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mit Unterhaltungs-Beilage „Ilkullrirte Sonntags-Zeitung" petersgaife Nr. 2 (Barmonit).

M 212.

Jutöcr, eametag, den 17. September 1898.

25. Jahrgang.

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Wochen-Rundschau.

(Nachdruck verboten.)

X Fulda, 17. September.

Haben in den letzten drei Wochen unvermuthet ge­kommene, wichtige und bedeutsame politische Vorgänge Ueberraschung hervorgerusen, so muß diesmal zunächst .von einem Ereigniß gesprochen werden, welches die ganze gesittete Welt mit starrem Entsetzen erfüllt hat, von dem am 10. d. M. in Genf an der Kaiserin von Oesterreich verübten Meuchelmord. So un­geheuerlich klang die Nachricht, daß zuerst Mancher die That wohl nicht für möglich gehalten haben mochte: eine Frau, eine Fürstin, die von den Gleichgestellten ihres Geschlechts am wenigsten von sich reden gemacht hatte, die meistens außer Landes und auf Reisen war und draußen in der Fremde möglichst einfach und un­scheinbar sich bewegte, von der selten allgemein bekannt war, wo sie zu einer bestimmten Zeit sich aufhalte — diese Frau wird in dem Augenblicke, da man am wenigsten es vermuthete, als sie am Hellen Nachmittag aus dem Hotel nach dem Dampfschiff Landeplatze sich begeben wollte, von einem feigen Mordbuben über­fallen und niedergestoßen! Und das Alles spielte sich so rasch ab, daß die Begleiterin der Kaiserin gar nicht wußte, was vorgegangen war, geschweige denn die furchtbare That hätte verhindern können! Die Kaiserin konnte noch bis zum Schiffe, mit dem sie über den -Genfer See fahren wollte, gelangen; dann brach sie bewußtlos zusammen, und erst als man sie in das Hotel, das sie eben gesund verlassen, zurückgebracht und hier untersucht hatte, fand man, daß sie das Opfer eines Meuch.lmörderS geworden war. Wie war das möglich? Wie konnte das geschehen? So fragte sich alle Welt. Wäre es der Kaiser selbst oder irgend ein anderer Fürst gewesen, auf den ein derartiges Attentat verübt worden, so hätte man sofort gesagt: es ist ein politischer Mord. Oder hätte wenigstens die Kaiserin im Vordergründe irgend eines bedeut­samen Ereignisses gestanden, daß sie mehr oder weniger zum Gegenstände der öffentlichen Diskussion gemacht, so würde man vielleicht darin die Erklärung zu dem furchtbaren Verbrechen gesucht haben! Aber sie hatte seit Jahren in keiner Weise besonders von sich reden gemacht, küminerte sich nicht um Politik oder sonstige öffentliche Angelegenheiten, hielt sich dem öffentlichen Leben geflissentlich fern — und trotzdem dieser meuch­lerische Anschlag auf ihr Leben. Da ist es in der That begreiflich, daß Niemand dieses Attentat ver­stehen und fassen mochte! Und man würde, wenn der Mörder nicht glücklicherweise auf frischer That ergriffen worden wäre und eingestanden hätte, daß er das Attentat aus reiner Mordsucht, lediglich um eine hoch­stehende Person zu tobten, und seinem Haß gegen die bürgerliche Gesellschaft zu stöhnen, verübt habe, viel­leicht noch lange vergeblich sich den Kopf darüber zer­brochen haben, was wohl der Grund dieses unerklär­lichen Verbrechens sein möchte.

Der Thäter, der 25jährige, in Paris geborene Italiener Luigi Luccheni, rühmt sich, ein Anarchist zu sein; schon seit seinem 13. Jahre gehe er mit der Ab­sicht um, einen Fürsten oder sonst eine hochstehende Persönlichkeit zu tobten, aber erst jetzt sei es ihm ge­

lungen. Vor einigen Tagen habe er versucht, ein Attentat auf den französischen Kronprätentenden, den Herzog von Orleans, der auf einer Reise ebenfalls Genf berührte, zu verüben, aber er habe mcht in dessen Nähe kommen können; deshalb habe er jetzt die Kai­serin von Oesterreich, die er von Pest her kenne, und von deren Ankunft er in der Zeitung gelesen, zum Opfer ausersehen, und er freue sich, daß ihm sein An­schlag gelungen sei. Er habe den anderen Anarchisten ein Beispiel geben wollen; wenn alle so handelten, wie er, würde die bürgerliche Gesellschaft bald ausge­rottet sein. Läßt sich eine entsetzlichere Verkommen­heit, eine verbrecherischere Gesinnung denken! Wie tief muß ein Mensch gesunken sein, wie völlig das Ebenbild Gottes, wenn er überhaupt jemals zum Be­wußtsein desselben gelangt war, in sich ausgelöscht haben, ehe er solchen Anschauungen Raum gibt! Frei­lich, wenn man den Lebensgang des Unglücklichen be­rücksichtigt, wird es einigermaßen klar, wie er soweit kommen konnte. Er ist einer jener religiös und sittlich vollkommen Verwahrlosten, die vielfach schon in frü­hester Jugend auf die Bahn des Lasters und Ver­brechens gestoßen werden. In Paris als unehelicher Sohn einer Italienerin geboren, scheint er eine eigent­liche Heimath nicht gehabt, noch weniger irgend eine Erziehung, jedenfalls keine christliche, genossen zu haben. Nur daraus erklärt es sich, daß er schon mit dem 13. Jahre ein Anarchist gewesen sein und den Entschluß gefaßt haben will, Jemanden, wer es auch fei, zu tobten. Später ward er zwangsweise in das italie­nische He r eingestellt und trieb sich nach der Ent­lassung aus demselben vagabnndirend in der Welt um­her, wie er angibt, immer in der festen Absicht, sein Ziel: die Tödtung eines Menschen, zu erreichen. Unter diesen Umständen kann man auch seiner Behauptung glauben, daß es sich in diesem Falle nicht um ein Komplott handele, sondern daß er sein Attentat allein und auf eigene Faust vorbereitet und ausgesührt habe. Gleichwohl wird in der Schweiz, wo sich ja noch mehr Anarchisten aufhalten, geforscht, ob nicht doch eine Art Komplott bestehe, in besten Auftrag der Verbrecher gehandelt habe.

Wie jedes Mal nach solchen Attentaten, erschöpft sich bei uns im deutschen Reiche die höchste politische Weisheit aller sogen, staatserhaltenden Elemente in dem Ruse nach der Polizei, dem Staatsanwalt und Ausnahmegesetzen. Diese drei sollen die anarchistische Gefahr beseitigen, das Vaterland „retten"! Läßt sich etwasThörichteres und dabei Trostloseres denken?! Nicht daß man daran dächte, die U r s a ch e n, die zu der ruchlosen That führten, und die, wenn man den Lebensweg des Attentäters kennt, sich geradezu auf- drängen, auf den Grund zu gehen, daraus die richtige Lehre zu ziehen und dann die entsprechende Anwen­dung zu machen! Das fällt Niemandem ein, man vermeidet es gefliffentlich; denn das würde zur Selbst­einkehr nöthigen, die man eben nicht will. Die im Genuß schwelgende und immer mehr untergehende „Gesellschaft" trägt selbst einen großen Theil der Schuld daran, daß in ihrer Mitte solche Scheusale erstehen können. Lassen diese dann ihren verbrecherischen Nei­gungen freien Lauf und treten die schrecklichen Folgen derselben offen zu Tage, dann wird der „Staat", dieses Allheilmittel einer gottentfrembeten Welt, ange­rufen ; er soll sie von diesen Scheusalen befreien, damit man im Sumpf der Sittenlosigkeit und der vollstän­digen Abwendung von Gott ungestört weiter waten kann. Es ist wirklich schwer, einen wesentlichen Unter­schied zwischen diesen verabscheuungswürdigen Elementen und den Anarchisten herauszufinden; in jedem Falle können die Letzteren sich auf das schlechte Beispiel jener berufen, das sie einfach befolgten und in seinen letzten Konsequenzen ausbildeten, und da fragt es sich in der That, welche die Schlimmeren und Gefährlicheren sind. Unsere „Scharfmacher", die zu den geschilderten Satten und Gottentfremdeten gehören, benutzen gleich die Ge­legenheit, um auch ein Ausnahmegesetz gegen die So­zialdemokraten zu fordern, die sich von den Anarchisten kaum unterschieden. Glücklicherweise ist auch hier da­für gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen können, aber man kann daraus wieder sehen, was Alles möglich wäre, wenn diese Gesellschaft im deutschen Reiche ausschlaggebend wäre und ihre Wünsche zur That werden lassen könnte. Allen wahren Bolks- freunben, bie an eine sittliche Verantwortung jebes ein­zelnen Menschen glauben und derselben sich bewußt sind, muß auch dieser verruchte Mordanschlag wieder eine ernste Mahnung sein, so viel an ihnen ist, auf eine Umkehr von den falschen Wegen zu drängen, auf denen heute ein so erheblicher Theil der Mensch heit wandelt, und die immer näher zum Abgrund der Sittenlosigkeit und der Gottesfeindschaft führen. Vor Allem die sogenannten höheren Klassen sind zu dieser Umkehr verpflichtet, sie, die so schwere Schuld den „Enterbten dieser Welt" gegenüber auf sich geladen haben und diesen vielfach ein so schlechtes Beispiel geben. Für sie ist dieses Attentat wieder ein ernstes „Mene Tekel"; beachten sie dasselbe nicht, so dürfen sie hernach nicht klagen, wenn der Abgrund sie ver­schlingt, von dem nimmer der „Staat" sie retten kann.

Hinter der furchtbaren Genfer Schreckensthat sind andere wichtige, politische Vorgänge für den Augen­blick zurückgetreten, die aber doch nicht übersehen werben dürfen, weil sie in ihren Folgen noch längere Zeit nachwirken werden. Dazu gehören vor Allem die Reden, die der Kaiser in der vorigen Woche in Hannover und Westfalen anläßlich seiner Theil- nahme an den dortigen Manöver» gehalten hat. Ins­besondere hat die Tischrede in Oeynhausen nicht geringes Aussehen und, fügen wir gleich hinzu, in weiten Kreisen auch nicht geringe Erregung hervorge- rufen. In dieser Rede hatte der Kaiser u. A. auch gesetzliche Maßnahmen gegen solche Streiker ange­kündigt, die Arbeitswillige an Arbeiten zu hindern oder sie zum Streiken anzureizen versuchten. Solche Anreizer sollten für die Folge mit Zuchthaus be­

straft werden. Welchen Eindruck diese Ankündigung in Arbeiterkreisen, gleichviel, welcher Partei sie ange­hören, und auch über die Arbeiter hinaus im Volke gemacht hat, braucht man nicht erst weiter zu schildern. Die Gewerbeordnung sicherte dem Arbeiter das Streik- recht zur Erlangung günstigerer Arbeitsbedingungen. Nun kann es aber keinem Zweifel unterliegen, daß, wenn auf die Verleitung zum Streiken Zuchthaus­strafe gesetzt würde, dadurch das Streikrecht und auch das Koalitionsrecht der Arbeiter aufs Ernstlichste ge­fährdet, wenn nicht vernichtet wäre. Welche Folgen das aber haben würde, ist ganz unabsehbar; man kann sie sich aber einigermaßen vorstellen, wenn man sich sagt, daß ein derartiges Vorgehen die Arbeiter zum Aeußersten treiben würbe. Deswegen schon unb weil sie der Sozialdemokratie Tausenbe neuer Anhänger zufuhrt, ist biete Ankündigung tief zu beklagen. Daß im Reichstage ein Gesetzentwurf Aussicht auf Annahme haben könnte, der bas Koalitionsrecht ber Arbeiter antastet, muß als ausgeschlossen gelten.

In Oesterreich-Ungarn dürfte die Genfer Schreckens­that möglicherweife einen Ausweg aus den dortigen politischen Wirrnissen zeigen; wenigstens sind bereits in Blättern beider Reichshälften Stimmen laut ge­worden, welche zum Einlenken rathen, damit dem schwer geprüften Monarchen in seinem Leid wenigstens der Trost zu Theil werde, daß er für die Folge betreffs der Lösung der Ausgleichsfrage sich keine Sorge zu machen brauche. Es wird sich ja bald schon zeigen müssen, ob eine derartige Wirkung von dem schreck­lichen Ereignisse zu hoffen ist, das dann wenigstens eine versöhnende Folge haben würde. Daß unter den obwaltenden Umständen das Programm für die Jubi­läumsfeier des Kaisers, an der die Kaiserin ja theil- nehmen sollte, eine bedeutende Umgestaltung erfahren wird, versteht sich von selbst. Es dürfte überhaupt fraglich fein, ob noch irgendwelche Festlichkeiten statt­finden.

Frankreich ist und bleibt nun einmal das Land der größten Ueberraschungen. Vor acht Tagen schien es zweifellos, daß die Revision des Dreyfus- Prozesses angeordnet werde, und jetzt — ist wieder Alles in Frage gestellt. Die eifrige Agitation der Dreyms Gegner hat es zuwege gebracht, daß die der Revision günstige Stimmung wieder im Umschlagen begriffen ist; der neue Kriegsminister, General Zur- linden, hat sich entschieden gegen die Revision erklärt, und in einem am Montag stattgehabten Ministerrath hat zu allgemeiner Ueberraschung Präsident Faure das Gleiche gethan. Da aber der Ministerpräsident Brisson und einige seiner Kollegen auf der Revision bestehen, ist eine Ministerkrisis ausgebrochen, die ihre Lö­sung indeß erst nach der Rückkehr des Präsidenten Faure von den Manövern finden soll. Es ist also wieder Alles in Frage gestellt. Wenn die Dreysus- Angelegenheit nicht bald ans der Welt geschafft wird, dürfte sie zuletzt noch den Bestand der Republik ge­fährden.

Die spanische Volksvertretung, Kammer sowohl wie Senat, hat das Friedensprotokoll, welches die Regierung mit der amerikanischen Regierung ab­geschlossen, genehmigt, und es steht somit der Eröff­nung der endgiltigen Friedensverhandlungen, die spätestens am 1. Oktober in Paris beginnen müssen, nichts mehr entgegen. Im Senat wie in der Kammer wurden heftige Angriffe auf die Regierung und die Generale gerichtet, welche auf Cuba und den Philip­pinen Kommandos halten, und die karlistischen, repu­blikanischen und ein Theil der konservativen Abgeord­neten nahmen schließlich an den Verhandlungen nicht mehr Theil, weil sie die Verantwortung für den Ver­lust des Kolonialbesitzes nicht mit übernehmen mochten. Das liberale Ministerium Sagasta aber, welches alle Autorität eingebüßt hat, wird nach dem Schluß der parlamentarischen Verhandlungen zurücktreten und einem konservativen Sabine! Silvela Platz machen.

Ans der Insel Kreta ist ein neuer Aufstand aus- gebrochen. Diese Nachricht setzte in der vorigen Woche die Welt in Erregung. Die Muhamedaner, die sich in großer Zahl in der Hauptstadt Sanbia angesam­melt hatten, und unter denen es schon lange gährte, empörten sich unverhofft und machten, da sie in be­deutender Ueberzahl waren, Alles nieder, was ihnen in den Weg kam: eingeborene Christen sowohl, wie Mannschaften der englischen Besatzung. Die fremden Kriegsschiffe bombarbirten dann die Stadt und zer­störten einen Theil derselben. Die Bewegung ist noch nicht vollständig unterdrückt und wird auch nicht zur Ruhe komme», wenn nicht die Großmächte gründlich Ordnung schassen und die Türken von der Insel gänz­lich entfernen.

Q Auswahl und Aufbewahrung der Kar­toffeln zur Saat und für den Haushalt.

Von A. K.

Die im vorigen Jahre wieder stark aufgetretene Mieten- und Kellerfäulniß spät reifender Kartoffeln, sowie der Rückgang in der Qualität und im Ertrage alter bewährter Kartoffelsorten, läßt es angezeigt erscheinen, auf ein langjährig in der Praxis erprobtes einfaches,billiges Verfahren hinzuweifen, das nachgeahmt zu werden verdient. Es besteht dies zunächst in der Auswahl der Kartoffeln zur Saat und für den Haushalt, auf Grund des spezifischen Gewichts. Letzteres wird in der Praxis auf einfach billige Werse durch Salzlösung ermittelt. Salzwasser rst bekanntlich schwerer und deshalb tragfähiger als Süßwasser. Wirft man eine Kartoffel in ge­wöhnliches Waffer, fo wird sie darin auf den Grund sinken; fügt man aber dem Waffer genügend Salz zu, so hebt sie sich an die Oberfläche des

Wassers. Je spezifisch schwerer, mehlreicher nun eine Kartoffel ist, desto mehr Salz muß man dem Wasser zufügen, um sie zu heben. Durch ver­schieden starke Salzlösungen kann man so jede Kartoffelsorte nach ihrem spezifischen Gewicht, Mehlgehalte genau sortiren und sich auf diese Weise die besten Saatkartoffeln auswählen, wie auch für den Haushalt sich die Speisekartoffeln so sortiren, wie sie verschieden gewünscht und verwerthet werden

Zur Saat ist es sehr wichtig, spezifisch recht schwere Kartoffeln auszupflanzen. Lang­jährige VKsuche haben gezeigt, daß die spezifisch schwersten Kartoffeln eine wesentlich frühere, gleich­mäßigere und reichere Stallonenbildung haben und folglich früher reifere, besfer geformte, mehr und mehlreichere Kartoffeln liefern, als spezifisch leichte Saatkartoffeln, was sich folgendermaßen erklärt: Jedes Kartoffelkraut muß erst eine gewisse Reife, Ausbildung der Zellengewebe im Kraute, erlangt haben, ehe die (Stationen sich bilden können. Wird also nun das Wachsthum des Krautes unterstützt durch hohen Stärkegehalt der Saatkartoffeln, so tritt die Reife des Krautes so viel früher ein, und es bilden sich folglich auch die (Stationen so viel früher. Wird weiter nun auch noch die Stallonenbildung durch den hohen Stärkegehalt der Saatkartoffeln unterstützt, so bilden sich die (Stationen gleichmäßiger und reichlicher.

Es ist nicht nöthig, daß die ganze Aussaat für eine Wirthschaft derartig ausgewählt wird. Je nach Größe des Kartoffelbaues genügt es, von jeder Kartoffelforte ein kleines Saatfeld spezifisch recht schwerer Kartoffeln auszupflanzen, von dem dann immer weiter gebaut wird, und ist mit der Ernte hiervon mit der Auswahl und Aussaat spezifisch recht schwerer Kartoffeln jedes Jahr fortzufahren.

Besonders wichtig ist die Aufbewahrung der Kartoffeln zur Saat und für den Haushalt. Es wird hierzu die Einbettung in trockenen Torf­mull empfohlen, was folgendermaßen geschieht: Man schüttet den Torfmull im Keller oder im Freien auf der Mietensohle je nach Feuchtigkeits­beschaffenheit des Kellers bezw. des Erdbodens im Freien 10 bis 15 Ctm. hoch auf und die Kartoffeln darauf, zwischen welche dann, etwa in der Mitte der Höhe der geschütteten Kartoffeln hier und da nochmal ein kleiner Haufe Torfmull geschüttet wird. Der ganze Haufe wird mit einer ebensostarken Torfmullschicht abgedeckt, wie auch zwischen Kellerwand und Kartoffeln eine Jsolir- schicht von Torfmull aufgeschüttet werden muß. DieKartoffetnim Freien werden, sie nachdem gleich­wie im Keller mit Torfmull behandelt sind, außer­dem wie gewöhnlich mit Stroh und Erde bedeckt. Daß so aufbewahrte Kartoffeln den Einflüssen von Licht, Feuchtigkeit und Temperaturwechsel entzogen sind, ist zweifellos, und da der Torfmull alle Feuchtigkeit aufsaugt, wird dadurch ein Faulen ober Keimen ber Kartoffeln verhinbert. Die Kartoffeln werben sich also auch nur wenig verändern und können sowohl als Saatgut bester Beschaffenheit gelten, wie auch im Haushalte bis zum Erscheinen der neuen Kartoffeln wie frisch geerntete verwendet werden.

Der Torfmull, der an der Luft im Sommer nur getrocknet werden braucht, kann weiter jedes Jahr wieder benutzt werden. Ein Centner Tors­mull kostet etwa 1 Mark.

Als ganz besonders gut haben sich weitere Aufbewahrungsversuche mit Torfmull gezeigt, bei Obst, Spargel, Kopfkohl, Mohrrüben und Sellerie, wie auch bei geräucherter Wurst und Schinken. Es ist jeder Hausfrau anzurathen und zu empfehlen, Auföewahrungsversuche mit Torfmull vorzunehmen und wir sind überzeugt, daß die Erfolge dieser Versuche so ausfallen, daß der Torfmull immer mehr Anwendung finden wird überall, wo es gilt, Kartoffeln, Obst, Ge­müse und dergleichen auszubewahren.

Gottesdienstordnung in Fntda.

Sonntag, 18. September.Dom. 5,6,63/«u. 7*/iUhr hl. Messe, 6 /, U. hl. Messe unb Kommunion der Schulkinder in der Marienkapelle, 9 Uhr Umgang, Hochamt mit Predigt, 11 Uhr Christenlehre, 12 Uhr hl. Messe, 1'/, Uhr Andacht und Christenlehre, 4 Uhr Pfarr-Bruderschaft und Predigt, 7 Uhr Andacht in der Marienkapelle. Bon Mittwoch den 21. d. M. an, beginnt die erste Messe statt um 5 Uhr,um 51/» und zwar an Werk- wie an Sonn­tagen. - »taMpfarrktrdjt. 5 Uhr hl. Messe und Predigt, 6 Uhr hl. Messe, 7 Uhr hl. Messe, 8 Uhr heilige Messe, Predigt und Kommunion der Schulkinder, 9'/, Uhr Hochamt und Predigt, 11 und 1'-, Uhr Christenlehre, S Uhr Bruderschaft vom Hochwürdigsten Gute. Von Mittwoch, den 21. ds. Mts. an fängt die erste heilige Messe Werktags Morgens 5'/- und Sonntags 51/« Uhr an. - Michael-Kirche. 10 Uhr H°chamt-pfarr Kirche mm hl. Geige. 8 Uhr Hochamt mit Predigt, 5 Uhr Andacht mit Segen. — Marirn-Arbeiterinnen-Verein. 7 Uhr hl Messe u. General-Kommunion, 4 Uhr Andacht mit Segen in der Kapelle des Mutterhauses. — Fraaeaberg. 5, 6l/i und 8 Uhr hl Messen, 9 Uhr Hochamt, 10- Uhr Kreuzwegaiidacht, nach derselben Fünf-Wunden-Bruder- schast mit Predigt. Samstag den 17. Sept. (Fest der Wundmale des hl. Franziskus. Vollk. Abl.) 8 Uhr feierliches Amt.