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1798

1806

Viel Regen

Sturm

Sehr trocken Beständig

Schön Veränderlich

I diese Aufgabe bewältigen.

Der zweite Punkt der Zahnpflege betrifft die tägliche Reinigung der Zahnreihen mit Bürste und Zahnpulver oder Zahnseife. Diese Reinigung soll dreimal täglich vorgenommen werden, am Morgen, nach der Hauptmahlzeit und des Abends vor der Nachtruhe. Am wich­tigsten ist die abendliche Reinigung, weil in der Nacht, wo die Selbstreinigung des Mundes durch Zungen- und Wangenbewegung fortfällt, am meisten das Zahngewebe zerstört wird. Für Jeden, dem eine derartige Zahnpflege zur Lebens­gewohnheit geworden, ist der tägliche Gebrauch der im Handel käuflichen Mundwässer ans Rücksichten gegen die Zähne überflüssig. Die von den zahllosen Fabrikanten dieser Mundtink­turen immer wieder aufgestellte Behauptung, daß durch derartige Spülungen die Bakterien in den Zahnhöhlen getödtet und die Fortschritte der Caries gehemmt würden, ist vom wissenschaftlichen Standpunkt aufs entschiedenste zurückzuweisen. Hingegen ist zur Unschädlichmachung der in der

schichten. Bei den Patienten der Polikliniken findet man durchwegs die Mundhöhle im Zu­stande völliger Nerwahrlosung. Aber auch unter den gebildeten Ständen gibt es eine große Zahl von Männern und Frauen, denen die Zahn- b ü r st e ein unbekannter Artikel ist.

Redner schildert demgegenüber, wie die wilden uncivilisirten Völkerschaften eine viel wirksamere Zahnflege üben, als mancher gebildete Europäer, und erklärt die Thatsache, daß die Ersteren durch­gängig ein widerstandsfähigeres Gebiß besitzen, als der Kulturmensch, mit dem allgemeinen Ge­setze der Physiologie, wonach jedes Organ, welches nicht oder wenig gebraucht wird, der Degeneration verfallen ist. Während der von der Civilisation unberührte Mensch sein ganzes Leben lang seine Kauwerkzeuge an der harten Nahrung, wie die Natur sie bietet, erprobt und kräftigt, wird dem Europäer die Arbeit der Zerkleinerung der Speisen durch eine bis zum Raffinement ver­feinerte Kochkunst erleichtert, zum Schaden für die Zähne, die bei den geringen Arbeitsleistungen, die ihnen zugemuthet werden, und dem dadurch bedingten geringeren Stoffwechsel niemals die

* Krfnrt, 19. Juli. Eine zweite Auflage des Erfurter Krawallprozesses scheint be- vorzusteheu. Die Vernehmungen bezüglich solcher Personen, welche an den Krawallszenen im Mai sich betheiligt haben sollen, nehmen ihren unge­schwächten Fortgang. Am Donnerstag wurde wieder ein junger Mensch vernommen, welcher dringend verdächtig ist, mit Steinen geworfen zu haben. Die Zahl der Verdächtigen beläuft sich bereits wieder auf sechs.

* Würzvurg, 19. Juli. Zum Rektor der hiesigen Universität pro 1898/99 wurde Herr Justizrath Professor Dr. Schollmeyer gewählt. — Gestern Nachmittag ist am Neubau des Central­schulhauses ein Steinhauer Namens Tuchert aus Herbstadt sammt einem Gesimssiein ab gestürzt und zog sich einen Bruch des Oberschenkels sowie sonstige schwere Verletzungen zu. Der Aermste wurde ins Juliushospital verbracht, wo er gestern Abend noch starb.

Die Wege der Zahne.

In Prag hat der außerordentliche Professor der Zahnheilkunde an der dortigen deutschen Universität, Herr Dr. H. Boennecken, kürzlich einen Vortrag über Zahnpflege gehalten, der ohne wesentlich Neues zu bringen die hygienischen Erfordernisse doch so übersichtlich zusammenfaßt, daß wir einen Auszug aus einem Bericht der „Bohemia" hier mitzutheilen für nützlich erachten. Nach einer historischen Einleitung führte Herr Professor Boennecken u. A. Folgendes aus:

Den meisten Menschen geht es mit der Werth­schätzung der Zähne ähnlich, wie mit der Ge- fundheit im Allgemeinen. Besitzt man sie, so beachtet man sie nicht, besitzt man sie nicht mehr, dann gedenkt man ihrer wie eines kostbaren unersetzlichen Schatzes. Wie traurig es um die Pflege der Zähne in den breiten Schichten des Volkes bestellt ist, geht aus einer Statistik des letzten internationalen Kongresses in Moskau hervor. Deutsche und englische Zahn­ärzte haben sich die Mühe unterzogen, 35,000 Schulkinder mit circa 800,000 Zähnen auf den Zustand ihres Gebisses zu untersuchen. Der Prozentsatz der Zahnerkrankungen betrug im Minimum 76 pCt , im Maximum 99.2 pCt. Die Mundpflege der Kinder wird am besten illustrirt durch eine Angabe der englischen Statistik, daß unter 40,000 kranken Zähnen sich 4 plom- birte vorfanden.

Aehnliche Zustände finden sich auch bei den erwachsenen Angehörigen der unteren Volks-

Mundhöhle sich häufig aufhaltenden, sogenannten pathogenen Mikroorganismen, vor allen der Er­reger der Lungenentzündung, der gutartigen und diphtherischen Halsentzündungen, eine abendliche, der mechanischen Reinigung der Zahnreihen folgende Desinfektion der Mund- und Backenhöhle, durch minutenlanges Spülen und Gurgeln mi einem zweckmäßigen kräftigen Antisepticum dringend zu empfehlen. Manche Halsentzündung und manche sogenannte Erkältung dürfte durch ein derartiges Regime vermieden werden.

Cariöse Höhlen können dagegen nicht mit Spülungen behandelt werden, sondern bedürfen der Füllung durch den Zahnarzt. Und dies ist, wie Redner ausführt, das dritte und letzte Erforderniß der Zahnpflege, eine in regel­mäßigen Zwischenräumen erfolgende Unter­suchung der Zahnreihen durch den Zahnarzt. Im jugendlichen Alter von 4. bis zum 20. Jahre soll die Revision der Zähne alle halbe Jahre erfolgen, später genügt eine jährlich einmalige Untersuchung.

Würde diese richtige Vorschrift allgemein be­folgt, dann würde der zahnärztliche Operations- stuhl seinen schlimmenRuf als Marterstuhl verlieren, der ihm nur dadurch zu Theil geworden ist, daß die Mehrzahl der Patienten beim Zahnarzt erst dann erscheint, wenn sie heftige Schmerzen haben und durch mehrere schlaflose Nächte in einen Zustand höchster Nervosität versetzt sind. Bei regelmäßiger Revision auch der nicht schmerzenden Zähne wird die Bildung größerer Zahnhöhlen und damit das Auftreten der gefürchteten Zahnschmerzen ganz und gar vermieden und das Tragen künstlicher Zähne, dieses heut zu Tage so weit ver­breiteten nothwendigen Uebels, würde eine erheb­liche Einschränkung erfahren.

Muthmaßltche Witterung für den 21. Juli. Warmes Wetter bei wechselnder Bewölkung.

Fulda gingen den Gründern in anerkennens, weither Weise mit Rath und That an die Hand. Kommenden Sonntag werden mehrere Mitglieder des Fuldaer Vereins auf dem hiesigen Turnplätze allerlei Uebungen vorführen. — In früheren Jahren hat hier bereits ein Turnverein bestanden, der wieder einschlief. Die schöne Fahne des damaligen Vereins befindet sich noch in den Händen eines hiesigen Bürgers.

6 Anfena«, 19. Juli. Seit der Eröffnung des Betriebes der Kleinbahn Wächtersbach- Birstein sind schon mehrmals Züge ent­gleist. Erst vom gestrigen Tage ist zu berichten, daß ein Vormittagszug zwischen den Haltestellen Weilers und Schlierbach und ein Nachmittagszug zwischen Hellstein und Bierstein entgleiste. Es ist vielleicht die Ursache in dem fast fortwährenden Regenwetter zu suchen. Zum Glück ist keinerlei Unglück bei den Entgleisungen vorgekommen.

* Kauau, 19. Juli. Heute Morgen gegen 5 Uhr wurde unsere Garnison alarmirt. In kurzer Zeit standen die beiden Regimenter Hanaus, das Ulanen- und Infanterie-Regiment, feldmarschmäßig am Paradeplatze zum Ausrücken bereit. Kurze Zeit darauf rückten beide Truppen- theile aus zu einer größeren Uebung, welche ge­meinsam mit den umliegenden Garnisonen abge­halten werden soll, hauptsächlich in der Gegend von Seligenstadt, Babenhausen rc. An der Uebung betheiligten sich auch die Truppentheile aus Frankfurt,Darmstadt, Offenbach und Aschaffenburg.

* DockenHeim, 19. Juli. Gestern Nach­mittag trugen sich hier zwei schwere Rad­fahrer-Unfälle zu. An der Bockenheimer Warte wollte sich ein Radfahrer zwischen zwei Wagen durchzwängen, blieb an dem einen Wagen hängen, fiel um und wurde von dem andern Wagen überfahren. Die erhaltenen Verletzungen sind äußerst schwer. — Wenige Zeit darauf stieß in der Abalbertstraße ein erst wenige Tage ver- heiratheter Mann mit einer um die Ecke biegenden Droschke zusammen und wurde infolge Ueber- fahrens innerlich schwer verletzt. Durch Rippenbruch hat die Lunge gelitten. Der herbei­geholte Arzt erklärte die Sache für sehr bedenklich.

* Gfchwege, 19. Juli. Herrn Oberlehrer -Orth von der hiesigen Friedrich-Wilhelms-Schule ist der Professor-Titel verliehen worden.

* Maröurg, 19. Juli. Die evangelisch- theologische Fakultät der hiesigen Universität hat den Geh. Ober-Regierungsrath Schwartzkopff rm Kultusministerium wegen seiner Verdienste um das Pfarrbesoldungsgesetz zum „Doktor der Theologie honoris causa“ ernannt.

* Komverg, 19. Juli. Um die hiesige Burgermeisterstelle haben sich nichtweniger als achtundsechszig Bewerber aus allen Theilen der Monarchie und allen Berufsständen angehörige Bewerber gefunden, unter denen auch eme Anzahl Bürger der hiesigen Stadt sich be­finden. In einer der letzten Sitzungen der Stadt­verordneten wurde eine Kommission gewählt, welche unter den Bewerbern sichten und aus- wahlen soll.

Regen (Wind) „40

Lrmvurg, 19. Juli. An die Arbeiter der staats werkst ätten kommen auf höhere An­ordnung je nach der Zeitdauer ihrer Beschäftigung besondere Prämien als ehrende Anerkennung zur Auszahlung, und zwar nach 25 Jahren 30 M 35 Jahren 60 Mark, nach 50 Jahren ^00 Mark. Die hiesige Eisenbahnwerkstätte wurde rm Jahre 1863 eröffnet; sie besteht also 35 Jahre. Von den im Jahre 1863 als Arbeiter Einge­tretenen sind heute noch fünf darin beschäftigt.

* Iriedverg, 19. Juli. Bekanntlich herrscht hier em Waschfrauenstreik, weil sich die Einwohnerschaft den ihr unberechtigt erscheinenden höheren Forderungen der Waschfrauen nicht fügen _ „ „ _________ .

10» • Der ,Oberhess. Anz/ schreibt nun in seiner I Festigkeit der Struktur erlangen können, wie sie geltrigen Jtummer: Soeben wird uns von der bei den Zähnen der Naturmenschen zu beobachten v r]^ettnr Fra.u Schlenning eine Postkarte mit ist. Aus demselben Grunde werden die Kiefer Poststempel Gießen den 14. Juli überbracht, der jetzt lebenden Generation, weil sie nicht die- oeren Inhalt wir unseren Lesern nicht vorent- selbe Arbeit zu verrichten haben wie die in halten wollen. Sie lautet: „An die streikenden früherer Zeit, immer kleiner und schmäler Waschfrauen in Friedberg. Gut Seif! Kaiserbof so daß sie für die normale Zahl der Zähne tsletzen, 13. 7. 98. Unseren lieben wackeren Ge- keinen Platz mehr bieten. Daher die vielen Un- nosstnnen zu ihrem zielbewußten Vorgehen ein regelmäßigkeiten der Zahnstellunq. Auch die dreffaches Gut Seif! Sämmtliche Gießener Zahl und Größe der Zähne ist in allmählicher Waschfrauen, versammelt auf dem Parteitag im Abnahme begriffen, und der hochentwickelte Zu- Raiserhof.“ Das Original kann bei uns einge- kunftsmensch wird zweifellos weder seitliche obere sehen werden. < Schneidezähne, noch Weisheitszähne besitzen. Es

Darmstadt, 19. ^uli. Ein hiesiger Re- ist durchaus verkehrt, den Kindern die Er schreibt an auswärtige Blätter: Mai- Nahrung möglichst weich zuzubereiten r a s e r flogen an dem gestrigen warmen Abend und diese vor der Mahlzeit noch sorgsam zu zer- ' « der Promenade am Exerzierplatz zu vielen kleinern. Man lasse die Kinder im Gegentheil Hunderttausenden. An hohen Bäumen waren ihre Brodrinden und ihr Fleisch tüchtig mit den die Schwärme so dicht wie Bienen-Schwärme, Zähnen verarbeiten und zerkleinere ihnen ihre ^"d d:e Zweigspitzen bogen sich unter der Last Speisen nicht ängstlich, sondern lasse ihre Zähne der Schädlinge. — Ja, ja, die Hitze! 1

* Mainz, 18. Juli. Es besteht die Absicht, vom 14. bis 16. August hier in Mainz einen Delegirtentag der christlich-sozialen Verbände und Gewerkschaften Deutschlands -wzuhalten. Als Berathungspunkte sind vor- laung m Aussicht genommen: Die Organisations- frage, die Lage des Arbeiterstandes in politischer, beruflicher und allgemein sozialer Beziehung, ferner die Lohnfrage, die Ausstände, die Regelung und Verkürzung der Arbeitszeit, die Frauen­arbeit und endlich Eingaben an die sozialen und gesetzgeberischen Körperschaften rc. über sozial­politische Fragen und Aufgaben, speziell über die auf dem Delegirtentag gefaßten Beschlüsse. In Mainz wird sich zu diesem Zwecke ein Lokal­komitee bilden und die näheren Vorbereitungen in die Hand nehmen. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, daß diese Verhandlungen zum Segen des Arbeiterstandes überhaupt und der Sache des katholischen Arbeiterstandes und Gewerkschaften gereichen werde.

Grschicht»K«!err>rr.

21. Juli.

Aufhebung des Jesuitenordens durch Papst Clemens XIV.

Schlacht bei Gizeh in Aegypten.

Grundsteinlegung zum Landkrankenhause in Fulda.

Untergang des ital. Dampfers Maria“ bei Spezia; 148 Menschen ertrunken.

Tod des englischen Dichters Charles Dickens.

zu rügen, wie das auch in genanntem Blatte geschehen sei. — (Uns wundert es nur, daß das Altonaer Gericht nicht herausgefunden hat, der Redakteur habe die Ab­sicht gehabt, zu beleidigen. Dann hätte man den Böse­wicht trotz alledem doch noch bestrafen können. Es ist doch „notorisch", und braucht deshalb gar nicht erst be­wiesen zu werden, daß so ein Redakteur nur aus purer Bosheit und in der bewußten Absicht, seine Mitmenschen zu beleidigen, Mißstände rügt oder gar ganz regelrechte Vorgänge als Mißstände zu brandmarken sich erdreistet.

Geftrndsteitspfiege.

Heide Iberen. Kaum keine andere Frucht ist so verdauungsanregend, gelind abführend und dabei im Sommer doch so erfrischend wie die Heidelbeere. Auch dienen die getrockneten Heidelbeeren als zusammen­ziehendes Mittel, besonders bei Diarrhöen leisten sie in dieser Beziehung vortreffliche Dienste. Wer im Winter diese köstliche, für unser körperliches Wohlbefinden so ausgezeichnete Frucht nicht entbehren will, der versäume nicht, sich jetzt diese Beeren zu dörren oder einzumachen.

Sammeln von Lindenblüthen. Sammelzeit im Juli. Die Blüthen sind auf einem luftigen Boden, auf reinlichem Papier ausgebreitet zu trocknen, und werden, wenn gut trocken, in Säckchen oder Papierbeuteln aufbewahrt. Sie werden als Hausmittel benutzt: manche verwenden sie aber auch statt des chinesischen Thees. Nicht allzu oft und mäßig getrunken, ist Linden- thee gar nicht zu verachten, kann auch zu Butterbrod und dergleichen genossen werden.

Gegen Hitzschlag und Sonnenstich. Diese Erscheinungen kommen öfters vor, als man denkt, und wenn man gar nicht weiß, welches die äußeren Symp­tome sind, so kann man auch gar nichts zur Erleichte­rung dieses Zustandes beitragen. Aeußere Zeichen bei Erkrankung an Hitzschlag oder Sonnenstich sind: bren­nender Durst, große Mattigkeit, Schwindel, schwacher Pulsschlag und geröthete trockene Haut. In solchen Fällen ist die erste Bedingung, daß der Patient an einen möglichst kühlen Ort ruhig hingelegt wird. Die Kleider müssen geöffnet und dem Ermatteten schluckweise Wasser gereicht werden. Nach Anwendung dieser Mittel wird der Anfall sehr bald vorübergehen. Läßt man dieselben jedoch unbeachtet, so tritt leicht der Fall ein, daß der Kranke das Bewußtsein verliert. Der Athem geht dann im schnellsten Tempo und leicht tritt bei ungenügender Behandlungsweise der Tod ein.

Appetitlosigkeit. Ein ebenso einfaches als sicher wirkendes Mittel gegen Appetitlosigkeit bereitet man sich, indem man Vitterklee, Wachholderbeeren und Wermuthkraut (je für etwa 10 Pfg.) in 2 Liter Wasser kocht und auf 1 Liter Flüssigkeit einkochen läßt. Dann seiht man die Mischung durch und nimmt von derselben vor jeder Mahlzeit einen Eßlöffel voll kalt. Nach weni­gen Tagen schon wird der gewünschte Erfolg eintreten.

w. Wettrr-Deod«cht«nge».

20. Juli.

Temperatur 6 Uhr AbendS: 22,2° Eels., 17.8° RSaum

„ 7'/. , Morg.: 15,0° „ 12,0

„ 12 , Mittags: 19,6« „ 15,7« ,

Diehöchste Temperatur des gestrigen TageS betrag 25,5 ° EAfius (20,4 0 Röamnur).

Die niedrigste Temperatur in vergangener Nacht betrag 13,8 "CelsiuS (11,0° Röaumur).

Wassrrwürmr der Fulda (in Röaumur) 7 Uhr Abends 15,0°, 6'/, Uhr Morgens: 12,8°.

Witlerungs - Wrberstcht der Deutschen Zeewarte vom

19 Juli, mitgetbeilt dem Deutschen Reichsanzeiger.

Die Nordosthälfte Europas wird von einer umfang­reichen Depression überdeckt, deren Kern über dem süd­lichen Schweden liegt. Die Luftdruckvertheilung ist im allgemeinen gleichmäßig. In Deutschland ist das Wetter wärmer, im Norden trübe, im Süden heiter; in den Küstengebieten ist allenthalben, im Binnenlande stellen­weise Regen gefallen; in Süddeutschland liegt die Morgentemperatur über dem Mittelwerthe.

Barometerstand Mittags 12 Uhr

Vermischtes.

(*) Kleine Nachrichten. Berlin. Bei einer Bootspartie ertrunken ist auf der Spree bei Hirsch­garten ein junges Mädchen, Meta Pützer aus der Kol- bergerstraße, welches mit zwei jungen Leuten aus der Bülowstraße eine Vergnügungsfahrt auf einem Boote unternommen hatte. — Durch Verschlucken eines Kirschkerns hat das mehrere Monate alte Kind des Arbeiters Wegner, in der Abwesenheit der Eltern den Tod gefunden. — Acht Tage lang tobt in ihrer Wohnung gelegen hat die Näherin Cammert aus der Wilsnackerstraße. Die 66jährige Greisin wohnte hier schon seit mehreren Jahren einsam in Stube und Küche im Seitenflügel. Die Frau war den Tag über selten zu Hause gewesen. Allem Anschein nach ist sie am Herz­schlag gestorben. — Hadamar. Der Wittwer Horn stürzte von einem mrt Heu beladenen Wagen und blieb auf der Stelle tobt. — Oberschwarzach. Metzger­meister Fick würbe durch das scheu gewordene Pferd vom Wagensitz geschleudert, so daß er bewußt­los wurde und bald darauf verschied. — Köln. Der Bote einer hiesigen Firmaverlor einen Werthbrief mit 2200 Mark, den er der Post aufliefern sollte. Der Bries wurde indessen von einer armen Frau gefunden und der Firma redlich wieder zugestellt. — Von dem um 4.58 Nachmittags nach Frankfurt abfahrenden Personen­zug fielen zwei auf der Plattform eines Wagens befindliche Männer in dem Augenblick auf den Bahn­körper hinab, als der^ug eine abschüssige Stelle an bei Eisenbahnbrücke passirte. Einer war sofort tobt, der andere wurde sterbend ins Deutzer Hospital übergeführt. Augenzeugen versichern, daß die Plattform überfüllt ge­wesen sei. Innerhalb eines Jahres stürzten an jener Stelle bereits vier Personen ab. — Breslau. Der

Soldat Zapke gerieth heute Nacht mit zwei Männern auf der Straße in Streit und wurde durch einen Messerstich ins Herz getödtet. Der Thäter ist ent­kommen. — Magdeburg. Im Friedrich Krupp- Gruson-Werk brach Feuer aus. Das umfangreiche Gebäude der großen Montage wurde gänzlich zerstört. Es gelang jedoch, das angrenzende Gebäude der Ge- schoßdreherei und die Abtheilung „Rumänien" zu erhalten. — Mannheim. 400 Arbeiter der Rheinischen Gasmotoren-Fabriken haben wegen eines mißliebigen Ingenieurs die Arbeit niedergelegt. — Leisel­heim. Der Landwirth Puder wurde mit einer Schuß­wunde in der Brust im Gart en tobt aufgefunden. Der Verunglückte war mit dem Gewehr in den Garten gegangen, um Spatzen zu schießen, so daß wahrschein­lich ein Unglücksfall vorliegt. — Paris. In Auxerre wurde durch einen Mann, der sich mit einer brennenden Cigarre einem soeben niedergegangenen Luftballon näherte, eine Explosion verursacht. 9 Personen wurden schwer verletzt. — Sunderland (Durham). Hier brach Montag Abend eine große Feuersbrunst aus. Um 1 Uhr Nachts standen drei Straßen theilweise in Flammen, und das Feuer schien noch weitere Aus­dehnung zu gewinnen, da sich die Anstrengungen der von den Polizeimannschaften unterstützten Feuerwehr als fruchtlos erwiesen. 30 Geschäftshäuser sind eingeäschert. Der Schaden wird jetzt schon auf 6 bis 10 Millionen Mark geschätzt.

* An den Jokge« eines Ikiegenstiche» starb in Bi enitz (Kreis Bunzlau) der Gutsbesitzer Heine. Er war wenige Tage vorher beim Aufladen von" Streu im Walde von einem Insekte, vermuthlich einer sogen. Aas­oder Mordfliege, die mit Leichengift beladen war, in den Arm gestochen worden. Die winzige Wunde schmerzte nicht weiter. Aber plötzlich schwoll der Arm ganz blau an, und trotz ärztlicher Hilfe mußte der kräftige Mann unter gräßlichen Qualen seinen Geist aufgeben.

* Das Gpfer einer ««sinnigen Welte wurde ein Arbeiter derElisabethgrube in Karf bei Beuchen. Er wettete, in einem Zuge einen Liter Spiritus auszutrinken. Kaum hatte er den letzten Tropfen geleert, überfiel ihn ein Unwohlsein, welches den Tod des Leichtsinnigen zur Folge hatte.

Kirchenkalender.

Donnerstag, 21. Juli. Viktor, Mart. Der hl. Viktor war in Marseille Hauptmann im Heere des Kaisers Maximian. Während der Christenverfolgung des genannten Kaisers besuchte Viktor die Christen in ihren Häusern, um sie im Glauben zu stärken und für den Martertod zu begeistern. Deshalb wurde er vor den Richter und schließlich vor den Kaiser geführt, der sich vergeblich bemühte, den Hauptmann zum Ab­fall vom Glauben zu bewegen. Nach vielen qual­vollen Martern ließ der Kaiser den Glaubenshelden enthaupten im Jahre 290.

—* Wie weit das Aecht der fresse geht, Miß­stände zu rügen, wurde vom Landgerichte in Altona entsch e)en. Die Kieler Staatsanwaltschaft hatte gegen den Redakteur des ,Holstein'schen Kouriers' in Neumünster eine Beleidigungsklage gerichtet. Der Redakteur hatte in seinem Blatte darauf aufmerksam gemacht, daß bei der Ortskrankenkaffe in Neumünster Unregelmäßig­keiten vorgekommen seien. Es wurde Anzeige bet der Kieler Staatsanwaltschaft gemacht. Dieselbe ließ sich mehrere Tage Zeit, den ungetreuen Kassirer zu ver­haften; inzwischen war dieser mit seiner Familie nach Amerika entflohen. Die Zeitung rügte das verzögerte Eingreifen des Staatsanwalts, worin dieser eine Be­leidigung erblickte. Der Redakteur wurde zu 100 Mark Geldstrafe verurtheilt. Das Reichsgericht erkannte aber die Revision als berechtigt an und verwies die Sache an das Altonaer Landgericht zur nochmaligen Verhand­lung. Der Redakteur wurde nun kostenlos freige­sprochen. Das Gericht erkannte die Ausführung des Beklagten und Vertheidigers an, daß die der Staats­anwaltschaft in Kiel gemachten Vorwürfe völlig den Thatsachenentsprächen und daß eine Verschleppung wirklich vorgekommen sei. Der Redakteur habe das Recht, vorgekommene Mißstände in angemessener Weise

Marktberichte.

Würzburg, 16. Juli. An den 6 Markttagen waren zugeführt: 3 Bullen, 31 Ochsen, 31 Stiere, 31 Kühe, 337 Kälber, 973 Schafe, 410Schweine. Preise per Pfund Fleischgewicht: Bullen 47—50 Pfg., Ochsen 62-65 Pfg., Stiere 59 bis 62 Pfg., Kühe 57—60 Pfa., Kälber 46-50 Pfg., Schafe 50 bis 52 Pfg., Schweine 58—60 Pfg. Auf dem Jungschweinemartte standen feil 136 Läufer und 900 Ferkel; erstere kosteten 50—75 Mark letztere 15— 36 Mark das Paar.