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M 181.

Sttttoo, Donnerstag, den 11. August 1898

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verantwortlich: Für die Redaktion i. V.■ Ios Ior a für Fns-rate I. pa r ze ll er in Fulda.

Bis Montag den 22. August, Abends, müssen die Wallfahrtskarten gelöst sein, da der König!. Eisenbahndirektion zeitig gemeldet werden muß, wie viele Waggons erforderlich sein werden; es dürfte sich darum empfehlen, bei Bestellung der Mitglied karten die Wallfahrtskarten mitzuerheben.

Ferner erläßt das Lokalkomitee der General-

Lrscheint täglich, ; m. Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Biertcljährl.

Aezugopreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus- VSrt-lM.SVPf.

vollends der französische Vicomte dem Mädchen nachging und schön mit ihm that, zehrten Liebe und Eifersucht dergestalt an ihm, daß ich wohl nachgeben mußte, wenn ich nicht Schlimmes er­fahren wollte. Der Hans freilich hätte sein Auge kecklich höher hinauf heben dürfen. Manche reiche Zunftmeisters- oder Rathsherrntochter hätte sich nur zu glücklich geschätzt, ihm als Gesponsin ins alte Hochkirchnerhaus zu folgen. Ja, ich habe oft gedacht, ein Fräulein von den Geschlechtern würde dem hübschen Steinmetzen, der es in Bälde zum Meister bringen wird, keine Absage geben, zumal seine vornehme Herkunft kaum noch einem Zweifel unterliegt. Das Höchste wäre gerade gut genug für ihn gewesen."

„Nun, was schiltst Du ihn denn, Mutter? ?ans hat doch das Auge gleich zum Höchsten er­hoben, was er erreichen konnte."

Eine ungewohnte Herbigkeit klang in dem Tone des Mädchens.

„Pfui, Gesina, schäme Dich! Das war ein übler Scherz. Ob auch seine Wahl unseren Wünschen nicht entspricht, wir dürfen die Ge­rechtigkeit nicht außer Acht lassen. Die Rosel ist zwar niederen Standes, aber ihr Vater ist ein Ehrenmann und sie selbst ein braves Kind, dem niemand etwas Böses nachsagen kann. Ihre seltene Schönheit, die Anmuth und Gewandtheit ihres Wesens rufen, wie auf der einen Seite die Bewunderung von jung und alt, auf der anderen die Tadelsucht scharfer Zungen hervor. Wenn sie den Hans liebt--"

„Ja, wenn sie ihn liebt!?" „Gesina!"

„Mutter!"

Zur 45, Generalversammlung der Katholiken Deutschlands.

□ Krefeld, 10. Aug.

Wie aus dem Programm zur45. General- Versammlung deutscher Katholiken er- sichtlrch, ist für Mittwoch den 24. August eine gemeinsame Wallfahrt zu dem großen Gnadenorte der „Trösterin der Betrübien" in Kevelaer geplant. Schon seit mehreren Jahren machte sich bei den Generalversammlungen das Bedürfniß geltend, mitten unter den Verhand­lungen eine Ruhepause eintreten zu lassen. Wer gewissenhaft allen Verhandlungen beiwohnt und neben den öffentlichen und geschlossenen Versamm­lungen die Kommissionssitzungen fleißig besucht, weiß recht gut, daß diese Tage beständiger, ernster Geistesarbeit gewidmet sind, die unbedingt eine ' Ruhepause erfordern. In Konstanz z. B. wurde Mittwochs auf dem schönen Bodensee eine Rund­fahrt veranstaltet, welche den ganzen Nachmittag bis zum späten Abend dauerte. Auch Wallfahrten zu einem benachbarten Gnadenorte pflegte man zugleich als geistige Erholung während dieser Tage zu veranstalten. Mit Freuden erinnert man sich noch der Generalversammlung in Am­berg im Jahre 1884, wo gemeinsam früh Mor­gens, Windthorst an der Spitze, betend zum Maria-Hilfberge gezogen wurde, um dann geistig und leiblich gestärkt am Nachmittag wieder der ernsten Arbeit obzuliegen. So entschloß sich denn auch das Lokalkomitee in Krefeld, eine Wallfahrt nach Kevelaer mit dem Katholikentage zu ver­binden. Ist doch Kevelaer in ganz Deutschland weitaus der berühmteste und gesuchteste Mutter- Gottesort und von Krefeld mit der Bahn in einer Stunde zu erreichen. Gewiß wird es manchem Besucher der Generalversammlung, zumal wenn Pr von weiter Ferne kommt, eine große Freude sein, gemeinsam mit andern Gesinnungsgenoffen Kevelaer zu besuchen und dort zu beten. Es soll dem Vorwurf entgegengetreten werden, als wenn allmählich unsere Katholikenversammlungen in Vergnügungsfeste ausarteten. Eine solche Wall­fahrt, wo Adel und Bürgerstand, Geistliche und Laien, Arm und Reich, vereint vor dem Gnaden- bilde der allerseligsten Jungfrau knien, wird ganz besonders geeignet sein, zu zeigen, wie wir Ka­tholiken unsere Aufgabe ernst erfassen und nicht säumen, auf unsere Bemühungen Gottes Segen herabzuflehen. Wenn einzelne Gemeinden nach Kevelar ziehen, so empfehlen sie gleichsam ihre Privatanliegen der mächtigen Fürsprache der Himmelskönigin; aber in diesen Tagen sollen wir als die Vertreter des ganzen katholischen Deutsch­land zu ihren Füßen knieen, um sie anzurufen, um ihren Schutz und ihre Fürbitte zu erflehen für dre lang ersehnte Freiheit unserer hl. Kirche und ihrer Orden in unserem lieben Vaterlande.

Die Wallfahrtskarte kostet 2 Mk., 1,60 Mk. das Billet 3. Klaffe, 40 Pfg. Zuschlag für die mannigfachen Unkosten. Jeder Theilnehmer er- chalt bei der Abfahrt des Zuges gratis ein künst-

Edeltraut, welche inzwischen den verlorenen Faden wieder gefunden hatte, aber trotzdem das Rädchen noch feiern ließ.

„Ach, Mutter, was sollte ich Dir entgegnen? Du weißt doch so gut wie ich, daß Hans nur dort oben auf dem Thurme weilen kann. Seit­dem Du Deine Einwilligung zum Verspruch gegeben, bringt er ja fast jeden Abend dort zu und kommt erst mit dem letzten Glockenschlaqe wieder heim."

„Wollte Gott, es wäre anders!" seufzte die Matrone und faltete bekümmert die Hände/ „Aber sag' selbst, Gesina, was sollte ich machen?'Das Einzige, was ich bei dem Feuerkops erreichen konnte, war, daß die Kundbarmachung des Ver- spruchs im Kreise der Sippe erst im nächsten Lenz erfolgen wird. Herr Gott, wenn ich daran denke, was die Treuin, die Neuburgin und gar die alte Rathsherrin, die Steinin von Hohensteeg, dazu sagen, wie sie die Hände zusammenschlagen und „Ach!" und „Weh!" schreien werden, befällt mich ein blaffer Schrecken. Schon jetzt schauen mich die Basen mit argwöhnischen Blicken an und führen allerlei fpitze Redensarten, sprechen von Findlingen, welche die Habe des Hauses verzetteln und Unehre über altangesehene Fa­milien bringen. Ich weiß recht gut, was derlei Anzüglichkeiten besagen sollen, haben sie doch nie­mals eine Gelegenheit entgehen lassen, mich in meinem Pflegesohne zu kränken, aber der Hans gilt mir mehr, als jede andere Rücksicht. Der Bursche war im vorigen Herbste wie ausge- wechselt, als er auf dem Schlettstädter Winzer­fest die Rosel gesehen und das schmucke junge Ding zum Tanze geführt hatte. Und seitdem nun

h ®in süddeutsches Blatt weiß zu melden, daß der preußische Finanzminister Miquel und der badijche Finanzminister Buchenberger bezüglich der Iinanzreform im Weiche eines Sinnes seien; das heißt also: der badische Finanzminister ltimmt der Miquel'schen Finanzreform zu. Das mag ja für Herrn v. Miquel persönlich sehr er­freulich sein, kann ihm aber in der Sache nichts nützen, denn nicht die Minister haben über eine Finanzreform zu beschließen, sondern der Reichs­tag, und dieser hat in seiner Mehrheit für die Reform, mit welcher Herr v. Miquel die deutschen Steuerzahler „beglücken" möchte, bisher glück­licherweise noch kein Verständniß gezeigt, und wird es hoffentlich auch für die Folge nicht thun. Im Jahre 1893 kam sogar der bayerische Finanz­minister eigens zu dem Zwecke von München nach Berlin, um Stimmung für Miquel'sche Finanz- und Steuerprojekte" im Reichstag zu machen. Es nützte aber nichts: er „fuhr ab", wie Herr Miquel auch.

* Wie eine hiesige Korrespondenz berichtet, ist der Bestand an KriegsfaHrrädern bei den Jnfanteriebataillonen verdoppelt worden, so daß nun jedes Bataillon mit 4 Rädern ausgestattet ist.

* Zwischen der deutschen und englischen Regierung ist es zu einem Schriftwechsel gekom­men bezüglich der dettlschen Ansprüche i« EHma. Im englischen llnterhause erklärte am Dienstag Curzon, der Unterstaatssekretär des Auswärtigen, der englische Gesandte in Peking, Macdonald habe am 18. Februar drahtlich be­richtet, der deutsche Gesandte in Peking habe eine Zweigbahn nach Tschingkiang beanstandet, keine Eisenbahn in Shantung könne ohne ein Ab­kommen mit Deutschland gebaut werden. Es sei sofort im Namen der britischen Regierung Einspruch zu Peking erhoben worden, ebenso bei der deutschen Regierung durch den Botschafter Lascelles. Staatssekretär Staatsminister von

des mit einer bunten Borde verzierten Gewandes stimmten nicht recht zu dem ernsten blassen Ant­litz, das wohl gar unschön zu nennen gewesen wäre, wenn nicht ein paar seelenvolle graue Augen es belebt hätten. Aber wer einmal in Gesinas Augen geschaut und die Macht ihres Zaubers, der aus unendlicher Güte quoll, an sich erfahren halte, der vergaß, daß der erste zarteste Schmelz der Jugend bereits entflohen, daß ihr Mund zu groß und ihre Nase nicht den Regeln klassischer Schönheit entsprach.

. die etwa fünfundzwanzigjährige Jungfrau 0 s -t ® dasaß, und der Schein der Lampe voll auf ihren aschblonden Scheitel und die schlanken unablässig sich regenden Hände fiel, bot sie ein liebliches Bild, lieblicher noch durch den Gegen- satz des hinter ihr gähnenden Dunkels. Das lockernde Licht vermochte nicht die Finsterniß zu bannen; die Tiefe des große« Gemaches, welches die ganze Breitseite des Hauses einnahm, die hohe gewölbte Decke blieben in ein unsicheres Halb- runkel gehüllt. Seltsame Schatten huschten der die getäfelten Wände; funkelnde Lichter ilitzten bald hie, bald da auf den silbernen und kupfernen Geräthen, den Kannen und Bechern des Kredenztlsches auf.

„Wie lange der Hans heute wieder bleibt!" agte Frau Edeltraut endlich, als der Faden ihren Fingern entschlüpfte, und das Rad einen Augen­blick stillstand. 9

Auch Gesina ließ die Arbeit sinken und hob >as geneigte Haupt. Aber sie erwiderte nichts, andern blickte an der Mutter vorüber nach dem Erkerfenster, daS in der Richtung des Münsters lag.

„Warum antwortest Du nicht?" fragte Frau

Auf der Ueichswucht.

Erzählung von A. Jüngst.

------- (Nachdruck verboten.)

Deutsches Reich.

Berlin, 10. August.

* Der Kultusminister Dr. Aosse weilt noch in der Provinz Posen und revidirt dort Schulen In seiner Begleitung befindet sich der Ministerial­direktor Dr. Kügler, der Freund des Simultan­schulwesens, ohne den, wie es scheint, der Mi­nister hilflos ist. Es macht immer einen eigen« thümlichen Eindruck, einen als orthodox ausge­gebenen Minister von einem Ministerialdirektor berathen zu sehen, der einer ganz anderen Rich­tung an gehört.

x Das Lippe'fche Slaatsminikerium

Inserate: Die ein« spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf., Rv- klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

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oie Ordnung und die zu singenden Lieder ver­zeichnet sind. Es soll zugleich für spätere Zeiten rne hebe Erinnerung an Kevelaer fein. Die -«etheiltgung von Frauen ist ausgeschlossen.

Wie bereits gemeldet, findet vom 29.-31 August d. Js. der dritte Charitastag zu Wies- baden statt. Eine glückliche Fügung hat es ge- roo?t'„ daß zwei mit dem Bisthum Limburg eng- verknupfte Gedenktage aus der Geschichte der Charitas mit der Zeit der Versammlung zu­sammenfallen. Gerade vor dreißig Jahren am 30. August 1868, wurde auf der Katholikenver­sammlung zu Bamberg der St. Raphaelsverein gegründet dessen Centrale 'n Limburg sich b" sinket, und vor 50 Jahren, am 15. August 1848 ro?re” dw ersten Schwestern der armen Dienst- magde Christi in ihr neues bescheidenes Klöster- lem zu Dermbach eingezogen. Beider Ereignisse soll durch berufene Redner gebührend gedacht werden, aber rote das Programm beweist soll auch den mu heranlretenden praktischen Fragen A k be£ ®/6,tete ?er Nächstenliebe eingehende Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Verlauf der Versammungen ist folgender: Montag 29. August Nachmittags 5 Uhr: Generalver- !"Elimg des Diözesan-Charitas-Verbandes des Blsthums Limburg in dem Saale des Katholischen ^esevereins (Kasino), Luisenstraße, neben der Bonlfatrusklrche. Von Abends 8 Uhr an: Da­selbst zwangloser Empfang der Gäste. Diens- t a g, 30. August, Vormittags 8 Uhr: Feierliches Hochamt m der Bonifatiuskirche. Vormittags 9 Uhr: Generalversammlung des CharitaSver- bandes für das katholische Deutschland*. 1. Rede des Vorsitzenden Dr. Werthmann über: „Die Äs « İ^°^andes." 2. Kassenbericht a §MrersBankierDr.Krebs von Freiburgi.B. 3. Wahl von 20 Mitgliedern des Verbandsaus-

IV.

„ Zu der Zeit, da droben im Thurmqelaß die ^'?^altung so bewegt dahinfloß, saßen in der Erkerstube eines schmalen hochgiebligen Hauses «m Münsterplatz zwei Frauen schweigend bei­lammen: Frau Edeltraut, die Wittib des Wein- sticherers Gerhard Hochkirchner und ihre Tochter

Während die Mutter das Rädchen schnurren i seidenweichen Flachs zu spinnweben- semem Faden drehte, stickte die Tochter mit kunst- fertlger Hand bunte Blumen in kostbaren Gold- F i auf dem geschnitzten Tische stehende ^sbltete einen kleinen Lichtkreis um sich ÄÄ. al0J Gestalten der beiden Frauen deutlich aus dem Halbdunkel hervortreten.

Frau Edeltraut war eine gesetzte Matrone, beten ninbe§ Gesicht in frischen Farben blühte kme Runzel zeigte, wenngleich durch ' mit 4euie™ seinen Tüchlein bedeckte

Haupthaar mancher Silberfaden sich zog. Das

e, ber wohlbehäbigen Bürgerfrau,

b“l glatte Mieder und das schwarzseidene Brust­tuch gaben der Fünfzigerin eine gehaltene Würde, ?rUrd) «nen mächtigen Schlüsselbund am Gürtel noch gebührend erhöht wurde. Die Achter ihr gegenüber hatte dieselbe hoheitsvolle Gestalt, nur feiner und schmächtiger und ein wenig Dornuber gebeugt, als ob eine unsichtbare Last M ihren Schultern ruhte. Die lichten Farben

ichusses. 4. Rede des hochw. Herrn Rektor Kinn von Arenberg bei Ehrenbreitstein: „Soll der Charitasverband ländliche Krankenpflegerinnen ausbilden?" 5. Berathung der Anträge. Nach- mit^gs 4 Uhr: Erste Charitasversammlung*. 1. Rede des Herrn Reichstags- und Landtaqs- abgeordneten P. P. Cahensly von Limburg

b- 2- äut Feier des 30 jährigen Stiftungsfestes des St. Raphaelsvereins: „Dreißigjährige Thätig- kert des Raphaelsvereins für überseeische Aus­wanderer und seine Fürsorge für die italienischen Arbeiter in Deutschand." 2. Referat des Herrn vr. med. Möser, prakt. Arzt in Karlsruhe: »Was haben die Katholiken in der Mäßiqkeits- bewegung zu thun?" mit Diskussion. 3. Wahl des Mäßigkeitsausschuffes. Abends 8*/a Uhr: ? l ,.rn*er^a^un9* "Icker gefälliger Mitwirkung katholischer Vereine Wiesbadens mit Chören, lebenden Bildern rc. Mittwoch, 31. August, Vormittags 9s/zUhr: ZweiteCharitasoersammlung* 1. Referat des hochw. Herrn Direktor Müller von Marienhausen über: „Die Ausdehnung der Zwangserziehung und die Erziehung der ver­wahrlosten Jugend im allgemeinen." 2. Referat des hochw. Herrn Pfarrer Rieg in Rammingen über: „Die Versammlungen der Württemberger Rettungshaus-Vorstände seit 1871." 3. Be- fpted)ung ber Thesen zu 1 und 2. Nachmittags 4 Uhr: Dritte allgemeine Charitasversammlung*. 1. Rede des hochw. Herrn Domkapitular H i l p i s ch von Limburg a. d. L.: „Zum goldenen Jubiläum der Genossenschaft der armen Dienstmägde Christi zu Dermbach (Nassau)." 2. Rede des Herrn Landesrath M. Brandts von Düsseldorf: „Für­sorge für die verwahrloste Jugend." (Resums der vormittäglichen Berathung.) 3. Rede des hochw. U. Benno A uracher 0. Oap. von Burghaufen (Bayern): „Katholizismus und Charitas." Be­merkungen: 1. Sämmtliche mit * (Stern) be­zeichneten Versammlungen finden int obern Saal des Katholischen Gesellenoereinshauses (Dotzheimer- traße) statt. 2. Vorherige Anfragen wegen Woh­nungen und Anmeldungen sind zu richten an Herrn Kaufmann Georg Schardt in Wiesbaden, Große Burgstraße 19. Der Vorstand des Charitas- verbandes setzt sich zusammen: Dr. Herm. Jos. Schmitz, Weihbischof von Köln, Ehrenpräsident. Dr. Werth mann, Oberamtsrichter Arm­bruster, Stellvertreter des Vorsitzenden. Bankier Dr. E. Krebs, Kassirer. Prälat Dr. Heiner, Prof. Dr. Keppler, Dr. med.'@a fert, Superior Karl Mayer, Beisitzer.

Druck und Verlag ter Fuldaer Actiendr-ucker-t. • peterrgaSe Nr. i lbarmauie).

FuldaerMZeitung

mit Unterhatlungs-Meitage „Muflrirte Sonntags-Ieitung

Versammlung folgende Bekanntmachung:

Das Festblatt der Generalversammlung wird während der Versammlungstage vom 21.—25. August d. I. mindestens 5 Mal (wahrscheinlich aber noch öfter) in einer Auflage von voraus­sichtlich 6000—10000 Stück erscheinen. Die sämmtlichen Nummern des Festblattes werden auf Bestellung gegen vorherige Einsendung von 60 Pfg. unter Kreuzband täglich portofrei zugesandt. Auswärtige Bezieher können das Festblatt auch bei der Post bestellen. Postpreis- iste Nr. 2439d. Von anderer Seite etwa auf­tauchende Festzeitungen oder ähnliche Unter­nehmungen werden Seitens des Lokal-Komitees owohl vom Vertrieb wie von der Vertheilung an allen für die General-Versammlung vorbe- -altenen Orten ausgeschloffen. Der stenographische Bericht über die General-Versammlung erscheint in Broschüren-Format zirka 500 Druckseiten stark, in einer Auflage von mindestens 2000 Exemplaren im Monate Oktober. In den Anhang des steno­graphischen Berichtes werden Inserate ausge­nommen zum Preise von 20 Mk. die '/, Seite 12 Mk. »/, Seite, 8 Mk. die »/« Seite. '

<£ Charitastag zu Wiesbaden.

25. Jahrgang

erklärt jetzt offiziell, daß auf Grund der zwischen Preußen und Lippe bestehenden Verträge dem pursten von^ippe, also auch dem gegenwärtigen Regenten, die schon gestern mitgetheilten Rechte eines kommandirenden Generals gegenüber den in seinem Lande garnisonirenden Truppen zustehen, ebenso das Recht, über die von den Truppen ielnem Hause zu erweisenden Ehrenbezeugungen Bchimmung zu treffen. Nachdem so Zweifel mch. mehr möglich sind, muß man fragen: Wie konnten von Berlin aus Anordnungen getroffen werden, welche diesen klaren, gar keiner Miß­deutung fähigen Abmachung widersprechen? Jetzt bedarf die Angelegenheit erst recht gründlicher Ausklarung, denn der schlimme Eindruck, den das von Berlin her beliebte Verfahren macht, wird durch diese Ergänzung des seither bekannten Sach­verhalts bedeutend erhöht, und die ohnedies schon m den einzelnen Bundesstaaten herrschende Miß­stimmung und Aufregung vergrößert.

* Ein reicher schlesischer Magnat, Gras H«ido Keuchet »oti Dottnersmarch, hat aus Anlaß seines 50jährigen Fideikommißbesitz - Jubiläums eine Stiftung von 1 Million Mark gemacht, deren Zinsen zu wohlthätigen und gemeinnützigen Zwecken verwendet werden sollen. Möchten An­dere ihm nachfolgen!