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FuldaerMZeitung
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mit Unterhattungs-Meitage „Mustrirte Sonntags-Zeitung!' pctersgasse Nr. 2 sLarmonie).
M 234.
JuLöcl, Donnerstag, den 13. Oktober 1898.
25. Jahrgang.
Was ist „freikonservativ"?
Der Abg. Eugen Richter beantwortet in seiner freisinnigen Zeitung' diese Frage, indem er zunächst die weitere Frage aufwirft: Wodurch unterscheiden sich die Freikonseroativen, oder, wie sie sich im Reichstag nennen, die „Deutsche Reichspartei" von den Deutschkonseroativen? Als Antwort auf beide Fragen heißt es dann weiter: Ja, wer das zu fügen wüßte! Die Freikonservativen und die Deutschkonservativen wissen es selbst nicht. Die Freikonservativen haben kein Programm, keine Organisation; wenn durchaus die Firma repräsentirt werden soll, treten die Abgeordneten zusammen, welche die freikonservative Firma tragen. Für gewöhnlich aber genügt es, wenn nach einer freikonservativen Parteileitung gefragt wird, daß der bekannte Zeitungsgeheimrath hervortritt: Freiherr v. Zedlitz „macht alles" innerhalb und außerhalb des Parlaments.
Freikonservatioe und Konservative, es ist that- sächlich eine einzige reaktionäre Masse. Es läßt sich auch nicht einmal sagen, daß ein Kandidat, der sich als freikonseroativ präsentirt, im Verhältniß zu einem Deutschkonservativen das kleinere Nebel vorstellt. Ob ein Kandidat sich freikonseroativ nennt oder deutschkonservativ, das hängt von ganz äußerlichen Umständen ab. Ist eine konservative Wahl von vornherein sicher, so nennen sich beide Kandidaten am liebsten deutschkonservativ. Ist aber die Wahl unsicher und kommt ss darauf an, eine Anzahl Nationalliberale zu gewinnen, so nennt sich ein konservativer Kandidat freikonservativ, der andere deutschkonservatio. Mit der Silbe „frei" vor „konfervativ" sucht man dann Gimpel einzufangen. Besonders beliebt bei den Konservativen ist es, konservative Kandidaten als freikonservativ vorzustellen, um in den Ostmarken alle Deutschen „national" für Konservative zu begeistern gegenüber den Polen. In den neuen Provinzen wird die Firma „Freikonservativ" gern benutzt, um die Nationalliberalen entweder zu verdrängen, oder für konservative Wahlen zu gewinnen.
Manchmal bleibt es voll im Dunkeln, ob der Kandidat sich als freikonservativ oder deutsch- konservativ ansieht. Wird er gewählt, kommt er mitunter selbst nach Berlin, ohne noch zu wissen, ob er sich zu den Freikonseroativen oder zu den Deutschkonservativen setzen soll. Ist es ein Landrath, so erkundigt er sich vielleicht hinten herum, wie „Excellenz" darüber denken. In der abgelaufenen Wahlperiode waren unter den 65 Freikonservativen des Abgeordnetenhauses ein Oberpräsident, zwei Regierungspräsidenten, ein Mini- sterialrath und 12 Landräthe. Die Freikonservativen haben parlamentarisch vor den Konservativen den Vorzug, daß sie ihre Ohren mehr zu spitzen verstehen. Sie horchen schärfer nach oben hin und wissen besser, wie der Wind oben gerade weht. Manchmal geberden sich die Freikonservativen ganz auffallend oppositionell. Sie stürmen gegen die Ministerbanken, gegen einen Minister los, daß nur so die Funken davonfliegen; das ist immer ein Vor
zeichen dafür, daß der betreffende Minister nicht blos wackelt, sondern demnächst zu Falle kommen wird.
Die Freikonservativen brüsten sich mit ihrer Opposition gegen den Zedlitz'schen Schulgesetzentwurf, aber sie wußten von Freund Miquel, daß es mit Excellenz Zedlitz bald zu Ende gehen werde. Andernfalls würde bei der folgenden Plenarverhandlung mindestens die größere Hälfte der Freikonservativen auf die konservative Seite gefallen fein. Bekanntlich ist diese Probe durch Zurückziehung der Vorlage ihnen damals erspart geblieben. Zuletzt stürmten die Freikonservativen im Abgeordnetenhause und Reichstage plötzlich gegen den Handelsminister Frhrn. v. Berlepsch an durch den Angriff auf die Bäckereiverordnung und dergleichen. Die Herren wußten damals auch schon, daß man höheren Ortes des Herrn v. Berlepsch überdrüssig war und es nur noch eines leisen äußeren Anstoßes bedurfte, um ihn selbst zu bestimmen, seine Entlassung einzureichen.
Vor den Wählern brüsten sich die Freikonservativen gern mit ihren gesetzgeberischen Erfolgen. Diese Erfolge sind sehr erklärlich. Sie erfahren bei ihren Verbindungen schon vor der Oeffentlich- keit, welche Vorlagen die Regierungen in absehbarer Zeit beabsichtigt. Dann stellen die Freikonservativen einen Antrag, worin die Regierung kategorisch aufgefordert wird, eine solche Vorlage zu bringen. Wenn nachher die Vortage, der längst feststehenden Absicht der Regierung entsprechend, gemacht wird, so stellen die Freikonservativen das als ihren Erfolg hin.
Mit der parlamentarischen Intelligenz ist es unter den Freikonservativen schlechter bestellt als bei den Konservativen. Eigentlich haben sie als Redner nur den Zeitungsgeheimrath, den Exgeheimrath Gamp und v. Kardorff. Dazu kommen im Reichstag noch Graf Arnim, der Oberscharfmacher Freiherr v. Stumm, und außerdem der Doppelwährungsmann Arendt. Zur Eigenart der freikonservativen Redner gehört eine gereizte Art des Auftretens und eine gehässige persönliche Polemik.
Erzbischof Uoerber über katholische Uereine.
Am letzten Sonntag-Abend veranstalteten die katholischen Vereine Freiburgs im „Vereinshause" eine Festversammlung, um dem neuen Erzbischöfe ihre Huldigungen darzubringen. Derselbe verbreitete sich bei diesem Anlasse ausführlicher in waren Worten über die Wichtigkeit und den Nutzen des katholischen Vereinslebens. Die katholischen Vereine führte er u. a. aus, werden manchmal mit schiefen Augen angesehen. Zu den Leuten gehöre ich nicht. Sie sind in unseren Tagen een Werk der göttlichen Vorsehung. Heutzutage brauchen wir Männer von Charakter und überzeugte Christen; zu diesem Zwecke hat Gott das Vereinswesen ins Leben gerufen: hat er uns einen Kolping gesandt, der den katholischen Gesellen--Verein gründete und damit eigentlich unser ganzes Vereinswesen hervorgebracht hat. Wenn ich zurückschaue auf Mannheim so haben wir uns da unter Schweiß, Unruhe und Sorge des Sonntags zusammengefunden, Groß und Klein, Studirt und Unstudirt, mit Pech an den Fingern und
Der Traum.
Eine wahre Geschichte, erzählt von Otto Millrand.
Mitten in der Nacht erwachte ich. Ein schnürendes Angstgefühl hatte mich geweckt, und ich fahre aus dem Schlafe auf, wie vor etwas Schrecklichem.
Was war es nur?
Mit der Hand fahre ich mir über die Stirn, auf welcher der kalte Schweiß in perlenden Tropfen stand. Und nun, nun 'kam es wieder, das Bewußtsein des erschreckenden Traumes, den ich gehabt.
Ich war in einer fremden Stadt. Dort trat ich in ein seltsam aussehendes Haus ein. Der Flur war düster und dunkel. Schwarz ausgeschlagen, nur einige Lichter brannten, wie sie vor Todtenbahren zu brennen pflegen. Und dort . . . ja wahrhaftig ein Sarg. Des Sarges Deckel steht offen, als warte er erst auf den Todten, den er nun bergen sollte, und vor dem Sarge eine Gestalt. Ein junger Mensch, gekleidet fast wie ein Matrose, der zieht seine Mütze vor mir und ladet mich mit höflicher Handbewegung ein, Platz zu nehmen im Sarge. Unwiderstehlich fühle ich mich dem Sarge nun zugetrieben, eine geheimnißvolle Kraft hebt mich empor, ich liege im Sarge und krachend fliegt der Deckel zu, ich aber fchreie laut auf und — erwache.
Ja, so war der Traum. Und mein Herz klopfte noch und mein Athem ging schwer und in meinen Schläfen hämmerte es und pochte.
Dann lächelte ich.
Wie man nur über einen Traum so erschrecken kann! Ist es nicht ein Unsinn? und ich legte mich wieder hin und versuchte zu schlafen.
Lange vergebens. Wirre Bilder huschten, gleich wesenlosen Schatten, an mir vorüber, grüßend, lächelnd, drohend, schreiend. Dann schlief ich ein. Plötzlich aber — der Traum, derselbe furchtbare Traum. Derselbe Raum, derselbe Sarg, derselbe Bursche, der höflick vor mir die Kappe zieht und mich mit freundlichem Lächeln einladet, Platz zu nehmen im Sarge. Dasselbe Gefühl, Alles, Alles .... nun liege ich wieder im Sarge, nun fällt wieder der Deckel krachend über mir zu und wieder erwache ich.
Nervös. In allen Gliedern ein schmerzhafter Druck. So liege ich und wälze mich auf meinem Lager, wachend von dem Sarge, dem Hause, dem Burschen träumend, von ihnen und — meinem Tode.
Da klingelt's. Was ist es? Ein Telegramm.
„Komme mit nächstem Zuge hierher. Muß Dich in dringendster Angelegenheit sprechen. Rechne zuverlässig daraus. Fedor. Hotel Bristol."
Das Telegramm kam aus einer Stadt, die nur vier Stunden weit ablag, und wenn Fedor telegraphirte, dann handelte es sich unstreitig um Wichtiges.
Ich mußte also hin. Aber der Traum. War das die fremde Stadt? Lauerte dort der Tod auf mich? War es eine Warnung? Ich weiß nicht, wie mir all' die Gedanken kamen. Ich
Hobelspänen in den Schuhen, haben zusammengesungen und geredet, sind ernst gewesen und heiter, und aus der kleinen Pflanze ist allmählig Großmannheim herausgewachsen, und unsere damaligen Gesellen sind heute brave Centrumsleute und Führer geworden. Das katholische Vereinswesen bannt und dämmt ein die wesentlichsten Gefahren der Zeit. Eine große Gefahr für unsere Männer ist die Menschenfurcht. In manchen Gemeinden sind die bravsten Leute gewesen, aber ein paar Schreier haben die ganze Gemeinde tyrannisirt, weil die anderen den Muth nicht hatten, den Mund aufzuthun; im Verein da lernen sie einander kennen und sich gegenseitig stärken und festigen. Ist es nicht beschämend für einen Mann, wenn ihm Gott den mächtigen Schnurrbart wachsen ließ, und er sich trotzdem wie ein Milchsuppengesicht in die Ecke drückt und sich fürchtet? Halten wir darum fest zu einander, und die Menschenfurcht wird bald verschwinden. Ein anderer Feind ist die Schwarzseherei. Bei so manchen ist das erste und das letzte Wort: Es hilft doch nichts! Im Vereinsleben bannt man auch den Pessimismus, macht man sich gegenseitig Muth. Wenn alle Jahrhunderte der Weltgeschichte so stattliche Männer- schaaren in katholischen Vereinen bei einander gesehen hätten, so hätte es sicherlich viel Böses nicht gegeben. Ein dritter Feind ist die Vergnügungssucht. Auch sie bringt die Menschen zusammen. Aber wenn sie das einzige wäre, was Vereine zusammenhält, dann würden auch die Vereine verderblich wirken. Aber gerade unsere Vereine pflegen das Vergnügen und daneben auch den Ernst des Lebens. Ich würde es sehr bedauern, wenn Vereine, wie die Constantia und der katholische Bürgerverein, an dem runden Tische säßen und abwechselnd die Damenmühle machen würden; auch möchte ich durchaus nicht empfehlen, die Vereinsabende zu Andachtsstunden zu machen, dazu gehen wir in die Kirche. Aber die Vereinsabende sollen auch nicht blos Vergnügungsabende sein. Seien Sie heiter mit einander; aber nach jedem Vereinsabende muß man ein Samenkörnchen mit nach Hause nehmen. Das leisten gerade unsere katholischen Vereine, und darum ist das katholische Vereinswesen ein Werk der göttlichen Vorsehung in unserer Zeit. Schon einmal habe ich's ausgesprochen: hätte ich auf meine Person geschaut, dann hätte ich niemals meine Zustimmung dazu geben dürfen, daß ich in der Eigenschaft vor Ihnen stehe wie jetzt. Aber ich war und bin bis jetzt tief durchdrungen von der Ueberzeugung: wenn die göttliche Vorsehung etwas schafft, so nimmt sie auch die Sorge dafür in die Hand und gibt dazu ihren Segen. So lange Sie als Verein so dastehen, daß Sie sagen können: Wir dürfen uns als Werkzeug der Vorsehung ansehen, vertrauen Sie darauf, Gott wird sie nicht im Stiche lassen. Sie klammern sich an den Bischof an und sprechen damit aus. Sie klammern sich an den lieben Gott an. So lange diese Gesinnung in Ihnen lebendig ist, so lange steht Ihre Sache gut und wird auch weiterhin blühen und gedeihen.
Vermischtes.
* Siebzehn Jahrhunderte Gefängniß, eine Bagatelle von Freiheit, die sich wohl niemand unter
bin doch sonst nicht abergläubisch wie ein Weib. Nein, es ist selbstverständlich, daß ich gehe.
Ich zog meine Uhr zu Rathe. Halb sechs. In einer Stunde ging der nächste Zug. Ich konnte ihn bequem noch erreichen. Schnell zog ich mich an und — zauderte noch immer. Wenn dieser Traum. . . wenn. . . Ach, Unsinn. Und ich ging, löste mir ein Billet und stieg ins Koupee. Die ganze Fahrt über wurde ich jedoch ein seltsames Gefühl des Unbehagens nicht los, so, als ob etwas passiren müsse. Allein nichts, nicht das Geringste geschah. Glücklich kamen wir an.
„Hotel Bristol," sagte ich und bestieg eine Droschke.
„Herr Fedor von R.?" fragte ich den Hotelportier, als wir angelangt waren.
„Drei Treppen, Nr. 126, links."
„Danke."
Ich machte ein paar Schritte auf die Treppe zu und — alles Blut wich aus meinen Adern, der kalte Schweiß trat mir auf die Stirn, und ich mußte mich anklammern, um einen Halt zu gewinnen. Denn da . . .da stand der Bursche, den ich im Traume gesehen, leibhaftig vor mir. In demselben matrosenähnlichen Anzug und ganz wie im Traume zog er höflich die Kappe vor mir und lud mich mit derselben Bewegung, die ich im Traume geschaut, ein, den — Aufzug zu besteigen.
„Nein, nein, ich danke," stieß ich hervor, und gewaltsam suchte ich diese lethargische Schwäche abzuschütteln, die mich befallen. Langsam glitt
dem Regime der sogenannten „Freiheit" hätte träumen lassen, wurden anläßlich der letzten Unruhen in Italien vor dem Kriegsgerichte in Mailand und dessen „Filiale" Florenz ausgesprochen. — In der Zeit vom 15. Mai bis 1. August, in 52 Verhandlungstagen, erledigten dieselben 115 Prozesse, wobei 783 Angeklagte, nämlich 755 Männer und V9 Frauen, wovon 22 unter 14 Jahren, 112 unter 18 und 205 mit 20 Jahren, der Rest von 544 Erwachsene waren. Das von der Staatsanwaltschaft beantragte Strafmaß betrug 1700 Jahre Zuchthaus, 54 Jahre 4 Monate und 26 Tage Gefängniß, 412 Jahre Polizeiaufsicht, 29 549 Lire Geldstrafen und ca. 100 Jahre Arbeitshaus und bei 49 Angeklagten Freisprechung. Das Urtheil lautete auf 129 Freisprechungen, nämlich 124 Männer und 5 Frauen, darunter 8 unter 14 Jahren, 15 unter 18 Jahren, 106 Erwachsene. Unter den verurtheilten 653 Personen waren 629 Männer und Frauen, worunter wiederum 13 unter 14 Jahren, 88 unter 18 Jahren, 93 unter 20 Jahren und der Rest von 459 Erwachsene waren. Die Gesammtstrafe betrug 1331 Jahre 1 Monat und 21 Tage Zuchthaus, 46 Jahre 5 Monate und 9 Tage Gefängniß, 226 Jahre Polizeiaufsicht, 26 700 Lire Geldstrafe, und 101 Jahr Arbeitshaus. Außerdem wäre es nun noch interessant, zu wissen, wie viele überhaupt verhaftet und ohne Urtheil oder auf Anordnung des Staats- rathes eine Zeitlang „gesessen" haben, um einen wirklichen Einblick zu gewinnen in das namenlose Elend, in das dadurch zahllose Familien gestürzt wurden.
* Amerikanische Dampfkraft. Jtzig: „Ich war doch in Amerika — Alles geht dort mit Dampf, Morgens früh, ehe ich abreiste, legten sie den Grund- tein zu einer neuen Brauerei und Abends haben sie chon den ersten Gast 'rausgeschmissen."
* Vom Regen in die Tranfe. A.: „Du hast also geheirathet, weil in den Restaurants das Essen Dir nicht mehr recht schmeckte?" — B.: „Ja, und jetzt chmeckt es mir wieder dort."
* Unverfroren. „Geld verschenken thu' ich nicht, aber eine Arbeit werde ich Ihnen verschaffen." — „Ich find', das ist ohnehin Arbeit genug, aus den Leuten einen Nickel herauszubringen!"
* Protest. Spitzbube <zum Gerichtsvollzieher): „Bitte, das Stemmeisen dürfen Sie nicht pfänden .... damit erwerbe ich meinen Lebensunterhalt."
Literarisches.
Die Schlnßhcfte des Prachiwerkes der Leo- Gesellschaft: „Die katholische Kirche unserer Zeit und ihre Diener in Wort und Bild", die noch frühzeitig vor Weihnachten in den Händen der Subskribenten und der Käufer des Werkes sein werden, überraschen nach all den bisher schon Gebotenen durch die Fülle eines hochinteressanten Inhaltes und des herrlichen Jllustrationsschmuckes. Heft 24 und 25 sind uns soeben zugegangen. Der erstere bringt die bemerkens- werthe Darstellung der diplomatischen Vertretungen des hl. Stuhles zum Abschluß. Das 25. Heft behandelt lediglich das sogenannte Römische Vikariat, jenes Institut, das an sich eine kirchliche Lokalbehörde für Rom darstellt, aber sich doch in ein Werk über die Centralregierung der Kirche nothwendig einfügt, weil sie eine Entlastung des Papstes von Arbeiten für die spezielle Diözese Rom darstellt,' infolge deren er sich freier der Centralleitung der Kirche widmen kann. Auf vielfachen Wunsch ist schon diesem 25. Hefte das prächtige vielfarbige Bild des Papstes Leo XIII. im 10. Jahre seines Pontifikates vom Hofmaler Sr. Heiligkeit Ritter Ugolini beigefügt. Das farbenprächtige Bild wird dem Werke zur besonderen Zierde gereichen. Das Werk „Die katholische Kirche unserer Zeit u. s. w." ist zu beziehen durch alle Buchhandlungen, sowie vom Verlage der Allgemeinen Verlagsgesellschaft, Berlin, Friedrichsstraße 240/241, zum Preise von 1 Mark pro Heft.
der Aufzug an mir vorüber, durch das Netzwerk der Drahtmantelung deutlich zu sehen. Eine Dame saß darin, und der Bursche stand drin und hielt das Seil in den Händen.
Ich mußte lächeln über meine Angst. Ich hätte es auch bequemer haben können, als da mühselig selber die Treppen emporzusteigen.
Plötzlich aber ein Schrei, ein furchtbarer gellender Schrei, ein Sausen und Dröhnen, und an mir vorbei, rasend, kaum sichtbar in der entsetzlichen Geschwindigkeit, mit der der Aufzug herabkommt, und in demselben Momente ein Aufprall, daß das Haus in seinen Grundpfeilern erzittert, und unten ein Schreien und Laufen und aus allen Thüren ein Hasten und Drängen, „um Gottes willen, was ist geschehen?"
Was da geschehen war?
Das Seil des Lifts war zerrissen. Der Aufzug lag unten, zerschmettert, zerschellt. Die Dame und der Bursche waren todt.
Ich aber lehnte da an der Wand des Stiegenganges, todtenbleich, keiner Worte, keiner Regung säst "fähig.
Und jetzt erst, jetzt wurde der Traum der Nacht mir erst klar; denn wenn ich im Traukne den Burschen nicht sah, der mich einlud, in den Sarg mich zu legen, dann lag ich jetzt auch da unten, zerschellt und zerschmettert!
Das ist die Geschichte meines Traumes, rote ich sie erlebt, und seitdem. . .
Seitdem bin ich in Manchem kein Zweifler, woran ich früher niemals geglaubt.