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*) Sorge nicht, bilde Dir nicht ein.

statt. Aus diesem Anlaß wird die hiesige Freie Vereinigung der genannten Berufszweige zu Ehren der theilnehmenden Delegirten am Montag

sein Mündchen nicht aufthun. Aber als er die- erste Bangigkeit überwunden und zu singen an- hub, zog er durch sein Helles Schmettern und Trillern die Aufmerksamkeit aller Besucher des Vogelladens auf sich. Gerade war eine Frau gekommen, sich ein Vöglein zu kaufen. Sie hatte zu Hause einen finstern, launigen und brummigen Gemahl, der manchmal Tage lang kein Wort mit ihr sprach. Ein Vöglein, hatte sie darum gedacht,, will ich ihm kaufen, vielleicht erheitert das seinen Sinn. Zwanzig Mark war ihr nicht zu viel für den vortrefflichen Sänger. Er ward gekauft, wohlverwahrt von der Frau nach Hause getragen und in vergoldetem Korbe ins Wohnzimmer gehängt. Doch die arme Frau hatte die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Der etwas bequeme Gemahl pflegte Mittags nach reich ich genossenen Mahle sich direkt hinter den Tisch auf's Sopha zu legen und dort einen festen Mitlagsschlaf anzusetzen.. Heute aber war er kaum in's Reich der Träume gekommen, da fing unser kleiner Vogel derart laut ein Schlummerlied an zu schmettern, daß der alte Brummbär wüthend aufsprang und unter Donner und Doria und andern liebenswürdigen Worten seiner Frau befahl, den frechen Bengel sofort aus dem Hause zu schaffen. So kam er denn wieder gegen erlegtes Reuegeld von 3 Mark an unfern Vogelhändler zurück. Doch nicht für lange Zeit. Em älteres Fräulein kaufte ihn wieder. Diese Person war zwar eine Liebhaberin von Thieren, aber bevorzugte doch Hunde und Katzen, und so war denn unser Kleiner denn rem in eine Räuberhöhle gerathen und-

gliedern in die Kommission zur Vorberathung | Perückenmacher und Heilgehilfen Deutschlands betreffend Vermehrung der Bureau-Räume;

13) Anstellung von zwei Lehrerinnen; 14) Bilanz

des Neuhöfer Darlehnskaffen-Vereins; 15) Fest-

Abend in der Centralhalle einen Kommers ver­anstalten.

* Ira«kf«rt, 28. Juli. Ein hiesiger Thier­arzt wurde von einem an einer Augenkrankheit leidenden Hündchen in den Finger gebissen. Die anfänglich ganz unbedeutende Wunde artete aus, es trat Blutvergiftung ein, und der Arzt mußte sich gestern Mittag im Bürgerspital einem operativen Eingriff unterziehen. — Die hiesigen Bäcker und Brodfabriken haben den Preis des Brodes in Folge der gefallenen Ge­treide- resp. Mehlpreise um 1 Pfg. pro Pfund ermäßigt.

nun schon einige Monate alt. Es konnte in seine Flügel schlagen, Hüpfen von Stöckchen zu Stöck­chen, sich selbst sein Futter suchen, sein Köpfchen im Wasserglas baden und den Schnabel wetzen links und rechts. Es gefiel natürlich unserm Hausherrn, daß sein Zögling schon so feine Manieren angenommen, aber das Gefallen hatte einen sehr unedlen Beweggrund. Er ging näm­lich mit dem grausamen Gedanken um, den armen Kleinen zu Geld zu machen und ihn bald zu ver- I kaufen. Um aber den Preis für den kleinen Gesellen recht hoch schrauben zu können, wollte er ihn erst aus's Konservatorium schicken, damit er schön fingen lerne. Er nahm ihn also von andern muntern Vögeln fort, setzte ihn in einen kleinen Käfig, trug ihn dann in eine Nachbar- kammer und ließ ihm Privatunterricht geben durch eine, man denke sich die schlimme Geschichte, heimlich wider alles Vogelrecht mit Strick und Leimruthe gefangene Nachtigall. Diese saß in einem mit einem Tuch überhangenen Bauer und klagte dort in lang gezogenen Tönen über die verlorene Freiheit. Unser kleiner Kanarienvogel spitzte die kleinen Ohren, lernte Läufer und Triller, lernte Schleifen und Rollen, Flöten und Trom­peten, Allegro und Andante, Largo und Ada­gio, Piccicato und con moto, und kein halbes Jahr war vorüber und er konnte mit den besten Zeugnissen über feine Tüchtigkeit entlasten werden. So wurde er denn von einem Vogelhändler er­handelt und kam mit einem ganzen Trupp kleiner Konzert- und Theater-Vogelfänger nach Köln. Hier in der fremden Umgebung wollte er erst

erführen, daß ihr Kind eine Komödiantin sei. Das ärmste Bettelweib würde mit dem Daumen über die Achsel auf sie zeigen und sagen: „Mein Dirndl hat nichts, gar nichts; aber sie ist ein ehrliches Leut, und das ihrige ist eine Komödiantin." Der Schmerz wollte ihr schier das Herz abdrücken. Als der Zaunhäusler fort war mit dem Briefe, kniete sie hin und flehte zu Gott um Hilfe für ihr Kind. (F. f.)

Unser Usglein.

Unser kleines Kanarienvöglein erblickte im Jahre 1896 das Licht der Welt. Aber nicht in der eigentlichen Heirnath seiner Väter, auf den Kanarischen Inseln, sondern im Harzgebirge. Es gehörte also nicht den jetzt so sehr bedrohten spanischen Kolonien an, sondern war ein echter deutscher Vogel. Auch stand sein Nestchen nicht auf einem jungen, früh belaubten Baume, wohin es eigentlich gehörte, sondern in einem Käfig, trotz feiner Größe für einen freien Vogel ein kleines Reich, zumal noch eine ganze Reihe Zunft- genoffen mit ihren Eltern ihn zugleich bewohnten. Sonst fressen die Standes genossen unseres Vög­leins gemeinen Kanariensamen, Hanf nebst ge­legentlicher Zugabe von etwas grünem Kraut; die Eltern unseres Kleinen aber hatten von ihrem besorgten Hauswirth und Züchter in der Nistzeit und später unser Vöglein selbst reichlich gelben Hühnerbrei zur Speise erhalten. Damm war unser Kleiner auch so gewachsen und hatte ganz gelbe Federn bekommen. Unser Vöglein war

Kokales.

Fulda, 29. Juli.

* Mrückeua«, 28. Juli. Wir lesen in der ,Augsb. Postzeitung': „Ein Abgeordneter kam letzter Tage nach Brückenau. Dieser idyllische und heilkräftige Kurort ist im heurigen Jahre sehr stark besucht. Zu den regelmäßigen Kur­gästen stellen auch die katholischen Geistlichen ein ziemliches Kontingent. Als der Abgeordnete mit einigen derselben das Lesezimmer besuchte, fand er alle Sorten von Zeitungen —, aber kein einziges katholisches Blatt. Zwar ist ein Schildchen mit der Aufschrift: „Bayr. Cour." vorhanden, das ist wohl nur ein UeberbleibfeL aus früherer Zeit. Die katholischen Kurgäste haben zwar schon nach der .Germania' oder ,Köln. Volkszeitung', als Hauptorganen für Nord- deutschland, und nach der ,Augsb. Postzeitung', als Hauptorgan der bayerischen Katholiken, wieder­holt gefragt. Bis jetzt aber ist noch kein katholisches Blatt aufgelegt. Das ist auch leicht erklärlich. Es wird erzählt, der Pächter des Bades überlaste das Zeitungswesen dem Oberkellner. Was weiß dieser von katholischen Zeitungen? Alle Jahre ein neuer Oberkellner, alle Jahre ein neues Monitorium, bis dem Wunsche der Katholiken Rechnung getragen wird! Erst unlängst sind große Summen vom Landtage für das Bad Brückenau bewilligt worden, und trotz­dem so wenig Rücksicht auf die katholische Mehr­heit der bayerischen Bevölkerung! Sind wir Katholiken nur zum Zahlen gut genug ? Oder haben wir Katholiken vielleicht schon die Ehre, auf eine Stufe mit den Sozialdemokraten gestellt zu werden? (Was hier für Bayern gesagt ist, gilt auch vielfach für andere Bezirke. Wir versprechen uns aber weniger von Staaten, als von der Selbsthilfe. Wenn jeder Katholik, der als Kurgast in ein derartiges Lesezimmer kommt, eine katholische Zeitung verlangt,, wird es bald anders werden, auch wenn der Oberkellner zugleich Oberbibliotbekar ist. D. Red.)

* Kassel, 28. Juli. Das dem Kommunal- Verband gehörige Terrain des ehemaligen Land- krankenhauses in Bettenhausen soll mit Gebäulichkeiten von der Firma Salzmann L Co., zum Preise von 370,000 Mark käuflich erworben worden sein. — Eine Versammlung hiesiger der Innung fern stehender Schreinermeister hat be­schlossen, gegen die Bildung einer Zwangs­innung Stellung zu nehmen und dieses in einer an den Herrn Oberbürgermeister zu richtenden Darlegung zu erkennen zu geben.

* Marburg, 28. Juli. Unsere Stadt prangt reich in Flaggenschmuck. Anlaß hierzu sind die Stiftungsfeste einer Reihe studentischer Verbindungen, von denen eine gestern Abend in stattlichem Festzuge durch die Stadt unter Voran­tritt zweier Musikkorps nach dem Museum zog.

* Iriedverg, 28. Juli. Das hiesige,Kreis­blatt' bringt folgendes Inserat: „Meine Braut A. H. ist verloren gegangen. Der ehrliche Finder darf sie als Belohnung behalten."

* Kifeuactz, 28. Juli. Der Kongreß der Radfahrer-Union hat auch in finanzieller Beziehung, wie die,Eis. Tagespost' erfährt, ein gutes Ergebniß gehabt. Während frühere Kon-- greffe mit einem Defizit abschlofsen, hat der Eise­nacher Kongreß einen kleinen Ueberschuß erzielt.

* Mühlhausen, 28. Juli. Gestern fiel aus einem Fenster des 3. Stockwerkes eines Hauses der Feldstraße einjähriges Kind in den Hof. Wunderbarerweise hat das Kind außer gering­fügigen Verletzungen keinen Schaden davon­getragen.

September ein Wechsel vollziehen soll. Als Nach- folyer des Grafen Goluchowski war zunächst der Reichsfinanzminister v. Kallay in Aussicht ge­nommen. Diese Persönlichkeit kommt zur Stunde jedoch nicht mehr in Betracht, da die Erkenntniß durchdrang, daß Kallay mit Rücksicht auf die Verwaltung Bosniens und der Herzegowina auf seinem bisherigen Posten unentbehrlich erscheine und man wegen eines Nachfolgers in Verlegen­heit wäre. Nunmehr wird der österreichisch­ungarische Botschafter in Berlin, Herr v. Szö- gyeny-Marich als künftiger Minister des Aeußern genannt. Der zur Zeit auf Ur­laub befindliche Staatsmann soll bereits vor kurzem in Ischl vom Kaiser empfangen worden fein. Es verlaufet schließlich, daß Szögyeny am 17. August in Berlin eintreffen werde, um feine dortigen Angelegenheiten zu orden. Freiherr v. Pasetti, der österreichische Botschafter in Rom, dürfte den Berliner Posten erhalten.

* Dern, 28. Juli. Die Auswechselung der Ratifikationsurkunden zu dem schweizerisch-ita­lienischen Vertrag über den Simplondurchstich hat heute Vormittag durch den Bundespräsi­denten Ruffy und den italienischen Gesandten Riva im Bundespalais stattgefunden.

* London, 28. Juli. Am Central-Straf- gerichtshof wurde der Schuhmacher Trodd, welcher seiner Zeit auf den deutschen Botschafts­sekretär Grafen Arco-Valley geschossen hatte, für wahnsinnig erklärt, und dessen Jnternirung auf Lebenszeit angeordnet.

* Madrid, 28. Juli. Einem amtlichen Bulletin zufolge war der König gestern infolge eines leichten, katarrhalischen Fiebers, begleitet von einem Gesichtsausschlag, der als Masern dargestellt wird, gezwungen, das Bett zu hüten. Die Krankheit verläuft normal.

O Wie strenge der Muthwille, einem Ilad-

Ö Nächsten Montag, den 1. August, Abends I J°äl)renb des Fahrens einen Stock in 7^/2 Uhr findet eine Sladlverordaetenversamm- Rad zu stoßen, bestraft wird, zeigt em titttfl statt. Die Tagesordnung wurde wie folgt ^eftgen Schöffengerichte gefälltes Ur­festgefetzt : 1) Einführung der neuen Stadtverord- einigen Tagen wurde wegen des

neten Arnd und Büttner und deren Der- ^nannten Zergehens em Angeklagter zu drei pflichtung; 2) Mittheilung über Namens ber| Monaten Gefangniß verurtheilt.

setzung des Fluchtlinienplanes hinter den Löhern.

1 .Der hiesige Bahnhofs-Vorsteher Herr Iink v. Iinkenstem ist dem Vernehmen nach vom 1. September ab nach Bad Ems versetzt.

4- Am Montag den 2. Oktober d. I. be­ginnt in der hiesigen Letzrschmiede ein neuer Kursus. Derselbe dauert 3 Monate. Am

I geben werden, daß an denselben sich auch Friedens­verhandlungen anschließen. Außerdem muß der Präliminarvertrag die Verpflichtung seitens Spa­niens enthalten, sich einer Reihe von Bedingungen zu unterwerfen, welche von den Vereinigten Staaten als Grundlage der Friedensverhandlungen erklärt werden. Man vermuthet in Washington, daß, wenn Spanien diese Bedingungen erfährt, vorübergehend ein Rückschlag zu Gunsten der Fortsetzung desKrieges erfolgen wird, der wahrscheinlich so lange dauert, bis San Juan vollständig eingeschloffen ist, was nach dem Ur« theil militärischer Sachverständiger in 14 Tagen der Fall sein wird. Die zwei einzigen Bedin­gungen, über welche die Regierung schlüssig zu sein scheint, sind die Unabhängigkeit von Cuba und die Abtretung von Portorico, beide jedoch in schuldenfreiem Zustande. Eine Kriegsentschädigung wird man nicht fordern, es fei denn, daß Spanien durch weiteren Wider­stand der amerikanischen Regierung schwere Kosten wegen der Sendung eines Geschwaders nach Spanien und der in größerem Maßstabe statt­findenden Fortsetzung der Operationen auf den Antillen verursachen sollte.

* New-Aork, 28. Juli. Eine Depesche der ,Evening-Post' aus Washington meldet, der Staatssekretär Day und der stellvertretende Se­kretär des Staatsdepartements, Moore, hätten die Grundzüge für die Frieden so erhand- lungen festgesetzt, um dieselben dem Kabinet zu unterbreiten. Ueber die Einzelheiten wird Still­schweigen beobachtet, doch kann man mit Be­stimmtheit behaupten, daß Folgendes die Haupt­punkte sind:

1) Aufgabe der spanischen Oberhoheit über Cuba mit dem Zugeständnis, daß die Bevölkerung Cubas unter amerikanischem Schutze berechtigt ist, sich eine dauernde Regierungssorm zu wählen.

2) Absolute und unbedingte Abtretung von Portorico an die Vereinigten Staaten.

3) Regelung der PHilippinen-Frage durch eine Konferenz oder Kommission. Die Amerikaner werden für sich ein Maximum von kommerziellen Bortheilen, verbunden mit einem Minimum von Regierungsverant­wortlichkeit beanspruchen. Was die Ladronen, Karolinen und sonstigen Errungenschaften betrifft, so würden diese Fragen kein Hinderniß für die sofortige Einigung und den Friedensschluß bilden.

Ein Mitglied des Kabinets, das bei den gestern Abend im Weißen Hause stattgehabten Verhandlungen eine bedeutende Rolle spielte, er­klärte heute, es würde sich bei der Frage einer etwaigen, künftigen Besitzung der Vereinigten Staaten in der Philippinen-Gruppe wahr­scheinlich nur um eine einzelne Insel handeln.

Schluffe findet für die Zöglinge eine Prüfung statt, durch deren Bestehen die Befähigung zum selbstständigen Betrieb des Hufbeschlaggewerbes erlangt wird. Der theoretische und praktische Unterricht ist unentgeltlich. Für Be­köstigung und wohnliche Unterbringung haben die Zöglinge selbst zu sorgen. Schlafstelle ist in hiesiger Stadt bei Stellung des eigenen Bettes für monatlich 6 Mk. zu haben. Die Beköstigung ist in der öffentlichen Küche (Suppenanstalt) sehr billig zu bestreiten. Für die Prüfung wird eine Gebühr nicht erhoben, dem tüchtigsten Zögling wird eine Prämie von 50 Mk. zu- ertheilt. Anmeldungen, welche Angaben über die Personalien, ein Führungszeugniß der Ortspolizei und einen Nachweis über die bisher erlangte technische Ausbildung (Lehrzeugniß u. s. w.) ent­halten müssen, sind bis zum 1. September d. I. an Herrn Kreisthierarzt Fröhner in Fulda ein­zureichen. Von demselben ist auch jede nähere Auskunft einzuholen.

(*) Das Amtsblatt der königlichen Regierung zu Kassel veröffentlicht die DurchschmtlsSerech- ttttitg Üver die Marktpreise an den Garnisons­orten in dem Regierungsbezirk Kassel für den Monat Juni. Danach betragen die Durchschnitts­preise in Fulda a) für 100 Kilogramm in Mark: Weizen 21.88, Roggen 16.38, Gerste 17.79, Hafer 17.44, gelbe Erbsen zum Kochen 23.50, weiße Speisebohnen 33.00, Linsen 32.00, Eß­kartoffeln 7.50, Richtstroh 4.75, Krummetstroh 3.65, Heu 5.43, Rindfleisch im Großhandel 95.00; b) für 1 Kilogramm: Rindfleisch im Kleinhandel von der Keule 1.32, desgleichen vom Bauche 1.10, Schweinefleisch 1.50, Kalbfleisch 1.16, Hammelfleisch 1.16, geräucherter Speck 1.70, Eßbutter 2.20, 1 Schock (60 Stück) Eier 3.41. — Die Laden­preise pro 1 Kilogramm in Mark betrugen in Fulda: Mehl zur Speisebereitung aus Weizen 0.31, aus Roggen 0.23, Gerstengraupe 0.50, Gerstengrütze 0.43, Buchweizengrütze 0.56, Hafer­grütze 0.55, Hirse 0.45, mittlerer Java - Reis 0.46, mittlerer roher Java-Kaffee 2.90, gelber Java-Kaffee in gebrannten Bohnen 3.98, Speise­salz 0.20 und Schweineschmalz 1.50.

lqj Aus der hiesigen Eisenbahnstation werden vom kommenden Sonntag ab Sormtags- Miicksatzrkarten nach Wilhelms höhe und Eisenach zur Ausgabe gelangen.

Der spanisch-amerikanische Krieg.

* Ueber die Vorgeschichte des nun that- sächlich erfolgten ersten Schrittes zur Eröffnung der Friedensverhandlungen gibt der Pariser ,Temps' folgende Einzelheiten: Seit zehn Tagen schon hat sich Spanien bemüht, dem Kriege ein Ende zu machen. Zunächst galt es, dafür eine Form zu finden, durch wen und wie die Madrider Regierung beim Kabinet in Washington ihren Wunsch anbringen könne. Bei der Person des Vermittlers kam es daraus an, daß seine Wahl nicht den Verdacht einer Inter­vention erwecke. Da Frankreich feit Ausbruch der Feindseligkeiten die Interessen Spaniens, z. B. in Konsularsachen vertreten hatte, lag es nahe, daß es auch hierbei dem befreundeten Nachbarreiche zu Diensten war. Sobald daher der französische Botschafter in Washington, Herr Cambon die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß die Vereinigten Staaten einer französischen Ver­mittelung nicht abgeneigt sein würden, benach­richtigte er den Minister des Auswärtigen in Haris, Herrn Delcasss, worauf diesem vom Madrid eine Note zugestellt wurde mit der Bitte der Weiterbeförderung nach Washington. Das geschah, und Cambon hatte endlich dieses lange Hin und Wieder beendet durch Ueberreichnng des Schriftstückes an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, der in Gegenwart seines Staatssekre­tärs Day die Depeschen entgegennahm mit der Bemerkung, er werde darüber mit seiner Re­gierung berathen. Dieses schwerwiegende Wort Mac Kinleys ist dann auf dem vorgeschriebenen Wege weiter gewandert von Cambon an Del- caffe, von Delcasss an Castillo, den spanischen Botschafter in Pans, und von Castillo schließlich an Sagasta. In Madrid bestätigte der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, daß Vorschläge für die Friedensverhandlungen gemacht seien, weigerte sich aber, Einzelheiten mitzutheilen.

In Bezug auf die Aussichten für den Ab­schluß eines Waffenstillstandes wird heute dem,Reuter'schen Bureau' aus Washington ge­meldet, daß, wenn ein Waffenstillstand bewilligt werde, dies nur bann geschehen werde, wenn durchaus bindende Bürgschaften dafür ge= schreibst, wirst Du? Grimm Dich nicht,*) Marie, daß ich die Künstlerinnen vom Theater nicht kenn'! Bin Soldat gewesen und war auch in der Stadt. Und Komödiantinnen gabs dazumal auch schon. Weiß schon, was sie sind! Marie, wenn ich daran l denk', daß Du so eine werden könnt'st! Mein Tod ist's. Thu' es nicht, bleib' ehrlich, Marie. Geh' heim zu uns, brauchst derentwegen nicht zu darben; wenn Du nicht arbeiten willst, kannst thun, was Dich freut. Schinden will ich mich | und plagen, fo lang ich noch leb’, daß Du kannst eine Frau machen daheim, wenn Du Dich der Arbeit entwöhnt hast. Aber thu' uns das nicht an, werd' keine Komödiantin! Geh' heim zu uns! Mit den Fingern würden die Leute auf uns zeigen, wenn sie es erführen: Denen ihr Kind ist fo Eine, fo eine Komödiantin! Hat immer fo besonders gethan, das Schwarzblattl — weißt | ja, wie sie Dich geheißen haben, und jetzt ist sie l fo Eine — würden sie sagen. Geh' heim, Marie; folg' uns nur noch ein einziges Mal, und thu' I uns die Schänd' nicht an. Geh' heim zu

Deinen tieftrauernden Eltern."

So hatte der Zaunhäusler geschrieben, und dick- Tropfen rollten ihm dabei über die Wangen < herab in den Bart. Auf der Ofenbank faß die | Zaunhäuslerin und meinte gleichfalls.

Das wäre ihr nicht im grausigsten Traume | beigekommen, daß ihr Kind so einen Gedanken 11 haben könne. Wie würden ihr die Nachbarinnen , ausweichen und sie meiden allerorts, wenn sie es ,

Stadtverordnetenversammlung geschehene Beglück­

wünschung des Herrn Dompfarrers Endert zu dein ilttdlbnmbkL

seiner Erwählung als Bischof; 3) Antrag ©immer ™

auf Erweiterung der städtischen Schuldeputation; . ^o^entuber, 29. AU. Sicherem Ser« 4) Schloßkaffe-Rechnung von 1896/97; 5) Antrag ! nehmen nach ist Herr Gerichts-Asseffor Henkel Heres und Fritz, Vorlage des Fluchtlinienplanes Fuldaer) zu Bern kastel bei Trier vom

der Stadt betreffend; 6) Verlegung des Abfuhr- l?- ^um Amtsrichter in

grabens vom Gartenbrunnen innerhalb der Be- Großenlüder ernannt worden.

sitzung des Herrn Joseph Fritz; 7) Verkauf eines O Lckweisöach, 28. Juli. Die feierliche städtischen Weges an R. Berta; 8) Festsetzung Grundsteinlegung zur neuen Kirche und Abforderung des Schulgeldes für auswärtige findet Sonntag den 31. Juli Mittags 2l/, Uhr Kinder; 9) Beschwerde eines Schreinermeisters statt. Voraussichtlich werden die Gläubigen aus wegen Verwerfung von 2 Schulbänken; 10) Er- den benachbarten Ortschaften sich zahlreich an Höhung der Remuneration für die Lehrer der der Feier betheiligen.

gewerblichen Fortbildungsschule; 11) Beschluß- * Ka«au, 28. Juli. Am 2. und 3. August sassung über die Anstellung des Maurers Johann findet hier der Verbandskongreß der Freien Schmitt als Feldhüter; 12) Wahl von 3 Mit- Vereinigungen selbstständiger Barbiere, Friseure