Einzelbild herunterladen
 

KuldaerMZeitung

25. JahrgMg.

Iu0öa, Montag, den 18. Juli 1898

JH 160.

Inserate: Die ei»» spalt. Garmond» geile oder der« Raum 15 Pf., Re­klamen die Petit- geile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Erscheint täglich, m-Ausnahme der Sonn- und Feier­tage. Bierteljährl.

Dezugspreis ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und aus­wärts IM. 5V Pf.

mit Anlerhattungs-ZSeilage „Illustrirte Sonntags-Zeitung« peteiegage Nr. 2 (Harmonie).

dem erwählten Aischofe von Ifutda.

von Freiburg gewählt sei, beschlich eine bange Sorge die Herzen

In der Seelsorge ist Herr Dompfarrer Endert unermüdlich

A

«i

4

Ad multos annos!

A

Diözese, daß die einstimmige Wahl des hohen Domkapitels auf Lerrn Dompfarrer Adalbert Endert gefallen ist. Weithin

zogen werden sollte. Mit großer Spannung sah man allgemein — und nicht bloß in der Diözese Fulda — dem Ergebnisse

in alle Lande hat nun bereits der Telegraph die fröhliche Kunde getragen: Die Diözefe Fulda hat wieder einen würdigen Bischof, das Grab des hl. Bonifatius hat wieder einen treuen Hüter- Herr Adalbert Endert wurde geboren am 22. Dez.

1850 zu Setzelbach, Pfarrei Rasdors, und am 6. April 1873 im Dome zu Fulda vom Bischof Christoph Florentius Kött zum Priester geweiht. Gleich am folgenden Tage wurde er zum Stadtkaplan in Fulda ernannt und verblieb in dieser Stellung wegen des bald nachher ausbrechenden Kulturkampfes fast 15 Jahre lang. Am 26. März 1888 wurde er Pfarrverweser der neuerrichteten Pfarrei Horas, wohin er schon im Oktober 1885 seinen Wohnsitz verlegt hatte. Am 16. April 1«88 wurde er definitiv zum Psarrer von Horas und am 19. Mai 1890 zum Dechanten des Dekanates Großenlüder ernannt. Nach dem Tode des Dompfarrers Schmitt wurde Herr Dechant Endert am 15. Oktober 1893 Dompfarrer in Fulda und Stadtdechant. Der hochselige Bischof Dr. Komp, bei dem Herr Dompfarrer Endert in hohem Ansehen stand, ernannte ihn im August 1894

feit gegen die Armen und Nothleidenden hat niemals eine Grenze gekannt. Auch an den öffentlichen Angelegenheiten hat er als Mitglied des Bürgerausschusses regen Antheil genommen. Hoch­geachtet als Priester und als Mensch, allseitig geehrt und beliebt steht das Bild des Herrn Tompfarrers Endert vor unseren Augen, und daß ein solcher Mann von der göttlichen Vorsehung uns nunmehr zum Oberhirten gegeben wird, das erfüllt die ganze Diözese mit inniger Freude.

Zu unserem neucrwählten Oberhirten haben wir die ver­trauensvolle Zuversicht, daß er das schwere und verantwortungs­volle Amt, welches Gott der Herr nun auf seine Schultern legt, so verwalten wird, wie es der hl. Kirche zum Segen ge­reicht- Möge es dem Bischöfe Adalbert beschieden sein, recht viele Jahre die Diözese des hl. Bonifatius zu leiten zum Besten der Kirche und des Staates, zum Wohle aller Gläubigen, zum Segen für Stadt und Land.

Mit dem Gelöbniß des Gehorfams, der Liebe und Treue bringen wir unserem neuen Oberhirten unsere innigsten Glück­wünsche entgegen.

der Gläubigen, wer denn nun von der göttlichen Vorsehung ausersehen sei, den ehrwürdigen Bischofsstuhl am Grabe des hl- Bonifatius zu besteigen. Und als dann am 12. Mai der Hochw. Herr Erzbischof, nachdem er seine geliebte Diözese kaum verlassen hatte, so unerwartet rasch in ein besseres Jenseits abberufen und seine sterblichen Ueberreste hierhin zurückgebracht wurden, um im hohen Dome, dem Orte seiner langjährigen segensreichen Wirksamkeit, die letzte Ruhestätte zu finden, da fühlte die Diözese Fulda fich erst recht verwaist und tiefe Trauer erfüllte Stadt und Land- Unablässig hat die verwaiste Diözese ihre Gebete zu Gott dem Herrn gesandt, daß er dem verstorbenen Oberhirten einen würdigen Nachfolger geben möge.

Heute früh war nun die hochwichtige Stunde gekommen, in der die Wahl eines neuen Bischofes von Fulda voll-

zum Superior der Barmherzigen Schwestern und am 6. Februar 1896 zum Subkustos der Domkirche.

In all' diesen Stellungen hat der neue Oberhirte eine sehr segensreiche Thätigkeit entwickelt, insbesondere auch auf dem Gebiete des katholischen Vereinswesen. Als Stadtkaplan leitete er viele Jähre hindurch den katholischen Jünglingsverein; als Pfarrer von Horas brachte er die dortige Männer-Kongregation zu hoher Blüthe; er gründete dort auch einen Kirchenchor zur Hebung des Kirchengesanges. Ein reiches Feld auf dem Ge­biete des Vereinswesens bot sich ihm als Dompfarrer von Fulda. Im christlichen Mütterverein, im St. Elisabethenverein und Vineenzverein war er unermüdlich thätig; durch sein Wort, noch mehr aber durch sein Beispiel begeisterte er die Mitglieder dieser Vereine zu eifriger Thätigkeit. Wie er in Horas um den Bau und die Ausstattung der herrlichen Bonifatiuskirche sich große Verdienste erworben hat, fo verdankt ihm auch der Fuldaer Dom gar vieles. Die in den letzten Jahren ausgeführte Restau­ration der Domkirche, die Anschaffung der neuen Fenster und des neuen Geläutes ist hauptsächlich sein Werk.

der Wahl entgegen, und sreudig begrüßen alle Gläubigen unserer ® thätig und eine ganz besondere Sorgfalt hat er von jeher der Diözese, daß die einstimmige Wahl des hohen Domkapitels auf christlichen Erziehung der Jugend zugewandt. Seine Wohlthätig-

'ls am 21. März d. I. der Telegraph die Kunde brachte, - daß der bisherige Hochwürdigste Herr Bischof von Fulda

Dr. Georgius Ignatius Komp zum Erzbischof /

Unserem neuen Oberhirten

»< Wöaksievt Wndevi