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KuIdaerMZeitung

M 191.

Iu^öa, Mittwoch, den 24. August 1898

25. Jahrgang.

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Inserate: Die ein« spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

das selbstische Grämen und Sehnen des Men­schenherzens verstummen. Der Gedanke an die Ewigkeit, gegen welche alles Leid der Zeit in sltichts zusammenschrumpft, bricht mit wuchtiger Gewalt auf die Seele herein und läßt sie frei werden von den sie fesselnden Banden der Erde.

Gesina empfand die erlösende Mach! des Heiligthums wie nie zuvor. Eine hehre Stille, eine demüthige Ergebung überkam sie. Sie fühlte, wie die bittere Fluth, welche ihr Herz überströmt hatte, weiter und weiter zurückwich, und gemach ein sanfter Frieden die Aufregung ihres Innern beschwicktigte. Hingeworfen zu "ben Füß.m des Altars fleht sie in inbrünstigen Gebeten um Glück und Gnade für Alle, um Erbarmen und Ver­zeihung für sich.

Während so unten in der Laurentiuskapelle die edle Tochter des zünftigen deutschen Bürger- bauses in selbstvergessener Liebe den Schutz des Himmels für sich und die ihrigen anrief, stand oben auf der sonnenumflossenen Plattform eine andere Maid, gleichfalls in Gedanken verloren.

Was die aufbrechende Knospe versprochen, die voll erschlossene Blume hatte es gehalten. Rose! war schöner denn je. Im weißen Mieder und bunten Rock, das reiche schwarze Haar in reichen Wellen noch ungezöpft über den Rücken fließend, das reizende Antlitz mit dem Schelmen­grübchen nach Süden gerichtet, lehnte sie neben der Blumenbank, auf welcher in zahlreichen Scherben Muhme Gertruds Lieblinge dufteten. Aber Rosel achtete weder der farbenglühenden Nelken und des lustigen Gerankes der Feuerbohnen noch des unvergleichlich schönen Bildes zu ihren Füßen: das bunte Häusergewirr der Stadt und die

I mischer Beifall.) Bismarck habe daher trotz der Mahnungen der Gegner Umkehr gemacht, und wer wisse, ob er nicht, wenn er länger im Amte geblieben wäre, mit dem langen Bleistift die Reste des Kulturkampfes beseitigt haben würde. (Stürm. Beif.) Die Geschichte der letzten 50 Jahre zeige, daß die Katholiken entschlossen seien, ihre Rechte zu wahren und, wo es nöthig sei, sie wieder zu erobern. (Lebh. Beifall.) Wie der erste Mainzer Katho­likentag 1848 auf die Berathungen des Frank­furter Parlaments eingewirkt habe, so stehe auch von der gegenwärtigen Tagung ein segensreicher Erfolg zu erwarten, namentlich hinsichtlich der sozialen Frage. (Stürmischer Beifall.) Möge die Versammlung zeigen, daß wir nicht, wie mau so gerne sagt, inferiores sind. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.)

Prof. Gr au ert-München gibt einen Ueber- blick über die Entwickelung des kathol. Lebens in Deutschland während des letzten Jahrhunderts. Zu Anfang des Jahrhunderts seien die reichs- unmittelbaren geistlichen Güter, Säkularisations­kirchen und Klöster auf Abbruch verkauft worden. Alsbald sei mit den neu aufgedeckten Schätzen des germanischen und romanischen Mittelalters das kirchliche Leben wieder aufgeblüht. Maxi­milian 1. von Bayern habe wieder die ersten deutschen Klöster gegründet und 1831 habe Clemens von Brentano den Barmherzigen Schwestern ein Denkmal gesetzt in dem gleich­namigen Buch. Bald sei auch das Vereins­leben wieder aufgeblüht und zu ihrem Auf­blühen habe auch das stürmische Jahr 1848 beigetragen. Wilhelm Kettler habe zuerst bewiesen, daß die katholische Kirche einen Blick für die soziale Frage habe. Dann sei ein mächtiges Aufblühen des politischen Lebens gefolgt, das in der Gründung

sammlung, Dr. Lingens und Falck-Mainz ge­widmet. (Lebhafter Beifall.) Sodann gedenkl Redner des Hingangs des Erzbischofs Thoma von München und des langjährigen Präsidenten der bayerischen Abgeordnetenkammer, Frhrn. v. Ow, und im Anschlüsse hieran kam er auf den Tod des Fürsten Bismarck zu reden. Bismarck sei keiner der Unseren gewesen, aber durch den Kampf, den er gegen uns geführt, habe er zu der aus­schlaggebenden Stellung der Centrums-Partei ge­holfen. (Beifall.) Mit den Verdiensten des Für­sten um die Einigung des deutschen Volkes hätten wir es hier nicht zu thun, sondern nur mit seinem Verhältnisse zur katholischen Kirche. Auf den Kulturkampf selbst wolle er nicht eingehen, aber bekannt müsse werden, daß derselbe an der Ein-

Präsident Freiherr v. Freyberg eröffnet die Versammlung um 5 Uhr mit dem katholischen Gruß. Sein erster Gruß gilt dem hl. Vater, der stets das regste Interesse an den deutschen Katholiken­tagen nehme und auch jetzt wieder seine Segens­wünsche gesandt habe. Sein zweiter Gruß gilt der katholischen Geistlichkeit und dem Episkopat, der stets zahlreich aufdenKatholikenversammlungen vertreten sei und so zeige, daß die gegnerische Behauptung, daß der Zusammenhang zwischen dem katholischen Volke und seinem Oberhirten fehle, sich treffend widerlege. Die ferneren Grüße sind der Stadt Krefeld, den Gästen und den anwesenden Veteranen der Katholikenver-

des deutschen Reiches geendet habe. Zu gewisser Zeit sei das vatikanische Konzil einberusen worden. Beide Ereignisse seien die bedeutendsten des Jahr­hunderts. (Lebhafter Beifall.) Die Besürchtunaen, die sich an das Dogma von der Unfehlbarkeit angeknüpft hätten, hätten sich nicht bestätigt. (Lebhafte Zustimmung.) Dann sei die Centrums­partei entstanden. Der Kulturkampf habe unseren Führern und Bischöfen Verfolgung gebracht, aber im Kampfe mit dem eisernen Kanzler, der später selbst seinen Jrrthum eingesehen habe, hätten sich die Kräfte der Führer des Centrums, der Reichensperger, Mallinckrodt, Windthorst, ge­stählt. Neue Einrichtungen auf politischem und sozialem Gebiete, in Presse und Vereinsleben seien aus der Initiative des katholischen Volkes hervorgegangen und haben sich eine Oraanisation geschaffen wie kein anderes Volk. (Lebh. Zust.) Das Centrum sei die stärkste Partei im Reichs­tage. Redner kommt sodann auf das Verhältniß zu Oesterreich zu sprechen und wünscht, daß das­selbe die Krists überwinde, in der es sich gegen­wärtig befinde. (Beifall.) Das neue deutsche Reich betrachteten die Katholiken als ein werthvolles Gut, das auf konstitutioneller und bundesstaat­licher Grundlage aufreckt zu erhalten fei. (Lebh. Zustimmung.) Wenn Gefahr droht, seid einig, einig, einig! Der Dom in Köln, der unter der Mithilfe aller deutschen Stämme erbaut worden ist, soll ein Symbol der deutschen und besonders der katholischen Einheit sein. (Stürm. Beifall.) Auch die Wissenschaft, die wahre Wissenschaft, die zu der Quelle der Wahrheit, zu Gott führe, habe einen besonderen Aufschwung genommen. (Lebh. Beifall.) Zum Schluffe gedenkt Redner des hl. Vaters.

Professor Mausbach-Münster, welcher über den menschlichen Verstand und über die göttliche Offenbarung auf religiösem Gebiete und bei der wissenschaftlichen Forschung spricht, führt aus, daß die Wissenschaft feste Stützpunkte haben müsse, wenn sie fruchtbar sein solle; dieser Stützpunkt bestehe in dem religiösen und sittlichen Halt, den kein Kulturfortschritt irgendwie ersetzen könne. Nicht die Wissenschaft, sondern die Tradition und die Autorität der Kirche sei es, die dem strauchelnden Weltbürger den Schritt im Leben sichere. Unsere Kirche sei so alt, so durch ehrwürdige Dokumente legitimirt, daß man verlangen könne, die Wissen­schaft möge erst diese Thatsachen erklären,ehe man der Kirche zumulhet, vor der Wissenschaft des Jahrhun­derts die Segel zu streichen. (Lebh. Beif.) Man sage, die Kirche führe die Völker am Gengelbande. Da solle man doch bedenken, daß der Papst an dasselbe glaube, an das das Volk glauben solle. (Stürmischer Beifall.) Das könne man von der philosophischen Weltanschauung nicht sagen; hier sei eine andere Religion für das Volk als für die Gelehrten (Sehr richtig!) diese Gelehrten führten also das Volk am Gengelband. (Stürmischer Beifall) Die katholischen Gelehrten hatten sich ihrer Aufgabe durchaus gewachsen gezeigt. (Beif.) Der unsichtbare Index sei auf gegnerischer Seite viel umfassend er und bindender "als aus katho­lischer Seite. Es sei falsch zu sagen, der katho­lische Glaube hindere die Wissenschaft. Das be­weise die Geschichte des katholischen Volkes, das beweise auch die Görresgesellschaft. Zum Schluß

frühlingsgrüne Ebene mit dem majestätisch ziehenden Strome und den ferne blauenden Bergen. Ihr Auge war beharrlich nur auf einen Punkt geheftet.

Da rauschte es in der Luft. Rosel wandte gespannt den Blick. Ein paar Störche waren von einem der Schornsteine aufgeflogen und durch­schnitten mit schwerfälligem Flügelschlage die Luft. Die langsam segelnden Vögel bildeten einen selt­samen Gegensatz zu den rastlosen Schwalben, die unaufhörlich um den Thurm schwirrten, bald kreischend über die Plattform hinschoffen, bald tief unter ihr über dem Kupferdach des Schiffes kreisten.

„Ich hätt's denken können," murmelte Rosel, sich unwillig abkehrend. „Die dummen Thiere! Wenn mein Auge mich nicht täuscht, stiegen sie gerade von dem Hochkirchnerschen Hause auf." Das feine Näschen rümpfte sich, ein verächtlicher Zug spielte um den rosigen Mund. „Recht so, auf das Haus der schlichten Bürgerleute gehört das Storchennest, das Bild ehrbaren einfachen Glückes. Mein Sinn steht nach anderem. Hoch bin ich geboren, hock streben meine Gedanken. Und ich werde mein Ziel erreichen. Ha, wie sie sich wundern werden, die steifnackigen Zünftler alle, die bislang nur mit mitleidiger Duldung auf mich herabsahen, wenn der Vicomte mich nach Paris führt, ich unter den ersten Frauen des Landes die schönste sein werde! Der Hans!" Ein finsterer Ausdruck trat in das lachende Auge, die schwarzen Brauen runzelten sich. „Warum ist er gegangen? Was kann ich dazu, daß der Vicomte um so viel hübscher, gewandter und liebewerther ist als dieser beimathlose Findling, der Sproß fahrenden Leute? Mag er sich doch

Es folgt die Berathung von Anträgen.

In einer Resolution des Raphael-Vereins wird dringend vor leichtsinniger Auswanderung gewarnt und den Auswanderern der Rath ertheilt, sich bei den Vertrauensmännern Auskunft zu er­holen. Die Resolution wird nach eingehender Begründung durch den Generalsekretär des Ra­phael-Vereins, P. Cahensly, einstimmig an­genommen; weiter beschließt die Versammlung aus Antrag desselben Redners, der zur selben Zeit in Milwaukee tagenden Nordamerikanischen Generalversammlung der Katholiken ein Be­grüßungstelegramm zu senden.

Ferner werden Anträge angenommen, in welchen der Bonifatius-Verein der Unterstützung empsohlen wird und für die Wiederherstellung der territorialen Souveränetät des heil. Stuhles eingetreten wird. Bei Begründung des letzteren Antrages weist Abg. Dr. Bachem darauf hin, daß sich die Lage des hl. Vaters in den letzten Jahren nichts weniger als gebessert habe, da die italienische Regierung einen Feldzug gegen die katholischen Organisationen unternommen habe. Der Antrag wurde unter großem Beifall ein­stimmig angenommen. — Hierauf wird die Ver­sammlung um 12 Uhr mit dem katholischen Gruße geschlossen.

Zu der

1. öffcnlkiche« Henerakversammlrrng hat sich eine derartige Menschenmaffe eingefunden, daß sich der auf 6000 Personen berechnete Fest- raum als viel zu kein erweist und tausende von Personen keinen Einlaß mehr finden.

verantwortlich: Lürdft Redaktion i. v.: Ios. gorg, ftr Inserat- I. Parzeller in Lulda.

kapitular Rüping-Münster; christliche Kunst: Abg. Dr. Dittrlch-Braunsberg; Schule und Unterricht: Pros. Grauert-München; P r e s s e: Prälat Dr. Hülskamp; soziale Frage: Pros. Hitze-Münster; Vereinswesen: Justizrath Custodis-Köln. Die Gewählten wurden mit leb­haftem Beifall begrüßt.

Die Versammlung tritt hierauf in die Tages­ordnung ein.

Kommissar Fürst zu Löwenstein theilt mit, daß Pfarrer Helm wegen Ueberbürdung die Ge-, schichte der Generalversammlungen nicht schreiben könne und daß der Druck einer Broschüre in die Wege geleitet sei, welche die Beschlüsse der Ge­neral-Versammlungen mit zweckdienlichen Er­läuterungen versehe. Präsident Freiherr von Freyberg bringt ein Hoch auf den Fürsten Löwenstein und das Krefelder Lokal-Komitee aus für die von ihnen im Jntereffe des Zustande­kommens der General-Versammlung geleistete Mühewaltung.

Hierauf wird ein Schreiben des hl. Vaters verlesen, in welchem derselbe dem Katholikentage seine Segenswünsche ausspricht und den Mit­gliedern des Komitee's den apostolischen Segen spendet.

Erscheint täglich, vl. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Viertcljährl.

Hezugopreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 50 Ps.

dem Frühgotlesdienste bei Unserer Lieben Frauen zu.

Einen langen schmerzlichen Blick über das im Morgen lichte wunderbar aufstrebende Meisterwerk Erwins warf Gesina hinauf nach der Plattform, dem Inhalt ihrer Gedanken und Kümmerniffe, dann lenkte sie dem hoch sich wölbenden Portale zu, auf deffeik Spitze die Jungfrau mit dem Christuskinde thront.

„Vergib mir, du Hohe, Heilige," flüsterte die Maid, als ihr thränenumflortes Auge das milde Antlitz der Himmelskönigin streifte, „wenn mein Herz zu sehr am Irdischen hängt, der Eine, Einzige all mein Sinnen und Trachten ausmacht! Du weißt es ja, nicht für mich begehre ich das Glück, nicht für mich rufe ich Tag und Nacht zu dir; nur für ihn, für fein Heil, feine Seligkeit in dieser wie in jener Welt! Hilf mir, o"hilf mir!" sprachen die zuckenden Lippen noch, als ihr Fuß schon die Schwelle des Heiligthums über­schritten hatte.

Das ehrfürchtige Dämmerlicht, das in diesen mächtigen Hallen webt und wie das Geheimmß des Glaubens selbst dem staunenden Auge erst allmählich ihre wunderbare Schönheit entschleiert, umfing auch Gefinas schmerzerfüllte Seele mit andachtstillem Schauer. Hier in dem magischen Halbdunkel, in welches der Sonnenschein "durch die alten Glasmalereien der Fenster seltsam schillernde rothe und blaue Lichter wirft, wo jedes Blatt, ja jeder Stein der vielgliedrigen Säulen nur dem einen Zwecke alles Seins, dem Lobe Gottes dient, wo mit dem auffteigenben Dufte be§ Weihrauchs bie Gebete von Jahrhunderten an der hohen Wölbung zu schweben scheinen: muß |

Ans der Ueichsmacht.

Erzählung von A. Jüngst., ------- (Nachdruck verboten.)

□ 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ;u Krefeld.

ui.

Krefeld, 23. Aug.

Der zweite Tag wurde eingeleitet durch ein feierliches Pontifikalamt in der Hauptpfarr- ikirche zum hl. Dionysius zur Anrufung des hl. Geistes. Dasselbe wurde zelebrirt vom hochw. Herrn Weihbischof Dr. Fifcher-Köln. Die zahlreichen Theilnehmer an der kirchlichen Feier begaben sich nach Beendigung derselben im Zuge nach der Festhalle. Hier war der Raum bereits bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die 1. geschlossene Keneralversammknng

wurde um IO1/« Uhr durch den 1. Vorsitzenden des Lokalkomitees Dr. Urfey mit dem katho­lischen Gruße eröffnet. Redner hebt hervor, wie vortheilhast sich die Katholikentage non*anberen Kongreffen unterschieden, da in jenen nur das ideale Moment in den Vordergrund trete. Es sei ein unberechtigter Vorwurf, wenn gesagt werde, daß sich die Liebe zur Kirche nicht vertrage mit der Liebe zum Vaterlande. Die Kirche sei stets der mächtigste Schutz des Staates gewesen und die Katholiken könnten für sich in Anspruch nehmen, daß sie stets als treueste Söhne des Vater­landes sich gezeigt hätten und jederzeit bereit ge­wesen seien, ihr Leben für dasselbe in die Schanze zu schlagen. (Lebh. Beifall.) Darüber dürfte aber das himmlische Vaterland nicht vergessen werden und der Staat müsse der freigeborenen Kirche ihre Freiheit und Unabhängigkeit gewähren. Für die katholischen Kinder müsse christliche Erziehung verlangt werden, garantirt durch ein christliches Schulgesetz. (Stürmischer Beifall.) Strenge Auf­sicht müffe verlangt werden über Theater, Museen, und andere öffentliche Veranstaltungen. Gegen die sich breit machende Unsittlichkeit in Kunst und auf Btldern müsse ein Reichsseuchengesetz erlassen werden. (Stürmischer Beifall.) Die soziale Frage könne nur auf christlichem Boden gelöst werden; der Staat allein habe sie nicht zu lösen. Gerade heutigen Tages fönnien die Orden durch ihr ent­sagendes Leben versöhnend auf die Gegensätze einwirken. (Beifall.) Auch hier müsse der Kirche ihre Freiheit gewährt werden, damit die Engel der Barmherzigkeit, die Ordensleute, ungehindert in den Dienst der Noth und der Armuth sich stellen könnten und sich die christliche Charitas Angehindert betätigen könne. (Sauter, anhaltender Beifall.)

Hierauf wird die Konstituirung des Bureaus vorgenommen.

~ Zum ersten Präsidenten wurde gewählt Frhr. v. Freyberg aus Jebsendorf in Ober­bayern, zum zweiten VorsitzendenDr. Stephan- Beutben, zum dritten Vorsitzenden Kaufmann Hugo Dorfemagen-Wesel. Dieselben nehmen die Wahl dankend an. Zu Schriftführern wurden gewählt: Generalsekretär Dr. Pieper aus Glad­bach, Nienkemper aus Berlin, Rechtsanwalt .Kellerhof-Wiesbaden und Rechtsanwalt Krüse- mann-Krefeld. Hierauf erfolgt die Wahl der Vorsitzenden der Kommissionen. Es wurden ge­wählt für romnche Frage und Mission: Prinz Franz v. Arenberg; Charitas: Dom- 1

IX.

Der nächste Tag sand Gesina beizeiten auf bem Wege nach dem Münster. Der Schlaf hatte auch in dieser Nacht, wie in so manch' früheren schon,ihr Lager geflohen. Erst gegen Morgen war sie eingeschlummert, aber nur um nach kurzer Frist mit einem heftigen Schrei aus bangem Traume aufzufahren.

Ein greulicher Lindwurm — der Drache von der Gallerie des Münsters — hatte sich auf ihre Brust gelegt und sie zu ersticken gedroht. Und da das Unthier endlich gewichen, war noch Ent­setzlicheres vor ihren Blicken aufgetaucht. Hans im Kampfe mit dem V:comte! Hans von einer Degenspitze durchbohrt und in seinem Blute schwimmend!

In Schweiß gebadet hatte Gesina eine ganze Weile ausrecht im Bette gesessen und entgeistert um sich geschaut. y '

„(Sott sei Dank, daß es nur ein Traum mar!" murmelte die Geängstigte vor sich hin, als sie sich endlich vergewissert, daß sie sich in dem heime­ligen Mädchenstübchen ihres Vaterhauses befand, und der lichte Schimmer, der durch den herz­förmigen Ausschnitt der Fensterläden drang, der goldene Junisonnenschein war.

Rasch kleidete sie sich an, nahm einen dunklen Mantel um und verließ leisen Schrittes das Haus. Noch schwieg das geräuschvolle Leben der Gassen; nur einzelne Beter kreuzten den Platz und eilten

Weiter wird ein Telegramm an den hl. Vater beschlossen, in welchem der apostolische Segen für bi; Generalversammlung erbeten wird; endlich । veiumu mupe roeroen, oan oerietoe an Der (£tn= mnb ein Huldigungstelegramm an den deutschen hüt der katholischen Kirche aescheitert sei. (Stür- Kaper abgeschickt, tn welchem die ehrfurchtsvollste1 " — - - - - -

Huldigung der Versammlung zum Ausdruck ge­bracht wird.

mit Ilnterhaktungs-Meikage „Mustrirte Sonntags-Aeitung"