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IrrLöa, Dienstag, den 28. Juni 1898

25. Jahrgang.

mals in den Anlagen photographiren lassen — die Idee dazu hatten sie gestohlen, denn Senior und Fuchsmajor der „Pumponia" erklärten ein­stimmig, diesen Plan hätten sie „schon längst ge­habt". Nun mußte etwas Anderes gefunden werden.

„Weißt Du was, Senior," meinte der Fuchs­major, „wir stellen die große Brandleiter an der „Neckarmüllerei" auf, die ganze Verbindung stellt sich drauf, immer einer einen Tritt höher als der Andere, Du zu oberst — das ist etwas ganz Apartes."

ausdrücklich die unlängst durch die europäische Presse gegangene Meldung, daß der amerikanische Präsident Mac Kinley von Anfang an von einer päpstlichen Ver­mittelung nichts habe wissen wollen. Weit entfernt davon, sich einer solch „barbarischen Intoleranz" schul­dig zu machen, habe Mac Kinley vielmehr dem Vatikan gegenüber äußerste Höflichkeit und weitgehendes Ent­gegenkommen an den Tag gelegt. — Die Londoner pro­testantischen ,Daily News' schrieben zu dem päpstlichen Vermiltelungsversuch: „Abgesehen von den mehr all­gemeinen Gesichtspunkten dieser Intervention, ist die­selbe höchst interessant zur Beurtheilung der Persön­lichkeit Leos XIII. Mag nun die Intervention sich erfolgreich erweisen oder nicht, so macht sie jedenfalls dem Herzen, wie dem Verstände Leos XIII. Ehre. Der Vermittelungsvorschlag ist nicht nur aus des Papstes eigenster Initiative hervorgegangen, sondern der Papst hat auch die meisten der Noten, welche vom Vatikan ausgingen, selbst diktirt, und er hat sogar Auftrag gegeben, daß er sofort aus dem Schlafe ge­weckt werde, wenn in der Nacht oder während seiner nachmittägigen Siesta wichtige Telegramme eintreffen ollten. Die Anstrengung und Aufregung muß für einen solch alten Mann wirklich bedeutend gewesen sein, aber die Natur Leos XIII. scheint in der That trotz des schwächlichen Körpers noch immer überaus leistungs-

Inserate: Die ein­spalt. Garmond­zeile oder deren Raum 15 Pf„ Re­klamen die Petit­zeile 25 Pf.; bei Wiederholungen wird entsprechend. Rabatt gewährt.

Das Dermittlerarut der Papste in der Weltgeschichte.

„Eins" — da knisterte es ganz leise untec dem Steg.

Wen und in welchem Sinne wollte man sammeln? Während der Zeit der Wahlbewegung wurde in dem Wahlbriefe des Staatssekretärs Grafen von Posadowsky und nachher noch mehr­fach in Regierungsblättern hervorgehoben, daß das Wichtigste die Sammlung gegen die Sozialdemokratie sei. Alle bürgerlichen ! Parteien sollten sich vereinigen, um gemeinsam die ' sozialdemokratischen Wahlbewerber aus dem Felde , zu schlagen! Nun wohl, außer den Sozial- : demokraten und einigen radikal-demokratischen Elementen verschiedener Färbung fühlt niemand Freundschaft für jene, hat auch jetzt Ntemand Freundschaft zum Ausdrucke gebracht. Aber nie­mals würde die Bekämpfung der Sozialdemo­kratie dadurch erfolgreicher gestaltet werden können, daß die gegenwärtig bestehenden politischen Parteien sich selbst aufgäben und sich alle zu­sammen zu einem einzigen Sammlungsbrei ver­rühren ließen. Und es zeugt von einer fast un­glaublichen politischen Kurzsichtigkeit, daß nach wie vor, wie jetzt wiederum in dem genannten Regierungsblatte, die Behauptung aufgestellt wird, die Einzelnen Parteiführer Hintertrieben solche Sammlungsbestrebungen nur aus Furcht davon, nachher selbst keine Rolle mehr spielen zu können, aus Furcht „vor dem Verschwinden der eigenen Daseinsberechtigung."

Das ist vollkommen falsch. Wie erweckt man denn das politische Interesse der Staats­bürger am erfolgreichsten? Sicherlich nicht durch allgemeine Redensarten mit politischem Klange. Jedem muß man vielmehr etwas bringen, das ihn ganz besonders interessirt; und das erreicht man sicherlich viel leichter und viel besser durch eine Reihe verschiedener Parteien, als durch einen allgemeinen großen Mischmasch. Unsere politi­schen Parteien sind ja auch gar kein Kunstprodukt, oder doch wenigstens nur zum bei weitem kleinern Theile. Sie sind aus dem politischen Leben des Volkes heroorgewachsen, und wenn jede für sich allein ihre Freunde und Anhänger sammelt, dann wird stets und unter allen Umständen das Ge- sammtergebniß ein viel großartigeres sein, als wenn alles, was jetzt im Gegensätze zur Sozial­demokratie als die „bürgerlichen Parteien" be­zeichnet wird, von Anfang an gemeinsam in die Wahlschlacht ziehen wollte. Aber ein solches all­gemeines Sammelsurium würde ein Pfropfreis sein, künstlich dem Naturbaum des politischen Volkslebens aufgedrängt. Und sicherlich würde es keinen dauernden Bestand haben.

8 Daß einzelne politische Parteien sich auch einmal überleben und zum alten Eisen geworfen werden, das freilich steht fest. Das tritt ein, wenn einzelne Politiker die Fühlung mit dem Volksleben verlieren und dennoch ihre Partei unter ihre eigene bestimmte Schablone zwängen wollen. Das tritt also dann bei einer Partei ein, wenn sie aufhört, eine Partei aus )em Volke, genauer gesagt, aus bestimmten Theilen des Volkes heraus zu sein: wenn sie aufhört, eine Volkspartei zu sein und anfängt, ein Kunstprodukt zu werden, geformt nach den persönlichen, und vereinzelten Anschauungen von Politikern, die ihrer Zeit und der Volksseele entfremdet sind. Die frühere Fortschrittspartei und nachmalige freisinnige Partei ist dafür das deutlichste und abschreckendste Beispiel.

Die Regierung aber braucht nur volks- thümliche Politik zu machen, volksthümlich und volksfreundlich. Dann wird sie ihr Wunder sehen, wie leicht sie Erfolge erzielen kann ohne alle künstliche Sammlungsmache, ohne Wahlbriefe von Staatssekretären und ohne allerhand pomp­hafte Redensarten, die bei genauerer Unter­suchung als eitel Wahlwind sich Herausstellen.

id Die Politik der Sammlung.

„Die Zukunft Deutschlands liegt in' der Sammlung, und die Politik der Sammlung rst unserer Ansicht nach die einzige Politik, welche eine nationale Regierung treiben kann — „mit diesen Worten schließt die ober- offiziöse »Norddeutsche Allgemeine Zeitung' einen Artikel, der mit derselben Überschrift versehen ist wie dieser hier.

Es ist merkwürdig, mit welcher Zähigkeit dieser verschwommene Begriff der politischen Sammlung festgehalten wird, und noch merk­würdiger ist die vorstehend wiedergegebene Be­hauptung, daß diese Politik die einzige Rettung Deutschlands sein soll, gerade jetzt in diesem Augenblicke. Denn die soeben beendeten Wahlen haben doch mit denkbar zweifelloser Klarheit ergeben, daß die Wahlparole von der soge­nannten Sammlung nicht den geringsten Ein­druck auf die Wählerschaft gemacht hat.

wan weiß nicht einmal, was die Macher der Sammlung eigentlich darunter verstanden wissen wollen; und es klingt wie blutige Selbstverspottung, wenn die .Norddeutsche Allgemeine Zeitung jetzt schreibt: „Die Sammlungsparole, die von den Politikern so schnöde verspottet wird, hat denn auch, wie der Ausfall der Reichstagswahlen erkennen läßt, in den breiten Schichten des deutschen Bürgerthums Verständniß gefunden. . . Bisher wußte man nur etwas vom Gegentheil, nämlich daß diese Sammlungsparole vollkommen wirkungs­los geblieben ist.

Das dritte Quartal 1898

nimmt am nächsten Freitag seinen Anfang und nur bitten daher, die Bestellung auf die „Iutdaer Zeitung" nunmehr, soweit es noch mcht geschehen sein sollte, zu besorgen. Die Sommermonate bewirken naturgemäß, daß der Strom des politischen Lebens ruhiger dahinfließt; trotzdem sehlt es nicht an brennenden Fragen, deren fortschreitende Lösung zu verfolgen Pflicht eines jeden Deutschen ist, der an der politi- i$en' fleifligen und wirthschaftlichen Entwickelung seines Vaterlandes regen Antheil nimmt. Die religiös-kirchlichen Fragen kennen überhaupt keinen Stillstand, und für jeden treuen Katholiken ist es durch die Zeitverhältnisse zur Nothwendigkeit geworden, sich durch das Halten eines Blattes, welches sowohl aus kirch­lichem Gebiete katholisch ist, als auf politischem Gebiete den Centrumsstandpunkt vertritt, stets au dem Laufenden zu erhalten und fo ein Stein in dem festen, unüberwindlichen Thurme zu bleiben, als der sich unsere Partei bei den letzten Wahlen so glorreich erwiesen hat.

In dem kommenden Quartal muß die Haupt­arbeit für die Landtagswahlen gethan werden, und deshalb kann nicht dringend genug dazu ge- rathen werden, sich durch die Lektüre eines Cen­trumsblattes, wie die „Fuldaer Zeitung.", sowohl über der Bewegung in der eigenen Partei als über die Pläne der Gegner und die Gesammt- Sachlage auf dem Laufenden zu erhalten.

Im Ausland e nimmt das meiste Interesse, und zwar ein hervorragendes, der Krieg zwischen Spanien und den Vereinigten Staaten in An­spruch. Die Entwickelung der Dinge hat sich so zugespitzt, daß im nächsten Vierteljahre ersichtlich dre Entscheidung fallen muß, und daß sich dabei Folge-Ereignisse von großer Bedeutung abspielen werden, rst eine Vermuthung, welche die größte Wahrscheinlichkeit für sich hat.

^..Jaunerhin aber wird die Sommerzeit uns die Möglichkeit geben, dem Unterhaltungsstoffe einen breitem Raum zu gewähren; deshalb haben wir eine Anzahl kleinere Erzählungen erworben, mit denen wir namentlich unseren Leserinnen eine angenehme Abwechselung bieten wollen.

Die „Fuldaer Zeitung" unterrichtet in knapper, aber vollständiger und übersichtlicher Weise über alle Vorgänge auf politischem Ge­biete. Sie berücksichtigt in gleicher Weise die allgemeinen Interessen des gesammten Volkes wie auch das, was die einzelnen Stände angeht: den Arbeiter, Handwerker, Bauer, Geschäftsmann, Beamten, Lehrer usw.

Die amtlichen Bekanntmachungen, sowie die Holzverkäufe, Marktberichte und ähnliche Anzeigen von allgemeiner Wichtig­keit werden aus den für unseren Leserkreis in Betracht kommenden Kreisen sämmtlich in der ,Fuldaer Zeitung' veröffentlicht.

Mögen deshalb unsere Freunde in Stadt und Land dafür sorgen, daß die „Fuldaer Zeitung" ' nur in jedem Wirthshause aufliegt, ! sondern auch m jeder katholischen Familie ' zu finden ist.

„Natürlich, daß die „Sumponen" mich den Brandmeister" tituliren und Euch die „Feuer- ebner" Du Schwerenöther, entrüstet steig Dir ein Halber ad poenam!"

Der Fuchsmajor thats, sagte aber: „Du wirst sehen, Oberhaus, Etwas ist an meiner Idee, nur dann imponiren wir, wenn wir uns so recht von oben herab photographiren lassen."

„Das stimmt wieder," meinte der Senior; „aber wo pflanzen wir uns auf? Aus der Neckar­brücke wär ein schöner Standpunkt, der Photo­graph könnte sich dann auf,'einen Kahn setzen —"

„Dann würden die Häupter unserer löblichen Korona über der Brüstung sich ausnehmen wie Aepfel auf einem Kellerbrett", meinte der Fuchs­major mit Schadenfreude; „die Brücke ist viel zu hoch."

„Hm, hm", meinte der Senior und that einen langen Zug. „Aber vielleicht thäts eine kleinere Brücke", fügte er dann bei.

„Halt, jetzt hab ichs!" rief da der Fuchs­major. „Dem Ammerhof zu gibts sicher so ein paar niedere Stege; darauf haben wir Platz, dann nimmt man den Schloßberg zum Hinter­grund oder auch umgekehrt die Wurmlinger Kapelle — das ist das non plus ultra. Drei Füchse sollen das Nähere auskundschaften, dann wollen wir den Tag bestimmen".

So wards gemacht. Die Füchse hatten ihre Sache gründlich gemacht und, wie es scheint, vor dem niederen, malerisch über dem Bächlein schweben­den Holzstege bei Sonn- und Mondlicht Augen­schein genommen, denn sie kehrten erst um Mitter- nacht heim, mit den Versicherungen kolossalster, verblüffender Wirkung, welche die „Pumponia" auf diesem Standpunkt machen müsse.

Der Tag war bestimmt, der Verbindungs­diener vulgo „Fax" hatte Alles an Ort und Stelle gebracht, die „Pumponia" war vollzählig in „Wichs" ausgerückt, auch der Verbindungshund war dabei mit dem Festhalsband, der Photograph hatte unten zur Seite des Bachs seinen Stand­punkt gewählt; er fand die Sache höchst originell. Der alte Steg auf den verwitterten dunklen Brettern, nebenan eine stolze Linde, die ihn halb überschattete, links dichtes Erlengebüsch. unten der Bach kaum zwei Meter tiefer als der Steg — er spiegelte denselben köstlich ab — und im Hinter­grund stand der Schloßberg mit der Rückseite , des Tübinger Schlosses, rechts seine gewaltige ; Fortsetzung im hohen Abhange von Wald und Wildniß.

Der große Moment.

Eine lustige Studentengeschichte aus Tübingen.

Der Senior und der Fuchsmajor der Ver­bindung „Pumponia" gingen mit tief gesenkten Köpfen seit einigen Tagen von und zur Stamm­kneipe. Es war auch ein „schwieriges Problem", über das sie nachdachten. Die Verbindung mit den neuen „Füchsen" mußte sich photographiren lassen; natürlich ein großes Gruppenbild. Aber nun war die Frage: wo ? und wie ? So ein simpler Hintergrund von einigen Bäumen oder von der Universität war längst abgethan; es mußte ein verblüffendes Terrain sein, aus dem sich die „Pumponia" aufnehmen ließ, das war sie sich selber schuldig. Etwas nie Dagewesenes mußte es werden, etwas einfach Haarsträubendes, nie mehr zu Uebertreffendes, dies Gruppenbild. Und nun hatten Senior und Fuchsmajor die ehren­volle aber bis jetzt gänzlich ungelöste Ausgabe erhalten, diese phänomenale Idee zu entdecken. Daher mußten sie so schwer denken," — daß man es ihnen ansah.

Ja, wenn die gegnerische Verbindung, die „Sumponia", ihnen nicht zuvorgekommen wäre. Die hatte sich kürzlich am Fuß des neuen Denk-

Allmählich war es gelungen, die ganze „Pum­ponia" auf dem Steg zu plaziren: mitten stand in Majestät und Würde das „Ober- und Unterhaus," dann die sonstigen Chargirten, die alten Häuser, die Burschen und die Füchse nach ihrer Ordnung, mit Trinkhorn, Nappieren, Wappen und Allem, was sonst noch zur Ausrüstung gehört. Am Rand des Steges hatten der Korpshund und der Diener Aufstellung genommen.

Das dicke „Unterhaus" hatte einige Male prüfend auf den Stegboden geschaut und mit den Füßen fest hingetreten. „Hoffentlich hält die Geschichte," brummte er, „eine Steinbrücke wär mir lieber."

Ein Fuchs meinte: „s wär kein Wunder, wenn der Steg die Ehre nicht aushielte; so was pafsirt ihm nicht leicht wieder."

„Bitte jetzt — ganz ruhig, meine Herren!" klang das Kommando von unten und der Meister Photograph schlüpfte unter sein Wachstuch. Dann kommandirte er: „Noch etwas mehr in die Mitte zusammenrücken, daß die Gruppe lebendiger wird."

„Gehen Sie mal mit dem Hektor weiter auf den Steg herein," kommandirte jetzt der Senior dem Diener, und dieser zog den widerstrebenden prachtvollen Neufundländer mit sich und hielt ihm den Kopf hoch.

„Eins — zwei —"

Das thats einen Ruck und ein zorniger Schrei folgte. Hektor hatte mit gewaltiger Wucht sich tosgerissen und sprang nun mit eingezogenem Schweis in riesigen Sätzen Tübingen zu. Etwa hundert Schritte weiter oben setzte er sich in die Wiese und schaute von diesem erhöhten, sichern Standpunkte sich seine Herren auf der Brücke an.

Der Diener wollte dem Hunde nachrennen. „Bleiben Sie, Sie fangen ihn doch nicht ein!" rief einer, und fünf andere riefen: „Nur vor­wärts, ohne Hund, der Arm wird mir müd, das Bild wird am Ende nichts."

„Also nochmal — cmfgepaßt!"

, »Zwei — und drei!" Mit diesem Wort nahm der Photograph die Kapsel weg — und mit einem wuchtigen Krach senkte sich gleichzeitig der Steg in die Tiefe. Im nächsten Moment war die „Pumponia" verschwunden — wie weg- gesegt von der Bildfläche, dagegen zappelte, pustete, schimpfte es, schüttelte es sich, spie es Wasser und wimmelte es nur so von Händen und Füßen in Wasser und Luft, umsprüht und umspritzt von Wasser und Schlamm — ein Momentbild ohnegleichen.

Sprachlos stand der Photograph da und machte den Deckel wieder zu, dann that er, als wollte er helfen. Aber das war nicht nöthig. Der Sturz ging nicht tief, und zum Ertrinken war der Bach doch nicht.

„Heiden und Juden!" wetterte das dicke Unterhaus, „hab ichs doch gleich gedacht! Wer kommt aber auf solch eine verrückte Hammels­idee, die edle „Pumponia" auf einem Steg zu­sammenzupferchen!"

Allmählich gewannen die Chargirten und Nichtchargirten das Ufer. „Sei nur Du still," meinte der Fuchs, „Du bist noch oben hinge­fallen; ich war unten und hab schier zwei Liter Wasser geschluckt, bis ich Dich los hatte."

„Und das Horn ist entweiht, ist gänzlich profanirt, hat Wasser geschluckt," deklamirte ein anderer Fuchs. „Aber nun stille — auf Ehren­wort!" erklärte der Senior, nachdem Alle naß und schmutzig sich am Ufer wiedergefunden hatten, „damit es die „Sumponia" nicht erfährt, sonst heißen sie uns am End noch „Wiedertäufer", und den Schimpf würde ich nicht ertragen.

So ist die „phänomenale" und Alles „ver­blüffende" Aufnahme der Verbindung „Pumpo­nia" „zu Wasser geworden". Aber ganz Gras ist doch nicht darüber gewachsen. Denn die photo­graphische Plvtte hatte den großartigen Moment verewigt, und sie wurde — leider — nicht ver­nichtet. Der dies schreibt, hat sie einmal ge­sehen — wirklich ein Weltuntergang im Kleinen: ein Chaos von pustenden Köpfen, krabbelnden und zappelnden Gliedern und spritzenden Wellen — wenn der selige Maler Corregio noch lebte, er müßte sich für überwunden erklären, und doch hat keiner so wie er bloß aus Händen und Füßen das größte Bild zuwege gebracht. Nur Einer war vorzüglich getroffen auf dem Bilde, das ist der kleine Hektor, der Verbindungshund, der seitwärts in der Wiese sitzt und vergnüglich sich die ganze Sache ansieht, froh, daß er rechtzeitig seine edle Haut in Sicherheit gebracht hat.

Das ist der bedeutende historische Moment im Leben der „Pumponia" gewesen, und eben darum ist er hiermit veröffentlicht worden.

Der Vermittelungsversuch Papst Leos XIII. in der cubanischen Angelegenheit gibt Veranlassung, das Vermittleramt der Päpste in der Weltgeschichte in Er­innerung zu rufen. Papst Benedikt XI. schickte im Jahre 1301 einen Kardinal-Legaten nach Ungarn, um den dort herrschenden Bürgerkrieg beizulegen. Papst Ale­xander bewahrte Spanien und Portugal vor einem blutigen Kriege dadurch, daß er die strittige Grenz­linie zwischen den beiderseitigen amerikanischen Be­sitzungen festsetzte. Die Päpste Julius II., Leo X. und Klemens VII. vermittelten zwischen Frankreich und dem heiligen römischen Reiche. Den Bemühungen Pauls III. ist das Zustandekommen des Waffenstillstandes von Nizza zwischen Karl V. und Franz I. im Jahre 1538 zu verdanken. Spanien und Deutschland erkannten Urban VIII. als ihren V. emittier an. In der Neu­zeit war es kein Geringerer, als Fürst Bismarck, welcher in der bekannten Differenz zwischen Deutschland und Spanien den Papst Leo XIII. als Schiedsrichter an­rief. — Der päpstliche Nuntius in Madrid dementirt

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