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M 188. Juköa, Samstag, dm 20. August 1898

25. Jahrgang.

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währleiste". Nebenbei ging dann noch die Verleum­dung, daß die katholische Kirche einen Unterschied zwischen Reich und Arm mache. Diese Behauptungen würden einen Schein von Berechtigung gehabt haben, wenn das, was der betreffende Wiener Geistliche ge- than, den Vorschriften der Kirche entsprochen hätte. Aber das G eg en theil ist der Fall: er hat die kirch­lichen Vorschriften verletzt, pfli chtwidrig gehandelt, und für jeden treuen Katholiken konnte es keinem Zweifel unterliegen, daß ihn die verdiente Strafe er­eilen, daß das schwere Aergerniß gesühnt werde.

können, empfiehlt es sich, einen Vergleich anzustellen. Was sie gethan haben, ist genau dasselbe, als wenn heute einige Stärkere die Amerikaner überfielen und ihnen mehrere Häfen, etwa New-York und Philadelphia, mit Gewalt wegnähmen, sie von dort vertrieben. Was würde die Welt dazu sagen? Dem seitens eines Starken, Mächtigen auf einen Schwachen verübten Ueberfall aber sehen die „christlichen" Großmächte gleichmüthig zu; sie lassen den zu Boden Geworfenen ruhig ausrauben, beglückwünschen womöglich noch den Straßenräuber im Großen zu seinem Erfolg! Wenn sich diese für unser Jahrhundert so tief beschämende Haltung nur nicht eines Tages an den Einzelnen rächt! Hinten in Ostasien könnte möglicherweise jetzt schon der Rachekeim wuchern und vielleicht eher als man glaubt, als furchtbare Drachensaat aufgehen. Es ist erschreckend, mit wie wenig Gewissen in der Diplo­matie und Politik gearoeitet wird! Freilich, seit 40 Jahren ist das Wort „Annexion" eines der geläufigsten im Wörterbuche der modernen Staaten! Das erfährt jetzt Spanien in empfindlichster Weise am eigenen Körper. Wer wird der nächste sein?

; -.Vor Allem ist zu konstatiren, daß auch im Mittelalter über das Vorhandensein der Statue kerne vor der Kritik bestehende schriftliche Auf- > 8*rlt-)nung arsher aufzutreiben war bis auf Maffeo , Vogio (1406 bis 1457), der Verfasser des Buches ,I)s rebus antiquis memorabilibus basilicae , sancti Petri Romae“. In dieser Schrift geschieht der Bronzestatue zum erstenmale Erwähnung. Sie war damals und wahrscheinlich schon lange vorher zur Verehrung aufgestellt im Oratorium eines Klosters des hl. Martin, das sich rechts hinter der Apsis der Petruskirche befand. Nach diesem Zeugnisse gab es außer dem Hochaltäre in der ganzen Basilika keine Stelle, an der die Andächtigen in größerer Anzahl zusammenströmten, als die Kapelle, wo die Petrus-Statue sich befand.

Die Statue ist das Werk eines einzigen Gusses, keiner ihrer Theile wurde später hinzu­gefügt. Alle diesbezüglichen Angaben einiger Kunstkritiker und Archäologen sind unrichtig. Nur einige kleine Beschädigungen lassen sich fest­stellen, die theils reparirt sind, theils nicht. Das Material der Statue ist von keiner besonders guten Qualität, und auch der Guß ist nicht sehr gelungen. Der Nimbus über dem Standbilde ist selbstverständlich modernen Ursprungs. Von einem antiken Nimbus oder der traditionellen Tonsur des heiligen Petrus ist keine Spur vorhanden. Auch der Marmorstuhl, auf dem die Figur sitzt, ist modern, von dem antiken Stuhle sind nur mehr ganz geringe Anzeichen vorhanden.

In künstlerischer Beziehung lassen sich über die Statue folgende Sätze aufstellen:

1. Gewandung und Körperhaltung der Figur — abgesehen vom Haupte und dem rechten Arme — sind vorzüglich geformt und lasten ganz deutlich das antik-klassische Zeitalter der Skulptur erkennen. Die Gestalt ruht auf dem Stuhle mit ebensoviel Natürlichkeit und Richtigkeit in den Körperlinien wie Ernst und Feierlichkeit in dem ganzen Ausdrucke. Der Apostel ist vollkommen bekleidet mit den wesentlichen Attributen der alten Philosophen und Rhetoren, nämlich mit Pallium und Sandalen. Dazu kommt noch die Tunica, die bei den Philosophen bald vorhanden ist, bald fehlt.

2. Eine künstlerische Dissonanz bilden das Haupt und der rechte Arm der Statue; ersteres mit dem Halse ist zu hoch und der letztere ist gleichfalls mit zu großer Severnität zum Akte des Sprechens erhoben. Der Künstler ist hier in dem Ausdrucke der Hoheit und Würde etwas zu weit gegangen.

3. Trotz dieses kleinen Mißverständnisses er­weist sich die Statue nach Arbeit und Guß als eine wirkliche künstlerische Einheit, und stellte von allem Anfänge an niemand Anderen als den heiligen Petrus vor.

Gegen den mittelalterlichen Ursprung der Statue sprechen hauptsächlich zwei Umstände:

1. Die Statue entbehrt gänzlich des orna­mentalen Schmuckes; sie bietet nur das für die darzustellende Person und deren Kenntlichmachung absolut Nothwendige. Die mittelalterlichen Künstler pflegten ihre großen Heiligen-Standbilder keines­wegs in dieser Art zu behandeln, am wenigsten im 12. Jahrhundert. Da durften die ihrem Ge-

Wochen-Rundschau.

(Nachdruck verboten.)

X Fulda, 20. August.

in wilder Verzweiflung. „Und ich, ich bin ver­loren, ausgestoßen von der menschlichen Gesell­schaft, mit dem Kainszeichen auf der Stirn, und soll mein fluchbeladenes Dasein fristen bis an's Ende meiner Tage? Nimmermehr! Da unten ist Lod, da unten ist Vergessen! Vergessen? Tod? Nein, brennen muß der Mörder ewig, ewig! — Ha, Märchen sind es, die man uns als Kindern erzählt; es gibt keine Hölle, es gibt keinen Gott, I es gibt keine Ewigkeit. Todt ist tobt."

..Todt," gellte ihm ein spottendes Echo nach, j Doch Robert, er hört es nicht mehr. Ein | Sprung hat ihn in die Fluthen getragen: dort taucht er eben auf, die Strömung trägt ihn am Ufer hin.

Da schallt plötzlich süßer Gesang über die Wogen. —

Wallfahrer sind es, die den Fluß herabkom- men und in Sturm und Wetter das Lob der hehren Himmelskönigin fingen.

Robert, der sich noch immer über Wasser hielt, hat es gehört, das Lied, das er aus den Knieen der Mutter vernommen, und mit einem Seufzer rief er aus: „Das Lied meiner Mutter." Dann fiel ihm ein was jener fromme Priester beim Wallfahrtsorte gesagt, daß das Gebet der Mutter für ihr Kind nicht verloren sei.

„Ob auch für mich noch Hostnung wäre?" schießt Robert durchs Gehirn und dann regt sich in ihm plötzlich das Verlangen, zu leben und zu sühnen, was er seit Jahren gegen die Lehren seiner guten Mutter gefrevelt. Er wollte an's Land schwimmen, seine Kräfte waren jedoch bereits erschlafft, und die Strömung trieb ihn flußabwärts.

„Mein Goll," schrie Robert, „laß mich nicht untergehen! Hilfe! Hilfe!" Dann verlor er das Bewußtsein.

Der Gesang auf dem Wallfahrtsschiffe ver­stummte, hatte man die Hilferufe gehört?

Als Robert erwachte, lag er auf festem Boden, sein Arm umschlang einen Stein, und der dem Tode Entronnene dankte dem gütigen Gott, der ihm durch diesen Stein das Leben gerettet. Da flammte ein Blitz auf, und beim Schein desselben sah Robert, daß der Stein, an den er sich klam­merte, ein Bildstock war, wie man ihn in den Rheinlanden und überhaupt im südlichen Deutsch­land so häufig findet.

Da stieg von Roberts Lippen ein Dankgebet empor — es war das erste seit Jahren — zum gewitterschweren Nachthimmel.

„Kapitän, legen wir an der Insel an, bis das Weiter vorüber ist," hörte Robert plötzlich eine bekannte Stimme sagen, und er hätte auf­jubeln mögen, es war die Stimme seines Bruders, und richtig, er hatte sich nicht getäuscht, es war sein Bruder, der auf dem Verdecke des kleinen Schiffes stand, das eben in der geschützten Bucht, an deren User der Bildstock stand, vor Anker ging.

„Wäre es nicht gerathen, ein Boot auszu- chicken? Ich hörte ganz deutlich Hilferufe," agte der Priester zu dem Kapitän, der eben auf ihn zutrat.

Da schritt Robert an das Ufer und rief: »Herr Kapitän, nehmet einen Verunglückten an Bord und Gott wird's Euch lohnen."

Wenige Minuten später lagen sich die beiden Brüder in den Armen.

Die Sronce-Statue des hl. Petrus i« der St. Peters-Kirche Pom.

Welcher Besucher des Fuldaer Domes kennt nicht das metallene Standbild des Apostelfürsten Petrus, die gar eindrucksvolle Figur des Heiligen, auf der Kathedra thronend, die Rechte wie lehrend und mahnend erhoben, während die Linke als Symbol seiner geistlichen Regierungs-Gewalt den Schlüssel hält. Dieses herrliche Standbild, das der hl. Vater Papst Leo XIIl. unserer Kathedrale zum Geschenke gemacht hat, ist ein genaues Ab­bild jener berühmten Petrusstatue, die im Ein­gang auf der rechten Seite des gewaltigen Peters- domes steht. Einige kurze Daten und Bemer­kungen zu diesem Bilde dürsten daher gewiß unsere Leser intereffiren. Der rechte Fuß ist unter dem faltigen Gewände etwas vorgestreckt ist. Die Gläubigen pflegen diesen Fuß zu küssen und ihn mit der Stirn zu berühren zum Zeichen der Unterwerfung des Verstandes unter die Lehre der göttlichen Offenbarung; der berühmte Kar­dinal Baronins pflegte, so oft er das Haupt unter den Fuß neigte, mit Innigkeit zu sprechen: Credo uv am Sanctam Catholicam et Apostuli- cam Ecclesiam. Bei großen Feierlichkeiten in der Basilika wird die Statue mit den Pontifikal- kleidern und der Tiara bekleidet.

Seit Papst Paul V. nimmt hier die Petrus- Statue ihren Platz ein. Aber woher stammt sie? Wie alt ist sie? Die verschiedensten Meinungen wurden hierüber ausgesprochen. Die traditionelle Ansicht verlegt ihren Ursprung ins vierte ober fünfte Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung, Andere halten sie für ein ganz und gar dem Mittelalter angehörendes Werk, das nicht vor dem zwölften Jahrhundert im Atelier irgend eines Künstlers entstanden fei, der sich bestrebt habe, in der Gewandung und den Körperformen antike Muster nachzuahmen.

Eine Autorität auf dem Gebiete der christ­lichen Archäologie, Professor Dr. Hartmann Grisar 8. J. (gebotener Koblenzer) hat nun in der,Civilta Caitolica, eine eingehende Abhand­lung über unsere Frage veröffentlicht, deren Hauptergebnisse an dieser Stelle bekannt gegeben werden sollen.

Das Kred der Mutter.

ErzählungvonJoseph Matt.

(Schluß.)

III.

Die Nacht hat ihre Fittiche über die Fluren gebreitet. Es war schwül gewesen den Tag über und der feurige Sonnenball war hinabgesunken über dichtes Gewölk, das sich drohend hinter dem Rücken der Berge ballt, sich auftürmend zu riesigen Gestalten. Zuckende Blitze fahren gleich Feuer- fchlangen durch das Gewölk, und rollender Donner ruft in den. Bergeshalden das Echo wach. Ma­jestätisch wälzen sich die Wasser des sagenum­wobenen Rheines in ihrem Belt.

An einen Baumstamm gelehnt steht am Ufer rin junger Mann mit bleichem Gesicht und wirrem Haar. Seine Kopfbedeckung ist auf den Boden gefallen, und sinnend mit wildem Blick starrt der Fremde in die klaren Fluthen, welche sich zu seinen Zützen wälzen.

. "®'e Thiere des Waldes und die Vögel der en dem Unwetter ein Heim, ich muß unstat wandern, flüchten vor dem Arme der Gerechtigkeit," murmelte der unheimliche Fremde, m be n der freundliche Leser vielleicht bereits Robert erkannt hat.

„Kehre, Kindheit, kehre wieder, kehre Jugend mir zurück," murmelte er sinnend. „Dahin! da­hin !" schallt es im nächsten Augenblick durch die Stille. „Und ich bin zum Mörder geworden. Thront ein Gott da oben, der das Böse rächt?"

Ein Blitz durchzuckte die Lüste, gefolgt von krachendem Donner.

„Ha, ist das die Antwort?" brüllte Robert

Und als sie dann beisammen saßen in trau­lichem Gespräch und Robert feine Schuld be­kennen wollte, wehrte ihm der Priester freundlich ab. Als er jedoch von des Bruders unglücklichem Duell erfuhr, da wurde er ernst und rieth dem­selben, mit den Geldmitteln, welche ihm die Freunde zur Verfügung gestellt, das Land zu verlassen.

V.

Es war in dem herrlichen Rom, wo uns ein junger Priester, durch dessen Haar sich jedoch bereits Silbersäden zogen, in schlichter Weise dies erzählte, als wir durch die imposanten Trümmer vergangener Zeiten wandelten.

„Und was wurde aus Robert?" fragte mein Freund und ich fast gleichzeitig. Da zog ein Lächeln über die ernsten Züge des Erzählers. „Er steht vor Euch," sagte er ruhig. Wir drückten ihm die Hand und wandelten stillschweigend weiter, während jeder seinen eigenen Gedanken nachging.

„Und doch, die Erzählung ist noch nicht ganz zu Ende," sagte nach einer Weile mein Freund.

„Richtig, ich habe noch hinzuzufügen, daß jener Freund, mit dem ich mich duellirte, durch Gottes Hilfe mit dem Leben davon kam, nachdem ihn die Aerzte bereits aufgegeben hatten."

Wir waren unterbeffen unter dem Triumph­bogen des Titus angelangt, und unsere Wege schieden sich. Wir trennten uns mit einem herz­lichen Händedrucke, und der junge Priester gab uns ein Bildchen zum Andenken, auf dessen Rück­seite die Worte jenes Liedes, das ihm einst in einer dunklen Stunde das Leben rettete, zu lesen sind.

Morgen beginnt in Krefeld die 45. General- Versammlung der Katholiken Deutschlands, unsere jährliche Parade, bei welcher die Reihen gemustert, die Waffen revidirt und geübt werden. Von Jahr zu Jahr gewinnen diese Heerschauen an Bedeutung, und unter den vielen Versammlungen und „Tagen" der

eine der LLrLNÄL I Kardinal-Erzbischof von Wien, der in den letzten Tagen rin Und Tse 7u s°- °us einem

wohl was die Stärke der Betheiligung betrifft, wie I 9 untersuchen lassen und

auch hinsichtlich des Berathungsstoffes. Immer mehr ebenfalls öffentlich daß der betreffende

daher ziehen die Katholikenversammlungen die öffent- nn £te habe,

liche Aufmerksamkeit auf sich, und wieder Willen muß «„.“' „' "ü ^!a9e, nV” $. ?ie mtr<^en^etn^ l^e die nichtkatholische und katholikenfeindliche Presse sich ,ber. ?^° '^?lndlichen Presse verflogen ;

mit ihnen beschäftigen. Noch nicht allzu lange ist es IUfcC• >. ,C^ kr"e --duldsame

her, daß diese Presse die Versammlungen mit einigen | katholische Kirche hat wieder der „unduldsamen weichen wenigen Zeilen im „Vermischten" abthun zu können I flwsseu, die kein Verstandmß habe für die moderne glaubte. Heute ist das anders geworden: man rechnet $et< und ihre Bedürfnisse, und was ähnlicher Phrasen mit den Katholikentagen, weil man mit ihnen rechnen me9r 'tnD‘

muß, und bringt, wie die katholischen Blätter, ein- . I" der schweren politischen Krisis, in der Oester­gehende Berichte über dieselben. Freilich geschieht das reich-Ungarn wegen des staatsrechtlichen und handels- bei manchen, um an den Verhandlungen und andern politischen Ausgleichs sich befindet, schien es, als Beschlüssen herumzumäkeln, dem Neid oder dem Haß ob die letzten Tage eine Lösung bringen würden, es Ausdruck zu geben. Viel Angriffsstoff aber bieten mar aber nichts damit: die Lösung der Frage ist wieder unsere Katholikenversammlungen den Gegnern nicht; verzögert, wenn auch nur für kurze Zeit, denn gelöst wir beschäftigen uns auf denselben mit unfern eigenen werden muß sie in den nächsten Wochen, gleichviel in Angelegenheiten, kommen nicht, wie die Mitglieder welcher Weise. Am Sonntag und Montag waren die eines bekannten Bundes, zusammen zum Schimpfen Ministerpräsidenten von Oesterreich und von Ungarn und zum Verleumden; und gerade in Krefeld, wo vor und außerdem die beiden gemeinsamen Minister des einem Jahre jener Bund eine Versammlung abhielt, Auswärtigen und für die okkupirten Landestheile in der die reinsten Brandreden gegen die katholische Bosnien und die Herzegowina um den Kaiser ver- Kirche und deren Bekenner gehalten wurden, wird sammelt, mit dem sie über den Ausgleich beriethen, dieser Gegensatz recht augenfällig zu Tage treten. und alle Welt glaubte, die Entscheidung werde jetzt

Die Versammlung, die mitten in einer dichtbevöl- fallen. Der unentschlossene Monarch aber schickte die kerten katholischen Gegend stattfindet, wird zweifellos Minister wieder fort mit dem Auftrage, eine Einigung sehr stark besucht werden und so sich würdig der 1896 über die strittigen Punkte herbeizuführen und zu diesem in Dortmund abgehaltenen anreihen. Zwecke vom 20. ds. ab in Pest neue Berathungen zu

Eine für die deutschen Katholiken recht unerquick- pflegen — zu denen, wie neuerdings gemeldet wird, liche Angelegenheit, eine gemischte Ehe in sogenannten ber Kaiser auch erscheinen wolle. Das ungarische hohen Kreisen, hat in den letzten Wochen viel von sich Ministerium beharrt starr auf seiner Forderung, daß reden gemacht, jetzt aber einen Ausgang genommen, es nur einen von der österreichischen Volksvertretung welcher den Gegnern, die den unliebsamen Vorgang genehmigten Ausgleich annehmen könne und eine Ver­meidlich gegen die katholische Kirche auszunutzen längerung des provisorischen Abkommens nicht annehmen suchten, wenig Freude machen dürfte. Der Herzog werde; es weiß, daß, wenn es nicht nachgibt, es wie Ernst Günther von Schleswig-Holstein, Bruder der immer, so auch in diesem Falle, den schwachen Mo- Königin von Preußen, den eine Tochter eines in Wien "archen unter seinen Willen beugen wird. Mit dieser wohnenden Prinzen von Koburg heirathete, aber nicht Möglichkeit muß immer mehr gerechnet werden; die die katholische Kindererziehung zugeben wollte, konnte Verzögerung der Entscheidung ist schon der Anfang in Folge dessen natürlich auch nicht katholisch getraut des Nachgebens, bei dem, wie in allen Fällen seit der werden. Um nun in Oesterreich, wo das kanonische unglückseligen Verbindung mit den Magyaren, Oester- Eherecht gilt, wenigstens eine giltige Ehe abzuschließen, feich die Zeche bezahlen muß. Und anstatt, daß man sollten die Brautleute unter passiver Assistenz des 'n Oesterreich gegen diese magyarische Anmaßung und Geistlichen, also unter bloßer Anwesenheit desselben, Ausbeutung sich einmüthig erheben sollte, hat man der keinerlei Funktion vornehmen, ja nicht einmal kirch- dort nichts Besseres zu thun, als sich in den wider- Itqje Kleidung tragen darf, sich gegenseitig das Jawort wärtigen Nationalitätenkämpfen gegenseitig aufzureiben! ertheilen. Der betreffende Geistliche aber ging über Kann es ein traurigeres Schauspiel geben ?1 m^^Wenz hinaus nahm an dem Akte thätigen Die amerikanisch-spanischen Friedensverhand- Antheil, verletzte dadurch die kirchlichen Vorschriften lungcn nehmen ihren Fortgang. Spanien ist den ÄÄ9«6 großesAergerniß. Die kirchen. Amerikanern auf Gnade und Ungnade ausgeliefert; es feindliche Presse war darüber außer sich vor Freude, verliert seine sämmtlichen Kolonien; denn daß man

Welt, daß die katholische Kirche ihm die Philippinen, die wichtigsten und crtragsreichsten . Ab „unduldsame Haltung gegenüber den gemischten Inseln in jenem Theile des indischen Ozeans lassen 1 Ehen aufgegeben und eine mildere Praxis eingeschlagen werde, glaubt doch fein Mensch. Um die von den 1 Habe, die ein ,,einträchtiges Zusammenleben der christ- Amerikanern an den Spaniern verübte Weaelaaerei • "chbn Konfessionen neben einander für die Folge ge- in ihrem ganzen verbrecherischen Umfange ermessen zu i

Das ist sehr rasch von der berufensten Stelle aus ge­schehen: der hl. Vater selbst hat fein tiefes Be­dauern über das von dem Geistlichen gegebene große Aergerniß im ,Römischen Beobachter' ausdrücken und erklären lassen, daß das Verhalten des Geistlichen ihn und alle guten Katholiken tief betrübe. Und der