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KuldaerMZeitung
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M 200.
JuLöa, Samstag, den 3. September 1898
25. Jahrgang.
25
Als Hans an der Schenke vorbeiritt, ließ ein
verantwortlich: Für die Redaktion Ios. La»«, lür Inserate I. parzeller in Fulda.
Gestna, die dem Gespräche mit dankbar aufleuchtendem Auge gefolgt war, nickte dem treuen Manne freundlich zu und eilte leichtfüßig ihm voran die Treppe hinab, um ihm noch ein Fläschlein Kästenholzer als Zehrung für den Weg einzustecken.
Der Gegenstand so vieler Liebe und Sorge hatte mittlerweile die Gassen der Stadt durch- meffen, am Spilalthore die Wachen passirt und trabte nun auf der breiten Landstraße dahin. Von den widerstreitendsten Gefühlen bewegt, von sehnsüchtiger Liebe, wie von brennender Eifersucht getrieben, trotz aller Zweifel die Geliebte immer wieder gegen sich selbst vertheidigend und dennoch innerlich zagend vor der Möglichkeit der Täuschung, ward sich der abendliche Reiter der aufglühenden Pracht des schönen Frühsommertages kaum recht bewußt.
Wie durch einen blühenden Garten wand sich der Weg. Bald führte er durch blumenreiche Wiesen und wogende Saatfelder, bald durch üppige Rebgelände und vielverheißende Obstpflanzungen; näher, immer näher rückte die von blauem Duft umschleierte Linie des Wasgauer Waldes. Die Gluthhitze des Mittags war einem sanften Abendwehen gewichen, linde Kühlung athmete vom Gebirge her. Der ungestörte Frieden der Natur, das leise Säuseln der Blätter, das Murmeln der Quellen, das Jubellied der himmelan steigenden Lerchen, das treuherzige „Grüß Gott!" der ver-
kläglich, daß man fast annehmen möchte, die Amerikaner möchten schließlich das Unmögliche ihrer Haltung einsehen und gleich den Franzosen schließlich auch ihre Bereitwilligkeit zur Theilnahme an der vom Zaren vorgeschlagenen Friedenskonferenz ausdrücken. Auch von den Engländern erhofft man das Gleiche. Ja, noch mehr: gerade Lord Salisbury selbst soll es gewesen sein, der im Jahre 1891 eine vertrauliche Aufstellung der Kosten des Militärwesens für Europa machen ließ und diese dann auch dem deutschen Kaiser vorlegte. Auf diesen soll die Zusammenstellung einen so ungeheueren Eindruck gemacht haben, daß er damals und nachher noch wiederholt in vertraulichen Gesprächen die Absicht äußerte, einen europäischen Kongreß einzuberufen zur Sicherstellung des Friedens. Und gerüchtweise verlautet, Kaiser Wilhelm habe sich mit der Absicht getragen, in Jerusalem bei der Einweihung der Erlöserkirche eine Rede zu halten, die ebenfalls dem Gedanken eines großen europäischen Friedensbundes Worte verleihen sollte.
Sei dem, wie es wolle — die Aussicht darauf steigt, daß die vom Zaren nunmehr wirklich vorgeschlagene Friedens-Konferenz zu Stande kommen wird. Und es müßte doch eigentlich sonderbar zugehen, wenn diese Konferenz alsdann ohne jeglichen Nutzen bleiben sollte. Schon mehr als einmal sind in neuerer Zeit Kriege durch Schiedsgerichte und durch die Vermittelung neutraler Mächte vermittelt worden; es sei in diesem Sinne nur an den Karolinen- Streit und an die Luxemburger Frage erinnert. Ueberhaupt, das ist gar nicht zu leugnen, sind Kriege in neuerer Zeit seltener als früher geworden. Warum sollte es denn nicht möglich sein, durch den vom Zaren in Anregung gebrachten Friedens-Kongreß einen weitern Kulturfortschritt in diesem Sinne herbeizuführen?
Auch bei der allernüchternsten Beur- theilung der Sache ist durchaus nicht einzusehen, warum dies nicht möglich sein sollte. Und es heißt ein frivoles Spiel treiben, wenn man mit aller Gewalt schon im voraus behaupten will, die Konferenz werde erfolglos enden. Zunächst hat jeder Kulturmensch die Pflicht, auf das Gegentheil hinzuwirken. Und das Uebrige müssen wir abwarten!
Auf der Reichsmacht.
Erzählung von A. Jüngst.
------- (Nachdruck verboten.)
ß Nochmals die Friedenskundgebung des Zaren.
Bleiben wir nüchtern! — so mahnt ein Berliner Blatt konservativer Farbe angesichts der theilweise begeisterten Kundgebungen, die dem Zaren in Anerkennung seiner Friedensvorschläge dargebracht werden. Wohl, die Mahnung mag gelten. Denn mit Ueberschwänglichkeiten kommen wir keinen Schritt vorwärts. Aber ein wenig Begeisterung darf man sich schon gestatten, und wenn die nicht gestattet und angebracht ist für den Beherrscher aller Reußen, so muß sie doch gestattet sein für den erhabenen Gedanken des dauernden Völkerfriedens. Für was soll man sich denn eigentlich noch in dieser kalten und nüchternen Welt begeistern, wenn man es auch dafür nicht thun soll? Friede auf Erden — sehr richtig bemerkt ein Berliner Fortschrittsblatt: Niemand kann diese Worte verleugnen, ohne die Sittenlehre des Christenthums zu verleugnen!
Was verlangt denn nun eigentlich die Kundgebung des Zaren: gänzliche Abrüstung, vollkommene Beseitigung des Krieges? Nein. Wenn man sie genauer sich ansieht, dann findet man, daß darin nur von der Verminderung der Kriegsrüstungen in Friedenszeiten die Rede ist. Und das sollte doch am Ende auch dem Allernüchternsten nicht zu viel gefordert sein. Nur Zweifel, nur Mißtrauen der Kundgebung des Zaren entgegensetzen, nur das Eine betonen, daß ja alle Friedenskonferenzen doch nicht zu dem gewünschten Ziele führen werden, das bedeutet im Kerne nichts Anderes, als von vorn herein die Mitarbeit an dem Friedenswerke verweigern; und das kann vor allen Dingen unmöglich im christlichen Sinne gedacht und gehandelt sein.
Vereinzelt taucht die Ansicht auf, die ganze Kundgebung des Zaren sei nichts weiter als ein Scheinmanöver, dazu bestimmt, als Wolf im Schafskleide unter der Maske des Friedensfreundes allerhand Vortheile für Rußland einzuheimsen. Diese Ansicht hegen oder heucheln zu hegen vor allen Dingen die sozialdemokratischen Blätter. Außerdem tönen solche Stimmen zu uns aus England und aus Nordamerika herüber. Denen dort paßt es nicht, daß gerade jetzt die Friedensschalmei von der Diplomatie geblasen werden soll, und deswegen suchen sie die ganze Sache in Mißachtung zu bringen. Aber kann das den Ausschlag geben für die Beurtheilung der russischen Kundgebung? Unmöglich. Wenige Monate erst sind verstrichen seit den Tagen, in denen Herr Mac Kinley, der Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, in äußerst salbungsvollen Worten seinen Schmerz darüber laut werden ließ, daß zwischen seinem Lande und Spanien das blutige Schwert entscheiden müsse. Nun, wo es sich im Ernste um den Versuch einer Friedenskonferenz handelt, ist die Melodie umgeschlageu. Das ist zu kläglich, als daß es uns Achtung einflößen könnte; so
natürlich des Frankfurter Friedens . . . ' auch Frankreich?
+ Die Nachricht ist unwidersprochen geblieben, daß die Bezeichnungen Premierlieutenant und Secondlieutenant künftig im deutschen Heere wegfallen und durch Hver- te«f«a«f und Anterkentnaut ersetzt werden sollen. Vermuthlich also ist die Nachricht zu- treff-nd gewesen. Nicht schlecht nimmt sich ein Vorschlag aus, der in der Presse auftaucht, statt Unterleutnant einfach Leutnant zu sagen und auf den Leutnant dann den Oberleutnant folgen zu lassen. Alle fremden Ausdrücke werden sich nicht ohne weiteres aus den Heeresbezeichnungen entfernen lasten. Aber sehr leicht könnte man beispielsweise „Schwadron" statt Escadron sagen. Die Anwendung dieses letzten Fremdwortes ist unbedingt vollkommen überflüssig und unschön.
O Nach § 119 a der Gewerbe-Ordnung darf bekanntlich der Lotz« minderjähriger Aröeiter an deren Eltern und Vormünder auszezahlt werden. Schon lange ist man in einzelnen Gegenden bemüht, dieser Erlaubniß zu einer allgemeineren Durchführung als bisher zu verhelfen; und in demselben Sinne hatte sich unlängst der Regierungspräsident von Aachen mit einer Anregung an die dortige Handelskammer gewandt. In ihrem daraufhin abgegebenen Gutachten meint die genannte Handelskammer, der Erlaß eines Ortsstatuts in dem angeregten Sinne würde zweckmäßig sein; aber die Bestimmungen müßten so gehalten werden, daß „zu der bereits vorhandenen Arbeitsanhäufung in Folge der sozialen Gesetzgebung nicht noch eine weitere belangreiche Belastung der gewerblichen Betriebe eintrete". Ist denn diese Arbeitsanhäufung wirklich so schlimm? Im übrigen schlägt die Aachener Handelskammer vor, für die Minderjährigen Lohnbücher anzulegen, in denen die Höhe des Lohnes angegeben wird und die Eltern dann die Kenntnißnahme derselben durch ihre Unterschrift zu betätigen haben. Der Einfachheit wegen sollte die Lohnzahlung nur alle vier Wochen erfolgen. Dieser Vorschlag, für desfen Ausführung sehr genau die näheren Umstände vorgeschrieben werden, verdient sicherlich allgemeine Beachtung und dort genauere Erwägung, wo ebenfalls sehr viele Minderjährige als Bezieher von Arbeitslöhnen vorhanden sind.
h. Der schon lange angekündigte Gesetzentwurf über die privat- «nd Serfiche- rrmgsa« statte« ist nunmehr nach einer Mittheilung aus halbamtlicher Quelle im Reichsamte des Innern fertiggestellt. Er soll demnächst „der Gegenstand weiterer Berathungen innerhalb der gesetzlichen Instanzen bilden". Auch der ebenfalls längst angekündigte Gesetzentwurf über die Stellung der Patentanwälte soll jetzt fertig vorliegen.
* Zu unserem Leitartikel über die Schttk- z«stä«de i« Sachseu-ZSeimar in Nr. 197 der ,Fuld. Ztg.' sendet uns der evangelische Pfarrer von Geisa, Herr Müller, folgende Zuschrift: An die verehrl.che Redaktion der ,Fuldaer Zeitung'
in Fulda.
Der in Nr. 197 dieser Zeitung befindliche Artikel über die gegenwärtigen Schulzustände in Sachsen-Weimar erfordert folgende thatsächliche Berichtigungen, um deren und verbreiteten einen unsicheren röthlichen Schein. Eine hübsche blühende Frau hantirte geschäftig umher, als das Geräusch der hastig aufgestoßenen Thür sie sich wenden machte.
„Herr, Du mein Gott, der Hans Hochkirchner!" kreischte die Bäuerin und ließ vor Schrecken die Küchenschüssel, welche sie in der Hand hielt, fallen.
„Grüß Gott, Bärbel! Wo ist Rose! ?" fragte Hans mit fliegendem Athem.
„Die Rosel! Ach, lieber Gott, daß mir das auch gerade heute passiren muß!" klagte Bärbel. „Die Schüssel, darauf meine Mutter selig Zeit ihres Lebens die Kuchen gebacken hat!"
„Wo ist Rosel? So laßt doch die Schüssel! Ich schenke Euch eine andere, die schönste, welche in Straßburg zu haben ist. So redet nur endlich!"
„Die Rosel! Ja, so," stotterte Bärbel, die Scherben vom Estrich lesend. '„Draußen im Reb- garten, oder nein, drunten am Bach, wo die Erlen stehen. Der Gaisbub' soll gleich hinlaufen und sie rufen. He, Georg!"
„Ich finde sie schon selber, wenn Ihr mir nur sagt, wo ich sie suchen soll. Der Rebgarten und die Erlen liegen ja in entgegengesetzter Richtung."
„Möglich auch, daß sie hinüber zur Nachbarin gegangen ist," überlegte Bärbel an den Fingern. „Ich kann mich nimmer recht besinnen, junger Herr, das Unglück mit der Schüssel hat mich ganz v.erwirrt gemacht. Ich werde schnell zu der Nannerl laufen und nachfragen. Setzt Euch derweil, und trinkt einen Schluck Wein, Ihr seid ja g«lf außer Athem."
Der uebcretfec der Base, ihre augenscheinliche Verlegenheit ließen das Mißtrauen des jungen
Deutsches Reich.
Berlin, 2. September.
x, Dem Abschlüsse neuer Handelsverträge sollte die Ausarbeitung eines «e«e« Iolttarifes vorangehen. Diese Arbeit ist, halbamtlicher Mittheilung zufolge, nunmehr im Reichs-Schatzamte beendet worden. Jetzt muß er zur Begutachtung den betheiligten Behörden vorgelegt werden. Der neue Zolltarif ist, nach derselben halbamtlichen Meldung, weit mehr ins Einzelne ausgearbeitet worden als sein Vorgänger; er ist also umfangreicher als dieser. Namentlich den neueren Fortschritten auf den Gebieten der Technik und Chemie soll in umfassender Weise Rechnung getragen sein. Auf der anderen Seite wird von ihm gerühmt, daß er durch andere Eintheilung übersichtlicher geworden und so angelegt sei, daß man jede einzelten Arbeiter auf dem Felde bildete einen schreienden Gegensatz zu der erregten Stimmung )es jungen Mannes. Mit jedem Zoll breit Landes, das er zurücklegte, stieg sein stürmisches Verlangen.
Schon hatte er die kleinen Flecken Grafenstaden und Geispolsheim hinter sich gelassen; nur eine kurze Spanne Weges trennte ihn noch von )er Geliebten. Als er die ersten Häuser von Limersheim erreicht hatte, erschallte vom Thurme les Kirchleins die Betglocke. Sanft und melodisch hallten die frommen Töne hinaus über die abendstillen Fluren, die draußen Weilenden zurückrufend in den Bannkreis des Dorfes. Es war 8 Uhr.
Unwillkürlich zog auch Hans die Zügel an und ließ den müden Falben Schritt gehen, um ein stilles Gebet zu murmeln. Auf der Dorfstraße spielten ein paar Kinder, sie lachten den Fremden aus unschuldigen Augen an; eine junge Frau, die am Laufbrunnen ihre Zuber füllte, nickte dem schmuckenReiter freundlich zu; ein aus den Reben heimkehrender Weinbauer bot ihm fröhlich die Tageszeit: Hans sah und hörte Alles wie im Traume, grüßte und nickte wieder, als ob er nicht er selbst sei. Seine ganze Seele strebte dem langgestreckten Bauernhause zu, welches einen Büchsenschuß vom Dorfe entfernt aus den grünen Bäumen hervorlugte. Eben war die Sonne hinter den fernen Schwarzwaldbergen versunken, breite Garben goldigen Lichtes streiften den Himmel und warfen einen sanften Schimmer über das langersehnte Ziel seiner Reise.
Waarengattung leicht darin auffindet, lieber die Höhe der einzelnen Zollsätze aber schweigt sich die halbamtliche Mittheilung aus.
+ Herr General v. Spitz, der Vorsitzende des deutschen Kriegerbundes, hat nunmehr für nöthig befunden, eine «e«e Erklärung zu veröffentlichen, die seine erste und viel besprochene Erklärung bei der Versammlung des Kriegerbundes in Weißenfels in Thüringen erläutern und ergänzen soll. Das war in der That nothwendig. Denn vielfach war bekanntlich die Weißenfelser Rede des Generals so verstanden worden, als wolle er überhaupt keine polnisch redenden Mitglieder der Krieqervereine mehr haben. General v. Spitz meint fitzt, seine Ansprache in Weißenfels fei „von der deutschfeindlichen Presse . . . absichtlich mißverstanden" und „in ihrem Sinne verdreht worden". Wir wollen das nicht weiter untersuchen. Es möge die Bemerkung genügen, daß man dann den Sinn einer Rede gar nicht verdrehen kann, wenn er ganz offen und klar und unzweideutig dargelegt wird. Und thatsächlich verbessert sich General v. Spitz nunmehr dahin, daß er sagt: „Selbstverständlich ist mir nie in den Sinn gekommen, die braven Krieger und Soldaten polnischer Zunge, welche, ihrem Fahneneide getreu, an Kaiser und Reich hängen, die gute Preußen sind, aus den Kriegervereinen verdrängen zu wollen." Nur diejenigen Preußen polnischer Zunge gehören nach General v. Spitz nicht zu den Kriegervereinen, die . . . „an großpolnischen Agitationen und an Bestrebungen sich betheiligen, deren letztes Ziel eine Lostrennung vom Reiche und von Preußen ist . . ." Die Berichtigung hat etwas lange auf sich warten (affen.
h Der mecklenburgische Kriegerverband hatte ein Rundschreiben ergehen lassen, in dem gesagt ist, daß die Bethätigung soziatdernokrati- scher chestrm««g ebenso wie die Abgabe eines sozialdemokratischen Stimmzettels unvereinbar seien mit dem fernem Verbleiben eines Mannes in einem Kriegerverein. Der Vorstand des allgemeinen Deutschen Kriegerbundes hat sich dieser Kundgebung angeschlossen.
* Am Sonntag den 18. September soll in Berlin eineLartdesversamurkrmg der ualio- «alttöercke« Partei stattfinden. Die Versammlung soll über den Aufruf der Partei zu den preußischen Landtagswahlen beschließen, nachdem am Tage vorher der Centralausschuß der Partei einen Entwurf für diesen Ausruf ausgearbeitet haben wird. Gleichzeitig soll Bericht erstattet werden über die Wahlaussichten der Partei in den einzelnen Landtagswahlkreisen.
X Neuesten Meldungen zufolge soll die Absicht bestehen, die Iriede«s-Ao»fere«z unter dem Vorsitze des Königs der Belgier in Brüssel abzuhalten. Dies soll unmittelbar auf einem Vorschlag der Zaren selbst beruhen. „Die schönste Herrscherthat des Jahrhunderts" soll König Leopold von Belgien die Friedenskundgebung des Zaren genannt haben. Nach der Meldung eines Londoner liberalen Blattes ist als Hauptgrundlage des Kongresses in Aussicht genommen, daß alle Mächte sich verpflichten, keine Frage aufzuwerfen, bie eine Aenderung gegenwärtig bestehender Verträge bedingen würde, einschließlich ten Hofe standen zwei prächtige Reitpferde. Der junge Mann wußte nicht, warum dieser Anblick plötzlich sein Blut stocken und etwas wie mit eisiger Faust nach seinem Herzen greifen ließ. Im nächsten Augenblicke schalt er sich selbst ob seiner thörichten Einbildung, dennoch vermochte er ein beklemmendes Gefühl nicht ganz zu bannen. Ohne langes Besinnen schwang er sich aus dem Sattel, warf dem herbeieilenden Knechte die Zügel zu und fragte wie beiläufig nach dem Besitzer der edlen Thiere. Aber der Knecht, welcher eben vom Felde heimgekommen, wußte nichts Näheres zu sagen, und in's Haus zu treten, um bet dem Wirthe Erkundigungen einzuziehen, widerstrebte seinem Stolze.
„Stellt den Falben ein und gebt ihm zu fressen!" gebot der Ungeduldige kurz und schon halb im Gehen. „Ich komme später wieder und bleibe Über Nacht da."
„Hm, solch' ein junges Herren blut," murrte der Knecht, neidisch ihm nachschauend, „hat es gar gut in dieser Welt. Unsereins muß sich placken und schinden von früh bis spät, und bringt es nie zu etwas, und so einer kommt hoch zu Roß dahergefahren, schiert sich um nichts und Niemand und thut, als ob die ganze Menschheit eigens für ihn geschaffen wäre."
Während der Knecht noch verdroffen am Thore säumte, hatte Hans schon die kurze Strecke zurück- gelegt und trat nun eiligen Schrittes über die Schwelle des niederen Bauernhauses. In der geräumigen Küche, welche ihr Licht durch die von Bäumen verschütteten Fenster empfing, herrschte . , ----------, —„ —. bereits tiefe Dämmerung. Die Flammen des hell
lautes Wiehern ihn anhalten. In dem gepflaster-> flackernden Herdfeuers liefen an den Wänden hin
mit Nnterhaktungs-Meitage „Illuflrirte Somckags-Ieitung"