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mit Unterhaltungs-Beilage „Ilkuffrirte Sonntags-Zeitung" petersgaAe Nr. -> (Harmonie).

25. Jahrgang.

IrrLöa, Mittwoch, den 22. Juni 1898

M 139.

Lk Die französische Ministerkrise hat die radikale Partei wieder mehr in den Vorder­grund gebracht. Und thatsächlich stehen die Dinge so, daß ein Ministerium der Gemäßigten kaum von langer Dauer sein würde, auch wenn ein solches Kabinet überhaupt zu Stande kommen sollte. Herr Moli ne hat durch seinen flucht­artigen Rücktritt der Sache der gemäßigten Re­publikaner und seiner ganzen politischen Richtung ungemein geschadet; und auf lange Zeit hinaus ist nicht daran zu denken, daß eine Regierung dieser Farbe wiederum Erfolg haben könnte. Herr Moli ne hat nicht nur wenig Muth bewiesen, er hat auch gezeigt, daß er von recht wankel- müthigem politischem Charakter ist; denn er hat die Rechte verleugnet, auf die er sich so lange Zeit hindurch gestützt hatte, ohne daß er dadurch das Vertrauen der entschiedenen Republikaner wieder gewann. So kam er in die bekannte Stel­lung zwischen die beiden Stühle zu sitzen. Er fühlte den Halt unter sich weichen, und erschreckt durch die plötzliche Unsicherheit seiner Stellung warf er die Flinte in's Korn und floh, ohne auch nur noch einen Versuch zu machen, sich von neuem zu befestigen.

In die Bildung eines ganz ausgesprochen radikalen Kabinets wird freilich Präsident Faure nicht willigen. Herr Faure ist ein ganz ausge­sprochener Anhänger der gemäßigten Republik; und so wird er aller Voraussicht nach unter den Radikalen für die Bildung des neuen Ministeriums sich diejenigen geeigneten Leute aussuchen, die so gemäßigt wie möglich sind. Auch wird das neue Kabinet nicht aus Radikalen allein bestehen können; es wird auch Mitglieder der gemäßigten Repu­blikaner enthalten müssen, denn sonst würde seine Stellung wiederum von vorn herein unhalt­bar sein.

Nachdem Herr Ribot, der mit dem Präsi­denten Faure durch enge persönliche Freundschaft verbunden ist, diesem erklärt hatte, daß er nicht die geeignete Persönlichkeit sei, um eine neue Regierung zusammenzusetzen, kamen zunächst zwei Männer in Betracht, die beide der radikalen Partei angehören: Herr Bourgeois und Herr Sarrien. Jener ist der bedeutendere von beiden. Aber er ist ein entschiedener Radikaler und hat darum viele ausgesprochene persönliche Gegner. Herr Sarrien dagegen ist ein mehr versöhnlicher Charakter, und er erfreut sich des­wegen eines hohen Grades von persönlicher Be­liebtheit, gegenwärtig eine unumgänglich noth- wendige Eigenschaft für den französischen Minister­präsidenten, will auch er nicht alsbald wieder ein Opfer des rasenden Sees von Parteileiden­schaft und Parteizwist werden, der um ihn her tobt.

Gegenwärtig gibt sich Herr Sarrien große Mühe, um ein Versöhnungs-Ministerium zu Stande zu bringen. Aber bisher sind seine Bemühungen noch nicht von Erfolg gekrönt worden. Die gemäßigten Republikaner bean­spruchen mehr, als Herr Sarrien geben kann — nämlich alle einflußreichen Stellen und Aemter in Ministerium und Verwaltung, wenn sie nun ein­mal den Vorsitz im Ministerium nicht haben können, und das ist mehr, als Herr Sarrien geben kann. Denn gäbe er es, so würde er so-

Der Kapellenhof.

Erzählung aus dem Leben von Max Benno.

15 ------ (Nachdruck verboten.)

Die Kapelle des Mutterhauses war heute be­sonders festlich geschmückt. Süß dufteten die Blumen auf dem Altäre zwischen den zahlreich brennenden Kerzen, und der Raum vor demselben war mit einem reich gestickten Teppich bedeckt. Im Schiff der Kapelle standen Kopf an Kops all die zahlreichen Verwandten und Freunde, Eltern und Geschwister, Seelsorger und Lehrer der auserwählten Bräute des Himmels, um deren Vermählungsfest mit dem Heiland zu feiern. Schon längere Zeit knieten die Jungfrauen rechts und links am Altäre in tiefem Gebete und in ernster Erwägung dessen, was ihnen heule zu Theil werden sollte. Auf der linken Seite befanden sich diejenigen, die das heilige Ordenskleid und den Schleier be­kamen, auf der rechten aber die, welche nach überstandener Probezeit feierlich in den Orden emtreten sollten.

Der Priester trat an den Altar. Machtvoll brausten die Orgeltöne durch die Halle, und aus vollem Herzen flehten alle Anwesenden die Gnade des heiligen Geistes auf die frommen Bräute herab.

Zuerst erhielten die Postulantinnen das heilige Kleid. Dann aber traten die Novizinnen mit einem Kranze von rothen Rosen auf den weißen Schleiern vor den Altar, um sich als reine Bräute mit dem Herrn zu vermählen. Liebreich, aber ernst und eindringlich sprach der Priester von den schweren Pflichten und ermahnte, nochmals

fort seine bisherigen radikalen Freunde zu Gegnern im Parlamente werden sehen; und damit darf er natürlich gar nicht erst anfangen. Jedenfalls wird die Bildung eines neuen Kabinets in Frank­reich diesmal fchwerer als sonst. Und die ganze politische Lage ist so recht bezeichnend für die vollkommene Unsicherheit der französischen Zustände. Noch nicht länger als vierzehn Tage ist es her, da setzten die gemäßigten Republikaner triumphirend ihren Kandidaten Deschanel in den Präsidentenstuhl der Deputirtenkammer ein — und heute sind sie nicht mehr im Stande, das Uebergewicht in der neuen Regierung zu er­langen, geschweige denn selbst ein Ministerium zu bilden!

Deutsches Deich»

Berlin, 21. Juni.

* Der Kaiser ist heute (Dienstag) Nach­mittags 4 Uhr in Helgoland eingetroffen.

x Die vom preußischen Landtage ange­nommenen Gesetze über das Dieukeinkomme« der Oeiklichen werden erst dann zur Aus­führung an das Kultusministerium gehen, wenn vorher die protestantischen Kirchenbehörden mit der Sache sich befaßt haben werden, also nament­lich der evangelische Oberkirchenrath. So wenigstens wird in mehrfacher Uebereinstimmung berichtet. Es ist nicht recht einzusehen, warum auch mit der Ausführung des katholischen Gesetzes gewartet wird, bis diese evangelischen Kirchenbehörden gesprochen haben.

h Ein Offiziosus verbessert wieder einmal den andern. Eine halbamtliche Korrespondenz hatte berichtet, daß das preuß. Staatsministerium in seiner letzten Sitzung die Frage über die andere Organisation der Hauptleitung der Wafferwirltzschaft nicht zur Entscheidung ge­bracht, sondern vertagt hätte. Jetzt wird dies, ebenfalls halbamtlich, dahin berichtigt, daß „dies nicht zutreffe. Die Entscheidung liege jetzt viel­mehr in der Hand des Kaisers".

X Einen werthvollen Beitrag zur Beur- iheilung der Kage der Landwirltzschafl ent- bäll das statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich', das soeben erschienen ist. Nach den dort mitgetheilten, amtlich festgestellten Ziffern ist während der jüngsten Zeit die l a n d w i r t h s ch a f t- lich bebaute Fläche nicht unerheblich ge­wachsen, nämlich in der Zeit von 1882 bis 1885 von 31,8 Millionen auf 32,5 Millionen Hektar. Die bewirthschaftete Bodenfläche insge- sammt vermehrte sich in derselben Zeit von 40,1 auf 43,3 Millionen Hektar. Die Ernte fläche für Brotkorn betrug an Hektaren bei

1896: 1886:

Roggen 5 982180 5838902

Weizen 1926 885 1916 633.

Diese mit Brotgetreide bebaute Fläche ist also während eines Jahrzehnts um etwa 145 000 Hektar gewachsen, wenn man dabei nur Roggen und Weizen in die Berechnung zieht. Gleichzeitig ist die mit Gerste bebaute Fläche um 65000 und das mit Spelz bebaute Land um rund 50 000 Hektar zurückgegangen. Der Anbau von Kar­toffeln stieg in derselben Zeit um 140000 und der von Hafer sogar um 173000 Hektar. Im

ihr Herz zu erforschen, damit nicht zu spät die Reue einkehre; denn nach diesem bedeutungsvollen Schritte gibt es keine Rückkehr mehr in die Welt. Nach der Frage, ob sie auf ihrem Entschlüsse be­harren, sagte der Priester: „Verdemüthigt Euch vor dem Herrn!"

Schweigend legten sie sich vor dem Altäre auf das Angesicht nieder, und alle zusammen wurden mit einem großen weißen Tuche bedeckt. Da lagen sie still und stumm in dem Staube, als wären sie schon gestorben. Es war ein ernster, ergreifender Augenblick, kein Auge in der Kirche blieb trocken. Selbst dem Kapellenbauern rollten Thränen über die Wangen, obwohl sich sein Stolz aufbäumen wollte unv er aufs Neue über sein Jawort zu grollen begann.

Nun war der Gottesdienst vorüber. Die Angehörigen der Schwestern und Novizinnen be­gaben sich ins Kloster, um noch einige Zeit mit ihnen zu verbringen und dann Abschied zu nehmen.

An der Hand der Oberin trat Emma den Eltern und Geschwistern und ihrer treuen Freundin Luise mit einem so glücklichen Lächeln entgegen, daß die Trauer der Mutter über die Trennung von ihrem Kinde verschwand. Segnend legte sie der Jungfrau die Hand auf das Haupt: „Du bist dem Rathe des Apostels gefolgt. Du hast Dir zum Bräutigam den Heiland erkoren," sagte sie feierlich, „sei ihm treu und lieb ihn so, wie Du mich und den Vater geliebt hast, dann wird er Dich in Deinem schweren Berufe nicht verlassen."

Amberg schien sich zwischen den stillen Mauern nichOAhaglich zu fühlen. Er drängle zum Aus- brudj? So galt es denn, Abschied zu nehmen.

ganzen genommen hat sich also der Anbau land- wirthschaftlicher Früchte erfreulicherweise vermehrt. Und ebenso vermehrt hat sich auch der Ernte- ertrag. Die Gesammt-Erntemenge betrug bei 1896: 1886:

Roggen 7 232 320 6 092840 Tonnen Weizen 3008 384 2 666 423

Der Ertrag an Kartoffeln betrug 1896 um 4135 000 Tonnen mehr, als 1886; an Hafer 113000 Tonnen. Und vergleicht man alle diese Zahlen miteinander, so ergibt sich, daß das Land auch ertrags reicher geworden ist.

* Die überseeische Auswanderung aus dem deutschen Reich über deutsche Häfen, Ant­werpen, Rotterdam und Amsterdam belief sich nach den Zusammenstellungen des Kaiserlichen Statistischen Amts in den Monaten Januar bis März 1898 auf 4152 Personen. Hiervon kamen aus der Provinz Hessen-Nassau 100.

* Durch eine Umfrage sind in Deutschland 790 Katholische Arbeitervereine mit 152 969 Mitgliedern ermittelt worden. Davon entfallen auf Rheinland und Westfalen allein 392 Vereine mit 79 300 Mitgliedern. Süddeutschland zählt 230 Vereine mit 43163 Mitgliedern; Hessen 58 Vereine mit 9600 Mitgliedern; Schlesien 35 Vereine mit 11000 Mitgliedern, doch sind hierbei die polnischen Vereine nicht mit eingerechnet. Berlin und Brandenburg weisen bereits 19 Ar­beitervereine mit 2200 Mitgliedern auf. An solchen Zahlen kann man sich herzlich erfreuen. In diesen Vereinen wird zum Wohle des Ar­beiterstandes ein gewaltig Stück sozialer Arbeit verrichtet. Davon zeugen die mannigfaltigsten Veranstaltungen wie die regelmäßigen belehrenden Vorträge an den Vereinsabenden, Krankengeld- Zuschußkassen, Sterbekassen, Sparkassen, Leih­bibliotheken :c. Man hat auf die vielen Tau­sende ländlicher Raiffeisen'schen Darlehenskassen hingewiesen, die zumeist von unseren Geistlichen geleitet werden. Auch die Arbeitervereine sind sämmtlich das Werk der Geistlichen, die fast überall an ihrer Spitze stehen. — Die katholischen Gesellenvereine, die ebenfalls von Geistlichen geleitet werden, zählen bereits 800 Vereine mit 75000 Mitgliedern.

Wahlresultate.

* 188 Stichwahlen sind, wie bekannt, noth- wendig, um den neuen Reichstag zusammenzusetzen. Das ist eine sehr große Zahl, denn sie umfaßt nahezu die Hälfte aller Reichstags-Wahlkreise, deren Zahl bekanntlich 397 beträgt. Aber der Unterschied gegen 1893 ist nicht gar so groß: Schon im Jahre 1893 hatten wir es mit 180 Stichwahlen zu thun. Damals hat keine einzige Partei eine allgemeine einheitliche Haltung bei den Stichwahlen beobachtet, auch nicht in solchen Wahlkreisen, in denen es sich um Stichwahlen gegen einen Sozialdemokraten handelte. Und that­sächlich ist es ja auch sehr schwer, alle Wähler so ganz gleichförmig unter einen Hut zu bringen. Wenn es sich darum handelt, ob die Wähler der einen Partei in der Stichwahl ihre Stimmen dem Wahlbewerber einer anderen Partei geben wollen, so spielt naturgemäß die Personenfrage eine sehr wichtige Rolle. Es ist dies auch jetzt in der

Die Mutter und Georg konnten ihre Thränen nicht zurückhalten, und auch der Vater war sicht­lich gerührt. Der Abschied war schwer. Aber er mußte sein. Die Pforte fiel ins Schloß, und Emma war auf immer von der Heimath getrennt.

Der peinliche Eindruck, den Amberg bei der Verdemüthigung der Jungfrauen in der Kirche empfunden hatte, wich an diesem Tage nicht mehr von ihm. Beim Mlttagstisch, an dem Luise mit ihrer Mutter und Schwester lheilnahmen, zeigte er sich einsilbig und verdrossen, und machte sich für Hugos Wünsche viel zu bald auf den Weg.

Der junge Mann hatte feinen Platz neben Luise bekommen und fühlte sich in ihrer Nähe so glücklich wie nie zuvor. Um so unangenehmer wurde er durch den frühzeitigen Aufbruch des Vaters berührt. Doch das Mädchen hatte ihm ja verfprochen, mit der Mutter recht bald einen Besuch auf dem Hofe zu machen; dann gab es ein Wiedersehen auf längere Zeit. Damit tröstete er sich.

Noch vor der einbrechenden Dämmerung be­fand sich Amberg mit den ©einigen wieder zu Hause.

Auf dem Kapellenhof wurde Emma Anfangs namentlich von der Mutter schmerzlich vermißt. Nach und nach aber kam auch hier wieder alles in den alten Gang. Nur Ambergs Laune schien sich nicht bessern zu wollen. Und doch konnte er selbst mit Hugo zufrieden sein, der bei den Frühjahrsarbeiten redlich das Seine lhat. Auch sein Hauptärgerniß, den Steinbruch, hatte er sich vom Halse geschafft. Er machte Stern den Vor­schlag, den Bruch entweder ganz zu übernehmen oder um jeden Preis zu verkaufen. Seit seinem

Presse, namentlich in der Centrumspresse, schon wiederholt hervorgehoben worden. Aber stets von neuem treten Forderungen auf, die ganze Parteien, namentlich die Centrumspartei, in Bausch und Bogen auf einen ganz bestimmten, eng begrenzten Grundsatz festnageln wollen. Das geht nicht. Sicherlich sollen Centrumswähler nie und in keinem Falle ihre Stimmen in der Stich­wahl einem Sozialdemokraten geben. Aber es kann ganz wohl der Fall eintreten, daß das Centrum der Stimmabgabe sich enthält bei Stichwahlen, an denen ein Sozialdemokrat beteiligt ist; nämlich bann, wenn es sich um die Stichwahl zwischen einem Sozialdemokraten und einem ausgesprochenen Katholiken fein de handelt, der beispielsweise sich weigert, für die Aufhebung des Jesuitengesetzes einzutreten. Es gibt mehrere solche Fälle. Und in solchen Fällen werden die Centrumswähler mit verschränkten Armen unthätig zusehen, wie die Männer der zwei gleich großen Uebel allein unter einander fertig werden. Daß im allgemeinen das Centrum seine Mithilfe nicht verweigert, um so wenig Sozialdemokraten wie möglich in den Reichstag hinein zu lassen, ist selbstverständlich und braucht gar nicht mehr besonders hervorgehoben werden.

h. Die Stichwahlen werden im allgemeinen, wie schon vorher bekannt war, am 24. Juni statt- finden. Abweichend davon sollen sie in Mecklen­burg und Eisenach erst am 25. Juni abgehalten werden, ebenso im rechtsrheinischen Bayern. In München und Würzburg nur sind sie für den 27. Juni angesetzt, und in der Rhein - pfalz werden sie ebenso wie in den meisten anderen Bundesstaaten am 24. Juni stattfinden.

* Folgende schematische chegenüöerkellung der Wahlergebnisse dürfte unsere Leser in- teressiren:

Bestand am 1.

Januar 1898.

Im ersten Wahl- cange gewählt

In die Stich­wahl lammen

15. Juni 1893.

16. Juni 1898.

Cenlrum.....

97

82

87

39

Deutsch-Konservativen. .

Rcichspartei......

64

50

33

48

23

12

10

25

Reformpartei .....

14

3

5

6

Bund der Landwirthe . .

—

—

1

7

Bayerischer Bauernbund

4

1

3

4

Nationälliberalen . .

49

16

10

70

Freisinnige Vereinigung .

12

3

1

11

Volkspartei .

28

—

1

38

Süddeutsche Volkspartei.

12

4

—

8

Sozialdemokraten....

48

24

32

101

Polen.........

20

12

13

4

Welfen........

7

2

—

9

Dänen ........

1

1

1

—

Protestler.......

9

3

—

1

Wilde........

9

4

9

5

Summa

397

217

209

376—

188 Wahlkr.

Die Wahlbetheiligung wies seit der ersten Wahl zum Reichstage folgende Ziffern auf:

1871 wählten

von 7,655,000 Wahlberechtigten 51 pEt.

1874

8,523,000

61,3 „

1877

8,943,000

ff

60,6 „

1878

9,124,000

ff

t3,4 „

1881

9,090,000

ff

56,3 „

1884

9,382,000

ff

60,6 „

1887

9,769,000

ff

77,5 „

1890

10,145,000

ff

71,6 „

1893

10,628,000

72,2 „

Sturze wurde er durch jede Erinnerung an den Unglücksplatz in den Harnisch gebracht. Der Agent zog das letztere vor und fand auch bald einen Käufer. Der Erlös betrug jedoch kaum den zehnten Theil von dem, was der Ankauf ge­kostet hatte. Gleichwohl gab sich Amberg zu­frieden, und da Stern nach seiner Meinung gerade soviel verlor wie er selbst, fiel es ihm nicht ein, an eine unredliche Handlungsweise des Freundes zu denken. Was ihm am meisten zu schaffen machte, war sein Prozeß. Die Schwierigkeiten schienen mit jedem Tage zu wachsen; und hätte er einen anderen Gegner gehabt, so würde er in seiner Verstimmung dem Streite vielleicht ein jähes Ende gemacht haben. Dem Baron gegenüber aber durfte er sich keine Blöße geben; lieber sollte der halbe Hof zu Grunde gehen.

Emma hatte schon ein paarmal Nachricht ge­geben. Ihre Briefe verriethen ein vollendetes Glück. Auch Luise hatte geschrieben und gemeldet, daß sie mh der Mutter in den ersten Wochen des Juli eintreffen werde. Sie hielt Wort, und mit dem Tage ihrer Ankunft entfaltete sich wieder ein reges Leben auf dem einsamen Hofe. Die Heuernte war vorüber und die Frucht noch nicht reif; deshalb hatte man Muße, sich den lieben Gästen zu widmen.

Hugo hatte der Mutter einen saftigen Braten für die Küche versprochen und begab sich auf den Anstand, um einen Rehbock zu holen, dessen Wechsel er kannte. Die Sonne stand noch am Himmel, und er beschloß, vor seinem Birschgang ein Glas Bier in dem Wirthshause des Dorfes zu trinken. Daselbst traf er den Leibjäger des Barons von Königsberg, Friedrich, der sich eben auf den Heim-