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FuldaerMZeitung

JuLöa, Freitag, den 28. Oktober 1898.

M 247.

scheint täglich, in, Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. VierteljLhrl.

Kerus'prri» ohneBnngerlohn und Bestellgeld in Fulda und auS- »SrtSlM.SvPj.

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25. Jahrgang

mit Anterhattungs-Meilage „Zllustrirte Sonntags-Zeitung" Pdereiajfc Nr. 2 (Darmomes.

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in seiner Knthedral-Kirche;n Fulda

am Jeste der heiligen Apostel Simon und Iuöas, am 28. KKLober 1898.

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nur Ehrfurcht, sondern Liebe und Vertrauen. Die liebevolle An­hänglichkeit, welche die Diözese Fulda stets an ihren Oberhirten gefesselt hat, werden auch ihm zur Freude und zur Ermunterung gereichen, wenn die Bürde des hohen Amtes schwer auf seinen Schultern lastet. Wir wollen unsere Liebe und Anhänglichkeit insbesondere dadurch be- thätigen, daß wir täglich im Gebete seiner gedenken und Gottes Segen für ihn erflehen, indem wir uns dem Konsekrator anfchließen, der bei dem feierlichen Akte der Weihe betet: „Laß diesen deinen Diener, den du zum Vorsteher deiner Kirche eingesetzt hast, seinen Untergebenen durch Lehre und Beispiel nützen, damit er einstens mit seiner Heerde vereint, eingehe zum ewigen Leben durch Christum unfern Herrn".

Endlich schulden wir unserem Bischöfe willigen Gehorsam; er ist ein Nachfolger der Apostel, zu denen Christus der Herr gesagt hat: Wer euch hört, der höret mich. Es ist zu allen Zeiten der Ruhm und die Stärke des katholischen Volkes gewesen, daß es den An­weisungen und Befehlen feiner Bifchöfe freudig Folge leistete, und mehr denn je ist es gerade in unserer sturmbewegten Zeil geboten, daß die Gläubigen sich mit den Priestern eng um ihren Bischof schaaren und seinem Winke gehorchen.

Möge das Gelübde der Ehrfurcht, der Liebe und des Gehorsams, welches die Katholiken der Diözese Fulda heute ihrem neuem Bischöfe zu Füßen legen, ihm die Erfüllung feiner hohen und schweren Auf­gabe, die er im Vertrauen auf Gottes Hülfe übernommen hat, erleichtern. Das Bewußtsein, daß er sich stützen kann auf eine Schaar vortrefflicher Geistlichen, die zur Erhaltung und Befestigung eines lebendigen Glaubens und christlicher Sitte unermüdlich thätig sind, wird ihn ermuntern; die Gewißheit, daß viele katholische Lehrer es sich angelegen sein lassen, den Herzen der Kinder wahre Gottesfurcht einzuprägen, wird ihm zum Tröste gereichen, und die Erkenntniß, daß die gesammte Diözese in treuer Anhänglichkeit in guten und in schlimmen Tagen fest zu ihrem Bischöfe steht und feinen Anordnungen und Befehlen willig und freudigen Gehorsam leistet, wird ihn stärken, das Werk seiner Amts­vorgänger erfolgreich fortzusetzen zum Heile der Kirche und zum Segen der Diözese.

Der neue Bischof ist der vierte Oberhirt der Fuldaer Kirche, der den Namen Adalbert trägt.

Adalbert I. von Schleifras war Fürstabt von Fulda von 1700—1714; er war der Erbauer unseres herrlichen Domes, der im Jahre 1704 begonnen und 1712 vollendet und eingeweiht wurde.

Adalbert II. von Walderdorff regierte von 1757—1759; er hat den Grundstein zu der jetzigen Klosterkirche auf dem Frauen­berge gelegt, nachdem die alte Kirche mit einem Theile des Klosters abgebrannt war.

Adalbert III. von Harstwll 1783—1814. Er war der letzte der Fürstäbte von Fulda und hat sich um den Wohlstand des Fuldaer Landes sehr verdient gemacht. Im Jahre 1802 fiel die Abtei Fulda der Säkularisation zum Opfer und Adalbert hörte auf, Abt zu fein. Sein bischöfliches Amt aber verwaltete er bis zu seinem Tode im Jahre 1814.

Heute hat nun der eierte Adalbert die Regierung der Fuldaer Kirche angetreten. Möge Gott der Herr ihn segnen und schützen und uns erhalten ad multos annos!

it fröhlichem Jubel und mit innigem Danke gegen Gott, dem weisen und mächtigen Beschützer und Lenker seiner hl. Kirche auf Erden, begeht die Diözese Fulda heute das Freudenfest der Weihe und Inthronisation ihres neuen Oberhirten Adalbert Enden, den die Vorsehung berufen hat, am Grabe des heil. Bonifatius als Nachfolger des heil. Sturmius das Bisthum Fulda zu verwalten und Klerus und Volk zu leiten auf dem schmalen Wege, der zum Himmel führt.

Als am 16. Mai d. I. die sterblichen Ueberrefte des ehemaligen Oberhirten unserer Diözese, des hochseligen Bischofes Georg Ignatius Komp, im Fuldaer Dome zur letzten Ruhe bestattet wurden, nachdem der unerbittliche Tod den eben zum Erzbischof von Freiburg ernannte Kirchenfürsten unerwartet rasch dahingerafft — da beschlich die bange Sorge gar manches Herz, wer nunmehr die hohe Würde und schwere Bürde des Bischöflichen Amtes auf sich nehmen werde. Als dann am 18. Juli das hohe Domkapitel zur Wahl eines neuen Bischofes zu- fammengetreten war und von der Kanzel des hohen Domes verkündet wurde, daß Herr Dompfarrer Adalbert Endert einstimmig erwählt worden fei, da stimmten alle Diözesanen freudig in das Te Deum ein, welches der Verkündigung des Wahlergebnisses folgte. Mit freudiger Begeisterung wurde in allen deutschen Gauen die Nachricht ausgenom­men, daß der Kirche Fuldas ein neuer Vorsteher und dem Grabe des hl. Bonifatius wieder ein Schirmherr gegeben sei, von dem man über­zeugt sein konnte, daß er sich der ruhmvollen Schaar seiner Vorgänger würdig anreihen werde.

Heute nun ist der freudenvolle Tag gekommen, an welchem der neue Oberhirte die bischöfliche Weihe empfängt und auf dem Bifchofs- stuhle des heil. Sturmius inthronisirt wird. Deshalb hat heute die Stadt Fulda und insbesondere die Kathedrale sich festlich gefchmückt und allenthalben ertönet der fröhlichej Jubelgesang: „Habemus epi- scopum!“ Wir haben wieder einen Bischof. Die Stadt und die ganze Diözese hallt wieder von den ehrfurchtsvollen Glückwünschen, die dem neuen Bischöfe von allen Seiten, von Hoch- und Niedriggeborenen, aus tiefstem Herzensgründe heute dargebracht werden.

Mit diesen Glückwünschen verbindet das katholische Volk das Ge­lübde der Ehrfurcht, der Liebe und des Gehorsams. Ehrfurcht schulden und geloben wir unserem Bischöfe, als dem obersten Priester, Lehrer und Hirten der Diözese. Als oberster Priester wird er in der Kirche Fuldas das Priesterthum fortpflanzen durch die Ausspendung des hl. Sakramentes der Priesterweihe; er wird die jungen Christen zu Streitern Christi stärken und befestigen durch die hl. Firmung; er wird Kirchen und Altäre weihen zum Dienste des Allerhöchsten, der ihn gesandt und uns seiner Obhut anvertraut hat. Als oberster Lehrer ist er zum Bewahrer und Beschützer des heiligen Glaubens berufen: ihm wurde bei der Bischofsweihe das Evangelienbuch auf Nacken und Schultern gelegt, zum Zeichen dafür, daß ihm der Auftrag und die Vollmacht gegeben sei, dafür Sorge zu tragen, daß in seiner Diözese die Glaubenslehren und Sittenlehren unserer hl. Kirche rein und unver­fälscht verkündigt werden. Als oberster Hirt seiner Diözese hat er den Auftrag, die Heerde zu weiden, zu schützen und zu regieren; es wurde ihm der Bischofsstab überreicht mit der Verpflichtung, ein gutep Hirte seiner Heerde zu sein, für deren ewiges Wohl er verantwortlich ist.

Dem obersten Priester, Lehrer und Hirten schulden wir aber nicht

GaUDe et Laetare, Urbs et CI Vitas FULDensIs! En ADaLbertUs IV. epIsCopUs tUUs!

Zur Seier der Konsekration und Inthronisation

Seiner Gnaden des Hachumrdigsten Herrn Dischafs

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