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mit ZlnlerKattungs-Meilage „ZlluKrirle Sonntags-Zeitungst petersgaAe Nr. 2 (Barmotiie).
M 142.
Julöcr, Samstag, den 25. Juni 1898
25. Jahrgang.
Deutsches Reich-
Berlin, 24. Juni.
X Neber die Makastinafahrt des Kaiserk. Maares wird jetzt in der Presse ein ausführliches Programm veröffentlicht. Danach soll die Palästinafahrt am 26. Oktober mit der Landung in Haifa beginnen und die Reise nach Jerusalem dann auf dem Landwege über Cäsarea und Jaffa gemacht werden. Die erste Nacht soll im Zeltlager bei Cäsarea, die zweite am Wege zwischen Jaffa und Jerusalem zugebracht werden. Am 29. Oktober soll Morgens der Aufbruch nach Jerusalem erfolgen, das am Nachmittage desselben Tages erreicht werden soll. In Jerusalem soll das Zeltlager auf dem Gebiete bezogen werden, das der evangelischen Jerusalem - Stiftung gehört. Am 31. Oktober soll dann die Einweihung der protestantischen Erlöser-Kirche stallfinden. Am Abend desselben Tages soll in der Ebene von Jericho ein Zeltlager bezogen, und von da aus sollen Ausflüge nach dem Jordan und an das Todte Meer gemacht werden. Vom 2. bis 5. November wiederum Aufenthalt in Jerusalem, Rückkehr nach Haifa am 5. und Ankunft dort am 7. November. Von da sind noch Ausflüge nach Nazareth und vielleicht auch Tiberias geplant. Am Abend des 10. November wird das Kaiser!. Paar wieder an Bord gehen, um nach Beiruth zu fahren. Von dort aus soll Damaskus besucht werden, und für die Rückfahrt ist ein Abstecher nach Baalbek, dem alten Heliopolis, vorgesehen. Die Besichtigung der Ruinen des Baalstempels dort soll den Abschluß der Palästinafahrt bilden. Ob alsdann noch dem Nillande ein Besuch abgestattet werden soll, wird als eine „zur Zeit offene Frage" bezeichnet.
O Wie oft hört man von gehässigen und ungenügend unterrichteten Leuten die widerliche Redensart von den „faulen Mönchen" wiederholen. Und dock e^rin4eA..Msere katholischen Ordens-, genossenschaften stets von neuem den Beweis dafür, daß sie heute noch genau ebenso wie vor Jahrhunderten dazu berufen sind, wichtige Kulturaufgaben zu lösen. Gegenwärtig weilt der preußische Landwirthschaftsminister Freiherr von Hammer st ein in Westfalen, und er besuchte auf dieser Reise auch die Trappisten Itteder- kassmrg Maria-Deen mit ihrer Arbeiter-Kolonie. Nach eingehendster Besichtigung hat sich der Minister außerordentlich anerkennend ausgesprochen über das, was dort in der Bodenkultur geleistet wird. Vor neun Jahren entstand Maria-Veen in einer traurigen Umgebung, die aus sandiger Haide und wüstem Moor zusammengesetzt war — heute ist die Niederlassung von 800 Morgen Kulturländerei umgeben, Roggen- und Kartoffelfeldern, und selbst leidliches Heu wird erzeugt. Durch das Beispiel mönchischen Fleißes und mönchischer Intelligenz lernen die umwohnenden Landleute, und es ist zu hoffen, daß ein ganzer großer Landstrich durch das treffliche Beispiel der Trappisten zu Maria-Veen einer guten Kultur gewonnen und
Der Kapellenhof.
Erzählung aus dem Leben von Max Benno.
18 ------ (Nachdruck verboten.)
Der weite Weg in die Heimath hatte Hugo's Zustand in_ bedenklichem Grade verschlimmert. Er wurde ernstlich krank, und nur der beispiellosen Aufopferung und sorgsamsten Pflege der Mutter hatte er seine Rettung zu danken. Luise und ihre Mutter waren mehrmals gekommen und hatten den Kranken besucht. Auf Einladung der Mutter trafen sie Anfangs Mai abermals auf dem Kapellenhofe ein, und zwar, um für einige Wochen zu bleiben. Hugo genas rasch. Zu dieser erfreulichen Thatsache trug die Anwesenheit Luisens nicht wenig bei. Der junge Mann fühlte bald, daß auch er dem Mädchen nicht gleichgiltig war, und dieses Bewußtsein erfüllte sein Herz mit dem wonnigsten Glücke.
Auch in anderer Beziehung schien es wohl- thätig auf ihn zu wirken. Die Zukunft, welche ihm mit Luisens Besitz winkte, rüttelte ihn aus seiner Gleichgiltigkeit aus und steckte seinem Streben ein bestimmtes Ziel, das eines Kampfes wohl würdig erschien.
Schon durch die grauenvollen Bilder auf dem Schlachtfelde, das Stöhnen der Verwundeten, die letzten Seufzer und Gebete der Sterbenden war seinen früheren Anschauungen über den Zweck des menschlichen Lebens und all das, was nachher kommt, ein gewaltiger Stoß versetzt worden. Während seiner Krankheit vollends, als er dem Tode schon so nahe gestanden, hatte er einsehen gelernt, daß dem Menschen bei dem verhängnrß-
eine vorher blutarme Bevölkerung nach und nach zu leidlichem Wohlstände gebracht wird. Die Thatsachen zu dieser Betrachtung entstammen einem Berichte, der der protestantisch - konservativen ,Kreuz-Zeitungs vom 21. Juni aus der Gegend von Maria-Veen zugeht. Von einer V o r e i n g e - nommenheitzu Gunsten der Trappisten-Nieder- lassung in Maria-Veen kann also sicherlich nicht die Rede sein.
x Der Graf Maut vor» Koeusvroech, bekannt durch seine Eigenschaft als davongelaufener Jesuit, wird demnächst auch die Leitung der politischen Wochenschrift ,Deutsches Wochenblatt' übernehmen. Bisher wurde deren Redaktion durch den freikonservativen Abg. Arendt besorgt. Wie Gras Paul Hoensbroech die richtige Politik bei den Stichwahlen sich vorstellt, das möge man daraus entnehmen, daß er bei der Auswahl zwischen einem Sozialdemokraten und einem „Ultramontanen" im allgemeinen den erstern als das kleinere Hebel betrachtet und danach behandelt wissen wollte. Bei der Regierung wird sich durch derartige Ausbrüche seines Renegatenhasses Graf Hoensbroech sicherlich nicht beliebter machen, als er bisher war. Die deutschen Katholiken und zumal das Centrum läßt das Eine wie das Andere allerdings vollkommen kalt.
* Der ,Nordd. Allgem. Ztg.' zufolge wird der Meirath für das Ausrvauderungsrveserr am nächsten Montag früh 10 Uhr zusammentreten.
x In Berlin war während der letzten Tage der 25. deutsche Galtwirthetag versammelt. Dieser hat sich u. a. auch mit der brennenden Frage der Arbeitszeit im Gastwirths- gewerbe beschäftigt und dazu die nachfolgende Resolution angenommen, die vom Gastwirth Herzberg in Berlin beantragt war: „Den auf Besserung ihrer wirthschaftlichen Lage hinzielenden Bestrebungen der Angestellten im Gast- wirthsgewerbe steht der Deutsche Gastwirth-Ver- band theilweise sympathisch gegenüber. Derselbe verkennt nicht, daß Mißstände vorhanden sind, namentlich im ArbeitsVermittelungs- wesen. Eine Beseitigung dieser durch gesetzliche Maßnahmen würde mit Genngthnung iegrüßt werden . . Dann aber sagt die Resolution, daß der Gastwirthetag „die Regelung der Arbeitszeit nach einer bestimmten Schablone" für unmöglich hält. Diese Forderung sowohl, wie die Festsetzung eines wöchentlichen Ruhetages könne nur durch die Landesregierungen unter Hinzuziehung von gewerblichen Sachverständigen geregelt werden. Diese letztere Anschauung wird man als richtig wohl allgemein gelten lassen können, wenigstens insofern, als die völlig verschiedenen Arbeitsverhältnisse in verschiedenen Städten und Gegenden in der That eine gleichmäßige Schablone für das ganze Reich unmöglich machen. Man vermag aber nicht einzusehen, warum nicht eine reichsgesetzliche Regelung der Sache angestrebt und dennoch auf die verschiedenartigen Verhältnisse Rücksicht genommen werden kann. Sehr verständig und sehr zeitgemäß ist ein Antrag des Gastwirths Th. Müller in Berlin, der wünscht, eine Regelung der Arbeitsnachweise der Verbandsvereine durch einheitliche Tarife herbeizuführen, um dem Un
vollen Schritte in die Ewigkeit mit den Lehren, denen er früher anhing, sehr schlecht gedient ist. Er gelobte, wenn Gott ihm das Leben erhalte, ein besserer Mensch zu werden und seine Pflichten als ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu erfüllen.
D>>r Frühling prangte wieder in seinem herrlichsten Kleide, und der junge Mann ging mit Luisen und ihrer Mutter täglich hinaus in die Wiesen und in den Wald, um sich an der schönen Natur zu erfreuen. Dieses Glück wurde eines Abends durch eine unerwartete Begegnung getrübt. Auf ihrer Heimkehr vom Walde kam ihnen auf der Landstraße ein Reiter entgegen, in welchem Hugo den Baron Rudolf erkannte. In hohem Grade unangenehm berührt, trat er mit seinen Begleiterinnen zur Seite, und der Baron sprengte vorbei, ohne ihnen eine Beachtung zu schenken.
Nachher erfuhr er von dem Jäger Friedrich, daß der Lieutenant wegen Krankheit ebenfalls nach Hause zurückgekehrt sei mit der Absicht, längere Zeit auf dem Gute zu bleiben. Diese Nachricht beunruhigte Hugo. Er wußte selbst nicht, warum, denn er brauchte sich ja nicht vor Rudolf zu fürchten. Und an die Rachepläne, die er ehemals gegen den Mann gefaßt hatte, der ihn so schmählich behandelt, dachte er seit seiner Krankheit nicht mehr. Er beschloß, jeden Verkehr mit ihm zu meiden.
Durch Georgs Tod war Hugo allein Erbe des Kapellenhofes geworden. ^Die Mutter, der seine Neigung zu Luise kein Geheimniß blieb, sprach unverhohlen ihre Freude über seine Wahl aus, und der junge Mann glaubte schon am
wesen derKommissionäre entgegenzutreten. Es ist nur zu verwundern, daß nicht schon längst geeignete Maßregeln ergriffen wurden, um diesem abscheulichen Unwesen zu steuern. Denn es ist fast unglaublich, wie schmählich in großen Städten die Arbeiter im Gastwirthsgewerbe durch dieses Schmarotzerthum ausgebeutet werden. Der Antrag Müller ist leider nicht erledigt, sondern dem geschäftsführenden Ausschüsse des Verbandes zur weitern Behandlung überwiesen worden.
h Wiederholt wird in halbamtlichen Organen für die nächste Sitzungsperiode des Reichstages eine treue Novelle zur Gewerbe - Ordnung angekündigt. Nach den Ankündigungen wird es sich vermuthlich darum handeln, das Gewerbe der Gesindevermiether und Stellenvermittler von einer besondern Konzession abhängig zu machen, wie dies ja schon im preußischen Abgeordnetenhause bei der Besprechung der Interpellation über die Stellung der Regierung zur ländlichen Arbeiternoth als nothwendig bezeichnet wurde. „Vielleicht — so fügt die neueste offiziöse Kundgebung hinzu — wird man auch die allgemeine gesetzliche Regelung der Stellung der Patentanwalts auf diesem Wege herbeizuführen versuchen.
* Das preußische Handelsministerium hatte, wie berichtet, vor einiger Zeit die Schuhmacher- Innungen angeregt dazu, Maßnahmen zu erwägen zur Abwehr der Kinfutzr vo« amerikanischen Schnhwaare«, sogenannten Schleudersorten. Nunmehr ist die sächsische Regierung in ähnlichem Sinne vorgegangen. Daraus darf man den Schluß ziehen, daß es sich hierbei um eine Maßnahme für das ganze Reich handelt.
Ergebnisse der Stichwahlen.
△ Köchk a. M., 25. Juni. (Telegramm.) Im ersten Naffauifchen Wahlkreise (Höchst- Üfingen-Homburg-Jdstein-Hofheim), welcher seither im Besitz der Sozialdemokraten war, ist bei der gestrigen Stichwahl der Kandidat der Kenlrumsparlei Herr Michard Mülter Isukda mit großer Mehrheit als Mitglied des 91e'chstage.? gewählt worden. (In der Stadt schon heute früh durch Extrablatt verbreitet. D. Red.)
O Kirchhain, 24. Juni. Etwa 60 xCt. der Wähler genügten heute ihrer Wahlpflicht. B ö ck e l erhielt 153, v. Bartenwerffer 98 Stimmen. Im Kreis Kirchhain hat Böckel, soweit bis jetzt bekannt, 1504, v. Bartenwerffer 934 Stimmen erhalten. Die Betheiligung in den katholischen Ortschaften war mäßig, theils schlecht. Bartenwerffer wurde größtentheils gewählt. Im Kreis Marburg hat Böckel 2611, v. Bartenwerffer 2525 Stimmen erhalten. Böckels Wahl ist gesichert.
X Es ist kaum zu glauben, und doch ist es wahr: Jetzt berichtigt sich wieder der amtliche ,Reichsanzeiger', indem er feststellt, daß im Wahlkreise Gttweiter-St. Wendet doch nicht Freiherr von Stumm im ersten Wahlgange gewählt ist, sondern Stichwahl zwischen ihm und Dr. Hille vom Centrum stattfindet. Und das stellt das amtliche Blatt endlich fest, nachdem in dem betr. Wahlkreise selbst bereits wieder die
Ziele feiner Wünsche zu fein, — da sah er dieselben ganz unerwartet in ernstlicher Weis; bedroht.
Amberg hatte feinen Groll gegen den altern Sohn in letzter Zeit zwar nicht mehr gezeigt, aber deshalb doch nicht vergessen. Stern, der ihn feit der verunglückten Haferspekulation wieder vollständig beherrschte, gab dem Bauern auf dessen Klagen über die Unfähigkeit Hugos zur Verwaltung des großen Hofes den Rath, fein Gut zu verkaufen und sich in der Stadt niederzulasfen. Er verstand es, die Vortheile dieses Vorschlages so verlockend zu machen, daß Amberg wirklich allen Ernstes mit diesem Plane umging. Ein Käufer war bald gefunden, und der geriebene Agent versprach, den Verkauf zu vermitteln. Der Kapellenbauer hatte weder dem Sohne noch seiner Frau etwas über den Handel gesagt, und erst ein paar Tage vor bim festgesetzten Verkaufstermine wurde letztere von dem Vorhaben in Kenntniß gesetzt. Da sah sich der zuversichtliche Bauer einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Seine Frau verweigerte mit aller Entschiedenheit die Genehmigung zu dem Verkaufe. Amberg, der ihr die Berechtigung hiezu nicht absprechen konnte, gab Anfangs gute Worte, gerieth jedoch, als diese nichts halfen, über den ungeahnten Widerspruch in maßlose Wulh. Aber auch feine Drohungen waren vergeblich. Ganz außer sich vor Empörung eilte er zu dem Freunde und fragte ihn um die weiteren Schritte um Rath. Auch Stern war es nicht eingefallen, an eine Weigerung der Kapellenbäuerin zu denken, und er vermulhete, daß für diese unerwartete Thatsache ein besonderer Grund vorliegen müsse.
Stern wollte selbst mit der Kapellenbäuerin
Urnen ausgestellt sind für die Stichwahl! — Mit welchen elenden Mitteln in diesem Wahlkreise gegen das Centrum gearbeitet wird, das kann man aus einem Wahlaufrufe ersehen, den der Bund der Landwirthe für den Freiherrn von Stumm losgelaffen hat. In diesem Wahlaufrufe heißt es unter anderem: „Dann (wenn nämlich Stumm gewählt wird) ist die Zukunft des Vaterlandes gesichert, dann bleibt dem Bauer die Scholle erhalten, dem Handwerker wird wieder der Lohn seiner Arbeit gewährleistet, dann behalten wir eine blühende Industrie und einen ehrlichen Kaufmannsstand . . . ." Also, so muß man doch wohl folgern, das Centrum soll das alles in Gefahr bringen. Ist etwas Wüsteres an politischer Brunnenvergiftung denkbar?
Keipzig-Sladl: Gewählt Prof. Haffe (nat.-lib.) gegen Schmidt (Soz.).
Merlin I: Langerhans (fr. Vp.) 8374 gegen Pötsch (Soz.) 3968 Stimmen.
Merlin II: Kreitling (fr. Vp.) 28,880 gegen Fischer (Soz.) 28,681 Stimmen.
Merlin III: Heine (Soz.) 12,766 gegen Langerhans (fr. Vp.) 11,474 Stimmen.
Merlin V: Zwick (fr. Vp.) 10955 gegen Schmidt (Soz.) 10898 Stimmen.
Kasset-Meksungen. Dr. Endemann (ntl.), gewählt gegen Dr. Thiel (soz.) (vergl. Bericht aus Kassel im zweiten Blatte. Die Red.)
Kschwege. Christen (Kons.) gewählt gegen Sozialdemokrat.
Marburg. Böckel (Antis.) 5417 Stimmen gegen Bartenwerffer (K.) 4937 Stimmen gewählt.
Wiesbaden. Wintermeyer (fr. Vp.) 12,218 Stimmen; gewählt gegen Quarck (Soz.) 9303.
Köln: Trimborn (Ctr.) 16880 gegen Hofrichter (Soz.) 9286 Stimmen.
Düsseldorf. Kirsch (Ctr.) 22000 gegen Grimpe (Soz.) 13000 Stimmen.
B. Aksfetd-Kautervach-Schotteu r (Tslegr.) Bindewald Antisemit (5500 Stimmen) gegen Schade, nat.-lib., Bund der Landwirthe (3433).
Kochst Mstugeu-Komvurg: R. Müller- Fulda, Centrum, gewählt gegen Rrühne, Soz.
KcidetScrg. Beck (Ntl.) gewählt gegen Armbruster (Centrum.)
Kirschverg (Schlesien). Blell (fr. Vp.) mit großer Mehrheit gewählt gegen Bänsch (Rp.).
Mannheim. Dreesbach (Soz.) gewählt gegen nationalliberal.
Keikbroun. Hegelmaier(B.) 12,974 Stimmen gegen Kittler (Soz.), 9832 Stimmen.
Zittau. Fischer (Soz.) 10,844 Stimmen gegen Vogel (Nl. u. B.) 10,448 Stimmen.
"Karlsruhe. Geck (Soz.) 13,011 gegen Schneider (natl.) 12,449 Stimmen.
Darmstadt. Cramer (Soz.) 12,464 gegen Nodnagel (ntl.) 11,749.
Mainz. Schmitt (C.) 12,648 gegen David (Soz.) 11,940.
Nordhauser». Wiemer (Fr. Vp.) gewählt gegen Antisemit.
Dortmund. Hilbek (ntl.) mit 27,000 gegen Lütgermu (Soz.) 24,000 gewählt.
Stettin. Brömel (Fr. Ver.) mit 14,211 gewählt ; Herbert (Soz.) 12,592 Stimmen.
Mreska« Land: Graf Limburg (K.) gegenSoz. sprechen und begab sich zu diesem Zwecke auf den Hof. Auf den an den Garten grenzenden Wiesen traf er Hugo mit Bewäfserungsarbeiten beschäftigt.
Er hatte mit dem jungen Manne nie viel verkehrt. Er hielt ihn für einen unbedeutenden, willenlosen Menschen, der nur für den Genuß des Augenblicks lebt. Jetzt sprach er ihn an. Hugo schaute empor, und der Geschäftsmann kam fast in Verwirrung vor dem klaren und durchdringenden Blicke, der ihn traf. Seine Ueberraschung wurde noch größer, als er die Unterhaltung auf den geplanten Verkauf lenkte und Hugo in die gesetzlichen Einspruchsrechte der Mutter aufs genaueste eingeweiht fand. Er sah, daß der Sohn sich mit großer Entschiedenheit auf die Seite der Mutter gestellt hatte. Aus dem ganzen Auftreten Hugos fühlte er aber noch weiter heraus, daß der junge Mann feinen anscheinend so wohlwollenden Absichten mißtraute. Stern war schlau genug, sofort einzulenken. Er behauptete, der Meinung gewesen zu sein, Mutter und Sohn hätten den Verkauf des Gutes gebilligt, sonst hätte er nicht dazu gerathen. Stern wußte genug. Ohne auch die Mutter zu hören, zog er sich zurück.
Langsam schritt er zwischen den Fruchtfeldern hin; nach einer Weile blieb er stehen und legte den Finger an die mächtige Nase, was von ihm bei Erwägung wichtiger Fragen in der Regel geschah. Dieser junge Amberg schien die Fähigkeit zu besitzen, erfolgreich an dem zu rütteln, was durch jahrelange Berechnungen und Mühen von ihm gebaut worden war. Er mußte ihn unschädlich machen.