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M 140.
Irrtöa, Donnerstag, den 23. Juni 1898
25. Jahrgang.
E Vom Bunde der LandwirLhe.
Der Bund der Landwirthe befindet sich gegenwärtig in dem Zustande fortgesetzter „B er ich t i- gungen". Er hat das merkwürdige Unglück, daß er überall „ m i ß v e r st a n d e n " wird. Woher mag das wohl kommen? Nun soll auch das ein „Mißverständniß" sein, daß das offiziöse Depeschenbureau von nur einem Kandidaten des Bundes der Landwirthe berichtet hat, der im ersten Wahlgange glatt zum Siege gekommen sei.
Einige Tage lang wußte augenscheinlich die Leitung und die Presse des Bundes der Landwirthe nicht, was sie zu allen diesen Mißverständnissen sagen sollte. Ihr war von alledem so dumm, als ging ihr ein Mühlrad im Kopfe herum. Es hat augenscheinlich wiederholten Kriegsrathes bedurft, um die Sprache vor der t Oeffentlichkeit wiederzufinden, und vorher war doch gerade beim Bunde der Landwirthe die Sprache so reichlich und auch so reichlich wenig bescheiden bemessen! Jetzt ist man endlich auf den Gedanken verfallen, dem halbamtlichen Depeschenbureau ebenfalls eine „Berichtigung" zu Theil werden zu lassen; und darin wird „festgestellt, daß nicht weniger als in 66 Wahlkreisen Kandidaten im ersten Wahlgange den Sieg errungen haben, die vom Bunde der Landwirthe unterstützt wurden und sich daher zu'seinen Anschauungen bekennen".
Aus dieser gütigen Belehrung ersieht man, daß die Bundesleitung von dem Schrecken ihrer Wahlniederlage sich ein wenig erholt und die ganze Kühnheit ihrer Sprache wiedergesunden hat. Also wenn der Bund der Landwirthe so gütig ist, irgend einem Wahlbewerber seine Unterstützung zu leihen, so folgt daraus, daß dieser Mann zu den Anschauungen des Bundes sich bekennt — nun, man muß sagen, . ärger als mit dieser Schlußfolgerung ist wohl noch niemals auf die — Gutmüthigkeit von Zeitungslesern spekulirt worden! Uebersetzen wir diese Schlußfolgerung einmal in die Politik anderer Parteien, so ergibt sich zum Beispiel das Folgende: in dem Wahlkreise Bingen-Alzey hat das Centrum von Anfang an den freisinnigen -Herrn Schmidt unterstützt — also bekennt sich der freisinnige Herr Schmidt zu den Anschauungen des Centrums. In dem schlesischen Wahlkreise Reichenbach-Neurode haben die Konservativen den 'Centrumskandidaten Grafen Magnis unterstützt; also bekennt sich Graf Magnis zu den Anschauungen der Konservativen. In Berlin haben die Nationalliberalen überall die Kandidaten der freisinnigen Volkspartei unterstützt; also bekennen sich diese letzteren zu den Anschauungen der Nationalliberalen. . . Man sieht, einen noch größer» Unsinn als diese „Berichtigung" für das Telegrapbenbureau der Regierung konnte die Bundesleitung unmöglich aufbringen.
Wenn nun jemand eine Niederlage erlitten hat oder in einem Prozesse verurkheilt worden ist, so sieht man ihm zunächst manches nach. Und es ist ganz gut zu begreifen, daß die Leitung t)e§ Bundes der Landwirthe durch die erlittene Niederlage in starke Erregung gerathen ist, durch die Niederlage selbst und vielleicht noch mehr durch die Art und Weise, wie diese Niederlage von der
. Der KapeUenhof.
Erzählung aus dem Leben von Max Benno.
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Die Worte des Jägers hatten sein Herz in stürmischen Aufruhr gebracht. Er fühlte, wie theuer Luise ihm war. Schon der Gedanke, daß ein anderer die Hand nach ihr ausstrecken könnte, war im stände, sein Blut in Wallung zu bringen. Und dann vollends Rudolf! Hugo beschloß, auf den ehemaligen Genossen ein scharfes Auge zu haben. Der Wald nahm ihn auf und kühlte ihm die glühende Stirn. Er brauchte nicht lange auf den Rehbock zu warten. Eine halbe Stunde später befand sich das erlegte Wild auf seinem Rücken, und rüstig schritt er dem Kapellenhof zu.
Die Warnung des Freundes kam ihm in den nächsten Tagen nicht aus dem Sinn. Er beobachtete scharf, allein es zeigte sich nichts. Da erfuhr er von Friedrich, daß der junge Herr nach Empfang eines Telegramms, schon an dem Morgen nach ihrer Zusammenkunft in der Dorfschenke Knall und Fall zu seinem Regimente abgereist sei. Hugo athmele bei dieser Kunde leichter auf; denn eine geheime Ahnung sagte ihm, daß der Baron bestimmt |ei, einmal noch verhängnißvoll in sein Leben zu greifen, und er beschloß, um aller zukünftigen Gefahr vorzubeugen, offen um die Hand Luisens zu werben.
Da wurden auch die Bewohner des Kavellen- hofes durch die weltbewegende Nachricht in Aufruhr versetzt: Frankreich hat Preußen den Krieg erklärt, und sämmtliche deutsche Armeen ziehen mit in den Kampf. Beide Söhne Ambergs befanden
Presse der anderen Parteien beurtheilt und besprochen wurde. Namentlich die vornehm geringschätzige Art und Weise, in der die ,Kreuz-Ztg.' als leitendes Blatt der konservativen Partei über den geschlagenen Bund der Landwirthe zur Tagesordnung überging, mag diesem bitterer gewesen sein als manches andere. Aber zu solchen schwindelhaften Manöver», wie der Bund der Landwirthe sie jetzt zur Bemäntelung seiner Niederlage versuchen möchte, darf auch der Unterlegene seine Zuflucht nicht nehmen.
Die schwierige Lage, in der die Land- wirth schäft sich befindet, rechtfertigte vollkommen die Gründung eines Bundes, der die Vertheidigung der gefährdeten Landwirthschaft sich zur besonder» Aufgabe macht und ausschließlich in dem Interesse der Landwirthschaft arbeitet; und wäre der Bund der Landwirthe innerhalb dieser Grenzen geblieben, dann müßte man seine Bestrebungen als zeitgemäß und berechtigt anerkennen. Aber dabei blieb der Bund nicht stehen. Als er einige Erfolge erzielt hatte, machte er sich sofort daran, andere Körperschaften mit gleichem Bestreben wie er und dann auch politische Parteien zu verdrängen und sich selbst an deren Stelle zu setzen; kurz, sein Bestreben richtete sich darauf, ein? politische Partei über den anderen politischen Parteien zu werden und diesen letzteren alsdann ihr Verhalten vorzuschreiben. Damit hörte der Bund auf, lediglich eine Vereinigung zu fein zu Gunsten der bedrängten Landwirthschaft, und dadurch zog er sich Feindschaft von allen Seiten zu. So konnte es nicht anders kommen, als daß der Bund bei den Wahlen tüchtig geschlagen wurde. Und die weitere Folge davon wird die sein, daß der eigentlichen Sache der Landwirthschaft durch den überall mit mißgünstigen Auge» angesehenen Bund gar nicht mehr genützt, sondern vielleicht sogar geschadet wird.
Bei der Regierung hat der Bund vielfach schon es gründlich verscherzt. Die Auszeichnung, die der Kaiser gerade während der größten Hitze des Wahlkampfes dem Grafen v. Dön- Hoff-Friedrichstein verlieh, dem Manne, der vom Bunde der Landwirthe im Wahlkreise Königsberg-Land aufs leidenschaftlichste bekämpft wurde, ist ein deutliches Zeichen dafür. Und kaum weniger deutlich spricht dafür der bekannte Brief des Fürsten zu Hohenlohe an den Prinzen Schöuaich- Carolath. Der Graf von Dönhoff sowohl als auch Prinz Schönaich - Carolath werden in den Reichstag einziehen, nicht die Kandidaten, die der Bund der Landwirthe aufgestellt hatte, um sie zu verdrängen. Daraus sollte der Bund ersehen, daß seine Bäume noch lange nicht in den Himmel wachsen können. Und er sollte daraus noch bei Zeiten eine nützliche Lehre ziehen und ein wenig mehr als bisher sich der Bescheidenheit befleißigen !
Deutsches Reich.
Berlin, 22. Juni.
x Aus englischen Blättern war in die deutsche Presse eine Meldung übergegangen von einem „langen Briefe", den der Kaiser von dem Prinzen Heinrich erhalten haben
sich in der Reserve und mußten fast gleich zeitig mit dem aktiven Militär zur Fahne einrücken.
Diesem unerwarteten Zwischenfalle fielen vorerst alle Zukunftspläne Hugos zum Opfer. Voraussichtlich gab es einen heißen und blutigen Streit, aus dem wohl mancher nicht mehr zurück- kehite.
Hugo war anfangs bestürzt, doch allmählich riß es auch ihn fort, und mit dem Wunsche eines glücklichen Wiedersehens nahm er und Georg Abschied von der Heimath und zogen hinaus in den Krieg.
ir.
Die deutschen Heere waren in das Herz Frankreichs eingedrungen und hielten die Hauptstadt mit einem ehernen Gürtel umschlossen. Der auf der Südwestfront stehende Theil der Belagerungsarmee war in der letzten Zeit nicht mehr beunruhigt worden. Abgesehen von kleineren Scharmützeln und einigen Ausfällen beschränkte sich die Thätigkeit dieser Truppen auf den Vorpostendienst.
Man halte hier auf dieser Seite überhaupt die Hoffnung aufgegegeben, mit dem Feinde noch in eine ernstere Berührung zu kommen; denn auf der ganzen Linie zog die Marne eine schützende Grenze. Da auf einmal glaubte man gegen Ende des Monats November auf der französischen Seite eine größere Rührigkeit zu bemerken; auch brachten ankommende Deserteure die übereinstimmende Nachricht von einem bevorstehenden großen Ausfälle.
Der Morgen des 30. November brach an. Wohlgemuth führten die Truppen die vorgeschriebenen Bewegungen aus. Da sah man plötzlich die Franzosen der Marne zueilen; sie
sollte und der angeblich Betrachtungen über die Werttzkosigkeit von Kiant schon enthalten soll. „Da diese Nachricht" — so bemerkt dazu die ,Nordd. Allgem. Ztg/ in halbamrlicher Berichtigung — „auch in deutschen Blättern bemerkt worden ist, so mag festgestellt fein, daß es sich um eine freie Erfindung handelt." Für deutsche Zeitungsleser ist diese Feststellung kaum nöthig!
* Die Meldungen einiger Blätter über Einzelheiten aus dem Entwurf betreffend die Iievision der Invakiditäls- nnd Aktersverfichernng dürfen nach offiziöser Versicherung nur als vorläufige Mittheilungen aufgefaßt werden. Es sei selbstverständlich, daß bei dem gegenwärtigen Stande der bezüglichen Vorarbeiten die endgiltige Feststellung des Inhalts der Vorlage noch nicht erfolgt ist. Fest stehe gegenwärtig nur, daß die Vorlage dem Reichstage in der nächsten Tagung unterbreitet werden, daß sie eine ganze Anzahl von Aenderungen bestehender Bestimmungen bringen und in ihrem Aeußern demnach dem Entwürfe gleichen werde, welcher in der vorletzten Tagung den Reichstag beschäftigt hat, von diesem aber nicht über die erste Lesung gefördert wurde. Jedenfells wird das Centrum kräftig einsetzen müssen, damit eine ordentliche Revision des Gesetzes zu Stande kommt.
* Eine Zusammenstellung der sozialdemokratische« Stimme» i« Württemverg bei den beiden letzten Reichstagswahlen gibt der Ravensburger ,Oberschwäbische Anzeiger' nach Oberämtern mit überwiegend katholischer und überwiegend protestantischer Bevölkerung. Die sehr lehrreiche Zusammenstellung ergibt in katholischen Bezirken durchweg und theilweise sogar eine bedeutende Abnahme, in alle» protestantischen Bezirken dagegen eine geradezu erschreckende Zunahme sozialdemokratischer Stimmen. Nur im Amte Rottweil ist die Zahl von 388 auf 1122 gestiegen, also ein Mehr von 734 sozialistischen Stimmen, welche aber alle von Schwenningen kommen (833), wo neben 5300 Protestanten kaum 200Katholiken wohnen. „Woher diese Erscheinung?" so fragt der,Oberschw. Anzeiger'. Die Antwort darauf läutet: „Der Dolksve re in für das katholische Deutschland beginnt segensreiche Erfolge zu erzielen — auf diese Ergebnisse könne» die Geschäftsführer und Mitglieder dieses Vereins stolz fein; mögen diese Resultate Allen ein neuer Ansporn fein, in ihrer stillen Arbeit niemals zu ermüden. Auch die Centrumspreffe des Landes ist nicht umsonst dagewesen! Den hohen und höchsten Kreisen aber sollten obige Zahlen die Augen öffnen über die politische Bedeutung und den politi- schenWerth der Katholiken desLandes, wie sie in der Centrumspartei organisirt und in der Centrums-Fraktion des Landtages vertreten sind. Möchten diese Kreise doch endlich einmal einsehen, daß die Katholiken zu den besten Staatsbürgern zählen; wer den Katholiken und ihrer Kirche Mißtrauen entgegenbringt, liefert damit nur de» Beweis der eigenen bedauerlichen Kurzsichtigkeit." Wir stimmen diesen Bemerkungen vollständig zu. Der Volksverei» für das katholische Deutschland hat de» Kamps gegen die Sozialdemokratie nicht zum Schein und nicht vergeblich
überbrückten den Fluß mit überraschender Schnelligkeit und stürmte» da»» unter dem Schutze ihrer Kanonen gegen die deutschen Linien heran. Champigni, welches die Sachsen erst kurz vorher besetzt hatte», wurde genommen, und die Sachsen mußten sich aus die württembergischen Linien zurückziehen. Hier entspann sich ein blutiger Kamps. Die Reihen der Schwaben begannen sich unter dem mörderischen Feuer der Feinde zu lichten. Einige Jäger hatte» während des hitzigsten Kampfes hinter einer Hecke Deckung gesucht und eröffneten von da aus ein wirksames Feuer gegen den anstürmenden Feind. Plötzlich sah sich das Häuflein von allen Seiten umringt. Es entspann sich ein furchtbares Ringen. Rechts und links fielen die Jäger und tränkten den Boden mit ihrem Blute. Allein mit Todesverachtung schaarten sich die klebrigen um ihre Fahne, um sie zu schützen. Der Feind war jedoch zu stark, sie wurden niedergeworfen. Schon war die Fahne in Feindes Hand — da trat mit lautem Hurrah eine Abtheilung Infanterie aus dem nächsten Garten hervor. An der Spitze befand sich ein schlanker Soldat mit bleichen Wangen, aber blitzendem Auge — Hugo Amberg. Er sah sofort, was geschehen, und erkannte die Gefahr.
Hugo war dem Bruder, der das Banner eines Jägerbataillons trug, vor wenigen Minuten mitten im heißen Kampfe begegnet; er sah die Kameraden gegen die Gärten vordringen und nun den Boden mit tobten und verwundeten Jägern besäet. Ein bitterer Schmerz wühlte in seinem Innern bei dem Gedanken an den Bruder; denn zweifellos hatte auch er den Tod in diesem Kampfe gefunden. Zu solchen Erwägungen war jedoch
auf feine Fahne geschrieben; er hat, wie i« Württemberg, so auch in Norddeutschland, eine» guten Theil an der siegreichen Abwehr der Sozial" demokratie von der katholischen Bevölkerung, an der Niederlage der Sozialdemokratie in den Wahlkreisen mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Die letzten Reichstagswahlen geben uns Katholiken die eindringliche Lehre und Mahnung, für die weitere Verbreitung des katholischen Volksvereins und für eine weitere Wirksamkeit dieses Vereins nach Kräften thätig zu fein. Der Volksverein für das katholische Deutschland ist das letzte Vermächtniß unseres unvergeßlichen Windthorst, und dieses Vermächtniß hat bis jetzt reiche Zinsen getragen. — Vielleicht zieht man von anderer Seite aus der letzten Reichstagswahl auch die oben vom .Oberschw. Anz.' ange- beuteten Lehren unb — Nutzanwendungen.
Wahlresultate.
X Schon mehrfach ist von der Centrums- preffe darauf hingewiesen worden, daß es ganz unmöglich ist, für die Stichwahlen eine allgemeine ^artei-Schaökone auszustellen, nach der nun das ganze Centrum sich richtet. Die Frage, wie die Centrumswähler in den einzelnen Wahlkreisen bei den Stichwahlen sich zu verhalten haben, wird auch in den einzelnen Wahlkreisen von Fall zu Fall entschieden, je nach den Personen, um die es sich dabei handelt. Und diese Entscheidungen fallen demgemäß auch ganz verschieden aus. So wird sich das Centrum in Mannheim der Stimmabgabe enthalten und den Kampf die beiden streitenden Parteien allein aus« fechten lassen, nämlich die Sozialdemokraten und die Nationalliberalen. In Hagen wird das Centrum für Herrn Eugen Richter eintreten und diesem zum Siege verhelfen, und mehrfach anderswo wird das Centrum ebenfalls für freisinnige und auch für nationalliberale Kandidaten bei der Stichwahl eintreten. Dann gibt es Fälle, in denen das Centrum beschlossen hat, bei der Stichwahl dem Konservativen gegen den Freisinnigen beizustehen, so beispielsweise in den schlesischen Wahlkreisen Glogau, Breslau-Ost und Waldenburg .... kurz, das Verhalten des Centrums bei den Stichwahlen richtet sich vor allen Dingen nach den Personen, die in Frage kommen, und alle die Bemühungen der Presse anderer Parteien, das Centrum für die Stichwahlen auf eine bestimmte Partei-Schablone sestzunageln, werden vollkommen vergeblich bleiben. Der beste Weg, die Hilfe des Centrums sich für künftige Fälle zu sichern, ist eine verständige Behandlung der Frage von der Aufhebung des Ausnahmegefetzes gegen die Jesuiten und ähnlicher Fragen mehr. Denn niemand kann im Ernste verlangen, daß das Centrum durch seine Haltung bei den Stichwahlen Leute in den Reichstag bringt, die nachher als die erbittertsten Gegner der wichtigsten Forderungen des Centrums auftreten.
■* Fortgesetzt liefert das genauere Studium der Wahlergebnisse neue Beweise für die großen Erfolge, die die Sozialdemokratie in Gegenden mit vorwiegend protestantischer Bevölkerung erzielt, und für das Fruchtlose der Bemühungen der Sozialdemokraten in vornehmlich
keine Zeit. Er stürzte sich mit erhobenem Gewehrschaft aus den Feind. Der unerschrockene Soldat schien gegen die Kugeln gefeit; rechts und links sausten sie an ihm vorbei, ohne zu treffen. Sein Beispiel hatte auch auf die Kameraden gewirkt. Ungestüm drangen sie vor, und nach kurzem Widerstande begannen die Feinde zu weichen.
Hugo hatte sich mit Todesverachtung mitten in den Knäuel der Feinde gewagt und die Fabne gerettet. Nun athmete er tief auf und wischte sich den Schweiß von der glühenden Stirne. Seine Hände waren mit Blut bespritzt. Er steckte die Fahne in den Boden der Wahlstatt und suchte den Bruder. Georg war tobt. Eine Kugel hatte das gute Herz in der Mitte durchbohrt und für immer zum Stillstände gebracht. Hugo durfte nicht lange verweilen. Es wurde zum Sammeln geblasen. Er drückte dem Gefallenen die Augen zu und raffte sich auf, um zu neuer blutiger Arbeit zu folgen.
Bis in die Nacht hinein dauerte das heiße Ringen, und dann durchblitzten die vielen Taufend Flämmchen der einzelnen Schüsse wie Irrlichter das Dunkel der Nacht.
Die Dämmerung hatte schon ihren ganzen Schleier auf die Wahlstatt gelegt, als sich von einem am Wege liegenden Baumstamm, aus dem er geruht hatte, Hugo Amberg erhob. Sein Antlitz war noch bleicher, als sonst, seine Augen trübe und seine ganze Haltung verrieth Abspannung und Mattigkeit. Und doch drückte sein Mienenspiel hohe Befriedigung aus. Das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht regte sich vielleicht zum erstenmale in seinem ganzen L.den in ihm