurde, daß unser allverehrter Herr Dompfarrer Adalbert Endert zum Bischof gewählt worden sei. Er war für uns kein Neuling mehr.
Wir alle kennen Sie, Hochwürdigster Herr, als einen allzeit freundlichen Berather, der auch als Mitglied der städtischen Körperschaften seine ganze Kraft in den Dienst der städtischen Angelegenheiten gestellt hat; wir kennen Sie als den liebevollen Tröster in allen Leiden des Leibes und der Seele; wir kennen Sie als einen glaubenseifrigen frommen Priester, dem das Heil der ihm anvertrauten Seelen über alles geht; wir kennen und verehren Sie als einen Mann nach dem Herzen Gottes, der kein Opfer scheut, die Ehre Gottes zu fördern. Daß Ihre Thätigkeit keine unfruchtbare gewesen, davon legt, um das in die Augen springende zuerst zu erwähnen, Zeugniß ab jenes herrliche Gotteshaus, das Ew. Bischöfl. Gnaden unweit von hier, in Horas, erbaut haben. Es ist ein herrliches, hochragendes Denkmal Ihres rastlosen Schaffens und Wirkens geworden, und wird die Jahrhunderte überdauern und späterenGeschlechtern noch Ihr gesegnetes Andenken verkünden.
Schöner und unvergänglicher noch ist das Denkmal, das Sie sich in den Herzen Ihrer früheren Pfarrangehörigen und jetzigen Diözesanen gesetzt haben und das heute Morgen seinen Ausdruck gefunden hat in dem innigen Gebete zu Gott, daß Ew. Bischöfl. Gnaden uns allezeit ein guter Hirt und Führer sein mögen, der uns mit mildem Ernst'und liebevollem Wort gemahnet an die idealen Güter des Lebens, der uns aus den Sorgen des Alltagslebens und den Gefahren dieser Welt hinaufhebt zu den lichten Höhen der Religion und des Glaubens, der uns Leiter und Lenker sein möge aus dem schmalen Pfade, der einst zum Himmel führt.
Ihnen, Hochwürdigster Herr, gelten deshalb auch heute Abend unsere innigsten und dankbarsten Glück- und Segenswünsche: Ad mnltos annos rufen wir Ihnen aus überströmendem Herzen zu. Als ein freilich nur schwacher Ausdruck unserer Liebe, unserer Anhänglichkeit und unserer Freude möge Ew. Bischöfl. Gnaden der Ruf gelten, in welchen ich die lieben Mitbürger einzustimmen bitte: Unser hochverehrter Oberhirt, Bischof Adalbert, er lebe hoch!
Der Hochw. Herr Bischof dankte mit herzlichen Worten für die Ehrung und brachte dann ein Hoch aus auf die Bewohner der Stadt Fulda. Die Vereinigten Sänger brachten darauf, abwechselnd mit Musikpivcen der städtischen Kapelle noch die beiden Lieder „Sei gegrüßt von Deiner Heerde" von Domkapitular H- F- Müller und „Der Herr ist König" von Renner zum Vortrage. Herr Lehrer Mänz, der den Gesang leitete, überreichte dem Hochwürdigsten Herrn Bischöfe den Text der Lieder in einer eleganten Mappe. Am Schluffe der Serenade brachte Herr Stadtrath Richard Schmitt ein Hoch aus Se. Eminenz Kardinal Kopp aus. Während der ganzen Feierlichkeit war das Paulusthor, an dessen Seiten große (von der Firma Schmandt und Post dahier gelieferte) Acetylengasflammen brannten, und der bischöfliche Garten bengalisch beleuchtet. Ebenso prangte das Bonisatiusdenkmal gestern Abend in "herrlichem Lichterschmuck. Nach der Serenade zog die Sängerschaar unter dem Klängen des Mendelssohn'schen Festmarsches auf den Domplatz, wo bei herrlicher Illumination des Domes unter dem Geläute der großen Osanna-Glocke und dem Donner der Böller das Lied „Großer Gott, wir loben Dich!" mit Musikbegleitung gesungen wurde.
Nach der Serenaoe hielten die katholische Männergesellschaft M. N. und der kathol. kaufmännische Verein im großen Saale der Harmonie einen solennen Festkommers ab, dem außer den Mitgliedern dieser Vereine viele auswärtige Herren, meist geistlichen Standes, beiwohnten. Der Vorsitzende der Gesellschaft LI. N., Herr Dr. Raabe eröffnete den Kommers mit einem Hoch auf Papst und Kaiser. Herr Geheimrath
Dr. Goebel widmete sein Glas den auswärtigen Gästen. Herr Dechant K r a h°Amöneburg dankte dafür mit einem Hoch auf die gastliche Gesellschaft M. N. Herr Gymnasialoberlehrer Dr. Frye feiert den neuen, aus dem Volke hervorgegangenen Bischof und schloß mit einem Hoch auf den Volksbischof. Herr Pfarrer Rübsam- Rinteln, aus dem Nordpol der Diözese gekommen, dankt für den freundlichen Empfang und widmete der „schwarzen Internationale" ein Hoch. Pfarrer Ebel-Obernkirchen toastete auf Herrn Dr. Goebel, der das Verdienst habe, fast den ganzen Diözesan-Klerus herangebildet zu haben. Dr. Goebel ließ den um die Diözese hochverdienten Herrn Generalvikar oder Kapitularvikar Engel hochleben. Herr Pfarrer Wiegand- Dermbach brachte ein Hoch auf die Diözese Fulda aus. Es folgten dann noch verschiedene weitere Trinksprüche, deren Aufzählung uns hier zu weit führen würde. Es herrschte in der Versammlung eine überaus gemüthliche Festesstimmung.
Für die an der Serenade beteiligten Vereinigten Sänger und die Feuerwehr hatte die städtische Verwaltung gestern Abend einen Kommers im Giesel'schen Saale veranstaltet,, der ebenfalls einen recht gemächlichen Verlauf nahm. Abwechselnd mit Musikpiecen und Ge- sangesvorträgen wurden hier Trinksprüche ausgebracht von den Herren Domkapitular Dr. Arenhold, BeigeordneterRob. Kircher, Oberbürgermeister Dr. Antoni, Domkaplan Golbach, Kommandant des Steigerkorps Stadtv.. Simm er, Lehrer Mänz, Präsident der Win» fridia Latsch, SeminarlehrerHartmannu.s.w.
* Der katholische Gesellenverein und der Gesangverein „Winfridia" werden morgen Abend im Saale des Gesellenhauses aus Anlaß der Bischofsfeier einen gemeinschaftlichen Kommers abhalten.
? Die Kinder der dompfarrlichen Schulen werden heute Nachmittag dem hochwürdigsten Herrn Bischöfe eine Hvatioir darbringen. Die Schulkinder werden sich mit ihren Lehrern und Lehrerinnen im Hofe des bischöflichen Palais versammeln, dem allverehrten Oberhirten einige Lieder singen, Gedichte vortragen rc. Der Text der Lieder wird dem hochwürdigsten Herrn Bischöfe mit einer (von dem Lithographen A. K. I. Bamberger hergestellten) künstlerischen Widmung in geschmackvoller Mappe überreicht werden.
(*) Wir machen darauf aufmerksam, daß die Listen zur Aufnahme des Personenstandes heute abgeholt werden sollen. Säumige können event. auch noch morgen ihrer Pflicht, die Listen auszufüllen, nachkommen.
H Auf dem heutigen Schrveiuemarkle waren 13 Stück Läufer, und 180 Stück Ferkel zum Verkaufe aufgetrieben. Die Preise der Läufer stellten sich auf 25 —40 Mark, die der Ferkel auf 4—8 Mark (alles per Stück). Der Handel war auf Ferkel recht gut, auf Läufer schlecht.
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Aus dem Aachbargebiet.
* Salzschlirf, 28. Okt. Der Landort Uetz- hausen ist seit dem 1. Oktober dem Landbestellbezirk des hiesigen Postamtes zugetheilt; es kommt daher hier dasselbe Briefporto zur Erhebung, wie für Briefe zwischen Schlitz und Salzschlirf.
* Künfeld, 28. Okt. Bei der gestrigen Wahl der Wahlmänner fielen hier sämmtliche abgegebenen Stimmen auf die Seitens der CentrumSpartei aufgestellten Wahlmänner.. Die Wahlbetheilignng war schwach.
O Aus dem Kreise Künfeld, 28. Okt. Nachdem die Gemeinde Roßbach, die an sie gestellte Forderung zur Herstellung einer nach Steinbach führenden Straße einen ansehnlichen Beitrag zu leisten, ihre Genehmigung ertheilt, wird voraussichtlich im nächsten Jahre der Anfang zur Ausführung genannten Projektes gemacht werden. Damit sind jahrelange Verhandlungen zwischen Gemeinde und Behörde zum Abschlüsse gebracht; die Gemeinde Roßbach, die durch den Kirchenneubau schon hart mitgenommen, muß wieder arg bluten. Andere Leute meinen, es wäre besser gewesen, mit Tilgung der Bauschuld den Anfang zu machen. Da aber nun einmal das Straßenbaufieber herrscht, ist es nicht recht verständlich, weshalb man nicht eine Verbindung mit Betzenrod der Behörde gegenüber in Vorschlag bringt. Bei Ausführung dieses Projektes würde eine Verbindung mit Eiterfeld hergestellt, wie man sie nicht besser wünschen könnte, namentlich, wenn man bedenkt, welche Terrainschwierigkeiten sich dem zwischen Roßbach und Eiterfeld verkehrenden Fuhrwerk entgegenstellen, von dem großen Umwege, den die Straße über den Höhenzug macht, gar nicht zu reden.
* Kersfekd, 28. Okt. Ueberall findet man bei der diesjährigen Rüben-Ernte außerordentlich schwere Exemplare. So erntete Herr Güterbodenarbeiter Kiem in Sorga eine Kohlrübe, die ein Gewicht von 12 Pfund aufweist. Herr Gastwirth Möller in dem benachbarten Wippershain besitzt eine solche im Gewichte von 13 Pfund.
* Hrv, 28. Okt. Die vom Magistrate ge- thanen Schritte zur Errichtung eines Kontrollplatzes in Orb sind erfolgreich gewesen. Die erste Kontrollversammlung nach langer Unterbrechung findet am 8. November ds. Js. Nachmittags 3'/2 Uhr statt.
* Kanarr, 28 Okt. Gestern Morgen fuhr auf der Landstraße zwischen Zellhausen und Seligenstadteinmil Heu beladener Wagen hierher und stand dort plötzlich in Hellen Flammen. Der Fuhrmann, der vorn am Wagen saß, wurde von dem Feuer ergriffen und sprang, ab, während das Pferd an der Rückseite starke Brandwunden davonttug.