giftung des Kaisers von Korea waren, wurden
am 10. d. M. im Gefänaniß gehängt.
ohne daß aus der Versammlung heraus besonderer Widerspruch gegen diese Anschauung laut geworden wäre. Diese Anschauung — vorausgesetzt daß richtig darüber berichtet ist — widerspricht aber den Grundsätzen, die man bisher in jenem Lager verfocht; und namentlich steht sie ganz und gar aus schutzzöllnerischem Boden. Ist über die Stimmung in der Versammlung des Bundes der Industriellen recht berichtet, dann würde damit also wiederum eine große Körperschaft zu verzeichnen sein, die sich von freihänd- terischen Grundsätzen ganz abwendet und den grundsätzlichen Freunden der Schutzzölle sich beigesellt.
4" Der ,Reichsanzeiger' bringt die übliche Zusammenstellung der N«fäkke auf deutsche« Kise«vaH«er», ausgenommen die bayerischen. Danach waren im M o n a t A u g u st zu verzeichnen 25 Entgleisungen, davon 6 auf freier Bahn und 19 in Stationen und im ganzen 9 bei Personenzügen; ferner 14 Zusammenstöße (3 auf freier Bahn und 11 in Stationen) und 178 andere Unfälle. Bei diesen Unfällen wurden in besagtem Monat August 64 Personen getödtet (davon 6 Reisende) und 122 Personen verletzt, davon 17 Reisende.
0 In halbamtlicher Tonart schreibt die Morddeutsche Allgemeine Zeitung': Seit einiger Zeit bringen verschiedene Zeitungen wieder mehr oder minder ausführliche Einzelheiten über die von der Reichs post- und Telegraphen- Verwaltung^geplante Wmgestatt««g der Nersonakverhäktviffe. Wir können auf Grund zuverlässiger Auskunft mittheilen, daß im Reichspostamt zwar seit längerer Zeit Berathungen über diesen Gegenstand stattfinden, daß aber bestimmte Beschlüsse noch nicht gefaßt sind."
1. Die Festlichkeit der Konsekration wird am Vorabende, Donnerstag, den 27. er. von '/-ö—6 Uhr und am Morgen des Tages selbst von 6*/i-7 Uhr durch das Läuten aller Glocken des Domes und der übrigen Kirchen der Stadt angekündigt.
2. Von 73/< Uhr früh versammeln sich die Theil- nehmer des Festzuges vor bezw inderStadtpfarr- kirche, die Geistlichkeit in der Domktrche und zwar die Domgeistlichen wie das zur Konsekration erforderliche Ministerium in der Sakristei, die übrigen Geistlichen in Talar und Chorrock mit Biret, sowie die hochw. Patres Franziskaner und Oblaten in der Ma rienkape ll e, die Honoratioren, Stadtrath und Stadtverordnetenversammlung in dem Vorhofe des Michaelsberges.
3. Am Zuge betheiligen sich in folgender Ordnung: 1) die beiden oberen Klassen der Schuljugend mit ihren Lehrern und Lehrerinnen, welche bereits in der Mitte der Friedrichstraße Stellung genommen haben und nach dem Einzug in den Dom sofort wieder durch eine Seitenthüre von den Lehrern und Lehrerinnen hinausgeleitet werden; 2) die Christenlehrschüler; 3) der Jüng- lingsoerein; 4) der Gesellenverein; 5) der St. Josephs- verein; 6) der Meisterverein und Winfridia: 7) die Marianische Sodalidät — alle mit ihren Fahnen; 8) die Bürgerschaft; 9) die auswärtigen Festtheilnehmer, welche hiermit eingeladen sind, sich anzureihen; 10) das
Ilttlda, 13. Okt. Das .Kirchliche Amtsblatt für die Diözese Fulda' veröffentlicht folgendes Programm für die kirchliche Feierlichkeit der Konsekration desHochwür- digsten Herrn Bischofs von Fulda Adalbert Endert am 28. Oktober 1898:
Altona zwei nationalliberale Kandidaten feindlich einander gegenüber stehen, Herr Mohr und der frühere Äbg. Volckens. An eine Einigung der Nationalliberalen ist vorläufig nicht zu denken.
Musikkorps; ll) die Zöglinge des Schullehrerseminars des Real-Progymnasiums und des Gymnasiums; 12)’ die Barmherzigen Brüder.
4. Um 8 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung, geht an der Hauptwache vorüber durch die Kastanienallee nach der Dechanei zu, die Fayade des Domes entlang, an dessen Portale die Geistlichkeit — Franziskaner- Konvent, Alumnat, Kuratklerus, Domkapitel, fremde geist. Dignitare — sich mit Baldachin anschließt, und gelangt von der Seite der dompfarrlichen Knabenschule in den Hof der bischöflichen Curie. Von da biegt derselbe in die Lindenallee der Promenade ein, an deren Ende er sich über den Domplatz dem Portale zuwendet.
5. Auf ein durch die städtischen Pedellen gegebenes Zeichen hält der Zug. Der Hochwürdigste Herr Konse- krandus, die Hochwürdigsten Herren assistirenden Bischöfe, sowie Seine Eminenz der Herr Konsekrator werden ersucht, sich unter den Baldachin zu begeben. Die Honoratioren folgen dem Baldachin.
6. Sofort setzt sich der Zug auf das von den Pedellen gegebene Zeichen wieder in Bewegung und die Musik beginnt das Lied des Diözesangesangbuches Nr. 81: „Komm heiliger Geist".
7. In der Domftrche, die von 71» Uhr an geräumt und geschloffen wird, bleibt der mittlere Gang und der reservirte Raum unter der Kuppel ganz frei. Niemand wolle sich auf die Knie- oder Sitzbänke stellen. Auch wird die Bitte ausgesprochen, daß man den Weisungen der zur Förderung der Ordnung aufgestellten Hellebardenträger willige Folge leistet.
8. Sobald die Hochw. Herren Bischöfe in den Dom eintreten, begrüßt sie die Orgel mit feierlichen Klängen und intonirt das Lied des Gesangbuches Nr. 79: „Komm heiliger Geist, komm aus den Höhen". Die weitere Reihenfolge der Gesänge ist dem bezüglichen Dirigenten kundgegeben.
9. Die Hochwürdige Geistlichkeit stellt sich vom Pontifikalkreuz an bis zur Kommunionbank in zwei Reihen auf. Das Ministerium und schließlich die Hochwürdigsten Herren durchschreiten dieselben, um in das Presbyterium zu ihren Sitzen zu gelangen. Dieben Bischöfen folgenden Honoratioren bleiben vor dem Pontifikalkreuz einige Augenblicke stehen, bis der Klerus sich zu den Plätzen auf der Evangelienseite begeben hat, und nehmen dann die für sie freigehaltenen Bänke auf der Epistelseite ein. Der Ehrenplatz an der Spitze ist für Se. Exzellenz den Herrn Oberpräsidenten reservirt.
10. Die Konsekration wird ganz nach den Vorschriften des römischen Pontifikale vollzogen.
11. Nachdem das Ite missa est gesungen und der Segen ertheilt ist, führt der Hochwürdigste Herr Konsekrator mit dem älteren Assistenten den neugeweihten Bischof auf den bischöflichen Stuhl und stimmt daselbst das Te Deum an, welches der bezügliche Chor in lateinischer Sprache bis zum Ende singt. Während des ambrostanischen Lobgesanges durchschreitet der Neugeweihte die Kirche, um den bischöflichen Segen zu geben und nimmt, zum Thron zurückgekehrt, die Huldigung seines Klerus entgegen.
12. Danach wird der Hochwürdigste Herr Bischof eine kurze Ansprache von der Kanzel halten.
13. Nach derselben wird das Lied des Gesangbuches" Nr. 87: „Gott, wir preisen Deine Güte" gesungen, bis die Hochwürdigsten Herren am Portale angekommen find-
14. Die Rückkehr erfolgt durch den Mittelgang. Den Hochwürdigsten Herren geht der gesammte Klerus, an der Spitze das Kreuz, voran. Am Portale ertheilt das Weihwasser der Bischof von Fulda.
15. Die Hochwürdigsten Herren fahren in ihre Woh-- nungen zurück.
16. Von 1—2 Uhr nehmen Seine Gnaden der Herr- Bischof die Glückwünsche in rascher Aufeinanderfolge entgegen.
+ Irrkda, 13. Okt. Herr Pfarrer Liborius Schmelz in Mackenzell ist zum Dompfarrer? in Fulda ernannt und wird diese Stelle in den. " ersten Tagen des Monates November antreten.
xIukda, 13. Okt. Für den Konsekratio ns- t a g des Hochwürdigsten Herrn Bischofs, Freitag den 28. ds. Mts., ist allen Gläubigen, welche in Fulda wohnen, oder als Gäste daselbst weilen, | Dispensation vom Abstinenzzebot gewährt.
* Osnabrück, 12. Okt. Unser Hochwürdigster Herr Bischof hat gestern seine Rom- i r eise angetreten. In seiner Begleitung be- inden sich außer seinem Diener die Herren Seminarregens Lohmeyer und Bildhauer Geling. Es ist dies die dritte Reise, welche der Hoch- ! würdigste Herr nach Antritt der Diözesanregierung i zu den Gräbern der Apostelfürsten unternimmt- |
äußerer Form eine MittheilunA über den vom Kaiser in Oeynhausen angekündigten Gesetzen l- wurf, der einen stärkern Schutz der Arvetts- wMige« gegen Ausständige schaffen soll. „Das Koalitionsrecht — so heißt es in der Mittheilung — soll und wird den Arbeitern völlig und unversehrt erhalten bleiben. Aber jeder einzelne Arbeiter soll auch selbst bestimmen können, ob er zu den alten Bedingungen weiter arbeiten will oder nicht." Die Worte klingen nicht schlecht. Aber entsprechen sie den Thatsachen? Noch zweifeln wir. Und außerdem fehlt in dieser halbamtlichen Kundgebung jegliche Andeutung über den eigentlichen Inhalt des Gesetzentwurfes, über den sich die Offiziösen verschiedener hoher Aemter noch ganz kürzlich in so auffallende Widersprüche verwickelten. Die Kundgebung sagt uns nicht, ob der Entwurf einen Zusatz zur Gewerbe-Ordnung bilden, oder ob er in den Rahmen der allgemeinen Strafgesetzgebung eingefügt werden soll; und ebenso fehlt eine Andeutung darüber, ob die Regierung wirklich an dem Vorschläge festhalten will, hier die entehrende Zuchthaus-Strafe an die Stelle der Gefängniß-Strafe zu setzen. Die ganze Kundgebung hätte also ebenso gut unterbleiben können.
0 Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe soll angeblich in München die ganz bestimmte Aeußerung gethan haben, der frühere französische Hauptmann Dreyfus sei unschuldig — aber es gebe einen andern Schuldigen. Diese Mittheilung erschien schon einmal vor längerer Zeit in der Presse, aber nur in sehr unbestimmter Form. Und als es dann herauskam, daß die Mitrheilung auf den norwegischen Schriftsteller Björnstjerne Björnson zurückzuführen sei, machte sie gar keinen Eindruck mehr. Ein so bedeutender Schriftsteller Björnson ist, so kennt man ihn doch als einen leidenschaftlichen Parteipolitiker, der voll von Vorurtheilen und Voreingenommenheiten steckt; und namentlich hatte Björnson in aufdringlicher Weise vorher Partei genommen für Zola und Genossen. Nunmehr aber ist Björnson mit einem offenen Briefe an die Oeffentlich- keit getreten, und in diesem macht er so bestimmte Angaben, daß man unmöglich achtlos an ihnen vorübergehen kann. „Im Winter," so erzählt Björnson, „hörte ich in Rom, daß der Reichskanzler . . . . Vielen gegenüber geäußert habe, Dreyfus sei unschuldig. Ich hörte es von Anderen, die es aus erster und zweiter Hand wußten und ebenso sprachen, darunter eine noch höher stehende Persönlichkeit Später,
in München, so erzählt Björnson weiter, vernahm er von dem Maler Franz v. Lenbach, des Fürsten Hohenlohe Aeußerungen über Dreyfus seien sehr merkwürdig, und sie sollten an die Oeffentlichkeit gebracht werden. Der Fürst habe zu Lenbach mit großer Offenheit gesprochen, „so, als ob alle Welt es wissen dürfte". — Das klingt nun in der That sehr merkwürdig. Angenommen, es läge ein Mißverständniß vor, so wäre sehr zu wünschen, daß dies durch ein Organ der Regierung fest gestellt würde. Sonst würden doch viele Leute glauben, die Mittheilungen des Hrn. Björnson beruhtenaufWahrheit.
. * Das deutsche Schutzgebiet an der Kiautscho« Aucht hat einen neuen Gouverneur erhalten. Kapitän zur See Rosendahl ist von der Stellung als Gouverneur von Kiautschou zurückgeireten, und an seine Stelle tritt der Kapilän zur See Jäschke.
0 Herr Eanevaro, der italienische Minister des Auswärtigen, hat sich in diesen Tagen von einem Milarbeiter des,Coniere della sera‘ ausfragen lassen, und er hat bei dieser Gelegenheit geäußert, daß die vom Zaren vorgeschlagene Avrüff««gs Kovferenz sicher stattfinden werde. Nur könne man jetzt noch nicht den Ort und den Zeitpunkt für die Abhaltung dieser Konferenz angeben. Auch meinte Herr Eanevaro, die Besorgnisse seien ungerechtfertigt, daß die Konferenz keinen friedlichen Verlauf nehmen sollte.
h Am letzten Montag hat in Berlin eine Hauptversammlung des ZS««des der I«d«- ffrieKe« stattgefunden. Es war allgemein ausgefallen, daß man über den Verlauf der Versammlung so wenig vernahm. Jetzt wird berichtet, der Generalsekretär des Bundes, Herr Dr. Wendlandt, habe den Zollkrieg mit den Vereinigten Staaten von Nord- amerika als „unabwendbar" bezeichnet, '
* Kyrisiia«ia, 12. Okt. Das Sorthing ist heule Nachmittag von dem Ministerpräsidenten Steen durch Verlesung einer Thronrede eröffnet worden, in welcher es heißt, der König habe sich mit Freude dem Abrüstungsvorschlage des Kaisers von Rußland angeschlossen, weiter wird in der Thronrede bemerkt, Rußland habe eine Revision der zwischen Rußland und Schweden-Norwegen bestehenden Handelsverträge vorgeschlagen. Die norwegische Regierung habe sich bereit erklärt, Verhandlungen über einen norwegisch-russischen Sonderoertraq einzuleiten. Die Thronrede kündigt Gesetzentwürfe an, betreffend die Errichtung einer Küstenartillerie sowie die Einführung einer Arbeiter-Unfall- und Altersversicherung.
* Wow - Dorsi, 12. Okt. Die Besetzung Cubas durch die Amerikaner begann am Montag, indem Manzanillo besetzt, die amerikanische Flagge gehißt und die Cioilverwaltung der Stadt unter Protest der Spanier Amerikanern übertragen wurde. Die amerikanischen Räumungs- kommiffare theilten den spanischen Behörden mit, daß sie die vollkommene Verwaltung Cubas am 1. Dezember und Portoricos am 18. Oktober
Zürnend fuhr Paul auf: „Und Du sagtest gestern noch, daß Du mich liebtest! So genau nimmst Du Deine Verpflichtungen gegen Deine Mutter und so leicht diejenigen gegtzn mich! Du fragst nicht darnach, ob Du mir grausame Qualen verursachst; daß Du mein Lebensglück zerstörst, ist Dir enerlei. Untreulich zu sein, findest Du keine Sünde?"
„Ich habe mir schon gesagt, daß ich dies werde hören müssen," antwortete sie, „aber auch wieder gehofft, daß Deine Liebe es mir ersparen würde. Was soll ich machen? Ich muß auch dies noch tragen, aber ich habe nicht geglaubt, daß es so bitter wäre."
Sie sah ihn an und er sah sie an; da konnte er nicht zürnen, denn aus ihrer beider Blicken brach doch ihre Liebe hervor, leuchtend und wie die Sonne, die sich zum Scheiden rüstet.
Er wollte sie noch einmal an sein Herz ziehen, sie aber glitt vor ihm nieder auf ein Knie und seine Hand erfassend flehte sie: „Paul, zürne mir nicht und gib mich frei."
Er schaute wehmüthiz, doch versöhnt auf sie nieder und nickte nur. Zu sprechen vermochte er nicht, doch seine Finger umschlossen den Ring, den sie ihm in die Hand drückte.
Da nahm sie diese seine Hand, und drückte sie an ihre Lippen, drückte sie lange an ihre Augen, und dann stand sie auf, sah ihn mit einem Blick voll Liebe noch einmal an und ging.
„Lilian," rief er und streckte beide Arme nach ihr aus.
Sie aber schaute sich nicht um und war gleich daraus im Felsspalt verschwunden.
Auf demselben Fleck stand er noch lange Zeit und schaute nach jener Richtung hin, wo sie verschwunden war. Dann schaute er auf seine Hand: ihre um Vergebung bittende Thräne glänzte noch darauf.
„Das letzte das einzige, was mir noch von ihr geblieben ist," murmelte er und drückte die Lippen darauf bis nichts mehr davon ersichtlich war.
Mechanisch schob er den Türkisenreif an den kleinen Finger seiner linken Hand und warf sich dann am Abhang nieder, wo die freundlichen rothen Erdbeeren wuchsen und die Sonne warm auf feinen Rücken niederschien, denn sein Gesicht ;atte er in dem würzigen Wa^dgras verborgen.
Am folgenden Tage reiste er zurück nach Wien und Fräulein Stella entschloß sich, den Antrag Ludomirs anzunehmen. (F' f.)
Ausland.
* Daris, 12. Okt. Auf den großen Baustellen arbeiteten heute gegen 3000 Personen, gestern 1200. Die ,Liberte' behauptet, die Metallarbeiter von Paris und in der Provinz hätten sich in Betreff des Gesammtausstandes verständigt und hofften aus den Anschluß der Bahnbediensteten. Gegenüber der Blättermeldung, welche die Einberufung von Reservisten der Gensdarmerie in Rouen und Havre mit der Pariser Ausstandbewegung in Zusammenhang brachte, erklärt eine halbhamtliche Note, die Gens- darmerie-Reservisten würden gegenwärtig, wie alljährlich, zu einer Urbung mit der Waffe einberufen. — Die Zimmerleute von Paris be- schlofsen in einer heute Abend abgehaltenen Versammlung, sich nicht an dem allgemeinen Streik zu betheiligen. — Verschiedene am Ausstande beteiligte Arbeitsgenossenschaften, welche heute Nachmittag in der Arbeitsbörse Versammlungen veranstaltet hatten, stimmten für Fortsetzung des Ausstandes; indessen ist die Erregung geringer als in den letzten Tagen. Das für den Generalstreik agitirende Centralkomitee ist um das Mißlingen dieses Planes besorgt und scheint anzunehmen, daß das Ende des Ausstandes nahe sei.
* Madrid, 12. Oktober. Die hier über die Haltung der amerikanischen Mitglieder der Friedenskommission in Paris verbreiteten Gerüchte rufen lebhafte Unzufriedenheit hervor, namentlich der Beschluß der Amerikaner, die Schulden von Cuba und Portorico nicht anzuerkennen.
Zur Landtagswahl.
* Aukda, 13. Okt. Ist man beiden preußischen Landtagswahlen stimmberechtigt mit dem vollendeten 24. oder mit dem 25. Lebensjahre? Ueber diese Frage wird in den Zeitungen jetzt mehrfach gestritten. Während im Stadtkreise Mühlhausen, wie von dort gemeldet wird, nur die Preußen, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, in die Urwählerlisten ausgenommen wurden, haben in Landgemeinden schon die, die erst das 24. Lebensjahr vollendet haben, Aufnahme gefunden. Letzteres ist jedenfalls geschehen, weil den Behörden für die Landtagswahlen immer noch die „Verordnung über die Ausführung der Wahl der Abgeordneten zur Zweiten Kammer" vom 30. Mai 1849 (G.-S. S. 205) zugeht, in der es in § 8 heißt:
„Jeder selbstständige Preuße, der das 24. Lebensjahr vollendet und nicht den Vollbesitz der bürgerlichen Rcchte infolge rechtskräftigen richterlichen Erkenntnisses verloren hat, ist in der Gemeinde, worin er seit 6 Monaten seinen Wohnsitz oder Aufenthalt hat, stimmberechtigter Urwähler, sofern er nicht aus öffentlichen Mitteln Armenunterstützung bezieht."
Lokales.
Fulda, 13. Oktober.
O Die im Bau begriffene Straße nach dem \ Bahnhofe soll den Namen „^enc Mahuhofs- siraße" erhalten. Die vom Landkrankenhause nach dem Hirzrain angelegte Gaffe soll den Namen „Kapuzinergasse" führen. Bekanntlich war , an der Stelle des jetzigen Landkrankenhauses das alte Kapuzinerkloster.
(C An der morgen in Eschwege stattfinden- । den vierten Kauptverfammkung des hessische« Sparsiaffeu-Deröaudes (s. Eschwege) betheili- i gen sich aus Fulda die Herren Oberbürgermeister Dr. Antoni, Spärkassen Verwalter Wohlge- muth, Stadtrath Richard Schmitt und Stadtverordneter August Koch.
* Dostattweisurrge«, deren Adreßraum unter Anwendung einer Schreibmaschine , ausgefüllt ist, sind nunmehr nach einer Verfügung des Reichspostamts als zulässig zu erachten.
Die Kartoffel -Krnte ist in unserer Gegend im Ganzen recht gut ausgefallen. Trotzdem halten sich die Preise bis jetzt noch etwas höher als im vergangenen Jahre. Für die von den Landleuten hierher gebrachten Kartoffeln werden pro Centner 2,50—2,70 Mark verlangt.
* Eine besonders für Jäger wichtige Be-1 stimmung hat die Eisenbahnverwaltung i getroffen, indem sie angeordnet hat, daß frisch V geschossenes Wild nicht als Reisegepäck an-I zusehen sei, und deshalb für derartige Sendungen bei Auflieferung an den Gepäck-Ablieferungs- j stellen stets die volle Gcpäckfracht, ohne Anrech- I nung von Freigewicht, zu erheben ist. Dagegen I ist den Jägern gestattet, einzelne, leicht zu tragende I Stücke Kleinwild in Jagdtaschen oder I dergl. mit in die Wagenabtheilungen zu nehmen, » sofern hierdurch nicht die Mitreisenden belästigt■ werden und durch genügende Verpackung des I Wildes oder festes Verbinden der SchußstellemW eine Verunreinigung des Wagens durch aus-M sickerndes Blut verhindert wird.
Dieser § 8 der Verordnung vom 30 Mai । ... .
1849 sei — so meinen einzelne Zeitungen — übernehmen werden.
selbstverständlich ausgehoben durch den Art. . , (4e&ra3fa), 1$. Okt. Der Prasi-
70 der preußischen Versassun gsurkunde vom ;en, a ®*aa*en Kinley
31. Januar 1850 (G.-S. S. 17), wo es heißt • ^er zum Besuche der Trans-
. , „Jeder Preuße, der das fünfundzwauzigste Lebens- M-sMppr-Ausstellung ein In einer Rede, welche lahr vollendet und in der Gemeinde, in der er seinen Präsident tn der Nahe von Cedar Raptds Wohnsitz hat, die Befähigung zu den Gemeidewahlen be- hielt, erklärte er, der jetzt beendete Krieg sitzt, ist stimmberechtigter Urwähler." bringe den Vereinigten Staaten unberechen-
Das ist aber nicht der Fall. Artikel 70 ist bare Segnungen, aber auch ebensolche Lasten, ebenso wie die folgenden Artikel 71 und 72 bis Die Amerikaner entzogen sich aber niemals einer zum Erlaß eines Wahlgesetzes (Art. 72) sus- Verantwortlichkeit und lehnten niemals eine Last p en dirt worden, und Art. 115 der Verfassung ab, welche die Zivilisation fördere. Die Leistungen bestimmt außerdem ausdrücklich, daß bis zum der Amerikaner seien zu Lande und zur See Erlaß des im Art. 72 vorgesehenen Wahlgesetzes ohne gleichen und brächten der Tapferkeit der die Verordnung vom 30. Mai 1849 in Kraft Amerikaner neue Ehren. Amerika habe den Krieg bleibt. Dieses Wahlgesetz ist aber noch nicht vor- aus Menschlichkeit auf sich genommen und werde Händen. Wahlberechtigt ist also jeder selbst- keine Friedensbedingungen annehmen, ständige, im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte die nicht im Interesse der Menschlichkeit befindliche Preuße, der das 24. Lebensjahr — seien. Die Nation habe ein gutes Gewissen, nicht das 25. wie bei den Reichstagswahlen — * Dosioyama, 12. Okt. Das Reuter'sche
vollendet hat, keine Armenunterstützung bezieht Bureau meldet aus Söul: Kim Hongniuk und seit sechs Monaten in der Gemeinde wohnt, und zwei andere Männer, welche angeblich die
+ Der Vertreter des Landtagswahlkceises Leiter der Verschwörung zum Zwecke der Ver- Attoua war bisher der Margarine-Fabrikant Mohr. Er gehörte der nationalliberalen Partei des preußischen Abgeordnetenhauses an; aber seine Parteigenossen wollten nichts mehr wissen von dem vielgewandten Manne. So ist es nun dahin gekommen, daß nunmehr in dem Wahlkreise