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’-säV.ääE"- mit Mterhattungs-Meilage „Zssultrirte Sonntags-Zeitungs petersgaüe Nr. i (Harmonie).
Julöcr, Freitag, den 15. Juli 1898
M 158.
25. Jahrgang
LL Die Sprachenfrage in Oesterreich.
Auch die jüngsten Anstrengungen des Grafen Thun, eine Lösung der Sprachenfrage herbeizuführen, scheinen nicht zu dem gewünschten Ziele geführt zu haben. Die Berathungen der Fraktionsvorsitzend en der Linken sind am Dienstag Abend geschlossen worden. Aber die Beschlüsse sind zwar vorläufig geheim gehalten worden, weil . man sie aus selbstverständlichen Rücksichten der Höflichkeit erst dem Ministerpräsidenten selbst mittheilen wollte, ehe man sie der Oeffentlichkeit übergab. Graf Thun aber weilte nicht in Wien, -sondern in Ischl. Leider ist kaum daran zu zweifeln, daß die Berathungen der Vertreter der .Linken ein vollkommen verneinendes Ergebniß haben. Man erachtet auch diese Vorschläge der Regierung für vollkommen unzureichend für die Deutschen und lehnt es sogar ab, mit der Regierung überhaupt in Verhandlungen darüber einzutreten. Die Vertreter der deutschen Opposition lehnen aber jede Verantwortung für die gegenwärtige schwere Krise ab. Nach ihrer Ansicht ist die Regierung allein dafür verantwortlich; denn die Regierung sei es gewesen, die durch die Badenischen Sprachenoerordnungen die Deutschen tief verletzt, schwer gekränkt und in ihren nationalen Rechten geschädigt habe .... Man muß ja wohl ohne weiteres zugeben, daß die Sprachen- vcrordnungen des Grafen Badeni nicht nur höchst ungeschickt erlassen waren, sondern auch in der That den Deutschen in manchen Punkten unrecht thun! Aber ist es denn wirklich jetzt ganz richtig von der deutschen Opposition gehandelt, so vollkommen unversöhnlich sich zu zeigen? Ist es wirklich wahr, daß die deutsche Opposition gar keine Verantwortung für die schwere Krise trifft, die über Oesterreich hereingebrochen ist?
Diese Behauptungen werden sich auf die Dauer schwerlich vertheidigen lassen. Erstens hat Ministerpräsident Graf Thun wirklich und aufrichtig sich bemüht, der deutschen Opposition entgegen zu kommen. Er hat ihr wiederholt die Hand zur Versöhnung geboten; aber in unveränderter starrer Gegnerschaft verharrt die Opposition, -gegen den unversöhnlichen, höflichen Grafen Thun genau ebenso wie gegen den herausfordernden, polternden Grafen Badeni. Und das kann auf die Dauer unmöglich gut thun. Die deutsche Opposition verlangt, daß die Regien g bedingungslos ihrer Forderung sich fügt und die Sprachenverordnungen des Grafen Badeni aufhebt. Sie vergißt aber dabei, daß die Deutschen nicht allein in Oesterreich wohnen. Wollte die Regierung wirklich unter dieses Joch sich beugen, so würde sie bei den Tschechen ganz genau denselben Sturm Hervorrufen, den die Badeni'schen Sprachverordnungen bei den Deutschen verursachten, rund dann würde die Lage in Oesterreich freilich nach außen hin verändert sein, aber in der That würde man dadurch nicht um einen einzigen Schritt der Beseitigung der Krise näher rücken. Die Rollen würden vertauscht fein, aber das Trauerspiel auf der politischen Schaubühne Oesterreichs würde nach wie vor dasselbe bleiben. 'Es ist also einigermaßen kurzsichtig, daß die deutsche Opposition von der Regierung verlangt.
Der Kapellrrchof.
Erzählung aus dem Leben von Max Benno.
34 ------ (Nachdruck verboten.)
Der Kapellenbauer stand da wie im Traume. Er wußte nicht, wie ihm geschah. „Deine Freunde haben Dich ins Elend gestürzt, und die Feinde -richten Dich auf." Dieser Gedanke schoß ihm durch den Kopf und weckte die Ueberzeugung in ihm, daß er sich auch in seinen vermeintlichen Feinden schwer getäuscht halte. Er versprach, zu der bestimmten Zeit an Ort und Stelle zu sein.
Nach der Entfernung des Jägers begann die gedrückte Stimmung zu weichen. Die armen Leute durften ja, wenn auch das Eigentumsrecht verscherzt war, wieder in die alte Heimath zurück.
Noch einmal wurden sie an diesem Abende durch einen Boten gestört. Er kam von Heinrich Ferber, der dem Kapellenbauern ein Schreiben brachte mit der Meldung, daß der Advokat, da die Aussicht auf eine fernere Deckung der Kosten unter den gegenwärtigen Verhältnissen sehr zweifelhaft fei, auf die Wetterführung des angestrengten Prozesses gegen den Baron verzichte. Die Akten lägen ihm zur weiteren Verfügung bereit.
Amberg lachte bitter. Nach den Erfahrungen der letzten Tagen wunderte er sich über das Vorgehen Ferber's nicht mehr. Der Rechtsanwalt hatte ja, wie aus Verschiedenem hervorging, mit Stern unter einer Decke gespielt und zog sich nun zurück, wie die Ratten vom sinkenden Schiffe.
Einesteils freute ihn diese Rücksichtslosigkei des Advokaten, der schon Tausende von ihm er- alten hatte. Denn dadurch wurde der Ange-
diese solle sich vor ihr demülhigen durch die bedingungslose Aushebung der Badeni'schen Sprachverordnungen, obwohl sie weiß, daß sie zur Beseitigung der Sprachenkrisis dadurch nichts beitragen kann. Die Haltung der deutschen Opposition ist ja außergewöhnlich fest und standhaft. Aber patriotisch ist sie nicht. Die Politik der deutschen Opposition ist nur bedacht auf den eigenen Vorteil. Aber sie denkt nicht daran, daß es in der Politik ebenso wie im menschlichen Leben noch etwas Höheres gibt, nämlich das Wohl des Ganzen. Und diesem würde die deutsche Opposition dienen, wenn sie sich ein wenig versöhnlicher und minder halsstarrig anstellen wollte.
Trotz alledem scheint Gras Thun noch nicht alle Hoffnung auf gegeben zu haben. Auch mit den Vertretern des Polenklubs hat Graf Thun in diesen Tagen über die Sprachensrage verhandelt, und er hat bei dieser Gelegenheit mitgetheilt, daß der Reichsrath jedenfalls im August zu einer neuen Sitzung berufen werden "soll. Wen keine Einigung mit den Deutschen über die Sprachenfrage erzielt wird, dann soll die Aktionsunsähigkeit des Parlaments festgestellt — dieses also hinterher aufgelöst werden. Da nun die Einigung mit den Deutschen aller Voraussetzung nicht zu erzielen sein wird, ist mit ziemlicher Gewißheit daraus zu rechnen, daß der neuen Einberufung des Parlaments die Auflösung des Abgeordnetenhauses folgen wird.
Und wenn auch durch die Neuwahlen keine Aenderung in der politischen Sachlage herbei- qeführt wird, was dann? Das ist für heute noch das tiefste Geheimniß der Zukunft. Graf Thun selbst würde heute auf diese Frage noch keine Antwort haben.
Deutsches Deich.
Berlin, 14. Juli.
* Für eine Aenderung des Seichstags- waykrechts spricht sich nun auch ,Der Reichsbote' aus. Er wünscht, daß „dieser oder jener Leser ein Regenstündchen am Strande ober in der Gebirgsherberge benutzte, um uns seine innersten Herzensmeinungen darüber auszuschütten. Wir glauben nämlich, daß die Unzufriedenheit mit den vielfachen Widersinnigkeiten des allgemeinen gleichen Wahlrechts und den Unzuträglichkeiten, die es schafft, im Lande erheblich größer ist, als bisher in Erfahrung getreten ift, und daß die Thatsache, daß nicht weniger als 3'/r Millionen der Stimmberechtigten der Wahlurne diesmal ferngeblieben sind, damit eng zusammen- hängt." — Wie war es doch vor den Wahlen ganz anders!
* Die Meldung von der bevorstehenden Erweiterung der technischen Truppe durch Errichtung dreier Telegraphen - Bataillone dürste der ,Vosf. Ztg.' zufolge noch dahin zu ergänzen sein, daß auch die An/keKung eines vierte« Kisenöayn- Zlegimentes zu zwei Bataillonen geplant fein soll. Die Folge davon wäre, daß die jetzt bestehende Eisenbahn-Brigade unter Hinzunahme der Luftschiffer-Abtheilung"sich zu einer Division, einer sogen. Verkehrs-Division, erweitern würde, deren legenheit, die ihm doppelt unangenehm war, ein schnelles Ende gemacht. —
Am folgenden Morgen miethete Amberg ein Fuhrwerk und verließ mit seinen wenigen Habseligkeiten in Begleitung seiner Frau, Luisens und ihrer Mutter die Stadt, um auf dem Kapellenhofe, feinem ehemaligen Eigenthum, den er voll Zuversicht und Hoffnung verlassen hatte, als Pächter seinen Einzug zu halten.
Die von dem Baron gestellten Bedingungen erwiesen sich in der That so günstig, daß er kaum sein abhängiges Verhältniß empfand. Denn abgesehen von einer verhällnißmäßig kleinen Pachtsumme durfte er fast ganz so schalten und walten wie früher.
Dem ehemals so selbstbewußten Bauern fiel der Gang zu dem Baron, dem nunmehrigen Gutsherrn, sehr schwer.
Wenn er sich feine frühere Gesinnung gegen diesen Mann ins Gedächtniß zurückrief, so mußte er sich staunend fragen, wie alles so kommen konnte. Wie, wenn man ihm vor einigen Jahren gesagt hätte: „Du gehst noch einmal zu dem Baron von Königsberg; du bittest ihn um Verzeihung und dankst ihm, daß er Dir ein ehrenvolles Brot verschafft hat!" Er würde eine folche Prophezeihung als die Ausgeburt des vollkommenen, pursten Wahnsinns erklärt haben. Und doch kam es so.
Amberg hatte sich bei dem Baron anmelden lassen, der die Gefühle des ehemaligen Gutsbesitzers in edelster Weise schonen wollte und darum bis jetzt jeder persönlichen Berührung mit ihm aus dem Wege gegangen war. Nun schritt Amberg an einem" schönen"Frühlingsmorgen mit
eine Brigade sich aus den Eisenbahn-Regimentern zusammensetzen, deren zweite Brigade die drei Telegraphen-Bataillone und die Luftschiffer - Ab- theilung umfassen würde.
* Einige Berliner Blätter wollen wissen, daß Kriminalkommissar v. Hausch am 1. Oktober ein anderes polizeiliches Amt antreten werde. Wohin der frühere Kommissar der Berliner politischen Polizei kommen wird, wisse er allerdings selbst noch nicht. Wenn sich diese Nachricht bestätigen sollte, bann würde der Staat also auch fernerhin über eine erprobte Stütze für die Ordnung und Sicherheit des Staats verfügen. Die Erhaltung diefes Beamten der Polizei wird ganz befonders dazu beitragen, die Autorität der Polizei und des Staates zu stärken.
* Ein Depot deutscher Kotzten, das zur Versorgung des Kreuzergeschwaders jederzeit ausreicht, soll der,Schles. Ztg.' zufolge baldigst in Kiautschou eingerichtet werden. Eine Kieler Schiffsrhederei hat die Einrichtung dieses Depots übernommen und feit Jam schon 6000 Tonnen versandt. Auch Handelsschiffe fallen die Möglichkeit erhalten, ihren Kohlenbedarf in Kiautschou zu decken.
* lieber die Mertzältmste im Schueider- geweröe Erhebungen zu veranstalten, sind seitens verschiedener Einzelregierungen die Fabrik- und Gewerbe-Inspektoren angewiesen worden. Diese Erhebungen haben sich nicht allein auf die Lohn- verhältnisse des Lehrlingswesens, sondern auf die gelammten Verhältnisse im Schneiderbetriebe mit besonderer Berücksichtigung der gerade hier weit verzweigten Hausindustrie zu erstrecken.
* Die preußische Regierung hat neue Maßregel» gegen das amerikanische Schweine- ikersch getroffen. Das Landwirthfchafts-Devarte- ment in Washington hat, wie die ,Hamb. Nachr.' melden, die Ausstellung von Untersuchunas- bescheinigungen für dasjenige nordamerikanische Schweinefleifch verboten, das zur Ausfuhr nach Deutschland bestimmt ist. In Folge dessen sind die preußischen Grenzpolizeibehörden von den Ressortministerien angewiesen worden, etwaigen Versuchen, frisches Schweinefleisch in vorschriftswidriger Weife aus Amerika einzuführen, entgegenzutreten.
Ausland.
* Saris, 14. Juli. Anläßlich des heutigen Nationalfestes (Jahrestag der Erstürmung der Bastille 1789) sind Straßen und Denkmäler mit Fahnen geschmückt. Es herrscht große Begeisterung. Meherre patriotische Vereine machten den üblichen Umzug zur Straßburg-Statue, dem Jeanne d'Are- und Gambetta-Denkmal und legten daselbst Kränze nieder. Es sand kein Zwischenfall statt. Ministerpräsident Brisson wird wegen Unpäßlichkeit den Präsidenten der Republik nicht zur Revue nach Longchamps begleiten. — In der Deputirtenkammer verlas gestern der Justizminister Sarrien das Dekret, durch welches die Sesfion geschlossen wird. Unter lebhaften Protestrufen der Rechten und der äußersten Linken wurde die Sitzung aufgehoben. Der Senat nahm den Gesetzentwurf betr. die direkte Besteuerung an. Nachdem Finanzminister Peytral das Dekret betr. den Schluß der Session verlesen hatte, wurde die Sitzung geschlossen.
klopfendem Herzen die breite Treppe zu dem herrfchastlichen Schlosse hinan.
Der Baron hatte ihn kommen sehen. Er öffnete die Thüre seines Zimmers und trat dem gebeugten Manne freundlich entgegen. Nach einem herzlichen Empfange nöthigte er ihn, Platz zu nehmen.
Amberg hatte sich unterwegs auf Vieles vorbereitet, was er zu sagen gedachte. Aber er brachte kaum ein paar zusammenhängende Worte hervor.
Der Baron hals ihm in der liebenswürdigsten Weise über die peinliche Lage hinweg.
„Lassen wir die Vergangenheit ruhen," sagte er freundlich, „Geschehenes wird durch alle Erörterungen nicht mehr rückgängig gemacht. Sie haben manchen Fehler begangen und ich fürchtete schon lange, daß es einst so kommen werde. Doch, wo ist ein Mensch ohne Fehler? Und nun hoffe und glaube ich, daß Sie Vieles wieder gut machen werden. Vor allem, was wissen Sie von Ihrem Sohne?"
Amberg's Verlegenheit bei dieser Frage wurde noch größer. Er mußte gestehen, daß er sich fast gar nicht um das Schicksal Hugo's bekümmert hatte.
„Sie haben sich schwer an Ihrem Sohne versündigt," hielt ihm der alte Herr mit ernster Betonung entgegen. „Zuerst durch Nichtbeachtung der in der Seele des Knaben erwachten Leidenschaften und nachher durch zurückstoßende Schroffheit, durch die man nimmermehr das Herz eines irrenden Kindes gewinnt, und nun vollends dadurch, daß Sie rein nichts für ihn thun! Ich bekam über Ihren Sohn fo manches zu hören.
* Selersöurg, 14. Juli. Der Verweser des Kriegsministeriums, Generallieutenant Sur o« patkin wurde zum Kriegsminister ernannt. Der Chef der Kanzlei des Kriegsministeriums, Generallieutenant Lobko ist mit einem huldvollen Handschreiben des Kaisers seines Amtes enthoben worden. Zu seinem Nachfolger wurde Generalmajor Rediger ernannt.
* Som. 14. Juni. Nach einer der ,Pol. Korr.' aus Rom zugehenden Meldung wird die Ankündigung, daß im Laufe des Sommers ein päpstliches Konsistorium stattfinden werde, in vatikanischen Kreisen bestritten. Die Abhaltung des nächsten Konsistoriums sei vielmehr kaum vor Ende dieses Jahres zu erwarten. — Am Sonntag empfing der hl. Vater in Privataudienz den Kardinal Vannutelli, welcher im Auftrage des Papstes sich zum eucharistischen Kongreß in Brüssel begibt.
* ÄottRtinttnopcr, 14. Juli. Im türkischen Kriegsministerium wird eine Verordnung ausgearbeitet, nach welcher der in dem Wehr- gesetz von 1886 geschaffene zweite Theil der ersten Ausbildungsklasse „Tertib Sani" (eine Art Ersatzreserve), welche bis jetzt nur vereinzelt ein« berufen wurde, in Zukunft alljährlich auf einen Monat zur Hebung einberufen werden soll. Ferner soll die Freiheit vom Militärdienst für die Bewohner Konstantinopels und andere bisher von demselben Befreite aufgehoben werden. Durch diese Maßregeln würde" sich für die sechs Jahrgänge, welche' gegenwärtig für die Einten» Armee unzureichend seien, ein Zuwachs von 200,000 bis 250,000 Mann ergeben.
Der spanisch-amerikanische Krieg.
* Auf dem Kriegsschauplätze vor Santiago scheint sich eine gewaltige Aenderung anzubahnen, indem die Lage der Amerikaner sich sehr verschlimmert. Es ist schon gemeldet worden, daß Regengüsse die Linien der Belagerungstruppen überfluteten und die Amerikaner aus ihren Verschanzungen verjagten, sowie daß bte Wege fast unpaffirbar geworden seien. Heute wird nicht nur diese, sondern auch die fernere Meldung bestätigt, daß im amerikanischen Lager das gelbe Fieber ausgebrochen, und bereits 100 Fälle festgestellt seien. Die ungünstigen Witterungsverhältnisse und die mörderische Krankheit sind gefährliche Bundesgenossen der Spanier.^ Die Amerikaner müssen, wenn sie sich die Früchte ihrer bisherigen Siege nicht entgehen lassen wollen, jetzt unverzüglich zu einem energischen Schlage ausholen und die Kapitulation von Santiago um jeden Preis zu erzwingen suchen. Leider bestätigt sich die Annahme nicht, daß die Amerikaner vielleicht den Spaniern ehrenvollen Abzug bewilligen, vielmehr wird nach wie vor bedingungslose Unterwerfung gefordert, auf welche General Toral schwerlich eingehen wird. Wir stehen daher vor einem neuen letzten Verzweifelungs- kampfe der Spanier, der jedenfalls heute beginnen und vielleicht auch schon zum Austrage gebracht werden wird.
Depeschen des Generals Shafter und des Generals Miles melden, daß auf Ersuchen des Kommandanten von Santiago, Generals Toral,
woraus ich schloß, daß er ein gutes Herz in der rauhen Schale besitzt, und. diese fand durch seine Schwester die vollste Bestätigung. Auch ich habe einen Sohn, Amberg, und muß leider gestehen, einen mißrathenen Sobn. Alle meine Anstrengungen hielten den Einflüsterungen schlechter Menschen gegenüber nicht Stand. Es ist Ihnen bekannt, was ich meine. Auch Sie haben den verderblichen Einfluß jenes Mannes gefühlt, der zur Erreichung seiner Absichten kein Mittel unversucht ließ."
„Mit meinem Rudolf hatte Stern leichtes Spiel. Er fand einen empfänglichen Boden für die verderbliche Saal. Hätte ich bei diesem auch nur eine einzige der guten Eigenschaften Ihres Sohnes entdeckt, dann hätte meine väterliche Liebe sicher über die Macht der Verführung gesiegt. Es füllte nicht kein; Gott legte diese schwere Prüfung auf mich, ich will sie tragen. Durch meinen Rudolf aber ist das beklagenswerthe Schicksal Ihres Sohnes zum größten Theile mitverschuldet worden, und deshalb hielt ich es für eine heilige Pflicht, für ihn zn thun, was ich konnte. Ich bewirkte, daß man seine Verfolgung nicht so eifrig betrieb, wie es sonst wohl geschehen wäre, und später gelang es mir, die vollständige Verzeihung für seine That zu erlangen. Hugo soll nun aber auch in den Genuß dieser Gnade gefetzt werden. Vielleicht ist er noch auf dem Schiffe. Wir müffen in den Blättern Aufrufe an ihn er» laffen, und zudem werde ich mich noch an die deutschen Schiffsrheder wenden.
Amberg sah mehr und mehr ein, wie unrecht er dem Baron in jeder Hinsicht gethan hatte. Nun stand er in maßloser Verwirrung vor dem