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Druck und Verla, de» Lnldac» Äciiendruckeret. peterszaSe Nr. 2 fbormonie).
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M 194.
Jutöa, Samstag, den 27. August 1898
25. JahrgMg.
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= Fuldaer Zeitung = nebst der Wochenbeilage ,Jllustrirte Sonntags- Zeitungs zu überzeugen, bietet ein Probe- Abonnement für Keptemöer.
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Wochen-Rundschau.
(Nachdruck verboten.)
X Fulda, 27. August.
Wenn diese Zeilen den Lesern gedruckt vorliegen, ist die Krefelder Katholikenvcrsammlung vorüber, die schönen Tage, die so viel Erhebendes und Aneiferndes boten, gehören dann bereits der Vergangenheit an. Die Versammlung hat sich, was von vornherein nicht zweifelhaft war, ihren Vorgängerinnen würdig ange- fchlossen: sie war über Erwarten stark besucht, die zu den öffentlichen Versammlungen benutzte mächtige Halle, wie die den geschlossenen und sonstigen Einzelversammlungen dienenden Säle waren stets bis zum Brechen gefüllt, und bei allen Versammlungen und Kundgebungen herrschte die altgewohnte katholische Ein- müthigkeit und Geschlossenheit, um welche uns unsere Gegner wohl beneiden, die sie uns aber nicht nachahmen können, weil sie eben — katholischist. Sie hat zur Voraussetzung die Gemeinsamkeit des Glaubens und der Ueberzeugung, die nur im Katholizismus zu finden ist. Auch vom Wetter war die Generalversammlung begünstigt, wie seit Jahren nicht mehr : ein wolkenloser blauer Himmel lagerte alle die Tage hindurch über der Versammlungsstätte und erhöhte das freundliche Bild, welches die zu Ehren der Versammlung überreich geschmückte Sladt bot. Manche, die in den fünf Tagen unter der Einwirkung der tropischen Hitze aus dem Wischen mit dem Taschcntuche nicht herauskamen, werden vielleicht geneigt sein, zu behaupten, das Wetter sei zu günstig gewesen; weniger wäre mehr gewesen. Indessen dürfte es doch wün- schenswerther sein, daß die Wassergüsse durch die Poren von innen nach außen gehen, als wenn man desselben von außen mittelst des Regenschirmes sich erwehren muß. Der Gesammteindruck und die Erinnerung bleiben im erstern Falle freundlicher und nachhaltiger.
Von den einzelnen Kundgebnngen der fünf Versammlungstage verdient besondere Erwähnung die großartige Manifestation der katholischen Arbeiter am Sonntag Nachmittag, welche die würdigste Eröffnung der Generalversammlung war, die sich denken läßt. Läßt sich etwas Eindrucksvolleres denken, als wenn 7000 Arbeiter, darunter viele Bergknappen in ihren kleidsamen Uniformen, die eben einem Gottesdienste beigcwohnt, hier in tiefer Andacht vor ihrem Gotte ihr Knie gebeugt haben, in langem stattlichem Zuge gewissermaßen eine Parade eines christlichen Arbeiterheercs von weit über 100000 Mann bilden, dessen Telegirte sie waren! Diese friedliche, echt christliche Demonstration hat denn auch auf Andersgläubige und Andersdenkende einen mächtigen Eindruck gemacht und gar Manchem von ihnen die Ueberzeugung beigebracht, daß Arbeiter, welche dieser Fahne folgen, am besten gegen das Eindringen umstürzlerischer Ideen gesichert seien, und daß es daher auch im staatlichen wie im Interesse der menschlichen Gesellschaft überhaupt liege, die Kräfte, die Derartiges zu Stande zu bringen vermögen, frei zu machen von allen beengenden Banden und Fesseln, die Kräfte, welche in der katholischen Kirche, ihren Lehren und Einrichtungen und nicht zuletzt in ihren Orden ruhen. Für diese Arbeiter wurde dann, wie auch vor zwei Jahren in Dortmund, eine besondere Versammlung gehalten, in welcher neben geistlichen Arbeiterpräsides nur Arbeiter sprachen, und die selbstredend einen äußerst erhebenden Verlauf nahm, der am Schluffe, als der Hochw. Weihbischof Fischer aus Köln die Grüße des erkrankten Oberhirten, des Kardinal-Erzbischofes Krementz, überbrachte und daun der auf die Kniee niedergesunkenen Versammlung den bischöflichen Segen ertheilte, geradezu überwältigend wirken mußte. Es wäre wirklich unverantwortlich, wenn eine Regierung nicht thun würde, was in ihren Kräften steht, um einen kräftigen Stamm solcher echt christlichen Arbeiter sich zu erhalten und ihn zu vermehren, wenn sie eine Sozialreform verabsäumen oder stocken lassen wollte, welche diese Arbeiter zufrieden zu erhalten und ihnen den Kampf ums Dasein zu erleichtern bestimmt ist.
All die vielen schönen Reden, die in den 5 Tagen gehalten worden, und die interessanten Verhandlungen hier zu rekapituliren, ist nicht nothwendig; die Leser haben das Alles in den Einzelberichten verfolgt und werden es ganz gewiß gut ihrem Gedächtniß und der Erinnerung einprägen. Erwähnt sei nur noch besonders die, wie die Versammlung überhaupt, großartig verlaufene Wallfahrt zur Trösterin der Betrübten nach Kevelaer, das in der Nähe liegt, an der Tausende katholischer Männer theilnahmcu. Dieses herrliche religiöse Schauspiel war gleich erhebend für die Theilnehmer an demselben, wie für diejenigen, die es sahen.
Es fehlte in den Versammlungstagen natürlich wiederholt nicht an naheliegenden Vergleichen zwischen
der Katholikenversammlung und derjenigen des „evangelischen Bundes", die im vorigen Herbste in Krefeld tagte und durch das wüste Schimpfen und Poltern gegen die Katholiken so berüchtigt geworden ist. Wie mögen anständige, wohlmeinende Protestanten nachträglich sich noch schämen, wenn sie diesen grellen Gegensatz wahrnehmen; dort der rohe, freche Ton, die gröbsten Ausfälle gegen Andersdenkende — und hier, auf der Katholikenversammlung, kein verletzendes Wort gegen Andersgläubige, mit denen die Versammlung sich überhaupt nicht beschäftigte! Das ist auch eine Strafe für die Hetzer, und vielleicht die härteste, die sie treffen konnte.
Die immer näher rückenden Landtagswahlen bilden jetzt in der Presse den meist behandelten Gegenstand. Wie das sehr nahe liegt, wird am lebhaftesten die Frage der Betheiligung der Sozialdemokraten an den Wahlen erörtert, weil davon in gar manchen Kreisen deren Ausfall abhängen dürfte. In der sozialdemokratischen Presse selbst wird die Frage ebenfalls lebhaft diskutirt. Dabei tritt aber eine bedeutende Meinungsverschiedenheit zu Tage, zwarnicht so sehr über die Frage der Betheiligung selbst, als über die Art und Weise derselben. Eine Einigung dürfte unter den „Genossen" kaum erzielt werden, und man wird daher wahrscheinlich einen Ausweg dahin suchen, daß es Jedem überlassen wird, zu handeln, wie er es für gut findet, und das wird wohl auch das Einfachste sein.
Den Konservativen beider Richtungen, den „freien" sowohl wie den „wahren", wird es inzwischen immer unbehaglicher zu Muthe; das schlechte Gewissen drückt sie bei der Erinnerung an die Attentate, die sie mit der Vereinsgesetz Novelle, dem Assessorenparagraphen und so manchem Andern auf die Volksrechte unternahmen, und da fürchten sie mit Recht Unheil von den Wahlen, namentlich wenn die andern Parteien sich gegen sie verbünden. Sie geben sich deshalb Mühe, wenigstens die Nationalliberalen zu sich hinüber zu ziehen, indem sie diese mit den Sozialdemokraten und — dem Centrum graulich zu machen suchen. Uns läßt es ziemlich kalt, ob ihnen das gelingt oder nicht, denn wo es gegen das Ccntrum geht, werden die einander durchaus „würdigen Brüder" unter allen Um- stän^n zusammenhalten.
In Oesterreich-Ungarn werden die Verhandlungen über den unglückseligen Ausgleich zwischen den beiderseitigen Regierungen fortgesetzt. Wie lange noch und mit welchem Erfolg — das liegt im Schooße der Zukunft. Vermuthungen über den Ausgang anzu- stellen, lväre eine sehr müßige Sache, da es in Oesterreich gewöhnlich anders zu kommen pflegt, als es schien und geglaubt wurde. Neuerdings heißt es, der österreichische Ministerpräsident Graf Thun beabsichtige, im September den Reichsrath einzuberufen, um den Versuch zu machen, die von der ungarischen Regierung geforderte parlamentarische Erledigung des Ausgleichs durchzuführen. Ob's gelingen wird?
Die unmittelbaren Folgen des amerikanisch-spanischen Friedensschlusses treten nach und nach in die Erscheinung. Die Amerikaner haben ihre Flotte aus den cubanischen Gewässern zurückgezogen, und auch die Truppen, die sie seiner Zeit bei Santiago hatten landen lassen, sind zum größten Theile in die Vereinigten Staaten zurückgckehrt. Es war die höchste Zeit, denn das Klima und die Krankheiten haben unter den Amerikanern derartige Verheerungen angerichtet, daß, wenn die Truppen noch einige Wochen in der fieberschwangern Atmosphäre hätten bleiben müssen, kaum noch ein verschwindend kleiner Theil die Heimath jemals wieder gesehen haben würde. Auf den Philippinen werden, wie es scheint, die aufständischen Eingeborenen den Amerikanern noch zu schaffen machen —genau so, wie auf Cuba. Die Erstern scheinen, wie die Cubaner, darauf gerechnet zu haben, daß ihnen die Regierung in Manila übertragen werde, woran die Amerikaner natürlich nicht denken, was man ihnen übrigens auch nicht übel nehmen kann. Präsident Mac Kinley soll erklärt haben, daß den Aufständischen keinerlei Zugeständnisse gemacht werden dürften; nöthigenfalls solle Waffengewalt gegen sie angewendet werden. — In Spanien macht sich wachsende Niedergeschlagenheit über die Verluste bemerkbar, die das Land durch den Friedensschluß erleidet. Leider ist daran nichts mehr zu ändern: so bedauerlich es auch ist, Spanien muß sich in das Unvermeidliche fügen, denn Niemand nimmt sich seiner und seines schwer verletzten Rechtes an.
□ 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands;« Krefeld.
VIII.
Krefeld, 27. Aug.
Krgeöenljeils-Adresie
au Se. Keiligkeit Sapk Leo XIII.
Das Lokal-Komitee zur Vorbereitung der 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in Kreflld sandte an Se. Heiligkeit Papst Leo XIII. eine lateinische Ergebenheits-Adresse, die in deutscher Uebersetzung folgendermaßen lautet:
Heiliger Vater!
Vor nunmehr 50 Jahren faßten die Katholiken Deutschlands, Deine mit Dir im Glauben und im Gehorsam verbundenen Söhne, als sie zum ersten Male in der altehrwürdigen Stadl Mainz sich versammelt hatten, den Plan, mit Gottes gnädiger Hilfe in jedem Jahre sich zahlreich zu vereinen, um durch ein offenes Glaubens- bekenntuiß sich in der Religion zu befestigen und über die Maßnahmen zu berathen, welche geeignet wären, die Rechte der hl. Kirche wirksam zu schützen und die katholische Sache zu fördern.
namentlich auf dem Gebiete der sozialen Frage und der werkthätigen Nächstenliebe.
Im Jubeljahre 1898 nun wird unserer Stadt das seltene Glück zu Theil, die 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in ihren Mauern beherbergen zu dürfen. Gelegen im alten Bataverlande, welches, befruchtet durch das Blut des hl. Viktor und der Märtyrer der Thebäischen Legion, dem christlichen Glauben gewonnen wurde, genießt die Stadt verdienten Ruf wegen der Kunst, mit welcher sie kirchliche Gewänder und Paramente zu weben und fertig zu stellen versteht. Sie hat überdies. Dank dem mächtigen Schutze ihres Patrons, des hl. Diorysius, in den wechselvollen Stürmen der Jahrhunderte ihren Glauben stets treu bewahrt. So begrüßen denn auch unsere katholischen Mitbürger es mit großer Freude, daß es ihnen vergönnt ist, in den Tagen vom 21.—25. August so viele hochstehende katholische Männer, ausgezeichnet durch festen Glauben, durch Frömmigkeit und durch reiches Wissen, das sie gerne in den Dienst Gottes stellen, gastlich bei sich aufzunehmen.
Wir Mitglieder des Lokal-Komitees zur Vorbereitung der diesjährigen Versammlung aber wenden uns nun an Dich, Heiliger Vater, an Dich, den Hohepriester und Statthalter Christi, um in tiefster Ehrfurcht unsere Versammlung und unsere dieselbe vorbereitenden Arbeiten Deiner väterlichen Güte zu empfehlen, daß auch Du sie gutheißest.
Eingedenk des Wortes unseres Herrn Jesu Christi: „Lasset euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und den Vater preisen, der im Himmel ist", wollen wir im Aufblick zu Gott und seine Hilfe anrufend, in kindlichem Gehorsam gegen Deine Heiligkeit und mit Gutheißung der kirchlichen Obern, in ernster Berathung die Maßnahmen erwägen und prüfen, welche nöthig und nützlich sein können zur Befestigung • und Vertiefung des religiösen Sinnes, zur Ausbreitung unseres Glaubens und zur Förderung der katholischen Sache, sowohl hinsichtlich der Lösung der sozialen Frage und der Bethätigung der christlichen Nächstenliebe, als auch auf dem Gebiete der christlichen Kunst, der Staatswissenschaften, des Handels und der Industrie, der Schule und des Unterrichts. Jenes „Licht vom Himmel", welches Du nun schon viele Jahre hindurch, geleitet vom Heiligen Geiste, mit hoher Weisheit und Klarheit in Deinen herrlichen Rundschreiben über die Welt ausgießest, soll uns Leitstern sein bei diesen unseren Berathungen.
In gleicher Weise werden wir unentwegt eintreten für alle Rechte des hl. Stuhles, und hinsichtlich der „Römischen Frage" nicht aufhören, das Recht hochhallend, die widerrechtliche Vergewaltigung des Römischen Papstes, welche auch die Untergrabung und Vernichtung einer jeden rechtmäßigen Autorität mit Naturnothwendigkeit nach sich zieht, zu verwerfen und zu oerurtheilen.
Wohl wisfend, daß alles menschliche Beginnen eitel ist, wenn nicht Gott seine Gnade gibt, und andererseits eingedenk des Wortes des Apostels: „Ich vermag Alles in Dem, der mich stärkt," Haden wir eine Wallfahrt der Theilnehmer an der Generalversammlung zum Gnadenbilde der allerseligsten Jungfrau, der „Trösterin der Betrübten", in unser Programm ausgenommen, jenem Gnadenbilde, welches, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt, in dem benachbarten Orte Kevelaer verehrt wird, auf daß die Mutter selbst ihren Söhnen zur Seite stehe, wenn sie daselbst nach Deiner Meinung für die Erhöhung unserer heiligen Mutter, der Kirche, beten.
Ei flehe Du denn. Heiliger Vater, der 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands Gottes Segen, damit es in Wahrheit seien „Tage, die der Herr gemacht hat," und damit die Arbeit, die wir, Deiner Mahnung folgend und im Vertrauen auf Deinen fördernden Schutz unternehmen, zu gedeihlichem Ende führe.
Um aber gewiß zu sein, daß unser Vorhaben Dir wohlgefalle, bitten wir Dich demüthig, Du wollest uns, den Mitgliedern des Lokal-Komitees, gnädig den Apostolischen Segen spenden, die wir in tiefster Ehrfurcht verharren. Heiliger Vater, als
Deiner Heiligkeit gehorsame Söhne: Dr. med. Wilhelm Urfey, Erster Vorsitzender, Norbert Keußen, Zweiter Vorsitzender, Heinrich Lagelee, Dritter Vorsitzender, Rechtsanwalt Paul Krüsemann, Sekretär.
Krefeld, den 18. Juli 1898.
Die vorstehende Ergebenheitsadresse wurde mit einem ebenfalls lateinischen Anschreiben an Se. Exzellenz, den Hochwürdigsten Herrn Erzbischof Brnediklus Lorenzelli, Apostolischer Nuntius in München, gesandt. Dasselbe lautet auf deutsch:
Hochwürdigster Herr Erzbischof!
Exzellenz!
Die Stadt Krefeld wird die Ehre haben, in . den Tagen vom 21. bis 25. August die 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands in ihren Mauern zu beherbergen.
Damit nun Gottes Segen über dieser Versammlung walte, und ihre Berathungen und Beschlüsse die Zustimmung und Billigung Seiner Heiligkeit des Papstes, unseres obersten Hirten, finden, erachten die unterzeichneten Vorsitzenden des Lokal-Komitees es als ihre erste Pflicht, in aller Ehrfurcht durch anliegendes Schreiben den Nachfolger auf dem Stuhle Petri, Se. Heiligkeit den Papst Leo XIII. um den Apostolischen Segen zu bitten.
An Ew. Erzbischöflichen Gnaden richten wir deshalb die demüthige Bitte, dieses Schreiben gütigst an den Heiligen Vater gelangen zu lassen und dasselbe durch Hochihre Empfehlung unterstützen zu wollen. — Die General-Versammlungen der Katholiken Deutschlands hatten aber auch von jeher das Glück, ihre Bestrebungen durch den Hochwürdigsten Episkopat gebilligt und gefördert zu fehen, indem Hochderselbe die Arbeiten der Versammlungen mit Seinem Wohlwollen und namentlich mit Seinem Gebet und Seinem Segen begleitete.
Und so wagen auch wir es, Ew. Erzbischöflichen Gnaden mit der ehrfurchtsvollen Bitte zu nahen, Hochdieselben wollen ganz gütigst unsere Arbeit durch Ihr Gebet unterstützen und die Versammlung durch den Glanz Ihrer Gegenwart verherrlichen.
Mit größter Ehrerbietung zeichnen wir, Hochwürdigster Herr, als
Ew. Exzellenz gehorsamste und ergebenste Diener: Dr. med. Wilhelm Urfey, Erster Vorsitzender, Norbert Keußen, Zweiter Vorsitzender, Heinrich Lagelee, Dritter Vorsitzender, Rechtsanwalt Paul Krüsemann, Sekretär.
Krefeld, den 18. Juli 1898.
Das vom heil. Vater Papst Leo XIII. eingegangene Schreiben, welches in der ersten geschlossenen Versammlung verlesen wurde, lautet in deutscher Uebersetzung folgendermaßen:
. Leo XIII., Papst.
Geliebter Sohn, Gruß und apostolischen Segen!
Gern und freudigen Herzens richten Wir stets Unfern Sinn und Unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Katholiken Deutschlands; sehen Wir sie doch alle beharrlichen Sinnes und eifrig bestrebt, stets zu thun, was in Wahrheit der Religion und dem Staate zum Heile gereicht. terrliche Zeugen dieses beharrlichen Eifers sind die atholiken-Bersammlungen, die nun schon fast ein halbes Jahrhundert hindurch jährlich abgehalten werden, und die durch ihren zahlreichen Besuch, sowie durch ihre ernsten und umsichtigen Berathungen ein herrliches Beispiel geben. Bald wird sich ihnen die 45. anreihen, die binnen Kurzem in Krefeld tagen soll, und deren Vorbereitung Dir, geliebter Sohn, im Verein mit den übrigen Komitee-Mitgliedern obliegt.
Getreu dem Beispiele derer, die vor euch dasselbe Amt bekleideten, habet ihr vor Allem euere Gedanken auf diesen Stuhl des heil. Petrus richten zu sollen geglaubt, damit durch Unser Gebet und Unsere Fürsprache euerer Arbeit und euerem Vorhaben das rechte Gedeihen werde. Wir nun wünschen euch bei eueren eifrigen Arbeiten die Fülle des göttlichen Segens; Wir wünschen auch, daß sie, deren Anrufung in großen Pilgerschaaren ihr beschlossen habet, die „Helferin der Betrübten", euch gnädig erhörend zur Seite stehe.
Als Vorboten aber des göttlichen Gnadenbeistandes und als Unterpfand Unserer Liebe empfanget den apostolischen Segen, den Wir Dir und allen Mitgliedern des Komitee's aus liebevollem Herzen spenden.
Gegeben zu Rom bei St. Peter am 26. Juli 1898, im 21. Jahre Unseres Pontifikates.
gez. Leo XIII., Papst.
Dem geliebten Sohne
Wilhelm Urfey, Vorsitzenden des Komitee's zur Vorbereitung der 45. General- Versammlung der Katholiken Deutschlands in Krefeld.
Die Versammlung beschloß hierauf, an Se. Heiligkeit den Papst und an Se. Majestät den Kaiser folgende Huldigungs - Telegramme abzusenden. Das Telegramm an den Papst lautet in deutscher Uebersetzung:
Die 45. General - Versammlung der Katholiken Deutschlands, welche sich aus allen Theilen Deutschlands in Krefeld, dessen katholische Einwohner stets im Glauben sich auszeichneten, versammelt hat, entbietet Dir, heil. Vater, in vollster Ergebenheit den Ausdruck der Verehrung, der Unterwürfigkeit und des Gehorsams und erbittet demüthig den apostolischen Segen.
Das Telegramm an den Kaiser hat folgenden Wortlaut:
Die 45. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands, welche sich aus allen Ländern des Deutschen Reiches und namentlich aus allen Gegenden Preußens in Krefeld, der blühenden Seidenstadt, versammelt hat, um in vollster Unterthanentreue die Interessen des katholischen Volkslheiles zu berathen, sendet Eurer Majestät als dem deutschen Kaiser und Landesherrn der Versammlungsstadt den einmüthigen Ausdruck ihrer vollkommensten Ergebenheit und ehrfurchtvollsten Huldigung.
Das Präsidium: Freiherr v. Freyberg.
Mersammknng der katholischen Lehrer «nd Lehrerinnen.
Einen überaus erhebenden Verlauf nahm die Versammlung der Vertreter der kathol. Schule. Der große Saal der Königsburg mit seinen Nebenräumen war dicht gefüllt. Nicht nur viele Lehrer und Lehrerinnnen hatten sich eingefunden, sondern auch eine ansehnliche Zahl von Mitgliedern des Klerus und zahlreiche Freunde der Schule. Während der Versammlung traten in