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M 141.

Iu0öct, Dienstag, den 28. Juni 1898

25. Jahrgang.

Wegen des festes Peter und Paul wird die nächste Nummer unseres Blattes erst am Donnerstag ausgegeben.

Der neue Reichstag wird nach den jetzt vollständig vorliegenden Wahlergebnissen im Wesentlichen dasselbe Ge­präge tragen, wie der vorhergehende; auch inner­halb der einzelnen Parteien sind große Ver­schiebungen nicht eingetreten.

Das Centrum zählte bei Beginn des vorigen Reichstags 95, am Schluß desselben 98 Mitglieder. Jetzt zählen wir für dasselbe 103 Mandate, nachdem aus den 8 bayerischen Wahlkreisen Forchheim, Schweinfurt, Kronach, Regensburg, Jmmenstadt, Neustadt (Unterfranken), Wasserburg und Würzburg die Wahl der Centrumskandidaten gemeldet worden ist. Bei den drei Stichwahlen in der bayerischen Pfalz, wo das Centrum neue Man­date zu erringen hoffte, ist es unterlegen, ebenso hat es in Baden bei den Stichwahlen nur die bisherigen Wahlkreise behaupten, nicht aber neue Wahlkreise erringen können. Immerhin wird das Centrum um einige Mandate stärker in den Reichstag einziehen. Auch die Hospitanten des Centrums (4) haben durch den Wieder­gewinn von Osnabrück sich auf 5 vermehrt. Vielleicht treten auch noch einige Elsässer dem Centrum bei; der für Straßburg-Land gewählte Abg. Hauß, unser verehrter Kollege vom.Elsässer' steht dem Centrum sehr nahe.

Die Polen haben 14 (19) Mandate erhalten. Ferner zählen die Konservativen 63 (60), die Reichspartei 22 (28), die National- liberalen 49 (49), die Freisinnige Ver­einigung 14(14), die Freisinnige Volks­partei 30 (28), die Süddeutsche Volks­partei 8 (12), die Antisemiten 12 (16), die Deutschhannoveraner 9(7), der Bund d er Landwirthe3, die Sozialdemokraten 56 (48) Mandate.

Das Centrum kann nach wie vor einer­seits mit den beiden konservativen Parteien, an­derseits mit den Freisinnigen und Sozialdemo­kraten eine Mehrheit bilden. Eine konser­vative-nationalliberale Mehrheit istaus- 8 «schloss en. Eine Mehrheit der linken Seite, einschließlich der Nationalliberalen, ist ebenso aus­geschlossen. Eine Mehrheitsbildung gegen das Centrum wird nur möglich sein, wenn die Konservativen mit den Natwnalliberalen, Frei­sinnigen und Sozialdemokraten zusammengehen, was so leicht nicht vorkommen wird.

Auf die einzelnen Landestheile ver- theilen sich die Parteien wie folgt:

Ostpreußen: Memel von der Freis. Volksp. an den Lrttauer Smalalys; Allenstein-Rösfel von den Polen an das Centrum verloren. Resultat: 12 Konservative, 2 Centrum, 1 Sozialdemokrat, 1 Littauer, 1 freis. Volkspartei.

Der KapeUenhof.

Erzählung aus dem Leben von Max Benno.

'20 ------ (Nachdruck verboten.)

„Na," nahm der Hebräer das Wort, indem er sich ohne Weiteres dem seinen Weg wieder verfolgenden Hugo anschloß, „der Herr Amberg laufen den alten Aron fast nieder; das heiße ich in Gedanken vertieft! Freilich waren es auch ganz schlimme Massematten, die Ihr heute ge­macht habt! Bin auch im Wirthshause gewesen und habe gesehen, wie der Herr Lieutenant von Euch für seine Grobheit bezahlt worden ist! Ist ihm ganz recht geschehen, dem stolzen Patron, aber glaubt mir, junger Freund, es wird ein böser Handel daraus! Der Baron ist ein grau­samer Herr! An Eurer Stelle machte ich mich aus dem Staube, sonst geht es Euch schlecht. Es ist freilich ein harter Entschluß, wenn man so warm im Nest sitzt wie Ihr, aber — immer­hin besser als Krähe im Wald, als eine Amsel im Käfig zu sein! — Ich will Euch was sagen," fuhr er fort, als Hugo noch immer schwieg, „geht zu meinem Prinzipal, er ist ein gescheidter und guter Mann, er gibt Euch sogleich die Mittel zur Flucht!"

Hugo hörte den Schreiber, der sich ganz den Anschein eines wohlwollenden Freundes zu geben wußte, ohne Widerspruch an und folgte ihm willig, als er die Richtung nach Sterns Wohnung einschlug. Nach der Ankunft vor derselben blieb Aron stehen. „Ich muß nun fort, um ein dringendes Geschäft zu besorgen, kehre aber bald wieder zurück. Thut, wie ich Euch gerathen

Westpreutzen. Die Polen verloren Rosen­berg an die Konservativen, Graudenz und Thorn an die Nationalliberalen und Schwetz an die Reichspartei. Resultat: 4 Konservative, 3 Polen, 3 Reichspartei, 2 Nationalliberale, 1 freis. Vgg.

Brandenburg. Die Sozialdemokraten ver­loren Berlin II und V an die Freis. Volkspartei, Westhavelland an die Konservativen; die Frei­sinnigen verloren Westpriegnitz; Ruppin-Templin an die Reichspartei bezw. Konservativen, Ost­havelland und Ostpriegnitz gingen von den Kon­servativen an einen Wildkonservativen über. Züllichau verloren die Konservativen an die Frei­sinnige Volkspartei; Sorau an die Sozialdemo­kraten. Resultat: 5 Freisinnige, 6 Sozialdemo­kraten, 8 Konservative, 3 Reichspartei, 1 Wild­liberaler, 2 Wildkonservative, 1 Antisemit.

Sommer«. Stettin verloren die Sozial­demokraten an die freisinnige Vereinigung, Rum- melsburg-Schlawe die Konservativen an die freis. Vereinigung, Colberg-Cöslin verlor die freisinnige Vereinigung an die Konservative» (Bund der Landw.). Resultat: 11 Konservative, 3 freisinnige Vereinigung.

^Po(ctt. Die Polen verloren Fraustadt-Lissa an das Centrum, Bromberg an die Reichspartei, die Reichspartei verlor Wirsitz-Schubin an die Polen, die Konservativen Czarnikau-Colmar an die freisinnige Volkspartei. Resultat: 11 Polen, 2 Reichspartei, 1 Centrum, 1 freis. Volkspartei.

Schkeüe«. Die Sozialdemokraten verloren Reichenbach-Neurode an das Centrum, die freis. Volkspartei Striegau-Schweidnitz an die Konser­vativen. Resultat: 14 Centrum, 7 Konservative, 9 freisinnige Volkspartei, 2 Reichspartei, 3 Sozial­demokraten.

Provinz Sachsen. Die Nationalliberalen verloren Naumburg-Weißenfels an die Sozial­demokraten, die Reichspartei Mülhausen-Langen­salza an die freisinnige Volkspartei, Salzwedel ging von der Reichspartei über an die Konservativen. Resultat: 4 Konservative, 3 Nationalliberale, 5 Freisinnige, 4 Sozialdemokraten, 1 Centrum.

Schkeswig-Koksteiu. Die Sozialdemokraten verloren Kiel an die freisinnige Vereinigung: die freisinnige Vereinigung verlor Norder-Dilhmarschen an die Nationalliberalen; die Nationalliberalen verloren Apenrade-Flensburg an einen Antisemiten; Oldenburg-Segeberg ging von einem Konservativen über an die Reichspartei. Resultat: 1 Däne, 1 Antisemit, 2 freisinnige Vereinigung, 2 National­liberale, 2 Sozialdemokraten und 2 Reichspartei.

Kannover. Die Nationalliberalen verloren Celle-Gifhorn und Osnabrück an die Deutsch- Hannoveraner, Einbeck-Northeim an den Bund der Landwirthe. Die Konservativen verloren Leer-Emden-Norden an die Nationalliberalen; die Reichspartei verlor Goslar an die National­liberalen. Resultat: 9 Deutsch - Hanroveraner, 6 Nationalliberale, 2 Bund der Landwirthe, 1 Centrum, 1 Sozialdemokrat.

Wekfakeu. Die Sozialdemokraten verloren Dortmund an die Nationalliberalen; die Natio­nalliberalen verloren Siegen-Wittgenstein an die Christlich-Sozialen; das Centrum verlor Bochum an die Nationalliberalen. Resultat: 9 Cent rum, 4 Nationalliberale, 2 Freisinnige, 1 Christlich- Sozialer, 1 Konservativer.

habe, dann kommt Ihr wahrscheinlich mit einem blauen Auge davon; vielleicht treffe ich Euch noch, und wenn nicht — Glück auf den Weg!"

Er drückte Hugo die Hand und wandte sich nach einer Seitengasse, wo er verschwand.

Der junge Mann ging einige Male vor dem Hause Sterns auf und ab. Die Rathschläge Arons fanden mehr und mehr Eingang bei ihm. Es zeigte sich ihm kein anderes Rettungsmittel, als schleunige Flucht.

An Luise, welche der Baron ohne Zweifel in Kenntniß von dem Schicksale gesetzt, das ihm bevorstand und oie sich wohl infolge dessen so schnell und in so verletzender Weise von ihm ab­gewandt hatte, durfte er ohnehin nicht mehr denken; der Vater besaß nunmehr ein Recht, von dem ungerathenen Sohne zu sprechen, der Schande über seinen Namen gebracht. Er konnte nicht mehr mit freiem Auge vor ihn hintreten. Dem starren Buchstaben des Gesetzes gegenüber kamen die Beweggründe seiner unbesonnenen Handlungs­weise nicht in Betracht. Ein Gedanke erfüllte sein Herz mit bitterem Weh, der Gedanke an die Mutter, welche durch seine That aufs Neue in den tiefsten Kummer gestürzt werden mußte. Doch auch sie wollte den Sohn sicherlich lieber in weiter Ferne, als im Zuchthause wissen. Des­halb fort, weit fort, damit der strafende Arm der harten Militärgesetze ihn nicht mehr zu er­reichen vermochte. Er hatte ja heute seinen Ab­schied gehalten; also hinaus in die Welt, um all das zu vergessen, was ihn in der Heimath so unglücklich und namenlos elend gemacht hatte. — Lieber in der Fremde entbehren und kämpfen.

Kessen Nassau. Die Sozialdemokraten ver­loren Höchst-Usingen, die Nationalliberalen Lim- burg-Diez an das Centrum, die Konservativen verloren Hanau an die Sozialdemokraten und Kassel-Melsungen an die Nationalliberalen. Die Antisemiten verloren Eschwege an die Reichspartei. Resultat: 4 Centrum, 4 Antisemiten, 2 National­liberale, 1 Freisinnige Volkspartei, 1 Reichspartei, 2 Sozialdemokraten"

Nheinprovinz. Die Reichspartei verlor Essen an das Centrum, die Sozialdemokraten ver­loren Solingen an einen Wildliberalen. Resultat: 27 Centrum, 5 Nationalliberale, 1 Reichs­partei, 1 Sozialdemokrat, 1 freisinnige Volkspartei.

Sigmaringen. 1 Centrum.

Wagern. Der Bauernbund verlor Kelheim an das Centrum, das Centrum verlor Deggendorf an den Bauernbund (Dr. Ratzinger hat das Mandat nur unter der Bedingung "angenommen, daß er nicht nach Berlin muß), die Nat.-libralen ver­loren Speier an die Sozialdemokraten, Kaisers­lautern an den Bund der Landwirthe. Die Frei­sinnige Volkspartei verlor Erlangen-Fürth an die Sozialdemokraten. Gewählt sind 30 Centrum, 4 Bauernbund, 1 Bund der Landwirthe, 4 Sozial­demokraten, 7 Nationalliberale, 1 Konservativer, 1 Freisinnige Volkspartei.

Königreich Sachsen. Die Sozialdemokraten verloren Mittweida an die Nationalliberalen und Plauen-Oelsnitz an die Konservativen. Die Freis. Volkspartei verlor Zittau an die Sozialdemo­kraten und Löbau an die Konservativen. Die Antisemiten verlorenDresden-Altstadt und Dresden- Neustadt an die Sozialdemokraten. Die Konser­vativen verloren Nossen-Döbeln an die National­liberalen und Zschoppau-Wolkenstein an die Sozialdemokraten. Die Reichspartei verlor Frei­berg an den Bund der Landwirthe. Resultat: 11 Sozialdemokraten, 3 Antisemiten, 4 Konser­vative, 1 Bund der Landwirthe und 4 National­liberale.

Württemberg. Die Deutsche Volkspartei verlor Cannstadt an die Nationalliberalen, Heil­bronn und Gmünd an die Konservativen, Freuden­stadt Horb an die konservativen. Die National- liberalen verloren Stuttgart an die Sozialdemo­kraten, die Reichspartei Calw an die Konser­vativen. Resultat: 4 Centrum, 7 deutsche Volkspartei, 4 Konservative, 1 Nationalliberaler, 1 Sozialdemokrat,

Aaben. Die Nationalliberalen verloren Pforzheim-Durlach und Mannheim an die Sozial­demokraten, die Freis. Volkspartei verlor Karls­ruhe an dieSozialdemokraten. Sinsheim-Eppingen ging von den Konservativen über an den Bund derLandwirthe. Resultat: 7 Cent rum, 3Natio- nalliberale, 3 Sozialdemokraten, 1 Bund der Land­wirthe.

Kesse«. Die Antisemiten verloren Bens­heim-Dieburg an die Nationalliberalen, die Natio­nalliberalen verloren Darmstadt an die Sozial­demokraten. Resultat: 1 (Zentrum, 3 Natio­nalliberale, 2 Antisemiten, 2 Sozialdemokraten, 1 Freisinnige Volkspartei.

Mecklenburg - Schwerin. Die Konser­vativen verloren Rostock-Doberan an die Sozial­demokraten und Schwerin-Wismar an einen Libe-

als daheim ein Gegenstand der Verachtung oder — des Mitleids zu sein.

Entschlossen trat er auf die Hausthüre zu, zog die Glocke, und stand einige Sekunden später vor Stern. Dieser schien die Absicht des späten Besuchs zu kennen.

„Ah! Du bist's, Hugo? Gut, daß Du kommst," sagte er und fügte ohne weitere Einleitung hinzu: „Du mußt fort, und zwar für längere Zeit. Wer wird sich auch von der Leidenschaft so hin­reißen lassen. Ich weiß alles. Der Baron war bei mir und hat den Vorfall erzählt. Deine ganze Zukunft schwebt in der größten Gefahr. Nur mit Mühe konnte ich den Lieutenant be­stimmen, daß er Dir zwei Tage Zeit zur Flucht gibt. Er ist es seiner Offiziersehre schuldig, die Sache zur Kenntniß des Kommandos zu bringen, dann ist es auf Jahre hinaus um Deine Freiheit geschehen. Wenn Du nicht gekommen wärest, hätte ich Dich selbst ausgesucht. Du mußt Deutsch­land verlassen, und zwar noch diese Nacht. Es bleibt Dir keine Zeit übrig, um von den Deinigen Abschied zu nehmen. Die Mittel zur Flucht gebe ich Dir. In Deiner Uniform kannst Du nicht fort; ich werde Kleider holen, die Du anziehst, während ich das Reisegeld abzähle, und dann gehst Du mit-dem nächsten Zuge ab.

Hugo war nicht wenig überrascht, den Agenten von dem Geschehenen so genau unterrichtet zu wissen, und noch mehr darüber, daß dieser so­zusagen schon für alles gesorgt hatte. Und doch that es ihm wohl, denn dadurch wurde jede weitere Erklärung erspart.

Er erhielt die nöthigen Kleidungsstücke und zog sich in das anstoßende Zimmer zurück.

raten. Resultat 3 Konservative, 1 Nationallibe­raler, 1 Freisinnige Vereinigung, 1 Sozialdemokrat.

Sachse« Weimar. Die Antisemiten verloren Weimar-Apolda an dieSozialdemokraten. Resultat: 1 Sozialdemokrat, 1 Freisinnige Volkspartei 1 Nationalliberaler.

Mecklenburg - Strelitz. 1 Deutsche Reichs­partei.

Oldenburg. Oldenburg-Birkenfeld von den Nationalliberalen verloren an die Freisinnge Volkspartei. Resultat: 2 Freisinnige Volkspartei, 1 Centrum.

Arauttschweig. Die Nationalliberalen ver­loren Gandersheim - Holzminden an die Sozial­demokraten. Resultat: 2 Sozialdemokraten, 1 Nationalliberaler.

Sachseu-Meiniuge«. Meiningen-Hildburg­hausen von den Nationalliberalen verloren an die Freisinnige Volkspartei. Resultat: 1 Sozial­demokrat, 1 Freisinnige Volksvartei.

Sachsen-Altenburg. Bisher Reichspartei, jetzt Wild-Konservativ, Bund der Landwirthe.

Koöurg - Gotha. 1 Freis. Volkspartei, 1 Sozialdemokrat.

Anhalt. Bernburg - Ballenstedt von den Nationalliberalen an die Sozialdemokraten ver­loren. Resultat: 1 Sozialdemokrat, 1 Wild­liberaler.

Schwarzburg-Soudershause«. 1 National­liberaler.

Schwarzvurg-Nndolstadt. Von der Frei­sinnigen Vereinigung an die Natwnalliberalen verloren.

Waldeck. 1 Antisemit.

Neuß ältere Linie. 1 Sozialdemokrat.

Neuß jüngere Linie. 1 Sozialdemokrat.

Schaumburg - Lippe. 1 Freisinnige Ver­einigung.

Lippe-Detmold. Von den Konservativen an die Freis. Vereinigung verloren.

Lübeck. Von der Freis. Vereinigung an die Sozialdemokraten verloren.

Wremen. 1 Freis. Vereinigung.

Kamvnrg. 3 Sozialdemokraten.

Elsaß-Lothringer». Die Konservativen ver­loren Molsheim an die Elsässer, die National­liberalen Straßburg-Land an die Elsässer. Die Elsässer verloren Saargemünd an die Konserva­tiven. Die Sozialdemokraten verloren Straß­burg-Stadt an einen Kompromißkandidaten. Resultat: 1 Sozialdemokrat, 10 Elsässer, 2 Kon­servative, 1 Reichspartei, 1 freisinniger Kom­promißkandidat.

Nunmehr liegen auch die letzten Stichwahl- Ergebnisse vor:

München, 27. Juni.' Bei der heutigen Stich­wahl in München! erhielt der vom Centrum unter­stützte liberale Kandidat Schwarz 11,363, Birk (Soz.) 9802 Stimmen.

Neustadt a. d. S. (Unterfranken). Moritz (Centr.) gewählt.

Würzburg. Lurz (Centr.) mit 2471 Stim­men Mehrheit gegen Echinger (Soz.) gewählt.

Megeusvurg. Lama (Centr.) gewählt.

Jmmenstadt. Schmidt (Centr.) gewählt. Wasserburg. Huber (Centr.) gewählt.

Als der Agent sich allein sah, warf er schnell einige Zeilen auf einen Bogen Papier, den er zusammenfaltete und sorgfältig mit seinem Siegel verschloß. Dann schrieb er als Adresse eine Hamburger Firma darauf. Nachdem dies ge­schehen war, verfaßte er einen längeren Brief, der nach seiner Vollendung die ganz gleiche Adreffe wie das vorher entworfene Schreiben bekam. Er schellte dem Laufburschen und schickte durch diesen den Brief, welchen er mit dem Vermerk „einschreiben" versehen hatte, zur Post.

Kaum war der Junge fort, als Hugo in der vollzogenen Umkleidung wieder das Zimmer betrat.

Stern überreichte ihm das versiegelte Schreiben mit dem Auftrage, es wohl zu verwahren und persönlich in die Hand des Vorstandes der Firma zu geben. Es werde ihm, versicherte der Agent, zu seinem Fortkommen von wesentlichem Vortheil sein. Dann händigte er ihm einen Handkoffer mit verschiedenen Sachen und gegen Bescheinigung mehrere Geldrollen ein und legte ihm zum Ab­schiede die größte Vorsicht und Eile ans Herz.

Hugo versprach, in allen Stücken folgsam zu sein. Er begab sich auf den Bahnhof und wurde mit dem nächsten Schnellzug nach dem Norden entführt.

Stern betrachtete nach der Entfernung des jungen Mannes eine Zeitlang das Papier, welches unter einer bloß mit Zahlen geschriebenen Summe Hugos Unterschrift trug, und schloß es dann grinsend in seinen Schrank.

„Damit hat es Zeit," murmelte er vor sich hin, „warten wir erst ab, wie die Sache sich entwickelt und ob mein weiteres Plänchen mit