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mit Anterhattungs-Ieilage „Issustrirte Sonntags-Zeitung:' peterrgaSe Nr. 2 lLarmonie).

JuLöcr, Donnerstag, den 7. Juli 1898

M 151.

25. Jahrgang.

Ilt Waff-Jj

A Die Nationaüiberalen.

Vor einigen Tagen wurde an dieser Stelle auf eine Aeußerung in einem hervorragenden nationalliberalen Partei-Organ aufmerksam ge­macht, nämlich in der »Nationalliberalen Korre- fponbettj'. Dort wurde eine Betrachtung ange­stellt über die Haltung, die die Nationalliberalen bei den bevorstehenden preußischen Landtags­wahlen einnehmen sollten, und es wurde nament­lich hervorgehoben, daß es jetzt vor allen Dingen darauf ankomme, durch den Ausschlag der Na­tionalliberalen im preußischen Abgeordnetenhause „die Wiederkehr der reaktionären Bestrebungen zu verhindern".

Welche Bestrebungen damit gemeint wurden, war nicht gesagt. Aber wenn nun jetzt weiter dasselbe nationalliberale Organ von neuem an das Versprechen des Reichskanzlers vom 26. Juni 1896 erinnert, das Verbindungsverbot für poli­tische Vereine zu beseitigen, und das Verlangen äußert, „auf die Liste der Arbeiten des kommen­den Landtages auch eine Novelle zum Vereins­gesetze gestellt zu sehen", so spricht es damit na­türlich im Sinne weiter Volkskreise; und wenn es unter „reaktionären Bestrebungen" diejenigen meint, die darauf gerichtet sind, die Ersüllung dieses Kanzlerversprechens für Preußen zu Hinter­treiben und beispielsweise auch die durchaus noth- wendige Umbildung des Wahlrechtes für Landtag und Gemeindevertretungen zu verhindern, so macht es sich damit ohne Zweifel zur Vertreterin der allgemeinen Volksstrmme. Auch in der Centrums­partei wird man ganz allgemein ohne Einschrän­kung diesen Gesichtspunkten und Forderungen beipflichten.

Gleichzeitig taucht in einigennationalliberalen und freisinnigen Blättern der Vorschlag auf, alle Liberalen möchten sich für die Neuwahlen zum preußischen Abgeordnetenhause zu einem großen Wahlbunde zusammenthun und auf diese Weise eine Äenderung hLrlleiführen in der bisherigen Zusammensetzung und Mehrheitsbildung des preu­ßischen Abgeordnetenhauses. Und konservative Blätter, wie z. B. die freikonservative „Post", stellen sich an, als fürchteten sie sich schon vor diesem neuen Rütlibunde. Aber so stehen die Sachen nun wohl doch nicht, daß die National­liberalen sammt und sonders Lust hätten. Arm in Arm mit Herrn Eugen Richter in das neue preußische Abgeordnetenhaus einzuziehen. Viel­mehr hat man schon öfter die Beobachtung machen können, daß ein Theil der nationalliberalen Presfe außerordentlich oppositionell sich anstellt, so daß man an die Zeiten erinnert wurde, in denen Lasker und Bamberger den Ton bei den Nationalliberalen angaben. Wenn es dann aber zur eigentlichen Aktion kam, zeigte es sich, daß diese Presse Fi»'Partei gar nicht hinter sich hatte und daß am Ende alles anders kam, als die Presse es empfohlen hatte. Und nicht viel anders wird es wohl auch hier mit den Landtagswahlen kommen. Monate lang werden einzelne national-

Der Kapellenhof.

Erzählung aus dem Leben von Max Benno.

27 ------ (Nachdruck verboten.)

Bob und die übrigen Matrosen drängten sich vor und bewirkten dadurch, daß in dem Pater die Ahnung der traurigen Wahrheit aufstieg. „Schiffbrüchig"? fragte ec mit schmerzlichem Tonfalle. Die „Themis", das schöne Schiff . .. ?"

„Ist an den Felsen zerschellt," fiel Bob ihm traurig ins Wort. „Doch ging gottlob kein Menschenleben verloren. Passagiere und Mann­schaften retteten sich. Der liebe Gott machte es gnädig mit uns. Es hat sich auch diesmal wieder so recht offenbart, wie unerforschlich und weise seine Rathschlüsse sind."

Der Matrose erzählte, was er in der Faktorei gehört hatte und löste dadurch mit einem Schlage das scheinbare Räthsel.

Während die beiden Ruderer in grenzenloser Bestürzung die Farbe wechselten, faltete der Geist­liche die Hände und schaute, ein heißes Dank­gebet flüsternd, zu dem sternenbesäeten Himmel hinauf. Dann zog er die Seeleute, einen nach dem andern in inniger Umarmung an sich. Vor innerer Jöeroegung versagte ihm die Zunge für einige Sekunden den Dienst. „Ich werde den Himmel bitten," sagte er nach einer Weile, „daß er Euch lohnt, was Ihr für mich und zwei arme brave Familien gethan habt. Wir können es nicht. Doch," fügte er hastig hinzu, wie von einer plötzlichen Besorgniß erfaßt, „verlasfen wir vor allem die Nähe dieser schrecklichen Menschen. Unterwegs sollt Ihr dann erfahren, warum jener

liberale Organe ein Uebriges thun in der Be­tonung des liberalen Standpunktes im Gegensätze zu den konservativen Parteien; sie werden große Mengen Druckerschwärze und Papier darauf ver­wenden, um darzuthun, daß alles Heil nur von einem neuen Rütlibunde aller Liberalen Her­kommen könne — und schließlich wird alles beim alten bleiben. Mindestens sollte nie­mand sich verleiten lassen dazu, auf solchen nattonalliberalen Presse - Aeußerungen politische Luftschlösser aufrichten zu wollen. Denn ohne Zweifel würde dann ein gewaltiger moralischer Katzenjammer nicht ausbleiben.

Das Centrumhat keine Veranlassung dazu, die Konservativen im preußischen Ab­geordnetenhause noch weiter zu stärken. Denn diese sind ohnehin außerordentlich zahlreich dort vertreten. Aber wenn man sich die Sache recht besieht, dann kann es das Centrum ebenso kalt laffen, ob die Liberalen der verschiedenen Schattirungen sich für die preußischen Abgeord­netenhaus-Wahlen zusammenthun oder nicht. Denn selbst angenommen, ein solcher neuer Rütli­bund aller Liberalen käme zustande, dann würde es noch immer sehr unwahrscheinlich sein, daß selbst ein solcher Bund allein für sich gegen die Konservativen viele Erfolge erzielen könnte. Und damit fällt auch die Möglichkeit weg, daß es im preußischen Abgeordnetenhause ebenso werden könnte, wie im Reichstage, daß das Centrum zwischen rechts und links zum Zünglein an der Wage werden könnte, das den Ausschlag gibt. Nun aber ist es durchaus unwahrscheinlich, daß ein solcher allgemeiner Liberalenbund zu Stande kommen sollte. Und selbst angenommen, die Nationalliberalen und die Freisinnigen thäten sich wirklich zusammen, dann würde auch die Re­gierung schnell genug durch geeignete Vorlagen dafür sorgen, daß die beiden liberalen Heer­haufen sich wieder von einander trennen. Und dann wäre wiederum alles wie zuvor.

Vorläufig braucht das Centrum für die preu­ßischen Landtagswahlen noch nichts anderes zu thun, als genau beobachten. Wenn die Liberalen der verschiedenen Richtungen und die Sozialdemo­kraten mit ihren Wahlplänen heroorgetreten sein werden, dann wird es Zeit für das Centrum sein, auch seinerseits über seine Haltung bei den Landtagswahlen sich zu entscheiden.

Deutsches Keich.

Berlin, 6. Juli.

X Reichskanzler Iürst z« Koheukohe ist mit seiner ganzen Familie am Dienstag in Schil­lingsfürst angekommen. Der Fürst will dort mit seiner Familie der Beisetzung der sterblichen Reste seiner Gattin aus dem provisorischen in das Erb- begräbniß der Familie beiwohnen. Der Statt­halter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hohenlohe- Langenburg, wohnt der Beisetzung ebenfalls bei.

x Der Botschafter der Verein. Staaten von Nordamerika in Berlin, Herr Andrew WHite, har eine sich darbietende Gelegenheit wahrgenommen, um in recht bemerkenswerther Weise über die Beziehungen sich auszulassen, die zwischen seinem Lande und unserem Deutsch­land bestehen. Er that dies bei dem Festmahle,

ruchlose Seelenverkäufer uns zu ermorden ver­sucht hat, und wodurch ich gegen meine ursprüng­liche Absicht in diese Gegend geführt worden bin."

Dieser wohlgerechtfertigten Mahnung ent­sprachen die Matrosen und wandten ihr Boot. Das kleine Boot wurde ins Schlepptau genommen, und in schräger Richtung durchschnitt man nun, von dem vorherigen Kurse ablenkend, die Bucht.

Nach einer längeren Pause nahm der Pater das Wort. „In Colon warteten verschiedene Briefe auf mich; in einem derselben erhielt ich die Weisung, vor der Reise nach Quito diese Gegend zu besuchen. Ich gehorchte natürlich sofort. Unser Arbeitsfeld ist ja überall, und gerade in diesen kleineren, von fortwährenden Bürgerkriegen und Revolutionen heimgesuchten Staaten, wo Habsucht und Gewissenlosigkeit ihre verderblichsten Triumphe feiern, thut Hilfe und Rath am ehesten noth. Diese Erfahrung habe ich schon oft, ganz besonders aber auf der letzten Missionsreise gemacht. Die Faktorei hier, deren wahren Charakter Ihr ja kennen gelernt habt, dehnt ihre heillosen Geschäfte immer mehr aus, ohne daß dem himmelschreienden Treiben durch das mangelhafte Gesetz Einhalt geschieht. Kommt je ein zu grober Fall zur gerichtlichen Anzeige, dann werden den maßgebenden Persönlichkeiten durch goldene Pflaster Augen und Ohren ver­klebt. Das wußte ich, und nahm deshalb ohne andere Hilfe die Sache selbst in die Hand. Es handelte sich um zwei Familien, denen infolge des noblen Geschäftsmannes da drüben einer nicht einmal erheblichen Summe wegen das Loos der schmählichsten Sklaverei bevorstanö. Ich begab mich in die Höhle der Hyäne, ich löste die beiden

das zur Feier des Nationaltages der Vereinigten Staaten von der amerikanischen Kolonie in Leipzig veranstaltet wurde, und seine Ausführungen bilden einen angenehmen Gegensatz zu den fortgesetzten Hetzereien, die ein Theil der Uankee-Presse gegen Europa und namentlich gegen Deutschland be­treibt. Mehrmals versicherte Herr White, die deutsche Regierung habe gegenüber dem spanisch- amerikanischen Kriege Alles gethan, was Amerika nur wünschen könne. Dennoch konnte Herr White in einem Punkte den Amerikaner nicht verleugnen: er suchte nämlich in einer Rede die Schuld dafür, daß es zwischen der amerikanischen und der deut­schen Presse zu scharfen Auseinandersetzungen ge­kommen ist, der deutschen Preffe aufzuladen. Das aber ist durchaus unberechtigt. Herr White würde sehr leicht zu widerlegen sein in diesem Punkte durch eine Aufzählung der Preß-Aeußerungen auf beiden Seiten; und daß die jSchuld an dem Aus­bruche dieses Krieges zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten diesen letzteren zugeschoben wird, geschieht mit Recht, und lange nicht allein in der deutschen Presse. Aber gern wird jeder Deutsche das Bestreben des Herrn White aner­kennen, die entstandenen scharfen Gegensätze aus­zugleichen; und es ist nur das Eine zu wünschen, daß die Rede des Herrn White ihren Eindruck auch auf die Presse seines eigenen Landes nicht verfehlt. Bei dieser ist das nothwendiger, als bei uns Deutschen.

* Rechtsanwalt Dr. Wnermeling in Wies­baden, ehemals zweiter Bürgermeister von Münster, ist in das Reichsversicherungsamt nach Berlin berufen worden.

* Kippe'scher Grvfokgestreit und kein Ende! Jetzt taucht die Nachricht in der Preffe auf, daß der Spruch des Schiedsgerichts in dem genannten Erbfolgestreit nicht anerkannt worden sei. Den Vorsitz in dem Schiedsgericht führte bekanntlich der König von Sachsen. Daß Preußen seine diplomatische Vertretung in Lippe nicht wieder erneuert hat, ist an dieser Stelle schon vor einiger Zeit berichtet worden.

^2 Der 21. Kongreß des Mervandes der KatHokischerr kaufmännischen Vereinigungen Aenlschtands findet dieses Jahr in Hannover statt und zwar am 11., 12., 13., 14. und 15. August. Nach dem Beschluffe eines früheren Kongresses hat diese Generalversammlung immer ungefähr eine Woche vor dem Katholikentage stattzufinden. Dieser Vorschrift ist vollauf Ge­nüge geleistet, denn die diesjährige Generalver­sammlung der deutschen Katholiken in Krefeld wird erst am 21. August (Sonntags) mit dem Begrüßungsabend eröffnet. Wer beide Versamm­lungen besuchen will, hat in der Zwischenzeit noch fast acht Tage für seine Erholung zur Ver­fügung. Inzwischen rückt der Zeitpunkt des Kongresses immer näher. Nur etwa sechs Wochen trennen uns noch von seiner Eröffnung. In Hannover ist man indessen nicht müßig gewesen. Seit Monaten find die verschiedenen Kommissionen in voller Thätigkeit. Namentlich die Finanzkom- misfion, die litterarische Kommission und der Fest­ausschuß haben sich tüchtig regen müssen, während die Ausschmücknngs-, die Wohnungs- und die Begrüßungskommission erst Arbeit in Hülle und Fülle bekommen, wenn der Kongreß in noch

Männer, die er förmlich gefangen hielt, au», ich habe ihm aber auch offen und ohne Scheu die Wahrheit gesagt. Ich sah wohl, daß ihm da­durch ein gewaltiger Strich durch die Rechnung gemacht wurde, deren ganze Tragweite mir jetzt erst klar wird. Er wand und bog sich wie eine Schlange, die man am Kopfe gefaßt hat. Er gab ungern nach, er that es aber zuletzt doch. Er fürchtete mich. Ich darf wohl behaupten, wir Missionäre sind noch die einzigen, vor denen diese gewerbsmäßige Betrügerbande in Frack und Glacehandschuhen den Rückzug antritt."

Als Alle schwiegen und gespannt auf die Erzählung des Paters lauschten, fuhr dieser fort: „Nun weiß ich auch, warum der Schurke unter allerlei Vorwänden meine Abfahrt bis auf den Abend hinauszog. Mein Mund sollte auf ewig verstummen und auch die beiden Väter aus der Welt geschafft werden, damit nicht nur die ver­lassenen Familien vollends schutzlos würden, sondern auch die bildschöne Tochter des einen der schändlichen Willkür. des Elenden verfiel. Der liebe Gott hat seinen freventlichen Anschlag zu Nichte gemacht. Er wird den Bösewicht auch einstens richten, wenn es nicht auf dieser Welt noch geschieht. Wir können nichts thun. Direkte Beweffe fehlen, und selbst mit solchen käme bei den herrschenden Zuständen gegen diese Millionäre nicht viel heraus. Am besten ist es, man geht ihnen aus dem Wege, wofür gesorgt werden soll."

Schon seit einiger Zeit hatte man die Um­risse des immer sichtbarer werdenden Ufers be­merkt. Nun war es erreicht. Man suchte einen geeigneten Landungsplatz und verließ das Boot, welches nebst dem Nachen an einem am User­

größere Nähe rückt. Höchst erfreulich ist es, daß der Magistrat der Königlichen Haupt- und Resi­denzstadt Hannover in dankenswerther Bereit­willigkeit dem Anträge des Festausschusses zuge­stimmt und den großen gothischen Prachtsaal im alten Rathhause (Mitte des fünfzehnten Jahr­hunderts) mit seinen herrlichen Wandgemälden von Profeffor Schaper für die Berathungen der Delegirten zur Verfügung gestellt hat, eine Ver­günstigung, die unseres Wiffens bisher noch keinem Kongreffe unseres Verbandes gewährt worden ist.

S In den bereits erwähnten Berichten der preußischen Gewerbeinspektoren für das Jahr 1897 verdient die Behandlung von drei Fragen, die den Gewerbe-Inspektoren vom Reichskanzler zur ganz besonderen Beachtung und Beurtheilung anempfohlen worden waren, besondere Beachtung. Sie beziehen sich alle drei auf die Festsetzung eines Maximakarveitstages in ge­sundheitlichem Jntereffe, der nach § 120 e der Gewerbeordnung durch den Bundesrath für solche Gewerbe angeordnet werden kann, in denen durch übermäßige Dauer der Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter gefährdet wird. Solche Bestim­mungen sind für etwa 20 Gewerbe bereits ge­troffen, und zwar dadurch, daß entweder eine höchstzulässige wöchentliche Arbeitszeit bestimmt oder aber die Ruhezeit zwischen den Arbeits- schichten bestimmt wurde. Nunmehr befürworten die neuen Berichte, der Gewerbe - Inspektoren die Einrichtung eines Maximalarbeitstages für 50 weitere Betriebsarten, für 21 andere unmittelbar die Einführung eines achtstündigen und 8 noch andere die Einführung eines sechsstündigen Arbeits­tages. Bei diesen letzteren handelt es sich um Arbeiten in Betrieben mit gesundheitsschädlichen Ausdünstungen (z. B. Phosphorzündholzfabriken, Bleifarben- und Bleizuckerfabriken, Menning- fabriken usw.). Eine nur zweistündige Arbeits­zeit wird befürwortet für Gummifabriken, die mit Schwefelkohlenstoff arbeiten.

h. Auf das Nachlassen des /oziatdemo- kralifchen Kinssusses in mehreren großen Städten und das starke Wachsthum der sozialdemokratischen Wahlstimmen in vielen länd­lichen Bezirken ist bereits wiederholt hinge­wiesen worden. Namentlich auf die Zunahme der Sozialdemokratie in der Provinz Ostpreußen wurde mehrfach schon aufmerksam gemacht. Nicht anders als in Ostpreußen sieht es in Mecklen­burg aus. In Mecklenburg haben es die Sozial­demokraten diesmal auf nicht weniger als 42,118 Stimmen gebracht, während ihr im Jahre 1893 nur 28,930 Stimmen zugefallen waren. Umge­kehrt steht es ganz unzweifelhaft fest, daß in manchen großen Städten die Sozialdemokratie ihren Höhepunkt überschritten hat; so namentlich in Berlin. In Berlin nämlich ist die Zahl der sozialdemokrattschen Wähler von 42 vom Hundert aller Wahlberechtigten i. I. 1893 auf 38 vom Hundert aller Wahlberechtigten i. I. 1898 zurück- gegangen; und diese Abnahme hat sich nicht etwa nur in einzelnen Berliner Wahlkreisen geltend gemacht, sondern erstreckt sich aus sie alle.

Ausland.

* Amsterdam, 6. Juli. Das ,Handelsblad' veröffentlicht ein Telegramm aus Batavia über raube stehenden Baum festgemacht wurde. Dann schlug die kleine Gesellschaft auf der nur selten durch Erhöhungen unterbrochenen Ebene den Weg in das Binnenland ein. Der Morgen graute bereits, als man eine Ansiedelung aus dem Zwie­lichte auftauchen sah. Pater Hubertus trat, als man sie erreicht hatte, an die Umfriedung und öffnete das Thor. Mehrere Hunde schlugen an. Gleich daraus wurde die Hausthüre aufgeschloffen und ein hochgewachsener Mann kam heraus. Dieser gewahrte den Pater, und mit einem Aus­rufe freudiger Ueberraschung eilte er auf ihn zu. Der Farmer wurde durch den Pater von den letzten Ereignissen in Kenntniß gesetzt, und dieser bot den zwei Männern sofort sammt ihren Familien bis auf Weiteres aufs Herzlichste Obdach und sichere Unterkunft an.

Unter dem Einflüsse der segensreichen Missions- thätigkeit wird in jenen Gegenden die Pflicht der Nächstenliebe nicht, wie bei uns, so häufig nur mit Worten, sondern durch die That und nach dem Willen des göttlichen Meisters geübt. Für das fernere Fortkommen der Leute .versprach Pater Hubertus bei einer unfern gelegenen Ordens- nieberlaffung zu sorgen, wohin er am folgenden Tage mit Hugo, Bob und den Matrosen auf­zubrechen beschloß. Die nächsten Stunden wurden der Ruhe gewidmet, und diese erschien nach den aus gestandenen Strapazen und Aufregungen als ein unabweisbares Bedürfniß. Nach einem rührenden Abschiede von den Geretteten und der Familie des Farmers schlug Pater Hubertus mit seinen Gefährten den Weg nach der Bahnlinie ein, die in nicht weiter Entfernung vorüberführte. Die Sonne stand noch ziemlich hoch am Himmel,