Erscheint täglich, m. Ausnahme der Sonn- und Feiertage. Bierteljährl.
Krrugsprris ohne Bringerlohn und Bestellgeld in Fulda und auswärts IM. 50 Pf.
FuUmerW-Zettung
Inserate: Die ein- spalt. Garmondzeile oder bereit Raum 15 Pf., Reklamen die Petitzeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.
mit Anterhattungs-Aeitage „AÄuffrirte Sonntags-Zeitung!' w“äS“
M 146.
Jul'öcr, Freitag, den 1. Juli 1898
25. Jahrgang.
Bestellungen auf die Fuldaer Zeitung werden noch fortwährend angenommen.
Deutsches Deich.
Berlin, 30. Juni.
* Reichskanzler Dürst KoHenkotze hat sich am Mittwoch zum Vortrage beim Kaiser nach Kiel begeben.
h. Die amtliche IeststeMrug der ISaHk- .Ziffern bringt hier und da noch Veränderungen in der bisher erfolgten Zusammenstellung der Wahlergebnisse. So hat die amtliche Feststellung der Wahlziffern ergeben, daß im 5. oberbayerischen Wahlkreise Wasserburg nicht der Centrums- Kandidat Huber als Sieger aus der Stichwahl hervorgegangen ist, sondern der Bauernbündler L a n z i n g e r. Herr Huber erhielt nach der amtlichen Feststellung nur 6149, Herr Lanzinger dagegen 6992 Stimmen. Sodann wird aus dem schlesischen Wahlkreise Waldenburg berichtet, daß dort das Ergebniß der Stichwahl zweifelhaft ist. Es sind dort für den Sozialdemokraten Sachse 13,043, für den Freikonseroativen Krause 13,007 Stimmen gezählt worden. In einem Orte soll aber die Wahl ungiltig vollzogen worden sein wegen ungesetzlicher Besetzung des Wahlvorstandes. Dort wurden 142 Stimmen für Sachse, 49 für Krause abgegeben. Trifft dies zu, dann müßte Krause als gewählt gelten, nicht Sachse. Die Sache kann jedenfalls erst durch die Wahlprüfungs- .Kommission des Reichstages entschieden werden.
* Keine einzige DachwaHk hat dies Mal 'stattzufinden. Dies ist, laut der ,Freis. Ztg.' noch niemals bisher bei den Reichstagswahlen dagewesen.
* Der Kampf gegen das allgemeine gleiche IleichswaHkrechl wird im konservativen^) .Reichsboten' von einem Dr. O. S. wieder ausgenommen. Der Verfasser des Artikels ist empört darüber, daß z. B. in Königsberg, der „Stadt der reinen Vernunft", mehr als 100000 Menschen von der denkbar verschiedensten leiblichen und geistigen Artung, Bildung, Beschäftigung, Lebenserfahrung, Weltanschauung rc. im Reichstage durch einen — Cigarrenmacher vertreten seien. Wenn der Verfasser sonst so oberflächlich zu Werke geht, wie mit dieser Behauptung, wird er nicht viel erreichen. In Königsberg ist der Rechts anwalt Haase gewählt, also eine ganz anständige Vertretung, wenn man auf ' die „Bildung" Werth legt. Allerdings ist Herr Haase Sozialdemokrat. Wenn dem Dr. O. S. das nicht paßt, so sollten die anders gesinnten Bewohner der „Stadt d>w reinen Vernunft" eben etwas mehr „praktische Vernunft" annehmen, sich zusammenthun und einen Gegner der Sozialdemokratie wählen. Der Artikel argumentirt der Hauptsache nach:
Die Majorität hat nur da ein Recht, wo ungefähr gleiche politische Einheiten (Berufsklassen in Frage kommen. Jede Größe kann nur durch eine ihr gleichartige gemessen werden. Das ist für die exakten Wissenschaften ein selbstverständliches Axiom; nur für die Politik, die von der exakten Behandlung am weitesten entfernt zu sein scheint, hat man das Selbstverständliche bisher nicht einsehen wollen. Das allgemeine gleiche Wahlrecht ohne Unterschied des Bedürfnisses muß selbst auf einen kerngesunden staatlichen Organismus
Der Knpellerchof.
Erzählung aus dem Leben von Max Benno.
22 ------ (Nachdruck verkoken.)
Hugo war durch seinen Dienst nur während der jeweiligen Mahlzeiten in Anspruch genommen; diese wiederholten sich jedoch häufig und dauerten jedesmal so lang, daß ihm der Tag über nicht viel Zeit übrig blieb; dagegen war er regelmäßig von 7 Uhr Abends frei. Dann ging er auf das Verdeck und schaute hinaus auf den Ozean, von deffen wunderbarem Wellengeschaukel er oft stundenlang den Blick nicht abwenden konnte.
Welches Farbenspiel bot das klare, ewig flutheude Wasser? Ein wundervolles Grün, nur mit dem schneeigen Weiß des Schaumes vermischt, schimmerte in den Wogen, welche durch die Arbeit der Räder hinter dem Schiffe entstanden. An nebeligen Tagen schien das Meer schmutziggrün, bei wolkenlosem Himmel aber wie eine Lösung der Krystalle, des Kupfervitriols, in tiefblauer Färbung, die noch tiefer mit einem violetten Reflex hervortrat, wenn einzelne Wolkenstfeiftn den Himmel bedeckten. Und dann diese mächtigen, ewig sich thürmenden, ewig versinkenden Wellen, die drohend wie kleine Berge sich mit ihreni schneeigen Kamm gegen das Schiff heranwälzten, für Augenblicke wandelnden Grotten ähnlich, die dann mit weißen Flocken und blitzenden Funken brausend in sich zerfielen.
Schon mehrere Abende hatte Hugo, in diese Betrachtungen vertieft, einsam auf dem gewohnten Platze gestanden. Er hatte nicht bemerkt, wie er
krankmachend wirken. . . .Was geht z. B. eine Nation, die für die Freiheit und Selbstständigkeit so ungeheure Ovfer bringt, das Interesse des internationalen Großkapitals, noch dazu im eigenen Lande ausschließlich durch eine fremde Race vertreten, oder das Interesse der internationalen Bevormundung durch eine internationale Kirche an? Und doch ist gerade diesen Interessen durch das jetzige Wahlrecht am meisten Vorschub geleistet. Unter einem natürlichen und vernünftigen Wahlrecht hätte der Sozialdemokratie schwerlich internationales Kapital, und dem Centrum die straffe Organisation der römischen Kirche in so großem Maße zu Hilfe kommen können.
Der,Reichsbote' empfiehlt den Artikel der liberalen Presse „zum Nachdenken". Es ist also auch für die Abschaffung des bestehenden Wahlrechts zu haben.
h. Wieder einmal, wie schon öfter vorher, stellen die nati<maMveraren fresse-Organe Betrachtungen darüber an, wie wohl ihrer altersschwachen Partei wieder auf die Beine geholfen werden könnte. Diesmal sucht die .Nationalliberale Korrespondenz' den Ton dazu anzugeben. Sie meint, vor allen Dingen müsse die nationalliberale Partei „stark sein, auf eigenen Füßen stehen und die eigene Organisation weiter ausbauen und kräftigen . . ." O gewiß! Derlei bekommt jeder Partei vortrefflich. Nur pflegen manche Leute nicht zu wissen, wie man das anfängt, und wenn sie es wissen, so fehlt es ihnen oft an Kraft zur Ausführung. Diese Betrachtungen sind also ziemlich wesenlos. Interessanter ist, was die ,Natl. Korr.' über das Verhalten der Partei bei den preußischen Landlagswahlen schreibt. Da liest man unter anderem folgende Ausführungen: „. . . zu alledem kommt für das Abgeordnetenhaus in Betracht, daß die nationalliberale Partei nicht nur mindestens dieselbe Stärke behalten, wie bisher, sondern auch in der Lage sein muß, die Wiederkehr der reaktionären Bestrebungen zu verhindern, die nur an ihrer Geschlossenheit in der verflossenen Legislaturperiode gescheitert sind." Wenn die nationalliberale Partei in ihrer Ge- sammtheit ihr Wahlverhalten nach den Grundsätzen einrichten würde, wie sie hier die ,Natl. Korr.' aufstellt, dann würde sie auch manches Verständniß für ihre Bestrebungen finden außerhalb ihres Parteiverbandes. Indessen darf man niemals vergessen, daß die nationalliberale Partei in zwei Richtungen sich spaltet, von denen die eine rechts, die andere links will. Es wird also die Frage sein, ob die Anschauungen der ,Natl. Korr.' allgemein in der Partei getheiltwerden.
Ausland.
X Uaris, 30. Juni. Es ist wunderlich — oder eigentlich in Frankreich nicht mehr wunderlich: das neue Ministerium des Herrn Brisson schwebt, kaum gebildet, schon wieder in der Gefahr einer Niederlage in der Deputirten- kammer. So wenigstens urtheilen mehrere angesehene Blätter der Konservativen und der gemäßigten Republikaner; und andere Stimmen der Presse meinen, der Präsident Faure habe Herrn Brisson nur deswegen die Kabinetsbildung übertragen, weil er ihn tüchtig „hineinlegen", d. h. weil er der Welt zeigen wollte, daß mit einem radikalen Ministerium gegenwärtig in Frankreich von einem älteren Henn in dem Gewände eines Ordensgeistlichen beobachtet wurde.
Wieder stand Hugo dort und schaute hinüber nach dem Westen, wo die Sonne unter strahlenden Wolken verschwand. Diese schienen unmittelbar über dem Wasser zu schweben und refleklirten in tausend Nuancen, vom tiefsten Violett bis zum schimmernden Gold und seurigsten Roth, in fortwährend wechselnden Gestalten das scheidende Licht des in den Ozean sich eintauchenden Tagcsgcstirns.
Einige Minuten nur dauerte die Dämmerung und ein Stern um den andern hob sich an dem Firmamente empor, das bald mit tausend und abertausend der funkelnden Diamanten besäet war. In wundervoller, nie gesehener Pracht erblickte der junge Mann den Abendstern am nächtlichen Himmel; er gedachte der Heimath, jenes Abends, an welchem unter dem Sternenhimmel die Liebe zu Luisen in seinem Herzen emporgcblüht war. Was war aus seinen Hoffnungen und Träumen geworden? Dunkel und unheimlich lag die Zukunst vor ihm. Sie war durch kein einziges freundliches Sternchen erhellt.
Lange schaute er hinauf und murmelte dann halblaut:
Funkle, funkle, schöner Stern I
Was du bist, ich müßt cs gern; Gieße mit dem gold'nen Schein Licht in meine Seele ein!
Da fühlte er sich sanft an der Schulter berührt. Fast erschrocken drehte er sich um und blickte in das bleiche aber geistvolle Gesicht eines Herrn. Es war der Geistliche, welcher Hugo, ohne daß es von ihm bemerkt worden wäre, schon mehrere Abende bindurch Gesellschaft geleistet.
„Guten Abend, junger Mann", sagte der
nichts anzufangen sei. Immerhin ist wohl anzunehmen, daß die neuen Herren Minister für eine kurze Weile Gnade vor der Deputirten- kammer, das heißt also eine Mehrheit finden werden, die sich zusammensetzt aus einem Theile der gemäßigten Republikaner, aus den Radikalen und aus den Sozialisten. Wenigstens brachten die Blätter dieser letzteren die Erklärung, daß die Sozialisten zunächst nichts gegen das neue Kabinet Brisson unternehmen wollten, um nicht die Zügel der Regierung wieder den Gemäßigten in die Hände zu spielen. Die nächsten Drahtmeldungen werden Aufschluß darüber geben, wie Herr Brisson und sein neues Ministerium den ersten Kammersturm überstanden haben.
X Itom, 30. Juni. Nun endlich hat auch Italien wieder ein Ministerium. General Pelloux hat mit mehr Erfolg gearbeitet, als die Herren vor ihm, denen der König die Aufgabe der Kabinetsbildung zuertheilt hatte; und nun steht sein neues Ministerium fertig da. Es gehört vollkommen der politischen Linken an. Mehrere seiner Mitglieder sind schon einmal Minister gewesen. Zwei davon haben ehedem unter Garibaldi gefochten. Wie lange wird es dauern, bis diese neuesten Männer wieder aller- neuesten werden Platz machen müssen? Da auch die Richtung des Herrn Zarnadelli in dem neuen Kabinet vertreten ist, steht von vorn herein fest, daß die kirchenfeindliche Politik des letzten Kabinets Rudini auch unter Herrn Pelloux ihre Fortsetzung finden wird.
* Mekgrad,29. Juni. König Alexander ist in Ni sch eingetroffen. In Erwiderung der Begrüßung des Bürgermeisters verurtheilte der König streng die entfesselten Parteileidenschaften und sagte, die erste Aufgabe sei die Hebung des nationalen Wohlstandes, die gründliche Sanirung der Finanzen und die weitere Vervollkommnung der Wehrkraft. Deshalb habe König Milan das Oberkommando der Armee übernommen. Das Hauptziel Serbiens sei eine zielbewußte und stabile Thätigkeit zur Festigung der inneren Lage. Die Zeit sei nicht dazu angethan, sich durch unbestimmte und abenteuerliche Politik leiten zu lassen. Serbien müsse ein stabiles verläßliches Element des Friedens und der Ordnung auf der Balkanhalbinsel bilden.
* Konkautmopes, 30. Juni. Auf der gestrigen Zusammenkunft der Botschafter Rußlands, Englands, Frankreichs und Italiens sollte entschieden rverden, ob die Einrichtung einer provisorischen Regierung auf Kreta der Piorte vorher offiziell mitgetheilt werden sollte oder micht. Der russische Botschafter war entschieden dafür, daß dies geschehe, während der englische Geschäftsträger gegenseitige Instruktionen Lord Salisburys hatte. Eine Einigung wurde vorläufig noch nicht erzielt. — Der Sultan hat den Wunsch ausgedrückt, den nächstjährigen internationalen Pressekongreß in seiner Hauptstadt zu sehen. . Die Centralleitung der journalischen Vereinigungen wird Ende September den bevorstehenden Kongreß zu Lissabon den Antrag unterbreiten, für 1899 sich in Konstantinopel zu vereinigen.
Pater freundlich; „Sie scheinen ein Freund der prächtigen Gestirne zu sein und haben recht; denn durch deren aufmerksame Beobachtung lernen wir mehr als aus manch trefflichem Buche. Die Menschen prahlen stets mit ihrem Können und Wissen, und doch sind sie mit all' ihrer Kunst nicht im Stande, einen Telegraphen nach einem Sterne zu legen. Wir sind wie verbannt auf unsere kleine Erde. Denn über uns schweben in ungemessenen Räumen viele andere Welten mit Millionen edler Geschöpfe. Und wir können nicht mit ihnen sprechen, nicht verkehren, ja wir haben nicht ein einziges Mittel, um uns zu versichern, ob jene glänzenden Gestirne nicht wirklich von Brüdern und Schwestern belebt sind. Wie weit und groß ist der Ocean; wie vielmal größer aber dieses funkelnde Firmament; welche Geheimnisse und Schätze birgt es in feinem unermeßlichen Raume. Und doch ist der liebe Gott, aus dessen Hand alle diese Herrlichkeit und Pracht hervorging, hier unten in einem Wasser- tropfen und in dem winzigsten Thierlein, das darin leuchtet, nicht kleiner als dort oben! Mit der einen Hand leitet er die Millionen von Welten, damit sie sich nicht verirren in ihren verschlungenen Bahnen, und mit der andern bändigt er die wilden Wogen des Oceans, damit sie wie sanste Fittige seine Diener hinaustragen in alle Welt."
Ehrfurchtsvoll hörte Hugo auf die begeisterten Worte des Paters, deffen Augen in fast überirdischem Glanze strahlten. Eine solche Sprache hatte er niemals gehört.
Der alte Herr schwieg einige Sekunden lang, dann wandte er sich wieder an Hugo.
Der spanisch-amerikanische Krieg.
* Vom cubanisch en Kriegsschauplätze meldet aus dem Lager am Rio Guamo ein Berichterstatter vom 29. Juni: Die Vorbereitungen zum allgemeinen Vorrücken werden lebhaft betrieben. Truppen aller Waffengattungen marschiren eilig nach der Frontlinie. Der eigentliche Vormarsch wird aber nicht eher angeordnet werden, als bis jeder Soldat drei Tagesrationen in seinem Tornister hat, letzteres kann aber nicht vor zwei oder drei Tagen der Fall fein; denn erst dann werden die Wege für Wagen passirbar fein. Die Vorposten sind noch nicht auf die Spanier gestoßen; diese scheinen sich hinter die Verschanzungen zurückgezogen zu haben. General Shafter hat sein Hauptquartier noch an Bord der „Seguranca", um in steter Verbindung mit Admiral Sampsou zu bleiben. In der ersten Gefechtslinie befinden sich etwa 13,000 Mann. Die Haltung der Mannschaften ist vorzüglich, trotz der erdrückenden Hitze. Lebensmittel sind knapp und schlecht. Die letzten Abtheilungen Artillerie sind ausgeschifft. General Shafter klagt über Mangel an Pferden und meldet in einer bei General Miles eingegangenen Depesche, er könnte Santiago innerhalb 48 Stunden nehmen, es könnten aber beträchtliche Verluste damit verbunden sein. — Eine Depesche des Admirals Sampson vom 22. Juni zollt Garcia persönlich sowie dem Verhalten der Cubaner im Allgemeinen lebhafte Anerkennung. In einem Telegramm des Generals Shafter vom 27. Juni heißt es, der Gesundheitszustand seiner Truppen sei vortrefflich; außer den Verwundeten seien nur 150 Mann krank. — In Juragua wird von den Amerikanern ein ständiges Lazareth eingerichtet. — Von Tampa sind 9000 Mann nach Key-West abgegangen, um von da nach Santiago befördert zu werden; andere Truppen werden noch folgen, sodaß die Armee Shafters auf die Stärke von 30,000 Mann gebracht wird. All diese Nachrichten stammen von amerikanischer Seite. Die Spanier behaupten dem entgegen, daß unter den amerikanischen Truppen das gelbe Fieber aus- gebrochen sei, sowie daß die Jnvasionsarmee sich nach der Küste zurückgezogen habe, wo sie ein verschanztes Lager errichtet habe.
Lokales.
Fulda, 1. Juli.
cf Am Sonntag Abend mit dem um 10 Uhr 28 Min. einlaufenden Zuge von Frankfurt wird ein Kommando des 2. hannoverschen Ulanen - Regiments Nr. 14 (in St. Avold sElsaßj in Garnison) hier eintreffen und auf dem Steinweg in den Häusern Nr. 1—4, 6 und den geraden Hausnummern von 10—26 einschließlich cirrqnartirt werden, und zwar mit Abend- und Morgenkost. Am Montag Morgen setzen die Mannschaften mit dem ersten Zuge irr der Richtung nach Bebra um 4 Uhr 50 Min. ihre Reise fort.
* Haben Lau dweHrkenle nach v o l lend e tem 3 2. Lebensjahre noch Hebungen zu leisten? lieber diesen Punkt sind die gesetzlichen Vorschriften vielfach nicht bekannt. Es dürfte deshalb von
„Schauen Sie hinein, junger Mann, in die dunkelen, ewig verschwindenden, ewig von Neuem dahinrollenden Wogen. Sind sie nicht geheimniß- voll wie die Tage des Lebens? Sie rollen dahin und kommen nicht wieder. Auch vor uns liegt die unermeßliche Ewigkeit in einen tiefen Schleier gehüllt. Wir fahren dahin wie mit Dampfes- fraft; da hilft kein Wollen und Nichtwollen, und kein entschwindender Tag kehrt zurück. Doch nur nicht verzagt!"
„Ich habe Sie — fuhr der Pater nach einer Pause fort — schon öfters beobachtet. Ein geheimer Kummer scheint Sie zu drücken. Ich bin ein alter Mann und Hobe auf den verschiedenartigsten Gebieten schon Vieles erfahren; wenn ich Ihnen auf irgend eine Weife zu nützen vermag, fo kommen Sie mit vollem Vertrauen zu mir." Er reichte Hugo die Hand und ging mit einem freundlichen „Gute Nacht" in feine Kabine hinab.
Hugo war seltsam bewegt. Durch das, was er von dem Pater gehört hatte, wurde er unwillkürlich an die Mutter gemahnt mit ihrem unerschütterlichen Vertrauen auf den himmlischen Vater, das sie so oft auch in fein Herz zu pflanzen versucht hatte. Unter dem Eindrücke des soeben Erlebten begann der Glaube an die Wahrheit jener wohlgemeinten Worte in ihm aufzudämmern. Er empfand noch keinen Schlaf. Bob hate, wie er wußte, die Nachtwache, und Hugo beschloß, ihm noch eine zeitlang Gesellschaft zu leisten. Der Matrose hieß ihn voll Freude willkommen.
Hugo erkundigte sich nach dem Geistlichen und erfuhr von Bob zu seinem nicht geringen Erstaunen, daß er mit einem sehr berühmten Herrn,