KuldaerMIeitung
Jutda, Donnerstag, den 18. August 1898
M 186.
25. Jahrgang.
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mit Zlnterhattungs-Beilage „Zflusirirte Sonntags-Zeitungs'
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D Zur 45. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ;« Krefeld.
Auf dem Drießenhof regen sich unermüdlich von früh bis spät fleißige Hände, um die Festräume des Katholikentages für den Empfang lieber Gäste bereit zu stellen. Die Einrichtung und Ausschmückung der imposanten Versammlungshalle und der Anlagen, die der Erholung nach angestrengtem Schaffen dienen sollen, des mächtigen Restaurationssaales, der lustigen Gartenhalle und des schattigen Gartens selbst, sind nahezu vollendet. Man darf heute zuversichtlich und ohne Widerspruch befürchten zu müsfen, sagen: Hier wird es unfern Freunden und Mitarbeitern gefallen. Sie werden sich hier zu ernster Berathung und zu zwanglos-heiterem Gedankenaustausch angeregt, sie werden sich heimisch fühlen, die Gesinnungsgenossen allzumal aus Nord und Süd, aus Ost und West und von jenseits der Grenzen des deutschen Vaterlandes. Und wie vom Festplatz auf dem Drießenhof werden sie von ganz Krefeld bezeugen: Wir kamen von draußen, zum Theil aus weiter Ferne, aber wie in unser eigenes Haus, wir kamen als Fremde und doch wieder wie zu alten Bekannten, die mit uns eines Herzens und eines Sinnes sind. Denn inzwischen ist die Bürgerschaft emsig beschäftigt, auch die Straßen und Plätze nach einem einheitlichen Plan festlich zu zieren. Und wenn nicht Ungunst des Wetters ihre beeinträchtigende Wirkung ausübt, dann wird das farbenfrohe Bild der Stadt die innige Freude wiederspiegeln, die angesichts der Generalversammlung die Brust -aller Krefelder Katholiken erfüllt.
Der Festschmuck, den das in seinem Alltagsund Werktagsgewande so schlicht und auspruchs- los erscheinende Krefeld jetzt bis in die engsten Gaffen hinein anlegt, wird laut und nachdrücklich^ verkünden, daß es sich auf einen großen Tag gerüstet und daß es gewußt hat, welch' einem hohen und bedeutungsvollen und, so Gott will, fruchtbringenden Werke alle die Vorbereitungen galten, die seit Monaten getroffen worden sind. Mit aller nur denkbaren Sorgfalt hat daher auch das Lokalkomitee innerhalb der Grenzen, die seiner Ausgabe und seiner Verantwortung gesteckt sind, daran gearbeitet, die Verhandlungen des Katholikentages selbst so glänzend und so erfolgreich als möglich zu gestalten. Namen von gutem Klang, Männer von Verdienst werden der Versammlung präsidiren, falls diese den Vorschlägen des Lokal- komitee's zustimmt. Das Programm der Vorträge in den öffentlichen Versammlungen wird — wenn wir nicht irren, zum ersten Male auf unseren Generalversammlungen — von einem einzigen Grundgedanken getragen sein; hervorragende Redner werden sich in die Besprechung eines ganz besonders zeitgemäßen Themas theilen und einen Gegenstand, der für die Katholiken Deutschlands gegenwärtig und vielleicht auf lange hinaus der wichtigste ist, bis in die mannigfachsten Verzweigungen _ und Konsequenzen hinein behandeln. Für die geschlossenen Versammlungen liegt eine Reihe bedeutsamer Anträge und damit eine Fülle mühsamer, aber auch überaus nützlicher Arbeit vor. Daneben her läuft eine Anzahl besonderer Veranstaltungen, General- und Festversammlungen
Auf der Urichswacht.
Erzählung von A. Jüngst.
11 ------ (Nachdruck verboten.)
»Es ist kein Zweifel", sagte Eppendorf mit ernster Miene, als Gesina ihm unter Thränen den Thalbestand mitgetheilt, „daß Hans sein Bündel schnüren muß. Die Sache an sich wäre ja nicht so schlimm, ein Jugendstreich, eine Künstlerlaune, die aber unter den obwaltenden Umständen verhängnißvoll für ihn werden könnte. Laßt mich Rücksprache mit ihm nehmen, mit dem edlen Herrn von Bulach; er ist dem Hans wohlgesinnt und hat weitreichende Verbindungen. Vielleicht, daß in einer der kunstsinnigen freien Reichsstädte des inneren Deutschlands unserem Missethäter ein neues Feld erwächst, ein weiterer Spielraum seinem Geiste sich eröffnet. In etlichen Jahren, wenn in dem Drange der Ereignisse die dumme Geschichte vergessen und, will's Gott, der Franzose in seine eigenen Grenzen zurückgedrängt ist, kommt der Hans zurück, ein gemachter Mann, ein vollendeter Meister."
„Der Herr Rathsschreiber hat ganz recht," fiel der Großohm eifrig ein. „Fort aus Straßburg mit dem Hans! Und wahrlich, Frau Base, das Unglück ist, bei Licht besehen, garnicht so groß, wie es im ersten Augenblicke ausschaut. Wir haben nur der Gegenwart unseres fröhlichen Jungen nicht entrathen zu können geglaubt, sonst hätte er schon längst hinaus müssen in die Weite. Der Eigennutz unserer Liebe hat uns blind gemacht. Wohl mochte an dem Wunderwerk unseres Münsters seine jugendliche Begeisterung sich ent-
der verschiedensten Vereine. Und damit für alles das der Segen von oben nicht fehlt, werden nicht nur die Geschäfte jedes Tages nach altem Brauche mit Gottesdienst eingeleitet werden, sondern es findet auch eine Wallfahrt nach Kevelaer, dem berühmtesten und besuchtesten Gnadenorte Norddeutschlands, statt. Das auserwählte Volk des alten Bundes arbeitete an der Wiederherstellung der Mauern des irdischen Jerusalems, in der einen Faust das Schwert, in der anderen das Handwerkszeug. So werden auch in Krefeld die Katholiken Deutschlands als Anwärter des himmlischen Jerusalems die Waffe des Glaubens und des Gebetes und das Rüstzeug der Vernunft gebrauchen.
Wen sollte da nicht die Sehnsucht ergreifen, in die Reihe der Kämpfer und Arbeiter einzutreten, mitzuwirken an der Erfüllung einer erhabenen Aufgabe? Schon heute ist eine stattliche Schaar angemeldet — es sind bis jetzt über 1500 Mitgliedkarten gelöst worden. Und zahlreiche andere werden nachfolgen. Möge überall durch die deutschen Gaue und wo immer deutsche Katholiken wohnen, das Losungswort erklingen
Auf «ach Krefeld zur 45. Kerreralver- famrnlurig!
Da bei dem gewaltigen Andrange von Besuchern, der nach den mitgetheilten Ziffern noch in Aussicht steht, das Lösen von M itglieder- und Theilnehmerkarten, sowie das Erheben von Wohnungskarten, wenn beides erst an Ort und Stelle geschieht, mit mancherlei Unzuträglichkeiten verknüpft fein wird, bittet das Lokalkomitee nochmals, sich doch die Karten vorher zustellen zu lasten.
Für alle diejenigen, die verhindert sind, nach Krefeld zu kommen, sei ebenfalls noch einmal erwähnt, daß auf das Festblatt der 45. Generalversammlung bei der Post abonnirt werden kann. Das Festblatt ist unter Nr. 2439 b der Postpreisliste eingetragen. Der Bezugspreis ist auf 60 Pfg. festgefetzt.
Hebet das Verhcütniß der Vereinigten Staaten zu Deutschland kommt aus Chicago folgender Bericht: Durch einen Besuch, den der deutsche Botschafter in Washington dem Präsidenten der Vereinigten Staaten abgestaitet hat, sind im Publikum und in der Presse die kühnsten Vermuthungen lebendig geworden. Je weniger über den Inhalt der Unterredung zwischen den beiden Herren bekannt ist, desto größerer Spielraum ist der Einbildungskraft gelassen, und wenn die amerikanischen Zeitungen noch nicht genug Phantasie besitzen, helfen ihnen die englischen Blätter gerne nach. Es scheint eine förmliche Verschwörung gegen Deutschland zu bestehen, die syi emalisch daran arbeitet, das freundschaftliche Verhältniß, das nun schon seit mehr als hundert Jahren ungetrübt bestanden hat, zu vernichten, und der Erfolg ist auch nicht ausge- geblieben, insofern, als das amerikanische Volk sich in eine erbitterte Stimmung gegen die Deutschen bineingearbeitct hat. Darunter leiden in gleichem Maße die hier ansässigen Schweizer und Deutsch- Oesterreicher, welche die Maste des amerikanischen
zünden, seine drängende Kraft sich regen, aber um wirklich ein Meister $u werden in seiner Kunst, sollte er füglich auch in anderen Bauhütten arbeiten und sein Auge stärken an den Schöpfungen der Alten. Ich möchte es als einen unverkennbaren Wink des Himmels erachten, daß Hans auf diese Weise losgerissen wird von allem, was hier ihn festelt und seinen freien Auffchwung hindert."
„Möglich, daß Eure Ansicht die richtige ist, Herr Ohm," versetzte die Matrone, gedankenvoll das seidene Fürtuch glättend, „aber wir Frauen rechnen mit dem Herzen und nicht mit dem Geiste. „Gelt, Gesina, dir wird es eben so schwer wie mir, dich von der Nützlichkeit dieser Trennung zu überzeugen.
„Das Glück meines Bruders, der Ruhm seiner Zukunft steht mir höher als mein eigenes Wünschen," murmelte Gesina halblaut.
„Und wie wird er die Trennung von der Geliebten ertragen? Er denkt ja an nichts anderes mehr als an die Rosel."
In ihrem Schmerze vergaß die Gute, daß sie selbst dem Pflegesohn gegrollt um seiner Liebe zu der Rosel willen, und daß ihr einziges Kind Leid trug durch seine Schuld.
Auf diese letzte Bemerkung der Mutter gab denn auch niemand eine Antwort. Gesina preßte die Hände aufs Herz, um eine freudige Wallung der Eifersucht zu unterdrücken, welche ihr zuflüsterte, daß nun auch Rosel, die glückliche Rosel der Liebe Lew verkosten werde. Der Großohm hatte es trotz aller Liebe für Hans noch nicht über sich vermocht, die Wahl seines Schützlings zu billigen. Sein Standesgefühl empörte sich dagegen, das Kind
Volkes nicht von den Deutschen zu unterscheiden versteht. Die Regierung in Washington sowohl wie in Berlin hat wiederholt Erklärungen abgegeben, durch die alle die deutsch-feindlichen Berichte der Zeitungen, besonders des unter englischem Einfluß stehenden Telegraphenbureaus,Associerte Presse', Lügen gestraft werden, aber es ist dadurch auch nicht die geringste Aenderung eingetreten. In Leitartikeln, Korrespondenzen und Plaudereien wird ein hartnäckiger Feldzug gegen alles was deutsch ist und deutsch heißt, geführt, und vereinzelte Mahnungen, das Spiel nicht zu weit zu treiben, verhallen ungehört. Die Stimmung der amerikanischen Presse Deutschland gegenüber war schon seit Jahren nichts weniger als freundlich, aber gefährlich ist sie erst seit Ausbruch des Krieges gegen Spanien geworden.Der Aufenthalt des deutschen Geschwaders in der Bai von Manila, und vorher schon die geringe Sympathie, die man in Deutschland — wie überhaupt in Europa—dem „Humanitätskriege" der Vereinigten Staaten entgegenbrachte, lassen die fortgesetzten Verdächtigungen der amerikanischen Presse bei der Mehrzahl des Publikums immerhin glaubhaft erscheinen. Jedenfalls ist es auch richtig, daß man in Europa den Amerikanern, die man so gut als äußerst geriebene Geschäftsleute kennt, ihre plötzliche Schwärmerei für die Unterdrückten aller Länder nicht glauben will. Und daß die Amerikaner auch das Verhalten Deutschlands ganz und gar vom Standpunkte des Geschäftsmannes aus betrachten, geht daraus hervor, daß man jetzt häufig der Ansicht begegnet, Deutschland mißgönne der Union ihre Siege, nicht weil es Spanien mehr als die Vereinigten Staaten liebt, sondern weil man in letzteren den wirthschaftlichen Konkurrenten fürchtet. Die deutsche Landwirthschaft schreibe der preisdrückendcn Einfuhr von amerikanischem Fleisch und Getreide ihren Niedergang zu, und die hohen amerikanischen Schutzzölle benachtheiligen die deutschen Industriellen. Und während der amerikanische Wettbewerb auf den Weltmärkten eine immer größere Rolle spiele, sehe sich der deutsche Wettbewerb von den Märkten der Vereinigten Staaten mehr und mehr ausgeschlossen. Dazu komme nun noch die Aussicht, daß die Vereinigten Staaten auch noch Kolonialmacht werden wollen und auf dem großen Zukunftsmarkte im fernen Osten der deutschen Handelsinteresten ins Gehege kommen werden, und aus alledem erkläre sich die feindselige Haltung der deutschen Bevölkerung gegen die Vereinigten Staaten.
Es mag ja sein, daß die Ansichten bis zu einem Grade richtig sind. Aber die Sache liegt doch tiefer. Besondere Vorliebe für die Amerikaner, deren Rücksichtslosigkeit und Selbstsucht schon sehr alten Datums sind, besitzt man ja wohl nirgends. In Deutschland aber hat nichts so sehr wie die hiesige Zollgesetzgebung eine unfreundliche Stimmung gegen Amerika erzeugt. Die Mc. Kinley- und Dingley-Zölle sind nach der deutschen Auffassung die schlimmsten Friedensstörer: wurden sie doch auch mit der Absicht, der fremden Einfuhr die größtmöglichen Hindernisse in den Weg zu legen, geschaffen. Fand sich irgendwo eine Industrie, die hier in den Vereinigten Staaten vielleicht mit vieler Mühe und großen Kosten den Absatz ihrer Produkte ver-
des Thürmers in dem alten Zunfthause als Herrin walten zu sehen. Auch blieb er hartnäckig bei seiner Behauptung, das Mädchen sei des wackeren Jungen nicht würdig; ihr silbernes Lachen sei eitel Mißklang, ihre helle Stimme falsches Getön. Und her junge Rathsschreiber gar hatte es nie begriffen und begriff es auch noch nicht, wie sein einstiger Spielgenoffe und jetziger Jugendfreund fein Herz an die gefallsüchtige Rosel hatte hängen mögen.
Das Schweigen wurde beinahe peinlich; schon hob Frau Edeltraut das Haupt empor und blickte fragend von einem zum andern.
„Wollt mir gütigst Urlaub geben, Frau Edel- traut", sagte Sigmar aufstehend und nach seinem Barett greifend, „ich habe schon zu lange verweilt. Die reitenden Boten kommen und gehen den ganzen Tag. Wer weiß, was die nächste Stunde uns bringen wird? Ich spreche jedenfalls vor Abend noch einmal wieder vor und berichte Euch, wie die Sachen stehen, auch ob und was in der Stadt und den adeligen Weinstuben auf dem Hohensteeg und dem Mühlstein über den Hans verlautet. Aber wie dem auch sei, binnen acht Tagen muß er das Weichbild der Stadt verlassen haben. Wir chreiben heute den 26. Oktober, am 2. November ängstens muß er reisefertig sein."
„O Jungfrau Gesina," flüsterte der junge Mann, als er, von dem Mädchen sich verabschiedend, in ihre thränenumdunkelten Augen blickte, „wie rmnte doch Hans des köstlichen Diamanten am eigenen Herd nicht acht haben und lieber den werthlosen Kiesel von der Straße auflesen!"
An diesem Tage wurde an kein Mittagessen gedacht im Hochkirchnerhause. Das Kätherle ver- chmähte sogar das köstliche Gericht, und nur die
hatte, so wurde ihr schleunigst ein mög' lichst dicker Zollriegel vorgeschoben. Selbst der Wilson-Tarif, obgleich er sich in entgegengesetzter Richtung bewegte, hat die deutsche Mißstimmung nicht zu heben vermocht. Ueberdies hat gerade er den vielversprochenen Zuschlagszoll auf deutschen Zucker gebracht und damit Anlaß zur Beschuldigung eines Vertragsbruches der Vereinigten Staaten gegeben.
Allerdings ist es nicht richtig, wenn man behauptet, die amerikanische Zollgesetzgebung sei gerade gegen Deutschland ganz besonders feindselig gewesen: die amerikanische Gesetzgebung war selbstsüchtig und rücksichtslos gegen alle und nicht gegen Deutschland allein, und sie hat weder dieses noch irgend ein anderes Land mehr als andere zu benachtheiligen gesucht. Ist Deutschland schwerer als andere geschädigt worden, so lag das an den Verhältnissen und nicht an der Absicht, aber daß solche Schädigung, die aus absolut selbstsüchtigen Motiven hervorging, nicht dazu beitragen konnte, eine besondere Vorliebe des deutschen Volkes für die Amerikaner zu erzeugen, ist schließlich nur zu begreiflich. Und nicht minder begreiflich ist es, daß man, auch ohne auf der Seite Spaniens zu stehen, die Beweggründe, welche die Vereinigten Staaten den Krieg vom Zaune brechen ließen, nicht wie man hier will, in Mitleid mit den Unterdrückten oder in Sympathie für die Kämpfer für Freiheit und Vaterland sucht, sondern in derselben Selbstsucht und Rücksichtslosigkeit, aus der die Zollgesetze der Vereinigten Staaten hervorgegangen sind.
Deutsches Uerch.
Berlin, 17. August.
x Das Kaiserpaar mit seinen Kindern wird Wilhelmshöhe nach mehrwöchigem Aufenthalt am nächsten Samstag verlassen. Die Kaiserin mit den Kindern begibt sich direkt nach Potsdam, während der Kaiser bekanntlich nach Mainz fährt, um dort die Parade über die Garnison abzuhalten. Es findet dann großer Empfang statt, bei dem der Oberbürgermeister dem Kaiser einen Ehrentrunk kredenzen wird. Der Kaiser hat, so wird berichtet, „um der Stadt Mainz eine besondere Gnade zu erweisen", selbst die Hauptstraßen bestimmt, durch die er bei seinem Einzug reiten will. Am Sonntag gedenkt er mit dem Großherzog von Baden dem Pferderennen in Iffezheim bei Baden-Baden beizuwohnen und dann seine Mutter, die Kaiserin Friedrich, auf Schloß Kronberg im Taunus zu besuchen. Gegen den 25. ober 26. ds. will er wieder in Potsdam fein. Am 1. September nimmt er die Parade über das Gardekorps ab und begibt sich am folgenden Tage mit seiner Gemahlin nach Hannover zu den Manövern des 10. und des 7. Armeekorps; später von dort nach Westfalen zu gleichem Zwecke. Dort werden große Festlichkeiten veranstaltet. Am 7. September findet in Porta das Festmahl statt, welches die Provinz Westfalen dem Kaiserpaare gibt.
X Das fehlte gerade noch! Das hiesige Haupt-Bismarck-Organ gibt einer angeblich aus Leserkreisen stammenden Zuschrift Raum, in welcher das unerfrorene Ansinnen gestellt wird.
Hilfsmagd und der Laufbube thaten sich gütlich an den Rebhühnern und dem Kraut, und beinahe hätte das unreife Bürfchlein sich seinen ersten Rausch angetrunken in dem starken Heurigen.
VII.
Der Hans mußte fort Das stand unbestreitbar fest. Die weitverzweigte Sippschaft, die ganze Freundschaft der Hochkirchners sagte es einstimmig, mancher, dem der Findling ein Dorn int Auge gewesen, nicht ohne ein gewisses Behagen.
Frau Edeltraut gereichte es in ihrem Kummer einigermaßen zum Tröste, daß ihre Truhen und Schränke so wohl gefüllt waren an köstlichem Linnen und flandrischen Tuchen, daß ihre fleißigen Hände seit manchem Jahr schon an der gebührenden Ausstattung für den geliebten Pflegesohn gearbeitet hatten. Stück um Stück entnahm sie nun der schier unerschöpflich scheinenden Tiefe ihrer Vorräthe, entfaltete sie und legte sie sorglich wieder zusammen, in jedes ein brünstig Gebetlein hineinknüpfend. Gesina ging der Mutter rüstig zur Hand, packte das Felleisen und schaffte außerdem in Küche und Keller, um die Manteltasche des Reisenden mit guter Zehrung zu versehen.
Hans selbst kümmerte sich am wenigsten um seine Ausrüstung. Wenn es auf ihn angekommen wäre, hätte er den Franzosen getrotzt und den Kampf aufgenommen. Der gewaltige Ludwig sollte schon sehen, mit wem er es zu thun hatte, wenn seine Schergen es wagten, einen Bürger der freien Reichsstadt um eines Scherzes willen einzuspunden. War doch gerade in diesen Tagen ein Bote von dem Vetter aus der Pfalz gekommen, der darauf geschworen hatte, das Volk stehe