Ehingen.
Hedurte«.
am 16./9.
am 15./9.
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Biel Regen
Sturm
Sehr trocken Beständig
Schön Veränderlich
Mmhmotzlurir W Vierung für den 17. September: Morgens kühl, später schön.
Vortheil zeitig im Frühjahr, sobald der Boden genügend abgetrocknet ist, abgeeggt. — In dem Anbau von dicht wachsenden Grünfulterpflanzen hat man ebenfalls ein gutes Mittel, um der Vermehrung der Samenunkrauter zu begegnen, doch lasse man solche Futterfelder nicht zu lange stehen, sondern pflüge ste um, wenn sie sich trotz scharfen Durcheggens nicht mehr grasfrei erhalten lassen.
Witterung». Ueürrstrht der 15. Sept., mitgetheilt dem
minar-Direktor Herr Dr. Loegel; Vertreter der Bischöflichen Behörde war der hochw. Herr Kom- miffarius Herold. Allen 22 Prüflingen wurde das Zeugniß zur einstweiligen Anstellung im Schuldienste ertheilt.
Deutschen Krrwarte v- m
Deutschen Reichsanzetger: :
17. September.
1757 waren die Franzosen (8000 Mann stark) in Gotha.
1871 Eröffnung der Mont-Cenis-Bahn.
1897 25jähriges Regierungsjubiläum des Königs Oskar von Schweden.
6. September. Maria Regina, T. des Tischlers Libertus Schlütter. 10. Anna Theresia, unehel. T. einer Einheim. 10. Anna Amalia, T. des Fuhrknechtes Joseph Scheel. 10. Alexander, S. des Webers Eduard Höhl. 10. Elisabeth, unehel. T. einer Ausw. 11. Clemens Wilhelm, S. des Schneiders Augustin Gärtner. 12. Franz Anton Adam, S. des Sattlers Johann Adam Karl Kircher. 12. Elisabetha Maria, T. des Webers Konrad Altstadt. 13. Minna Maria Auguste, T. des Arbeiters Franz Julius Reinhold Bumke zu Ziehers. 13. Bertha Theresia, T. des Knechtes Anton Ruhl. 13. Adelheid Anna Elisabeth, T. des Schriftsetzers Wilhelm Weber.
SterVefälle.
10. September. Fabrikarbeiter Johann Georg Gölz, 33 I. 6 M. 6 T. 11. Isidor Franz Joseph, S. des Fabrikarbeiters Franz Herrlich, 24 T. 12. Dienstmagd Juliane Frank von Großenlüder, 44 I. 8 M. 14 T.
MrchMa!ender.
Samstag, 17. Sept. Hildegardis, Aebtissin. Eine der schönsten Zierden des Benediktinerinnenordens^ ist die hl. Hildegard. Schon in früher Jugend wurde sie der hl. Jutta, Aebtissin auf dem Disibodenberg, zur Erziehung übergeben. Als Hildegard daserforderliche Alter erreicht hatte, legte sie die Ordensgelübde ab. Nach dem Tode der hl. Jutta wurde sie in Anbetracht ihrer hohen Weisheit und ihrer glänzenden Tugenden zur Aebtissin gewählt. Sie gründete auf dem Ruppertsberg bei Bingen ein neues Kloster, das sie mit achtzehn Nonnen bezog. Hildegard, von Körper- und Geistesleiden schwer geplagt, litt stets freudig, bis sie in ihrem 81. Lebensjahre im Jahre 1179 starb.
Regen (Wind) -4()
Ohm zurückgedrängt. Sämmtliche Truppen, mit i Ausnahme der Artillerie, bezogen diesseits und ! jenseits der Ohm Biwak. Der geschlagene Feind i biwakirte bei Langenstein, der Gegner zwischen i Amöneburg und Roßdorf. Trotzdem die Truppen 1 etwa 13 Stunden lang den Tornister nicht abgelegt hatten, war von Müdigkeit nichts zu bemerken und im Lager herrschte ein munteres Treiben, überall ertönten lustige Soldaten- und Volkslieder. Leider ereignete sich bei dem Abladen von Stroh ein Unglücksfall, indem ein Husar von einem Wagen überfahren und so arge Quetschungen an den Beinen erlitt, daß er sofort in die Klinik nach Marburg geschafft werden mußte. Um 4 Uhr Morgens wurde das Gefecht schon wieder ausgenommen. Zuerst ertönte Ge- wehrseuer der Posten und Feldwachen, dann das schauerliche „Bum! Bum!" der Artillerie. Mit dreimaligem Hurrah erstürmte der Gegner die Ohmbrücke bei Kirchhain, worauf der Feind sich zurückzog und bei Emsdorf und Erksdorf feste Stellungen bezog. Um 11 Uhr wurde das Gefecht abgebrochen und die Mannschaften rückten in die Quartiere. Nächsten Montag ist der letzte Gefechtstag mit nachfolgendem Friedensbiwak, welches in der Nähe von Kirchhain stattfinden wird. Tags darauf werden die Truppen per Bahn in die Heimath befördert. — Vevfloffene Woche wurden 2 Batterien des Feld - Art.-Reg. Nr. 27 nach Mainz zurückbefördert, weil einige Pferde brustseucheverdächtig gewesen sein sollen.
O Amimeönrg, 14. Sept. Ein Gefecht im Ohmthal! Seinen Reiz zu genießen, mußt Du auf dem Berge, unserem Berge, stehen; solches Bild findest Du so leicht nicht wieder. Schon nahezu 3 Wochen wechselt Einquartierung hier und dort in allen Städtchen und Dörfern des Ohmthales bis tief hinein in den Erksdorfer Grund und weiter. Züge verfchiedener Militärgattungen ziehen täglich durch die Straßen und verschwinden in der Ferne; Kanonendonner bricht sich mächtig zu uns Bahn, sogar Gewehrfeuer knattert dort hinten bei Wittelsberg und Heskem und immer ist noch nichts zu sehen. Schaulustige Schlachtenbummler erklimmen im Sonnenbrand unsere Höhe — sie hatten unten gehört, Amöneburg sollte erstürmt werden — und kehrten getäuscht wieder zu Thal. Da endlich gestern sollte das Ersehnte zur Thatsache werden: Ein Gefecht im Thal unter unfern Blicken. (Vergl. vorstehenden Bericht aus Kirchhain. D. Red.) Um 3 Uhr war das Gefecht beendet, und gegen halb 4 Uhr rückten die Truppen ab, theils zu den Quartieren, theils zu den Biwaks. Abends bot das Ohmthal einen nie gesehenen Anblick dar. Die beiden Gros-Biwaks waren auf dem aufsteigenden Gelände bei Langenstein und Holzhausen angelegt, und ihre Feuer flammten durch die dunkle Nacht; vereinzelt schimmerten die Feuer der Feldwachen und Vorposten. Wie großartig sich das ausnahm: eine herrliche Illumination des ganzen Ohmthales ringsum! Einzelne Gewehrschüsse knallten durch die Stille, und gleich darauf schlug der Galopp einer davon eilenden Patrouille an das Ohr. Die letzten Klänge der Militärmusik trug die Abendluft herüber, und um 9 Uhr war eine tiefe Stille in den Lagern. Nur um die Mauern unseres Städtchens war es noch lebendig; man ergötzte sich noch lange an dem herrlichen Lichtbilde unten im Thal.
* Maröurg, 15. Sept. Zum heutigen Pferdemarkt waren 231 Pferde angetrieben, darunter 66 Fohlen. Der Handel war sehr gut. Nachmittags bewegte sich ein Zug, in welchem die Hauptgewinne mitgeführt wurden, durch die Stadt und hieran schloß sich die Verloosung, welche diesmal in Pfeiffer's Garten stattfand
-f- Anzefahr, 16. Sept. Gestern reiste P. F. Lauer aus Anzefahr in Begleitung eines Milbruders vom Missionshaus« zu Steyl über London nach Liverpool, um von dort mit einem englischen Schiffe die Seereise nach dem deutschen Schutzgebiete Togo (Afrika) anzutreten. Nach einer 32—40 tägigen Fahrt werden die Patres an ihrem Bestimmungsorte landen.
* Mainz, 15. Sept. Ein Küfermeister dahier trug vor vier Wochen einen Korb mit Flaschen eine Kellertreppe hinunter, auf der letzten Treppe angekommen, glitt er aus und fiel hin; durch den Sturz zerschnitt er sich an den zerbrochenen Glasscherben die eine Hand und zog sich außerdem eine ganz unbedeutende Verletzung in der Mitte des Kopfes zu. Der Beschädigte begab sich zu einem Arzt, ließ sich die Wunden auswaschen und verbinden und binnen Kurzem waren dieselben geheilt. Plötzlich brach die kleine Wunde auf dem Kopf wieder auf und abermals verband ihn der Arzt und der Mann ging seiner Arbeit nach. Plötzlich fühlte er heftige Kopfschmerzen, der Kopf schwoll stark an. Der Arzt fand den Zustand des Mannes sehr bedenklich. Er mußte in das Hospital verbracht werden, woselbst er gestern nach Verlauf eines Tages, an Blutvergiftung verstarb.
* Aelka (an der Feldabahn), 15. Sept. Durch einen plötzlichen Tod ereilt wurde der Inspektor Roth von hier. Als derselbe "gestern Nachmittag im Begriffe war, mit dem Zuge der Feldabahn, der 257 Uhr Salzungen verläßt, von Zella aus nach Kaltennordheim zu fahren und kaum in ein Koupee eingestiegen war, ereilte ihn plötzlich der Tod. Ein in Kaltennordheim sofort zu Rathe gezogener Arzt konnte nur den bereits eingetretenen Tod infolge Herzschlags konstatiren.
* Aeikigenstadt, 15. Sept. Am hiesigen Kgl. Lehrerseminar wurde gestern und vorgestern die Entlassungsprüfung unter dem Vorsitze des Provinzial-Schulraths Herrn Friese aus Magdeburg abgehalten. Als Vertreter der König!. Regierung zu Erfurt fungine der Se-
Tas gestern nördlich von der Nordsee gelagerte Minimum ist nach Finland fortgeschritten und erzeugt in Wechselwirkung mit einem die Südwesthälfte Europas bedeckenden Hochdruckgebiet über Nord-Europa vielfach Weststurm. In Deutschland, wo nur etwas Regen gefallen ist, ist das Wetter mit Ausnahme des Südens, warm, an der Ostsee und im Süden heiter und ruhig; nur an der ostdeutschen Küste wehen starke westliche Winde.
Barometerstand Mittags 13 Uhr
Kiterarisches.
Geröer, Kikveörand (Pater H. Gruber J. S.), Einigungsbestrebungen und innere Kämpfe in der deutschen Freimauerei seit 1866. Unter besonderer Berücksichtigung des neuestens durch Professor Dr. H. Settegast entfachten Monstre-Logen-Zwistes. Verlag der Germania, Berlin. 214 und IV S. Preis 2,40 Mk.
Das Buch bringt interessante Aufschlüsse über wichtige Vorgänge in der deutschen Logenwelt. An der Hand reichsten Akten - Materials werden zunächst die leitenden Gesichtspunkte der Einigungsbestrebungen besprochen, welche in dem Bestreben der deutschen Freimaurerei gipfeln, in dem unter Preußens Vorherrschaft geeinten Deutschen Reiche als „Culturfaktor" und „kulturkämpferisches Institut" die maßgebende Rolle zu spielen Es werden dann die Einigungsversuche (1868 bis 1898) selbst dargestellt, die in der Hauptsache nach harten Kämpfen allerdings erfolglos blieben. Die Schrift bildet ein unentbehrliches Buch für Jeden, der sich mit der Freimauerei und ihren Bestrebungen beschäftrgt. Insbesondere wird in demselben auch die staatsrechtliche Stellung der Freimauerei in Berücksichtigung neuester maßgebender Kundgebungen aus offiziellen altpreußischen Großlogen, eingehend besprochen.
Präsident der Vereinigten Staaten, Abraham Lin- ' c o In, wurde ein Opfer des Schauspielers Wilkes Booth, । der ihn am 14. April 1865 während der Vorstellung 1 im Fordstheater zu Washington von der Bühne aus । erschoß. Drei Jahre später, 1868, fiel der Fürst ; von Serbien, Michael Obrenovic, durch Mörder- l Hand im Wildparke Topschider bei Belgrad. Im 1 Jahre 1870 wurde der Präsident von Haiti, < Salnave, nachdem er 3 Jahre lang die Zügel des Landes < geführt, erschossen. Das Jahr 1875 brachte die Ermor- , düng des Präsidenten von Ecuador, Dr.Garcia Moreno. Der 32. Sultan der Osmanen, Abdul AsisChan, wurde am 30. Mai 1876 von dem durch ihn erzwungenen „patriotischen Ministerium" des Mehemed Rudschi und Hussein Awni genöthigt, zu Gunsten seines Neffen Mehemed Murad dem Throne zu entsagen. Am 4. Juni 1876 hieß es, er sei als Staatsgefangener eines natürlichen Todes gestorben. Ein im Juni 1881 gegen mehrere der höchsten Staatsbeamten eingeleiteter Prozeß ergab indessen, daß Abdul ermordet worden war. Garfield, der 20. Präsident der Vereinigten Staaten, wurde am 18. September 1881 von seinen qualvollen Leiden erlöst, denn am 2. Juli desselben Jahres erhielt er in Washington von einem brodlosen Fanatiker, Namens Guitrau, einen Revolverschuß in die Brust, der nicht sofort tödtlich war, den Präsidenten aber zu langsamem Siechthum verurtheilte. Zar Alexander II. wurde am 13. (1.) März 1881 das Opfer eines Attentates, das bei der Rückkehr von einer Parade mittels Explosions- Bomben gegen ihn ausgeführt wurde. Der italienische Anarchist Caseriv ermordete am Abend des 24. Juni 1894 in Lyon den Präsidenten der französischen Republik, Carnot, durch einen Dolchstoß, ähnlich wie die jetzt an der Kaiserin Elisabeth verübte Mordthat. Den Beschluß der traurigen Mord-Statistik machte das Attentat gegen den Schah von Persien, Nassr-ed-Din, welcher vor 2 Jahren sein Leben unter Mörderhand lassen mußte. — Dreizehn thatkräftige, an die Spitze des Volkes gestellte Männer fielen also in diesem Jahrhundert durch Mörder- Hand; das abscheulichste — weil feigste — Verbrechen ist jedoch an der kranken Kaiserin Elisabeth verübt worden, deren Edelsinn, Gutmüthig- und Wohlthätigkeit weit über die Grenzen Oesterreich - Ungarns hinaus bekannt geworden ist.
tzh Geographische Namen als Waarenzeiche« sind bekanntlich als Herkunftsangaben, die dem loyalen Verkehr nicht entzogen werden dürfen, von der Eintragung in die Waarenzeichenrolle ausgeschloffen. Trotzdem ist, wie uns das Waarenzeichendureau F. A. Hoppen, Berlin SW. 12., mittheilt, von dem Patentamte, auf Grund der Anmeldung einer Grazer Firma das Wort „S ty ri a" als Waarenzeichen eingetragen worden, welches Wort nichts weiter als die genaue englische Uebersetzung des Ländernamens Steiermark ist. Da nun Graz die Hauptstadt von Steiermark ist, stellt also das Wort Styria für die Grazer Firma zweifellos eine Herkunfts- bezeichmmg dar. In Folge des durch eine Konkurrenzfirma gestellten Löschungsantrages wurde aldann in erster Instanz auch wirklich die Löschung des Wortzeichens „Styria" ausgesprochen. Die zweite Instanz hingegen hob den Löschungsbeschluß wieder auf und erklärte die Eintragung für rechtsgiltig mit der Begründung, daß das Wort „Styria" allerdings die englische Uebersetzung des Ländernamens „Steiermark" darstelle, aber neben dieser geographischen Bedeutung auch noch eine ideale bezw. allegorische Bedeutung (Styria die Schutzpatronin Steiermarks) habe, und in diesem Sinne schutzfähig sei. Natürlich könne durch die Eintragung Niemand gehindert werden, das Wort Styria in geographischer Beziehung (z. B. „Made in Siyria" zu gebrauchen. — So scharfsinnig diese Entscheidung ist, so erscheint ihre Anwendung auf die Praxis doch mit großen Schwierigkeiten verknüpft, da es in vielen Fällen schwer sein wird, im Verkehr die feinen Unterschiede zwischen allegorischer und geographischer Bedeutung herauszufinden, welche das Patentamt zur Unterscheidung seiner Begründung heranzog.
• Das gute Ainb. Karlchen: „Papa, ich sitze fetzt nicht mehr auf der letzten Bank." — Vater (erfreut): „Das ist hübsch von Dir! Da hast Du zehn Pfennig! Aber nun erzähle mir mal, wie das gekommen ist." — Karlchen: „Die letzte Bank wird gestrichen!"
* Die Diene. Richter: „Angeklagter, sehen Sie ein, daß es unrecht war, ein Schwein zu stehlen?" — Angeklagter: „Jawohl, ich glaubte nicht, daß es so laut quitschen wird!"
* Aögeschreckt. „Können Sie sich denn für gar nichts begeistern?" — „Nein, ich habe mich leider einmal für etwas begeistert und acht Wochen d'rauf war's meine Frau!"
* Z« dumm. Frau: „Sind Sie schon lanxe stumm, armer Mann?" Bettler: „Dumme Frage; Sie wissen doch, daß ich Ihnen nicht antworten kann!"
16. September.
«lrurperatur 6 Uhr Abends. 18,o» «elf., 15,0° RLaum.
„ 7«/i „ Morg.: 11,5« , 9,2 ,
12 „ Mittags: 20,0- „ 16,0 .
Diehöchste Temperatur des gestrigen TageS betrug
20,8 ° Celsius (16,6 ° RSaumur).
Die niedriaste Temperatur in vergangener Nacht aetrua 10.5 ° Celsius ( 8,4r Röaumurl.
Wassrrwärme der Fulda (in RSaumur) 7 Uhr Abends 13,6", 6'/- Uhr Morgens: 9,4°.
Kandwirchkchirstliches.
Roggenanbauversuche. Prof. A. Damseaux ! e ichtet über sehr bemerkens werthe Erfolge der Düngung des Roggens mit schwefelsaurem Ammoniak Er betont, daß es in der Praxis leider noch nicht überall üblich sei, dem Roggen, sei es im Früfiahr, sei es im Herbste eine Stickstoffdüngung zur Beförderung des Wachsthums zu geben. Nach den vorliegenden Erfahrungen wird sich die Anwendung des schwefelsauren Ammoniaks vor Winter wahrscheinlich am erfolgreichsten erweisen: doch ist eine Kopfdüngung im Frühjahre nicht ausgeschlossen. Bei der Herbstdüngung wird indeß die Wurzelbildung befördert und Roggen kommt gut bestockt in den Winter. Damseaux erzielte vom ha ungedüngt: 1609 kg Körner, 3790 kg Stroh, gedüngt mit 150 kg schwefel- saurem Ammoniak 2720 kg Körner und 7283 kg Stroh. Im vorliegenden Falle war der Boden ziemlich reich an Mineralbestandthetlen: sofern diese fehlen, muß eine Zufuhr derselben in Gestalt von phosphorsäure- und kalihaltigen Düngemitteln, sowie von Kalk stattfinden, Von großer Wichtigkeit ist die Zeit der Aussaat. Der Roggen soll stets frühzeitig gesäet werden, damit er sich vor Winter kräftig entwickeln kann; es fällt dann sowohl der Körner- als auch Strohertrag höher aus Gleich wichtig ist es, zur Aussaat nur Körner erster Qualität zu benutzen, da sie, allen Erfahrungen nach, merklich höhere Erträge geben, als Körner geringerer Qualität.
Gegen das Ackerunkraut sind Ausstechen der Unkrautpflanzen oder mindestens das Abschneiden der Blüthenköpfe, im allgemeinen das Hacken und Jäten und die Vernichtung der Unkrautpflanzen und des bei der Getreidereinigung gewonnen Unkraulsamens geeignete Mittel. Wer aber dem Untraut wirksam entgegenarbeiten will, begnügt sich nicht mit alledem, sondern trifft auf dem Felde Maßregeln, welche die Unkrautsamen zum Keimen bringen und die aus denselben entstehenden Pflänzchen in ihrer frühesten Entwicklung vernichten. Eine solche Maßregel ist die häufige Bodenbearbeitung, die im Frühjahr auf den Feldern, die mit Runkelrüben oder andern Grüufutterpflanzen bestellt werden sollen, und mit allerbestem Erfolge im Hochsommer auf den Stoppelfeldern vorzunehmen ist. Gleich nach der Ernte ist mit möglichMachem Stürzen der Stoppeln zu beginnen, wodurch die vielen Untrautfamen, welche zur Reife tarnen, zum Keimen gebracht werden. Mit großem Vortheil werden von den mit Sommer- früchlen bestellten Aeckern die Kartoffelfelder abgeeggt, sobald die Blätter aus dem Boden schlüpfen. Auch Sommerhalmfrüchte, vierzehn Tage nach dem Aufgchen des Samens zu eggen, ist ein sehr geeignetes Mittel, um die Untrautfamen im Keime zu zerstören. Doch tann die Egge auf die Untrautpflanzen nur dann ein- roirten, wenn sie dieselben in der frühesten Periode der Entwicklung trifft. 'Heitere Luzernefelder werden mit
Vermischtes.
* Irankfnrt a. M., 15. Sept. Am Amtsgericht hatte eine Dame ihren seit einigen Wochenverheiratheten, 23 Jahre alten Neffen, der zwei Jahre lang bei ihr gewohnt hatte, auf 150 M. rückständiges Kostgeld oertlagt. Nach mancherlei Verhandlungen war schließlich auf einen Eid der Klägerin ertannt worden, welchen ste heute in Gegenwart ihres Neffen leistete, infolge dessen der Prozeß zu ihren Gunsten entschieden wurde. „So", sagte der Neffe unter heftigen Gestikulationen, „der Eid ist geleistet, die Sache ist aber noch nicht zu Ende, das Weitere wird sich finden. Dich beherrscht nur Rachegefühl, weil ich deine Tochter nicht geheirathet hab'." „Ach, Herr Dottor," rief die Dame, „welch' schwere Beleidigung! Damit sie sehen, daß diese Aeuße- rung nicht wahr ist, schenke ich ihm die Schuld und bezahle auch noch die Kosten. Nehmen Sie's zu Protokoll !" sprach's und verließ bann unter tiefer Verbeugung die Amtsstube.
(*) Akeine Machrichte«. Eisenbahn-Unfälle Bei Sarbogard tn Ungarn stießen zwei Eisenbahnzüge, zusammen. Vier Personen wurden schwer, über 20 leichter verletzt. Ein Heizer blieb tobt. — In der letzten Nacht erfolgte bei dem von Eger nach Pilsen fahrenden Güterzuge eine Trennung des Zuges durch Reißen der Zugsvorrichtung. Bei der Einfahrt in die Station Mies-Kladrau stieß der getrennte Zugs- theil an den voranfahrenden an, wodurch 3 Wagen desselben entgleisten. Hierbei wurden 3 Personen leicht verletzt. — Styrum. Eine seiner Zeit hier auf dem Sriedhofe ausgeführte Grabschändung hat nun ihre ühne gesunden, indem die Arbeiter Fockner und Schmidt- berg, welche diese „Heldenthat" ausgeführt hatten, zu je 1'/- Jahren Gefängniß verurtheilt wurden. Eine harte, aber gerechte Strafe! — Baden-Baden. König Alexander von Serbien traf hier ein. Der König beabsichtigt seinen Aufenthalt zur Nachkur auf mehrere Wochen auszudehnen. — Basel. Heute bekamen zwei Italiener auf dem Centralbahnplatze Streit, wobei einer durch einen Stich in den Kopf getöbtet wurde. Das Instrument mußte mit einer Zange aus dem Kopfe des Tobten entfernt werden. — Paderborn. Nach amtlicher Feststellung beträgt die Zahl der bis heute gemeldeten Typhus-Erkrankungen einschließlich der verdächtigen Fälle 110; davon sind bisher 8 tödtlich verlausen. — Altona. Zwei hiesige Sportsleute hatten eine Wette um 50,000 Mark abgeschlossen, ob die Revision des Dreysus-Prozesses am letzten Montag angenommen werden würde oder nicht. Die Wette ist für denjenigen, der die Revision als bevorstehend und als sicher angenommen hatte, verloren; er wird die 50,000 Mark „tagen" müssen. — Vancouver. Das Städtchen Westminster ist von einer ver- heereuden Feuersbrunst zum großen Theile eingeäschert worden. Im Ganzen wurden 328 Gebäude ein Raub der Flammen. Der Schaben wird auf 3,000,000 Doll, geschätzt. Tausende von Personen sind obdachlos. — Würzburg. Der Kofferträger Beck im hiesigen Bahnhof wurde beim Ueberschreiten der Geleise von der Maschine des Postjuges erfaßt und erlitt so schwere Verletzungen, baß er 4 Stunden später starb. — Jrn Bamberger Bahnhof fuhr ein Rangirzug einer leer fahrenden Lokomotive in die Flanken, wodurch beide Maschinen entgleisten und größere Beschädigungen erlitten. Das Sicherheitsventil des Dampfkessels wurde herausgeschleudert, doch kam glücklicherweise durch den ausgeströmten Dampf Niemand zu Schaden. — Soltendieck (Hannover). Eine furchtbare Feuersbrunst hat das Dorf in Asche gelegt. Das Feuer griff mit furchtbarer Schnelligkeit um sich. Zu retten war nichts, da kein Wasser da war und die Häuser allesammt Strohdächer hatten. Die Dorfbewohner standen in der von beiden Seiten brennenden Dorsstraße und mußten zusehen, wie alle ihre Habe, Mobiliar und die bedeutenden Erntevorrüthe, auch viel Vieh, ein Raub der Flammen wurden. Etwa 20 Gebäude, viele gefüllte Scheunen, Stallungen usw. liegen in Asche und das Dorf ist vom Erdboden verschwunden. — Glogow. Die westgalizische Stadt Glogow steht in Flammen. Bisher sind hundert Wohnhäuser und eine Kirche niedergebrannt. — Tulum (Rußland). Der Bauer Lytkin mit seiner ganzen Familie wurde ermordet und verbrannt; man fand die halbverkohlten Ueberrefte seines Weibes und zweier Kinder von der Mordstätte ungefähr eine Werft entfernt liegen. Die halbangebrannte Leiche Lytkins zeigte vier Schußwunden in der Brust und eine gräßliche Schädelwunde. Zwei der grausigen That verdächtige Tataren sind verhaftet worden. — Rüdesheim. Einer großen Gefahr entgingen die Fahraäste eines vom Niederwald nach Rüdesheim fahrenden Zuges der Zahnradbahn. Aus der abschüssigsten Stelle hatte ein junger Taugenichts Steine auf die Schienen gelegt und sich hinter einem Baume versteckt, um die Wirkung genau beobachten
zu können. Glücklicherweise bemerkte der Maschinist das Sinderniß und es gelang noch gerade, den Zug zum tehen zu bringen. Der THüter wurde gefaßt und der Polizei übergeben. — Brandenburg. Heute früh gegen acht Uhr ist ein zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe ver- urtheilter Sträfling entflohen. Der Jnfanterie- posten hat auf den Sträfling, welcher durch eine zufällig menschenleere Straße lief, scharf geschossen, dabei wurde eine Mauer getroffen. Die Patrouille fand später den Sträfling in einem Hause versteckt. — Einer Pariser Meldung zufolge suchte am letzten Sonnabend ein Orkan die Insel Barbados(Antillen)heim. HundertMenschen sollen getöbtet, zwanzigtausend Personen obdach los fein. Auch mehrere Schiffe sollen verloren sein. Die Insel Barbados ist wegen ihrer fürchterlichen Orkane berüchtigt. Dieselbe ist im Besitze von Großbritannien, 166 englische Quadratmeilen groß mit etwa 160000Einwohnern. Die Hauptprodukte find Zucker, Baumwolle, Ingwer und Aloe. Das Klima ist tropisch, aber gemäßigter und gesunder, als auf den übrigen Antillen-Inseln. Die Insel ist im Allgemeinen eben mit niedrigen Ufern, nur im Nord osten erhebt sich der BergHilladybis 1147 Fuß. — Detmold. In der Nachbarstadt Lemgo ist ein großer Brand ausgebrochen. 20 Häuser der Hinteren Straße stehen in Flammen. Die Detmolder, Lager und Salz- ufler Feuerwehren sind zur Hilfe aufgeboten.
* Die E rmordung d er Ka i s e r in Elis ab eth von Oesterreich weckt die Erinnerung an dreizehn Staatsoverhäupter, die im Verlaufe des zur Neige gehenden 19. Jahrhunderts ebenfalls elenden, heimtückischen Mordbuben zum Opfer fielen. Den Anfang der fanatischen Thaten bildete die Ermordung des russischen Zaren Pauli., der in der Nacht zum 23. März 1801 durch ein Verschwörerkonsortium, dessen Haupt Graf Peter von der Pahlen war, in dem Michalow'sch n Palais zu Petersburg mit seiner eigenen Schärpe erdrosselt wurde. Den Sultan Selim III. ließ Mustaph IV., nachdem er zur Regierung berufen worden war, in Haft nehmen und im Mai 1808 erdrosseln. Gras Kagodistri as, Präsident des griechischen Staates, wurde nach fast dreijähriger Präsidentschaft am 9. Oktober 1831 zu Nauplia beim Eintritt in die Kirche St. Spiridon von Konstantin und Georg Mauromichalis durch vier Dolchstiche getöbtet. Dem Ermorbeten wurde später in feiner Heimath Corfu (2. Januar 1887) ein Denkmal errichtet. Der Herzog Karl von Parma mußte im Sommer 1854 unter dem Messer eines Fanatikers verbluten. Der sechszehnte
Ausfllg aus de« Register« des StaudesamtsFiüdr vom 9. bis 15. September 1898.
Aufgevote.
9. September. Fabiikwebermeifter Heinrich Latsch, Wittwer, und Maria Katharina Schäfer, beide von hier. 10. Maurer Alexander Joseph Müller und Theresia Ulmicher, beide von hier. 14. Domgoldschmied Maria Joseph Theodor Wilhelm Rauscher von Aachen und Katharina Maria Paula Reinhardt von hier. 14. Kaufmann Heinrich Wilhelm Fleck von Binningen und Maria Emma Riggenbach von Basel.
Kheschkießnnge«.
9. September. Schloffermeister Hermann Alexander Böschen, Wittwer von hier, und Katharina Staiger von