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Mit einer soliden Doppel-Leiter, einer guten Baumsäge, einer gut schneidenden Baumscheere und einem haarscharfen Gartenmesser ausgerüstet, begeben wir uns zu den Obstbäumen. Gut ist es auch, einen Topf mit Theer mitzunehmen. Sodann ist es unsere erste Aufgabe, uns klar darüber zu werden, welche Aeste bezw. Zweige zu entfernen sind. Als allgemein giftige Regel kann gelten: Es wird so viel weggenommen, daß eine lichte und freie Baumkrone entsteht, in welcher das junge Holz überall sich ausdehnen und kräftige Blatt- und Blüthen-Knospen entwickeln kann. Dabei ist mit größter Sorgfalt zu verfahren, damit nicht zu viel und nicht zu wenig weggenommen, sondern das rechte Maß gehalten werde. Namentlich sind von vorn herein diejenigen Aeste genau in's Auge zu fassen, welche unter allen Umständen belassen werden müssen. Als weitere Regel gilt: Je stärker die Triebkraft des Baumes, desto weniger, je geringer dieselbe dagegen ist, desto mehr Holz soll weggenommen werden. Nachdem wir so dem Grundsätze: Erst besinn's, dann beginn's gefolgt sind, kann die Arbeit ihren Anfang nehmen.
Zunächst werden alle dürren, kranken und erheblich verletzten Zweige, sowie solche, welche durch Frost und Schneedruck gelitten haben, entfernt bezw. in die gesunden, lebensfähigen Theile zurückgeschnitten. Hierauf kommen diejenigen Aeste und Zweige an die Reihe, welche bei der Ernte beschädigt wurden, und solche, die stark herabhängen und so, ohne nennenswerthen Ertrag zu liefern, den Boden beschatten und den übrigen Zweigen die Nahrung entziehen. Nun erst beginnt die eigentliche Lichtung der Baumkrone. Man sielt zuerst nach, ob feine stärkeren Aeste da sind, welche, ohne daß eine bemerkbare Lücke entsteht, entfernt werden können, um die Krone im Inneren zu lichten. Sodann werden die einzelnen Zweige vorgenommen. Die schlanken, wenig oder gar fein Frucht- Holz tragenden Sprosse, sowie alle sogenannten Räuber werden einfach weggeschnitten, und endlich von den zu dicht stehenden oder sich kreuzenden Zweigen, die schlechtem entfernt und derartig eingestutzt, daß überall eine freie Entwickelung der Blatt- und Blüthenknospen ermöglicht wird.
Vor allen Dingen ist beim Ausputzen der Baumkronen sorgfältig darauf zu achten, daß keine Stutzen stehen bleiben. Alle Aeste und Zweige müssen dicht am Stamme bezw. Zweige abgesägt werden. Darauf sind die Wunden, namentlich aber die Ränder derselben, mit scharfem Messer glatt zu schneiden, um dem Baume die Vernarbung der Wunden möglichst zu erleichtern. Bleiben Stümpfe stehen, so werden diese dürr, und ein Verwachsen der Wunde kann nicht stattfinden. Dagegen hüte man sich aber auch, zu tief in den Astring einzuschneiden, weil auch dadurch das |
Verheilen der Wunde nicht unerheblich erschwert wird.
Zum Schluffe werden die Wunden, Krebs- und Schorfstellen usw. mit flüssigem Baumwachs oder, was eben so gut ist, mit Stcinkohlentheer bestrichen. Bei dieser Gelegenheit kann auch der Baum von der alten rissigen Rinde befreit und das Kalken des Stammes vorgenommen werden, wobei man sich jedoch hüten muß, daß die grüne Rinde nicht verletzt und die Kalk- milch nicht zu dick aufgetragen werde. (Köln. Vztg.)
Unter diesem Sammeltitel erscheinen im Verlage vonBntzon und Bercker, Kevelaer, in fortlaufender Serie Erzählungen, Novellen und Romane. Es ist eine bekannte Thatsache, daß besonders in der jüngsten Zeit das Lesebedürfniß in allen Klassen der Gesellschaft außerordentlich gestiegen ist, und daß deshalb die Nachfrage nach Unterhaltungsstoff einen immer größeren Umfang angenommen hat. Dies hatte aber zur Folge, daß auf dem Büchermärkte manches erschien und noch erscheint, was in christlicher und sittlicher Hinsicht als geradezu verderblich wirkend bezeichnet werden muß. Der Name des auf publizistischem Gebiete nicht unbekannte Herausgeber dieser neuen Sammlung bietet die bestimmte Garantie, daß jedes Bändchen ohne das geringste Bedenken auf den Familientisch aufgelegt werden kann. Wir begrüßen daher das Erscheinen dieser Sammlung mit Freuden und machen die verehrl. Borstände der Vereinsbibliotheken, Pen- ’ionate, Institute, Gesellen- und Lehrlings-Vereine, Bibliotheken an den höheren Schulen usw. auf dieselbe aufmerksam.
Uom Auspuffen der Saum Kronen.
Ein wesentliches Erforderniß für ein gutes Gedeihen und eine reiche Fruchtbarkeit der Obstbäume ist dieses, daß alle Blatt- und Blüthen-Knospen, sowie Blätter und Früchte ungehindert sich entwickeln können und daß Lust und Licht zu der Baumkrone freien Zutritt haben. Wo dies nicht der Fall ist, da ist das Ausästen der Bäume nothwendig. Dasselbe soll, wenn möglich, in jedem Jahre, zum wenigsten aber alle drei bis vier Jahre ausgeführt werden. Die beste Zeit ist der Winter, indessen kann Versäumtes auch im Frühlinge nachgeholt werden.
Ausgewählte Werke von P. L. von Hammer st ei w 8. J. Billige Volksausgabe. Trier, Paulinus- Druckerei.
Von den im Berlage der Paulinus-Druckerei er- chienenen hauptsächlichsten Werken des als Volkschriftsteller rühmlichst bekannten Paters v. Hammer- tein veranstaltet die Verlagshandlung eine billige Volksausgabe in Lieferungen ä 30 Pfg. Alle 14 Tage all eine Lieferung erscheinen. Soeben ist Lieferung 2 erschienen. Auf diese Weise wird es ermöglicht, die Werke des hochw. Verfaffers den weitesten Kreisen zugänglich zu machen. — Die Werke des hochw. Herrn v. Hammerstein genießen einen Weltruf. Es bedarf daher zu ihrer Empfehlung nicht vieler Worte, ihr Inhalt spricht hinreichend für sie.
* Immer der Gtetche. Brautmulter: „Gott fei Dank, daß Sie endlich kommen, Herr Professor, die Braut wartet schon mit Sehnsucht auf Sie!" — Bräutigam: „Ach, ich bitte tausendmal um Entschuldigung, gnädige Frau, aber ich mußte noch rasch auf die Polizeistation " — Brautmutter: „Ja, was mußten Sie denn dort thun?" — Bräutigam: „O, ich wollte nur eine Adresse nachschlagen lassen; ich hatte nämlich vergessen, wo meine Braut wohnt!"
‘ Geistesgegenwart. Lieutenant: „ . . Ja, schnell gefaßt muß man sein. Ritt da einmal in der Schlacht neben mir ein Soldat, den eine Kugel gerade auf den Mund traf, ihm vier Zähne ausschlug und unbedingt die Wirbelsäule durchbohrt und den Mann ge- tödtet haben müßte, wenn derselbe nicht so viel Geistesgegenwart gehabt hätte, die Kugel schnell zu verschlucken!"
* Aus den „Fliegenden". Ahnungslos. Dame: „. Ein Universalmittel kennt die Medizin leider nicht!" — Schwiegermutter eines Arztes: „Ich meine doch! Mir kann zum Beispiel dies oder das fehlen, immer verordnet mir mein Schwiegersohn Ortsver änberung!"
* Echt weiblich. Er: „Ich begreife nicht, weß» halb Du immer zwei Tage brauchst, um Einkäufe zu machen!" — Sie: „Na, das ist doch sehr einfach! Einen Tag brauche ich, um die Sachen einzukauseu, und den zweiten, um sie umzutauschen!"
* Nach der Treibjagd. Baron: „Wie viel Stück haben wir zur Strecke gebracht?" — Förster: „Vierzig." — Baron: „Ach, das ist nett! Sind sie schon, alle ausgeweidet?" — Förster: „Die zwei Hasen schon, die achtunddreißig Treiber noch nicht."
Literarisches.
Vergangenheit «nd Gegenwart. Erzählungen, Novellen und Romane. Herausgegeben von Stanislaus Aenstoots. Jedes Bändchen 30 Pfennig.
* Dor der Schulzeit — keine Schulzeit! Richte an kleine „Schulkandidaten" die Frage: „Wann kommt Ihr zur Schule?" und sie antworten: „Ostern!", so werden sie häufig stolz hinzusügen: „Ich kann schon schreiben!" —„Ich weiß schon daß A-B-C!" — „Ich kann schon rechnen!" u. s. w. Aengstliche Eltern, die es besonders gut machen wollten, haben den Kleinen schon vor der Schulzeit die ersten Anfänge des Unterrichts „beigebracht". Sie sind stolz darauf und glauben wohl gar, der Schule einen Dienst durch den vorzeitigen Unterricht zu erweisen, — aber weit gefehlt! Hören wir, wie sich eine Versammlung hervorragender Pädagogen unlängst über dieses Thema in nachstehender Resolution aussprach: 1. Nur zu oft gewöhnen sich die Kinder bei solchem verfrühten häuslichen Unterrichte seitens der Eltern oder der Geschwister eine verkehrte Körper-, sowie Griffelhaltung an, welche Uebelstände sich auch auf die Schule übertragen und dem Lehrer dann besondere Mühe verursachen, um sie wieder zu beseitigen. 2. Die Kinder haben bei verkehrter häuslicher Anleitung meist keinen Begriff von der allmähligen Entstehung und Bildung der Schriftzeichen, der Buchstaben und Ziffern, und machen dieselben gedankenlos, mechanisch und vielfach falsch nach. 3. Dasselbe gilt auch betreffs so mancher eingedrillter niechanischer Rechenkünste und vieler ungeeigneter Memorirstoffe. Welche Mühe macht es dem Lehrer oft, den Schüler fo weit zu bringen, das
* Er hat seine Nachtruhe bezahlt! Aus Basel traf kürzlich in Paris mit dem Fünf-Uhr-Morgenzuge der Kommissar der Vereinigten Staaten für die Weltausstellung im Jahre 1900, Namens Peck, fammt Familie ein. Aufgefordert, weil er den Pariser Ostbahnhof, das Fahrziel, erreicht habe, auszusteigen, setzte Peck dem eine entschiedene Weigerung entgegen; er habe Schlafwagen genommen und wollte seine volle Nachtruhe genießen. Der Stationsvorsteher ließ den Wagen auf den Güterbahnhof befördern, und die Familie Peck stieg thatsächlich hier erst um neun Uhr Vormittags aus.
* 3,000,000 Kilogramm Sand hebt stündlich ein auf der Simon'schen Werft in Renfrew erbauter Saug-Bagger, so daß also zur Fortschaffung des von ihm stündlich geförderten Sandes nicht weniger als sechs Eisenbahnzüge, jeder zu 50 Wagen, erforderlich wären. Dieser Riesenbagger hat eine Länge von 65 Meter und eine Breite von 11 Metern; er ist mit zwei von einander unabhängigen Centrifugal-Pumpen ausgestattet, welche mittels eines Gelenkrohres bis aus eine Tiefe von 12 Meter zu wirken im Stazzde sind. Der Bagger wird mit einer Geschwindigkeit von 9112 Meter durch zwei Schrauben fortbewegt, welche ihrerseits von zwei Maschinen getrieben werden, deren Ge- sammtlerstung 1250, Pferdekräfte ausmacht.
* Kein kurz geschorenes Haar sollen die Berliner Friseur-und Barbierlehrlinge tragen. In der Quartalsversammlung der Innung erklärte der Obermeister, ein Friseurlehrling müsse durch eine ge= chmackvolle und sorgfältige Haarfrisur belebend auf das Geschäft und die Kundschaft einwirken. In der Fachschule soll fortan streng darauf gehalten werden, daß die Schüler mit einer schönen Haarsrisur erscheinen; kurz geschorene „Häupter", die zur Lässigkeit am eigenen Körper verleiten, sollen zurückgewiesen werden.
* Je nachdem. Richter (zur Angeklagten): „Sind sie verheirathel?" — Angekl.: „Nein." — Richter: „Verlobt?" — Angekl. „Ich weiß nicht!" — Richter: „Drücken Sie sich bestimmter aus." — Angekl.: „Ja dhen Sie, Herr Gerichtshof, das ist nämlich so: krieg ch nicht mehr wie ein halbes Jahr, da nimmt er mich: krieg ich aber mehr, hat er gesagt, dann dauerts ihm zu lang; jetzt weiß ich nicht, soll ich „Ja" oder „Nein" agen."
Gottesdienstordmmg in Fulda.
Sonntag, 16. Okt. Dom. 5'/>, 6, 6'/« u. 71/» Uhr hl. Messen, 6 1 Uhr heil. Messe und Kommunion der Schulkinder in der Marienkapelle, 9 Uhr Umgang, Hochamt mit Predigt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Messe, l1/« Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Psarr-Bruder- chast und Predigt, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. — Stobipfurrklrdje. 51/. Uhr hl. Messe und Predigt, 6 Uhr hl. Messe und Kommunion der Mitglieder des Müttervereins, 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr hl. Messe, Predigt und Kommunion der Schulkinder, 91', Ubr Hochamt und Predigt, 11 Uhr Christenlehre, 2 Uhr Andacht und Predigt für den Mütterverein, 3 Uhr Bruderschaft vom Hochwürdigen Gute, 8 Uhr Rosenkranz-Andacht. — Mtcharlsktrchr. 10 Uhr hl. Messe. — Pfarrkirche?um hi. Geiste. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 4 Uhr Andacht mit Segen. — L-S. Mutterhaus 2 Uhr. — Frauenberg. 5, 6l a und 7 Uhr hl. Messen, 8 Uhr hl. Messe mit Rosenkranzandacht, 2 Uhr Fünf-Wunden-Bruderschaft
Durch Auswaschen, sowie durch unzweckmäßige Behandlung verliert man leicht 50 pCt. der Dungmasse.
Wird nun der Dünger von einem Stück Großvieh pro Jahr auf ca. 360 Centner mit ca. 70 Kilo Stickstoff, und der Verlust nur bis zu einem Drittel berechnet, so entsteht ein Verlust, der in seinem Werthe mindestens dem Werthe von 2 Centnern Chilisalpeter entspricht. Wollte man den Stalldünger verderben lassen und dem Acker durch theueren Kunstdünger aufhelfen, so würde das eine schlechte Wirthschaft sein. Es ist also eine sorgfältige Behandlung des Stalldüngers dringend anzurathen.
Aber nicht allein das Wasser ist dem Dünger schädlich, auch die direkte Einwirkung der Sonnenstrahlen ist sehr nachtheilig, deshalb muß der Mist durch Ueberdachung der Dungstätte oder durch schattenspendende Bäume gegen die Einwirkung der Sonne geschützt werden.
Der Dünger muß, sobald er aus dem Stall kommt, sofort möglichst gleichmäßig über die Dungstätte ausgebreitet werden, um ihn recht fef zu legen. Hierdurch werden am besten Verluste an düngenden Bestandtheilen vorgebeugt. Sehr zweckmäßig ist es, den Dünger nicht lange au: der Dungstätte liegen zu lassen, sondern ihn recht bald auf das Feld zu bringen. Es ist nachgewiesen, daß hier bei sofortigem Ausbreiten auch ohne Unterpflügen keine nennenswerthe Verluste an düngenden Bestandtheilen eintreten, und die Annahme, daß der auf der Düngerstätte gut zersetzte Dünger stärker wirke, beruht auf Jrrthum.
* Das AerßRtoeffer macht rasche Fortschritte, die Tage werden nicht nur mit Macht kürzer, sondern, abgesehen von wenigen Stunden über Mittag, auch schon recht empfindlich kalt. Trotzdem darf man nun nicht gleich das warme Zimmer für den einzigen angenehmen und gesunden Aufenthaltsort ansehen, was bezüglich der Kinder von so vielen Eltern gern geschieht. Ist die Sonne erst hoch genug empor gestiegen, so daß man ihrer Wärme froh wird, dann sollen auch die kleineren Kinder, welche durch den Schulbesuch noch nicht an der freien Ausnutzung des Tages verhindert find, in's Freie geschickt werden. Muß die Kleidung entsprechend der Jahreszeit auch schon etwas wärmer ausgewählt werden, so geht es ohne dicke Wintermäntel und schwere Halstücher doch noch lange. Was soll man den Kleinen denn im kalten Winter, bei Schnee und Eis anziehen, wenn man sie jetzt schon in Watte packen möchte? Der Herbst bietet die beste Gelegenheit, burdb Abhärtung des Körpers für eine feste und dauernde Gesundheit zu sorgen. Gibt es auch einmal einen Schnupfen oder ein bischen Husten, das geht in jungen Jahren schnell und ohne jede bleibende Folge-Erscheinung vorüber; ein Kind aber, dessen Körper gar nicht ein wenig gegen Wind und Wetter abgehärtet, sondern stets wie ein rohes Ei gehütet wird, das gedeiht lange nicht so gut, als das wettererprobte. Zudem sind in den kühleren Herbsttagen, wo die Kleinen auch bei fröhlichem Umhertoben nicht leicht erhitzen können, Erkältungen bei weitem nicht so ehr zu befürchten als im heißen Sommer, wo auf die Erhitzung schnell mal eine plötzliche Abkühlung erfolgt. Bei nassem und nebeligem Wetter müssen die Kinder ja 0 wie so im Zimmer bleiben, so lange es trocken und :lar ist, darf die Kälte kein Anlaß sein, den Kindern den Aufenthalt im Freien zu versagen. Es ist ein prächtiger Anblick, d e Kleinen mit frischen rothen Wangen, strahlenden Augen ;und flatterndem Haar auf Plätzen und Gärten munter herumspielen zu sehen und gesünder ist es tausendmal, als das Hocken am Ofen.
* Von jeher gelten die Spinnen als vorzügliche Wetterpropheten. Nun ist aber bei ihrer Beobachtung wohl zu unterscheiden zwischen Hänge-Spinnen und Winkel-Spinnen. Erstere zeigen em gutes Herbstwetter an, wenn sie in großer Anzahl gesehen werden, fleißig arbeiten, in der Nacht neue Netze fertigen und sich die alte Haut abstreifen. Die Winkel-Spinnen dagegen prophezeien die gleich schöne Witterung, indem sie ihre Füße, soweit sie nur können, von sich strecken und in der Nacht ihre Gewebe vergrößern. Sieht man indessen gar keine Hänge-Spinnen, oder spinnen sie nur kurze Fäden, bezw. gar nicht, so ist Regen zu erwarten. Niederschläge stehen auch bevor, wenn sich die Winkel- Spinnen in den Geweben einbohren und nur den Hinterleib zeigen. Ziehen die Spinnen nur die Speichen ihres Netzrades, ohne die Spirale anzulegen, oder zerreißen sie plötzlich einen Theil ihres Nestes und kriechen dann in ihre Schlupfwinkel, so sind bestimmt Herbst- "türme zu erwarten.
auf solche Weise gelernte erst wieder zu verlernen! Also weg mit der Schulweisheit und der Dressur auf Schulwissen aus der Kinderstube! Wollen Eltern etwas an ihren Kindern thun, was ihnen auch in der Schule von Nutzen ist, dann mögen sie vor allen Dingen dafür sorgen, ihren Körper zu kräftigen. Nur in einem gesunden Körper kann eine gesunde Seele wohnen. Mit der Kräftigung des Körpers muß natürlich auch eine entsprechende Ausbildung der Seelenkräfte gepflegt werden, aber nur immer so, daß das Kind seine Sinne gebrauchen lernt, indem es auf Alles in der Natur und in seiner Umgebung aufmerksam gemacht wird, was seinen Gedankenkreis allmählich zu erweitern geeignet ist. Die Früchte davon werden sich bann beim Schulunterricht zeigen.
* Eine amüsante Geschichte. Herzog Ernst von Sachsen-Koburg-Gotha kam eines Tages, angethan mit feiner geliebten Jägertracht nach Wernigshausen und erfuhr hier, daß ein Einwohner mehrere Hasen besitze, die er jung gefangen und zu kleinen Kunststückchen abgerichtet hatte. Der Herzog, den die Sache intereffirte, ging zu dem Manne und ließ die Häschen und deren Exerzitien vorführen. Herzog Ernst freute sich weidlich über die klugen Thierchen, dann aber wandte er sich an den Hasenbesitzer mit der scherzhaften Bemerkung: „Sie haben sich durch das Fangen der Hasen eigentlich gegen das gothaische Jagdgesetz vergangen und sich der Wilddieberei schuldig gemacht!" — Der Angeredete, der seinen hohen Gast nicht kannte, meinte darauf wichtig: „Das da sind weimarische Hasen, lieber Herr, die „goth'schen" sind zu dumm zu solchen Kunststücken!" — Herzog Ernst soll über diese Auskun herzlich gelacht haben.
Vermischtes.
* Seligenstadt a. W. (O diese Fremdwörter!) Mit Freuden erinnert sich der Einsender dieses noch seiner frisch-fromm-fröhlichen Studentenzeit auf der Landesuniversität Gießen, Ende der 70er Jahre. Kam er da einstens zu seinem Confuchs und staunte nicht wenig, als dessen Philöse besagten Freund zu einem „frioolen", sollte heißen „frugalen" Nachtessen einlud. Gestern fiel ihm mm folgende Annonce des hiesigen ,Seligenftädter Anzeigers' in die Hände, welche ihn unwillkürlich nach Gießen im Geiste zu ückversetzte. Heißt's da:
Kartoffel« manum banuni bei M. D Mw.
während angepriesene Kartoffelsorte doch zubenamst ist „magnum bonutn“ die „große und gute". O Du mein Saitenspiel!
* Im Barbierlade«. Kind: „Vater, Du rasirst immer nur Männer. Warum haben denn die Frauen keinen Bart? — Barbier: „Weil sie nicht fo lange Zeit schweigen könnten, wie man zum Rasiren braucht.
* Schnell erklärt. Schwester: „Sag' mal, Bruder, warum sagt man, daß die Hunde, die da bellen, nicht beißen?" — Bruder: „Sehr einfach, so lange sie bellen, können sie doch nicht beißen."
Gesundheitspflege.
Mittel gegen Erkältung. Man nehme eine fianb voll Kamillenblumen, eine Hand voll Fliederlumen, einen Eßlöffel voll Kümmel und ebensoviel Anis, lege alles in ein Waschbecken, gieße zwei Liter kochendes Wasser daraus und halte den Kopf über den aufsteigenden Dunst, indem man ein großes Tuch über den Kopf wirft, das über den Rand des Beckens reicht, sodaß keine Dämpfe Valoren gehen.
Bei katarrhalischen Zuständen, namentlich bei Hals- und Brustaffetionen. Man klopfe zwei Eidotter mit einem Eßlöffel Zucker tüchtig durch und rühre sodann einen Löffel feinstes Salatöl und einen Löffel vom besten Essig dazu. Die Patienteu nehmen dies Medikament sehr gern und pflegen sich sehr bald darnach, wohler zu fühlen.
Gegen Halsweh und Heiserkeit. Ist Erkältung die Veranlassung von Halsweh, Katarrh, Schnupfen oder Husten, so ist daß Allerbeste ein starker SalbMwe. dem man Honig bis zum Süßwerden zusetzt. Beim Schnupfen nimmt man täglich 6—12mal einen Eßlöffel voll, beim Husten ebensoviel und bei Erkältung des Halses gurgelt man täglich 20—SOmal damit. — Halsgeschwüre werden durch wiederholtes langsames Verschlucken von Quittenkernschleim mit Honig sowie fleißigen warmen Umschlägen am besten geheilt.
Mittel gegen Husten bei kleinen Kindern. Man nehme etwas gutes Haferstroh, schneide dasselbe zu Häcksel, gieße etwas kochendes Wasser darauf und koche dieses etwa 10 Minuten. Alsdann gieße man den entstandenen Extrakt (Thee) durch ein Sieb ab. Diesem Thee füge man etwas Kandiszucker bei und lasse di sen auflösen. Alsdann gebe man ibn den Kindern zu trinken. Der Thee schmeckt gar nicht schlecht und hat eine gute Wirkung; der Husten löst sich und in einigen Tagen ist er beseitigt.__________________
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