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Jutöcr, Donnerstag, den 25. August 1898

25. Jahrgang

Dpr^eites

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□ 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlandsm Krefeld.

v.

Krefeld, 24. Aug.

Don de« Anträge«,

dis zur Generalversammlung eingegangen sind, heben wir folgende als besonders bemerkens- werth vor:

I. Römische Frage. Die Generalver­sammlung spricht von neuem die feste Ueber- zeugung aus, daß die Wiederherstellung der terri­torialen Souveränität des hl. Stuhles für die Selbständigkeit desselben und für seine volle Frei­heit und Unabhängigkeit in der Regierung der Kirche eine unabweisbare Nothwendigkeit ist und daß jede von Gott gesetzte weltliche Gewalt im eigenen Interesse handelt und zur Wiederher­stellung der erschütterten Gesellschaftsordnung mitwirkt, wenn sie die vom hl. Stuhle deshalb erhobenen Rechtsansprüche erfolgreich unterstützt.

II. Missionen. Dem Wohlwollen und der thatkräftigen Unterstützung der deutschen Katho­liken werden empfohlen dieakademischenBoni- fatiusvereine, sowie der Bonifatius-Berein, die in den ausländischen Großstädten zur Förde­rung einer besonderen Seelsorge der deutschen Katholiken thätigen Vereine und Werke, nament­lich der St. Josephs-Verein in Aachen, der Deutsche Verein vom heil. Lande, der St. Fr an zis kus-X averius-Missions- Verein in Lyon. Ein weiterer Antrag spricht den Wunsch aus, daß junge Männer sich als Laienbrüder den Priestern der Gesellschaft des hl. Joseph für Negermisfionen von Nord-Amerika an die Seite stellen und deren Arbeiten durch Wort und Beispiel unterstützen. Endlich wird der Wunsch ausgesprochen, die Bei­hilfe der Gemeinden und des Staats zur Grün­dung und Unterhaltung konfessioneller Schulen und Seelsorgestellen in höherem Maße als bis­her im Wege der Gesetzgebung zu sichern.

III. Christliche Charitas. Die General­versammlung warnt vor dem Zuzug nach aus­ländischen Großstädten, speziell Paris, und ersucht die hochwürdigen Seelsorger, dafür zu sorgen, daß den katholischen Mädchen, welche trotzdem in die ausländischen Großstädte verziehen, vor ihrer Abreise die Adressen der katholischen Seelsorge­stellen bekannt gegeben werden. Im Anschluß an die schon von der 43. Generalversammlung als sehr nothwendiges, nützliches und zeitgemäßes Liebeswerk empfohlene Gründung von katholischen Trinkerheilanstalten und Mäßigkeitsvereinen be­grüßt die Generalversammlung die Gründung des Komitees für die Errichtung einer Heilanstalt bei Werden für Alkoholkranke katholischer Konfession. Die Auswanderer werden — unter dringender Warnung vor leichtsinniger Auswanderung — auf den nunmehr 30 Jahre bestehenden St. Ra­phaels-Verein zum Schutze katholischer deutscher Auswanderer hingewiesen. Weitere Empfehlungen betreffen die Förderung der bestehenden Gefängniß- vereine, den Anschluß an den „Charitas-Verband für das katholische Deutschland" (Sitz des Ver­bandes: Freiburg i. B.), eine größere pastorelle Fürsorge für die italienischen Arbeiter in Deutsch­land und die Gründung von italienischen Arbeiter­sekretariaten nach Stuttgarter und Freiburger Muster, und endlich den Ausbau der Mädchen­schutzvereine.

1V. Soziale Frage. Die General-Ver­sammlung empfiehlt die Förderung der Erwerbs- thätigkeit der Frauen in den für die Bethätigung der Frauen geeigneten Berufen, die Gründung von Berufs-Verbänden und sozialen Konferenzen, Fürsorge-Vereine für Lehrlinge und jugendliche Arbeiter. Der Landwirthschaft in ihrer gegen­wärtigen Nothlage Erleichterung und Hilfe zu bringen und den Bauernstand, einen Hauptträger der christlichen und konservativen Grundsätze, zu erhalten und zu heben, sollen weitere christliche Bauernvereine und landwirthschastliche Genossen­schaften, insonderheit Darlehnskassen gegründet werden. — Die Sozialreform ist im Sinne des

katholisch. Dem Kaufmanns gehört die Welt. Für den Kaufmann liegt das Heil in der Ferne; studiren Sie also die Kolonial-Politik, die Wege über den Ozean, welche Sie auf das Gebiet Ihres Schaffens führen. Möge der Verband feine hehren Ziele immer mehr verwirklichen. In diesem Sinne rufen Sie mit mir: Der Verband lebe hoch! Nachdem der Präsident die erschieneneu Gäste begrüßt hatte, ergriff Pfarrer Lausberg (Düsseldorf) das Wort zur Festrede. Tagend im Schatten des Katholikentages entnimmt der Ver­band der katholischen Lehre die Universalität, Idealität und dadurch das Aeternat. Die Ex­pansivkraft des katholischen Glaubens muß sich zeigen in der Weiterverbreitung des Verbandes. Bei aller Berücksichtigung der materiellen In­teressen muß aber das praktische Streben durch­drungen sein von der wahren Idealität. Die Perle des Evangeliums, nach welcher der Kauf­mann sucht, ist der katholische Glaube mit seinen Segnungen, der den Verband durchdringen muß, der in seiner Vereinigung mit dem irdischen Schaffen des Kaufmannes so schön in dem Dualismus der Kongregationen und Vereine zum Ausdruck kommt. Redner schließt mit dem Hin­weise auf Spanien, welches leider durch die rück­sichtslose materielle Jnteressenverfolgung seine augenblickliche Erniedrigung veranlaßt hat. Halten wir unsere Ehre hoch nach den Prinzipien des Verbandes! Inzwischen war das Präsidium der Katholiken-Versammlung erschienen. Auf die Be­grüßung durch den Vorsitzenden antwortete kurz der erste Präsident Frhr. v. Freyb erg mit dem Hinweise auf das Emporblühen des Kaufmanns­standes in Krefeld und schloß daran die besten Wünsche für den Verband. Des weiteren nahm dann die Festversammlung noch den fchönsten Verlauf und hat bei Allen zur Genüge den Eindruck eines gediegenen kaufmännischen Festes gemacht.

Ge»erakversammk««g des Aug«ki«us- Derems i« der KrHolirrrg.

Wie in den letzten Jahren regelmäßig, hielt auch diesmal der „Augustinusverein" zur Pflege der katholischen Presse seine Generalver­sammlung in Verbindung mit der Generalver­sammlung der Katholiken Deutschlands ab. Als Vertreter der,Fuldaer Zeitung" nahm an den Verhandlungen theil Herr Redakteur Baum- Fulda. Der Verein tagte am Sonntag in zwei gesonderten Sitzungen Vormittags 10 Uhr und Nachmittags 3 Uhr im oberen Saale der „Er­holung". Den Vorsitz führte in Behinderung des ersten Präsidenten, Herrn Verleger Otto-Krefeld, der erste Vizepräsident, Herr Chefredakteur Dr. Hüsgew Düsseldorf. Die Versammlung wurde durch den Besuch des Kommissars der General­versammlungen der Katholiken Deutschlands, Sr. Durchlaucht des Fürsten Löwenstein, sowie des Abg. Dr. Gröber und des greifen Veteranen, des Abg. Legationsrath v. Kehler-Berlin geeehrt. In einer sehr anregenden, lebhaften Diskussion über die politische Lage, die der Abwickelung der geschäftlichen Angelegenheiten folgte, trat eine sehr erfreuliche Einigkeit der Anschauungen und Ge­sinnungen zu Tage. Die Betheiligung des Fürsten Löwenstein und des Abg. Dr. Gröber an den Debatten, die manche schätzenswerthe Beiträge zur Beurtheilung der politischen Lage und werth­volle Anregungen nach verschiedenen Richtungen hin brachten, wurde besonders dankbar empfunden. Aus den Mittheilungen über die Vereinslage ging hervor, daß der „Augustinusverein" sich eines kräftigen Aufblühens und Gedeihens erfreut.

Rundschreiben des Heiligen Vaters, des Papstes Leo XIII., und der kaiserlichen sozialpolitischen Erlasse vom 4. Februar 1890 beharrlich fortzu­führen. Für die energische Förderung der Sozial- resorm wird der Centrumsfraktion des deutschen Reichstages und der einzelnen Landtage der wärmste Dank ausgesprochen. Durch Handwerker­innungen ist das Handwerk in seiner Lebenskraft zu stärken. Die Sonntagsruhe und eine Theil- nahme am sonntäglichen Gottesdienste ist den Beamten und Militär, insbesondere den Verkehrs­und Betriebsbeamten zu ermöglichen. Zur Für­sorge für Hotel-Angestellte ist ein Verein zu gründen. Gesundheitliche, sozial gute und billige Wohnungen für die minder bemittelte Bevölkerung zu erhalten, sollen Staat, Gemeinden und gemein­nützige Bauvereine zusammenwirken. Die er­weiterte ländliche Wohlfahrtspflege wird zur Be­schränkung der Abwanderung nach den Städten empfohlen. Für die Vermehrung der Gewerbe­gerichte und ihre erhöhte Anrufung als Einigungs­ämter soll eingetreten werden, desgleichen wie bisher für den Ausbau des Koalitionsrechtes der Arbeiter gemäß den Weisungen der päpstlichen Arbeiter-Encyklika; der Centrumsfraktion des Reichstages wird für die umsichtige Vertretung der Interessen der Arbeiter, insbesondere für die Vertheidigung und Förderung des freien Koali­tionsrechts Dank und Anerkennung ausgesprochen. Endlich wird das Vorbild der Salesianer-Genossen­schaften empfohlen.

V. Christliche Kunst. Die Generalver­sammlung empfiehlt die Unterstützung der Zeit­schrift für christliche Kunst und wünscht eine Förderung der kirchlichen Paramentik in der Richtung, daß unter Ausschluß der Produkte des Fabrikbetriebs selbstständig und unabhängig an der Hand der vorhandenen Vorbilder kirchlicher Kunst geschaffen werde. Ein weiterer Antrag spricht sich mit großer Schärfe gegen die Rich­tungen des Naturalismus und des Symbolismus aus und empfiehlt die Förderung der kirchlichen Kunst.

VI. P r e s s e. Die Generalversammlung fordert erneut ein gesetzgeberisches Vorgehen zur Be­kämpfung der Unsittlichkeit und dankt der Cen­trumspartei für ihr Vorgehen auf diesem Ge­biete. Im Besonderen wird eine schärfere Ueber- wachung der öffentlichen Schaustellungen und eine Beschränkung der Berichte über Gerichtsver­handlungen gefordert. Eine Reihe weiterer An­träge betonen die Nothwendigkeit der Förderung katholischer Zeitungen und Zeitschriften; insbe­sondere wird vor der sogenannten farblosen Presse gewarnt und demgegenüber speziell auf die Be­deutung der kleinen, wöchentlich zwei- bis drei­mal erscheinenden sogenannten Lokalblätter im Kampfe gegen die Sozialdemokratie aufmerksam gemacht. Endlich wird die Gründung von öffent­lichen Volksbibliotheken empfohlen.

VII. Wissenschaft, Schule und Unter­richt. Die Generalversammlung empfiehlt die Unterstützung des Vereins zur Förderung studirender deutscher Katholiken, fordert mit Ent­schiedenheit den Maß eines christlichen Schul­gesetzes und befürwortet endlich die Trennung der Geschlechter namentlich in den oberen Klassen der Schulen.

VIII. Vereins wes en. Die Generalver­sammlung empfiehlt den Anschluß au den Ver­band „Omnes unum“ und die Förderung der „Canisms-Gesellschaft"; den angehenden Aka­demikern wird der Anschluß an eine katholische Studenten-Korporation empfohlen; endlich soll das Centralkomitee der Katholiken Deutschlands wieder eingesetzt und speziell mit der Geschichts­schreibung über dieGeneralversammlungenDeutscher Katholiken betraut werden.

Jestversarnmtrmg des Dervaudes kalyok. kairfmärmistHer Dereme.

Die Festversammlung am Montag Abend be­gann um 1/»9 Uhr im Drießenhofe. Den gewal­tigen Saal füllte eine dichtgedrängte Menge. Eine besondere Ehrung wurde der Versammlung durch die Anwesenheit des Hochw. Herrn Weihbischofs Dr. Schmitz (Köln) zu Theil. Nach dem wuch­tigen Chore „Herr unser Gott" ergriff sofort der Hochw. Herr Weihbischof Schmitz das Wort zu folgenden Ausführungen: Die katholischen kauf­männischen Vereine nehmen in meinem Herzen den ersten Platz von allen Vereinen und Verbindungen ein. Dieses hat seinen Grund darin, daß ich selbst bei der Gründung des Vereins thätig war. Man sagt, daß den alten Seefahrern immer wieder das Wiegenlied in den Sinn komme, das die Mutter ihnen gesungen. Meine Herren! Wir haben Ihnen damals bei der Gründung das Wiegenlied gesungen des Inhaltes: Wachset an Bedeutung! Betrachte ich heute die Ausdehnung des Verbandes, dann sehe ich, daß Sie das Wiegenlied nicht vergessen haben. Sodann haben wir Ihnen zugerusen: Bleiben Sie ganz und fest

H Keßer Kindermilch

«ach Drofeffor Dr. Dackha«s erhalten wir von der hiesigen Molkerei folgende Abhandlung:

Es ist statistisch nachgewiesen, daß die Sterb­lichkeit der künstlich ernährten Kinder eine be­deutend höhere ist als die der natürlich ernähr­ten. Volkswirthschaftlich noch weit schlimmer sind jedoch die sonstigen Nachtheile einer unzweckmäßigen Jugendernährung, wie Verkümmerung und Kränk­lichkeit, zu erachten.

Ebenso ist es jedoch auch statistisch erwiesen, daß ein großer Theil der Kinder nicht auf natür­lichem Wege ernährt werden kann, woraus sich ergibt, welch' hohe Bedeutung ein zweckmäßiges Ersatzmittel für Muttermilch gewinnt.

Bisher wurden hierfür vielfach Kindermehle oder sonstige Suppen und Schleime benutzt, doch verlieren dieselben immer mehr an Bedeutung, da sie eine ganz andere chemische Zusammensetzung haben, als die Muttermilch; der natürlichste Er­satz bleibt immer die Kuhmilch.

Doch auch die Kuhmilch zeigt eine andere chemische Beschaffenheit, sie besitzt quantitativ mehr als doppelt so viel, aber qualitativ bedeutend weniger lösliches Eiweiß als die Muttermilch,

auch hat sie dreimal so viel Salze und erheblich weniger Milchzucker als die letztere. Es liegt auf der Hand und schon jede Mutter wird die Er­fahrung gemacht haben, daß eine unveränderte Kuhmilch den Kindern nicht bekommt. Um nun den hohen Eiweisgehalt der Kuhmilch zu vermin­dern, setzte man wohl auch einfach Wasser zu, doch leuchtet es ein, daß der ohnedies geringe Milchzuckergehalt der Kuhmilch dadurch noch be­deutend verringert wird und man überhaupt ein sehr wässeriges und fettarmes Nahrungsmittel er­hält.

Bei solch' mißlichen Verhältnissen in Bezug auf Kinderernährung ist es daher allerorts mit Freuden begrüßt worden, als Herr Prof. Dr. Backhaus, s. Z. in Königsberg, Vorschriften ertheilte zur Bereitung einer Kindermilch, welche in ihrer chemischen Beschaffenheit vollkommen gleich der Muttermilch ist.

Dieselbe wird dadurch gewonnen, daß man Kuhmilch in Rahm und Magermilch durch Centri- fugiren zerlegt. In der Magermilch wird ein Theil des Kaseins durch Zusatz oon Trypsin- u. Lab-Ferment in lösliches Eiweiß verwandelt, ein anderer Theil ausgeschieden. Hierauf werden die Fermente wieder abgetödtet, wodurch, ebenso wie durch einen Wasserzusatz der hohe Salzgehalt reduzirt wird, während der Zuckergehalt durch Zusatz einer bestimmten Menge Milchzucker erhöht wird. Von dem Rahm wird nun zugesetzt, bis der Fettgehalt der Vollmilch wieder erreicht ist. Die also hergestellte Milch wird sodann in Flaschen gefüllt und sterilisirt. Durch das Sterilisiren, d. h. durch Erhitzen auf eine sehr hohe Tempe­ratur wird die Milch keimfrei gemacht, also alle in der Milch enthaltenen Bakterien, welche Milch­säure bewirken oder Krankheiten bei den Kindern Hervorrufen können, werden getödtet. Da es sehr wesentlich ist, daß die Kindermilch trinkfertig hergestellt wird und nicht erst durch Umfchütten und Erwärmen in anderen Gefäßen, oder durch Stehenlassen eines Theiles bis zur nächsten Mahl­zeit wieder mit Bakterien versetzt wird, so wird dieselbe in Portionsflaschen sterilisirt, deren In­halt gerade zu einer Mahlzeit reicht. Da die Kinder von dieser Milch nicht direkt zu gewöhn­licher Kuhmilch oder fester Nahrung übergehen können, so stellt Herr Prof. Dr. Backhaus außer dieser ersten Sorte, welche Kindern unter einem halben Jahre verabreicht werden soll, noch 2 weitere Sorten als Uebergang her. Die zweite Sorte, welche in ihrer chemischen Beschaffenheit zwischen der ersten Sorte und der Kuhmilch steht und hergestellt wird durch Rahm und Magermilch­gemenge und einem bestimmten Wasser- und Milch­zuckerzusatz, soll Kindern gegeben werden, welche ‘/s Jahr überschritten haben, jedoch so, daß zuerst noch mehr von der ersten Sorte, als von der zweiten gegeben wird; also im Anfang nur zu einer Mahlzeit von der zweiten Sorte, dann zu 2 Mahlzeiten u. f. w., bis nach und nach nur zweite Sorte verabreicht wird. Ebenso allmählich muß der Uebergang von der zweiten zur dritten Sorte erfolgen, welche Kindern vom 10. ober 12. Monat an gegeben werden kann.

Die 3. Sorte ist unveränderte Kuhmilch, welche durch Sterilisation keimfrei gemacht wurde, also ohne Schaden an schon ältere Kinder verabreicht werden kann. Diese Sorte bildet dann den Ueber­gang zur festen Nahrung.

Die Verabreichung der Kindermilch geschieht folgendermaßen: Man erwärmt die Milch durch Einstellen der Flasche in warmes Wasser lau an, öffnet schnell, prüft die Milch, ohne mit dem Munde die Flasche zu berühren, auf Geruch, Geschmack und richtige Temperatur, setzt den Sauger auf und gibt sie den Kindern zum Trinken. Wenn ein Rest in der Flasche zurückbleibt, so muß derselbe weggeschüttet und darf nie bis zur nächsten Mahlzeit aufgehoben und verwendet werden.

Schon in vielen Städten hat diese Methode der Herstellung von Kindermilch Eingang gefunden, und an vielen Orten wird diese Milch bei Magen­kranken als Kurmilch benutzt, leider aber wird der Kinderernährung noch viel zu wenig Aufmerk­samkeit geschenkt. Vielfach sieht wohl die Mutter wie ihr Kind bei der künstlichen Ernährung schwächlich und kränklich bleibt, aber zumeist wird sie es der Natur des Kindes selbst zur Last legen, nicht aber der Unzweckmäßigkeit der Ernährung.'

Ist es «nter den heutigen Preisen der Feldprodnkte noch lohnend, intenlrv zu düngen?

In der letzten Zeit hört man vielfach Stim­men laut werden, welche behaupten, daß es sich bei den niedrigen Preisen der lanowirthschaftlichen Erzeugniffe nicht lohne, intensiv zu düngen. Um dieser irrthümlichen weitverbreiteten Ansicht ent­gegenzutreten, veröffentlicht Profeffor Wagner in der Zeitschrift für die landwirthfchaftlichen Vereine des Großherzogthums Hessen mehrere

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